[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Auszugsführung für relativ zu einem Möbelkorpus
bewegbare Möbelteile gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, einen Schubkasten gemäß
dem Oberbegriff des Anspruchs 18 und ein Möbel oder Haushaltsgerät gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 22.
[0002] Eine gattungsgemäße Auszugsführung für relativ zu einem Möbelkorpus bewegbare Schubkästen
ist beispielsweise aus der
DE 103 17 311 A1 bekannt. Die Auszugsführung weist eine über einen Korpuswinkel an einem Möbelkorpus
befestigbare Korpusschiene sowie eine am Schubkasten befestigbare Laufschiene auf.
Die Laufschiene und die Korpusschiene sind über eine Mittelschiene miteinander verbunden.
Solche Auszugsführungen ermöglichen einen Vollauszug des Schubkastens aus dem Möbelkorpus.
[0003] Um eine möglichst große Seitenstabilität zu erreichen, ist in einer der in der oben
genannten Schrift gezeigten Varianten die Mittelschiene breiter ausgeführt als die
Laufschiene (betrachtet in einer horizontalen Richtung quer zur Verfahrrichtung der
Laufschiene).
[0004] Problematisch dabei ist der erhöhte notwendige Bauraum zum Einbau einer solchen Auszugsführung.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Auszugsführung für relativ zu einem
Möbelkorpus bewegbare Möbelteile sowie einen Schubkasten bereitzustellen, bei dem
sich die Auszugsführung durch eine hohe Seitenstabilität auszeichnet und bei der der
Aufbau der Auszugsführung sich nicht auf die Innenraumgestaltung des Schubkastens
auswirkt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch eine Auszugsführung für relativ zu einem Möbelkorpus bewegbare
Möbelteile mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die Aufgabe wird des Weiteren
durch einen Schubkasten mit den Merkmalen des Anspruchs 18 und durch ein Möbel oder
Haushaltsgerät mit den Merkmalen des Anspruchs 22 gelöst.
[0007] Die erfindungsgemäße Auszugsführung weist eine über einen Korpuswinkel an dem Möbelkorpus
befestigbare Korpusschiene auf sowie eine an die bewegbaren Möbelteile befestigbare
Laufschiene. Zwischen der Laufschiene und der Korpusschiene ist eine in Verfahrrichtung
der Laufschiene verfahrbar gelagerte Mittelschiene angeordnet.
[0008] Die Mittelschiene weist einen ersten Steg mit an seinen Enden angeordneten Wälzkörperlaufbahnen
für zwischen der Mittelschiene und der Korpusschiene angeordnete Wälzkörper, die eine
erste und zweite Lagereinheit bilden, sowie einen mit dem ersten Steg verbundenen
zweiten Steg mit an seinem freien Ende angeordneten Wälzkörperlaufbahnen für zwischen
der Mittelschiene und der Laufschiene angeordnete Wälzkörper auf, die eine dritte
Lagereinheit bilden.
[0009] Die in Richtung der Längserstreckung des ersten Steges betrachtete Breite der Korpusschiene
ist größer als die Breite der Laufschiene.
[0010] Die Mittelschiene ist derart geformt, dass die Laufschiene in einer gedachten Ebene,
deren Normale durch die Verfahrrichtung gebildet wird, außermittig zur Korpusschiene
in einem von dem Korpuswinkel entfernten Bereich angeordnet ist.
[0011] Durch eine derart gestaltete Auszugsführung ist ein seitenstabiler Vollauszug eines
Schubkastens ermöglicht, ohne die Innenraumgestaltung des Schubkastens zu beeinträchtigen,
da durch die insgesamt etwa L-förmige Gestaltung der Auszugsführung eine absatzfreie
Gestaltung der Innenwandung des Schubkastens bis zu einem Boden des Schubkastens ermöglicht
ist. Dadurch ist der Einsatz von unterschiedlichen Innenorganisationen möglich, ohne
dass diese speziell an die Gestaltung der Innenwandung angepasst werden müssen.
[0012] Ein weiterer Vorteil eines Schubkastens mit derart ausgebildeten Auszugsführungen
ist, dass der Boden des Schubkastens bis auf Korpusschienen-Niveau eingesetzt werden
kann, ohne dass eine zusätzliche Bearbeitung des Schubkastenbodens notwendig ist.
