[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bauelement zur Wärmedämmung nach dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Im Stand der Technik sind verschiedene Ausführungsformen von Bauelementen zur Wärmedämmung
bekannt mit unterschiedlichen Ansätzen zur Einleitung von Kräften, insbesondere von
Druckkräften in das tragende Bauteil, also insbesondere eine Gebäudedecke oder Gebäudewand.
So wurden bereits vor mehreren Jahrzehnten zur Druckkraftübertragung stabförmige Druckkraftbewehrungselemente
aus Metall verwendet, die endständige großflächige metallene angeschweißte Druckplatten
aufwiesen, welche in die angrenzenden Bauteile vorstanden und dort verankert waren.
Durch die Größe und Position dieser Druckplatten konnte die Druckkrafteinleitung von
diesem Druckkraftbewehrungselement in das Gebäude eingestellt und so verhindert werden,
dass es zu Kraft- bzw. Spannungsüberhöhungen und damit zu Beschädigungen im Gebäude
kommen konnte, siehe beispielsweise
DE-A-41 03 278.
[0003] Die Druckkraftübertragung und vor allem die Druckkrafteinleitung in das tragende
Bauteil erforderte dabei oft Zusatzlösungen, da die Druckkraftbewehrungselemente alleine
nicht immer allen Anforderungen hinsichtlich Kraft- und Wärmeübertragung in gleichem
Maße gerecht werden konnten.
[0004] Eine Lösung dabei bestand darin, stirnseitig an das Druckkraftbewehrungselement ein
separates Druckkraftverteilungselement anzuschließen, das dafür sorgt, dass die Druckkraft
über eine möglichst große Oberfläche zwischen Druckkraftbewehrungselement und angrenzendem
Bauteil übertragen werden kann. Dabei wurden auch Bauformen vorgeschlagen, bei denen
die Druckkraftbewehrungselemente und die Druckkraftverteilungselemente zueinander
beweglich angeordnet sind, wie es beispielsweise in der
DE-A-40 09 987 beschrieben ist, wo das Druckkraftbewehrungselement aus einem Metallstab besteht,
an den sich stirnseitige manschettenartige Druckkraftverteilungselemente anschließen
und das Druckkraftbewehrungselement sowie die beiden Druckkraftverteilungselemente
miteinander gelenkig verbunden sind - zumindest nachdem eine zu Montagezwecken vorgesehene
gegenseitige Lagesicherung beseitigt worden ist.
[0005] In der Folge wurden die Bewehrungselemente vor allem hinsichtlich ihrer Wärmedämmeigenschaften
immer weiter optimiert, wobei gerade in den letzten Jahren vermehrt dazu übergegangen
wurde, die Druckkraftbewehrungselemente aus nichtmetallenen Baustoffen und insbesondere
aus hochfesten Beton- bzw. Mörtelmaterialien herzustellen und sie im Wesentlichen
auf den Bereich der Fuge zwischen den beiden angrenzenden Bauteilen zu beschränken.
[0006] Ein hierfür beispielhaftes Bauelement zur Wärmedämmung wurde beispielsweise in
EP-A 1 225 282 oder
EP-A 1 225 283 beschrieben, wobei das Druckkraftbewehrungselement aus hochfestem faserverstärktem
Beton hergestellt und im Horizontalschnitt tailliert ausgebildet ist, so dass es eine
vergleichsweise große Stirnseite zur Druckkrafteinleitung und einen möglichst schlanken
druckkraftübertragenden Mittelbereich zur Optimierung der Wärmedämmeigenschaften aufwies.
Da das Druckkraftbewehrungselement an seiner Stirnseite ein dem Bauteil zugewandtes
im Horizontalschnitt konvex gewölbtes Kontaktprofil aufweist mit einer Wölbung in
Kreisbogenform, lässt sich hierdurch eine gelenkige Bewegung des Druckkraftbewehrungselements
gegenüber dem angrenzenden Bauteil entlang der kreisbogenförmigen gewölbten Oberfläche
zur Verfügung stellen.
[0007] Bei dem aus
EP-A 1 225 282 oder
EP-A 1 225 283 bekannten Bauelement zur Wärmedämmung werden in der üblichen Weise zusätzlich zum
Druckkraftbewehrungselement Querkraftstäbe vorgesehen, die die Querkraft auf der Seite
des tragenden Bauteils im Zugstabbereich einleitet und dort abführt. So werden die
vom tragenden Bauteil aufzunehmenden Kräfte auf verschiedenen Höhenniveaus des tragenden
Bauteils eingeleitet.
[0008] Einige Jahre später wurde vorgeschlagen, dieses aus der
EP-A 1 225 282 oder
EP-A 1 225 283 bekannte Druckkraftbewehrungselement mit konvex gewölbten Stirnseiten dadurch zur
Aufnahme und Übertragung weiterer Kräfte verwendbar zu machen, dass es eine größere
Höhe aufweist sowie auf Höhe der Ober- und Unterkante in deren Verlängerung sich erstreckende
Vorsprünge, die in Richtung auf die lastaufnehmenden Bauteile vorragen, siehe
EP-A 1 564 336. Hierdurch sollte die Kombination des herkömmlichen Druckkraftbewehrungselements
mit einem üblichen Querkraftelement in einem gemeinsamen Druckschubbewehrungselement
erfolgen, so dass durch das neue kombinierte Bewehrungselement auch Quer- bzw. Schubkräfte
übertragen und die bekannten zusätzlichen Querkraftstäbe weggelassen werden konnten.
Das Druckschubbewehrungselement ist dabei insgesamt in etwa scheibenförmig ausgebildet,
wobei die Scheibe in vertikaler Ebene orientiert ist.
[0009] Der Nachteil solcher großvolumigen Druckschubbewehrungselemente besteht in dem großen
Querschnitt, der für eine deutliche Verschlechterung der Wärmedämmeigenschaften sorgt.
Denn ein vergrößerter Materialquerschnitt in der Vertikalebene entlang der Fuge zwischen
den beiden angrenzenden Bauteilen führt zwangsläufig zu einer größeren Fläche für
den Wärme- bzw. Kältetransport. Dabei kann das Material des Druckschubbewehrungselements
noch so hoch isolierend sein, die Nachteile des großen Materialquerschnitts kann das
optimierte Material nicht ausgleichen.
