[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Walzen, insbesondere zum Kaltwalzen, eines
Walzgutes, bei dem das Walzgut durch einen Walzspalt zwischen zwei Arbeitswalzen eines
Walzgerüstes geführt wird und eine Kontaktzone, in der eine Kontaktoberfläche des
Walzgutes an einer Arbeitswalze anliegt, geschmiert wird.
[0002] Das Walzgut ist dabei ein metallisches Walzband, das von den rotierenden Arbeitswalzen
durch den Walzspalt gezogen wird, um seine Dicke zu reduzieren. Das Schmieren einer
Kontaktzone, in der das Walzgut mit einer Arbeitswalze in Kontakt steht, reduziert
die Reibung zwischen dem Walzgut und der Arbeitswalze. Um die Temperatur und den Verschleiß
der Arbeitswalzen zu reduzieren, werden die Arbeitswalzen in der Regel gekühlt. Es
sind verschiedene Verfahren und Vorrichtungen zum Schmieren von Kontaktzonen, in denen
ein Walzgut mit Arbeitswalzen in Kontakt steht, bekannt.
[0003] EP 2 651 577 B1 offenbart ein Verfahren zum Aufbringen eines Schmiermittels beim Walzen eines metallischen
Walzbandes, das in einem Walzspalt zwischen zwei Arbeitswalzen hindurch geführt wird.
Dabei wird in einer Zerstäubungseinrichtung ein Gemisch aus dem Schmiermittel und
einem Trägergas erzeugt, und das Gemisch wird mit Sprühdüsen auf die Oberfläche zumindest
einer Arbeitswalze und/oder auf die Oberfläche des Walzbandes aufgebracht.
[0004] WO 2013/029886 A1 offenbart ein Betriebsverfahren für ein Reversierwalzwerk mit zumindest einem Reversierwalzgerüst
zum Walzen eines Walzgutes und einer Aufhaspel zum Aufhaspeln des Walzgutes nach einem
Walzstich. Dabei wird mittels einer Walzölauftragsvorrichtung, welche zwischen dem
zumindest einen Reversierwalzgerüst und der Aufhaspel angeordnet ist, ausschließlich
Walzöl ohne Wasser als Trägermedium auf das Walzgut aufgetragen.
[0005] WO 00/64605 A1 offenbart eine Walzanordnung mit mindestens einem Walzgerüst zum Walzen eines Metallbandes
und einer dem Walzgerüst zugeordneten Schmiervorrichtung zum über die Metallbandbreite
verteilten Aufbringen einer Menge an Schmiermittel auf das Metallband. Die Schmiervorrichtung
weist eine Grundschmiervorrichtung und eine Zusatzschmiervorrichtung auf, wobei die
Menge und die Verteilung des von der Grundschmiervorrichtung aufzubringenden Schmiermittels
während eines Stiches konstant und die Menge und/oder die Verteilung des von der Zusatzschmiervorrichtung
aufzubringenden Schmiermittels einstellbar ist. Hinter dem Walzgerüst wird mit einer
Schmierungsverlauferfassungseinrichtung über die Metallbandbreite ein Schmierungsverlauf
ermittelt und zur Einstellung der Menge und/oder der Verteilung des Schmiermittels
und/oder mindestens eines Walzparameters herangezogen.
[0006] EP 1 750 864 B2 offenbart ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Kühlung und/oder Schmierung von
Walzen und/oder Walzgut. Dabei wird aus mehreren Düsen/Düsenreihen einerseits ein
Kühlmedium auf die Walzen und zur Schmierung andererseits ein Grundöl vor dem Walzspalt
auf das Walzgut aufgebracht, wobei das Kühlmedium getrennt von dem Grundöl auf die
Walzen und ausschließlich das Grundöl ohne Wasser als Trägermedium in einer bezogen
auf die übliche Menge sehr kleinen Menge direkt auf das Walzgut über dessen gesamte
Breite aufgebracht wird.
[0007] EP 0 794 023 A2 offenbart ein Walzwerk und ein Verfahren zum Kaltwalzen eines Walzgutes, bei dem
unmittelbar vor einem Walzspalt Walzöl zwischen das Walzgut und die Arbeitswalzen
eingebracht wird und Kühlwasser auf die Arbeitswalzen aufgebracht wird.
[0008] WO 2013/120750 A1 offenbart eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Schmierung der Walzen eines Walzgerüstes,
wobei mittels einer Misch- und Sprüheinrichtung ein Gemisch aus Wasser und Öl erzeugt
wird und dieses Gemisch auf mindestens eine der Walzen des Walzgerüstes und/oder auf
die Oberfläche des Walzgutes gesprüht wird.
[0009] Die
JP H01 218710 A offenbart ein gattungsgemässes Verfahren zum Schmieren und Kühlen eines Walzgutes
in einem Walzgerüst, bei dem auslaufseitig Kühlmittel und einlaufseitig ein Schmiermittel
auf die Walzen aufgebracht wird und wobei bei Bedarf vor dem Walzgerüst zusätzliches
Schmiermittel auf das Walzband aufgedüst werden kann.
[0010] Gemäß der
WO2007/025682 A1 wird bei einem Walzgerüst einlaufseitig Schmiermittel auf die Arbeitswalzen bzw.
direkt auf die Ober- und Unterseite des Walzbandes aufgebracht, um bessere Bandqualitäten
durch einen stabileren Walzprozess, insbesondere durch eine Reibungsanpassung im Walzspalt,
zu erzielen. Dabei wird die insgesamt aufgegebene Schmiermittelmenge durch ein Rechenmodell
in Abhängigkeit von Prozessdaten gesteuert, sodass nur soviel Schmiermittel aufgetragen
wird, wie im Walzprozess benötigt wird.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zum Walzen eines
Walzgutes anzugeben, bei dem das Walzgut durch einen Walzspalt zwischen zwei Arbeitswalzen
eines Walzgerüstes geführt wird und Kontaktzonen, in denen das Walzgut mit den Arbeitswalzen
in Kontakt steht, geschmiert werden.
[0012] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0013] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0014] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Walzen eines Walzgutes wird das Walzgut in
einer Walzrichtung durch einen Walzspalt zwischen zwei Arbeitswalzen eines Walzgerüstes
geführt und in eine Kontaktzone, in der eine Kontaktoberfläche des Walzgutes an einer
Arbeitswalze anliegt, wird ein Kühlschmiermittel zur Schmierung der Kontaktzone eingebracht.
Ferner wird ein Schmierungsbedarf der Kontaktzone in Abhängigkeit von wenigstens einem
Prozessparameter des Walzprozesses bestimmt, und bezüglich der Walzrichtung vor dem
Walzspalt in einem vorgegebenen Aufbringabstand von dem Walzspalt wird ein Zusatzschmiermittel
auf die Kontaktoberfläche des Walzgutes aufgebracht, wenn die momentan in die Kontaktzone
eingebrachte Kühlschmiermittelmenge den Schmierungsbedarf nicht deckt.
