(19)
(11) EP 3 450 101 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
06.03.2019  Patentblatt  2019/10

(21) Anmeldenummer: 17188825.8

(22) Anmeldetag:  31.08.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B24B 41/00(2006.01)
B24B 41/04(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD

(71) Anmelder: WENDT GmbH
D-40670 Meerbusch (DE)

(72) Erfinder:
  • Diethert, Michael
    50374 Erftstadt (DE)

(74) Vertreter: Mössner, Brigitte 
3M Deutschland GmbH Office of Intellectual Property Counsel (PC 072P) Carl-Schurz-Strasse 1
41453 Neuss
41453 Neuss (DE)

   


(54) VORRICHTUNG ZUM KRAFTAUSGLEICH DER MOMENTBELASTUNG FÜR EINE SCHLEIFSPINDEL


(57) Die Erfindung betrifft die Momentbelastung einer von einem Antrieb angetriebenen Schleifspindel mit einer Schleifspindellagerung und einem Spindelaufsatz zur Befestigung wenigstens einer Schleifscheibe, wobei die Schleifspindel mittels zumindest einer entsprechend ausgebildeten Schleifscheibe sowohl Umfangs- als auch Planschleif-Bearbeitungen eines Werkstücks ermöglicht.
Zur Vermeidung einer uneinheitlichen Momentbelastung der Schleifspindellagerung bei unterschiedlichen Nutzungsarten, wird eine Vorrichtung zum Kraftausgleich der Momentbelastung für eine von einem Antrieb angetriebene Schleifspindel mit einer Schleifspindellagerung und einem Spindelaufsatz zur Befestigung wenigstens einer Schleifscheibe angegeben, wobei die Schieifspindel mittels zumindest einer entsprechend ausgebildeten Schleifscheibe sowohl Umfangs- als auch Planschleif-Bearbeitungen eines Werkstücks ermöglicht, wobei die Schleifspindellagerung mit einem Verstelljoch versehen ist, an welchem zumindest eine koaxial zur Drehachse der Schleifspindel vorgesehene Kraftbetätigung angreift, mittels der die Schleifspindellagerung mit einer gezielten Momentbelastung beaufschlagbar ist, wobei die zumindest eine Kraftbetätigung derart vorgesehen ist/sind, dass die von ihr verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung der aus der Umfangs- und/oder Planschleif-Bearbeitung resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung entgegenwirkt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft die Momentbelastung einer von einem Antrieb angetriebenen Schleifspindel mit einer Schleifspindellagerung und einem Spindelaufsatz zur Befestigung wenigstens einer Schleifscheibe, wobei die Schleifspindel mittels zumindest einer entsprechend ausgebildeten Schleifscheibe sowohl Umfangs- als auch Planschleif-Bearbeitungen eines Werkstücks ermöglicht.

[0002] Aus der Praxis sind derartige Schleifspindeln in verschiedenen Ausführungen bekannt. Dabei kann die Schleifscheibe als eine so genannte "Face- und Line-Schleifscheibe" ausgebildet sein. Hierbei handelt es sich um eine Zwei-Komponentenbauweise, bei der unterschiedliche Spezifikationen kombiniert werden können. Diese können dann auch im Verschleißfall getrennt voneinander ersetzt werden. Dies bietet den Vorteil, dass sowohl Umfangs- als auch Planschleif-Operationen ohne Werkzeugwechsel mit der einen montierten Schleifscheibe durchgeführt werden können.

[0003] Dabei kann der Spindelaufsatz am unteren Ende der Schleifspindel vorgesehen sein und die Line-Scheibe ist unter dem Spindelaufsatz angeschraubt. Die Face-Scheibe befindet sich dann darunter und wird von oben durch den Grundkörper der Line-Scheibe mit diesem verschraubt.

[0004] Je nach zu bearbeitender Werkstückoberfläche, kann die Line-Scheibe oder die Face-Scheibe zur Bearbeitung verwendet werden. In Abhängigkeit der gewählten Schleifscheibe oder Schleifparameter variiert der außermittige Krafteintrag durch die im Eingriff befindliche Fläche der Schleifscheibe, wodurch eine entsprechende Momentbelastung auf die Schleifspindellagerung einwirkt.

[0005] Nachteilig hierbei ist, dass die Momentbelastung der Schleifspindellagerung somit für die unterschiedlichen Nutzungsarten verschieden ist und es damit auch zu einem uneinheitlichen und ggf. auch erhöhten Verschleiß in verschiedenen Bereichen der Schleifspindellagerung kommt.

[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, die vorgenannten Nachteile zu vermeiden und eine Möglichkeit anzugeben, derartig unterschiedlichen Momentenbelastungen entgegenzuwirken.

[0007] Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Vorrichtung zum Kraftausgleich der Momentbelastung für eine von einem Antrieb angetriebene Schleifspindel mit einer Schleifspindellagerung und einem Spindelaufsatz zur Befestigung wenigstens einer Schleifscheibe, wobei die Schleifspindel mittels zumindest einer entsprechend ausgebildeten Schleifscheibe sowohl Umfangs- als auch Planschleif-Bearbeitungen eines Werkstücks ermöglicht, wobei die Schleifspindellagerung mit einem Verstelljoch versehen ist, an welchem zumindest eine koaxial zur Drehachse der Schleifspindel vorgesehene Kraftbetätigung angreift, mittels der die Schleifspindellagerung mit einer gezielten Momentbelastung beaufschlagbar ist, wobei die zumindest eine Kraftbetätigung derart vorgesehen ist/sind, dass die von ihr verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung der aus der Umfangs- und/oder Planschleif-Bearbeitung resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung entgegenwirkt.

