[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Beschichtung eines sanitären
Gegenstands mit einem Mehrschichtsystem. Solche Mehrschichtsysteme werden beispielsweise
als Korrosionsschutz und/oder als dekorative Beschichtungen verwendet. Mit dem hier
angegebenen Verfahren sollen Gegenstände von sanitären Einrichtungen hergestellt bzw.
veredelt werden, wie beispielsweise Sanitärarmaturen.
[0002] Mehrschichtsysteme auf Basis von elektrochemisch abgeschiedenen Metallschichten können
in Abhängigkeit von verwendeten Substraten, Schichtmaterialien, umgebenden Medien
und Reaktionsbedingungen Korrosionsprodukte bilden. Der Vorgang der Korrosion ist
zudem abhängig von geometrischen Gegebenheiten (zum Beispiel resultierend in Spaltkorrosion)
und mechanischen Einflüssen (zum Beispiel Reibung). Die Ursachen für Korrosion können
vielfältig sein und treten meist in Kombination auf. Beispielhaft seien hier elektrochemische
Potentialunterschiede zwischen den Schichten und Grundmaterialfehlern (zum Beispiel
Überwalzungen) genannt.
[0003] Aus dem Stand der Technik sind Mehrschichtsysteme auf Basis von elektrochemisch abgeschiedenen
Kupferschichten, Nickelschichten und Chromschichten bekannt. Hierbei werden üblicherweise
unterschiedliche Nickelschichten als Mehrschichtaufbau verwendet (Halbglanznickel,
Glanznickel, mikroporiges Nickel). Der Korrosionsschutz des beschichtetetn Bauteils
wird durch eine nachträgliche Verchromung aus einem chrom(VI)- oder chrom(III)-haltigen
Elektrolyten verstärkt. Nickelschichten werden fast ausnahmslos durch eine Chromschicht
vor einem schnellen Korrosionsangriff geschützt. Beschädigte Chrombeschichtungen,
aber auch solche mit unvollständig geschlossener, zu dünn abgeschiedenen oder porösen
Chromschichten führen nach kurzer Zeit (abhängig von den äußeren Bedingungen wie Nutzung,
Reinigung und umgebende Medien) zu Korrosionsprodukten, die optisch unschön sind und
bei anfälligen Grundwerkstoffen bis zum Bauteilversagen führen können. Beispielsweise
offenbart die
Patentanmeldung WO 2015/107256 A1 eine bekannte Chrombeschichtung auf einem Bauteil. Dokument
DE 10 2008 046673 A1 offenbart einen Sanitärgegenstand mit einer mehrlagigen Beschichtung.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist daher, die mit Bezug auf den Stand der Technik geschilderten
Probleme zumindest teilweise zu lösen und insbesondere ein Verfahren zur Beschichtung
eines Gegenstands, insbesondere einem Sanitärargegenstand, anzugeben, mit dem sowohl
korrosionshemmende als auch dekorative Oberflächen erzeugbar sind.
[0005] Diese Aufgabe wird gelöst mit einem Verfahren gemäß den Merkmalen des unabhängigen
Patentanspruchs. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den abhängig
formulierten Patentansprüchen angegeben. Es ist darauf hinzuweisen, dass die in den
abhängig formulierten Patentansprüchen einzeln aufgeführten Merkmale in beliebiger
technologisch sinnvoller Weise miteinander kombiniert werden können und weitere Ausgestaltungen
der Erfindung definieren. Darüber hinaus werden die in den Patentansprüchen angegebenen
Merkmale in der Beschreibung näher präzisiert und erläutert, wobei weitere bevorzugte
Ausgestaltungen der Erfindung dargestellt werden.
[0006] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zur Beschichtung eines Gegenstands wird eine
Oberfläche des Gegenstands zumindest teilweise mit einer Beschichtung beschichtet,
die eine Mehrzahl von Schichten aufweist, wobei zumindest eine Schicht der Beschichtung
aus einer Nickel-Phosphor-Legierung besteht und wobei ein Massenanteil des Phosphors
in der Nickel-Phosphor-Legierung mindestens 8 % beträgt.
