[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein vollständig einziehbares, pneumatisch entfaltbares
Vorzelt für mobile Unterkünfte wie beispielsweise Wohnwagen, Zelte oder Reisemobile,
wobei das Vorzelt eine innere Trägerkonstruktion aus miteinander verbind- und pneumatisch
versteifbaren Trägern und eine mit der Trägerkonstruktion verbindbar ausgestaltete
äußere Hülle umfasst. Die Trägerkonstruktion spannt einen Innenraum mit einer im Wesentlichen
quadratischen, rechteckigen oder trapezförmigen Grundfläche und einer im Wesentlichen
quadratischen, rechteckigen oder trapezförmigen Dachfläche auf, wobei an der Dachfläche
über mindestens einen First-Träger ein Giebeldach ausgebildet wird.
[0002] Die Individualisierung von Produkten und Erlebnissen ist in den letzten Jahren zu
einem immer größeren Marktfaktor geworden. Der Mehrwert dieser Angebote basiert dabei
auf dem Gefühl des Verbrauchers, eine genau auf seine Bedürfnisse zugeschnittene Leistung
zu erhalten oder, im besten Falle, diese gar selbst bestimmen zu können. Verstärkend
tritt das Bewusstsein hinzu, dass genau diese Erfahrung von keinem anderen, oder aber
nur von einer sehr kleinen Gruppe, geteilt werden kann. Es kann allerdings nachteilig
sein, dass diese Freiheit über eine Reduzierung der Annehmlichkeiten erkauft wird,
da individuelle Lösungen natürlich schwerer zu optimieren sind als für viele Anwender
konzipierte "Standardware". Letzteres gilt insbesondere im Bereich der Individualreisen
mit eigener Schlafstätte, welche prinzipiell ein hohes Maß an persönlicher Freiheit
ermöglicht, aber naturgemäß mit zusätzlichem logistischem und körperlichem Aufwand
verbunden ist. So können insbesondere der Auf- und der Abbau von Zelten oder Wohnwagen
große Anforderungen an das Geschick und die Kraft der Urlauber stellen und im ungünstigsten
Fall schon einen Großteil der Urlaubsfreude absorbieren. Außerdem ist oft eine funktionale
und ästhetisch passgenaue Abstimmung zwischen Vorzelt und Wohnwagen schwierig, da
eine flexible Größenanpassung eines Vorzeltes auf unterschiedliche Wohnwagentypen
technisch aufwendig ist. Insofern besteht ein großer Bedarf an ausgereiften technischen
Lösungen, welche sowohl den individuellen als auch den Aspekt der Anwenderfreundlichkeit
für passgenaue Vorzeltlösungen unterstützen.
[0003] In der Patentliteratur finden sich einige technische Lösungen für Zeltaufbauten.
[0004] So offenbart beispielsweise die
DE 10 2013 010 697 A1 ein Vorzelt für eine Campingunterkunft in Form eines Campinganhängers, eines Wohnmobils,
eines Faltcaravans oder dergleichen. Dass mit dieser Einrichtung verbindbare Vorzeltweist
weist ein jeweils aus Zeltbahnen gebildete Wandteile erfassendes und in Gebrauchsstellung
zumindest bereichsweise aussteifendes Gestänge auf. Das Konzept sieht vor, dass das
Vorzelt aus einer im Bereich jeweiliger Seiten-, Dach- sowie Bodenwandteile zumindest
bereichsweise verschließbaren Hüllkonstruktion gebildet ist und diese dabei in einem
im Wesentlichen luftdichten Zustand aufblasbar ist.
[0005] Die
EP 1 273 743 A1 betrifft eine pneumatische Wandkonstruktion, mit einer zweischichtigen, aus drei
flexiblen Zeltbahnen gebildeten Wandstruktur. Dabei ist die innere Schicht, begrenzt
von der inneren und der mittleren Zeltbahn, eine aufblasbare Schicht, die die Haupttragstruktur
der Wandkonstruktion bildet. Die äußere Schicht, begrenzt von der mittleren Zeltbahn
und der äußeren Zeltbahn, bildet einen Konvektionsraum, der von der Umgebungsluft
in aufsteigender Richtung durchströmbar ist, um damit eine hohe Wärmedämmung und um
im Falle der Kühlung des Innenraums die erhöhten Temperaturen an der äußeren Zeltbahn
fernzuhalten. Zwischen mittlerer und äußerer Zeltbahn sind aufblasbare Stützschläuche
als zusätzliche Tragestruktur und als Abstandshalter vorhanden.
[0006] Trotz der schon vorhandenen Lösungen besteht weiterhin Bedarf an einfach handhabbaren
technischen Lösungen, welche flexibel auf unterschiedliche Wohnwagentypen adaptierbar
sind und insbesondere den Auf- und Abbau von Vorzelten erleichtern, ohne den Anwender
in seinen individuellen Freiheiten einzuschränken. Insbesondere soll der Aufbau in
weiten Teilen automatisch, ohne ein zu häufiges manuelles Eingreifen des Bedieners
vonstattengehen und der mit hohem Automatisierungsgrad versehene Aufbau im besonderen
Maße stabil und mechanisch belastbar sein.
[0007] Gelöst wird die Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1, bevorzugte Ausführungsformen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen widergegeben.
[0008] Erfindungsgemäß ist ein vollständig einziehbares, pneumatisch entfaltbares Vorzelt
für eine mobile Unterkunft, welches mindestens eine innere Trägerkonstruktion aus
miteinander verbindbaren, pneumatisch versteifbaren Trägern und eine mit der Trägerkonstruktion
verbindbar ausgestaltete äußere Hülle umfasst, wobei die Trägerkonstruktion einen
Innenraum mit einer im Wesentlichen quadratischen, rechteckigen oder trapezförmigen
Grundfläche und einer im Wesentlichen quadratischen, rechteckigen oder trapezförmigen
Dachfläche aufspannt und die Trägerkonstruktion an der Dachfläche über mindestens
einen First-Träger ein Giebeldach ausbildet. Überraschenderweise wurde gefunden, dass
obige Vorzeltkonstruktion mit First-Träger für vollständig-/ganzeingezogene Vorzelte
geeignet ist, welche nicht durch einen manuellen, gerichteten Aufbau, sondern sich
selbst durch Aufblasen in Form bringen. Durch diese Konstruktion lässt sich schnell
und reproduzierbar, ohne Gefahr falscher Faltungen der versteifbaren Träger, ein einfacher,
stabiler und gleichzeitig elastischer Vorzeltaufbau realisieren, welcher nicht nur
Unebenheiten des Untergrundes ausgleicht, sondern im Vergleich zu bekannten aufblasbaren
Zeltkonstruktionen auch deutlich witterungsresistenter ist. Dies ist umso erstaunlicher,
da insbesondere das vollständige Einziehen des Vorzeltes an der mobilen Unterkunft,
also die Befestigung der Vorzelthülle über den gesamten Umlauf der mobilen Unterkunft
vor dem Aufrichten, zu einer deutlichen Reduktion der Freiheitsgrade im Aufbauprozess
und damit auch zu einer deutlich höheren Belastung des Zelthüllenmaterials führt.
