Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Bodenschleifmaschine zum Schleifen und Polieren von Böden,
wie zum Beispiel Betonböden, Steinböden oder auch Holzböden.
[0002] Mit einem für die jeweilige Anwendung geeigneten Rotationsschleifwerkzeug kann die
Bodenschleifmaschine zum Beispiel zum Glätten von Unebenheiten auf Betonflächen, zum
Entfernen von Schalungsnähten, Schlämmhäuten, Altanstrichen, Kunststoffbeschichtungen,
Kleberresten und Fugenresten bei der Fliesenerneuerung, zum Aufrauen glatter Flächen
im Innen- und Aussenbereich oder zum Polieren von Steinböden benutzt werden.
Stand der Technik
[0003] Aus dem Stand der Technik
DE 20 2015 102 921 U1 ist eine Bodenschleifmaschine bekannt, die zum abrasiven Bearbeiten von Böden dient.
Die Maschine weist einen elektrischen Antrieb auf, wobei dessen Antriebswelle vertikal
ausgerichtet ist und an das Sonnenrad eines Planetengetriebes gekoppelt ist. Die Antriebswelle
und das Sonnenrad drehen sich mit einer Drehzahl von 1290 min
-1. Die Planetenräder des Planetengetriebes drehen sich auf einer Kreisbahn mit 142
min
-1 um das Sonnenrad. Eine Werkzeugaufnahmeplatte kann über einen Langsamlauf-Adapter
oder über einen Schnelllauf-Adapter an den Abtrieb des Planetengetriebes gekoppelt
werden. Je nach Bedarf kann nun die Werkzeugaufnahmeplatte mit Hilfe des entsprechenden
Adapters so an den Abtrieb des Planetengetriebes gekoppelt werden, dass die Werkzeugaufnahmeplatte
entweder 1290 min
-1 oder 142 min
-1 dreht. Damit die Abtragsleistung der Bodenschleifmaschine auch bei einer mit 1290
min
-1 drehenden, grossen Werkzeugaufnahmeplatte (mit z.B. 300 mm Durchmesser) ausreichend
gross ist, muss der Motor ein entsprechend grosses Drehmoment zur Verfügung stellen.
Dies führt konstruktiv bedingt dazu, dass die Bodenschleifmaschine ein relativ grosses
Bauvolumen und ein relativ hohes Gewicht hat. Damit wird die gesamte Bodenschleifmaschine
schwer und unhandlich. Diese Nachteile machen sich insbesondere dann bemerkbar, wenn
die Bodenschleifmaschine von einer Person angehoben werden soll, um sie beispielsweis
aus oder in ein Fahrzeug zu heben. Unter Umständen kann es sogar von Nöten sein, dass
zum Heben der Maschine mehreren Personen erforderlich sind.
[0004] Eine am 230 V-Wechselstromnetz betreibbare Bodenschleifmaschine wird von der Firma
Contec GmbH, Alsdorf unter der Bezeichnung Alpha auf der Webseite http://www.contecgmbh.com/produkt/alpha.html
angeboten. Das dazugehörige Datenblatt ist auf der Webseite http://www.contecgmbh.com/fileadmin/Produkte/Oberflächentechnik/ALPHA/9_01.pdf
zu finden. Diese Bodenschleifmaschine hat laut Herstellerangaben ein Gewicht von 44
kg. Damit kann die Maschine unter Umständen zu schwer sein, um von einer einzelnen
Person aus oder in ein Fahrzeug gehoben zu werden. Laut Datenblatt bezieht die Schleifmaschine
aus dem 230 V-Wechselstromnetz einen Nennstrom IN = 13 A, hat eine Leistung von P
= 2 kW und eine Werkzeugdrehzahl von 1290 min
-1. Wenn man davon ausgeht, dass die Leistung von 2 kW die vom Motor abgegebene, mechanische
Leistung ist, ergibt sich ein Drehmoment M an der Motorwelle und der Werkzeugaufnahmeplatte
(Durchmesser 230 mm) von:

[0005] Daraus wiederum ergibt sich ein Verhältnis von Drehmoment zu Maschinengewicht von
14,8 Nm / 44 kg = 0,33 Nm/kg.
Darstellung der Erfindung
[0006] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, eine Bodenschleifmaschine zum Schleifen und Polieren
von Böden anzugeben, die leicht und kompakt ist und einfach transportiert werden kann.
[0007] Vorteilhafter Weise hat die erfindungsgemässe Bodenschleifmaschine gegenüber leistungsmässig
vergleichbaren Bodenschleifmaschinen ein deutlich geringeres Gewicht und kleinere
Abmessungen.
