[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Druckluftversorgung eines Druckluftverbrauchers,
der zwei fluidisch getrennte, kinematisch gekoppelte Arbeitsräume aufweist, wobei
jedem der Arbeitsräume eine unabhängig ansteuerbare Ventilanordnung zugeordnet ist,
die zwischen einer Sperrstellung, einer ersten Funktionsstellung für eine fluidisch
kommunizierende Verbindung mit einer Fluidquelle und einer zweiten Funktionsstellung
für eine fluidisch kommunizierende Verbindung mit einer Fluidsenke eingestellt werden
kann.
[0002] Gemäß einem der Anmelderin bekannten, druckschriftlich nicht niedergelegten Stand
der Technik ist bei einem Verfahren zur Druckluftversorgung eines Druckluftverbrauchers
vorgesehen, eine Position einer beweglichen Komponente des Druckluftverbrauchers,
beispielsweise eines Arbeitskolbens eines Pneumatikzylinders, längs eines Bewegungswegs
mit Hilfe eines Wegmesssystems zu ermitteln und ein vom Wegmesssystem bereitgestelltes
Positionssignal an eine Verarbeitungseinrichtung bereitzustellen, in der eine Verarbeitung
des Positionssignals erfolgt, um beispielsweise aus einem absoluten Betrag des Positionssignals
und/oder einer zeitlichen Veränderung des Positionssignals wenigstens eine Information
über eine Bewegung der beweglichen Komponente des Druckluftverbrauchers zu erhalten.
Mit dieser Information wird anschließend eine der Verarbeitungseinrichtung zugeordnete
Ventilanordnung angesteuert, um einen Fluidstrom in einen Arbeitsraum oder aus einem
Arbeitsraum des Druckluftverbrauchers derart zu beeinflussen, dass die bewegliche
Komponente des Druckluftverbrauchers an eine vorgegebene Position längs des Bewegungswegs
und/oder mit einer vorgegebenen Geschwindigkeiten längs des Bewegungswegs bewegt werden
kann. Auf Basis des Positionssignals des Wegmesssystems kann somit eine Steuerung
oder Regelung einer Ventilstellung der Ventilanordnung erfolgen. Dabei führt die Veränderung
der Ventilstellung in Abhängigkeit von den Druckverhältnissen am Druckluftverbraucher
und einer Druckluftquelle zu unterschiedlichen Fluidvolumenströmen zum Druckluftverbraucher,
die von der Verarbeitungseinrichtung mittelbar über das Positionssignal des Wegmesssystems
erfasst werden und zu einer neuerlichen Anpassung der Ventilstellung führen.
[0003] Die
DE 10 2009 017879 A1 offenbart ein fluidtechnisches System mit einer Ventileinrichtung zur Fluidversorgung
fluidischer Verbraucher, die mehrere Ventilmodule aufweist; die Ventilmodule umfassen
jeweils einen Kanalkörper und vier 2/2-Wegeventile, die in einer Vollbrückenanordnung
miteinander verschaltet sind und zwischen einer Sperrstellung und einer Freigabestellung
umschaltbar sind; sowie mit einer Steuereinrichtung zur individuellen Ansteuerung
der 2/2-Wegeventile der Ventilmodule. Es ist vorgesehen, dass der erste Arbeitskanal
und der zweite Arbeitskanal von einem Verbindungskanal kommunizierend verbunden sind
und dem Ventilmodul ein von der Steuereinrichtung individuell zwischen einer Sperrstellung
und einer Freigabestellung umschaltbares Ventilmittel zur Beeinflussung eines freien
Querschnitts des Verbindungskanals zugeordnet ist, um die kommunizierende Verbindung
zwischen dem ersten und dem zweiten Arbeitskanal zeitweilig freizugeben.
[0004] Die
US 2015/197915 A1 offenbart ein hydraulisches System und ein Verfahren zur Energieeinsparung in einem
solchen System. Das hydraulische System umfasst einen hydraulischen Aktuator mit einem
Kopfende, einem Stangenende und einem dazwischen angeordneten Kolben. Das System umfasst
außerdem eine Pumpe, die Flüssigkeit zum Aktuator pumpt, ein erstes Ventil, das stromabwärts
des Stangenendes angeordnet ist, und ein zweites Ventil, das zwischen der Pumpe und
dem Kopfende des Aktuators angeordnet ist. Wenn sich das System in einem Lastüberlaufzustand
befindet, ist das zweite Ventil teilweise geschlossen, um den Fluss einer kombinierten
Flüssigkeit zu beschränken. Die kombinierte Flüssigkeit umfasst die von der Pumpe
erhaltene Flüssigkeit und die vom Stangenende des Aktuators erhaltene Flüssigkeit.
Wenn sich das System im Zustand einer leichten Widerstandslast befindet, ist das zweite
Ventil geöffnet, damit die kombinierte Flüssigkeit durch das zweite Ventil fließen
kann.