[0007] Bei dem Gegenstand handelt es sich um ein Substrat aus einem beliebigen festen Material,
das eine Oberfläche aufweist, nämlich um einen Sanitärgegenstand, wie zum Beispiel
eine Sanitärarmatur, die insbesondere in Zusammenhang mit Waschbecken, Spülbecken,
Duschen und/oder Badewannen Verwendung findet. Solche Sanitärarmaturen dienen insbesondere
der Entnahme von Wasser und können Stellglieder für eine Wassertemperatur und/oder
einer Entnahmemenge des Wassers umfassen und kommen regelmäßig in einem Sichtbereich
eines Benutzers zum Einsatz, sodass diese zum einen eine dekorative Oberfläche aufweisen
sollen und zum anderen wirksam gegen Korrosion geschützt werden müssen. Die Oberfläche
des Gegenstands wird zumindest teilweise oder vollständig mit einer Beschichtung mit
einer Mehrzahl von Schichten beschichtet. Bei der Beschichtung handelt es sich um
ein Mehrschichtsystem, mit dem insbesondere dekorative und/oder funktionale Oberflächen
erzeugbar sind. Die einzelnen Schichten werden dazu sequenziell ausgebildet. Die einzelnen
Schichten unterscheiden sich insbesondere in ihrer Materialzusammensetzung. Die einzelnen
Schichten weisen bevorzugt jeweils eine Schichtdicke von 5 µm (Mikrometer) bis 100
µm, bevorzugt 8 µm bis 80 µm auf. Zumindest eine der Mehrzahl von Schichten der Beschichtung
ist aus einer Nickel-Phosphor-Legierung, wobei ein Massenanteil des Phosphors in der
Nickel-Phosphor-Legierung mindestens 8 % beträgt. Der Massenanteil des Phosphors in
der Nickel-Phosphor-Legierung beträgt bevorzugt 8 % bis 14 %, besonders bevorzugt
10 % bis 12 %. Zumindest die Schicht aus der Nickel-Phosphor-Legierung wird auf dem
Gegenstand elektrolytisch abgeschieden. Zudem können auch weitere Schichten oder alle
Schichten der Beschichtung auf dem Gegenstand elektrolytisch abgeschieden werden.
Hierzu wird der Gegenstand insbesondere zumindest teilweise in eine elektrolytische
Lösung getaucht. Die Nickel-Phosphor-Legierung übernimmt in dem Mehrschichtsystem
die Funktion des Korrosionsschutzes. Somit verhindert die Nickel-Phosphor-Legierung
in hohem Maße Korrosion an dem Gegenstand und verbessert somit die Korrosionseigenschaften
insbesondere von dekorativen Beschichtungen mit funktionalem Charakter. Schädigungen,
unvollständig geschlossene oder poröse Beschichtungen führen daher zu einem erheblich
reduzierten Korrosionsverlauf des Gegenstands, sodass ein Bauteilversagen und/oder
optische Beeinträchtigungen vermieden werden.
[0008] Zudem ist es vorteilhaft, wenn der Gegenstand aus Kupfer, Zink, Aluminium, Stahl,
Kunststoff oder aus einer Legierung besteht, die Kupfer, Zink oder Stahl umfasst.
Wasserführende Sanitärgegenstände, wie zum Beispiel Einhebelmischer und/oder Ausläufe,
können zumindest teilweise aus Kupferlegierungen (Messing, Bronze) bestehen. Viele
Anbauteile in der Sanitärindustrie bestehen aus Zinkdruckguss (zum Beispiel Hebel
für Einhebelmischer, Gehäuse und/oder Ausläufe). Auch in der Automobilindustrie werden
dekorative Zinkdruckgussteile eingesetzt (zum Beispiel Türinnengriffe, Schlüsselteile
und/oder Konsolenelemente). Kunststoffe werden im Sanitärbereich für Kappen, Drückerplatten,
Rosetten und/oder Hülsen dekorativ verchromt. Hier wird zumeist ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol
oder Blendmaterial aus ABS/PC (PC= Polycarbonat) in verschiedenen Anteilen eingesetzt.