[0008] Zudem hat die erfindungsgemässe Bodenschleifmaschine vorteilhafter Weise ein deutlich
höheres Verhältnis von Drehmoment zu Maschinengewicht als die Schleifmaschine gemäss
dem Stand der Technik.
[0009] Die Aufgabe wird durch eine Bodenschleifmaschine zum Schleifen und Polieren von Böden
mit den in Patentanspruch 1 angegebenen Merkmalen gelöst.
[0010] Die erfindungsgemässe Bodenschleifmaschine zum Schleifen und Polieren von Böden umfasst
ein Fahrgestell, eine Führungsdeichsel und eine Tragstruktur zum Tragen eines Antriebsmotors.
Der Antriebsmotor ist als Elektromotor mit einer Motornenndrehzahl von wenigstens
4000 min
-1 und vorzugsweise von wenigstens 6000 min
-1 ausgebildet. Des Weiteren sind eine Rotationsschleifwerkzeug zum rotierenden Schleifen
oder Polieren des Bodens und ein Untersetzungsgetriebe vorgesehen, wobei das Untersetzungsgetriebe
antriebsseitig mit dem Antriebsmotor verbunden ist. Der Abtrieb des Untersetzungsgetriebes
ist vorgesehen, um die Rotationsschleifwerkzeug anzutreiben.
[0011] Es kann vorgesehen sein, dass der Antriebsmotor als Elektromotor mit einer Motornenndrehzahl
von 22000 min
-1 und ausgebildet ist.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den in den abhängigen
Patentansprüchen angegebenen Merkmalen.
[0013] Bei einer Ausführungsform der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine ist der Antriebsmotor
als Einphasen-Wechselstrommotor ausgebildet. Der Vorteil des Einphasen-Wechselstrommotors
ist, dass er mit Wechselstrom betreibbar ist, der häufiger verfügbar ist als Drehstrom
oder Gleichstrom.
[0014] Bei einer anderen Ausführungsform der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine ist
der Antriebsmotor als bürstenbehafteter Motor ausgebildet. Bürstenbehaftete Motoren
sind kostengünstig herstellbar.
[0015] Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine ist
der Antriebsmotor als bürstenloser oder elektronisch kommutierter Motor ausgebildet.
Bürstenlose Motoren sind wartungsarm oder kommen sogar gänzlich ohne Wartung aus.
[0016] Vorteilhafter Weise ist bei der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine die Motorwelle
des Antriebsmotors horizontal angeordnet. Dadurch kann der Motor bei kleinem Durchmesser
langgestreckt gebaut werden, ohne dass dessen Abmessungen die Abmasse der Bodenschleifmaschine
vergrössern. Das Bauvolumen der Bodenschleifmaschine wird optimal ausgenutzt.
[0017] Bei einer Weiterbildung der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine ist ein Frequenzumformer
vorgesehen, mit dem der Antriebsmotor bei einer Frequenz von mindestens 400 Hz betreibbar
ist.
[0018] Bei einer zusätzlichen Weiterbildung der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine
ist das Untersetzungsgetriebe so ausgebildet, dass es die Nenndrehzahl am Abtrieb
auf nicht weniger als 1800 min-1 reduziert. Mit einer Nenndrehzahl von 1800 min
-1 oder höher wird eine besonders hohe Abtragsleistung (Schnittmeterleistung) erzielt.
[0019] Bei einer anderen Weiterbildung der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine weist
das Untersetzungsgetriebe ein Winkelgetriebe auf, wobei dessen Abtriebswelle vertikal
ausgerichtet ist. Winkelgetriebe sind kostengünstig herstellbar. Zudem kann die vertikal
ausgerichtete Abtriebswelle des Winkelgetriebes einfach an ein weiteres Getriebe zum
Beispiel ein Zugmittelgetriebe angekoppelt werden.
[0020] Alternativ dazu kann das Untersetzungsgetriebe bei der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine
ein Stirnradgetriebe aufweisen, das sich an den Antriebsmotor anschliesst, wobei die
Motorwelle des Antriebsmotors und die Abtriebswelle des Stirnradgetriebes vertikal
angeordnet sind.