[0005] Die
WO 2004/065798 A1 offenbart ein Positionssteuersystem, das zum Steuern eines fluidbetriebenen Zylinders
mit mindestens einer Fluidkammer verwendet wird, die durch einen Kolben definiert
wird, der sich in einem Gehäuse befindet, für eine Bewegung zwischen ersten und zweiten
Endgrenzen des Hubs. Das System umfasst mindestens zwei elektrisch betätigte Proportionalstromregelventile,
die mit jedem Anschluss des Zylinders verbunden sind, um den Flüssigkeitsstrom in
die und aus der mindestens einen Kammer selektiv und proportional zu steuern. Zur
Messung des Flüssigkeitsdrucks in Bezug auf jede Kammer ist mindestens ein Drucksensor
vorgesehen. Mindestens ein diskreter Positionssensor ist neben einem Mittelpunkt des
Zylinders angeordnet, um eine diskrete Mittelposition des Kolbens zu erfassen. Eine
Steuerung umfasst ein Programm und ist betriebsmäßig angeschlossen, um die Betätigung
der mindestens zwei Ventile als Reaktion auf den von dem mindestens einen Drucksensor
gemessenen Druck und die von dem mindestens einen Positionssensor gemessene Position
zu steuern.
[0006] Die
DE 10 2006 058913 A1 offenbart eine Steuerungsvorrichtung für ein Getriebe mit einer Druckmittelquelle,
einer mit der Druckmittelquelle verbundenen ersten und zweiten steuerbaren Ventileinrichtung,
einer Stelleinrichtung zum Verstellen des Getriebes mit einer ersten Druckmittelkammer,
die mit der ersten steuerbaren Ventileinrichtung verbunden ist, und einer zweiten
Druckmittelkammer, die mit der zweiten steuerbaren Ventileinrichtung verbunden ist,
wobei die Druckmittelkammern durch einen bewegbaren Kolben voneinander getrennt sind,
der von einer ersten Stellung über eine Zwischenstellung in eine zweite Stellung bewegt
werden kann, und einer Steuerungseinrichtung zum Steuern der steuerbaren Ventileinrichtungen.
Die Steuerungseinrichtung steht derart mit den steuerbaren Ventileinrichtungen in
Wirkverbindung, dass die jeweiligen Drücke innerhalb der Druckmittelkammern unabhängig
voneinander veränderbar sind, so dass der Kolben in die Zwischenstellung gebracht
und dort gehalten werden kann. Es ist ferner ein Getriebe mit einer solchen Steuerungsvorrichtung
sowie ein Verfahren zur Steuerung eines Getriebes offenbart.
[0007] Die
EP 1 403 529 A2 offenbart mehrere hydraulische Aktoren, die zwischen einer Vorlaufleitung und einer
Tankrücklaufleitung geschaltet sind. Für jeden hydraulischen Aktuator wird eine eigene
Sollgeschwindigkeit abgefragt. Als Reaktion auf einen jeweiligen Dosiermodus und die
gewünschte Geschwindigkeit für jeden hydraulischen Aktuator werden die Durchflussanforderungen
abgeleitet, die jeder hydraulische Aktuator von den Zufuhr- und Rücklaufleitungen
hat. Es wird ermittelt, welche Anteile der erforderlichen Durchflussmengen durch die
in den Vor- und Rücklaufleitungen verfügbaren Durchflussmengen bereitgestellt werden
können. Diese Bruchteile werden verwendet, um die gewünschte Geschwindigkeit für den
gegebenen hydraulischen Aktuator in einen Geschwindigkeitsbefehl umzuwandeln, der
die Geschwindigkeit des gegebenen hydraulischen Aktuators angibt, die mit den verfügbaren
Fluidströmen erreicht werden kann. Der jeweilige Geschwindigkeitsbefehl wird verwendet,
um den Flüssigkeitsfluss zu jedem hydraulischen Aktuator zu steuern.
[0008] Die
DE 10 2005 013823 A1 offenbart ein Hydrauliksystem, das ein elektrohydraulisches Ventil aufweist, das
Fluiddurchfluss steuert, um ein hydraulisches Stellorgan, wie etwa einen Zylinder
oder einen Motor, zu betätigen. Ein Satz von Charakterisierungsdaten wird bereitgestellt,
die das Leistungsvermögen des elektrohydraulischen Ventils als Funktion von Änderungen
des Differenzdrucks über diesem Ventil beschreiben. Das Hydrauliksystem wird betätigt
bzw. betrieben durch Spezifizieren einer gewünschten Bewegung des Hydraulikstellorgans
und in Reaktion auf die Gewinnung eines gewünschten Ventildurchlässigkeitskoeffizienten,
der einen Fluiddurchflusspegel durch das elektrohydraulische Ventil bezeichnet. Ein
kompensiertes Steuersignal wird aus dem gewünschten Ventildurchlässigkeitskoeffizienten
und den Charakterisierungsdaten erzeugt, um Effekten entgegenzuwirken, die Änderungen
des Differenzdrucks auf einen Fluiddurchfluss haben. Das elektrohydraulische Ventil
wird in Reaktion auf das kompensierte Steuersignal aktiviert.
[0009] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zur Druckluftversorgung eines
Druckluftverbrauchers bereitzustellen, mit dem eine verbesserte Bereitstellung von
Druckluft für einen Druckluftverbraucher ermöglicht wird.