[0010] Hiervon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Bauelement
zur Wärmedämmung der eingangs genannten Art bei einer den Druckkraftbewehrungselementen
entsprechenden verbesserten Kraftübertragung hinsichtlich der Wärmedämmeigenschaften
zu verbessern.
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Bauelement mit den Merkmalen
des Anspruches 1.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind jeweils Gegenstand der Unteransprüche,
deren Wortlaut hiermit durch ausdrückliche Bezugnahme in die Beschreibung aufgenommen
wird, um unnötige Textwiederholungen zu vermeiden.
[0013] Erfindungsgemäß sind den Druckelementen Abstützelemente zugeordnet, die bezogen auf
das Bauelement im eingebauten Zustand auf einem anderen Höhenniveau als die Druckelemente
angeordnet sind, wobei jeweils ein Druckelement und ein Abstützelement über ein Querkraftelement
miteinander in Wirkverbindung stehen. Diesem modularen Aufbau liegt die Erkenntnis
zugrunde, dass man dieselben Vorteile einer besseren Kraftübertragung nicht nur mit
einem großvolumigen Bewehrungselement erzielen kann, sondern auch bei einer Gestaltung
in Skelettbauweise. Man zerlegt somit das bekannte großvolumige Druckschubbewehrungselement
in einzelne Zug- bzw. Druckstreben entlang der einem Fachwerkmodell entsprechenden
Kraftverläufe.
[0014] Dabei erstreckt sich das Druckelement in herkömmlicher Weise möglichst tief im Isolierkörper
in einer Horizontalebene zwischen den beiden angrenzenden Bauteilen. Das Druckelement
ist kombiniert mit einem Abstützelement und beide sind über ein Querkraftelement miteinander
verbunden, das geneigt zur Horizontalen von einem Ende des Druckelements bis zum diagonal
gegenüberliegenden anderen Ende des Abstützelementes verläuft. Druckelement, Querkraftelement
und Abstützelement bilden so ein Fachwerk nach und übernehmen im Wesentlichen dieselben
Kräfte, die auch das Druckschubbewehrungselement des Standes der Technik übertragen
soll.
[0015] Zwar ist auch im Stand der Technik natürlich bereits die Kombination von Druckelementen
mit Querkraftelementen bekannt, jedoch erstrecken sich die bekannten Querkraftelemente
zwischen den beiden an die Bauteilfuge angrenzenden Bauteilen ausgehend von der unteren
Druckzone des einen Bauteils in die diagonal gegenüberliegende obere Zugzone des anderen
Bauteils und sind zur Kraftübertragung in den Bauteilen verankert.
[0016] Der wesentliche Unterschied der vorliegenden Erfindung gegenüber der beschriebenen
vorbekannten Bauform besteht nun darin, dass erfindungsgemäß das Querkraftelement
in Wirkverbindung mit dem Abstützelement steht und dieses Abstützelement den primären
Zweck hat, das Querkraftelement zu halten, so dass dieses auf Zug belastet werden
und die Querkraft nach unten an das Druckelement weitergeben kann.
[0017] Hierzu ist es besonders von Vorteil, wenn die Abstützelemente jeweils gegenüber dem
Isolierkörper vorstehen und in diesen vorstehenden Bereichen Querkraftvorsprünge zum
Abstützen in den angrenzenden Bauteilen bilden. Somit muss gar nicht das Querkraftelement
selbst im angrenzenden Bauteil verankert sein, um seine Funktion ausüben zu können.
Stattdessen können das Abstützelement und/oder das Druckelement die erforderliche
Verankerung übernehmen und es ist lediglich dafür Sorge zu tragen, dass das Querkraftelement
mit Abstützelement und Druckelement in Wirkverbindung steht.
[0018] Besonders zweckmäßig ist es in diesem Zusammenhang außerdem, wenn auch die Druckelemente
jeweils gegenüber dem Isolierkörper vorstehen und in diesen vorstehenden Bereichen
Querkraftvorsprünge zum Abstützen in den angrenzenden Bauteilen bilden. Denn dadurch
können sie den Querkraftelementen das erforderliche Widerlager zur Verfügung stellen.
Es versteht sich von selbst, dass die Kraftrichtung, gegen die die Abstützelemente
einerseits und die Druckelemente andererseits ihre Abstützfunktion erfüllen müssen,
zueinander im Wesentlichen entgegengesetzt sind, da sie jeweils dafür Sorge tragen,
dass die angeschlossenen Querkraftelemente gehalten werden und die erforderlichen
Belastungen aufnehmen und übertragen können. Für beide Arten von Querkraftvorsprüngen
reicht es aus, dass der Bereich, mit dem sie in die Bauteile vorstehen, im Wesentlichen
nur so groß ist, dass die gewünschte Abstützfunktion gewährleistet ist. Dies ist regelmäßig
schon bei einer Verankerungstiefe von wenigen Millimetern der Fall, so dass als Höchstmaß
für das Vorstehen in horizontaler Richtung ein der Höhe des Abstützelements bzw. des
Druckelements entsprechendes Maß ausreicht. Würden sie stattdessen sehr viel weiter
in die Bauteile vorstehen, so könnte dabei zwar die jeweilige Abstützfunktion ähnlich
ausfallen, jedoch hätte dies wesentliche Nachteile auf andere Funktionen wie insbesondere
Beweglichkeit, Druckkraftübertragung etc.
[0019] Die Verwendung der erfindungsgemäßen Abstützelemente haben noch einen weiteren Vorteil:
Sie können zur Unterstützung der Druckelemente zur Versagenssicherung vorgesehen werden,
so dass bei Wegfall der Abstützung für das Druckelement bzw. für die Druckelemente
die Abstützelemente das Abstützen des getragenen Bauteils übernehmen können. Zwar
ist in diesem Fall die gesamte Konstruktion nicht mehr unbeschädigt und somit auch
nicht mehr unverändert nutzbar, jedoch kann hierdurch das Abklappen oder gar Abstürzen
des getragenen Bauteils und somit das Eintreten größerer Schäden verhindert werden.
Selbst wenn also das getragene Bauteil nach dem Versagen durch seine Gewichtskraft
und die fehlende Abstützung des Druckelements leicht in seiner Position verändert
werden mag, so wird dann, wenn das Abstützelement die Abstützung übernehmen kann,
ein weiteres Abklappen oder gar Abstürzen des getragenen Bauteils verhindert.