Dadurch kann verhindert werden, dass sich die Bauhöhe des Gesamtsystems Schubkasten
und Auszugsführung erhöht.
[0013] Vorteilhafte Ausführungsvarianten der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0014] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsvariante liegen eine dem Korpuswinkel abgewandte
Außenwandung der Korpusschiene und eine dem Korpuswinkel abgewandte Außenwandung der
Laufschiene in einer gemeinsamen, zur Verfahrrichtung parallelen vertikalen Ebene.
[0015] Dies ermöglicht die Ausbildung einer senkrecht verlaufenden Innenwandung des Schubkastens
bei auf Höhe des Schubkastenbodens angeordneter Korpusschiene.
[0016] Nach einer alternativen Ausführungsvariante liegen der dem Korpuswinkel abgewandter
vertikaler Außenabschnitt der Korpusschiene und der dem Korpuswinkel abgewandte vertikale
Außenabschnitt der Laufschiene in voneinander verschiedenen, zur Verfahrrichtung parallelen
vertikalen Ebenen.
[0017] Bevorzugt ist ein dem Korpuswinkel zugewandter vertikaler Innenabschnitt der Korpusschiene
dem Korpuswinkel näher angeordnet als ein dem Korpuswinkel zugewandter vertikaler
Innenabschnitt der Laufschiene.
[0018] Der seitliche Abstand des vertikalen Innenabschnitts der Korpusschiene zum vertikalen
Innenabschnitt der Laufschiene ist dabei bevorzugt größer als ein Durchmesser der
Wälzkörper der ersten Lagereinheit.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsvariante befinden sich wenigstens 50% der Laufschiene
oberhalb der Korpusschiene.
[0020] An der Verbindungsstelle zwischen dem ersten Steg und dem zweiten Steg ist die zweite
Lagereinheit mit angeordneten Wälzkörperlaufbahnen für zwischen der Mittelschiene
und der Korpusschiene angeordnete Wälzkörper angeordnet.
[0021] Die zweite Lagereinheit nimmt hauptsächlich die vertikal wirkenden Kräfte, die von
der Laufschiene durch die zweite Lagereinheit in das Mittelprofil eingeleitet werden
auf und kann als Gegenlager zur Seitenstabilisierung mit der zweiten Lagereinheit
zusammen wirken.
[0022] Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante ist zwischen dem ersten Steg und einer Innenwandung
der Korpusschiene wenigstens eine Stützrolle zur Stabilisierung gegen Absenken im
eingefahrenen Zustand der Auszugsführung angeordnet.
[0023] Dadurch ist gewährleistet, dass die Frontblende im eingefahrenen Zustand unabhängig
von dem Beladungszustand des Schubkastens die gleiche Höhenposition einhält.
[0024] Diese Stützrolle ist dabei in einer Ausführungsvariante stationär an der Korpusschiene
und in einer alternativen Ausführungsvariante stationär am zweiten Steg der Mittelschiene
festgelegt. Bei einer Anordnung an der Mittelschiene kann die Stützrolle die Mittelschiene
durchgreifen, so dass sich die Stützrolle an der Korpusschiene und der Laufschiene
abstützt.
[0025] Die Stützrolle kann auch in einem Wälzkörperkäfig angeordnet sein. Die Stützrolle
trennt die voneinander beabstandete erste und die zweite Lagereinheit.
[0026] Gemäß einer Ausführungsvariante weist die Verbindungsstelle einen Ausleger auf, an
dem die zweite Lagereinheit angeordnet ist.
[0027] Nach einer weiteren Ausführungsvariante ist der dem Korpuswinkel zugewandte vertikale
Innenabschnitt der Korpusschiene an dem Korpuswinkel angeordnet.
[0028] Alternativ kann der der vertikale Innenabschnitt der Korpusschiene von einem vertikalen
Abschnitt des Korpuswinkels ausgebildet sein.
[0029] Um eine ideale Kraftverteilung auf einen Wälzkörper einer Laufbahn zu übertragen,
können die in einer der Wälzkörperlaufbahnen angeordneten Wälzkörper voneinander verschiedene
E-Module und/oder Durchmesser aufweisen.