[0010] Diese Aufgabe wird für ein Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass
jede der beiden Ventilanordnungen individuell in Abhängigkeit von einer vorgebbaren
Bewegungsaufgabe für den Druckluftverbraucher und in ausschließlicher Abhängigkeit
von wenigstens zwei Druckwerten aus der Gruppe: Versorgungsdruck, erster Arbeitsraumdruck,
zweiter Arbeitsraumdruck, Auslassdruck, für eine Bereitstellung eines vorgebbaren
Verlaufs für einen Fluidmassenstrom oder für eine Bereitstellung eines vorgebbaren
Verlaufs für einen Fluiddruck im jeweiligen Arbeitsraum oder für eine Bereitstellung
eine vorgebbaren Verlaufs eines Ventilquerschnitts eingestellt wird, wobei eine Belüftung
eines ersten Arbeitsraums mit einem vorgebbaren Verlauf für einen ersten Fluiddruck
und eine Entlüftung eines zweiten Arbeitsraums mit einem vorgebbaren Verlauf für einen
zweiten Fluidmassenstrom oder einem vorgebbaren Verlauf für eine Ventilstellung der
dem zweiten Arbeitsraum zugeordneten Ventilanordnung erfolgt.
[0011] Bei einem als Aktor ausgebildeten Druckluftverbraucher, insbesondere einem Pneumatikzylinder,
kann eine Bewegungsaufgabe beispielhaft darin bestehen, eine mit dem Druckluftverbraucher
gekoppelte Maschinenkomponente längs eines, insbesondere geradlinigen, Bewegungswegs
aus einer ersten Funktionsstellung in eine zweite Funktionsstellung zu bewegen. Ferner
kann die Bewegungsaufgabe weitere Randbedingungen wie eine maximale Zeitdauer für
die Bewegung der Maschinenkomponente und/oder eine minimale und/oder eine maximale
Beschleunigung bei der Bewegung der Maschinenkomponente umfassen. Um den Bedingungen
der Bewegungsaufgabe gerecht zu werden, ist eine Koordination für die Ansteuerung
der beiden Ventilanordnungen erforderlich, die beispielsweise von einer Verarbeitungseinrichtung
durchgeführt wird. Diese Koordination umfasst die Ermittlung von wenigstens zwei Druckwerten,
die mit Hilfe von Drucksensoren an oder in Fluidleitungen ermittelt werden können,
mit denen die Ventilanordnungen mit dem Druckluftverbraucher oder mit einer Fluidquelle
oder einer Fluidsenke verbunden sind. Besonders bevorzugt ist vorgesehen, dass die
Koordination der Ansteuerung der beiden Ventilanordnungen ausschließlich auf Basis
von Druckwerten durchgeführt wird, so dass auf aufwändige messtechnische Einrichtungen
wie beispielsweise ein Wegmesssystem verzichtet werden kann. Als Versorgungsdruck
wird ein Druck bezeichnet, der von einer Fluidquelle bereitgestellt wird. Als Arbeitsraumdruck
wird ein Druck bezeichnet, der in einem Arbeitsraum des Druckluftverbrauchers vorliegt.
Als Auslassdruck wird ein Druck bezeichnet, der an einem Fluidauslass einer Ventilanordnung
vorliegt.
[0012] Die zur Durchführung des Verfahrens vorgesehene Verarbeitungseinrichtung dient zur
Ansteuerung der beiden Ventilanordnungen und nimmt die Ansteuerung der beiden Ventilanordnungen
in einer Weise vor, dass für wenigstens einen der beiden Arbeitsräume des Luftverbrauchers
ein Verlauf eines Fluidmassenstroms oder eines Fluiddrucks vorgegeben werden kann
oder ein Ventilquerschnitt der Ventilanordnung, die dem jeweiligen Arbeitsraum zugeordnet
ist, eingestellt werden kann.
[0013] Alternativ, jedoch nicht als Gegenstand der Erfindung kann vorgesehen sein, dass
eine Belüftung eines ersten Arbeitsraums mit einem vorgebbaren Verlauf für einen ersten
Fluidmassenstrom und eine Entlüftung eines zweiten Arbeitsraums mit einem vorgebbaren
Verlauf für einen zweiten Fluidmassenstrom, insbesondere bei konstantem Verhältnis
von erstem Fluidmassenstrom zu zweitem Fluidmassenstrom, erfolgt. Hierdurch können
beispielsweise Fluidmassenströme für die Arbeitsräume eines doppeltwirkend ausgebildeten
Pneumatikzylinders, der zur Bewegung einer Maschinenkomponente vorgesehen ist, derart
eingestellt werden, dass eine Bewegungsgeschwindigkeit einer Kolbenstange des Pneumatikzylinders
innerhalb eines vorgebbaren Geschwindigkeitsfensters liegt und unmittelbar vor einem
Erreichen einer mechanisch bedingten Endstellung für die Maschinenkomponente und/oder
die Kolbenstange eine Abbremsung der Kolbenstange erfolgt. Durch diese Abbremsung
kann vermieden werden, dass die Maschinenkomponente und/oder die Kolbenstange auf
einen Endanschlag aufläuft und dadurch verschleißt. Zudem können die Fluidmassenströme
für die Arbeitsräume des Druckluftverbrauchers derart bemessen sein, dass sich die
Abbremsung als Resultat eines energieeffizienten Betriebs des Druckluftverbrauchers
einstellt. Hierzu kann beispielhaft vorgesehen werden, eine Energiezufuhr an den Druckluftverbraucher,
die durch Bereitstellung von Druckluft erfolgt, derart zu bemessen, dass die zugeführte
Energie exakt dazu ausreicht, den Druckluftverbraucher aus einer ersten Funktionsstellung
in eine zweite Funktionsstellung zu bewegen, ohne dass am Ende des Bewegungsverlaufs
zusätzliche Energie zur Abbremsung des Druckluftverbrauchers zugeführt werden muss.