Das mechanische Zusammenspiel des Vorzeltes und der mobilen Unterkunft ist dadurch
deutlich eingeschränkt und wirkt sich insbesondere auf die Möglichkeiten einer frei
und einfach ein- und ausfaltbaren Trägerkonstruktion aus. Die Aufbausituation mit
einem vollständig eingezogenen Vorzelt ist zudem deutlich restriktiver als beispielsweise
bei nur teilweise eingezogenen Vorzelten. Der nur teilweise Einzug hat den Vorteil,
dass deutlich mehr Freiheitsgrade in der Bewegung des Vorzeltes möglich sind, da nicht
das ganze Vorzelt mechanisch an der mobilen Unterkunft befestigt ist. Diese zusätzlichen
mechanischen Freiheitgrade erhöhen die Flexibilität im Aufbau. Nachteilig an einem
teilweisen Einzug hingegen ist, dass nicht eine vollständige Wasser-sowie Winddichtheit
gewährleistet ist. Die Vereinfachung im Aufsowie Abbau bei nur teils eingezogenen
Zelten wird also durch funktionale Nachteile erkauft. Das eine solche Merkmalsaggregation
über einen Aufbau mit einem First-Träger erhältlich ist, war von vorneherein nicht
erwartbar, da insbesondere ein Aufbau inklusive eines Firstträgers den Entfaltungsprozess
als solches deutlich verkompliziert. Zusätzlich wurden bisher Giebelkonstruktionen
aus statischen Überlegungen im Zusammenhang mit pneumatischen, volleingezogenen Zeltkonstruktionen
gemieden, da Giebelkonstruktionen zwar für feste Gefüge wie Häuser geeignet sind,
aber im flexiblen, pneumatischen Zeltbereich andere Dynamiken und Bewegungsmuster
der Außenhülle auftreten. Die resultierenden großen und geraden Dachflächen galten
als nicht stabil genug, um die auf die Fläche wirkenden, durch Wind und Wetter auftretenden
Lasten zu widerstehen. Überraschend wurde gefunden, dass durch die nun vorgeschlagene
Giebelkonstruktion mit pneumatisch versteifbaren Trägern die in der DIN/ISO 8936 für
Vorzelte Typ T geforderten Werte sogar überschritten werden. Dies im Gegensatz zum
Stand der Technik, welcher aufblasbare Vorzelte ohne festen Anschluss an weitere mechanische
Aufbauten wie Wohnwagen vorsieht und in der Regel pneumatische Trägerkonstruktionen
offenbart, in denen der mechanische Aufbau sich nur über die Wandbereiche eines Vorzeltes
ergibt. Letztere weisen zudem in der Regel runde oder Viertelkreisformen auf, welche
zur Ableitung beispielsweise von Regenwasser nur bedingt geeignet sind, sodass Regenwasser
ins Innere des Vorzeltes gelangen kann. Diese Lösungen wurden gewählt, da gerade pneumatische
Träger über 1 m Länge als nicht stabil genug angesehen wurden um die auftretenden
Windlasten sicher und über einen langen Zeitraum hinweg aufzunehmen. Dies alt umso
mehr für Aufbausituationen, welche mit einem Mindestmaß an manuellen Eingriffen auskommen
sollten, um den Anwender beim Aufbau zu entlasten. Im Gegensatz zu diesen Ausgestaltungen
ist die erfindungsgemäße Giebelform stabiler und ermöglicht eine reproduzierbare und
schnelle Wasserabführung zu den Vorzeltseiten hin.
[0009] Der erfindungsgemäße Aufbau betrifft ein vollständig einziehbares Vorzelt. Vollständig
einziehbar bedeutet in diesem Fall, dass das Vorzelt über den gesamten Perimeter (Umfang)
an der mobilen Unterkunft mechanisch befestigt werden kann. Der gesamte Umfang des
Vorzeltes ergibt sich dabei aus den hinteren, an der mobilen Unterkunft liegenden
Stoßkanten der rechten und linken Seitenteile und zusätzlich der Stoßkante des Vorzelt-Dachbereiches.
Die hintere Vorzeltkante im Bodenbereich zählt in der Regel nicht zum ganzeingezogenen
Bereich des Vorzeltes. Üblicherweise erfolgt das vollständige Einziehen des Vorzeltes
über eine lösbar ausgestaltete Verbindung zwischen der hinteren Vorzeltkante und der
mobilen Unterkunft, etwa in Form eines Reißverschlusses oder einer an der mobilen
Unterkunft verlaufenden, umlaufenden Nut, in welcher Befestigungsmittel an der Vorzeltkante
eingefädelt oder eingezogen werden. Durch das Einziehen des Vorzeltes ergibt sich
eine feste mechanische Verbindung zwischen Vorzelt und Unterkunft, welche insbesondere
für die Regen- und Winddichtheit der Nahtstelle zwischen mobiler Unterkunft und Vorzelt
sorgt. Das Einziehen erfolgt in der Regel vor dem Aufbau der Vorzeltkonstruktion,
da unter üblichen Umständen ein nachträgliches Einfädeln des schon vollständig entfalteten
Vorzeltes schwierig bis unmöglich ist. Insofern erfolgt der Entfaltungsmechanismus
des Vorzeltes unter der Randbedingung einer festen mechanischen Verbindung zur mobilen
Unterkunft. Insbesondere kann die vorliegende Erfindung auch ein schon an einem Fahrzeug
vollständig eingezogenes Vorzelt betreffen.
[0010] Des Weiteren betrifft die Erfindung ein pneumatisch entfaltbares Vorzelt. Pneumatisch
entfaltbare Vorzelte sind Vorzelte, welche mit Luft befüllbare Träger aufweisen, wobei
mittels Einblasen von Luft in die befüllbaren Träger eine Veränderung der mechanischen
Eigenschaften der Luftkammern in diesen erreicht wird. Als Folge wird das innere Volumen
des Vorzelts vergrößert, die Außenhülle mechanisch stabilisiert und so das Vorzelt
aufgebaut. Die Träger sind dabei nicht Bestandteil der äußeren Hülle. Dies im Gegensatz
zu üblicherweise mechanisch stabilisierten Vorzelten, welche über mechanisch stabile
Stangen oder Träger ihre Form erhalten. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die erfindungsgemäßen
Vorzelte noch über weitere Bodenanker am Untergrund befestigt werden.