[0020] Damit die Abstützelemente ihre Funktion übernehmen und jeweils das ihnen zugeordnete
Querkraftelement tragen können, sind entsprechend dem Kräfteverlauf des Fachwerkmodells
die Abstützelemente bezogen auf das Bauelement im eingebauten Zustand oberhalb der
Druckelemente angeordnet.
[0021] Diese Anordnung hat außerdem den Effekt, dass nach dem Versagen eines angrenzenden
Betonbauteils im unteren an das Bauelement angrenzenden Bereich, wenn der untere Kantenbereich
des Betonbauteils wegbricht und damit die Abstützung für das Druckelement fehlt, das
jeweilige darüber angeordnete Abstützelement die Abstützung sofort übernehmen kann,
sodass das getragene Bauteil kaum aus seiner Einbauposition verschwenkt wird.
[0022] Wenn das Bauelement zusätzliche Bewehrungselemente in Form von Zugkräfte übertragenden
Elementen aufweist, ist es zweckmäßig, dass die Abstützelemente bezogen auf das Bauelement
im eingebauten Zustand unterhalb dieser Zugkraftelemente angeordnet sind, damit sie
tatsächlich ihre Funktion als die Querkraftelemente tragende Abstützelemente bzw.
als zusätzliche Druckelemente erfüllen können. Entsprechendes gilt natürlich auch
dann, wenn das Bauelement gar keine zugkraftübertragenden Bewehrungselemente aufweist;
auch dann sollten die Abstützelemente unterhalb der Zugzone bzw. in der Druckzone
angeordnet sein.
[0023] Wenn jeweils ein Druckelement und ein Abstützelement paarweise einander zugeordnet
im Bauelement angeordnet sind, wird für jedes Querkraftelement ein dieses tragendes
Abstützelement und/oder für jedes Druckelement ein Ersatz-Druckelement zur Verfügung
gestellt, das im Versagensfall dessen Aufgabe zumindest teilweise übernehmen kann.
[0024] Hinsichtlich der Orientierung und Positionierung der Abstützelemente im Vergleich
zu den Querkraft- bzw. Druckelementen ist es vorteilhaft, wenn die Abstützelemente
im eingebauten Zustand des Bauelementes im Wesentlichen horizontal und quer zur im
wesentlichen horizontalen Längserstreckung des Isolierkörpers durch diesen hindurchverlaufen
und an beide Bauteile zumindest mittelbar anschließbar sind und/oder wenn die Abstützelemente
gegenüber den Druckelementen beabstandet angeordnet sind und/oder wenn sich die Abstützelemente
im Wesentlichen parallel und/oder äquidistant zu den Druckelementen erstrecken. Vor
allem erst durch die beabstandete Anordnung und die parallele Erstreckung können die
Abstützelemente die Aufgabe als die Querkraftelemente tragende Abstützelemente und/oder
als Ersatz-Druckelement übernehmen und ausfüllen.
[0025] Für die Verbindung von jeweils Druckelement und Abstützelement über ein Querkraftelement
empfiehlt es sich vor allem, dass das Querkraftelement am Druckelement und Abstützelement
insbesondere durch gegenseitige formschlüssige Verbindung festgelegt ist. Hierdurch
lässt sich nicht nur der gemeinsame Einbau von Druckelement und Abstützelement erleichtern,
sondern durch das Querkraftelement lassen sich auch Kräfte insbesondere in Erstreckungsrichtung
des Querkraftelements übertragen, die ansonsten andere in diesem Bereich anzuordnende
Bewehrungselemente übernehmen müssten.
[0026] Hierbei ist das Querkraftelement bezogen auf das Bauelement im eingebauten Zustand
geneigt zur Horizontalen angeordnet und erstreckt sich zwischen einem Ende des Druckelements
und dem diagonal gegenüberliegenden Ende des Abstützelements; denn durch ein solches
Druck-/Querkraftmodul lassen sich Querkräfte bzw. Schubkräfte aufnehmen und übertragen,
was ansonsten die üblicherweise bei derartigen Bauelementen zur Wärmedämmung verwendeten
Querkraftstäbe übernehmen würden, an deren Positionierung und Orientierung die Querkraftelemente
angelehnt sind.
[0027] In einfacher Weise besteht das Querkraftelement bzw. bestehen die Querkraftelemente
zumindest teilweise aus faserverstärktem Kunststoffmaterial. Dies ist nicht nur kostengünstig
herzustellen und hat sehr gute Wärmedämmeigenschaften, sondern dessen korrosionsbeständige,
nicht-metallische Materialeigenschaften sorgen auch dafür, dass die angestrebte möglichst
tiefe Anordnung der Druckelemente im Bauelement unverändert beibehalten werden kann,
was natürlich nicht der Fall wäre, wenn die Querkraftelemente aus einem metallischen
Material bestehen würden und unterhalb der Querkraftelemente eine Mindestbetonüberdeckung
einzuhalten wäre.
[0028] Des Weiteren ist es von Vorteil, wenn das Querkraftelement schlaufenförmig ausgebildet
ist mit zwei sich im Wesentlichen parallel zueinander vorzugsweise nebeneinander oder
über einander erstreckenden Schlaufensträngen. Hierdurch lassen sich Querkraftelemente
verwenden, die optimal an die Einbausituation hinsichtlich Geometrie und Belastbarkeit
angepasst werden können. Der Vorteil von faserverstärktem Kunststoffmaterial liegt
vor allem darin, dass es zum einen in Zugkraftrichtung ausreichend belastbar ist und
zum anderen eine schlechte Wärmeleitfähigkeit aufweist, die im Bereich des Isolierkörpers
angestrebt ist. Es sei darauf hingewiesen, dass die Formulierung "faserverstärktes
Kunststoffmaterial" auch solche Faserbewehrungen, insbesondere Glasfaserbewehrungen
umfasst, deren Faseranteil, insbesondere Glasfaseranteil höher als 85 Gew.-% ist,
so dass das Gewicht des zusätzlich zu den Fasern verwendeten Matrixmaterials, wie
Kunstharz weniger als 15 % verglichen mit dem Gewicht dieses Bewehrungselements beträgt.