Bei einer Versorgung eines Druckluftverbrauchers, bei dem ein Größenverhältnis zwischen
den beiden grö-ßenveränderlichen Arbeitsräumen konstant ist, kann durch Bereitstellung
von Fluidströmen an die jeweiligen Arbeitsräume, die ebenfalls in einem konstanten
Verhältnis zueinander stehen, eine gleichförmige Bewegung des Druckluftaktors herbeigeführt
werden.
[0014] Dies gilt insbesondere dann, wenn für den ersten Fluidmassenstrom und für den zweiten
Fluidmassenstrom jeweils ein konstanter Verlauf vorgesehen ist.
[0015] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass eine Belüftung eines ersten Arbeitsraums mit
einem vorgebbaren Verlauf für einen ersten Fluiddruck und eine Entlüftung eines zweiten
Arbeitsraums mit einem vorgebbaren Verlauf für einen zweiten Fluidmassenstrom oder
einem vorgebbaren Verlauf für eine Ventilstellung der dem zweiten Arbeitsraum zugeordneten
Ventilanordnung erfolgt. Eine Belüftung des ersten Arbeitsraums mit einem vorgebaren
Verlauf für den ersten Fluiddruck ist insbesondere dann von Interesse, wenn der Druckluftverbraucher,
bei dem es sich insbesondere um einen Pneumatikzylinder handeln kann, für die auszuführende
Bewegungsaufgabe überdimensioniert ist. Dies kann beispielsweise dann der Fall sein,
wenn bei einer Maschinenkonstruktion aus Kostengründen und/oder Verfügbarkeitsgründen
auf Standardzylinder zurückgegriffen wird, die gegebenenfalls einen größeren Hub und/oder
eine größere Maximalkraft bereitstellen, als dies durch die Bewegungsaufgabe erfordert
wird. In einem solchen Fall kann durch Begrenzung des Fluiddrucks, der an den zu belüftenden
Arbeitsraum bereitgestellt wird, trotz einer gewissen Überdimensionierung des Druckluftverbrauchers
ein energieeffizienter Betrieb des Druckluftverbrauchers gewährleistet werden. Bei
einer solchen Betriebsweise kann auch von einem virtuellen Versorgungsdruck für den
Druckluftverbraucher gesprochen werden, der mit Hilfe derjenigen Ventilanordnung bereitgestellt
wird, die diesem Arbeitsraum zugeordnet ist. Darüber hinaus kann durch Vorgabe eines
Fluidmassenstroms für die Entlüftung des anderen Arbeitsraums eine definierte, insbesondere
konstante, Bewegungsgeschwindigkeit für das Aktorelement des Druckluftverbrauchers
gewährleistet werden. Alternativ kann vorgesehen sein, eine Ventilstellung für diejenige
Ventilanordnung, die mit dem zu entlastenden Arbeitsraum verbunden ist, gemäß einem
vorgebbaren Verlauf zu beeinflussen, um hierüber in einfacher Weise eine Maximalgeschwindigkeit
für das Aktorelement zu begrenzen.
[0016] In weiterer Ausgestaltung des Verfahrens ist vorgesehen, dass eine Position eines
beweglich in einem Aktorgehäuse aufgenommenen Aktorelements anhand wenigstens eines
Fluidmassenstroms ermittelt wird, der eine der Ventilanordnungen durchströmt. Somit
kann ohne ein aufwändiges Wegmesssystem eine Position des Aktorelements ermittelt
werden, dies gilt beispielsweise bei einer Ausführung des Druckluftverbrauchers als
Pneumatikzylinder, bei dem das Aktorelement exemplarisch durch den Arbeitskolben und
die damit verbundene Kolbenstange gebildet werden kann. Die hierdurch ermittelte Position
kann beispielhaft dazu genutzt werden, Einfluss auf einen Bewegungsverlauf für den
Druckluftverbraucher zu nehmen, beispielsweise um ein sanftes Anfahren einer Position
zu gewährleisten.
[0017] Bevorzugt ist vorgesehen, dass der wenigstens eine Fluidmassenstrom mit den nachfolgenden
Schritten ermittelt wird: Ermitteln eines ersten Fluiddrucks in einem ersten Abschnitt
eines Fluidkanals einer Ventilanordnung, der sich zwischen einem Eingangsanschluss
für eine fluidisch kommunizierende Verbindung mit einer Fluidquelle oder Fluidsenke
und einem Ventilelement erstreckt, Ermitteln eines zweiten Fluiddrucks in einem zweiten
Abschnitt des Fluidkanals der Ventilanordnung, der sich zwischen dem Ventilelement
und einem Ausgangsanschluss für eine fluidisch kommunizierende Verbindung mit einem
Druckluftverbraucher erstreckt, Ermitteln eines Durchflusswerts für das Ventilelement
aus den beiden Fluiddrücken und einer Durchflussfunktion, Verknüpfen des Durchflusswerts
mit einem vorgebbaren Fluidvolumenstrom oder Fluidmassenstrom für das druckbeaufschlagte
Fluid, der zur Durchströmung des Fluidkanals vorgesehen ist, zu einem Leitwert und
Ermittlung einer benötigten Betätigungsenergie für eine Betätigungseinrichtung, die
für eine Betätigung des Ventilelements ausgebildet ist, und Bereitstellen der Betätigungsenergie
an die Betätigungseinrichtung zur Einstellung des vorgebbaren Fluidvolumenstroms oder
Fluidmassenstroms.