[0030] Denkbar ist auch, in einer solchen Wälzkörperlaufbahn Wälzkörper einzusetzen, die
aus voneinander verschiedenen Werkstoffen bestehen oder durch einen Verbundwerkstoff
gebildet werden.
[0031] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsvariante sind die Korpusschiene, die
Mittelschiene und die Laufschiene und/oder die Wälzkörperkäfige der Korpus. und Laufschiene
über eine Seil- oder Zahnsteuerung miteinander synchronisiert.
[0032] Nach einer Ausführungsvariante des erfindungsgemäßen Schubkastens weist eine dem
Schubkastenboden abgewandte Außenseite der Seitenzargen einen die Korpusschiene zumindest
teilweise überdeckenden Steg auf.
[0033] Ein solcher Steg dient zum einen der optischen Verdeckung der Mittelschiene und zumindest
eines Teils der Korpusschiene und verhindert darüber hinaus das Eindringen von Schmutz
in die Korpusschiene.
[0034] In einer Ausführungsvariante ist der Steg der abgewandten Außenseite der Seitenzargen
von der Außenseite durch einen Absatz abgesetzt.
[0035] Besonders bevorzugt steht der Absatz in einen Spalt zwischen der Korpusschiene und
dem Korpuswinkel vor.
[0036] Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsvarianten anhand der beiliegenden Zeichnungen
näher erläutert.
[0037] Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht von vorn auf eine an einer Seitenzarge eines Schubkastens angeordnete
Auszugsführung,
- Figur 2
- eine zweite Ausführungsvariante einer Auszugsführung, angeordnet an eine Seitenzarge
eines Schubkastens und
- Figur 3
- eine Ansicht von vorn auf die in Figur 2 gezeigte Auszugsführung in einer alternativen
Anordnung an einem Schubkasten.
[0038] In der nachfolgenden Figurenbeschreibung beziehen sich Begriffe wie oben, unten,
links, rechts, vorne, hinten usw. ausschließlich auf die in den jeweiligen Figuren
gewählte beispielhafte Darstellung und Position der Auszugsführung, des Korpuswinkels,
der Korpusschiene, der Laufschiene, der Mittelschiene und dergleichen. Diese Begriffe
sind nicht einschränkend zu verstehen, d.h., durch verschiedene Arbeitsstellungen
oder die spiegelsymmetrische Auslegung oder dergleichen können sich diese Bezüge ändern.
[0039] Die Beschreibung der Anordnung von Wälzkörpern in einer Ebene bezeichnet die prinzipielle
Anordnung der Wälzkörper und deren Laufbahnen im Querschnitt, wobei nicht ausgeschlossen
ist, dass die Wälzkörper in Auszugsrichtung gegeneinander versetzt sind. Dies ist
insbesondere dann ermöglicht, wenn mehrere Wälzkörper innerhalb einer Laufbahn in
Auszugsrichtung hintereinander angeordnet sind.
[0040] In Figur 1 ist mit dem Bezugszeichen 2 eine erste Ausführungsvariante einer Auszugsführung
bezeichnet, die zur Befestigung von relativ zu einem Möbelkorpus 6 bewegbaren Möbelteilen,
insbesondere eines Schubkastens eines Möbels oder Haushaltsgerätes dient.
[0041] Die Auszugsführung 2 weist einen über einen Korpuswinkel 24 an dem Möbelkorpus 6
befestigbare Korpusschiene 21 auf sowie eine an dem bewegbaren Möbelteil, hier einer
Seitenzarge 3 eines Schubkastens, befestigbare Laufschiene 23 und einer zwischen der
Korpusschiene 21 und der Laufschiene 23 in einer Verfahrrichtung verfahrbar gelagerte
Mittelschiene 22.
[0042] Die Mittelschiene 22 weist einen ersten zur Seite gerichteten Steg 25 auf, an dessen
Enden Wälzkörperlaufbahnen 27 für zwischen der Mittelschiene 22 und der Korpusschiene
21 angeordnete Wälzkörper 8 vorgesehen sind. Die Wälzkörperanordnung bildet eine erste
Lagereinheit und eine zweite Lagereinheit an der Mittelschiene.
[0043] Die Wälzkörper 8 sind in der hier gezeigten Ausführungsvariante als Rollen ausgebildet,
die in einem Wälzkörperkäfig 7 gehalten sind, dessen Formgestalt an die Formgestalt
der Korpusschiene 21 angepasst ausgebildet ist.