[0011] Die erfindungsgemäßen Vorzelte eignen sich als Vorzelte für mobile Unterkünfte. Mobile
Unterkünfte zeichnen sich dadurch aus, dass diese nicht permanent an einer Stelle
verbleiben müssen, sondern dazu ausgelegt sind, entweder von sich aus oder durch Hilfsmittel
an andere Orte verbracht zu werden. Üblicherweise verfügen mobile Unterkünfte über
zumindest eine Schlafstätte. Bekannte mobile Unterkünfte sind beispielsweise Zelte,
Wohnwagen, Caravane und Autos.
[0012] Das Vorzelt weist eine innere Trägerkonstruktion aus miteinander verbindbaren, pneumatisch
versteifbaren Trägern auf. Eine innere Trägerkonstruktion beschreibt in diesem Fall,
dass sich die Träger unterhalb der Außenhülle des Vorzelt, also im Vorzeltinneren
befinden. Die innere Trägerkonstruktion umfasst dabei einzelne Träger, welche durch
Lufteintrag ihre mechanische Festigkeit ändern können. Beispielsweise ein Verfestigen
oder ein Versteifen durch Einblasen von Luft und eine Reduzierung der Festigkeit oder
Steifigkeit der Träger durch Ablassen von Luft aus den Trägern. Die einzelnen Träger
der Konstruktion sind dabei miteinander verbindbar ausgerüstet. Dies beispielsweise
durch Schläuche, welche die Kammern der einzelnen Träger miteinander verbinden. Es
ist aber auch möglich, das einzelne Träger der Konstruktion keine luftdurchlässige
Verbindung zu anderen Trägern der Konstruktion aufweisen. So ist es beispielsweise
möglich, dass das Vorzelt ein, zwei oder mehr unabhängige Luftkreisläufe durch Verbindung
nur einzelner Trägergruppen aufweist. Zudem ist es auch möglich, dass jeder einzelne
Träger über technische Vorrichtungen, wie beispielsweise Ventile, verfügt, mit denen
der einzelne Träger wahlweise mit weiteren Träger der Konstruktion pneumatisch verbunden
oder von diesen separiert werden kann.
[0013] Das Vorzelt weist weiterhin eine mit der Trägerkonstruktion verbindbar ausgestaltete
äußere Hülle auf. Die Trägerkonstruktion im Vorzelt-Inneren wird über eine äußere
Hülle zur Umgebung des Vorzeltes begrenzt. Zur Vorzelt-Rückseite, also der Seite,
welche der mobilen Unterkunft zugewandt und an welcher die Hülle mit dieser befestigt
ist, wird das Vorzelt durch die mobile Unterkunft selbst begrenzt. Die äußere Vorzelthülle
kann dabei durch Planen oder ein oder mehrere Schichten synthetischen oder natürlichen
Materials gebildet werden. Die Hülle kann dabei auch Öffnungen für Türen oder Fensterbereiche
aufweisen. Des Weiteren kann die Hülle auch aus einem Verbund mehrerer unterschiedlicher
Materialien bestehen, beispielsweise aus einer Schicht, welche das Vorzeltinnere vor
Regen schützt und in diese eingelassene Bereiche aus optisch transparenten Material,
welche als Vorzeltfenster dienen. Die äußere Hülle kann zweckmäßigerweise durch Klettverschlüsse,
Bänder, Druckknöpfe oder ähnliches an eine oder mehrere Träger der Trägerkonstruktion
befestigt werden. Zur mobilen Unterkunft ist die Vorzelthülle über die schon oben
beschriebenen Mittel lösbar mit der mobilen Unterkunft verbunden.
[0014] Der Innenraum des Vorzeltes weist eine im Wesentlichen quadratische, rechteckige
oder trapezförmige Grundfläche auf. Es hat sich für die Stabilität der eingezogenen
Verbindung zwischen Vorzelt und der Unterkunft als besonders günstig herausgestellt,
wenn über die Anordnung der Trägerkonstruktion an dem Boden des Vorzeltes eine im
Wesentlichen "nicht runde" Geometrie ausgebildet wird. Die einzelnen, oben genannten
geometrischen Flächen ergeben sich aus den mathematischen Grundformen. Im Wesentlichen
bedeutet in diesem Zusammenhang, dass Abweichungen von der Grundform insofern mit
einbezogen sind, indem beispielsweise ein Quadrat mit abgerundeten Ecken ebenfalls
unter die Definition "Quadrat" fällt. Die Abweichung zur mathematischen Grundform
sollte dabei zweckmäßigerweise auf weniger als 15 %, bevorzugt weniger als 10% der
entsprechenden Gesamtfläche des mathematischen Grundkörpers beschränkt werden. Nicht
einbezogene Abweichungen sind beispielsweise ovale oder kreisförmige Grundflächen.
Die Formen können beispielsweise dadurch ausgebildet werden, indem in den Ecken der
Grundflächen jeweils ein Träger positioniert wird, welcher sich vom Boden aus in Richtung
des Vorzeltdaches erstreckt und die äußere Hülle und damit auch die gewünschte geometrische
Form aufspannt.
[0015] Neben einer definierten Grundfläche weist das Vorzelt auch eine im Wesentlichen quadratische,
rechteckige oder trapezförmige Dachfläche auf. Die Dachfläche des Vorzeltes ergibt
sich aus Projektion, wenn man von oben auf die Dachvorzeltfläche schaut. Nicht zu
der Dachfläche des Vorzeltes zählt dabei die Fläche der mobilen Unterkunft und auch
nicht der Bereich, in welchem das Vorzelt an die mobile Unterkunft eingezogen ist.
Ansonsten gilt für die Dachfläche des Vorzeltes das für die Grundfläche des Vorzeltes
gesagte.
[0016] Die Trägerkonstruktion an der Dachfläche bildet über mindestens einen First-Träger
ein Giebeldach aus. Unter Giebel wird dabei die bis unters Dach reichende, senkrechte
Stirnseite des Vorzeltes verstanden. Neben den Trägern, welche die Grund- und die
Dachfläche aufspannen weist die Trägerkonstruktion mindestens einen weiteren Träger
im Dachbereich selbst auf. Dieser zusätzliche Träger ist mit der weiteren Trägerkonstruktion
verbunden und befindet sich insbesondere nicht an den Randbereichen des Vorzeltes.
