[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vakuumpumpe, insbesondere Turbomolekularpumpe,
mit einem in einem Stator drehbar gelagerten Rotor für zumindest eine Pumpstufe.
[0002] Vakuumpumpen werden in unterschiedlichen technischen Gebieten, beispielsweise in
der Halbleiterherstellung eingesetzt, um ein für einen jeweiligen Prozess erforderliches
Vakuum zu schaffen. In vielen Fällen wird zur Schaffung des erforderlichen Vakuums
eine hohe Pumpleistung benötigt, so dass die zumindest eine Pumpstufe - in der Regel
sind es mehrere Stufen - mit sehr hohen Drehzahlen betrieben werden muss. Dies bedeutet,
dass an die Lagerung der Welle des Rotors der Pumpstufe grundsätzlich hohe Anforderungen
gestellt werden.
[0003] Bedingt durch den Aufbau einer hier in Rede stehenden Vakuumpumpe ergeben sich in
deren Betrieb jedoch verschiedene Resonanzen. Maßgeblich für das Schwingungsverhalten
sind unter anderem Eigenfrequenzen des Systems, die u. a. durch die Steifigkeit der
Lagerung des Rotors und die Masse des schwingungsfähigen Systems beeinflusst werden.
Beispielsweise beim Hochfahren einer Vakuumpumpe werden diese Frequenzen durchfahren
und ggf. angeregt. Auch im Bereich der Enddrehzahl der Pumpe können Eigenfrequenzen
angeregt werden. Hierbei können starke Schwingungen erzeugt werden, die sich nachteilig
auf die Betriebssicherheit der Pumpe auswirken oder einen erhöhten Materialverschleiß
der Pumpenkomponenten zur Folge haben. Zudem entstehen durch derartige Schwingungen
starke Geräusche, die vom Bedienpersonal negativ wahrgenommen werden.
[0004] Vor diesem Hintergrund liegt der Erfindung die Aufgabe zu Grunde, eine Vakuumpumpe
anzugeben, die mit geringerem Schwingungsverhalten und damit erhöhter Betriebssicherheit,
verringertem Komponentenverschleiß sowie niedrigerer Geräuschentwicklung betrieben
werden kann. Diese Aufgabe ist mit einer Vakuumpumpe mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst worden. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Vakuumpumpe sind in den abhängigen
Ansprüchen angegeben und werden nachfolgend erläutert.
[0005] Die erfindungsgemäße Vakuumpumpe, insbesondere eine Turbomolekularpumpe, weist einen
Stator und einen drehbar in dem Stator gelagerten Rotor für zumindest eine Pumpstufe
auf. Der Begriff "Stator" ist in diesem Zusammenhang breit zu verstehen. Er umfasst
im weitesten Sinn alle Komponenten, die sich bei Betrieb der Pumpe nicht bewegen,
insbesondere das Gehäuse der Pumpe und mit dem Gehäuse fest verbundene Bauteile.
[0006] Erfindungsgemäß ist zur Lagerung des Rotors zumindest eine Lagereinheit vorgesehen,
die ein Lager, insbesondere ein mechanisches oder permanentmagnetisches Lager, sowie
zumindest einen dem Lager zugeordneten Aktor aufweist, der zur selektiven Veränderung
zumindest einer Betriebseigenschaft und/oder - stellung des Lagers angeordnet ist.
[0007] Mechanische Lager bezeichnen hier solche Lager, die einen mechanischen Kontakt zwischen
feststehenden und beweglichen, insbesondere rotierenden, Lagerkomponenten erfordern.
Permanentmagnetische oder auch passivmagnetische Lager bezeichnen solche Lager, die
ohne aktive Steuerung oder Regelung nur durch eine entsprechende Anordnung von permanentmagnetischen
Materialien dauerhaft abstoßende oder anziehende Kräfte zwischen berührungslos angeordneten,
feststehenden und beweglichen, insbesondere rotierenden Lagerkomponenten erzeugen.
[0008] Mit den Betriebseigenschaften des Lagers sollen hier sämtliche Parameter verstanden
werden, die Einfluss auf das Verhalten des Lagers im Betrieb haben können, insbesondere
das Verhalten bei definierten Drehzahlen und/oder Drehzahlbereichen. Die Betriebsstellung
des Lagers bezeichnet schließlich die Position, Orientierung und/oder Ausrichtung
des Lagers oder Lagerkomponenten relativ zu weiteren Komponenten der Pumpe.
[0009] Durch den erfindungsgemäß vorgesehenen Aktor zur selektiven Veränderung zumindest
einer Betriebseigenschaft und/oder -stellung des Lagers kann die Vakuumpumpe in vorteilhafter
Weise für unterschiedliche Betriebsbedingungen angepasst werden. Eine solche Anpassung
kann durch den Aktor mit nur geringem Aufwand erfolgen. Es besteht insbesondere die
Möglichkeit, die Anpassung ohne Austausch von Komponenten oder manuellen Justierarbeiten
vorzunehmen, was in besonders vorteilhafter Weise auch eine Anpassung während des
Pumpenbetriebs ermöglicht.
[0010] Es kann beispielsweise während des Hochlaufens der Pumpe eine selektive Veränderung
einer Betriebseigenschaft und/oder -stellung des Lagers im Hinblick auf etwaige Durchfahrten
von Resonanzfrequenzbereichen des Rotors vorgenommen werden. Starke Schwingungserhöhungen
und daraus resultierende Geräusche während des Pumpenhochlaufs können so vermieden
oder zumindest reduziert werden. Hierdurch kann auch die Gefahr eines Notlagerkontakts
verringert werden.