[0029] Aus Gründen der Einbausicherheit, nämlich um beispielsweise einen falschen Einbau
zu verhindern, und aus Gründen der größeren Belastbarkeit ist es vorteilhaft, wenn
zusätzlich zum Querkraftelement, über das das Druckelement und das Abstützelement
miteinander in Wirkverbindung stehen, ein zweites Querkraftelement bezogen auf das
Bauelement im eingebauten Zustand zur Aufnahme von Querkräften geneigt zur Horizontalen
angeordnet ist und sich das zweite Querkraftelement zwischen dem anderen Ende des
Druckelements und dem diesem diagonal gegenüberliegenden Ende des Abstützelements
erstreckt und sich die Neigung des zweiten Querkraftelements von derjenigen des Querkraftelements
unterscheidet, insbesondere dass beide Neigungen im Wesentlichen symmetrisch zur Vertikalen
entgegensetzt zueinander orientiert sind.
[0030] Damit die sich in diesem Fall kreuzenden Querkraftelemente nicht miteinander kollidieren
bzw. behindern, empfiehlt es sich, wenn die beiden Querkraftelemente jeweils zwei
Schlaufenstränge mit unterschiedlichem Abstand zueinander aufweisen. Dadurch kann
die Schlaufe des einen Querkraftelements im Kreuzungsbereich innerhalb der Schlaufe
des anderen Querkraftelements verlaufen.
[0031] Bezüglich Druckelement und/oder Abstützelement empfiehlt es sich, diese aus einem
druckfesten aushärtenden und/oder abbindfähigen Material herzustellen, insbesondere
aus einem zementhaltigen, faserbewehrten Baustoff wie Beton, wie hochfester oder ultra-hochfester
Beton oder wie hochfester oder ultra-hochfester Mörtel oder aus einem Kunstharzgemisch
oder aus einem Reaktionsharz. Damit lassen sich Druckelement und Abstützelement auf
einfache Weise in die gewünschte Form bringen. Gleichzeitig sind diese Materialien
jeweils vorteilhaft hinsichtlich ihrer Wärmedämmeigenschaften und Kosten.
[0032] Vor allem bei Herstellung durch ein gießfähiges Material lassen sich Druckelement
und Abstützelement hinsichtlich ihrer Form optimieren. Dabei empfiehlt es sich auch,
wenn das Druckelement auf seiner dem Abstützelement abgewandten Seite eine Vertiefung
zur formschlüssigen Aufnahme eines ersten Verankerungsabschnitts des Querkraftelements
aufweist und wenn das Abstützelement auf seiner dem Druckelement abgewandten Seite
eine Vertiefung zur formschlüssigen Aufnahme eines zweiten Verankerungsabschnittes
des Querkraftelements aufweist. Allein dieses Ineinanderstecken von Druckelement und
Querkraftelement bzw. Querkraftelement und Abstützelement können für die richtige
Positionierung und Funktion dieser Elemente sorgen, ohne dass hierfür aufwändige bzw.
komplizierte Vorkehrungen erforderlich wären.
[0033] Dabei besteht zweckmäßigerweise der erste Verankerungsabschnitt des schlaufenförmigen
Querkraftelements aus einem ersten Scheitelbereich zwischen den zwei sich im Wesentlichen
parallel zueinander erstreckenden Schlaufensträngen und der zweite Verankerungsabschnitt
des schlaufenförmigen Querkraftelements aus einem zweiten Scheitelbereich zwischen
den zwei sich im Wesentlichen parallel zueinander erstreckenden Schlaufensträngen.
[0034] Die Vertiefungen im Bereich von Druckelement und Abstützelement können hierbei in
vorteilhafter Weise eine Wickelform zur Herstellung des schlaufenförmigen Querkraftelements
bilden, wodurch die Fasern des schlaufenförmigen Querkraftelements die Wickelform,
also das Druckelement und/oder das Abstützelement zumindest teilweise und insbesondere
flächig im Scheitelbereich der Schlaufenform beaufschlagen und so eine perfekte gegenseitige
Anlage und damit eine ideale Kraftübertragung sicherstellen. Es ist zwar von besonderem
Vorteil, wenn die Querkraftelemente zusammen mit den tatsächlich bei ihrer Herstellung
als Wickelform verwendeten Druck- und/oder Abstützelementen eingebaut werden; ähnliche
Effekte lassen sich aber auch schon dann erzielen, wenn nicht die identischen, sondern
nur im Wickelformbereich baugleichen Druck- und/oder Abstützelemente beim gemeinsamen
Einbau verwendet werden.
[0035] Sowohl für das Druckelement als auch für das Abstützelement empfiehlt es sich, dass
diese im Bereich ihres endständigen Querkraftvorsprungs ein an den Bauteilen abwälzbares
konvex gewölbtes Kontaktprofil aufweisen, so dass das Druckelement und/oder das Abstützelement
eine Gelenkverbindung zwischen den beiden Bauteilen herstellen kann. Dabei sollte
die Wölbung des Kontaktprofils im eingebauten Zustand im Horizontalschnitt etwa kreisbogenförmig
ausgebildet sein. Außerdem empfiehlt es sich, wenn das stirnseitige Kontaktprofil
des Druckelements und/oder des Abstützelements im vertikalen Längsschnitt gewölbt
oder zur Vertikalen geneigt ist, insbesondere wenn das stirnseitige Kontaktprofil
des Druckelements und das stirnseitige Kontaktprofil des Abstützelements zueinander
entgegengesetzte Neigungen aufweisen, sodass sich Druckelement und Abstützelement
bei in vertikaler Richtung orientierten Relativbewegungen gegenüber den angrenzenden
Bauteilen nicht behindern, sondern idealerweise der Bewegung ähnlich einem Parallelogrammgestänge
oder einem Schwenkelement folgen können.
[0036] Bezüglich der Geometrie von Druckelementen und/oder Abstützelementen ist es außerdem
von Vorteil, wenn diese jeweils eine glattwandige und ebene Ober- und Unterseite aufweisen,
welche Ober- und Unterseiten sich jeweils in horizontalen Ebenen erstrecken.