Dieser First-Träger erstreckt sich über das gesamte Dach und unterteilt somit den
Dachbereich in mindestens zwei Teile. Der Träger erstreckt sich zudem von der Vorzeltvorder-
bis hin zur -Rückseite, also in Richtung auf die mobile Unterkunft hin und liegt unterhalb
der Vorzelthülle, im Vorzeltinneren, an der mobilen Unterkunft an. An den Stellen,
an denen die Dachfläche der Vorzelthülle auf dem Träger aufliegen, wird das Vorzeltdach
etwas angehoben, sodass der Dachbereich zwei unterschiedliche Neigungen aufweist.
Es entsteht ein Gefälle, wobei der Dachbereich mit dem Firstträger den höchsten Punkt
und die Dachbereiche an den äußeren Rändern des Vorzeltes die niedrigsten Dachpunkte
darstellen. Dies hat den Vorteil, dass Wasser besser abfließen kann und sich durch
die Spannung des Vorzeltdaches keine Senken ergeben, in welchen sich Wasser sammeln
kann. Zudem kann im Vergleich zu Konstruktionen ohne diesen, durch den Dachfirstträger
ein einfacherer und schnellerer Auf- und Abbau realisiert werden. Dies ist überraschend,
da durch die gemischte Anordnung der Träger eigentlich die Entfaltungssituation verkompliziert
werden sollte.
[0017] In einer bevorzugten Ausführungsform des Vorzeltes können die Träger der inneren
Trägerkonstruktion eine zylindrische Form aufweisen und der Durchmesser der Zylinder
größer oder gleich 10 cm und kleiner oder gleich 40 cm betragen. Für eine ausreichende
mechanische Festigkeit und für einen schnellen Auf- und Abbau hat es sich als besonders
günstig erwiesen, die Trägerkonstruktion zylindrisch auszugestalten und die Durchmesser
der Träger eher klein zu wählen. Trotz dieser eher kleinen Durchmesser wird eine ausreichende
Festigkeit gewährleistet und es ergibt sich ein ausreichender Anpressdruck der Trägerkonstruktion
an die mobile Unterkunft. Insofern ist gewährleistet, dass die Konstruktion sehr witterungsbeständig
ist. Zudem ist die Gefahr verringert, dass ein Ausreißen der Vorzelthülle von der
mobilen Unterkunft droht. Ein bevorzugter Bereich der Anpresskraft an die mobile Unterkunft
liegt dabei zwischen größer oder gleich 20 und kleiner oder gleich 100 kg pro Träger,
weiter bevorzugt zwischen 30 und 80 kg und des Weiteren bevorzugt zwischen 40 und
50 kg. Die Anpresskraft kann dabei mittels einer Waage bestimmt werden, welche zwischen
mobiler Unterkunft und Träger positioniert wird. Innerhalb dieser Bereiche der Anpresskraft
ergeben sich äußerst mechanisch stabile Konstruktionen, welche zudem flexibel genug
sind, um Bodenunebenheiten auszugleichen und böigen Wind zu widerstehen.
[0018] In einer besonderen Ausgestaltung des Vorzeltes können die pneumatischen Träger einen
mindestens zweiteiligen Aufbau aus einem inneren Druckkörper und einer über dem Druckkörper
angeordneten, äußeren Stabilisierungslage aufweisen, wobei die inneren Druckkörper
unterschiedlicher Träger über ein Schlauch- und Ventilsystem untereinander verbindbar
ausgestaltet sind und die äußere Stabilisierungslage eine oder mehrere Öffnungen zur
Durchführung der Schläuche des inneren Druckkörpers aufweist. Zu einem präzisen und
schnellen Aufwie Abbau des Vorzeltes hat es sich als besonders geeignet herausgestellt,
dass die pneumatischen Träger zumindest einen zweiteiligen Aufbau aufweisen. Dieser
Aufbau ermöglicht eine gesteuerte und vorteilhafte Festigkeit der Trägerkonstruktion
und bietet eine ausreichende Elastizität, so dass zusätzlich auftretende Kräfte, wie
beispielsweise durch böige Winde, von der Trägerkonstruktion als solche aufgenommen
werden können. Die äußere Stabilisierungslage des Trägers muss dabei nicht luftdicht
ausgestaltet sein, sondern kann im Vergleich zum inneren Druckkörper aus einem andere
Material oder Gewebe bestehen. Die äußere Stabilisierungslage dient dabei nicht nur
dem mechanischen Schutz des inneren Druckkörpers, sondern richtet den Druckkörper
beim Einströmen von Luft auch noch vorteilhafterweise aus. Die äußere Stabilisierungslage
muss dabei den inneren Druckkörper nicht vollständig umschließen. Zudem kann die äußere
Stabilisierungslage noch Öffnungen aufweisen, durch welche die Schläuche oder Ventile
des inneren Druckkörpers durch die Stabilisierungslage hindurchgeführt sind. Auf diese
Art und Weise können einzelne Träger sicher miteinander zu einer zusammenhängenden,
pneumatisch zusammengeschalteten Einheit verbunden werden. Mögliche Schlauch- und
Ventilsysteme sind dabei dem Fachmann bekannt.
[0019] In einem weiteren Aspekt des Vorzeltes kann die äußere Stabilisierungslage des pneumatischen
Trägers ein synthetisches Gewebe umfassen, wobei das Gewebe ermittelt nach ISO 13934-1
eine Höchstzugkraft Kette von größer oder gleich 50 daN und kleiner oder gleich 180
daN und eine Höchstzugkraft Schuss von größer oder gleich 40 daN und kleiner oder
gleich 120 daN aufweist. Insbesondere der oben angegebene Parameterbereich der äußeren
Stabilisierungslage des Trägers hat sich als besonders geeignet erwiesen, den Aufbauvorgang
des Vorzeltes besonders reproduzierbar auszugestalten und somit den Aufwand an manueller
Nachjustage deutlich zu reduzieren. Des Weiteren wird durch den Parameter Höchstzugkraft
(daN/5cm) auch ein wesentlicher Teil der Elastizität des Trägers, wie auch der gesamten
Trägerkonstruktion mitbestimmt. Gerade innerhalb dieses Parameterbereichs ergeben
sich sowohl äußerst haltbare, wie auch flexible und elastische Trägerkonstruktionen,
welche die Gefahr eines Aufreißens unter Druck verhindern und eine ausreichende Flexibilität
für einen effizienten Entfaltungsvorgang des Vorzeltes aufweisen. Dies kann zur längeren
Haltbarkeit der Trägerkonstruktion beitragen. Ein synthetisches Gewebe ist dabei eine
aus einzelnen Fäden oder Fasern hergestelltes Gebilde, welches durch Verweben der
einzelnen Fäden oder Fasern herstellbar ist.