[0011] Ferner lässt sich durch den Aktor eine selektive Veränderung einer Betriebseigenschaft
und/oder -stellung des Lagers im Hinblick auf die Enddrehzahl oder den Enddrehzahlbereich
des Rotors vornehmen. Dies wird als sogenannter "Silentmode" bezeichnet, bei dem die
Lagerparameter und/oder -stellung selektiv für möglichst geringe Vibrationen und Geräusche
bei der Enddrehzahl im Normalbetrieb eingestellt werden. Hier ist ein möglichst hoher
Isolationsgrad zwischen Rotor und Stator wünschenswert. Diese Forderung ist üblicherweise
jedoch nur mit niedrigen Lagersteifigkeiten zu realisieren, was sich hinsichtlich
Hochlaufverhalten und auch Robustheit der Pumpe nachteilig auswirkt. So wäre bei derartigen
Lagerbedingen ein Hochlauf vom Stillstand bis zur Enddrehzahl nicht oder nur mit einem
sehr ungünstigen Schwingungsverhalten möglich. Der erfindungsgemäße vorgesehene Aktor
ermöglicht es jedoch, zumindest eine Betriebseigenschaft und/oder -stellung des Lagers
nach erfolgtem Pumpenhochlauf und damit während des Betriebs selektiv im Hinblick
auf den Endrehzahlbetrieb zu verändern. Auf diese Weise kann zunächst der Pumpenhochlauf
optimiert und anschließend eine Veränderung der Lagereigenschaften für den Betrieb
im Enddrehzahlbereich vorgenommen werden.
[0012] Weiterhin besteht durch den erfindungsgemäßen Aktor die Möglichkeit, einen sogenannten
"Robustmode" einzustellen. Hier soll der Schwerpunkt auf einem robusten beziehungsweise
störungsarmen Betrieb der Pumpe liegen, was bei Bewegung oder auch beim Belüften der
Pumpe vorteilhaft sein kann.
[0013] Somit kann erfindungsgemäß sowohl für den Pumpenhochlauf als auch für den Betrieb
der Pumpe auf Enddrehzahl oder im Enddrehzahlbereich eine Verbesserung des Schwingungsverhaltens
erzielt werden. Ebenso besteht die Möglichkeit der selektiven Anpassung für besondere
Einsatzbedingungen der Pumpe. Insgesamt wird hierdurch die Betriebssicherheit erhöht
und der Komponentenverschleiß sowie die Geräuschentwicklung verringert.
[0014] In vorteilhafter Weise ist das Lager ein mechanisches Lager, das bevorzugt als Wälzlager
ausgebildet ist, insbesondere als Kugellager, besonders bevorzugt als Keramikkugellager.
Wälzlager sind verhältnismäßig kostengünstig bei einem gleichzeitig hohen Maß an Zuverlässigkeit.
Jedoch kann auch ein in axialer und/oder radialer Richtung wirkendes Permanentmagnetlager
vorgesehen sein. Ferner kann die Lagereinheit eine Mehrzahl von Lagern aufweisen.
[0015] Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung ist der Aktor derart angeordnet und ausgebildet,
dass die Steifigkeit beziehungsweise Vorspannung und/oder Dämpfung des Lagers veränderbar
ist. Auf diese Weise lässt sich das Betriebsverhalten der Pumpe, insbesondere des
hier in Rede stehenden Lagers, mit nur geringem apparativem Aufwand verändern. Ferner
kann der Aktor zur Veränderung der Eigenfrequenz des Lagers bedarfsgerecht angeordnet
und ausgebildet sein. Durch eine Veränderung der Eigenfrequenz lassen sich die Eigenschaften
der Lagereinheit in vorteilhafter Weise an unterschiedliche Drehzahlbereiche anpassen.
Dies kann auch erreicht werden, wenn der Aktor zur Veränderung der Position und/oder
Orientierung des Lagers relativ zum Rotor und/oder Stator vorgesehen ist. Das Lager
ist dementsprechend relativ zum Rotor und/oder Stator bewegbar, insbesondere verschiebbar,
angeordnet.
[0016] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Vakuumpumpe ist die Betriebseigenschaft
und/oder -stellung des Lagers mittels durch den Aktor verarbeiteter und/oder erzeugter
mechanischer, elektrischer und/oder magnetischer Größen selektiv veränderbar, wodurch
eine präzise Einstellung des Betriebsverhaltens, insbesondere mit einem hohen Maß
an Reproduzierbarkeit, sichergestellt werden kann.
[0017] Gemäß weiteren Ausführungsformen ist der Aktor ein elektromechanischer, elektro-
oder magnetostriktiver, piezoelektrischer, rheologischer, insbesondere elektrorheologischer
oder magnetorheologischer, hydraulischer und/oder pneumatischer Aktor. Der Aktor kann
eine Formgedächtnislegierung und/oder ein elektroaktives Polymer und/oder ein elektromagnetisches
Element und/oder eine elektro-/magnetorheologische Flüssigkeit umfassen. Solche Aktoren
sind kostengünstig, zuverlässig und flexibel einsetzbar. Beispielsweise lassen sich
elektromechanische, elektro-/magnetostriktive, piezoelektrische, hydraulische und/oder
pneumatische Aktoren und/oder Aktoren mit einer Formgedächtnislegierung und/oder einem
elektroaktiven Polymer in vorteilhafter Weise für den Einsatz zur Veränderung der
Lagersteifigkeit verwenden. Demgegenüber sind elektro-/magnetorheologische Aktoren
in geeigneter Weise für die selektive Veränderung der Dämpfung des Lagers verwendbar.