[0021] Bei der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine kann auch vorgesehen sein, dass das
Untersetzungsgetriebe ein Zahnradgetriebe und ein Zugmittelgetriebe aufweist. Ein
Vorteil auf das Zahnradgetriebe ein Zugmittelgetriebe folgen zu lassen, liegt unter
anderem darin, dass das Zugmittelgetriebe als Überlastschutz fungieren kann. Wenn
das Rotationsschleifwerkzeug zum Beispiel blockiert, kann das Zugmittel auf einer
der Umlenkscheiben des Zugmittelgetriebes durchrutschen. Damit kann nicht nur der
Antriebsmotor, sondern auch das Zahnradgetriebe geschützt werden.
[0022] Bei der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine kann das Zugmittel als Flachriemen
oder als Zahnriemen ausgebildet sein.
[0023] Bei der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine ist vorteilhafter Weise ein Lüfter
zum Belüften des Antriebsmotors vorgesehen. Damit kann die durch den Antriebsmotor
entstehende Abwärme abtransportiert werden.
[0024] Darüber hinaus kann bei der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine vorgesehen sein,
dass das Rotationsschleifwerkzeug einen Schleiftopf oder einen Schleifteller mit einen
Durchmesser zwischen 250 und 350 mm aufweist. Mit einem derart grossen Rotationsschleifwerkzeug
kann in kurzer Zeit eine grosse Fläche bearbeitet werden.
[0025] Schliesslich kann bei der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine eine Schnellspannvorrichtung
zur Befestigung des Rotationsschleifwerkzeugs vorgesehen sein.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0026] Im Folgenden wird die Erfindung mit mehreren Ausführungsbeispielen anhand von acht
Figuren weiter erläutert.
- Figur 1
- zeigt eine mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine in
einer dreidimensionalen Ansicht.
- Figur 2
- zeigt die erfindungsgemässe Bodenschleifmaschine von hinten.
- Figur 3
- zeigt die erfindungsgemässe Bodenschleifmaschine in der Seitenansicht.
- Figur 4
- zeigt die erfindungsgemässe Bodenschleifmaschine in der Draufsicht.
- Figur 5
- zeigt die erfindungsgemässe Bodenschleifmaschine von unten.
- Figur 6
- zeigt die Antriebseinheit der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine in der Seitenansicht.
- Figur 7
- zeigt die Antriebseinheit der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine von hinten.
- Figur 8
- zeigt die Antriebseinheit der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine in der Draufsicht.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0027] In den Figuren 1 bis 5 ist eine mögliche Ausführungsform der erfindungsgemässen Bodenschleifmaschine
1 in verschiedenen Ansichten dargestellt. Zur besseren Veranschaulichung des Aufbaus
der Bodenschleifmaschine 1 ist die Maschinenhaube oder kurz Haube 11, in den Figuren
1 bis 5 neben der Maschine 1 gezeigt.
[0028] Die Bodenschleifmaschine 1 umfasst ein Fahrgestell 30, das zum Beispiel ein erstes
Rad 17 und ein zweites Rad 18 sowie eine Achse 19 aufweisen kann. Bei Bedarf kann
das Fahrgestell 30 auch noch ein oder mehrere weitere, in den Figuren nicht gezeigte
Räder aufweisen. Die beiden Räder 17 und 18 sind über die Achse 19 miteinander verbunden
und auf der Achse 19 drehbar gelagert.
[0029] Die Bodenschleifmaschine 1 umfasst zudem eine Tragstruktur 20 zum Tragen eines elektrischen
Antriebs 2. Die Tragstruktur 20 kann an der Achse 19 befestigt sein.
[0030] Zum Lenken, Führen und Steuern der Bodenschleifmaschine 1 weist die Maschine eine
Führungsdeichsel oder kurzum Deichsel 22 mit einem Griff 23 auf. Mit Hilfe der Deichsel
22 kann das Bedienpersonal die Bodenschleifmaschine 1 über den zu bearbeitenden Boden
führen, indem sie die Maschine vor sich her schiebt oder hinter sich her zieht. Die
Deichsel 22 kann zum Beispiel an der Achse 19 oder an der Tragstruktur 20 befestigt
sein.
[0031] Um die Bodenschleifmaschine 1 nach vorne beziehungsweise nach hinten zu kippen, das
heisst um die Achse 19 drehen zu können, kann an der Achse 19 ein Bügel 28 befestigt
sein. Der Bügel 28 dient als Kipphilfe. Um die Bodenschleifmaschine 1 leicht kippen
zu können, kann das Bedienpersonal mit einem Fuss auf den Bügel 28 steigen und gleichzeitig
mit den Händen den Griff 23 nach unten drücken. Auf diese Weise kann der vordere Teil
der Bodenschleifmaschine 1, der unter anderem den Antriebsmotor 2 und ein Rotationsschleifwerkzeug
24 umfasst, angehoben werden. In diesem Zustand dient das Fahrgestell 30 dazu, dass
die Bodenschleifmaschine 1 vom Bedienpersonal leicht manövriert werden kann.