[0037] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung von zwei Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung; hierbei zeigen
Figur 1a und 1b ein erfindungsgemäßes Bauelement zur Wärmedämmung im eingebauten Zustand
in Figur 1a in Vorderansicht und in Figur 1b in Draufsicht;
Figuren 2a, 2b und 2c ein Teil des erfindungsgemäßen Bauelements zur Wärmedämmung
aus den Figuren 1a und 1b, nämlich ein Druck-/Querkraftmodul bestehend aus Druckelement,
Abstützelement und einem die beiden Elemente verbindendes Querkraftelement in Figur
2a in Vorderansicht, in Figur 2b in Draufsicht und in Figur 2c in perspektivischer
Draufsicht;
Figuren 3a, 3b und 3c ein Teil eines weiteren erfindungsgemäßen Bauelements zur Wärmedämmung,
nämlich ein Druck-/Querkraftmodul bestehend aus Druckelement, Abstützelement und einem
die beiden Elemente verbindendes Querkraftelement in Figur 3a in Vorderansicht, in
Figur 3b in Draufsicht und in Figur 3c in perspektivischer Draufsicht.
[0038] Figur 1 zeigt ein Bauelement zur Wärmedämmung 1 mit einem quaderförmigen Isolierkörper
2, der in einer zwischen zwei Betonbauteilen, nämlich einem getragenen Bauteil A zur
Bildung eines Betons und einem tragenden Bauteil B, das aus dem Teil eines Gebäudes
besteht, belassenen Bauteilfuge angeordnet zu werden und diese beiden Betonbauteile
A, B voneinander in wärmegedämmter Art zu beabstanden, und mit Bewehrungselementen
in Form von Zugstäben 3 und in Form von Druckelementen 5. Die Anordnung der Bewehrungselemente
erfolgt in der im Stand der Technik bekannten und üblichen Art und Weise, nämlich
indem im oberen Bereich des Isolierkörpers 2, in der sogenannten Zugzone, die Zugbewehrungselemente
3 angeordnet sind, die sich im eingebauten Zustand in horizontaler Richtung erstrecken
und zur Zugkraftübertragung zwischen den beiden an das Bauelement zur Wärmedämmung
1 angeschlossenen Bauteilen A, B dienen und hierzu in diesen Bauteilen verankert werden.
[0039] Im unteren Bereich, der sogenannten Druckzone des Isolierkörpers 2 werden die Druckelemente
5 angeordnet und zwar ebenso mit horizontaler Erstreckungsrichtung, wobei sie jedoch
nur in geringem Maße gegenüber dem Isolierkörper 2 vorstehen. Oberhalb der Druckelemente
5 sind die Abstützelemente 6 angeordnet, die sich ebenfalls in horizontaler Ebene
parallel und beabstandet zu den Druckelementen erstrecken und sich im angrenzenden
Bauteil formschlüssig abstützen, indem sie relativ zum Isolierkörper in das angrenzende
Bauteil vorstehen und dort jeweils endständige Querkraftvorsprünge aufweisen, die
in Zusammenhang mit Figur 2 näher beschrieben werden.
[0040] Schließlich sind noch Querkraftelemente 4 vorgesehen, die im Bereich des Isolierkörpers
2 geneigt zur Horizontalen verlaufen. Hierbei erstrecken sie sich vom dem tragenden
Bauteil B zugewandten Ende 6b der Abstützelemente 6 auf der einen Seite des Isolierkörpers
2 schräg nach unten zum dem getragenen Bauteil A zugewandten Ende 5a der Druckelemente
5 auf der anderen Seite des Isolierkörpers 2.
[0041] Ein unterer dem in der Bauteilfuge angeordneten Isolierkörper zugewandten Randbereich
des Bauteils B ist in Figur 1 mit dem Bezugszeichen 9 gekennzeichnet. Er soll einen
Versagensbereich andeuten, an dem ein Aspekt der vorliegenden Erfindung besonders
erkennbar wird: Das Druckelement 5 stützt sich mit seinem dem Bauteil zugewandten
Endbereich 5b an diesem Bereich 9 des Bauteils B ab. Wenn nun dieser Bereich 9 infolge
einer zu großen Belastung abbricht, fehlt es dem Druckelement 5 an einer Abstützung,
so dass es die durch die Gewichtskraft des vorkragenden Bauteils A verursachte Belastung
nicht auffangen kann. Folglich würde das vorkragende Bauteil A nach unten abknicken,
wodurch die Zugstäbe 3 auf Biegung beansprucht würden und die gesamte Konstruktion
ggf. so stark beschädigt würde, dass es sogar den Absturz des vorkragenden Bauteils
A zur Folge haben könnte.
[0042] Da jedoch oberhalb des Druckelements 5 erfindungsgemäß das Abstützelement 6 angeordnet
ist, stützt sich dieses am Bauteil B oberhalb des Versagensbereichs 9 ab und kann
somit als Ersatz-Druckelement die gesamte Konstruktion vor einer zu starken Beschädigung
bis hin zu einem Absturz des vorkragenden Bauteils A schützen. Zwar ist nach einer
Beschädigung im Versagensbereich 9 die Konstruktion nicht mehr sicher verwendbar,
jedoch können durch das Abstützen des Abstützelements 6 am Bauteil B oberhalb des
Versagensbereichs 9 gravierendere Folgen für im Bereich des vorkragenden Bauteils
A befindliche Gegenstände und Personen verhindert werden.
[0043] Die genaue Ausgestaltung, Anordnung und Zuordnung eines Druckelements 5, eines Abstützelements
6 und eines Querkraftelements 4 ist in den Fig. 2a, 2b und 2c vergrößert dargestellt.
Dort erkennt man auf der dem Druckelement 5 abgewandten Oberseite des Abstützelements
6 im Bereich des dem tragenden Bauteil B zugeordneten Endes 6b eine Vertiefung 6c,
in die das Querkraftelement 4 mit einem oberen Scheitelbereich 4b, der einen ersten
Verankerungsabschnitt bildet, eingreift. Auch am diagonal gegenüberliegenden und dem
getragenen Bauteil A zugeordneten Ende 5a des Druckelements 5 ist eine Vertiefung
5d vorgesehen, in die das Querkraftelement 4 mit einem unteren Scheitelbereich 4a,
der einen zweiten Verankerungsabschnitt bildet, eingreift.
[0044] Vor allem aus der Draufsicht und der perspektivischen Ansicht auf Druckelement 5,
Abstützelement 6 und Querkraftelement 4, die zusammen ein Druck-/ Querkraftmodul 7
bilden, kann man erkennen, dass das Querkraftelement 4 schlaufenförmig ausgebildet
ist und hierbei jeweils das Druckelement 5 und das Abstützelement 6 um- und hintergreift.