[0018] Weiter bevorzugt ist der Aktor stufenlos und/oder abgestuft einstellbar. Durch eine
stufenlose oder kontinuierliche Einstellbarkeit wird ein hohes Maß an Flexibilität
gewährleistet. Eine abgestufte oder diskrete Einstellbarkeit kann kostengünstig realisiert
werden. Bevorzugt ist der Aktor automatisiert einstellbar, insbesondere elektrisch
steuerbar und/oder regelbar, wodurch eine handhabungsfreundliche Bedienung der Vakuumpumpe
erreicht wird. Insbesondere kann hierdurch eine selbsttätige Einstellung des Aktors
an die jeweiligen Betriebsbedingung erfolgen, ohne dass ein Eingreifen des Bedienpersonals
erforderlich ist.
[0019] Weiter bevorzugt kann der Aktor auch als Sensor genutzt werden. Sowohl der elektrische
oder auch der mechanische Zustand des Aktors können bevorzugt durch eine Messung der
elektrischen oder mechanischen Eigenschaften ermittelt und damit auf den Zustand des
Systems geschlossen werden. Entweder können ungenutzte Teile des Aktors oder der gesamte
Aktor kontinuierlich zeitweise als Sensor genutzt werden. Eine Auswerteeinheit wird
entweder kontinuierlich oder bedarfsweise, bevorzugt regelmäßig, für kurze Zeitabschnitte
mit dem Aktor verbunden; bevorzugt wird der Aktor während seiner Nutzung als Sensor
von einer ihm zugeordneten Versorgungseinheit getrennt. Die Auswerteeinheit erfasst
entweder rein passiv die elektrischen oder mechanischen Zustände des Systems oder
bewertet diese durch Messung von Signalen, die zu diesem Zweck durch die Auswerteeinheit
oder die Versorgungseinheit aktiv erzeugt werden. Diese Signale können als diskrete
Einzelimpulse oder kontinuierliche, ggf. zeitveränderliche Schwingungen in einem oder
mehreren Frequenzbereichen sowohl elektrisch als auch mechanisch erzeugt werden, die
bevorzugt den Aktor nicht oder nur unwesentlich in seiner eigentlichen Funktion beeinflussen.
Erfolgt eine Umschaltung zwischen Aktor- und Sensorbetriebszustand, so beansprucht
der Sensorbetrieb bevorzugt den kleineren absoluten Zeitanteil von weniger dem halben,
dritten, vierten, fünften, zehnten, zwanzigsten, fünfzigsten oder hundertsten Teil
der Gesamtzeit. Eine (semi)kontinuierliche Nutzung des Aktors als Sensor kann beispielsweise
durch eine Analyse der Leistungsaufnahme des Aktors oder durch eine Analyse einer
vergleichsweise hochfrequenten Messfrequenz , die einer relativ dazu niedrigeren Nutzfrequenz
des Aktors (diese dient zur Aktuierung des Aktors) überlagert ist, erfolgen.
[0020] Es kann von Vorteil sein, wenn zum Betrieb des Aktors eine Steuer- und/oder Regeleinheit
vorgesehen ist. Hierbei kann es sich um eine Steuer- und/oder Regeleinheit handeln,
die auch für den Gesamtbetrieb der Vakuumpumpe vorgesehen ist. Ebenso kann die Steuer-
und/oder Regeleinheit für den Aktor gesondert vorgesehen sein und bevorzugt mit einer
weiteren Steuer- und/oder Regeleinheit für den Gesamtbetrieb der Vakuumpumpe kommunizieren.
Die Steuer- und/oder Regeleinheit des Aktors ist ferner bevorzugt dazu eingerichtet,
den Aktor in Abhängigkeit aktueller Betriebskenngrößen der Vakuumpumpe zu steuern.
Hierzu zählen beispielsweise die Rotordrehzahl, Pumpleistung, Temperatur, Schwingungen,
Belüftung, Bewegung, Zustand des Aktors und/oder ein jeweils erfasster Notlagerkontakt.
Bei einem Notlagerkontakt kann es sich um den Kontakt eines Lagers handeln, dass im
Normalbetrieb der Vakuumpumpe stillsteht, beziehungsweise nicht in Kontakt mit dem
Rotor steht. Eine solche Steuerung des Aktors verringert die Gefahr von Fehlbedienungen,
wodurch die Betriebssicherheit der Pumpe weiter verbessert wird.
[0021] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausführungsform steht der Aktor mit dem Lager in axialer
und/oder radialer Wirkverbindung, d. h. der Aktor wirkt in einer radialen und/oder
axialen Richtung auf das Lager als Ganzes oder auf eine oder mehrere Komponenten des
Lagers. Die Betriebseigenschaften sowie die Betriebsstellung des Lagers lassen sich
somit flexibel verändern. Es kann ferner eine Mehrzahl von Aktoren vorgesehen sein,
die sämtlich einem einzigen Lager zugeordnet sind. Ebenso ist es möglich, dass ein
Aktor oder mehrere Aktoren einer Mehrzahl von Lagern zugeordnet sind und mit diesen
jeweils in Wirkverbindung stehen.