[0032] Der Griff 23 kann Bedienelemente, wie zum Beispiel einen Ein-/Ausschalter, einen
Notaus-Schalter und einen Drehzahlregler zur Steuerung des Antriebs 2 enthalten.
[0033] Die Deichsel 22 kann eine hintere Stange 22.2 und eine vordere Stange 22.3 und dazwischen
ein arretierbares Gelenk 22.1 aufweisen. Wenn das Gelenk 22.1 entriegelt ist, kann
die hintere Stange 22.2 der Deichsel 22 zusammen mit dem Griff 23 nach vorne auf die
vordere Stange 22.3 geschwenkt werden. Das Gelenk 22.1 kann so ausgebildet sein, dass
es sich automatisch verriegelt, wenn die hintere Stange 22.2 nach vorne auf die vordere
Stange 22.3 geschwenkt wurde. Indem die hintere Stange 22.2 nach vorne geschwenkt
wird, wird die gesamte Bodenschleifmaschine 1 kompakter und handlicher. Dies ist insbesondere
für den Transport der Bodenschleifmaschine 1 von Vorteil.
[0034] Zwischen der vorderen Stange 22.3 und der Stange 22.5 kann ein weiteres Gelenk 22.4
vorgesehen sein, damit auch die vordere Stange 22.3 noch nach vorne geschwenkt werden
kann. Es ist aber auch möglich das weitere Gelenk 22.4 so auszugestalten, dass die
vordere Stange 22.3 nach unten zu den beiden Rädern 17 und 18 hin geschwenkt werden
kann. Mit beiden Varianten wird die Bodenschleifmaschine 1 noch kompakter und handlicher.
Auch das Gelenk 22.4 kann als sich automatisch verriegelndes Gelenk ausgebildet sein.
[0035] Im vorderen Teil der Bodenschleifmaschine 1 befindet sich unten auf der dem zu bearbeitenden
Boden zugewandten Seite das Rotationsschleifwerkzeug 24, das verschiedene Schleifmittel
aufweisen kann. Das Rotationsschleifwerkzeug 24 kann zum Beispiel einen Schleiftopf
mit einer Reihe von Schleifsegmenten 25 aufweisen. Das Rotationsschleifwerkzeug 24
kann auch einen Schleifteller mit einer Reihe von Schleifsegmenten 25 aufweisen. Gegenüber
dem Schleiftopf ist der Schleifteller flach oder flacher ausgebildet. Die Schleifsegmente
25 können zum Beispiel Diamanten beinhalten und am Schleiftopf beziehungsweise am
Schleifteller lösbar oder auch unlösbar befestigt sein. Die Schleifsegmente 25 können
zum Beispiel am Schleiftopf oder am Schleifteller angeschraubt, angeschweisst oder
angelötet sein.
[0036] Vorteilhafter Weise weist die Bodenschleifmaschine 1 eine Schnellspannvorrichtung
26 auf, mit der das Rotationsschleifwerkzeug 24 an der Abtriebswelle 7 des Untersetzungsgetriebes
9 befestigbar ist. Dadurch kann das Rotationsschleifwerkzeug 24 vom Bedienpersonal
schnell und einfach ausgewechselt werden.
[0037] Die Bodenschleifmaschine 1 kann eine Absaughaube 12 aufweisen, die das Rotationsschleifwerkzeug
24 umgibt und auch als Schutz dient. Die Absaughaube 12 kann ein oder mehrere Absaugstutzen
13, 14 aufweisen, an die in den Figuren nicht gezeigte Schläuche anschliessbar sind.
Die Schläuche können über eine an der Deichsel 22 angeordnete, y-förmige Schlauchhalterung
zusammengeführt werden. Von dort kann der beim Schleifen oder Polieren entstehende
Staub über einen weiteren Schlauch zu einer in den Figuren nicht gezeigten Absaugstation
geleitet werden. Die Absaugstation kann zum Beispiel ein Industriestaubsauger sein.
[0038] Der elektrische Antriebsmotor 2 und das Untersetzungsgetriebe 9 der Bodenschleifmaschine
1 sind in den Figuren 6, 7 und 8 dargestellt.