[0015] Das Verfahren ermöglicht also vorteilhaft, bedarfsweise zusätzlich zu einem Kühlschmiermittel
ein Zusatzschmiermittel zur Schmierung einer Kontaktzone zwischen dem Walzgut und
einer Arbeitswalze einzusetzen, wenn die eingebrachte Kühlschmiermittelmenge keine
ausreichende Schmierung ermöglicht. Die Zusatzschmierung verringert die Walzspaltreibung
zwischen dem Walzgut und der Arbeitswalze in der Kontaktzone und ermöglicht dadurch
vorteilhaft eine Energieersparnis durch eine geringere benötigte Antriebsleistung
für die Arbeitswalze. Durch eine mittels des Zusatzschmiermittels verbesserte Schmierung
entsteht ferner die Möglichkeit, auch höherfestes Walzgut bei akzeptabler Stichabnahme
zu walzen, da beim Walzen höherfesten Walzgutes erhöhte Walzkräfte entstehen und daher
ein erhöhter Schmierungsbedarf entsteht. Dadurch wird die mit dem Walzgerüst erzeugbare
Produktpalette vorteilhaft erweitert. Durch eine produkt- und/oder prozessabhängige
Wahl des verwendeten Zusatzschmiermittels kann die Produktionsflexibilität weiter
gesteigert werden. Durch das bedarfsweise Aufbringen des Zusatzschmiermittels wird
außerdem eine von der Kühlung unabhängige Schmierung ermöglicht.
[0016] Dadurch, dass das Zusatzschmiermittel in einem vorgegebenen Aufbringabstand vor dem
Walzspalt auf das Walzgut aufgebracht wird, wirkt das Zusatzschmiermittel außerdem
solange auf das Walzgut ein bis es den Walzspalt erreicht. Durch diese lange Einwirkzeit
verbessert sich vorteilhaft die Schmierwirkung (das so genannte Plate-Out) des Zusatzschmiermittels
in der Kontaktzone gegenüber einem Aufbringen des Zusatzschmiermittels auf das Walzgut
unmittelbar vor dem Walzspalt.
[0017] Die Erfindung sieht vor, dass die in die Kontaktzone eingebrachte Kühlschmiermittelmenge
reduziert wird, wenn Zusatzschmiermittel auf die Kontaktoberfläche aufgebracht wird.
Dies berücksichtigt, dass Zusatzschmiermittel durch das Kühlschmiermittel wieder abgewaschen
werden kann. Daher ist es sinnvoll, die Kühlschmiermittelmenge zu reduzieren, wenn
Zusatzschmiermittel aufgebracht wird, um diese Abwaschwirkung des Kühlschmiermittels
zu verhindern bzw. zu reduzieren.
[0018] Der Einsatz der Zusatzschmierung erhöht zudem die Walzgutoberflächensauberkeit, d.
h. verringert den auf dem Walzgut nach dem Walzen verbleibenden Eisenabrieb. Daher
kann die Zusatzschmierung auch vorteilhaft zur Produktion von Walzgut mit erhöhten
Anforderungen an die Walzgutoberflächensauberkeit eingesetzt werden.
[0019] Eine Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die auf die Kontaktoberfläche des
Walzgutes aufgebrachte Zusatzschmiermittelmenge in Abhängigkeit von dem für die Kontaktzone
bestimmten Schmierungsbedarf eingestellt wird. Dadurch kann die eingesetzte Zusatzschmiermittelmenge
vorteilhaft dem Schmierungsbedarf angepasst werden, so dass einerseits eine jederzeit
ausreichende Schmierung der Kontaktzone erreicht wird und andererseits eine überhöhte
Zusatzschmiermittelmenge, die ein Rutschen der Arbeitswalze auf dem Walzgut hervorrufen
würde, vermieden wird.
[0020] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass als Prozessparameter für
die Bestimmung des Schmierungsbedarfes eine Walzgutgeschwindigkeit des Walzgutes und/oder
eine Kompressionsfestigkeit des Walzgutes und/oder eine Rauheit des Walzgutes und/oder
eine Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche des Walzgutes an einem
Bezugsort und der Oberfläche der Arbeitswalze und/oder eine Dicke des Walzgutes und/oder
eine Viskosität des Kühlschmiermittels verwendet wird oder werden.
[0021] Die Verwendung der Walzgutgeschwindigkeit als Prozessparameter für die Bestimmung
des Schmierungsbedarfes ist besonders vorteilhaft, weil die Walzspaltreibung zwischen
dem Walzgut und den Arbeitswalzen und damit der Schmierungsbedarf stark von der Walzgutgeschwindigkeit
abhängen. Die Walzspaltreibung hängt außerdem wesentlich von der Kompressionsfestigkeit
und Rauheit des Walzgutes ab, weshalb sich auch diese Materialeigenschaften des Walzgutes
vorteilhaft als Prozessparameter für die Bestimmung des Schmierungsbedarfes eignen.
Außerdem ermöglicht die Berücksichtigung dieser Materialeigenschaften des Walzgutes
insbesondere vorteilhaft eine produktspezifische Schmierung der Kontaktzone.
[0022] Die Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche des Walzgutes und der Oberfläche
der Arbeitswalze hängt von dem Ort ab, in dem die Geschwindigkeit der Kontaktoberfläche
betrachtet wird, da sich die Dicke des Walzgutes in der Kontaktzone ändert und sich
die Kontaktoberfläche daher vor dem Walzspalt langsamer und hinter dem Walzspalt schneller
als die Oberfläche der Arbeitswalze bewegt. Daher muss die Relativgeschwindigkeit
zwischen der Kontaktoberfläche des Walzgutes und der Oberfläche der Arbeitswalze auf
einen Bezugsort bezogen werden, der gegenüber dem Walzspalt fest ist. Diese Relativgeschwindigkeit
ist ein Maß für die Relativbewegung der Kontaktoberfläche zu der Arbeitswalze in der
Kontaktzone. Diese Relativbewegung führt zu plastischen Verformungen der Oberflächenmikrostruktur
des Walzgutes und beeinflusst dadurch die Verteilung des in Vertiefungen der Kontaktoberfläche
anhaftenden Zusatzschmiermittels, wodurch wiederum die Walzspaltreibung beeinflusst
wird. Daher eignet sich auch die Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche
des Walzgutes an einen Bezugsort und der Oberfläche der Arbeitswalze als Prozessparameter
für die Bestimmung des Schmierungsbedarfes.