[0044] Ein erstes Ende des ersten Stegs 25 ist hier als rechtwinkliges Dreieck geformt,
dessen Katheten die Wälzkörperlaufbahnen 27 bilden und dessen Hypotenuse senkrecht
auf den ersten Steg aufgesetzt angeordnet ist.
[0045] Im Bereich des zweiten Endes des ersten Stegs ist ein rechtwinkliges Winkelstück
angesetzt, dessen Schenkelaußenseiten die Wälzkörperlaufbahnen bilden. Diese Wälzkörperanordnung
bildet die zweite Lagereinheit an der Mittelschiene.
[0046] Entsprechend ist eine auf einem horizontalen Steg des Korpuswinkels 24 aufgesetzte
Unterseite der Korpusschiene 21 prismenförmig gestaltet, wobei in einem 45°-Winkel
zur Horizontalen ausgerichtete Bereiche der Korpusschiene 21 die Wälzkörperlaufbahnen
bilden.
[0047] Durch die Breite B
K der Korpusschiene 21 ist es dabei ermöglicht, im hier gezeigten Ausführungsbeispiel
drei solcher Wälzkörper 8 in einer horizontalen Ebene nebeneinander anzuordnen, um
eine erhöhte Seitenstabilität der Auszugsführung zu gewährleisten.
[0048] Mit dem ersten Steg 25 der Mittelschiene 22 ist ein zweiter Steg 26 verbunden, der
sich vom ersten Steg 25 weg senkrecht nach oben erstreckt und an dessen oberem freien
Ende weitere Wälzkörperlaufbahnen 27 für zwischen der Mittelschiene 22 und der Laufschiene
23 angeordnete Wälzkörper 8 vorgesehen sind.
[0049] Im hier gezeigten Ausführungsbeispiel weist auch das freie Ende des zweiten Stegs
26 einen als rechtwinkliges Dreieck ausgebildeten Querschnitt auf, wobei hier sowohl
die Katheten als auch die Hypotenuse als Wälzkörperlaufbahnen zur Anordnung von drei
Wälzkörpern 8 in einer Ebene dienen. Diese Wälzkörperanordnung bildet eine dritte
Lagereinheit an der Mittelschiene.
[0050] Wie in Figur 1 des Weiteren gezeigt ist, ist die Mittelschiene 22 derart geformt,
dass die Laufschiene 23 in einer gedachten Ebene, deren Normale durch die Verfahrrichtung
X gebildet wird, außermittig zur Korpusschiene 21 in einem von dem Korpuswinkel 24
entfernten Bereich angeordnet ist.
[0051] In der hier gezeigten Ausführungsvariante liegt ein dem Korpuswinkel 24 abgewandte
vertikaler Außenabschnitt 211 der Korpusschiene 21 und ein dem Korpuswinkel 24 abgewandter
vertikal ausgerichteter Außenabschnitt 231 der Laufschiene 23 in einer gemeinsamen,
zur Verfahrrichtung X parallelen vertikalen Ebene.
[0052] Denkbar ist auch, dass der dem Korpuswinkel 24 abgewandte vertikale Außenabschnitt
211 der Korpusschiene 21 und der dem Korpuswinkel 24 abgewandte vertikaler Außenabschnitt
231 der Laufschiene 23 in voneinander verschiedenen, zur Verfahrrichtung parallelen
vertikalen Ebene liegen.
[0053] Wie in Figur 1 des Weiteren zu erkennen ist, ist ein dem Korpuswinkel 24 zugewandter
vertikaler Innenabschnitt 213 der Korpusschiene 21 dem Korpuswinkel näher als ein
dem Korpuswinkel 24 zugewandter vertikaler Innenabschnitt 233 der Laufschiene 23.
[0054] Der seitliche Abstand A des vertikalen Innenabschnitts 213 der Korpusschiene 21 zum
vertikalen Innenabschnitt 233 der Laufschiene ist dabei bevorzugt größer als ein Durchmesser
der Wälzkörper 8 der ersten Lagereinheit.