[0022] In weiter bevorzugter Weise greift der Aktor unmittelbar an dem Lager an (z. B. an
einem Außen- und/oder einem Innenring eines Kugellagers), was mit nur geringem Bauraumbedarf
zu bewerkstelligen ist. Ebenso kann der Aktor so angeordnet sein, dass dieser mittelbar
an dem Lager angreift, so dass zusätzliche Elemente zwischen Aktor und Lager vorgesehen
werden können, die beispielsweise zusätzliche Funktionalität bereitstellen können.
[0023] Es kann weiter von Vorteil sein, wenn der Aktor in dauerhaftem Kontakt mit dem Lager
steht, sodass sich die Betätigung des Aktors ohne Verzögerung auf den Lagerbetrieb
auswirkt. Ebenso kann der Aktor in Abhängigkeit von dessen Stellung mit dem Lager
in Kontakt bringbar und/oder in ausgeschaltetem Zustand von dem Lager beabstandet
angeordnet sein. Dies erlaubt eine vollständige Entkopplung des Aktors von dem Lager,
sofern dies für die jeweiligen Betriebsbedingungen von Vorteil ist. Der Aktor kann
punktförmig und/oder flächig am Umfang und/oder an einer Stirnseite des Lagers angreifen.
[0024] Sofern der Aktor mittelbar an dem Lager angreift, kann zwischen dem Aktor und dem
Lager ein Wirkelement angeordnet sein (z.B. ein Dämpfungselement), das bevorzugt eine
Elastomer- und/oder Metallstruktur aufweist. Das Wirkelement kann durch den Aktor
radial und/oder axial mit mechanischen Kräften beaufschlagbar sein. Durch die Anordnung
eines derartigen Wirkelements können bei einer Betätigung des Aktors sowohl die Steifigkeit
als auch die Dämpfung des Lagers verändert werden. Dies gilt insbesondere für den
Fall eines Wirkelements, das einen Elastomer umfasst. Das Wirkelement kann insbesondere
als ein Schwingring oder Reibelement ausgebildet sein.
[0025] In bevorzugter Weise steht das Wirkelement in dauerhaftem Kontakt mit dem Lager,
so dass sich die Betätigung des Aktors ohne Verzögerung auf das Lager auswirkt. Ebenso
kann das Wirkelement in Abhängigkeit von der Stellung des Aktors mit dem Lager in
Kontakt bringbar sein und/oder wobei das Wirkelement in ausgeschaltetem Zustand des
Aktors von dem Lager beabstandet angeordnet ist. Dies erlaubt eine vollständige Entkopplung
des Wirkelements von dem Lager, sofern dies für die jeweiligen Betriebsbedingungen
von Vorteil ist. Das Wirkelement kann punktförmig oder flächig am Umfang und/oder
an einer Stirnseite des Lagers angreifen.
[0026] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Vakuumpumpe kann der Aktor zumindest
eine Kammer mit elektro-/magnetorheologischer Flüssigkeit aufweisen, die unmittelbar
oder mittelbar mit dem Lager in Wirkverbindung steht. Die Kammer mit rheologischer
Flüssigkeit kann insbesondere in radialer Richtung und/oder in axialer Richtung an
dem Lager angreifen oder anliegen. Besonders bevorzugt weist der Aktor mehrere Kammern
mit elektro-/magnetorheologischer Flüssigkeit auf, die insbesondere gleichmäßig entlang
der Umfangsrichtung des Lagers angeordnet sind. Derartige Kammern mit elektro-/magnetorheologischer
Flüssigkeit erlauben eine schnelle und sichere Veränderung der Lagerdämpfung durch
Erzeugen eines magnetischen oder elektrischen Feldes im Bereich der Kammer(n). Durch
das Anlegen eines Feldes verändert sich die Viskosität der jeweiligen Flüssigkeit,
wodurch eine reversible Veränderung der Dämpfungseigenschaften realisierbar ist.
[0027] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist für die Lagerung des Rotors eine Hybridlagerung
vorgesehen, die eine Lageranordnung mit zumindest zwei Lagereinheiten aufweist. Zumindest
eine Lagereinheit ist mit einem mechanischen Lager sowie dem Aktor versehen und eine
weitere Lagereinheit ist mit einem magnetischen Lager, insbesondere einem Permanentmagnetlager,
ausgestattet. Derartige Hybridlagerungen verfügen über lange Wartungsintervalle und
Standzeiten und ermöglichen zudem auch eine handhabungsfreundliche Wartung, insbesondere
einen einfachen Austausch der jeweiligen mechanischen Lager. Gleichzeitig ermöglichen
derartige Hybridlager hohe Drehzahlen und damit eine insgesamt hohe Pumpenleistung
der Vakuumpumpe. Vorzugsweise ist die Lagereinheit mit dem mechanischen Lager auf
einer Vorvakuumseite und die Lagereinheit mit dem magnetischen Lager auf einer Hochvakuumseite
der Pumpe angeordnet.