[0023] Die Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche des Walzgutes und der Oberfläche
der Arbeitswalze an einem Bezugsort lässt sich beispielsweise aus einer momentanen
Winkelgeschwindigkeit und einem Radius der Arbeitswalze, einem Abstand des Bezugsortes
von dem Walzspalt, den Dicken des Walzgutes vor und hinter dem Walzspalt und einer
Walzgutgeschwindigkeit vor oder hinter dem Walzspalt errechnen, siehe dazu z. B. Gleichung
(3.13) auf
Seite 113 in H. Hoffmann, R. Neugebauer und G. Spur (Hrsg.), "Handbuch Umformen",
2. Auflage, Carl Hanser Verlag, 2012, ISBN 978-3-446-42778-5. Die Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche des Walzgutes und der
Oberfläche der Arbeitswalze an einem Bezugsort kann somit aus den genannten Größen,
die leicht durch Messungen ermittelt werden können und meist ohnehin erfasst werden,
zumindest näherungsweise bestimmt werden.
[0024] Eine Berücksichtigung der genannten Prozessparameter bei der Bestimmung des Schmierungsbedarfes
ermöglicht es daher insbesondere, durch eine den Prozessparametern angepasste Zusatzschmierung
die benötigte Antriebsleistung für die Arbeitswalzen zu verringern, Walzgut mit hoher
Kompressionsfestigkeit zu walzen oder aber auch den Gesamtdurchsatz des Walzprozesses
durch eine Erhöhung der Walzgutgeschwindigkeit und/oder eine Verringerung von Walzunterbrechungen
aufgrund mangelnder Schmierung zu erhöhen.
[0025] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass die in die Kontaktzone eingebrachte
Kühlschmiermittelmenge in Abhängigkeit von dem wenigstens einen Prozessparameter des
Walzprozesses eingestellt wird. Durch eine Einstellung auch der Kühlschmiermittelmenge
in Abhängigkeit von dem wenigstens einen Prozessparameter kann insbesondere berücksichtigt
werden, dass die Zusatzschmierung die Walzspaltreibung verringert, wodurch auch die
Erwärmung der Arbeitswalzen und damit der Kühlungsbedarf sinken und somit die eingesetzte
Kühlschmiermittelmenge entsprechend verringert werden kann.
[0026] Ferner sieht die Erfindung vor, dass als Zusatzschmiermittel ein reiner Schmierstoff,
beispielsweise ein Walzöl, verwendet wird. Dadurch hat das Zusatzschmiermittel eine
höhere Schmierwirkung als das Kühlschmiermittel, so dass bereits eine relativ geringe
Zusatzschmiermittelmenge die Schmierung der Kontaktzone deutlich erhöht.
[0027] Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sehen vor, dass das Zusatzschmiermittel durch
Sprühen auf das Walzgut aufgebracht wird, und/oder dass das Zusatzschmiermittel gleichmäßig
über eine gesamte Walzgutbreite des Walzgutes auf die Kontaktoberfläche des Walzgutes
aufgebracht wird. Diese Ausgestaltungen der Erfindung ermöglichen vorteilhaft eine
gleichmäßige Verteilung des Zusatzschmiermittels in der Kontaktzone.
[0028] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Zusatzschmiermittel
mit einer Zusatzschmiervorrichtung auf das Walzgut aufgebracht wird, die unabhängig
von einer Kühlschmiervorrichtung zum Einbringen des Kühlschmiermittels in die Kontaktzone
ist. Diese Ausgestaltung der Erfindung sieht also eine Trennung der Gewerke für die
Aufbringung des Kühlschmiermittel und des Zusatzschmiermittels vor. Dies ermöglicht
vorteilhaft eine flexible Konfiguration des gesamten Kühl- und Schmierkomplexes für
ein Walzgerüst sowie eine einfache Nachrüstbarkeit bestehender Anlagen, ohne an deren
Kühlschmiervorrichtungen zum Einbringen eines Kühlschmiermittels Änderungen vornehmen
zu müssen.
[0029] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Schmierungsbedarf der
Kontaktzone vor Beginn des Walzprozesses und/oder während des Walzprozesses bestimmt
wird. Eine Bestimmung des Schmierungsbedarfs vor Beginn des Walzprozesses ermöglicht
eine dem wenigstens einen Prozessparameter angepasste Schmierung der Kontaktzone bereits
zu Beginn des Walzprozesses. Eine Bestimmung des Schmierungsbedarfs während des Walzprozesses
ermöglicht eine Anpassung der Schmierung an während des Walzprozesses auftretende
Änderungen des wenigstens einen Prozessparameters, beispielsweise an Änderungen der
Walzgutgeschwindigkeit, Kompressionsfestigkeit und/oder Rauheit des Walzgutes.
[0030] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass der Schmierungsbedarf der
Kontaktzone unter Verwendung eines Stribeck-Diagramms für einen Reibungskoeffizienten
der Reibung zwischen der Kontaktoberfläche und der Arbeitswalze in der Kontaktzone
in Abhängigkeit von wenigstens einem Prozessparameter bestimmt wird. Derartige Stribeck-Diagramme
sind beispielsweise aus
J.B.A.F. Smeulders, "Lubrication in the Cold Rolling Process Described by a 3D Stribeck
Curve", AISTech 2013 Proceedings, S. 1681-1689 bekannt. Die Ermittlung eines Reibungskoeffizienten der Reibung zwischen der Kontaktoberfläche
und der Arbeitswalze in der Kontaktzone ermöglicht vorteilhaft eine quantitative Bestimmung
des Schmierungsbedarfs in Abhängigkeit von dem ermittelten Reibungskoeffizienten.
[0031] Insbesondere besteht für ein Walzgerüst eine starke Abhängigkeit des Reibungskoeffizienten
(und damit der benötigten Antriebsleistung für die Arbeitswalzen) von der Walzgutgeschwindigkeit
und der Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche des Walzgutes und der
Oberfläche der Arbeitswalze, die durch ein dreidimensionales Stribeck-Diagramm für
den Reibungskoeffizienten als Funktion der Walzgutgeschwindigkeit und dieser Relativgeschwindigkeit
beschrieben werden kann. Dabei hängt die spezifische Form dieser Funktion von den
Schmiereigenschaften des Systems ab, insbesondere von den Eigenschaften des Schmierstoffs
selbst, dessen Anhaftung an der Walzgutoberfläche und der Rauhigkeit des Walzgutes.
Dem Walzgerüst kann anhand dieser Funktion ein Arbeitspunkt zugeordnet werden, der
den Reibungskoeffizienten des Walzgerüstes für die jeweiligen Werte der Walzgutgeschwindigkeit
und der Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche des Walzgutes und der
Oberfläche der Arbeitswalze unter Berücksichtigung der Schmiereigenschaften des Systems
bestimmt. Dies ermöglicht eine sehr differenzierte und den spezifischen Schmiereigenschaften
des Systems angepasste Bestimmung des Schmierungsbedarfs der Kontaktzone in Abhängigkeit
von der Walzgutgeschwindigkeit und der Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche
des Walzgutes und der Oberfläche der Arbeitswalze, wodurch eine gezieltere Schmierung
eingestellt werden kann, um den Walzprozess beispielsweise hinsichtlich der Durchsatzmenge
des Walzgutes, des Verschleißes der Arbeitswalzen, des Schmiermittel- und Kühlmittelverbrauchs
und/oder der benötigten Antriebsleistung für die Arbeitswalzen zu optimieren.