[0055] Der Außenabschnitt 211 der Korpusschiene 21 verläuft dabei parallel zu einer einen
Schubkastenboden 4 haltenden Leiste 34 der Seitenzarge 3. Ebenso liegt der Außenabschnitt
231 der Laufschiene 23 an dieser Leiste 34 an. Es ist in dem Ausführungsbeispiel zu
sehen, dass die Innenseite 31 der Seitenzarge 3 absatzfrei bis zum Schubkastenboden
4 verläuft.
[0056] Damit der von oben nach unten verlaufende Schenkel der Leiste 34 beim Ausziehen des
beweglichen Möbelteiles nicht an der Außenwandung 211 der Korpusschiene 21 streift,
kann er einen zur Vertikalen schrägen Bereich aufweisen, oder alternativ um ein bestimmtes
Maß gekröpft sein.
[0057] Alternativ dazu kann der von oben nach unten verlaufende Schenkel der Leiste 34 auch
exakt vertikal angeordnet sein.
[0058] Das Streifen des vertikalen Schenkels der Leiste 34 beim Ausziehen des beweglichen
Möbelteiles an der Außenwandung 211 der Korpusschiene 21 wird dabei dadurch verhindert,
dass die Außenwandung 231 der Laufschiene 23 mit einer Distanz zur Leiste 34 montiert
wird oder dass die dem Korpuswinkel 24 abgewandte Außenwandung 211 der Korpusschiene
21 und eine dem Korpuswinkel 24 abgewandte Außenwandung 231 der Laufschiene 23 nicht
in einer gemeinsamen, zur Verfahrrichtung X parallelen vertikalen Ebene liegen.
[0059] Die Außenwandung 211 der Korpusschiene 21 weist dabei weniger Abstand zum Korpus
6 als die Außenwandung 231 der Laufschiene 23.
[0060] Um eine Verschmutzung der Korpusschiene 21 zu verhindern, ist ein waagerechter oberer
Steg 28 an der Korpusschiene 21 angeformt, der sich so weit in Richtung des Schubkastenbodens
4 erstreckt, dass eine Außenseite 32 der Seitenzarge 3 über dem Steg 28 endet.
[0061] Wie in Figur 1 des Weiteren zu erkennen ist, ist der dem Korpuswinkel 24 zugewandte
vertikale Innenabschnitt 213 der Korpusschiene 21 an dem Korpuswinkel 24 angeordnet.
[0062] Denkbar ist auch, dass der vertikale Innenabschnitt 213 der Korpusschiene 21 von
einem vertikalen Abschnitt des Korpuswinkels 24 ausgebildet wird.
[0063] Im Bereich des oberen Steges 28 befindet sich zwischen der Korpusschiene 21 und dem
ersten Steg 25 der Mittelschiene 22 eine Stützrolle 10, die an der Korpusschiene 21
oder an der Mittelschiene 22 angebunden sein kann.
[0064] Zur Synchronisierung der Bewegung der Mittelschiene 22 und der Laufschiene 23 relativ
zur Korpusschiene 21 ist bei der in Figur 1 gezeigten bevorzugten Ausführungsvariante
eine Synchronisationseinheit 11 in Ausführung als Seil- oder Zahnsteuerung an der
Mittelschiene 22 festgelegt.
[0065] Eine weitere Ausführungsvariante einer Auszugsführung ist in den Figuren 2 und 3
mit dem Bezugszeichen 5 bezeichnet.
[0066] Auch diese Auszugsführung 5 weist einen Korpuswinkel 54 zur Halterung einer Korpusschiene
51 an einem Möbelkorpus 6 auf sowie eine an einer Seitenzarge 3 eines Schubkastens
befestigte Laufschiene 53 und eine zwischen der Korpusschiene 51 und der Laufschiene
53 in Verfahrrichtung X verfahrbar gelagerte Mittelschiene 52.
[0067] Auch in der hier gezeigten Ausführungsvariante liegt eine dem Korpuswinkel 51 abgewandte
Außenwandung 511 der Korpusschiene 51 und eine dem Korpuswinkel 54 abgewandte Außenwandung
531 der Laufschiene 53 in einer gemeinsamen, zur Verfahrrichtung X parallelen vertikalen
Ebene.