In der Automobilindustrie werden ebenfalls diese Materialien in verchromtem Zustand
zum Beispiel für Zierleisten, Kühlergrille und/oder Bedienelemente verwendet. Daneben
wird hier PA (Polyamid) oder PA/GF (glasfaserverstärktes Polyamid) für bestimmte Anwendungen
dekorativ mit Chrom beschichtet (zum Beispiel Türinnengriffe). Darüber hinaus finden
sich zahlreiche Anwendungen dekorativ verchromter Gegenstände in weiteren Industrien
(Haushalt, Weiße Ware etc.). Galvanisch verchromte Stahlteile finden sich ebenso in
zahlreichen Industrien, wie zum Beispiel der Möbelindustrie (Stuhlgestelle), Automobilindustrie
(Anbauteile, Aschenbecher, Kopfstützenhalter etc.). Aluminium wird in der Sanitärindustrie
beispielsweise in dem Bereich der Duschkabinen und Badmöbel eingesetzt.
[0009] Die erste Schicht der Beschichtung besteht aus Kupfer. Bei der ersten Schicht der
Beschichtung handelt es sich um diejenige Schicht, die direkt auf die Oberfläche des
Grundkörpers aufgebracht wird. Mittels der Kupferschicht kann die optische Oberflächqualität
erreicht werden, die für die Herstellung von hochwertigen Chromoberflächen benötigt
wird. Beide Metalle können elektrolytisch abgeschieden Oberflächendefekte (Kratzer,
Feinstriche, Poren) einebnen und erhöhen maßgeblich den Glanz der fertigen Oberflächen.
Weiterhin kann die Korrosionsbeständigkeit des Grundkörpers erhöht werden und bei
Kunststoffgrundkörpern die Haftung der fertigen Beschichtung auf dem Grundkörper durch
die Duktilität von Kupfer signifikant verbessert werden.
[0010] Eine weitere Schicht der Beschichtung besteht aus Glanznickel, Halbglanznickel oder
Mattnickel. Die weitere Schicht wird insbesondere direkt auf die erste Schicht aufgebracht.
[0011] Glanznickelschichten haben die größte Bedeutung aller Nickelschichten. Hierbei liegt
die dekorative Anwendung im Vordergrund. Glanznickelbäder enthalten verschiedene Glanzbildner.
Diese bewirken eine feinkristalline Struktur und somit eine brilliante, hochglänzende
Schicht. Auf dieser Schicht abgeschiedenes Chrom ergibt eine hochglänzende Oberfläche,
die allgemein bekannt und am meisten verbreitet ist.
[0012] Halbglanznickelschichten werden nicht, wegen ihres niedrigen Glanzgrades abgeschieden,
sondern um besondere korrosionstechnische Forderungen zu erfüllen. Halbglanznickelschichten
sind immer gemeinsam mit der Glanznickelschicht zu betrachten. Sie werden üblicherweise
vor der Glanznickelschicht abgeschieden und verbessern aufgrund ihres elektrochemischen
Potentials die Korrosionseigenschaften des Verbunds.
[0013] Mattnickelschichten sind Nickelschichten, die aufgrund ihrer Zusammensetzung weitgehend
blendfreie Eigenschaften aufweisen. Üblicherweise werden dem Elektrolyten bestimmte
Substanzen zugesetzt, die die Nickelabscheidung beeinflussen. Da der Zweck dieser
Schichten die Erzielung einer bestimmten Erscheinung ist, werden diese Schichten üblicherweise
direkt vor dem Verchromen abgeschieden (oft als Ersatz für Glanznickelschichten).
Die Farbe und der Matteindruck können bei diesen Verfahren in einem gewissen Rahmen
durch die Prozessparameter gesteuert werden.
[0014] Eine dritte Schicht der Beschichtung besteht aus der Nickel-Phosphor-Legierung. Die
dritte Schicht wird insbesondere direkt auf die zweite Schicht aufgebracht.
[0015] Eine vierte Schicht der Beschichtung ist eine Chromschicht . Die vierte Schicht wird
insbesondere direkt auf die dritte Schicht aufgebracht.
[0016] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die Chromschicht aus hexavalentem oder trivalentem
Chromelektrolyt abgeschieden wird. Eine Chromschicht aus einem hexavalentem Chromelektrolyt
ist dabei besonders korrosionsfest und liefert und sehr gute optische Oberflächenqualitäten.
Eine Chromschicht aus einem trivalentem Chromelektrolyt ist unter dem Aspekt der Arbeitssicherheit
und aus umwelttechnischen Gründen besonders geeignet und bevorzugt.