[0039] Als elektrischer Antriebsmotor 2 dient ein Elektromotor mit einer Nenndrehzahl N
Mot von mindestens 4000 min
-1 und noch besser mit einer Nenndrehzahl von mindestens 6000 min
-1. Bei einer bevorzugten Ausführungsform beträgt die Nenndrehzahl N
Mot des Elektromotors 22000 min
-1. Ein derart hochtourig drehender Elektromotor kann besonders leicht gebaut werden
und kommt mit einem ausserordentlich kleinem Volumen aus.
[0040] Vorzugsweise ist der Elektromotor als bürstenloser oder bürstenbehafteter Einphasen-Wechselstrommotor
ausgebildet.
[0041] Der Elektromotor 2 kann aber auch ein Drehstrommotor sein, sofern er die oben erwähnte
Drehzahl N
Mot zur Verfügung stellen kann. Als Drehstrom wird hier die Kombination aus drei Wechselströmen
gleicher Frequenz verstanden, die zueinander in ihren Phasenwinkeln um 120° verschoben
sind. Der Drehstrommotor wird vorzugsweise mit einem Frequenzumrichter betrieben,
der an das einphasige Wechselstromnetz anschliessbar ist. Dies hat den Vorteil, dass
netzseitig kein Drehstromnetz erforderlich ist, sondern lediglich ein einphasiges
Wechselstromnetz ausreicht, um den Motor betreiben zu können.
[0042] Der Einphasen-Wechselstrommotor, im Folgenden kurzum als Wechselstrommotor bezeichnet,
benötigt gegenüber dem Drehstrommotor kein Drehstromnetz. Dadurch steigt die Flexibilität
der mit einem Wechselstrommotor ausgestatteten Bodenschleifmaschine 1 hinsichtlich
des Einsatzortes, weil Wechselstrom häufiger zur Verfügung steht als Drehstrom.
[0043] Der Wechselstrommotor kann zum Beispiel als Einphasen-Reihenschlussmotor ausgebildet
sein. Dieser Motor kann die geforderte Nenndrehzahl N
Mot bei kleinem Bauraum erzeugen. Zudem stellt er ein ausreichend grosses Anlaufdrehmoment
zur Verfügung. Bei Bedarf können die Drehzahl und die Leistung über eine elektronische
Steuerung, wie zum Beispiel eine Phasenanschnitt-Steuerung eingestellt oder bei Bedarf
auch geregelt werden.
[0044] Es ist auch denkbar, den elektrischen Antriebsmotor 2 als Asynchronmotor auszubilden
und mit einem elektronischen Frequenzumrichter am Wechselstromnetz zu betreiben. Der
Frequenzumrichter richtet die einphasige Wechselspannung zunächst gleich und wandelt
die so erzeugte Gleichspannung dann elektronisch in eine Dreiphasenwechselspannung
mit einem Drehfeld der Frequenz f um. Mit Hilfe des Frequenzumrichters kann über die
Frequenz f die Motordrehzahl eingestellt werden. Zudem kann mit Hilfe des Frequenzumrichters
bei Bedarf auch das vom Antriebsmotor 2 zur Verfügung gestellte Drehmoment vorgegeben
werden.
[0045] So kann der Frequenzumrichter zum Beispiel ein Drehfeld mit einer Frequenz f von
400 Hz erzeugen, mit dem der Motor betrieben wird.
[0046] Alternativ dazu kann als Antriebsmotor 2 auch ein bürstenloser Gleichstrommotor dienen,
der mit einer elektronischen Umrichterspeisung auch im Wechselstromnetz betrieben
werden kann.
[0047] Der Antriebsmotor 2 kann bei Bedarf mit einem Lüfter 15 ausgestattet sein, um die
während des Betriebs von ihm erzeugte Wärme besser abtransportieren zu können. Bei
Bedarf kann auch ein weiterer Lüfter vorgesehen sein. Einer der beiden Lüfter kann
zum Beispiel hinten in der Nähe der Achse 19 und der andere Lüfter vorne am Ende des
Antriebsmotors 2 angeordnet sein.
[0048] Das Untersetzungsgetriebe 9 der Bodenschleifmaschine 1 dient zur Reduktion der Motordrehzahl
N
Mot auf eine Leerlaufdrehzahl oder kurzum Drehzahl N2, die für das jeweilige Rotationswerkzeug
geeignet ist. Die Drehzahl N2 wird im Folgenden auch als Abtriebsdrehzahl N2 des Untersetzungsgetriebes
9 bezeichnet und ist die Drehzahl der Abtriebswelle 7 Untersetzungsgetriebes 9.