[0032] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass das Zusatzschmiermittel
auf zwei sich gegenüber liegende Kontaktoberflächen des Walzgutes aufgebracht wird.
Dabei können auf die beiden Kontaktoberflächen des Walzgutes voneinander verschiedene
Zusatzschmiermittelmengen des Zusatzschmiermittels aufgebracht werden. Das Aufbringen
des Zusatzschmiermittels auf beide Kontaktoberflächen des Walzgutes ermöglicht vorteilhaft
eine aufeinander abgestimmte Schmierung beider Kontaktzonen des Walzgutes mit den
Arbeitswalzen. Das Aufbringen voneinander verschiedener Zusatzschmiermittelmengen
des Zusatzschmiermittels auf die beiden Kontaktoberflächen ermöglicht insbesondere,
eine Drehmomentenaufteilung zwischen den Arbeitswalzen zu beeinflussen und zu optimieren.
[0033] Die oben beschriebenen Eigenschaften, Merkmale und Vorteile dieser Erfindung sowie
die Art und Weise, wie diese erreicht werden, werden klarer und deutlicher verständlich
im Zusammenhang mit der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen, die im Zusammenhang
mit den Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei zeigen:
FIG 1 ein Blockdiagramm eines Walzgerüsts, einer Kühlschmiervorrichtung und einer
Zusatzschmiervorrichtung,
FIG 2 zeitliche Verläufe einer Walzgutgeschwindigkeit, einer Kühlschmiermittelmenge
und einer Zusatzschmiermittelmenge, und
FIG 3 schematisch eine Walzstraße eines Walzwerkes.
[0034] Einander entsprechende Teile sind in den Figuren mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
[0035] Figur 1 zeigt ein Blockdiagramm eines Walzgerüsts 1 zum Walzen eines Walzgutes 3,
einer Kühlschmiervorrichtung 5 und einer Zusatzschmiervorrichtung 7. Das Walzgut 3
ist ein metallisches Walzband, beispielsweise ein Stahlband, dessen Dicke durch das
Walzen reduziert wird.
[0036] Das Walzgerüst 1 weist zwei übereinander angeordnete Arbeitswalzen 9, 10 auf, die
voneinander durch einen Walzspalt 11 beabstandet sind. Zum Walzen des Walzgutes 3
werden die Arbeitswalzen 9, 10 in Rotation versetzt und das Walzgut 3 wird durch die
rotierenden Arbeitswalzen 9, 10 in einer Walzrichtung 13 durch den Walzspalt 11 gezogen.
Dabei steht das Walzgut 3 in zwei Kontaktzonen 15, 16 im Bereich des Walzspaltes 11
mit den Arbeitswalzen 9, 10 in Kontakt, wobei eine obere Kontaktoberfläche 17 des
Walzgutes 3 in einer ersten Kontaktzone 15 an der oberen Arbeitswalze 9 anliegt und
eine untere Kontaktoberfläche 18 des Walzgutes 3 in einer zweiten Kontaktzone 16 an
der unteren Arbeitswalze 10 anliegt.
[0037] Mit der Kühlschmiervorrichtung 5 wird ein Kühlschmiermittel in die Kontaktzonen 15,
16 eingebracht. Das Kühlschmiermittel ist eine Kühlschmieremulsion, die aus einer
Kühlflüssigkeit und Schmierstoff, beispielsweise aus Wasser als Kühlflüssigkeit und
Öl als Schmierstoff, sowie eventuell aus Emulgatoren besteht. Die Hauptkomponente
der Kühlschmieremulsion ist dabei die Kühlflüssigkeit, während der Schmierstoffanteil
des Kühlschmiermittels nur wenige Prozent, beispielsweise zwei bis drei Prozent, beträgt.
[0038] Die Kühlschmiervorrichtung 5 umfasst eine Kühlschmiermittelpumpe 19, wenigstens einen
Kühlschmiermittelsprühbalken 21 für jede Arbeitswalze 9, 10, Kühlschmiermittelleitungen
23 und eine Kühlschmiersteuerung 25. Jeder Kühlschmiermittelsprühbalken 21 umfasst
Kühlschmiermitteldüsen zur Ausgabe von Kühlschmiermittel auf die jeweilige Arbeitswalze
9, 10. Das Kühlschmiermittel wird von der Kühlschmiermittelpumpe 19 durch die Kühlschmiermittelleitungen
23 zu den Kühlschmiersprühbalken 21 gepumpt und durch die Kühlschmiermittelsprühbalken
21 auf die Arbeitswalzen 9, 10 gesprüht. Die von den Kühlschmiermittelsprühbalken
21 jeweils ausgegebenen Kühlschmiermittelmengen C werden von der Kühlschmiersteuerung
25 durch Ansteuerung der Kühlschmiermittelpumpe 19 eingestellt. Durch die Rotation
der Arbeitswalzen 9, 10 wird auf die Arbeitswalzen 9, 10 gesprühtes Kühlschmiermittel
zu den Kontaktzonen 15, 16 transportiert.
[0039] Mit der Zusatzschmiervorrichtung 7 ist ein Zusatzschmiermittel auf das Walzgut 3
aufbringbar. Das Zusatzschmiermittel ist ein reiner Schmierstoff, beispielsweise ein
Walzöl.
[0040] Die Zusatzschmiervorrichtung 7 umfasst eine Zusatzschmiermittelpumpe 27, jeweils
wenigstens einen Zusatzschmiermittelsprühbalken 29 für jede Kontaktoberfläche 17,
18 des Walzgutes 3, Zusatzschmiermittelleitungen 31 und eine Zusatzschmiersteuerung
33. Jeder Zusatzschmiermittelsprühbalken 29 weist Zusatzschmiermitteldüsen zur Ausgabe
von Zusatzschmiermittel auf die jeweilige Kontaktoberfläche 17, 18 auf. Das Zusatzschmiermittel
wird von der Zusatzschmiermittelpumpe 27 durch die Zusatzschmiermittelleitungen 31
zu den Zusatzschmiermittelsprühbalken 29 gepumpt und durch die Zusatzschmiermittelsprühbalken
29 auf die Kontaktoberflächen 17, 18 gesprüht. Die von den Zusatzschmiermittelsprühbalken
29 jeweils ausgegebenen Zusatzschmiermittelmengen A werden von der Zusatzschmiersteuerung
33 durch Ansteuerung der Zusatzschmiermittelpumpe 27 eingestellt. Durch die Bewegung
des Walzgutes 3 wird auf die Kontaktoberflächen 17, 18 gesprühtes Zusatzschmiermittel
zu den Kontaktzonen 15, 16 transportiert.