[0018] Die Zielsetzung dieses Verfahrens besteht somit darin, anhand der ermittelten Druckwerte
und in Kenntnis der fluidtechnischen Eigenschaften des verwendeten Ventilelements
einen Fluidvolumenstrom oder Fluidmassenstrom für den Druckluftverbraucher auf einen
vorgebbaren Fluidvolumenstrom einstellen zu können und damit unmittelbar Einfluss
auf ein Bewegungsverhalten des Druckluftverbrauchers, bei dem es sich beispielsweise
um einen Druckluftantrieb, insbesondere um einen Pneumatikzylinder oder pneumatischen
Schwenkantrieb handelt, nehmen zu können. Der Fluidvolumenstrom beschreibt das strömende
Fluidvolumen pro Zeiteinheit. Beim Fluidmassenstrom wird zusätzlich die Dichte des
Fluids mit berücksichtigt, wodurch der Berechnungsaufwand reduziert werden kann. Zudem
Somit kann auch der messtechnische Aufwand für die Steuerung oder Regelung der Druckluftversorgung
für den Druckluftverbraucher gering gehalten werden. Dies wird insbesondere dadurch
erreicht, dass für die Durchführung des Verfahrens lediglich Drucksensoren erforderlich
sind, die zur Ermittlung von Fluiddrücken in den jeweiligen Abschnitten des Fluidkanals
der Ventilanordnung ausgebildet sind. Abgesehen davon, dass hierdurch auf ein typischerweise
recht kostenintensives Wegmesssystem verzichtet werden kann, ergeben sich weitere
Vorteile dadurch, dass die Drucksensoren in unmittelbarer Nähe des Ventilelements
sowie einer Verarbeitungseinrichtung angeordnet werden können, die für eine Auswertung
der Drucksignale der Drucksensoren sowie für eine Ansteuerung der Betätigungseinrichtung
ausgebildet ist. Somit kann eine elektrische Verbindung zwischen den Drucksensoren
und der Verarbeitungseinrichtung mit kurzen elektrischen Leitungen verwirklicht werden.
[0019] Für die Durchführung des Verfahrens ist vorgesehen, sowohl den Druck in dem ersten
Fluidkanalabschnitt als auch in dem zweiten Fluidkanalabschnitt zu ermitteln, wobei
die Ventilkanalabschnitte in Abhängigkeit von einer Funktionsstellung des Ventilelements
fluidisch getrennt voneinander oder fluidisch kommunizierend miteinander verbunden
sind. Vorzugsweise ist vorgesehen, dass das Ventilelement in Abhängigkeit von einer
Bereitstellung von Energie, insbesondere elektrischer oder fluidischer Energie, an
eine Betätigungseinrichtung frei, insbesondere proportional zur bereitgestellten Energiemenge,
zwischen einer Schließstellung mit getrennter Verbindung der beiden Fluidkanalabschnitte
und einer Öffnungsstellung mit freier kommunizierender Verbindung der beiden Fluidkanalabschnitte,
bewegt werden kann.
[0020] Nachdem eine Ermittlung des ersten Fluiddrucks und des zweiten Fluiddrucks erfolgt
ist, wird in einem nachfolgenden Schritt anhand der Fluiddrücke und einer Durchflussfunktion
ein Durchflusswert ermittelt. Bei der Durchflussfunktion handelt es sich beispielsweise
um eine Kurvenschar oder ein Kennfeld, in der/in dem Strömungseigenschaften des Ventilelements
für ein Fluid, das das Ventilelement durchströmt, in Abhängigkeit von den Druckbedingungen
vor und nach dem Ventilelement und in weiterer Abhängigkeit von einer Ventilstellung
des Ventilelements hinterlegt sind. Der ermittelte Durchflusswert wird anschließend
mit einem vorgebbaren Fluidvolumenstrom oder Fluidmassenstrom für das druckbeaufschlagte
Fluids verknüpft, um einen Leitwert zu bilden. Dieser Leitwert wird dazu benötigt,
eine Betätigungsenergie für die Betätigungseinrichtung, die für die Betätigung des
Ventilelements ausgebildet ist, zu ermitteln. Anschließend erfolgt die Bereitstellung
der ermittelten Betätigungsenergie an die Betätigungseinrichtung zur Einstellung des
vorgebbaren Fluidvolumenstroms oder Fluidmassenstroms.
[0021] Vorzugsweise ist vorgesehen, das vorstehend näher beschriebenen Verfahren zyklisch
zu wiederholen, um hierüber beispielhaft eine Regelung wenigstens eines Fluidvolumenstroms
oder Fluidmassenstroms für den Druckluftverbraucher zu ermöglichen.
[0022] Bei dieser Vorgehensweise wird die Ventilanordnung in der Art eines Durchflussregelventils
betrieben, wobei im Unterschied zu einem Durchflussregelventil auf einen aufwändigen
und kostenintensiven Massenstromsensor verzichtet werden kann, da die gesamte Ermittlung
des Fluidvolumenstroms oder Fluidmassenstroms durch die Ventilanordnung auf Basis
der Druckwerte erfolgt, die von den Drucksensoren am oder im Fluidkanal bereitgestellt
werden.