[0028] Eine spezielle Ausführungsform stellt ein Lagerkonzept dar, das zwei Permanentmagnetlager
aufweist, die den Rotor radial lagern. Eine diesem Konzept inhärente axiale Instabilität
der Lager wird durch zumindest einen Aktor, bevorzugt zwei Aktoren gelöst, die grundsätzlich
unabhängig von den Radiallagern direkt oder indirekt in axialer Richtung auf den Rotor
wirken. Zwischen Aktor(en) und Rotor können berührungslose oder berührende und in
axialer Richtung wirkende Wirkmittel oder Lagermittel, z.B. Permanentmagnete oder
keramische Gleitelemente, auf Rotor- und/oder Aktorseite angeordnet sein. Durch eine
Betätigung des Aktors (z.B. Auslenkung des Aktors, bei zwei Aktoren kann die Auslenkung
koordiniert gleich- oder gegensinnig sein) kann dieser den Rotor axial positionieren
und den Rotor in axialer Richtung vorspannen oder entspannen. Temperaturausdehnungen,
Betriebslasten und andere Einflüsse auf das System können so wirksam kompensiert und
damit der Rotor optimal positioniert und gelagert werden. Bei dieser Ausführungsform
findet also eine selektive Änderung zumindest einer Eigenschaft der axialen Lagerung
des Rotors statt.
[0029] Gemäß einer weiter bevorzugten Ausgestaltung weist eine Lagereinheit mit einem magnetischen
Lager ein dem magnetischen Lager zugeordnetes Fanglager auf, das in einem normalen
Betriebszustand der Vakuumpumpe nicht in Kontakt mit dem Rotor steht. Das Fanglager
bildet eine Art Anschlag, der verhindern soll, dass sich im Falle eines stärkeren
Auslenkens des Rotors im Bereich des permanentmagnetisch wirkenden Radiallagers Rotor
und Stator berühren. D.h. das Fanglager tritt nur dann in Aktion, wenn das Permanentmagnetlager
"überfordert" ist, um Beschädigungen zu verhindern. Der Betrieb des Fanglagers wird
hier als Notlagerkontakt bezeichnet und kann, beispielsweise durch geeignete Sensoren,
erfasst werden. Wie voranstehend erwähnt, kann der Aktor in Abhängigkeit eines erfassten
Notlagerkontakts betrieben werden, um die Betriebseigenschaften und/oder -stellung
des mechanischen Lagers zu verändern. Ein unerwünschter Notlagerkontakt kann hierdurch
wieder aufgehoben werden.
[0030] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung rein beispielhaft anhand einer vorteilhaften
Ausführungsform unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Schnittdarstellung durch eine herkömmliche Turbomolekularpumpe,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung durch eine Lagereinheit einer erfindungsgemäßen Turbomolekularpumpe
im Längsschnitt,
- Figur 3
- eine schematische Darstellung einer Lagereinheit einer weiteren erfindungsgemäßen
Turbomolekularpumpe im Längsschnitt,
- Figur 4a
- eine schematische Darstellung einer Lagereinheit einer weiteren erfindungsgemäßen
Turbomolekularpumpe im Längsschnitt und
- Figur 4b
- eine schematische Darstellung der Lagereinheit gemäß Figur 4a in einem Querschnitt.
[0031] Die in Figur 1 gezeigte herkömmliche Vakuumpumpe 10 umfasst einen von einem Einlassflansch
12 umgebenen Pumpeneinlass 14 sowie mehrere Pumpstufen zur Förderung des an dem Pumpeneinlass
14 anstehenden Gases zu einem Pumpenauslass. Mit dem Bezugszeichen 15 ist ein Bauraum
für elektrische Anschlüsse bezeichnet. Die Vakuumpumpe 10 umfasst einen Stator mit
einem Gehäuse 16 und einem in dem Gehäuse 16 angeordneten Rotor 17 mit einer um eine
Rotationsachse 18 drehbar gelagerten Rotorwelle 20. Die Vakuumpumpe 10 ist als Turbomolekularpumpe
ausgebildet und umfasst mehrere pumpwirksam miteinander in Serie geschaltete turbomolekulare
Pumpstufen mit mehreren mit der Rotorwelle 20 verbundenen turbomolekularen Rotorscheiben
22 und mehreren in axialer Richtung zwischen den Rotorscheiben 22 angeordneten und
in dem Gehäuse 16 festgelegten Statorscheiben 24, die durch Distanzringe 26 in einem
gewünschten axialen Abstand zueinander gehalten sind. Die Rotorscheiben 22 und Statorscheiben
24 stellen in einem Schöpfbereich 28 eine in Richtung des Pfeils 30 gerichtete axiale
Pumpwirkung bereit.
[0032] Die Vakuumpumpe 10 umfasst zudem drei in radialer Richtung hintereinander angeordnete
und pumpwirksam miteinander in Serie geschaltete Holweck-Pumpstufen, die an dieser
Stelle jedoch nicht eingehender beschrieben werden.
[0033] Die drehbare Lagerung der Rotorwelle 20 wird durch ein mechanisches Lager 42 im Bereich
des Pumpenauslass und ein Permanentmagnetlager 44 im Bereich des Pumpeneinlasses 14
bewirkt. Die Anordnung aus mechanischem Lager 42 sowie Permanentmagnetlager 44 wird
hier als Hybridlagerung bezeichnet.
[0034] Das mechanische Lager 42 ist hier als Wälzlager ausgebildet, insbesondere als Kugellager.
In besonders bevorzugter Weise handelt es sich bei dem mechanischen Lager 42 um ein
Keramikkugellager. Bei der Montage des mechanischen Lagers 42 kann die Lagervorspannung
durch geeignete Einstellvorrichtungen festgelegt werden. Die Eigenfrequenz des mechanischen
Lagers 42 kann beispielsweise in einem Bereich von 150-400 Hz liegen und wird von
der Steifigkeit beziehungsweise Vorspannung des Lagers 42 sowie der Masse des schwingfähigen
Systems beeinflusst.