[0020] Im Rahmen einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die äußere Stabilisierungslage
des pneumatischen Trägers aus einem Mischgewebe bestehen, welches eine Dehnung gemessen
nach DIN EN ISO 13934-1:2013-08 von kleiner oder gleich 5% aufweist. Insbesondere
die Ausgestaltung der äußeren Stabilisierungslage des Trägers aus einem Mischgewebe
mit einer relativ kleinen Dehnung kann zu besonders stabilen geraden Trägerkonstruktionen
beitragen, welche flexibel genug sind den auftretenden Lasten zu widerstehen und welche
im Rahmen einer pneumatischen Entfaltung ausreichend "Führung" bereitstellen, sodass
die innere Trägerkonstruktion ohne Gefahr von Falschausrichtungen oder Fehlfaltungen
sich schnell und einfach entfalten lässt. Es hat sich überraschenderweise herausgestellt,
dass dies durch eine äußere Trägerkonstruktion aus einem Mischgewebe mit einer relativ
geringen Dehnung erreicht werden kann. Bevorzugt kann die Dehnung dieses Mischgewebes
auch kleiner als 2,5%, des Weiteren bevorzugt kleiner als 1% betragen. Diese geringen
Dehnungen können insbesondere gerade pneumatische Trägerkonstruktionen hinreichend
stabilisieren und führen dazu, dass ein schneller und fehlerfreier Aufbau erreicht
werden kann. Bevorzugt kann dieses Mischgewebe entweder aus Polyurethan, Nylon oder
Polyester bestehen, welches zusätzlich zur Steuerung des Dehnungsverhaltens einen
weiteren Faden, beispielsweise aus Polyamid, aufweist. Diese Ausgestaltung der äußeren
Hülle des pneumatischen Trägers kann sowohl eine geringe Dehnung als auch eine ausreichende
Flexibilität des Trägers auch über längere Strecken von 1 m gewährleisten.
[0021] Innerhalb einer weiteren Charakteristik des Vorzeltes kann der innere Druckköper
des pneumatischen Trägers ein synthetisches Material umfassen, wobei das Material
ermittelt nach ISO 13934-1 eine gemittelte Höchstzugkraft von größer oder gleich 50
daN und kleiner oder gleich 180 daN aufweist. Synthetisches Material mit diesen Höchstzugkraftwerten
haben sich als ausreichend formstabil erwiesen, sodass auch bei einem nur geringen
Befüllungsgrad des einzelnen Trägers mit Luft schon eine ausreichende Formstabilität
des einzelnen Trägers vorliegt. Als Resultat wird der Aufbauvorgang des Vorzeltes
vereinfacht, da schon mit kleinen Luftmengen der Entfaltungsweg des Vorzeltes sehr
präzise vorgegeben wird. Auf diese Art und Weise können Fehlfaltungen vermieden und
ein schneller Aufbau gewährleistet werden. Die gemittelte Höchstzugkraft ergibt sich
dabei aus den Mittel der Höchstzugkraft gemessen in jeweils zwei senkrechter Richtungen
an dem synthetischen Material. Dieser Materialmittelwert ist unabhängig davon, dass
die einzelnen (Richtungs)Werte selbst schon Mittelwerte jeweils einer Richtung darstellen
können.
[0022] In einer weiteren Ausgestaltung des Vorzeltes kann der innere Druckkörper eines einzelnen
Trägers über mindestens ein Drehventil von der Trägerkonstruktion pneumatisch separierbar
ausgestaltet sein. Drehventile haben sich zur Separierung der einzelnen Träger der
Trägerkonstruktion als besonders günstig erwiesen. Zum einen wird durch die Bauart
dieser Ventile eine mechanische Beschädigung der einzelnen Träger im zusammengefalteten
Zustand verhindert und zum anderen lassen sich diese Ventile reproduzierbar auch im
entfalteten Zustand des Vorzeltes reproduzierbar einregulieren. Ein weiterer Vorteil
besteht darin, dass die Ventile auch unter ungünstigen räumlichen Bedingungen, wie
beispielsweise in den Vorzeltecken, sicher und präzise geschaltet werden können.
[0023] In einer weiterhin bevorzugten Ausführungsform des Vorzeltes kann die äußere Hülle
des Vorzeltes ein Gewebe aus Fasern umfassen, wobei die Fasern ausgesucht sind aus
der Gruppe bestehend aus Polyester-, Polyethylen-, Polyamid-, Polyvinylalkohol-, Polyacryl-,
Polyvinylchlorid-, Polyacrylnitril-, Polyurethan-Fasern oder Mischungen daraus. Insbesondere
unter der Maßgabe einer flexiblen äußeren Hülle, welche die unterschiedlichen Kräfte
im Rahmen des pneumatischen Ent- und Zusammenfaltprozesses der Trägerkonstruktion
aufnehmen kann, hat sich eine Außenhülle aus oben genannten Materialien als besonders
geeignet erwiesen. Der sichere Einzug der Hülle an die mobile Unterkunft ist mit diesen
Materialien ebenso gewährleistet, wie eine hinreichende Flexibilität, um schnell und
reproduzierbar auf die unterschiedliche Steifigkeit der Trägerkonstruktion zu reagieren.
Die Fasern des Gewebes können dabei einzeln oder aber als insgesamt beschichtetes
Gewebe vorliegen. Besonders bevorzugt sind Schichtmaterialien aus unterschiedlichen
Gewebe oder Fasern, wobei insbesondere ein Schichtverbund oder eine Einzellage aus
Polyester/PVA oder nur Polyester besonders geeignete mechanische Eigenschaften für
ein pneumatisch entfaltbares, voll eingezogenes Vorzelt aufweist.