[0023] Vorteilhafthafte Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0024] Zweckmäßig ist es, wenn der Durchflusswert aus der Durchflussfunktion ermittelt wird,
die in Beziehung zu einem Quotienten des ersten Fluiddrucks und des zweiten Fluiddrucks
gesetzt wird und/oder dass die Betätigungsenergie anhand des Leitwerts und einer,
insbesondere experimentell ermittelten, Ventilkennlinie ermittelt wird. Das Druckverhältnis
über dem Ventilelement, das als Quotient des ersten Fluiddrucks und des zweiten Fluiddrucks
ermittelt werden kann, ist diejenige Größe, anhand derer unabhängig von einem Niveau
des Fluiddrucks im Fluidkanal eine präzise Zuordnung zu Strömungseigenschaften des
Ventilelements für ein Fluid, das das Ventilelement durchströmt, geschaffen werden
kann. Die Ventilkennlinie stellt einen Zusammenhang zwischen einer Bereitstellung
von Energie, insbesondere elektrischer oder fluidischer Energie, an das Ventilelement
und einer daraus resultierenden Funktionsstellung für das Ventilelement her. Bevorzugt
ist vorgesehen, die Ventilkennlinie in Beziehung zu dem ermittelten Leitwert zu setzen,
um daraus die zur Erzielung einer angestrebten Funktionsstellung des Ventilelements
notwendige Energie für die Betätigungseinrichtung ermitteln zu können.
[0025] Rein exemplarisch wird zur Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens eine
Ventileinrichtung der eingangs genannten Art verwendet, die zur Druckluftversorgung
eines Druckluftverbrauchers ausgebildet ist, der zwei fluidisch getrennte, kinematisch
gekoppelte Arbeitsräume aufweist, wobei jedem der Arbeitsräume eine unabhängig ansteuerbare
Ventilanordnung zugeordnet ist. Hierbei umfasst jede der Ventilanordnungen einen Fluidkanal,
der zwischen einem Eingangsanschluss für eine fluidisch kommunizierende Verbindung
mit einer Fluidquelle oder Fluidsenke und einem Ausganganschluss für eine fluidisch
kommunizierende Verbindung mit einem Druckluftverbraucher ausgebildet ist, sowie ein
Ventilelement, das für eine Beeinflussung eines Querschnitts des Fluidkanals beweglich
im Fluidkanal angeordnet ist und dem eine Betätigungseinrichtung zur Veränderung einer
Funktionsposition zugeordnet ist, und eine Verarbeitungseinrichtung für eine Bereitstellung
von Betätigungsenergie an die Betätigungseinrichtung, wobei einem ersten Abschnitt
des Fluidkanals zwischen dem Eingangsanschluss und dem Ventilelement ein erster Drucksensor
zugeordnet ist und wobei einem zweiten Abschnitt des Fluidkanals zwischen dem Ventilelement
und dem Ausganganschluss ein zweiter Drucksensor zugeordnet ist, wobei die Verarbeitungseinrichtung
für eine Durchführung eines wie vorstehend beschriebenen Verfahrens ausgebildet ist.
[0026] Bei einer Weiterbildung der Ventileinrichtung ist vorgesehen, dass die jeweiligen
zweiten Abschnitte der jeweiligen Fluidkanäle zu einem gemeinsamen Ausgangsanschluss
verbunden sind und dass die Eingangsanschlüsse mit unterschiedlichen Fluidquellen
oder Fluidsenken verbunden sind.
[0027] In weiterer Ausgestaltung der Ventileinrichtung ist vorgesehen, dass die Verarbeitungseinrichtung
mit zwei Paaren von jeweils zwei unabhängig voneinander ansteuerbaren Ventilanordnungen
verbunden ist, wobei die zweiten Abschnitte der jeweiligen Fluidkanäle jeweils paarweise
zu einem gemeinsamen Ausgangsanschluss verbunden sind und wobei ein erster Eingangsanschluss
jedes Paars mit einer Fluidquelle und ein zweiter Eingangsanschluss jedes Paars mit
einer Fluidsenke verbunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verarbeitungseinrichtung
für eine synchrone Druckluftversorgung der beiden Arbeitsräume mit vorgebbaren Fluidvolumenströmen
durch wahlweise Ansteuerung der jeweiligen Ventilanordnungen ausgebildet ist.
[0028] Vorzugsweise ist die Ventilanordnung als Proportionalventil, insbesondere als fluidisch
vorgesteuertes Proportionalventil, ausgebildet.
[0029] Rein exemplarisch wird zur Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens ein
Datenträger mit einem Computerprogramm verwendet, das zur Speicherung in einer Verarbeitungseinrichtung
einer Ventileinrichtung ausgebildet ist, wobei das Computerprogramm bei Verarbeitung
in einem Prozessor der Verarbeitungseinrichtung ein wie vorstehend beschriebenes Verfahren
bewirkt. Dabei kann es sich bei dem Datenträger portables Trägermedium wie beispielsweise
eine CD, eine DVD oder einen USB-Speicher handeln. Alternativ kann der Datenträger
als Laufwerk oder Festkörperspeicher eines Datenservers ausgebildet sein, in dem eine
Vielzahl von unterschiedlichen Daten abgespeichert sind, auf die über einen Fernzugriff
von der Verarbeitungseinrichtung zugegriffen werden kann, insbesondere auf eine Datenwolke/Cloud.
[0030] In der Zeichnung ist ein fluidisches System dargestellt, mit dem das erfindungsgemäße
Verfahren durchgeführt werden kann. Hierbei zeigt:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer ersten Ausfüh-rungsform eines fluidischen Systems
mit einer Ven-tileinrichtung und einem Druckluftverbraucher, der zwei kinematisch
miteinander gekoppelte Arbeitsräu-me aufweist.