[0041] Die Zusatzschmiermittelsprühbalken 29 sind dabei in einem vorgegebenen Aufbringabstand
D bezüglich der Walzrichtung 13 vor dem Walzspalt 11 angeordnet, um das Zusatzschmiermittel
in diesem Aufbringabstand D von dem Walzspalt 11 auf das Walzgut 3 aufzutragen. Dadurch
wirkt das Zusatzschmiermittel auf die Kontaktoberflächen 17, 18 des Walzgutes 3 ein
bis es den Walzspalt 11 erreicht. Während dieser Einwirkzeit erhöht sich ein Anhaften
des Zusatzschmiermittels an den Kontaktoberflächen 17, 18. Dadurch verbessert sich
vorteilhaft die Schmierwirkung (das so genannte Plate-Out) des Zusatzschmiermittels
in den Kontaktzonen 15, 16 gegenüber einem Aufbringen des Zusatzschmiermittels auf
die Kontaktoberflächen 17, 18 unmittelbar vor dem Walzspalt 11.
[0042] Um die auf die Kontaktoberflächen 17, 18 aufzubringenden Zusatzschmiermittelmengen
A einzustellen, wird für jede Kontaktzone 15, 16 ein Schmierungsbedarf in Abhängigkeit
von wenigstens einem Prozessparameter des Walzprozesses bestimmt. Als ein Prozessparameter
wird dabei eine Walzgutgeschwindigkeit v des Walzgutes 3 verwendet. Die Walzgutgeschwindigkeit
v wird dabei beispielsweise von der Zusatzschmiersteuerung 33 aus ihr zugeführten
Messsignalen 35 eines Bandgeschwindigkeitssensors 37 zur Erfassung einer Bandgeschwindigkeit
des Walzbandes. Optionale weitere Prozessparameter für die Bestimmung des Schmierungsbedarfes
sind Materialeigenschaften 41 des jeweiligen Walzgutes 3, beispielsweise eine Kompressionsfestigkeit
und/oder eine Rauheit des Walzgutes 3, die der Zusatzschmiersteuerung 33 als Materialeigenschaftsdaten
41 von einem Produktionssystem 43 zugeführt werden.
[0043] Ferner können als Prozessparameter für die Bestimmung des Schmierungsbedarfes optional
Relativgeschwindigkeiten zwischen den Kontaktoberflächen 17, 18 des Walzgutes 3 an
festgelegten Bezugsorten und den Oberflächen der Arbeitswalzen 9, 10 verwendet werden.
Diese Relativgeschwindigkeiten können beispielsweise aus der Walzgutgeschwindigkeit
v an einem Bezugsort und Messsignalen 35 von Drehzahlsensoren 39 zur Erfassung der
Drehzahlen der Arbeitswalzen 9, 10 sowie den Dicken des Walzgutes 3 vor und hinter
dem Walzspalt 11 ermittelt werden, siehe dazu z. B. Gleichung (3.13) auf Seite 113
in H. Hoffmann, R. Neugebauer und G. Spur (Hrsg.), "Handbuch Umformen", 2. Auflage,
Carl Hanser Verlag, 2012, ISBN 978-3-446-42778-5. Weitere optionale Prozessparameter
für die Bestimmung des Schmierungsbedarfes sind eine Viskosität des Kühlschmiermittels
und/oder eine Dicke des Walzgutes 3. Falls erforderlich können ferner die in den Kontaktzonen
15, 16 jeweils momentan vorhandenen Kühlschmiermittelmengen C und/oder der Schmierstoffanteil
des Kühlschmiermittels erfasst und als Prozessparameter verwendet werden. Außerdem
können zwischen der Kühlschmiersteuerung 25 und der Zusatzschmiersteuerung 33 Steuerungsdaten
45 ausgetauscht werden, um die Einstellungen der Kühlschmiermittelmengen C und Zusatzschmiermittelmengen
A aufeinander abzustimmen.
[0044] Das Zusatzschmiermittel wird auf jede Kontaktoberfläche 17, 18 in Abhängigkeit des
für die Kontaktzone 15, 16 dieser Kontaktoberfläche 17, 18 bestimmten Schmierungsbedarfes
aufgebracht, wenn die momentan in die Kontaktzone 15, 16 eingebrachte Kühlschmiermittelmenge
C den für die Kontaktzone 15, 16 bestimmten Schmierungsbedarf nicht deckt, beispielsweise
weil sich Walzgutgeschwindigkeit v ändert oder ein Walzgut 3 mit einer erhöhten Kompressionsfestigkeit
gewalzt wird. Die auf die Arbeitswalzen 9, 10 aufgebrachten Kühlschmiermittelmengen
C werden dabei entweder konstant gehalten oder ebenfalls in Abhängigkeit von dem wenigstens
einen Prozessparameter des Walzprozesses und/oder von den auf die Kontaktoberflächen
17, 18 aufgebrachten Zusatzschmiermittelmengen A eingestellt, siehe dazu die Beschreibung
von Figur 2.
[0045] Figur 2 illustriert ein Verfahren zum Walzen eines Walzgutes 3 mit einem Walzgerüst
1, einer Kühlschmiervorrichtung 5 und einer Zusatzschmiervorrichtung 7, die jeweils
gemäß Figur 1 ausgebildet sind. Dazu zeigt Figur 2 in Abhängigkeit von einer Zeit
t Verläufe v(t), C(t), A(t) einer Walzgutgeschwindigkeit v des Walzgutes 3, einer
Kühlschmiermittelmenge C, die mit der Kühlschmiervorrichtung 5 auf eine Arbeitswalze
9, 10 des Walzgerüstes 1 aufgebracht wird, und einer Zusatzschmiermittelmenge A, die
mit der Zusatzschmiervorrichtung 7 auf eine in einer Kontaktzone 15, 16 an der Arbeitswalze
9, 10 anliegenden Kontaktoberfläche 17, 18 des Walzgutes 3 aufgebracht wird. Die Kühlschmiermittelmenge
C und die Zusatzschmiermittelmenge A sind dabei jeweils als pro Zeiteinheit aufgebrachtes
Volumen definiert.
[0046] Figur 2 zeigt einen Fall, in dem das Walzgut 3 aus verschiedenen Teilwalzbändern
besteht, die miteinander verschweißt werden. Dabei wird zunächst zwischen Zeitpunkten
t
0 und t
4 ein erstes Teilwalzband gewalzt. Anschließend wird zwischen Zeitpunkten t
4 und t
5 ein erster Übergangsbereich zwischen dem ersten Teilwalzband und einem zweiten Teilwalzband
mit einer diese beiden Teilwalzbänder verbindenden ersten Schweißnaht gewalzt. Anschließend
wird zwischen Zeitpunkten t
5 und t
8 das zweite Teilwalzband gewalzt. Anschließend wird zwischen Zeitpunkten t
8 und t
9 ein zweiter Übergangsbereich zwischen dem zweiten Teilwalzband und einem dritten
Teilwalzband mit einer diese beiden Teilwalzbänder verbindenden zweiten Schweißnaht
gewalzt. Anschließend wird ab dem Zeitpunkt t
9 das dritte Teilwalzband gewalzt. Das zweite Teilwalzband hat dabei eine höhere Kompressionsfestigkeit
als das erste Teilwalzband und das dritte Teilwalzband, welche dieselbe Kompressionsfestigkeit
aufweisen.