[0035] Das Permanentmagnetlager 44 umfasst eine rotorseitige Lagerhälfte 46 und eine statorseitige
Lagerhälfte 48, die jeweils einen Ringstapel aus mehreren in axialer Richtung aufeinander
gestapelten permanentmagnetischen Ringen 50 umfassen, wobei die Magnetringe 50 unter
Ausbildung eines radialen Lagerspalts 54 einander gegenüberliegen. Die Eigenfrequenz
des Permanentmagnetlagers 44 kann beispielsweise in einem Bereich von 40-120 Hz liegen.
[0036] Beim Hochfahren der Vakuumpumpe werden in der Regel die Eigenfrequenzbereiche der
beiden Lager (und Vielfache davon) durchfahren, was zu unerwünschten Resonanzen führen
kann. Auch im Bereich der Enddrehzahl oder Betriebsdrehzahl der Pumpe können Eigenfrequenzen
angeregt werden. Es können hierdurch starke Schwingungen erzeugt werden, die sich
nachteilig auf die Betriebssicherheit der Pumpe auswirken und auch einen erheblichen
Materialverschleiß zur Folge haben. Darüber hinaus führt dies zu starker Geräuschbildung.
[0037] Unter anderem aus diesem Grund ist dem Permanentmagnetlager 44 ein Not- oder Fanglager
56 zugeordnet, das im normalen Betrieb der Vakuumpumpe 10 den Rotor 17 nicht berührt.
Erst bei einer übermäßigen radialen Auslenkung des Rotors 17 gegenüber dem Stator
- als Stator ist in diesem Zusammenhang die Gesamtheit der mit dem Gehäuse 16 verbundenen,
bei Betrieb der Vakuumpumpe 10 statischen Komponenten zu verstehen - gelangt dieser
mit dem Fanglager 56 in Kontakt.
[0038] Figur 2 zeigt nun beispielhaft eine erfindungsgemäße Lösung des pumpenauslassseitigen
mechanischen Lagers 42 des Rotors 17. Dem mechanischen Lager 42 sind mehrere Aktoren
zugeordnet, die hier mit den Bezugszeichen 58, 60 und 62 bezeichnet sind. Jeder der
Aktoren 58, 60 und 62 ist zur selektiven Veränderung zumindest einer Betriebseigenschaft
und/oder -stellung des Lagers 42 vorgesehen. Bei den Aktoren 58, 60 und 62 kann es
sich beispielsweise um elektromechanische, pneumatische oder hydraulische Aktoren
handeln oder um Aktoren mit Formgedächtnislegierungen oder elektroaktiven Polymeren.
Ebenso können die Aktoren 58, 60 und 62 auch zur Nutzung anderer Wirkprinzipien ausgebildet
sein, die eingangs beispielhaft erwähnt wurden.
[0039] Die Aktoren 58, 60 und 62 stehen jeweils über ein Wirkelement mit dem Lager 42 in
Wirkverbindung. So ist das Lager 42 radial von einem Schwingring 64 eingefasst. Ferner
ist axial an einer Stirnseite des Lagers 42 ein weiterer Schwingring 66 angeordnet.
Die Schwingringe 64 und 66 bestehen bevorzugt aus Elastomer oder weisen zumindest
eine Struktur aus Elastomer auf. Durch eine Kraftbeaufschlagung der Schwingringe 64
und 66 in radialer bzw. axialer Richtung können somit sowohl die Lagervorspannung
und damit die Steifigkeit des Lagers als auch die Lagerdämpfung verändert werden.
Die von den Aktoren 58, 60 und 62 erzeugte Kraft ist in Figur 2 jeweils mit einem
Pfeil sowie der Bezeichnung "Fa" bzw. "Fr" verdeutlicht.
[0040] Der Aktor 58 ist zur axialen Kraftbeaufschlagung Fa des Schwingrings 64 vorgesehen.
Dabei kann der Aktor 58 ringförmig ausgebildet sein und den Schwingring 64 entlang
dessen gesamter Stirnseite flächig kontaktieren. Ebenso kann der Aktor 58 den Schwingring
64 punktuell oder entlang eines Stirnflächenabschnitts kontaktieren. Aufgrund der
Kraftbeaufschlagung Fa des Schwingrings 64 durch den Aktor 58 wird der Schwingring
64 elastisch verformt und erhöht somit die radiale Vorspannung des Lagers 42. Gleichzeitig
wird durch die Verformung des Schwingrings 64 dessen Dämpfungsverhalten und damit
die radiale Lagerdämpfung verändert.
[0041] Der Aktor 60 ist zur axialen Kraftbeaufschlagung Fa des Schwingrings 66 vorgesehen.
Dabei kann der Aktor 60 ringförmig ausgebildet sein und den Schwingring 66 entlang
dessen gesamter Stirnseite flächig kontaktieren. Ebenso kann der Aktor 60 den Schwingring
66 punktuell oder entlang eines Stirnflächenabschnitts kontaktieren. Durch die Kraftbeaufschlagung
Fa des Schwingrings 66 durch den Aktor 60 wird der Schwingring 66 elastisch verformt
und erhöht somit die axiale Vorspannung des Lagers 42. Gleichzeitig wird durch die
Verformung des Schwingrings 66 dessen Dämpfungsverhalten und damit die axiale Lagerdämpfung
verändert.
[0042] Der Aktor 62 ist zur radialen Kraftbeaufschlagung Fr des Schwingrings 64 vorgesehen.