[0049] Bei der in den Figuren 6 - 8 gezeigten Ausführungsform umfasst das Untersetzungsgetriebe
9 ein Winkelgetriebe 3 und ein Zugmittelgetriebe 9. Das Winkelgetriebe 3 ist antriebsseitig
mit der Antriebswelle des Antriebmotors 2 verbunden. Abtriebsseitig weist das Winkelgetriebe
3 einen Getriebeabgang 6 auf, der eine Riemenscheibe 5 trägt, welche Teil des Zugmittelgetriebes
9 ist. Damit ist das Winkelgetriebe 3 abtriebsseitig mit dem Zugmittelgetriebe 9 gekoppelt
und erzeugt am Getriebeabgang 6 eine Drehzahl N1. Das Zugmittelgetriebe 9 wiederum
ist abtriebsseitig mit dem Rotationsschleifwerkzeug 24 verbindbar und erzeugt die
Drehzahl N2.
[0050] Die Übersetzung i1 des Winkelgetriebes 6 ist:

[0051] Die Übersetzung i2 des Zugmittelgetriebes 9 ist:

[0052] Die Drehzahl N2 berechnet sich damit wie folgt:

[0053] Wenn zum Beispiel die Nenndrehzahl des Antriebsmotors N
Mot = 22000 min
-1, die Übersetzung des Winkelgetriebes i1 = 3,3 und die Übersetzung des Zugmittelgetriebes
i2 = 2,5 ist, ergibt sich für die Drehzahl N2 am Abtrieb 7:

[0054] Das Drehmoment M
7 am Abtrieb 7 berechnet sich mit der oben angegebenen Motornenndrehzahl N
Mot und einer Motornennleistung (mechanische Abgabeleistung des Motors) P = 2400 W zu:

[0055] Wird die Übersetzung i1*i2 hingegen so gewählt, dass sich eine Drehzahl N2 am Abtrieb
7 von N2 = 1290 min-1 ergibt, beträgt das Nenndrehmoment M
7:

[0056] Das Verhältnis von Drehmoment M
7 zu Maschinengewicht ergibt sich zu:

[0057] Das Verhältnis von Drehmoment M
7 zu Maschinengewicht ist damit rund doppelt so gross wie das bei der Schleifmaschine
gemäss dem Stand der Technik. Da dieses Verhältnis auch von besonderer Bedeutung für
die Abtragsleistung der Schleifmaschine ist, ergibt sich auch diesbezüglich eine erhebliche
Verbesserung (höhere Abtragsleistung) gegenüber dem Stand der Technik. Zudem ist die
erfindungsgemässe Schleifmaschine mit einem Gewicht von 28 kg leicht genug, um von
einer einzelnen Person aus beziehungsweise in ein Fahrzeug gehoben werden zu können.
[0058] Das maximale Drehmoment des Antriebsmotors M
MaxMot kurz vor dem Stillstand beträgt beispielsweise 5,1 Nm. Das Drehmoment N
Max7 am Abtrieb 7 kurz vor dem Stillstand des Antriebsmotors bestimmt sich dann zu:

[0059] Das Zugmittelgetriebe 9 kann zum Beispiel als Riemengetriebe ausgebildet sein. Eine
mögliche Ausführungsform eines Riemengetriebes ist Figur 6 in der Seitenansicht gezeigt.
Das Riemengetriebe umfasst die Riemenscheibe 5, einen Riemen 4 und abtriebsseitig
eine Riemenscheibe 8. Die Übersetzung i2 des Riemengetriebes bestimmt sich aus den
Durchmessern der beiden Riemenscheiben 5 und 8.
[0060] Statt des Riemens 4 ist auch jedes andere Zugmittel wie zum Beispiel eine Kette denkbar.
[0061] Wenn der Riemen 4 ohne Zähne ausgebildet ist, wird die Kraft kraftschlüssig von der
Riemenscheibe 5 auf die Riemenscheibe 8 übertragen. Der zahnlose Riemen kann neben
der Kraftübertragung vorteilhafter Weise auch die Funktion einer Sicherheitskupplung
übernehmen. Wenn das Rotationsschleifwerkzeug 24 zum Beispiel blockiert oder dessen
Reibungswiderstand eine zu hohe Last für den Elektromotor 2 darstellt, kann der Riemen
4 auf der Riemenscheibe 5 und/oder der Riemenscheibe 8 durchrutschen. Damit kann nicht
nur der Elektromotor 2, sondern auch das Winkelgetriebe 3 geschützt werden.