[0017] Zudem ist es vorteilhaft, wenn eine fünfte Schicht der Beschichtung zumindest eine
Zirkonverbindung, eine Chromverbindung oder eine Titanverbindung umfasst. Auch sind
Mischungen dieser Verbindungen in der fünften Schicht möglich. Die fünfte Schicht
wird insbesondere direkt auf der vierten Schicht aufgebracht. Der Zweck dieser Beschichtung
ist die Erstellung einer bestimmten Farbe. Beispielsweise werden mit dieser Rottöne,
Goldtöne oder Edelstahloptik auf galvanisch abgeschiedenen Chromschichten realisiert.
Die Zusammensetzung dieser Schichten bestimmen hierbei die erreichte Farbe. In verschiedenen
Anteilen bestehen diese Schichten zumeist aus Zirkonnitrid (ZrN), Titannitrid (TiN)
und/oder Chromnitrid (CrN).
[0018] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn die fünfte Schicht durch physikalische Gasphasenabscheidung
(PVD-Verfahren) erzeugt wird.
[0019] Vorzugsweise wird die fünfte Schicht aus einer amorphen Kohlenstoffschicht erzeugt.
Bei der amorphen Kohlenstoffschicht handelt es sich insbesondere um eine diamantartige
Kohlenstoffschicht (DLC = "diamond-like carbon").
[0020] Gemäß der Erfindung wird wenigstens die Nickel-Phosphor-Legierung elektrolytisch
aufgebracht. Diese Methode ist gegenüber beispielsweise der autokatalytischen Aufbringung
wesentlich schneller ausführbar und damit besser für die industrielle Großserienfertigung
geeignet. Neben der Nickel-Phosphor-Legierung können auch andere Schichten, wie beispielsweise
die Chromschicht elektrolytisch aufgebracht werden.
[0021] Ein weiterer ganz besonderer Vorteil der Erfindung wird erreicht, wenn die Chromschicht
unmittelbar auf die Nickel-Phosphor-Legierung aufgebracht wird. Besonders verbessert
wird hierdurch die Korrosionsbeständigkeit der Chromschicht. Wird zudem eine Chromschicht
aus einem trivalentem Chromelektrolyt elektrolytisch auf die Nickel-Phosphor-Legierung
aufgebracht, können besonders auch mit diesem Elektrolyten besonders gute Korrosionsbeständigkeiten
erzielt werden, die wesentlich besser sind als bislang bekannte Beschichtungen aus
trivalentem Chrom. Diese Vorteile werden durch die direkte Kombination der Nickel-Phosphor-Legierung
mit der darauf aufgebrachten Chromschicht erreicht. Diese Kombination kann im Rahmen
eines erfindungsgemäßen Schichtaufbaus an unterschiedlichen Stellen eingesetzt werden
und dort den zuvor beschriebenen positiven technischen Effekt erzielen. So kann die
Schichtpaarung in der vorteilhaften Weise beispielsweise auch als erste und zweite
Schicht oder als zweite und dritte Schicht eines Schichtaufbaus verwendet werden.
[0022] Weiterhin ist es vorteilhaft, wenn in die Beschichtung eine Bürstenstruktur eingebracht
wird. Das Aufbringen einer Bürstenstruktur wird meist in Verbindung mit der bereits
erwähnten PVD-Beschichtung durchgeführt. Resultierende Endoberflächen sind zum Beispiel
"gebürstetes Edelstahl" oder "gebürstetes Nickel". Das Bürsten wird durch Andrücken
der Gegenstände an rotierende Scheiben durchgeführt. Diese Scheiben können zum Beispiel
Polierringe mit entsprechenden Polierpasten, Fiberbürsten oder Sisalbürsten sein.
Dieser Arbeitsschritt wir vor der PVD-Beschichtung oder sogar vor der Verchromung
durchgeführt.
[0023] Die Erfindung sowie das technische Umfeld werden nachfolgend anhand der Figur näher
erläutert. Es ist darauf hinzuweisen, dass die Figur eine besonders bevorzugte Ausführungsvariante
der Erfindung zeigt, diese jedoch nicht darauf beschränkt ist. Es zeigt beispielhaft
und schematisch:
- Fig. 1:
- einen mit dem erfindungsgemäßen Verfahren beschichteten Gegenstand in einem Längsschnitt,
- Fig. 2:
- einen mit dem autokatalytischen Verfahren nach dem Stand der Technik beschichteten
Gegenstand in einem Längsschnitt, und
- Fig. 3:
- einen mit dem erfindungsgemäßen elektrolytischen Verfahren beschichteten Gegenstand
in einem Längsschnitt.