[0047] Die Kühlschmiermittelmenge C und die Zusatzschmiermittelmenge A werden dabei jeweils
von der Kühlschmiersteuerung 25 und der Zusatzschmiersteuerung 33 in Abhängigkeit
von einem Schmierungsbedarf eingestellt, der für die Kontaktzone 15, 16 in Abhängigkeit
von der Walzgutgeschwindigkeit v und von der Kompressionsfestigkeit des jeweiligen
Teilbandes sowie optional von weiteren oben genannten Prozessparametern bestimmt wird.
Zur Bestimmung des Schmierungsbedarfs wird beispielsweise ein so genanntes Stribeck-Diagramm
für einen Reibungskoeffizienten der Reibung zwischen der Kontaktoberfläche 17, 18
und der Arbeitswalze 9, 10 in der Kontaktzone 15, 16 in Abhängigkeit von den Prozessparametern
verwendet wie es beispielsweise aus
J.B.A.F. Smeulders, "Lubrication in the Cold Rolling Process Described by a 3D Stribeck
Curve", AISTech 2013 Proceedings, S. 1681-1689 bekannt ist.
[0048] Zwischen den Zeitpunkten t
0 und t
1 wird das erste Teilwalzband mit einer ersten Walzgutgeschwindigkeit v
1 gewalzt. Zwischen den Zeitpunkten t
1 und t
2 wird die Walzgutgeschwindigkeit v auf eine zweite Walzgutgeschwindigkeit v
2 erhöht. Die zweite Walzgutgeschwindigkeit v
2 wird bis zu dem Zeitpunkt t
3 beibehalten. Der Schmierungsbedarf kann zwischen den Zeitpunkten t
0 und t
3 durch Kühlschmiermittel allein gedeckt werden, so dass kein Zusatzschmiermittel aufgebracht
wird. Die Erhöhung der Walzgutgeschwindigkeit v von der ersten Walzgutgeschwindigkeit
v
1 auf die zweite Walzgutgeschwindigkeit v
2 erhöht den Schmierungsbedarf. Der erhöhte Schmierungsbedarf wird durch eine entsprechende
Erhöhung der Kühlschmiermittelmenge C gedeckt.
[0049] Zwischen den Zeitpunkten t
3 und t
4 wird die Walzgutgeschwindigkeit v von der zweiten Walzgutgeschwindigkeit v
2 auf eine dritte Walzgutgeschwindigkeit v
3 stark reduziert, um das Walzen des ersten Übergangsbereiches zwischen dem ersten
Teilwalzband und dem zweiten Teilwalzband mit der ersten Schweißnaht vorzubereiten.
Der erste Übergangsbereich wird danach zwischen den Zeitpunkten t
4 und t
5 mit der dritten Walzgutgeschwindigkeit v
3 gewalzt. Anschließend wird die Walzgutgeschwindigkeit v zwischen den Zeitpunkten
t
5 und t
6 auf eine vierte Walzgutgeschwindigkeit v
4 erhöht, mit der das zweite Teilwalzband zwischen den Zeitpunkten t
6 und t
7 gewalzt wird.
[0050] Der Schmierungsbedarf für das Walzen des ersten Übergangsbereiches erhöht sich dabei
gegenüber dem Schmierungsbedarf für das Walzen des ersten Teilwalzbandes aufgrund
der sehr geringen dritten Walzgutgeschwindigkeit v
3. Der Schmierungsbedarf für das Walzen des zweiten Teilwalzbandes ist aufgrund der
hohen Kompressionsfestigkeit des zweiten Teilwalzbandes noch höher als der Schmierungsbedarf
für das Walzen des ersten Übergangsbereiches. Daher wird ab dem Zeitpunkt t
3 Zusatzschmiermittel aufgebracht, wobei für das Walzen des zweiten Teilwalzbandes
zwischen den Zeitpunkten t
6 und t
7 eine größere Zusatzschmiermittelmenge A als für das Walzen des ersten Übergangsbereiches
zwischen den Zeitpunkten t4 und t
5 aufgebracht wird. Gleichzeitig wird die aufgebrachte Kühlschmiermittelmenge C zwischen
den Zeitpunkten t
3 und t
6 verringert und zwischen den Zeitpunkten t
6 und t
7 konstant gehalten, um ein Abwaschen von aufgebrachtem Zusatzschmiermittel durch das
Kühlschmiermittel zu verhindern bzw. zu reduzieren.
[0051] Zwischen den Zeitpunkten t
7 und t
8 wird die Walzgutgeschwindigkeit v von der vierten Walzgutgeschwindigkeit v
4 wieder auf die dritte Walzgutgeschwindigkeit v
3 reduziert, um das Walzen des zweiten Übergangsbereiches zwischen dem zweiten Teilwalzband
und dem dritten Teilwalzband mit der zweiten Schweißnaht vorzubereiten. Der zweite
Übergangsbereich wird danach zwischen den Zeitpunkten t
8 und t
9 mit der dritten Walzgutgeschwindigkeit v
3 gewalzt. Anschließend wird die Walzgutgeschwindigkeit v zwischen den Zeitpunkten
t
9 und t
10 auf die zweite Walzgutgeschwindigkeit v
2 erhöht, mit der das dritte Teilwalzband zwischen den Zeitpunkten t
10 und t
11 gewalzt wird.
[0052] Entsprechend wird die aufgebrachte Zusatzschmiermittelmenge A zunächst für das Walzen
des zweiten Übergangsbereiches verringert, und für das Walzen des dritten Teilwalzbandes
mit der zweiten Walzgutgeschwindigkeit v
2 wird gar kein Zusatzschmiermittel aufgebracht. Gleichzeitig wird die aufgebrachte
Kühlschmiermittelmenge C wieder erhöht.
[0053] Zwischen den Zeitpunkten t
11 und t
12 wird die Walzgutgeschwindigkeit v von der zweiten Walzgutgeschwindigkeit v
2 auf eine fünfte Walzgutgeschwindigkeit v
5 verringert, mit der das dritte Teilwalzband ab dem Zeitpunkt t
12 gewalzt wird.