[0068] Im Gegensatz zu der in Figur 1 gezeigten Ausführungsvariante der Auszugsführung 2
sind bei der in den Figuren 2 und 3 gezeigten Auszugsführung die Wälzkörperlaufbahnen
57 teilkreisförmig geformt, zur Aufnahme von als Kugeln ausgebildeten Wälzkörpern
9.
[0069] Auch bei dieser Variante sind zur erhöhten Seitenstabilisierung der Auszugsführung
5 in der Korpusschiene 51 vier Wälzkörper 9 in einer Ebene angeordnet.
[0070] Die Laufschiene 53 ist dabei bis auf einen ein Teilstück einer der Wälzkörperlaufbahnen
bildenden Teil der Laufschiene 53 oberhalb der Korpusschiene 51angeordnet. Denkbar
ist auch eine flachere Gestaltung der Auszugführung, jedoch befinden sich wenigstens
50% der Laufschiene 53 oberhalb der Korpusschiene 51.
[0071] Zusätzlich ist zwischen dem ersten Steg 55 und einer Innenwandung 512 der Korpusschiene
51 wenigstens eine Stützrolle 10 angeordnet.
[0072] Die Stützrolle 10 ist dabei in einer ersten Ausführungsvariante stationär an der
Korpusschiene festgelegt. Denkbar ist auch, die Stützrolle 10 an dem ersten Steg 55
der Mittelschiene 52 festzulegen.
[0073] Bevorzugt ist die wenigstens eine Stützrolle 10, wie in den Figuren 2 und 3 gezeigt,
zwischen der ersten Lagereinheit und der zweiten Lagereinheit angeordnet
[0074] Denkbar ist auch, dass die wenigstens eine Stützrolle 10 die Mittelschiene 52 durchgreift
und sich an der Korpusschiene 51 und der Laufschiene 53 abstützt.
[0075] Während bei der in Figur 2 gezeigten Ausführungsvariante die Korpusschiene 51 auf
Höhe des Schubkastenbodens 4 positioniert ist, ist die baugleiche Auszugsführung 5
bei der in Figur 3 gezeigten Ausführungsvariante als sogenannte Unterflurführung angeordnet,
bei der der Schubkastenboden 4 auf der Laufschiene 53 aufliegt.
[0076] Wie in Figur 2 des Weiteren gezeigt, weist eine dem Schubkastenboden 4 abgewandte
Außenseite 32 der Seitenzarge 3 einen die Korpusschiene 51 zumindest teilweise überdeckenden
Steg 35 auf.
[0077] Das freie Ende dieses Steges 35 steht dabei bevorzugt in einem Spalt zwischen der
Korpusschiene 51 und dem Korpuswinkel 54 vor und verdeckt so zumindest einen Großteil
der Auszugsführung 5.
[0078] Bei der in Figur 3 gezeigten Unterflurführung ist der Steg 35 der abgewandten Außenseite
32 der Seitenzarge 3 von der Außenseite 32 durch einen Absatz 33 abgesetzt
[0079] Zur idealen Kraftverteilung auf alle Wälzkörper 8, 9 einer Laufbahn weisen nach einer
bevorzugten Ausführungsvariante die in einer der Wälzkörperlaufbahnen 7 angeordneten
Wälzkörper 8, 9 voneinander verschiedene E-Module oder Durchmesser auf.
[0080] Denkbar ist es auch, aus unterschiedlichen Werkstoffen hergestellte Wälzkörper 8,
9 in einer solchen Wälzkörperlaufbahn 7 hintereinander anzuordnen.
[0081] Die Seil- oder Zahnsteuerung weist bevorzugt Mittel zur Behebung von Schlupf- und/oder
von Fehlstellungen der Schienen der Auszugsführung 2, 5 relativ zueinander auf.
[0082] Denkbar ist auch, an der Auszugsführung 2, 5 einen Selbsteinzug, einen Selbstauszug
und/oder eine mechanische Öffnungshilfe anzuordnen.
[0083] Der Begriff Schubkasten erfasst auch beispielsweise Drahtkörbe, Tablarböden sowie
weitere Schub- und Ablageelemente.