[0031] Ein in der Figur 1 gezeigtes fluidisches System 1 ist rein exemplarisch zur Bereitstellung
einer Linearbewegung ausgebildet und umfasst hierzu eine Ventileinrichtung 2 und einen
Druckluftverbraucher 3. Beispielhaft ist die Ventileinrichtung 2 als pneumatische
Vollbrückenschaltung mit insgesamt vier jeweils als 2/2-Wege-Proportionalventile ausgebildeten
Ventilelementen 4, 5, 6 und 7 verwirklicht, wobei jedes der Ventilelemente 4, 5, 6
und 7 rein exemplarisch als Magnetventil mit einem Magnetantrieb 8, 9, 10 und 11 als
Betätigungseinrichtung ausgebildet ist. Bei einer alternativen, nicht näher dargestellten
Ausführungsform kann die Betätigungseinrichtung auch als Piezoantrieb oder magnetostriktiver
oder anderweitig geeigneter Antrieb ausgebildet sein.
[0032] Jedes der Ventilelemente 4, 5, 6 und 7 kann bei geeigneter Beaufschlagung der zugeordneten
Magnetantriebe 8, 9, 10 und 11 mit elektrischer Energie zwischen zwei Funktionsstellungen,
insbesondere einer Sperrstellung und einer Öffnungsstellung, umgeschaltet werden.
Hierzu sind die Magnetantriebe 8, 9, 10 und 11 über Steuerleitungen 15, 16, 17 und
18 mit einer Verarbeitungseinrichtung 19 elektrisch verbunden, die einen Bestandteil
der Ventileinrichtung 2 bildet und beispielhaft einen Mikroprozessor oder Mikrocontroller
umfasst.
[0033] Jedes der Ventilelemente 4, 5, 6 und 7 ist über zugeordnete Fluidleitungen 20 bis
27 mit fluidischen Knotenpunkten 28 bis 31 verbunden und bildet mit den jeweils paarweise
zugeordneten Fluidleitungen 20 bis 27 jeweils eine nicht näher bezeichnete Ventilanordnung.
Dabei werden die Fluidleitungen 20 bis 23 jeweils als erster Abschnitt eines Fluidkanals
des jeweiligen Ventilelements 4, 5, 6 und 7 bezeichnet. Die Fluidleitungen 24 bis
27 werden hingegen als zweite Abschnitte eines Fluidkanals des jeweiligen Ventilelements
4, 5, 6 und 7 bezeichnet. Dabei münden die Fluidleitungen 20 und 21 gemeinsam an einem
fluidischen Knotenpunkt 28 aus, die Fluidleitungen 22 und 23 münden gemeinsam an dem
fluidischen Knotenpunkt 30 aus, die Fluidleitungen 24 und 25 münden gemeinsam an dem
fluidischen Knotenpunkt 29 aus und die Fluidleitungen 26 und 27 münden gemeinsam an
dem fluidischen Knotenpunkt 31 aus.
[0034] Rein exemplarisch ist der fluidische Knotenpunkt 28 über eine Versorgungsleitung
36 mit einer Fluidquelle 32 verbunden, während der fluidische Knotenpunkt 30 über
eine Abluftleitung 37 mit einem Fluidauslass verbunden ist, dem ein Schalldämpfer
33 zugeordnet ist. Der fluidische Knotenpunkt 29 bildet einen ersten Arbeitsanschluss
der Ventileinrichtung 2 und ist über eine erste Anschlussleitung 38 mit einem Fluidanschluss
39 des Druckluftverbrauchers 3 verbunden, während der fluidische Knotenpunkt 31 einen
zweiten Arbeitsanschluss der Ventileinrichtung 2 bildet und über eine zweite Anschlussleitung
40 mit einem Fluidanschluss 41 des Druckluftverbrauchers 3 verbunden ist.
[0035] Rein exemplarisch ist vorgesehen, dass der Versorgungsleitung 36, der Abluftleitung
37, der ersten Anschlussleitung 38 sowie der zweiten Anschlussleitung 40 jeweils ein
Drucksensor 42 bis 45 zugeordnet ist, der jeweils für eine Erfassung des jeweiligen
Fluiddrucks in der zugeordneten Leitung 36, 37, 38 und 40 sowie für eine Bereitstellung
eines druckabhängigen Sensorsignals über eine jeweils zugeordnete Sensorleitung 46
bis 49 an die Verarbeitungseinrichtung 19 ausgebildet ist. Bei einer nicht näher dargestellten
Ausführungsform ist wenigstens einer der Drucksensoren in einem Gehäuse für die Ventileinrichtung
oder außerhalb eines solchen Gehäuses angeordnet.
[0036] Der Druckluftverbraucher 3 ist rein exemplarisch als doppeltwirkender Pneumatikzylinder
ausgebildet, bei dem ein auch als bewegliche Wand bezeichneter Arbeitskolben 50 linearbeweglich
in einer Zylinderausnehmung 51 eines Zylindergehäuses 52 aufgenommen ist und dadurch
einen ersten größenvariablen Arbeitsraum 53 von einem zweiten größenvariable Arbeitsraum
54 trennt. Beispielhaft ist der Arbeitskolben 50 mit einer Kolbenstange 55 verbunden,
die das Zylindergehäuse 52 stirnseitig durchsetzt und zusammen mit dem Arbeitskolben
50 längs eines geradlinigen Bewegungswegs 56 relativ zum Zylindergehäuse 52 verschoben
werden kann.