[0054] Das Walzen des dritten Teilwalzbandes mit der fünften Walzgutgeschwindigkeit v
5 bedingt einen Schmierungsbedarf, der mit dem Kühlschmiermittel allein nicht gedeckt
werden kann. Daher wird für das Walzen des dritten Teilwalzbandes mit der fünften
Walzgutgeschwindigkeit v
5 wieder Zusatzschmiermittel aufgebracht und gleichzeitig die aufgebrachte Kühlschmiermittelmenge
C verringert, wobei die aufgebrachte Zusatzschmiermittelmenge A und die aufgebrachte
Kühlschmiermittelmenge C aufeinander abgestimmt werden, so dass der Schmierungsbedarf
gedeckt wird und ein Abwaschen von aufgebrachtem Zusatzschmiermittel durch das Kühlschmiermittel
verhindert bzw. reduziert wird.
[0055] Figur 3 zeigt schematisch eine Walzstraße 47 eines Walzwerkes mit mehreren hintereinander
angeordneten Walzgerüsten 1 zum Walzen eines Walzgutes 3. Die Walzgerüste 1 weisen
jeweils zwei übereinander angeordnete Arbeitswalzen 9, 10 und für jede Arbeitswalze
eine Stützwalze 49 auf. Die Walzstraße 47 weist für jedes Walzgerüst 1 eine in Figur
3 nicht dargestellte Kühlschmiervorrichtung 5 und eine Zusatzschmiervorrichtung 7
auf. Die Kühlschmiervorrichtungen 5 sind jeweils wie die in Figur 1 dargestellte Kühlschmiervorrichtung
5 ausgebildet und die Zusatzschmiervorrichtungen 7 sind jeweils wie die in Figur 1
dargestellte Zusatzschmiervorrichtung 7 ausgebildet, wobei die Zusatzschmiermittelsprühbalken
29 jeder Zusatzschmiervorrichtung 7 in dem Aufbringabstand D bezüglich der Walzrichtung
13 vor dem Walzspalt 11 des zugehörigen Walzgerüstes 1 angeordnet sind.
[0056] Obwohl die Erfindung im Detail durch bevorzugte Ausführungsbeispiele näher illustriert
und beschrieben wurde, so ist die Erfindung nicht durch die offenbarten Beispiele
eingeschränkt und andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden,
ohne den Schutzumfang der Erfindung zu verlassen.
1. Verfahren zum Walzen eines Walzgutes (3), wobei
- das Walzgut (3) in einer Walzrichtung (13) durch einen Walzspalt (11) zwischen zwei
Arbeitswalzen (9, 10) eines Walzgerüstes (1) geführt wird,
- in eine Kontaktzone (15, 16), in der eine Kontaktoberfläche (17, 18) des Walzgutes
(3) an einer Arbeitswalze (9, 10) anliegt, ein Kühlschmiermittel zur Schmierung der
Kontaktzone (15, 16) eingebracht wird,
- ein Schmierungsbedarf der Kontaktzone (15, 16) in Abhängigkeit von wenigstens einem
Prozessparameter des Walzprozesses bestimmt wird,
- bezüglich der Walzrichtung (13) vor dem Walzspalt (11) in einem vorgegebenen Aufbringabstand
(D) von dem Walzspalt (11) ein Zusatzschmiermittel auf die Kontaktoberfläche (17,
18) des Walzgutes (3) aufgebracht wird, wenn eine momentan in die Kontaktzone (15,
16) eingebrachte Kühlschmiermittelmenge (C) den Schmierungsbedarf nicht deckt, wobei
der Aufbringabstand (D) so bemessen ist, dass sich ein Anhaften des Zusatzschmiermittels
an die Kontaktoberfläche (17, 18) erhöht und sich die Schmierwirkung des Zusatzschmiermittels
in der Kontaktzone (15, 16) gegenüber einem Aufbringen des Zusatzschmiermittels auf
die Kontaktoberfläche (17, 18) unmittelbar vor dem Walzspalt (11) verbessert,
- und die in die Kontaktzone (15, 16) eingebrachte Kühlschmiermittelmenge (C) reduziert
wird, wenn Zusatzschmiermittel auf die Kontaktoberfläche (17, 18) aufgebracht wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
- als Zusatzschmiermittel ein reiner Schmierstoff verwendet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass eine auf die
Kontaktoberfläche (17, 18) des Walzgutes (3) aufgebrachte Zusatzschmiermittelmenge
(A) in Abhängigkeit von dem für die Kontaktzone (15, 16) bestimmten Schmierungsbedarf
eingestellt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Prozessparameter für die Bestimmung des Schmierungsbedarfes eine Walzgutgeschwindigkeit
(v) des Walzgutes (3) und/oder eine Kompressionsfestigkeit des Walzgutes (3) und/oder
eine Rauheit des Walzgutes (3) und/oder eine Relativgeschwindigkeit zwischen der Kontaktoberfläche
(17, 18) des Walzgutes (3) an einem Bezugsort und der Oberfläche der Arbeitswalze
(9, 10) und/oder eine Dicke des Walzgutes (3) und/oder eine Viskosität des Kühlschmiermittels
verwendet wird oder werden.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in die Kontaktzone (15, 16) eingebrachte Kühlschmiermittelmenge (C) in Abhängigkeit
von dem wenigstens einen Prozessparameter des Walzprozesses eingestellt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzschmiermittel durch Sprühen auf das Walzgut (3) aufgebracht wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzschmiermittel gleichmäßig über eine gesamte Walzgutbreite des Walzgutes
(3) auf die Kontaktoberfläche (17, 18) des Walzgutes (3) aufgebracht wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzschmiermittel mit einer Zusatzschmiervorrichtung (7) auf das Walzgut (3)
aufgebracht wird, die unabhängig von einer Kühlschmiervorrichtung (5) zum Einbringen
des Kühlschmiermittels in die Kontaktzone (15, 16) ist.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmierungsbedarf der Kontaktzone (15, 16) vor Beginn des Walzprozesses und/oder
während des Walzprozesses bestimmt wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Schmierungsbedarf der Kontaktzone (15, 16) unter Verwendung eines Stribeck-Diagramms
für einen Reibungskoeffizienten der Reibung zwischen der Kontaktoberfläche (17, 18)
und der Arbeitswalze (9, 10) in der Kontaktzone (15, 16) in Abhängigkeit von wenigstens
einem Prozessparameter bestimmt wird.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zusatzschmiermittel auf zwei sich gegenüber liegende Kontaktoberflächen (17,
18) des Walzgutes (3) aufgebracht wird.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass auf die beiden Kontaktoberflächen (17, 18) des Walzgutes (3) voneinander verschiedene
Zusatzschmiermittelmengen (A) des Zusatzschmiermittels aufgebracht werden.