Bezugszeichenliste
[0084]
- 2
- Auszugsführung
- 21
- Korpusschiene
- 211
- vertikaler Außenabschnitt
- 213
- vertikaler Innenabschnitt
- 22
- Mittelschiene
- 23
- Laufschiene
- 231
- vertikalerAußenabschnitt
- 233
- vertikaler Innenabschnitt
- 24
- Korpuswinkel
- 25
- erster Steg
- 26
- zweiter Steg
- 27
- Wälzkörperlaufbahn
- 28
- Steg
- 3
- Seitenzarge
- 31
- Innenseite
- 32
- Außenseite
- 33
- Absatz
- 34
- Leiste
- 35
- Steg
- 4
- Schubkastenboden
- 5
- Auszugsführung
- 51
- Korpusschiene
- 511
- vertikaler Außenabschnitt
- 512
- Innenwandung
- 513
- vertikaler Innenabschnitt
- 52
- Mittelschiene
- 53
- Laufschiene
- 531
- vertikaler Außenabschnitt
- 533
- vertikaler Innenabschnitt
- 54
- Korpuswinkel
- 55
- erster Steg
- 56
- zweiter Steg
- 57
- Wälzkörperlaufbahn
- 6
- Möbelkorpus
- 7
- Wälzkörperkäfig
- 8
- Wälzkörper
- 9
- Wälzkörper
- 10
- Stützrolle
- 11
- Synchronisationseinheit
- BK
- Breite der Korpusschiene
- BL
- Breite der Laufschiene
- A
- seitlicher Abstand
1. Auszugsführung (2, 5) für relativ zu einem Möbelkorpus (6) bewegbare Möbelteile, insbesondere
Schubkästen, aufweisend
- eine über einen Korpuswinkel (24, 54) an dem Möbelkorpus (6) befestigbare Korpusschiene
(21, 51),
- eine an dem bewegbaren Möbelteil befestigbare Laufschiene (23, 53)
- und einer zwischen der Korpusschiene (21, 51) und der Laufschiene (23, 53) in einer
Verfahrrichtung verfahrbar gelagerte Mittelschiene (22, 52),
- wobei die Mittelschiene (22, 52) einen ersten Steg (25, 55) mit an seinen Enden
angeordneten Wälzkörperlaufbahnen (27, 57) für zwischen der Mittelschiene (22, 52)
und der Korpusschiene (21, 51) angeordnete Wälzkörper (8, 9) eine erste und zweite
Lagereinheit bildet, sowie einen mit dem ersten Steg (25, 55) verbundenen zweiten
Steg (26, 56) mit an seinem freien Ende angeordneten Wälzkörperlaufbahnen (27, 57)
für zwischen der Mittelschiene (22, 52) und der Laufschiene (23, 53) angeordnete Wälzkörper
(8, 9) aufweist und eine dritte Lagereinheit bildet,
- und wobei die in Richtung der Längserstreckung des ersten Steges (25, 55) betrachtete
Breite (BK) der Korpusschiene (21, 51) größer ist als die Breite (BL) der Laufschiene (23, 53),
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Mittelschiene (22, 52) derart geformt ist, dass die Laufschiene (23, 53) in
einer gedachten Ebene, deren Normale durch die Verfahrrichtung gebildet wird, außermittig
zur Korpusschiene (21, 51) in einem von dem Korpuswinkel (24, 54) entfernten Bereich
angeordnet ist.
2. Auszugsführung (2, 5) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein dem Korpuswinkel (24, 54) abgewandter vertikaler Außenabschnitt (211, 511) der
Korpusschiene (21, 51) und ein dem Korpuswinkel (24, 54) abgewandter vertikaler Außenabschnitt
(231, 531) der Laufschiene (23, 53) in einer gemeinsamen, zur Verfahrrichtung parallelen
vertikalen Ebene liegen.
3. Auszugsführung (2, 5) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein dem Korpuswinkel (24, 54) abgewandter vertikaler Außenabschnitt (211, 511) der
Korpusschiene (21, 51) und ein dem Korpuswinkel (24, 54) abgewandter vertikaler Außenabschnitt
(231, 531) der Laufschiene (23, 53) in voneinander verschiedenen, zur Verfahrrichtung
parallelen vertikalen Ebene liegen.
4. Auszugsführung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein dem Korpuswinkel (24, 54) zugewandter vertikaler Innenabschnitt (213, 513) der
Korpusschiene (21,51) dem Korpuswinkel näher angeordnet ist, als ein dem Korpuswinkel
(24, 54) zugewandter vertikaler Innenabschnitt (233, 533) der Laufschiene (23, 53).