[0024] Die Fig. 1 zeigt einen beschichteten Gegenstand 1 in einem Längsschnitt, der einen
Grundkörper 2 mit einer Oberfläche 3 aufweist. Die Oberfläche 3 ist mit einer Beschichtung
4 beschichtet, die eine erste Schicht 5, eine zweite Schicht 6, eine dritte Schicht
7, eine vierte Schicht 8 und eine fünfte Schicht 9 aufweist. Bei der hier vorgeschlagenen
Ausführungsvariante der Erfindung handelt es sich beispielsweise bei dem Grundkörper
2 um Stahl, der ersten Schicht 5 um Kupfer, der zweiten Schicht 6 um Mattnickel, der
dritten Schicht 7 um eine Nickel-Phosphor-Legierung und der vierten Schicht 8 um eine
Chromschicht. Die fünfte Schicht 9 umfasst eine Zirkonverbindung.
[0025] In Fig. 2 ist ein beschichteter Gegenstand 1 mit einer Beschichtung gemäß dem Stand
der Technik gezeigt. Die Beschichtung 4 ist dabei mittels eines autokatalytischen
Beschichtungsverfahrens aufgebracht. Das autokatalytische Beschichtungsverfahren ist
sehr langsam und damit zeitaufwendig. Zudem ergeben sich beim autokatalytischen Beschichtungsverfahren
über die gesamten Konturen konstante Schichtdicken. Diese Schichtdicke ist in der
Fig. 2 mittels der dick gezeichneten Linie dargestellt.
[0026] In Fig. 3 ist der beschichtete Gegenstand 1 gemäß Fig. 2 nochmals dargestellt, wobei
hierbei die Beschichtung 4 mittels eines elektrolytischen Beschichtungsverfahrens
aufgebracht worden ist. Gut erkennbar ist dabei, dass die Außenkontur 10 hierbei nicht
mehr der Kontur des beschichteten Gegenstandes folgt. Vielmehr ergeben sich unterschiedlich
starke Anlagerungen der Beschichtungen auf die Oberfläche des beschichteten Gegenstandes,
die im Wesentlichen den Feldlinien der elektrischen Felder im Elektrolytbad folgen.
Deutlich erkennbar ist hierbei, dass durch die elektrolytische Beschichtung insbesondere
in Kantenbereichen 11 eine deutliche Reduzierung des Abstandes zwischen den Kantenbereichen
11 erreicht werden kann. Gegenüber der Beschichtung mit einem autokatalytischen Verfahren
können somit wesentlich glattere Oberflächen geschaffen werden, indem vorhandene Spalten
bzw. Poren aufgefüllt bzw. deutlich verkleinert werden. Dies führt insgesamt zu einer
wesentlich hochwertigeren Oberfläche des fertigbeschichteten Gegenstands 1.
[0027] Weiterhin vorteilhaft ist das elektrolytische Beschichtungsverfahren dadurch, dass
nicht das gesamte Bauteil bzw. der gesamte zu beschichtende Gegenstand 1 beschichtet
wird. Vielmehr ist es möglich, Bereiche des zu beschichtenden Gegenstandes 1 selektiv
zu beschichten, wodurch ungewollte Beschichtungen wasserführender Abschnitte gänzlich
zumindest aber weitestgehend vermieden werden können. Dies ist in dieser Form bei
einer autokatalytischen Beschichtung nicht möglich, ohne andernfalls erforderliche
und äußerst aufwendige Abdeck- bzw. Verschlussmaßnahmen an dem zu beschichtenden Gegenstand
1 vorzunehmen.