[0024] In einer weiteren Ausführungsform des Vorzeltes kann die äußere Hülle ein Gewebe
aus Polymerfasern umfassen, wobei das Gewebe ermittelt nach ISO 13934-1 eine Höchstzugkraft
Kette von größer oder gleich 90 daN und kleiner oder gleich 200 daN und eine Höchstzugkraft
Schuss von größer oder gleich 50 daN und kleiner oder gleich 150 daN aufweist. Gerade
Gewebe aus oben angegebenen Polymerfasern können zu einem sicheren und schnelleren
Entfaltungsvorgang der Vorzelthülle beitragen. Im Falle beschichteter Gewebe gelten
die angegebenen Werte für das beschichtete Gewebe. Gewebe aus Fasern mit diesen Eigenschaften
können die Trägerkonstruktion bei der Aufnahme von Windlasten unterstützen und so
einer Zerstörung der Konstruktion unter höheren Windlasten entgegenwirken. Polymerfasern
mit höheren Werten können ungünstig sein, da bei sehr hohen Windlasten die Gefahr
besteht, dass das Vorzelt sich nicht rechtzeig von der mobilen Unterkunft löst und
der Trägeraufbau durch die äußere Hülle nicht genügend geführt wird. Niedrigere Höchstzugkräfte
können nachteilig sein, da das Material unter Belastung zu schnell reißen kann. Dies
kann insbesondere beim Einzug des Vorzeltes an die mobile Unterkunft der Fall sein.
[0025] In einer weiteren Ausgestaltung kann die äußere Hülle des Vorzeltes ein Gewebe aus
Polymerfasem umfassen, wobei das Gewebe ermittelt nach ISO 13937-1 eine Weiterreißfestigkeit
Kette von größer oder gleich 1 daN und kleiner oder gleich 5 daN und eine Weiterreißfestigkeit
Schuss von größer oder gleich 0,5 daN und kleiner oder gleich 4 daN aufweist. Die
Weiterreißfestigkeit ist im Falle beschichteter Gewebe für den Verbund aus Gewebe
und Beschichtung angegeben. Diese Werte der Weiterreißfestigkeit (in daN/4,3 cm) des
Hüllenmaterials können zu einer mechanischen Langlebigkeit des Vorzeltes beitragen.
Des Weiteren sind insbesondere diese Werte auch geeignet, mit der erfindungsgemäß
einsetzbaren Trägerkonstruktion in synergistischer Art und Weise zusammenzuwirken.
Die durch diese Werte erreichbare Flexibilität der Vorzelthülle kann dabei sowohl
zu einem insgesamt stabilen Aufbau führen, welcher schon bei geringer Befüllung der
Träger die ausreichende Führung derselben in die "richtige" Aufbaurichtung unterstützt.
Derart lässt sich ein schneller Aufbau mit nur einer geringen Wahrscheinlichkeit "falscher"
Faltungen erreichen.
[0026] Innerhalb einer weiteren Ausgestaltung des Vorzeltes kann der First-Träger sich von
der Vorzeltvorderseite hin zur mobilen Unterkunft erstrecken und im Wesentlichen mittig
auf der Vorzelt-Dachfläche angeordnet sein. Die mittige Anordnung des Firstelementes
kann zu einer besonders stabilen Mechanik der Trägerkonstruktion des Vorzeltes beitragen.
Insbesondere kann dadurch erreicht werden, dass auftretende Dachlasten symmetrisch
auf das gesamte Vorzelt verteilt werden. Somit kann die Gefahr eines Ausreißens des
Vorzeltes von der mobilen Unterkunft verringert werden. Eine im Wesentlichen mittige
Anordnung des First-Trägers ergibt sich dann, wenn der First-Träger von dem rechten
und dem linken Vorzeltrand mit einer Abstandsabweichung von weniger als 15%, bevorzugt
weniger als 10% gleich weit entfernt ist.
[0027] Weiterhin können in einer bevorzugten Ausführungsform die Träger an den Randbereichen
des Vorzeltes (sowohl am Boden und/oder am oberen Vorzeltende) parallel zum Boden
ausgerichtet sein. Die kann insbesondere bedeuten, dass die Dachträger am rechten
und linken Rand des Vorzeltes nicht geneigt, sondern parallel zum Boden ausgerichtet
sind. Diese Ausrichtung ist a priori erst einmal nachteilig, da die Träger höhere
Lasten aufnehmen müssen. Zudem fehlt in dieser Ausgestaltung eine Dachneigung entweder
zur mobilen Unterkunft oder zur Vorzelt-Vorderseite, welche ein Abfließen von Regenwasser
erleichtern sollte. Überraschenderweise hat sich aber herausgestellt, dass sich Vorzelte,
und hier insbesondere ganz eingezogene Vorzelte, mit einer derartigen Ausgestaltung
deutlich schneller und einfacher Aus- sowie Einfalten lassen. Zudem ergibt sich durch
die Kombination mit einem Firstträger eine ausreichende Dachneigung, welche einen
ausreichen Abfluss von Regenwasser gewährleistet. Weiterhin können sich die genannten
Vorteile für die Fälle ergeben, in denen sämtliche Träger im Dachbereich des Vorzeltes,
also sowohl First- wie auch Außenträger, im Wesentlichen parallel zum Boden ausgerichtet
sind. Die Träger sind im Wesentlichen parallel zum Boden ausgerichtet, wenn diese
einen Winkel von kleiner als 15°, bevorzugt kleiner als 10°, des Weiteren bevorzugt
kleiner als 5° zum Boden (ohne Unebenheiten) einschließen.
[0028] Innerhalb eines weiteren Aspektes des Vorzeltes kann die innere Trägerkonstruktion
mindestens jeweils einen oder mehrere Träger an den Vorzelt-Kanten aufweisen. Die
Vorzelt-Kanten eines erfindungsgemäßen Vorzelt-Aufbaus sind in der Figur 1 mit dargestellt.
Durch den Einsatz von Trägern an diesen Kanten ergibt sich eine besonders stabile
Konstruktion, welche sich zudem auch noch sehr reproduzierbar pneumatisch steuern
lässt. Dies ermöglicht sehr schnelle Auf- wie Abbauprozesse und verringert die Notwendigkeit
zum manuellen Eingriff des Anwenders.