5. Auszugsführung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der seitliche Abstand (A) des vertikalen Innenabschnitts (213, 513) der Korpusschiene
(21, 51) zum vertikalen Innenabschnitt (233, 533) der Laufschiene größer ist als ein
Durchmesser der Wälzkörper (8, 9) der ersten Lagereinheit.
6. Auszugsführung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich wenigstens 50% der Laufschiene (23, 53) oberhalb der Korpusschiene (21, 51)
befinden.
7. Auszugsführung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Lagereinheit an einer Verbindungsstelle (221, 521) zwischen dem ersten
zur Seite gerichteten Steg (25, 55) und dem zweiten nach oben gerichteten Steg (26,
56) angeordnet ist.
8. Auszugsführung (2, 5) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem ersten Steg (25, 55) und einer Innenwandung (512) oder einem Steg (28)
der Korpusschiene (21, 51) wenigstens eine Stützrolle (10) angeordnet ist.
9. Auszugsführung (2, 5) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Stützrolle (10) stationär an der Korpusschiene (21, 51)
10. Auszugsführung (2, 5) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Stützrolle (10) stationär an dem ersten Steg (25, 55) der Mittelschiene
(22, 52) festgelegt ist.
11. Auszugsführung (2, 5) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Stützrolle (10) zwischen der ersten Lagereinheit und der zweiten
Lagereinheit angeordnet ist.
12. Auszugsführung (2, 5) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens eine Stützrolle (10) die Mittelschiene (22, 52) durchgreift und sich
an der Korpusschiene (21, 51) und der Laufschiene (23, 53) abstützt.
13. Auszugsführung (2, 5) nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, das die Verbindungstelle (221, 521) einen Ausleger aufweist, an dem die zweite Lagereinheit
angeordnet ist.
14. Auszugsführung nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der dem Korpuswinkel (24, 54) zugewandte vertikale Innenabschnitt (213, 513) der
Korpusschiene (21,51) an dem Korpuswinkel angeordnet ist, oder der vertikale Innenabschnitt
(213, 513) der Korpusschiene von einem vertikalen Abschnitt des Korpuswinkels (24,
54) ausgebildet wird.
15. Auszugsführung (2, 5) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in einer der Wälzkörperlaufbahnen (7) angeordneten Wälzkörper (8, 9) voneinander
verschiedene E-Module und/oder Durchmesser aufweisen.
16. Auszugsführung (2, 5) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in einer der Wälzkörperlaufbahnen (7) angeordneten Wälzkörper (8, 9) aus voneinander
verschiedenen Werkstoffen bestehen.
17. Auszugsführung (2, 5) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Korpusschiene (21), die Mittelschiene (22) und die Laufschiene (23) über eine
Seil- oder Zahnsteuerung (11) miteinander synchronisiert sind.
18. Schubkasten mit zwei Seitenzargen (3), einem an den Seitenzargen (3) festgelegten
Schubkastenboden (4) und an den Seitenzargen (3) befestigten Auszugsführungen (2,
5), dadurch gekennzeichnet, dass die Auszugsführungen (2, 5) nach einem der vorstehenden Ansprüche ausgebildet sind.
19. Schubkasten nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass eine dem Schubkastenboden abgewandte Außenseite (32) der Seitenzargen (3) einen die
Korpusschiene (21, 51) zumindest teilweise überdeckenden Steg (35) aufweist.
20. Schubkasten nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (35) der abgewandten Außenseite (32) der Seitenzargen (3) von der Außenseite
32 durch einen Absatz (33) abgesetzt ist.
21. Schubkasten nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass der Steg (35) in einen Spalt zwischen der Korpusschiene (51) und dem Korpuswinkel
(54) vorsteht.
22. Möbel oder Haushaltsgerät mit wenigstens einem relativ zu einem Möbelkorpus (6) oder
Haushaltsgerätekorpus bewegbaren Möbelteil, insbesondere einem Schubkasten mit mindestens
zwei Auszugsführungen, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine der Auszugsführungen (2, 5) gemäß einem der vorstehenden Ansprüche
1 bis 18 ausgebildet ist.