Werden Druckelement und Abstützelement bei der Herstellung des schlaufenförmigen Querkraftelements
als Wickelrolle für die nassen imprägnierten Kunststofffasern vor deren Aushärten
verwendet, so gehen die Kunststofffasern mit Druckelement und Abstützelement nicht
nur durch das Umgreifen eine formschlüssige Verbindung, sondern aufgrund der gegenseitigen
Anlage beim Aushärten auch zusätzlich eine belastbare Haftverbindung ein.
[0045] Wesentlich für die vorliegende Erfindung sind insbesondere auch bereits im Zusammenhang
mit Figur 1 erwähnte Querkraftvorsprünge 5g, 5h, 6g, 6h, die jeweils die horizontalen
Enden des Abstützelements 6 und des Druckelements 5 bilden, mit dem Abstütz- und Druckelement
gegenüber dem Isolierkörper in die angrenzenden Bauteile A und B vorstehen. Dabei
gehen sie eine formschlüssige Verbindung mit dem Material der Bauteile ein und sorgen
somit dafür, dass sich das Abstützelement und das Druckelement so an den Bauteilen
abstützen können, dass sie dem sich zwischen Abstütz- und Druckelement erstreckenden
Querkraftelement 4 zur Verankerung bzw. als Widerlager dienen können. Denn bei auf
das Querkraftelement einwirkender Belastung wird dieses auf Zug belastet, wobei es
diese Belastung durch die Verankerung an Abstützelement und Druckelement auf das Abstützelement
und das Druckelement weitergibt. Nur dadurch, dass Abstützelement und Druckelement
über die Querkraftvorsprünge in den angrenzenden Bauteilen verankert sind, können
sie diese Zugbelastung aufnehmen und ihr entgegenwirken.
[0046] In den Fig. 3a, 3b und 3c ist ein alternatives Druck-/Querkraftmodul 17 dargestellt,
das aus einem Druckelement 15, einem parallel dazu angeordneten Abstützelement 16
und zwei Querkraftelementen 14a, 14b besteht, die geneigt zur Horizontalen und zur
horizontalen Erstreckungsrichtung von Druck- und Abstützelement verlaufen und zueinander
über Kreuz angeordnet sind, d.h. dieselbe Steigung, jedoch mit unterschiedlichen Vorzeichen
haben, wodurch sie zueinander symmetrisch zur Vertikalen verlaufen. Die beiden Querkraftelemente
14a, 14b sind jeweils schlaufenförmig ausgebildet, dabei besteht das Querkraftelement
14a aus zwei endständigen Umlenk- bzw. Scheitelbereichen 14aa, 14ab und zwei die beiden
Scheitelbereiche miteinander verbindenden parallel zueinander verlaufenden Schlaufenstränge
14a1, 14a2. Zusammen bilden Scheitelbereiche 14aa und 14ab und Schlaufenstränge 14a1
und 14a2 eine geschlossene Form, die durch Wickeln einer Endlosfaser hergestellt ist.
[0047] Auch hier erkennt man auf der dem Druckelement 15 abgewandten Oberseite des Abstützelements
16 im Bereich des dem tragenden Bauteil B zugeordneten Endes 16b eine Vertiefung 16c,
in die das Querkraftelement 14a mit dem oberen Scheitelbereich 14aa, der einen ersten
Verankerungsabschnitt bildet, eingreift. Auch am diagonal gegenüberliegenden und dem
getragenen Bauteil A zugeordneten Ende 15a des Druckelements 15 ist eine Vertiefung
15c vorgesehen, in die das Querkraftelement 14a mit dem unteren Scheitelbereich 14ab,
der einen zweiten Verankerungsabschnitt bildet, eingreift.
[0048] Der Unterschied des Druck-/Querkraftmoduls 17 gegenüber dem Druck-/Querkraftmodul
7 besteht - wie vorstehend bereits angedeutet - darin, dass beim Modul 17 noch das
zweite Querkraftelement 14b vorgesehen ist. Dieses ist entsprechend Querkraftelement
14a aus zwei endständigen Umlenk- bzw. Scheitelbereichen 14ba, 14bb und zwei die beiden
Scheitelbereiche miteinander verbindenden parallel zueinander verlaufenden Schlaufenstränge
14b1, 14b2 aufgebaut, die zusammen eine geschlossene Schlaufenform bilden.
[0049] Damit dieses Querkraftelement 14b und das Querkraftelement 14a nicht miteinander
kollidieren, weisen die beiden Schlaufenstränge 14a1 und 14a2 des Querkraftelements
14a einen geringeren gegenseitigen Abstand auf als die beiden Schlaufenstränge 14b1
und 14b2 des Querkraftelements 14b. Dies wird insbesondere dadurch erreicht, dass
die Breite des Abstützelements 16 im Bereich der Vertiefung 16c sowie die Breite des
Druckelements 15 im Bereich der Vertiefung 15d kleiner sind als die Breite des Abstützelements
16 im Bereich der Vertiefung 16d sowie die Breite des Druckelements 15 im Bereich
der Vertiefung 15c.
[0050] Sowohl das Druckelement 15 als auch das Abstützelement 16 weisen an ihren horizontalen
Enden Querkraftvorsprünge 15g, 15h, 16g, 16h auf, mit denen sie gegenüber dem Isolierkörper
in die Bauteile A, B vorstehen. Damit die Druckelemente und die Abstützelemente in
bekannter Weise eine Gelenkverbindung zwischen den beiden Bauteilen A, B herstellen
können, indem sie sich bei Relativbewegungen der beiden Bauteile an diesen pendelgelenkartig
abstützen und den Relativbewegungen folgen können, weisen sie an den stirnseitigen
Enden der Querkraftvorsprünge ein an den Bauteilen A, B abwälzbares konvex gewölbtes
Kontaktprofil auf. Die Wölbung der stirnseitigen Kontaktprofile der Querkraftvorsprünge
15g, 15h, 16g, 16h ist im eingebauten Zustand im Horizontalschnitt etwa kreisbogenförmig
ausgebildet. Außerdem ist jeweils das stirnseitige Kontaktprofil der Druckelemente
und der Abstützelement im vertikalen Längsschnitt zur Vertikalen geneigt ist, wobei
jeweils das stirnseitige Kontaktprofil der Druckelemente und das stirnseitige Kontaktprofil
der Abstützelemente zueinander entgegengesetzte Neigungen aufweisen, sodass sich Druckelemente
und Abstützelemente bei in vertikaler Richtung orientierten Relativbewegungen gegenüber
den angrenzenden Bauteilen nicht bzw. kaum behindern, sondern der Bewegung ähnlich
einem Parallelogrammgestänge oder Schwenkgelenk folgen. Druckelemente 5, 15 und Abstützelemente
6, 16 weisen schließlich jeweils eine glattwandige und ebene Ober- und Unterseite
5e, 5f, 15e, 15f, 6e, 6f, 16e, 16f auf, welche Ober- und Unterseiten sich jeweils
in horizontalen Ebenen erstrecken.