[0029] Nach einer weiteren Charakteristik des Vorzeltes kann der First-Träger mit mindestens
einem weiteren Träger der Trägerkonstruktion starr miteinander verbunden sein. Entgegen
den Anforderungen eines flexiblen Aufbaus und des Beibehalts einer größtmöglichen
Beweglichkeit der einzelnen Träger der Trägerkonstruktion hat es ich als besonders
günstig erwiesen, dass der Firstträger starr mit mindestens einem weiteren Träger
der Trägerkonstruktion verbunden ist. Dies ist deshalb besonders überraschend, da
der First-Träger im Vergleich zu den anderen Träger der Konstruktion eine andere Ausrichtung
aufweist, welches eher zu einer Verkomplizierung des pneumatischen Auf- wie Abbauvorganges
beitragen sollte und insofern zu häufigeren Fehlfaltungen oder einer gesteigerten
Anzahl an manuellen Eingriffen führen müsste. Erstaunlicherweise ergibt sich aber
gerade das Gegenteil, sodass ein derartiger Aufbau sich deutlich schneller und reproduzierbar
pneumatisch steuern lässt. Dies im Vergleich zu Ausgestaltungen, in welchen der First-Träger
lösbar und flexibel mit einem oder mehreren Trägern der Trägerkonstruktion verbunden
ist. Eine starre Verbindung zwischen dem First-Träger und einem weiteren Träger ergibt
sich insbesondere in den Fällen, in denen am Kontaktpunkt der beiden Träger keine
oder nur eine Drehbewegung zwischen beiden Trägern möglich ist.
[0030] Innerhalb einer weiteren Ausgestaltung des Vorzeltes kann der First-Träger nicht
lösbar und starr mit einem Träger verbunden sein, welcher sich zum Boden des Vorzeltes
hin erstreckt und dessen Mittelachse mit der Mittelachse des First-Trägers einen Winkel
von größer oder gleich 60° und kleiner oder gleich 120° einschließt. Eine derartige
Ausrichtung zweier Träger im angegebenen Winkelbereich führt zu einer gesteigerten
mechanischen Festigkeit und einer erhöhten Elastizität der gesamten Trägerkonstruktion.
Zudem wird auch ein besonders gerichteter Aufbauvorgang erreicht, welcher insbesondere
bei volleingezogenen Vorzelten mit verringerten Freiheitsgraden für den Aufbau besonders
günstig ist. Der pneumatische Aufbau lässt sich sehr schnell durchführen und die Gefahr
einer falschen Entfaltung der Träger und der Hülle ist sehr gering, so dass die Wahrscheinlichkeit
manueller Eingriffe durch den Anwender äußerst geringgehalten wird.
[0031] In einer zusätzlichen Ausführungsform des Vorzeltes können die Seitenwände des Vorzeltes
über mindestens drei einzelne Träger mechanisch stabilisiert werden. Eine mechanische
Stabilisierung der äußeren Hülle an einer der Seiten über drei einzelne Träger kann
zu einer besonders effizienten Stabilisierung der gesamten Vorzeltkonstruktion beitragen.
Insbesondere können über die drei einzelnen Träger die Kanten der Seitenfläche des
Vorzeltes ohne den Bodenbereich stabilisiert werden. Mit diesem Aufbau lässt sich
ein schneller Auf- wie Abbauvorgang realisieren und zudem ist diese Konstruktion äußerst
elastisch und witterungsstabil. Dies im Gegensatz zu Konstruktionen, in welchen zusätzlich
der Boden noch mit einem weiteren Träger stabilisiert wird. Letzteres führt zu einem
höheren Materialaufwand und erhöht die Wahrscheinlichkeit ungewollter Falschfaltungen
während des Auf- wie Abbaus.
[0032] In einer bevorzugten Ausgestaltung des Vorzeltes kann die innere Trägerkonstruktion
keine Träger aufweisen, welche mit ihrer Längsseite an der mobilen Unterkunft anliegen.
Für die mechanische Stabilität der gesamten Trägerkonstruktion hat es sich als ausreichend
und förderlich erwiesen, dass keine Träger vorhanden sind, welche ihrer Länge nach
die mobile Unterkunft kontaktieren. Dies bedeutet allerdings nicht, dass keine Träger
an der mobilen Unterkunft anliegen können. Letzteres ist möglich, dann allerdings
nicht mit der Längs- sondern mit der kurzen Seite des oder der Träger. Eine solche
Anordnung kann einen einfacheren Aufbau des Vorzeltes gewährleisten und die Stabilität
und Flexibilität der Trägerkonstruktion erhöhen. Dies ist insbesondere erstaunlich,
da normalerweise der Fachmann erwarten würde, dass die Schnittstelle zwischen mobiler
Unterkunft und Vorzelt, der Einzug, mechanisch besonders gestützt und geschützt werden
müsste. Überraschenderweise wurde gefunden, dass über den erfindungsgemäßen Aufbau
eine ausreichende Anpresskraft der einzeln Träger an die mobile Unterkunft gewährleistet
wird, welches den Einsatz weiterer Träger in oben beschriebenen Bereich erübrigt.
[0033] Des Weiteren erfindungsgemäß ist eine mobile Schlafstätte mit einem erfindungsgemäß
aufgebauten Vorzelt. Eine mobile Schlafstätte im Sinne der Erfindung ist dabei eine
Vorrichtung, welche dazu ausgerichtet ist, dass Menschen in dieser übernachten und
welche nicht ständig an einem Ort verbleiben muss. Die Schlafstätte ist insofern mobil
ausgestaltet, sodass diese an unterschiedlichen Orten aufgebaut werden kann. Mobile
Schlafstätten sind beispielsweise Zelte, Wohnwagen, Caravane oder auch allgemein Autos.
[0034] Weiterhin im Sinne der Erfindung ist eine Zusammenstellung, ein Kit of Parts, mindestens
umfassend eine mobile Schlafstätte und das erfindungsgemäße Vorzelt.
[0035] Einige Ausführungsformen für erfindungsgemäße Ausgestaltungen werden in den nachfolgenden
Figuren wiedergegeben.
[0036] Es zeigen schematisch die
- Fig. 1
- eine Frontansicht des erfindungsgemäßen Vorzelts (1) mit Darstellung der Trägerkonstruktion
(2, 3, 4),
- Fig. 2
- eine Frontansicht des erfindungsgemäßen Vorzelts (1) mit Darstellung der Umlaufkanten
(6) und der Flächenbereiche (7), und die
- Fig. 3
- die Definition zur Bestimmung des Umlaufmaßes am Beispiel eines Wohnwagens.
[0037] Die Figur 1 zeigt die Frontansicht des erfindungsgemäßen Vorzeltes (1) mit einer
möglichen Ausgestaltung der pneumatischen Trägerkonstruktion mit den einzelnen Trägern
(2, 3, 4). Deutlich ist in dieser Abbildung die Giebelstruktur zu erkennen, wobei
der oberste Träger (2) der First-Träger ist. Die Träger (2) bilden dabei die Grundkonstruktion
des Vorzeltes. Das Vorzelt befindet sich im aufgebauten Zustand und der Bodenbereich
des Vorzeltes (5) ist nicht mit Trägern versehen. Dargestellt ist zudem, dass neben
dem Umlauf mit den Trägern (2) auch weitere Träger (3, 4) in den Flächenbereichen
des Dachs und der Front vorhanden sein können, welche bei größeren Vorzelten zu einer
zusätzlichen Stabilität des Dachbereichs beitragen können. Insgesamt ergibt sich ein
spiegelsymmetrischer Aufbau der Trägerkonstruktion. Die Träger (2, 3, 4) können dieselben
oder aber auch unterschiedliche Durchmesser aufweisen. Diese Ausgestaltung kann zu
besonders schnellen und sicheren Auf- wie Abbauvorgängen des Vorzeltes beitragen.