Dabei kann der Aktor 62 ringförmig ausgebildet sein und den Schwingring 64 entlang
dessen gesamter Umfangsfläche flächig kontaktieren. Ebenso kann der Aktor 62 den Schwingring
64 punktuell oder entlang eines Umfangsflächenabschnitts kontaktieren. Aufgrund der
Kraftbeaufschlagung des Schwingrings 64 durch den Aktor 62 wird der Schwingring 64
elastisch verformt und erhöht somit die radiale Vorspannung des Lagers 42. Gleichzeitig
wird durch die Verformung des Schwingrings 64 dessen Dämpfungsverhalten und damit
die radiale Lagerdämpfung verändert.
[0043] Durch die Aktoren 58, 60 und 62, die auch einzeln oder in beliebigen Kombinationen
zum Einsatz gelangen können, kann - so das Lager 42 verschiebbar ist - auch die Betriebsstellung
des Lagers 42 verändert werden (z.B. Verschieben in axialer und/oder radialer Richtung
und/oder Verschwenken des Lagers 42), insbesondere die Position, Ausrichtung und/oder
Orientierung des Lagers 42 relativ zum Rotor 17, zur Rotorwelle 20 und/oder zum Stator
16.
[0044] Figur 3 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Lösung des pumpenauslassseitigen mechanischen
Lagers 42 des Rotors 17. Dem Lager 42 ist ein Aktor 68 sowie ein Schwingring 70 zugeordnet.
Der Schwingring 70 steht radial mit dem Lager 42 in Kontakt. Im Gegensatz zu dem Aktor
62 der Fig. 2 greift der Aktor 68 unmittelbar, z. B. an einem Außenring des Lagers
42, an der Lagerumfangsfläche an. Bei einem derartigen direkten Kontakt wirkt sich
eine Betätigung des Aktors 68 unmittelbar auf die Vorspannung des Lagers 42 aus, beeinflusst
aber kaum die Dämpfungseigenschaften des Rings 70. Es kann ein zusätzlicher Aktor
- nicht gezeigt - vorgesehen sein, mit dem die Dämpfungseigenschaften des Rings 70
variiert werden können.
[0045] Figuren 4a und 4b zeigen eine weitere erfindungsgemäße Lösung des pumpenauslassseitigen
mechanischen Lagers 42 des Rotors 17. Dem Lager 42 ist hier ein Aktor 72 zugeordnet,
der eine Mehrzahl von mit elektro- oder magnetorheologischer Flüssigkeit 74 gefüllten
Kammern 76 aufweist (beispielhaft nur zwei davon gezeigt), die beispielsweise in ein
Elastomer eingebettet sind. Die Kammern 76 sind radial entlang des Außenumfangs des
Lagers 42 angeordnet, bevorzugt in regelmäßigen Abständen. Durch Anlegen eines magnetischen
beziehungsweise elektrischen Feldes ändert sich die Viskosität der Flüssigkeit 74
in den Kammern 76 und beeinflusst so die mechanischen Eigenschaften des Aktors 72
und damit die Dämpfung des Lagers 42. Die Veränderung der Viskosität ist reversibel,
wodurch die Dämpfungseigenschaften des Lagers 42 über den Aktor 72 selektiv veränderbar
ist.
[0046] Durch die beispielhaft beschriebenen Aktoren 58, 60, 62 und 72 zur selektiven Veränderung
zumindest einer Betriebseigenschaft und/oder -stellung des Lagers 42 kann die Vakuumpumpe
10 in vorteilhafter Weise mit nur geringem Aufwand an die jeweils vorherrschenden
Betriebsbedingungen angepasst werden. Dies kann insbesondere ohne Austausch von Komponenten
oder manuellen Justierarbeiten und daher auch während des Pumpenbetriebs erfolgen.
Die Betriebssicherheit der Pumpe, die Standzeiten der Lager sowie auch das Geräuschverhalten
lassen sich dadurch verbessern.
Bezugszeichenliste
[0047]
- 10
- Vakuumpumpe
- 12
- Einlassflansch
- 14
- Pumpeneinlass
- 15
- Bauraum
- 16
- Gehäuse
- 17
- Rotor
- 18
- Rotationsachse
- 20
- Rotorwelle
- 22
- Rotorscheibe
- 24
- Statorscheibe
- 26
- Distanzring
- 28
- Schöpfbereich
- 30
- Pumpwirkung
- 42
- Wälzlager
- 44
- Permanentmagnetlager
- 46
- rotorseitige Lagerhälfte
- 48
- statorseitige Lagerhälfte
- 50
- permanentmagnetischer Ring
- 54
- Lagerspalt
- 56
- Fanglager
- 58, 60, 62, 68, 72
- Aktor
- 64, 66, 70
- Schwingring
- 74
- elektro-/magnetorheologische Flüssigkeit
- 76
- Kammer
- Fr, Fa
- radiale bzw. axiale Kraftbeaufschlagung
1. Vakuumpumpe (10), insbesondere Turbomolekularpumpe, mit einem Stator und mit einem
drehbar in dem Stator gelagerten Rotor (17) für zumindest eine Pumpstufe, wobei zur
Lagerung des Rotors (17) zumindest eine Lagereinheit vorgesehen ist, die ein Lager
(42) sowie zumindest einen dem Lager (42) zugeordneten Aktor (58, 60, 62, 68, 72)
aufweist, der zur selektiven Veränderung zumindest einer Betriebseigenschaft und/oder
-stellung des Lagers (42) angeordnet ist.