[0051] Zusammengefasst bildet die vorliegende Erfindung den Vorteil, mit einfachen Maßnahmen
ein Bauelement zur Wärmedämmung zur Verfügung zu stellen, das ein Druck-/Querkraftmodul
aufweist, welches durch seinen optimierten Aufbau und die dabei verwendeten Materialien
deutlich verbesserte Wärmedämmeigenschaften aufweist. Zusätzlich stellt es noch eine
Versagenssicherung durch die zusätzlich zu den Druckelementen eingebauten Abstützelemente
zur Verfügung.
Bezugszeichenliste
[0052]
1 - Bauelement zur Wärmedämmung
2 - Isolierkörper
3 - Zugstäbe
4 - Querkraftelemente
4a - unterer Scheitelbereich eines Querkraftelements
4b - oberer Scheitelbereich eines Querkraftelements
5 - Druckelement
5a - dem Bauteil A zugeordneter Endbereich des Druckelements 5
5b - dem Bauteil B zugeordneter Endbereich des Druckelements 5
5d - Vertiefung auf Unterseite des Druckelements im Endbereich 5a
5e - Oberseite des Druckelements 5
5f - Unterseite des Druckelements 5
5g - Querkraftvorsprung des Druckelements 5
5h - Querkraftvorsprung des Druckelements 5
6 - Abstützelement
6a - dem Bauteil A zugeordneter Endbereich des Abstützelements 6
6b - dem Bauteil B zugeordneter Endbereich des Abstützelements 6
6c - Vertiefung auf Oberseite des Abstützelements im Endbereich 6b
6e - Oberseite des Abstützelements
6f - Unterseite des Abstützelements
6g - Querkraftvorsprung des Druckelements 6
6h - Querkraftvorsprung des Druckelements 6
7 - Druck-/Querkraftmodul
9 - Versagensbereich
14a, 14b - Querkraftelemente
14aa - unterer Scheitelbereich des Querkraftelements 14a
14ab - oberer Scheitelbereich des Querkraftelements 14a
14a1, 14a2 - Schlaufenstränge des Querkraftelements 14a
14ba - unterer Scheitelbereich des Querkraftelements 14b
14bb - oberer Scheitelbereich des Querkraftelements 14b
14b1, 14b2 - Schlaufenstränge des Querkraftelements 14b
15 - Druckelement
15a - dem Bauteil A zugeordneter Endbereich des Druckelements 15
15b - dem Bauteil B zugeordneter Endbereich des Druckelements 15
15c - Vertiefung auf Unterseite des Druckelements im Endbereich 15b
15d - Vertiefung auf Unterseite des Druckelements im Endbereich 15a
15e - Oberseite des Druckelements
15f - Unterseite des Druckelements
15g - Querkraftvorsprung des Druckelements 15 am dem Bauteil B zugewandten Ende
15h - Querkraftvorsprung des Druckelements 15 am dem Bauteil A zugewandten Ende
16 - Abstützelement
16a - dem Bauteil A zugeordneter Endbereich des Abstützelements 16
16b - dem Bauteil B zugeordneter Endbereich des Abstützelements 16
16c - Vertiefung auf Oberseite des Abstützelements im Endbereich 16b
16d - Vertiefung auf Unterseite des Abstützelements im Endbereich 16a
16e - Oberseite des Abstützelements
16f - Unterseite des Abstützelements
16g - Querkraftvorsprung des Abstützelements 16 am dem Bauteil B zugewandten Ende
16h - Querkraftvorsprung des Abstützelements 16 am dem Bauteil A zugewandten Ende
17 - Druck-/Querkraftmodul
A - Betonbauteil
B - Betonbauteil
1. Bauelement zur Wärmedämmung zwischen einem tragenden (B) und einem getragenen (A)
Bauteil, insbesondere zwischen einem Gebäude und einem vorkragendem Außenteil, mit
einem zwischen den beiden Bauteilen anzuordnenden Isolierkörper (2) und mit Bewehrungselementen
in Form von zumindest Druckelementen (5, 15), die im eingebauten Zustand des Bauelementes
im Wesentlichen horizontal und quer zur im wesentlichen horizontalen Längserstreckung
des Isolierkörpers durch diesen hindurchverlaufen und an beide Bauteile (A, B) zumindest
mittelbar anschließbar sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass den Druckelementen (5, 15) Abstützelemente (6, 16) zugeordnet sind, die bezogen auf
das Bauelement (1) im eingebauten Zustand auf einem anderen Höhenniveau als die Druckelemente
angeordnet sind und dass jeweils ein Druckelement (5, 15) und ein Abstützelement (6,
16) über ein Querkraftelement (4, 14a, 14b) miteinander in Wirkverbindung stehen.
2. Bauelement nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstützelemente (6, 16) bezogen auf das Bauelement (1) im eingebauten Zustand
oberhalb der Druckelemente (5, 15) angeordnet sind.
3. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstützelemente (6, 16) und/oder die Druckelemente (5, 15) jeweils gegenüber
dem Isolierkörper insbesondere um höchstens ein der Höhe der Abstützelemente und/oder
der Druckelemente entsprechendes Maß vorstehen und in diesen vorstehenden Bereichen
Querkraftvorsprünge (5g, 5h, 6g, 6h, 15g, 15h, 16g, 16h) zum Abstützen in den angrenzenden
Bauteilen (A, B) bilden.
4. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Bauelement (1) zusätzliche Bewehrungselemente in Form von Zugkräfte (3) übertragenden
Elementen aufweist und dass die Abstützelemente (6, 16) bezogen auf das Bauelement
(1) im eingebauten Zustand unterhalb dieser Zugkraftelemente (3) angeordnet sind.
5. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass jeweils ein Druckelement (5, 15) und ein Abstützelement (6, 16) paarweise einander
zugeordnet und zusammen mit zumindest einem sie miteinander verbindenden Querkraftelement
(4, 14a, 14b) im Bauelement (1) angeordnet sind.
6. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abstützelemente (6, 16) im eingebauten Zustand des Bauelementes (1) im Wesentlichen
horizontal und quer zur im wesentlichen horizontalen Längserstreckung des Isolierkörpers
(2) durch diesen hindurchverlaufen und an beide Bauteile zumindest mittelbar anschließbar
sind, dass die Abstützelemente (6, 16) gegenüber den Druckelementen (5, 15) beabstandet
angeordnet sind und/oder dass sich die Abstützelemente (6, 16) im Wesentlichen parallel
und/oder äquidistant zu den Druckelementen (5, 15) erstrecken.
7. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querkraftelement (4, 14a, 14b) am Druckelement (5, 15) und/oder am Abstützelement
(6, 16) festgelegt ist, insbesondere durch gegenseitige formschlüssige Verbindung.
8. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querkraftelement (4, 14a, 14b) zumindest teilweise aus faserverstärktem Kunststoffmaterial
besteht.
9. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querkraftelement (4, 14a, 14b) schlaufenförmig ausgebildet ist mit zwei sich
im Wesentlichen parallel zueinander vorzugsweise nebeneinander oder übereinander erstreckenden
Schlaufensträngen (14a1, 14a2, a4b1, 14b2).
10. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Querkraftelement (4, 14a, 14b) bezogen auf das Bauelement (1) im eingebauten
Zustand zur Aufnahme von Querkräften geneigt zur Horizontalen angeordnet ist und sich
zwischen einem Ende (5a, 15a) des Druckelements (5, 15) und dem diagonal gegenüberliegenden
Ende (6b, 16b) des Abstützelements (6, 16) erstreckt.
11. Bauelement nach zumindest Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass zusätzlich zum Querkraftelement (14a), über das das Druckelement (15) und das Abstützelement
(16) miteinander in Wirkverbindung stehen, ein zweites Querkraftelement (14b) bezogen
auf das Bauelement (1) im eingebauten Zustand zur Aufnahme von Querkräften geneigt
zur Horizontalen angeordnet ist und dass sich das zweite Querkraftelement (14b) zwischen
dem anderen Ende (15b) des Druckelements (15) und dem diesem diagonal gegenüberliegenden
Ende (16a) des Abstützelements (16) erstreckt und dass sich die Neigung des zweiten
Querkraftelements (14b) von derjenigen des Querkraftelements (14a) unterscheidet,
insbesondere dass beide Neigungen im Wesentlichen symmetrisch zur Vertikalen entgegensetzt
zueinander orientiert sind und dass die beiden Querkraftelemente jeweils zwei Schlaufenstränge
(14a1, 14a2, 14b1, 14b2) mit unterschiedlichem Abstand zueinander aufweisen.
12. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Druckelement (5, 15) und/oder das Abstützelement (6, 16) aus einem aushärtenden
und/oder abbindfähigen Material besteht, insbesondere aus einem zementhaltigen, faserbewehrten
Baustoff wie Beton, wie hochfester oder ultra-hochfester Beton oder wie hochfester
oder ultra-hochfester Mörtel oder aus einem Kunstharzgemisch oder aus einem Reaktionsharz.
13. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Druckelement (5, 15) auf seiner dem Abstützelement (6, 16) abgewandten Seite
(5f, 15f) eine Vertiefung (5d, 15c, 15d) zur formschlüssigen Aufnahme eines ersten
Verankerungsabschnitts (4a, 14aa, 14bb) des Querkraftelements (4, 14a, 14b) aufweist
und dass das Abstützelement (6, 16) auf seiner dem Druckelement (5, 15) abgewandten
Seite (6e, 16e) eine Vertiefung (6c, 16c, 16d) zur formschlüssigen Aufnahme eines
zweiten Verankerungsabschnittes (4b, 14ab, 14ba) des Querkraftelements (4, 14a, 14b)
aufweist.
14. Bauelement nach zumindest Anspruch 9 und Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass der erste Verankerungsabschnitt (4a, 14aa, 14bb) des schlaufenförmigen Querkraftelements
(4, 14a, 14b) aus einem ersten Scheitelbereich zwischen den zwei sich im Wesentlichen
parallel zueinander erstreckenden Schlaufensträngen (14a1, 14a2, 14b1, 14b2) und der
zweite Verankerungsabschnitt (4b, 14ab, 14ba) des schlaufenförmigen Querkraftelements
(4, 14a, 14b) aus einem zweiten Scheitelbereich zwischen den zwei sich im Wesentlichen
parallel zueinander erstreckenden Schlaufensträngen (14a1, 14a2, 14b1, 14b2) besteht.
15. Bauelement nach zumindest einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Druckelement (5, 15) und/oder das Abstützelement (6, 16) in ihren gegenüber dem
Isolierkörper vorstehenden und sich an die angrenzenden Bauteile (A, B) abstützenden
Bereichen endständige Querkraftvorsprünge (5g, 5h, 6g, 6h, 15g, 15h, 16g, 16h) mit
jeweils einem an den Bauteilen (A, B) abwälzbaren konvex gewölbten stirnseitigen Kontaktprofil
aufweisen, so dass das Druckelement und/oder das Abstützelement eine Gelenkverbindung
zwischen den beiden Bauteilen (A, B) herstellen kann, dass die Wölbung des Kontaktprofils
im eingebauten Zustand im Horizontalschnitt etwa kreisbogenförmig ausgebildet ist
und/oder dass das Kontaktprofil des Druckelements (5, 15) und/oder des Abstützelements
(6, 16) im vertikalen Längsschnitt gewölbt oder zur Vertikalen geneigt ist, insbesondere
wobei das stirnseitige Kontaktprofil des Druckelements (15) und das stirnseitige Kontaktprofil
des Abstützelements (16) zueinander entgegengesetzte Neigungen aufweisen.