[0062] Ist der Riemen 4 hingegen als Zahnriemen ausgebildet, erfolgt die Kraftübertragung
von der Riemenscheibe 5 auf die Riemenscheibe 8 formschlüssig. Mit dem Zahnriemen
kann der beim zahnlosen Riemen auftretende Dehnschlupf eliminiert werden.
[0063] Bei Verwendung des Zahnriemens ist die radiale Belastung des Abtriebs 6 des Winkelgetriebes
3 geringer als bei Verwendung eines zahnlosen Riemens. Der Grund hierfür liegt darin,
dass bei einem zahnlosen Riemen die Kraft von der Riemenscheibe 5 auf den Riemen 4
nur reibschlüssig übertragen werden kann. Der zahnlose Riemen muss daher stärker unter
Spannung gehalten werden als der Zahnriemen, was eine grössere radiale Belastung für
den Abtrieb 6 darstellt als bei Verwendung des Zahnriemens. Für die Standzeit des
Winkelgetriebes 3 kann es von Vorteil sein, wenn die radiale Belastung an dessen Abtrieb
6 gering ist.
[0064] Um den zahnlosen Riemen zu spannen, ist vorteilhafter Weise eine Spannvorrichtung
vorgesehen, die auf einen einzelnen, nicht an den Riemenscheiben 5 und 6 anliegenden,
freien Riemenabschnitt drückt, der im Folgenden auch als Trum bezeichnet wird. Die
Spannvorrichtung kann auf den unter Zug stehenden freien Riemenabschnitt (Lasttrum)
oder auf den gezogenen Trum (Leertrum) drücken.
[0065] Die Drehachse 21 der Antriebswelle des elektrischen Antriebsmotors 2 ist in der in
den Figuren 6 bis 8 gezeigten Ausführungsform horizontal ausgerichtet. Die Drehachse
61 des Abtriebs 6 ist vertikal ausgerichtet und verläuft parallel zur Drehachse 71
der Abtriebswelle 7.
[0066] Die vorhergehende Beschreibung der Ausführungsbeispiele gemäss der vorliegenden Erfindung
dient nur zu illustrativen Zwecken und nicht zum Zwecke der Beschränkung der Erfindung.
Im Rahmen der Erfindung sind verschiedene Änderungen und Modifikationen möglich. So
sind beispielsweise die in den Figuren 1 bis 8 gezeigten Komponenten der Bodenschleifmaschine
auch auf eine andere als in den Figuren gezeigte Weise miteinander kombinierbar. So
kann zum Beispiel das Winkelgetriebe 3 durch ein Stirnradgetriebe ersetzt werden.
[0067] Wenn statt des Winkelgetriebes 3 ein Stirnradgetriebe zum Einsatz kommt, verläuft
die Drehachse 21 des Antriebsmotors 2 vorzugsweise vertikal. Die Abtriebswelle des
Stirnradgetriebes verläuft parallel zur Drehachse 21 und damit ebenfalls vertikal.
An der Abtriebswelle des Stirnradgetriebes kann das oben beschriebene Zugsmittelgetriebe
9 angekoppelt sein. Damit verlaufen bei dieser Ausführungsform die Drehachse des Antriebsmotors
2 und die Drehachsen des Stirnradgetriebes und die Drehachsen des Zugsmittelgetriebes
9 parallel zueinander.
[0068] Die Maschinenhaube 11 ist dazu vorgesehen das Untersetzungsgetriebe 9 abzudecken,
um Personen vor Verletzungen zu schützen. Die Maschinenhaube 11 kann auch dazu vorgesehen
sein, den Antriebsmotor 2 abzudecken, so dass dieser gegen Schläge und Stösse gesichert
ist.
[0069] Um die Maschinenhaube 11 auf der Tragstruktur 20 zu befestigen, können zum Beispiel
ein oder mehrere Löcher 11.1, 11.2 und 11.3 in der Haube 11 vorgesehen sein. Durch
diese Löcher können Schrauben gesteckt und diese dann in eine oder mehrere Gewindebohrungen
20.1, 20.2 geschraubt werden, die zu diesem Zweck in der Tragstruktur 20 vorgesehen
sind. Die Haube 11 kann zum besseren Abtransport von Wärme entsprechende Lüftungsschlitze
11.4 aufweisen.
[0070] Wie in den Figuren 1 bis 4 gezeigt, kann die Tragstruktur 20 zum Beispiel als Gehäuse
zum Abdecken des Winkelgetriebes 3 und eines Teils des Zugmittelgetriebes 9 ausgebildet
sein.
[0071] Zur Halterung des Antriebsmotors 2 kann eine separate Motorhalterung 10 vorgesehen
sein. Die Motorhalterung 10 kann aber auch Teil der Tragstruktur 20 sein.