2. Vakuumpumpe (10) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Lager (42) als mechanisches Lager, insbesondere als Wälzlager ausgebildet ist.
3. Vakuumpumpe (10) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aktor (58, 60, 62, 68, 72) derart angeordnet und ausgebildet ist, dass die Steifigkeit
und/oder Dämpfung und/oder Eigenfrequenz des Lagers (42) und/oder Position und/oder
Orientierung des Lagers (42) relativ zu dem Rotor (17) und/oder Stator veränderbar
ist.
4. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Betriebseigenschaft und/oder -stellung des Lagers (42) mittels durch den Aktor
(58, 60, 62, 68, 72) verarbeiteter und/oder erzeugter mechanischer, elektrischer und/oder
magnetischer Größen selektiv veränderbar ist.
5. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aktor (58, 60, 62, 68, 72) als elektromechanischer, elektro- oder magnetostriktiver,
piezoelektrischer, elektro- oder magnetorheologischer, hydraulischer und/oder pneumatischer
Aktor (58, 60, 62, 68, 72) ausgebildet ist und/oder (58, 60, 62, 68, 72) eine Formgedächtnislegierung
und/oder ein elektroaktives Polymer und/oder ein elektromagnetisches Element und/oder
eine elektro- oder magnetorheologische Flüssigkeit (74) umfasst.
6. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aktor (58, 60, 62, 68, 72) stufenlos und/oder abgestuft und/oder automatisiert
einstellbar, insbesondere elektrisch steuerbar und/oder regelbar, ist.
7. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aktor (58, 60, 62, 68, 72) kontinuierlich oder zeitweise als Sensor genutzt wird,
um Betriebskenngrößen zu ermitteln.
8. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zum Betrieb des Aktors (58, 60, 62, 68, 72) eine Steuer- und/oder Regeleinheit vorgesehen
ist, die dazu eingerichtet ist, den Aktor (58, 60, 62, 68, 72) in Abhängigkeit aktueller
Betriebskenngrößen der Vakuumpumpe (10), insbesondere in Abhängigkeit der Rotordrehzahl,
Pumpleistung, Temperatur, Schwingungen, Belüftung, Bewegung, Zustand des Aktors und/oder
einem erfassten Notlagerkontakt, zu steuern.
9. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aktor (58, 60, 62, 68, 72) mit dem Lager (42) in axialer und/oder radialer Wirkverbindung
steht und/oder wobei der Aktor (58, 60, 62, 68, 72) unmittelbar oder mittelbar an
dem Lager (42) angreift und/oder wobei eine Mehrzahl von Aktoren (58, 60, 62, 68,
72) vorgesehen ist.
10. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aktor (58, 60, 62, 68, 72) in dauerhaftem Kontakt mit dem Lager (42) und/oder
in Abhängigkeit von der Stellung des Aktors (58, 60, 62, 68, 72) mit dem Lager (42)
in Kontakt bringbar ist und/oder wobei der Aktor (58, 60, 62, 68, 72) in ausgeschaltetem
Zustand von dem Lager (42) beabstandet angeordnet ist und/oder wobei der Aktor (58,
60, 62, 68, 72) punktförmig oder flächig am Umfang und/oder an einer Stirnseite des
Lagers (42) angreift.
11. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwischen dem Aktor (58, 60, 62, 68) und dem Lager (42) ein Wirkelement (64, 66, 70)
angeordnet ist, das bevorzugt eine Elastomer- und/oder Metallstruktur aufweist, und/oder
wobei das Wirkelement (64, 66, 70) durch den Aktor (58, 60, 62, 68) radial und/oder
axial mit mechanischen Kräften beaufschlagbar ist, wobei insbesondere das Wirkelement
(64, 66, 70) als Schwingring ausgebildet ist.
12. Vakuumpumpe (10) nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Wirkelement (64, 66, 70) in dauerhaftem Kontakt mit dem Lager (42) und/oder in
Abhängigkeit von der Stellung des Aktors (58, 60, 62, 68) mit dem Lager (42) in Kontakt
bringbar ist und/oder wobei das Wirkelement (64, 66, 70) in ausgeschaltetem Zustand
des Aktors (58, 60, 62, 68) von dem Lager (42) beabstandet angeordnet ist und/oder
wobei das Wirkelement (64, 66, 70) punktförmig oder flächig am Umfang und/oder an
einer Stirnseite des Lagers (42) angreift.
13. Vakuumpumpe (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Aktor (72) zumindest eine Kammer (76) mit einer magneto- oder elektrorheologischen
Flüssigkeit (74) aufweist, die unmittelbar oder mittelbar mit dem Lager (42) in Wirkverbindung
steht, insbesondere in radialer Richtung und/oder in axialer Richtung an dem Lager
(42) angreift oder anliegt.
14. Vakuumpumpe (10) nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Lagerung des Rotors (17) eine Hybridlagerung vorgesehen ist, die zusätzlich zu
dem mechanischen Lager (42) eine weitere Lagereinheit mit zumindest einem magnetischen
Lager (44), insbesondere einem Permanentmagnetlager, umfasst.
15. Vakuumpumpe (10) nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Lagereinheit mit dem mechanischen Lager (42) auf einer Vorvakuumseite und die
Lagereinheit mit dem magnetischen Lager (44) auf einer Hochvakuumseite der Pumpe angeordnet
ist.