[0028] Die vorliegende Erfindung zeichnet sich insbesondere durch einen hohen Korrosionsschutz
bei dekorativen Mehrschichtsystemen aus.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- beschichteter Gegenstand
- 2
- Grundkörper
- 3
- Oberfläche
- 4
- Beschichtung
- 5
- erste Schicht
- 6
- zweite Schicht
- 7
- dritte Schicht
- 8
- vierte Schicht
- 9
- fünfte Schicht
- 10
- Aussenkontur
- 11
- Kantenbereich
1. Verfahren zur Beschichtung eines Sanitärgegenstands (1), wobei eine Oberfläche (3)
des Gegenstands (1) zumindest teilweise mit einer Beschichtung (4) beschichtet wird,
die eine Mehrzahl von Schichten (5, 6, 7, 8, 9) aufweist, wobei die einzelnen Schichten
(5, 6, 7, 8, 9) sequenziell ausgebildet werden, wobei eine erste Schicht (5) der Beschichtung
(4) aus Kupfer, eine zweite Schicht (6) der Beschichtung (4) aus Glanznickel, Halbglanznickel
oder Mattnickel, eine dritte Schicht (7) der Beschichtung (4) aus einer Nickel-Phosphor-Legierung
und eine vierte Schicht (8) der Beschichtung (4) aus einer Chromschicht besteht, wobei
ein Massenanteil des Phosphors in der Nickel-Phosphor-Legierung mindestens 8 % beträgt
und wobei wenigstens die Nickel-Phosphor-Legierung elektrolytisch aufgebracht wird.
2. Verfahren nach Patentanspruch 1, wobei der Sanitärgegenstand (1) aus Kupfer, Zink,
Aluminium, Eisen, Kunststoff oder aus einer Legierung besteht, die Kupfer, Zink oder
Stahl umfasst.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Chromschicht aus
hexavalentem oder trivalentem Chromelektrolyt abgeschieden wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei die Chromschicht unmittelbar
auf die Nickel-Phosphor-Legierung aufgebracht wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Patentansprüche, wobei eine fünfte Schicht
(9) aus einer amorphen Kohlenstoffschicht (DLC) erzeugt wird.
1. A method for coating a sanitary object (1), wherein a surface (3) of the object (1)
is at least partially coated with a coating (4) which comprises a plurality of layers
(5, 6, 7, 8, 9), wherein the individual layers (5, 6, 7, 8, 9) are formed sequentially,
wherein a first layer (5) of the coating (4) is made of copper, a second layer (6)
of the coating (4) is made of bright nickel, semi-bright nickel or matt nickel, a
third layer (7) of the coating (4) is made of a nickel-phosphorus alloy and a fourth
layer (8) of the coating (4) is made of a chromium layer, wherein a mass fraction
of the phosphorus in the nickel-phosphorus alloy is at least 8% and wherein at least
the nickel-phosphorus alloy is applied electrolytically.
2. The method according to claim 1, wherein the sanitary object (1) is made of copper,
zinc, aluminum, iron, plastics or an alloy comprising copper, zinc or steel.
3. The method according to any one of the preceding claims, wherein the chromium layer
is deposited from hexavalent or trivalent chromium electrolyte.
4. The method according to any one of the preceding claims, wherein the chromium layer
is applied directly onto the nickel-phosphorus alloy.
5. The method according to any one of the preceding claims, wherein a fifth layer (9)
is produced from an amorphous carbon layer (DLC).
1. Procédé consistant à revêtir un article sanitaire (1), lors duquel l'on revêt au moins
partiellement une surface (3) de l'article (1) d'un revêtement (4) qui comporte une
multiplicité de couches (5, 6, 7, 8), lors duquel l'on constitue de manière séquentielle
les couches individuelles (5, 6, 7, 8), une première couche (5) du revêtement (4)
étant constituée de cuivre, une deuxième couche (6) du revêtement (4) étant constituée
de nickel brillant, de nickel semi-brillant ou de nickel mat, une troisième couche
(7) du revêtement (4) étant constituée d'un alliage nickel/phosphore et une quatrième
couche (8) du revêtement (4) étant constituée d'une couche de chrome, un pourcentage
massique du phosphore dans l'alliage nickel/phosphore s'élevant à au moins 8 % et
au moins l'alliage nickel/phosphore étant appliqué par voie électrolytique.
2. Procédé selon la revendication 1 du brevet, l'article sanitaire (1) étant constitué
de cuivre, de zinc, d'aluminium, de fer, d'une matière plastique ou d'un alliage qui
comprend du cuivre, du zinc ou de l'acier.
3. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, lors duquel l'on dépose
la couche de chrome à partir d'un électrolyte de chrome hexavalent ou trivalent.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, lors duquel l'on applique
la couche de chrome directement sur l'alliage nickel / phosphore.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, lors duquel l'on créé
une cinquième couche (9) en une couche de carbone amorphe (DLC).