1. Method for rolling a rolled material (3), wherein
- the rolled material (3) is guided in a rolling direction (13) through a rolling
gap (11) between two working rollers (9, 10) of a roll stand (1),
- a cooling lubricant for lubricating the contact zone (15, 16) is introduced into
a contact zone (15, 16) in which a contact surface (17, 18) of the rolled material
(3) contacts a working roller (9, 10),
- a lubrication requirement of the contact zone (15, 16) is determined depending on
at least one process parameter of the rolling process,
- with respect to the rolling direction (13), an additive lubricant is applied to
the contact surface (17, 18) of the rolled material (3) ahead of the rolling gap (11)
at a predefined application spacing (D) from the rolling gap (11) when a cooling lubricant
quantity (C) currently introduced into the contact zone (15, 16) does not cover the
lubrication requirement, wherein the application spacing (D) is dimensioned such that
an adhesion of the additive lubricant to the contact surface (17, 18) is increased,
and the lubricating effect of the additive lubricant in the contact zone (15, 16)
is improved as compared to an application of the additive lubricant to the contact
surface (17, 18) directly ahead of the rolling gap (11),
- and the cooling lubricant quantity (C) introduced into the contact zone (15, 16)
is reduced when additive lubricant is applied to the contact surface (17, 18),
characterized in that
- a pure lubricant is used as an additive lubricant.
2. Method according to Claim 1,
characterized in that an additive lubricant quantity (A) applied to the contact surface (17, 18) of the
rolled material (3) is set depending on the lubrication requirement determined for
the contact zone (15, 16).
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in that a rolled material speed (v) of the rolled material (3), and/or a compressive strength
of the rolled material (3), and/or a roughness of the rolled material (3), and/or
a relative speed between the contact surface (17, 18) of the rolled material (3) at
a reference location and the surface of the working roller (9, 10), and/or a thickness
of the rolled material (3), and/or a viscosity of the cooling lubricant are/is used
as process parameters for determining the lubrication requirement.
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the cooling lubricant quantity (C) introduced into the contact zone (15, 16) is set
depending on the at least one process parameter of the rolling process.
5. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the additive lubricant is applied to the rolled material (3) by spraying.
6. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the additive lubricant is applied to the contact surface (17, 18) of the rolled material
(3) uniformly across an entire rolled material width of the rolled material (3).
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the additive lubricant is applied to the rolled material (3) by way of an additional
lubricating device (7) which is independent of a cooling lubricating device (5) for
introducing the cooling lubricant into the contact zone (15, 16).
8. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the lubrication requirement of the contact zone (15, 16) is determined prior to the
start of the rolling process and/or during the rolling process.
9. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the lubrication requirement of the contact zone (15, 16) is determined depending
on at least one process parameter by using a Stribeck diagram for a coefficient of
friction of the friction between the contact surface (17, 18) and the working roller
(9, 10) in the contact zone (15, 16).
10. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the additive lubricant is applied to two mutually opposite contact surfaces (17,
18) of the rolled material (3).
11. Method according to Claim 10,
characterized in that mutually dissimilar additive lubricant quantities (A) of the additive lubricant are
applied to the two contact surfaces (17, 18) of the rolled material (3).
1. Procédé de laminage d'une matière à laminer (3), dans lequel
- la matière à laminer (3) est guidée, dans un sens de laminage (13), à travers une
emprise (11) entre deux cylindres de travail (9, 10) d'une cage de laminoir (1),
- dans une zone de contact (15, 16) dans laquelle une surface de contact (17, 18)
de la matière à laminer (3) s'appuie contre un cylindre de travail (9, 10), un lubrifiant
de refroidissement est introduit pour la lubrification de la zone de contact (15,
16),
- un besoin en lubrification de la zone de contact (15, 16) est déterminé en fonction
d'au moins un paramètre du processus de laminage,
- un lubrifiant supplémentaire est appliqué sur la surface de contact (17, 18) de
la matière à laminer (3), avant l'emprise (11) par rapport au sens de laminage (13),
à une distance d'application (D) prédéfinie de l'emprise (11), lorsqu'une quantité
de lubrifiant de refroidissement (C) introduite instantanément dans la zone de contact
(15, 16) ne répond pas au besoin en lubrification, la distance d'application (D) étant
dimensionnée de sorte qu'une adhérence du lubrifiant supplémentaire à la surface de
contact (17, 18) est augmentée et que l'effet de lubrification du lubrifiant supplémentaire
dans la zone de contact (15, 16) est amélioré par rapport à une application du lubrifiant
supplémentaire sur la zone de contact (17, 18) directement avant l'emprise (11),
- et la quantité de lubrifiant de refroidissement (C) introduite dans la zone de contact
(15, 16) est réduite lorsque le lubrifiant supplémentaire est appliqué sur la surface
de contact (17, 18),
caractérisé en ce que
- l'on utilise, en tant que lubrifiant supplémentaire, un lubrifiant pur.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'une quantité de lubrifiant supplémentaire (A) appliquée sur la surface de contact
(17, 18) de la matière à laminer (3) est ajustée en fonction du besoin en lubrification
déterminé pour la zone de contact (15, 16).
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que l'on utilise, en tant que paramètre de processus pour la détermination du besoin
en lubrification, une vitesse (v) de la matière à laminer (3) et/ou une résistance
à la compression de la matière à laminer (3) et/ou une rugosité de la matière à laminer
(3) et/ou une vitesse relative entre la surface de contact (17, 18) de la matière
à laminer (3) en un endroit de référence et la surface du cylindre de travail (9,
10) et/ou une épaisseur de la matière à laminer (3) et/ou une viscosité du lubrifiant
de refroidissement.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que la quantité de lubrifiant de refroidissement (C) introduite dans la zone de contact
(15, 16) est ajustée en fonction de l'au moins un paramètre du processus de laminage.
5. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le lubrifiant supplémentaire est appliqué par aspersion sur la matière à laminer
(3).
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le lubrifiant supplémentaire est appliqué uniformément sur la totalité de la largeur
de la matière à laminer (3) sur la surface de contact (17, 18) de la matière à laminer
(3).
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le lubrifiant supplémentaire est appliqué sur la matière à laminer (3) à l'aide d'un
dispositif pour lubrifiant supplémentaire (7) qui est indépendant d'un dispositif
pour lubrifiant de refroidissement (5) destiné à l'introduction du lubrifiant de refroidissement
dans la zone de contact (15, 16).
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le besoin en lubrification de la zone de contact (15, 16) est déterminé avant le
début du processus de laminage et/ou pendant le processus de laminage.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le besoin en lubrification de la zone de contact (15, 16) est déterminé en utilisant
un diagramme de Stribeck pour un coefficient de frottement relatif au frottement entre
la surface de contact (17, 18) et le cylindre de travail (9, 10) dans la zone de contact
(15, 16) en fonction d'au moins un paramètre de processus.
10. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le lubrifiant supplémentaire est appliqué sur deux surfaces de contact (17, 18) de
la matière à laminer (3) opposées l'une à l'autre.
11. Procédé selon la revendication 10, caractérisé en ce que des quantités de lubrifiant supplémentaire (A) différentes l'une de l'autre sont
appliquées sur les deux surfaces de contact (17, 18) de la matière à laminer (3).