[0037] Rein exemplarisch soll nachstehend beschrieben werden, welche Schritte in dem fluidischen
System 1 durchzuführen sind, um eine Bewegung des Arbeitskolbens 50 mit der gekoppelten
Kolbenstange 55 gemäß einem vorgebbaren Bewegungsprofil zu bewirken. Beispielhaft
soll der Arbeitskolben 50 ausgehend von der Position gemäß der Darstellung der Figur
1 so bewegt werden, dass eine Stirnseite des Arbeitskolbens 50 in Anlage zu einer
gegenüberliegend angeordneten Innenoberfläche 58 des Zylindergehäuses 52 kommt. Beispielhaft
ist das vorgebbare Bewegungsprofil derart ausgebildet, das zunächst eine gleichförmige
Beschleunigung des Arbeitskolbens 50 bis auf eine vorgebbare Zielgeschwindigkeit,
anschließend eine gleichförmige Bewegung des Arbeitskolbens unter Beibehaltung der
Zielgeschwindigkeit und zum Schluss eine Abbremsung des Arbeitskolbens 50 bis auf
eine verschwindende Geschwindigkeit erfolgt.
[0038] Für die geplante Bewegung des Arbeitskolbens 50 ist eine Zufuhr von druckbeaufschlagtem
Fluid an den Arbeitsraum 54 erforderlich, während eine Abfuhr von Fluid aus dem Arbeitsraum
53 vorgesehen werden muss. Um das gewünschte Bewegungsprofil erzielen zu können, ist
die Bereitstellung von vorgebbaren Fluidvolumenströmen zweckmäßig, da hierüber die
Bewegungsgeschwindigkeit für den Arbeitskolben präzise eingestellt werden kann. Dementsprechend
ist beispielhaft eine Ansteuerung des Ventilelements 4 sowie des Ventilelements 6
vorzusehen, wobei über das Ventilelement 4 eine fluidisch kommunizierende Verbindung
zwischen der Fluidquelle 32, dem fluidischen Knotenpunkt 29 und dem zweiten Fluidanschluss
39 hergestellt wird und wobei über das Ventilelement 6 eine fluidisch kommunizierende
Verbindung zwischen dem ersten Fluidanschluss 41, dem fluidischen Knotenpunkt 31 und
dem Fluidauslass mit zugeordneten Schalldämpfer 33 hergestellt wird.
[0039] Um die Bewegung des Arbeitskolbens 50 gemäß dem vorstehend geschilderten Bewegungsprofil
durchführen zu können, ermittelt die Verarbeitungseinrichtung 19 zunächst die Sensorsignale
der Drucksensoren 42 bis 45, um Druckverhältnisse über den beiden Ventilelementen
4 und 6 berechnen zu können. Anhand dieser Druckverhältnisse kann in einem nachfolgenden
Schritt in der Verarbeitungseinrichtung 19 für jedes der Ventilelemente 4 und 6 ein
Durchflusswert für das jeweilige Ventilelement 4, 6 aus den beiden Fluiddrücken und
einer Durchflussfunktion ermittelt werden. Anschließend erfolgt eine Verknüpfung des
jeweils ermittelten Durchflusswerts mit einem vorgebbaren Fluidvolumenstrom oder Fluidmassenstrom,
der dem jeweiligen Arbeitsraum 53, 54 zur Verfügung gestellt werden soll, um die gewünschte
Bewegung des Arbeitskolbens 50 gemäß dem Bewegungsprofil zu erzielen. Das Ergebnis
dieser Verknüpfung wird als Leitwert bezeichnet und wird zur Ermittlung einer benötigten
Betätigungsenergie für den jeweiligen Magnetantrieb 8, 10 benötigt. Die Betätigungsenergie
wird für jeden der Magnetantriebe 8, 10 durch Verknüpfung des Leitwerts mit einer,
insbesondere experimentell ermittelten, Ventilkennlinie ermittelt. Anschließend wird
die Betätigungsenergie an die jeweiligen Magnetantriebe 8, 10 bereitgestellt und führt
dort zu einer Bewegung der jeweiligen, nicht näher bezeichneten Ventilschieber der
jeweiligen Ventilelemente 4, 6 und somit zur einer Freigabe einer fluidisch kommunizierenden
Verbindung zwischen den jeweiligen fluidischen Knotenpunkten 28 und 29 bzw. 31 und
30.
[0040] Durch die Ansteuerung der jeweiligen Ventilelemente der 4, 6 stellt sich jeweils
ein Fluidvolumenstrom oder Fluidmassenstrom zwischen der Fluidquelle 32 und dem Arbeitsraum
54 sowie zwischen dem Arbeitsraum 53 und dem Schalldämpfer 33 ein, der mit einer Änderung
der Drücke in den jeweiligen Fluidleitungen 20 bis 27 einhergeht. Durch zyklisch wiederkehrende
Bestimmung der Sensorsignale der Drucksensoren 42 bis 45 sowie die nachfolgende Verarbeitung
der Druckverhältnisse gemäß der vorstehenden Vorgehensweise kann die Verarbeitungseinrichtung
19 die Fluidvolumenströme für die beiden Arbeitsräume 53, 54 des Druckluftverbrauchers
3 so einstellen, dass das gewünschte Bewegungsprofil für den Arbeitskolben 50 eingehalten
wird.