[0038] In der Figur 2 ist dieselbe Frontansicht eines erfindungsgemäßen Vorzeltes (1) wie
in Figur 1 dargestellt, allerdings ohne die Trägerkonstruktion (2, 3, 4). In dieser
Figur sind der Vorzeltumlauf (6) und die Flächenbereiche (7) noch einmal explizit
dargestellt.
[0039] Die Figur 3 zeigt eine Definition des verwendeten Umlaufmaßes. Das Umlaufmaß ist
die Seitenfläche eines Wohnwagens oder Zeltes, wobei die Bodenstrecke nicht mitgerechnet
wird. Das Umlaufmaß ergibt sich aus der Figur 3 durch die Addition der Strecken A,
B und C und wird beispielsweise über ein Maßband bestimmt.
1. Vollständig einziehbares, pneumatisch entfaltbares Vorzelt für eine mobile Unterkunft
mindestens umfassend eine innere Trägerkonstruktion aus miteinander verbindbaren,
pneumatisch versteifbaren Trägern und eine mit der Trägerkonstruktion verbindbar ausgestaltete
äußere Hülle, dadurch gekennzeichnet, dass die Trägerkonstruktion einen Innenraum mit einer im Wesentlichen quadratischen, rechteckigen
oder trapezförmigen Grundfläche und einer im Wesentlichen quadratischen, rechteckigen
oder trapezförmigen Dachfläche aufspannt und die Trägerkonstruktion an der Dachfläche
über mindestens einen First-Träger ein Giebeldach ausbildet.
2. Vorzelt nach Anspruch 1, wobei die Träger der inneren Trägerkonstruktion eine zylindrische
Form aufweisen und der Durchmesser der Zylinder größer oder gleich 10 cm und kleiner
oder gleich 40 cm beträgt.
3. Vorzelt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die pneumatischen Träger einen
mindestens zweiteiligen Aufbau aus einem inneren Druckkörper und einer über dem Druckkörper
angeordneten, äußeren Stabilisierungslage aufweisen, wobei die inneren Druckkörper
unterschiedlicher Träger über ein Schlauch- und Ventilsystem untereinander verbindbar
ausgestaltet sind und die äußere Stabilisierungslage eine oder mehrere Öffnungen zur
Durchführung der Schläuche des inneren Druckkörpers aufweist.
4. Vorzelt nach Anspruch 3, wobei die äußere Stabilisierungslage des pneumatischen Trägers
ein synthetisches Gewebe umfasst, wobei das Gewebe ermittelt nach ISO 13934-1 eine
Höchstzugkraft Kette von größer oder gleich 50 daN und kleiner oder gleich 180 daN
und eine Höchstzugkraft Schuss von größer oder gleich 40 daN und kleiner oder gleich
120 daN aufweist.
5. Vorzelt nach Anspruch 3 oder 4, wobei die äußere Stabilisierungslage des pneumatischen
Trägers aus einem Mischgewebe besteht, welches eine Dehnung gemessen nach DIN EN ISO
13934-1:2013-08 von kleiner oder gleich 5% aufweist.
6. Vorzelt nach einem der Ansprüche 3 bis 5, wobei der innere Druckköper des pneumatischen
Trägers ein synthetisches Material umfasst, wobei das Material ermittelt nach ISO
13934-1 eine gemittelte Höchstzugkraft von größer oder gleich 50 daN und kleiner oder
gleich 180 daN aufweist.
7. Vorzelt nach einem der Ansprüche 3 bis 6, wobei der innere Druckkörper eines einzelnen
Trägers über mindestens ein Drehventil von der Trägerkonstruktion pneumatisch separierbar
ausgestaltet ist.
8. Vorzelt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die äußere Hülle des Vorzeltes
ein Gewebe aus Fasern umfasst, wobei die Fasern ausgesucht sind aus der Gruppe bestehend
aus Polyester-, Polyethylen-, Polyamid-, Polyvinylalkohol-, Polyacryl, Polyvinylchlorid-,
Polyacrylnitril-, Polyurethan-Fasern oder Mischungen daraus.
9. Vorzelt nach Anspruch 8, wobei die äußere Hülle des Vorzeltes ein Gewebe aus Polymerfasern
umfasst, wobei das Gewebe ermittelt nach ISO 13934-1 eine Höchstzugkraft Kette von
größer oder gleich 90 daN und kleiner oder gleich 200 daN und eine Höchstzugkraft
Schuss von größer oder gleich 50 daN und kleiner oder gleich 150 daN aufweist.
10. Vorzelt nach Anspruch 8 oder 9, wobei die äußere Hülle des Vorzeltes ein Gewebe aus
Polymerfasern umfasst, wobei das Gewebe ermittelt nach ISO 13937-1 eine Weiterreißfestigkeit
Kette von größer oder gleich 1 daN und kleiner oder gleich 5 daN und eine Weiterreißfestigkeit
Schuss von größer oder gleich 0,5 daN und kleiner oder gleich 4 daN aufweist.
11. Vorzelt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der First-Träger sich von der
Vorzeltvorderseite hin zur mobilen Unterkunft erstreckt und im Wesentlichen mittig
auf der Vorzelt-Dachfläche angeordnet ist.
12. Vorzelt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die innere Trägerkonstruktion
mindestens jeweils einen oder mehrere Träger an den Vorzelt-Kanten aufweist.
13. Vorzelt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der First-Träger mit mindestens
einem weiteren Träger der Trägerkonstruktion starr miteinander verbunden ist.
14. Vorzelt nach Anspruch 13, wobei der First-Träger nicht lösbar und starr mit einem
Träger verbunden ist, welcher sich zum Boden des Vorzeltes hin erstreckt und dessen
Mittelachse mit der Mittelachse des First-Trägers einen Winkel von größer oder gleich
60° und kleiner oder gleich 120° einschließt.
15. Vorzelt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Seitenwände des Vorzeltes
über mindestens drei einzelne Träger mechanisch stabilisiert werden.