Bezugszeichenliste
[0072]
- 1
- Bodenschleifmaschine
- 2
- Antriebsmotor
- 3
- Winkelgetriebe
- 4
- Riemen
- 5
- Riemenscheibe
- 6
- Getriebeabgang
- 7
- Abtriebswelle/Abtrieb
- 8
- Riemenscheibe
- 9
- Zugmittelgetriebe
- 10
- Motorhalterung
- 11
- Maschinenhaube
- 11.1
- Montageloch
- 11.2
- Montageloch
- 11.3
- Montageloch
- 11.4
- Lüftungsschlitze
- 12
- Absaughaube
- 13
- Absaugstutzen
- 14
- Absaugstutzen
- 15
- Lüfter
- 17
- Rad
- 18
- Rad
- 19
- Achse
- 20
- Tragstruktur
- 21
- Drehachse der Motorwelle
- 22
- Führungsdeichsel
- 22.1
- Gelenk
- 22.2
- hintere Stange
- 22.3
- vordere Stange
- 22.4
- Gelenk
- 22.5
- Stange
- 23
- Griff
- 24
- Rotationsschleifwerkzeug
- 25
- Schleifsegment
- 26
- Schnellspannvorrichtung
- 28
- Bügel
- 29
- Schlauchhalterung
- 30
- Fahrgestell
- 61
- Drehachse des Abtriebs
- 71
- Drehachse des Abtriebs
1. Bodenschleifmaschine zum Schleifen und Polieren von Böden,
- bei der ein Fahrgestell (30), eine Führungsdeichsel (22) und eine am Fahrgestell
(30) befestigte Tragstruktur (20) zum Tragen eines elektrischen Antriebsmotors (2)
vorgesehen sind,
- bei der der Antriebsmotor (2) eine Motornenndrehzahl von wenigstens 4000 min-1 aufweist,
- bei der ein Rotationsschleifwerkzeug (24) zum rotierenden Schleifen oder Polieren
des Bodens vorgesehen ist, und
- bei der ein Untersetzungsgetriebe (3, 9) vorgesehen ist, das antriebsseitig mit
dem Antriebsmotor (2) verbunden ist und der Abtrieb (7) des Untersetzungsgetriebes
(3, 9) vorgesehen ist, um das Rotationsschleifwerkzeug (24) anzutreiben.
2. Bodenschleifmaschine nach Patentanspruch 1,
bei der der Antriebsmotor (2) als Einphasen-Wechselstrommotor ausgebildet ist.
3. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der der Antriebsmotor (2) als bürstenbehafteter Motor ausgebildet ist.
4. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche 1 oder 2,
bei der der Antriebsmotor (2) als bürstenloser Motor ausgebildet ist.
5. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der die Motorwelle des Antriebsmotors (2) horizontal angeordnet ist.
6. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der ein Frequenzumformer vorgesehen ist, mit dem der Antriebsmotor (2) bei einer
definierten Frequenz betreibbar ist.
7. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der das Untersetzungsgetriebe (3, 9) derart ausgebildet ist, dass die Leerlaufdrehzahl
(N2) am Abtrieb (7) mindestens 1800 min-1 beträgt.
8. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der das Untersetzungsgetriebe (3, 9) ein Winkelgetriebe (3) aufweist.
9. Bodenschleifmaschine einem der Patentansprüche 1 bis 4 oder 6 bis 8,
- bei der das Untersetzungsgetriebe (3) ein Stirnradgetriebe aufweist, und
- bei der die Motorwelle des Antriebsmotors (2) vertikal angeordnet ist.
10. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der das Untersetzungsgetriebe (3) ein Zahnradgetriebe aufweist.
11. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der das Untersetzungsgetriebe (3) ein Zugmittelgetriebe (9) aufweist.
12. Bodenschleifmaschine nach Patentanspruch 11,
bei der das Zugmittel des Zugmittelgetriebes (9) als Flachriemen oder als Zahnriemen
(4) ausgebildet ist.
13. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der ein Lüfter (15) zum Belüften des Antriebsmotors (2) vorgesehen ist.
14. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der das Rotationsschleifwerkzeug (24) einen Schleiftopf oder einen Schleifteller
mit einem Durchmesser von mindestens 250 mm aufweist.
15. Bodenschleifmaschine nach einem der vorherigen Patentansprüche,
bei der eine Schnellspannvorrichtung (26) zur Befestigung des Rotationsschleifwerkzeugs
(24) vorgesehen ist.