[0008] Somit kann die Momentbelastung der Schleifspindellagerung für die unterschiedlichen Nutzungsarten vereinheitlicht werden, wodurch einem uneinheitlichen und ggf. auch erhöhten Verschleiß in verschiedenen Bereichen der Schleifspindellagerung entgegengewirkt werden kann.

[0009] Vorteilhafterweise kann das Verstelljoch auf der Festlagerseite der Schleifspindellagerung vorgesehen sein.

[0010] Erfindungsgemäß kann zumindest eine Kraftbetätigung durch einen doppelt wirkenden Hydraulikzylinder oder einen Spindeltrieb gebildet sein, so dass eine Auslenkung in entgegengesetzte Richtungen mittels einer einzigen Kraftbetätigung möglich ist.

[0011] Bei einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung können zumindest zwei Kraftbetätigungen vorgesehen sein, von denen zum einen zumindest eine Kraftbetätigung derart vorgesehen ist/sind, dass die hiervon verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung der aus der Umfangsschleif-Bearbeitung resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung entgegenwirkt und von denen zum anderen zumindest eine andere derart vorgesehen ist/sind, dass die hiervon verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung der aus der Planschleif-Bearbeitung resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung entgegenwirkt.

[0012] Erfindungsgemäß kann zumindest eine Kraftbetätigung entlang einer Richtung wirken, welche in einer Ebene liegt, die durch die Drehachse der Schleifspindel und die Verbindungslinie zwischen dem Mittelpunkt der Schleifscheibe und dem Kontaktpunkt der Schleifscheibe mit dem zu schleifenden Werkstück während des Schleifens aufgespannt wird.

[0013] Weiterhin kann auch zumindest eine Kraftbetätigung derart vorgesehen sein, dass die von ihr verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung der von dem Antrieb resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung entgegenwirkt.

[0014] Auch können zwei als einfach wirkende Hydraulikzylinder ausgebildete Kraftbetätigungen vorgesehen sein, welche diametral zur Drehachse der Schleifspindel vorgesehen sind und jeweils entlang einer Richtung wirken, welche beide in einer Ebene liegen, die durch die Drehachse der Schleifspindel und die Verbindungslinie zwischen dem Mittelpunkt der Schleifscheibe und dem Kontaktpunkt der Schleifscheibe mit dem zu schleifenden Werkstück während des Schleifens aufgespannt wird.

[0015] Erfindungsgemäß kann die Schleifscheibe zum einen eine Line-Scheibe für die Umfangsschleif-Bearbeitung und eine Face-Scheibe für die Planschleif-Bearbeitung umfassen.

[0016] Dabei kann die Line-Scheibe unter dem Spindelaufsatz angeschraubt sein. Auch kann die Face-Scheibe unterhalb der Line-Scheibe angeordnet und mit dieser verschraubt sein, vorzugsweise auch von oben durch den Grundkörper der Line-Scheibe.

[0017] Im Folgenden wird ein in der Zeichnung dargestelltes Ausführungsbeispiel der Erfindung erläutert.

[0018] Die einzige Figur zeigt eine Vorrichtung 1 zum Kraftausgleich der Momentbelastung, welche an einer Schleifspindel 4 vorgesehen ist.

[0019] Die Schleifspindel 4 ist mit einer Schleifspindellagerung 5 und einem Spindelaufsatz 6 zur Befestigung wenigstens einer Schleifscheibe 7 versehen und wird von einem in der Zeichnung nicht dargestellten Antrieb angetrieben.

[0020] Die Schleifscheibe 7 ermöglicht sowohl Umfangs- als auch Planschleif-Bearbeitungen eines in der Zeichnung ebenfalls nicht gezeigten Werkstücks. Hierfür umfasst die Schleifscheibe 7 zum einen eine Line-Scheibe 2 für die Umfangsschleif-Bearbeitung und eine Face-Scheibe 3 für die Planschleif-Bearbeitung. Die Line-Scheibe 2 ist im gezeigten Ausführungsbeispiel unter dem Spindelaufsatz 6 angeschraubt, und die Face-Scheibe 3 ist unterhalb der Line-Scheibe 2 angeordnet und mit dieser verschraubt.

[0021] Erfindungsgemäß ist die Schleifspindellagerung 5 mit einem Verstelljoch versehen, an welchem zumindest eine koaxial zur Drehachse (in der Zeichnung mit "A" gekennzeichnet) der Schleifspindel 4 vorgesehene Kraftbetätigung angreift. Hierdurch ist die Schleifspindellagerung 5 mit einer gezielten Momentbelastung beaufschlagbar. Dabei ist die Kraftbetätigung derart vorgesehen, dass die von ihr verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung 5 derjenigen Momentbelastung der Schleifspindellagerung 5, welche aus der Umfangs- und/oder Planschleif-Bearbeitung resultiert, entgegenwirkt.

[0022] Das Verstelljoch 8 ist dabei auf der Festlagerseite der Schleifspindellagerung 5 vorgesehen.

[0023] Die Kraftbetätigung wirkt dabei entlang einer Richtung, welche in einer Ebene liegt, die durch die Drehachse der Schleifspindel und die Verbindungslinie zwischen dem Mittelpunkt der Schleifscheibe 7 und dem Kontaktpunkt der Schleifscheibe 7 mit dem zu schleifenden Werkstück während des Schleifens aufgespannt wird.


Ansprüche

1. Vorrichtung (1) zum Kraftausgleich der Momentbelastung für eine von einem Antrieb angetriebene Schleifspindel (4) mit einer Schleifspindellagerung (5) und einem Spindelaufsatz (6) zur Befestigung wenigstens einer Schleifscheibe (7), wobei die Schleifspindel (4) mittels zumindest einer entsprechend ausgebildeten Schleifscheibe (7) sowohl Umfangs- als auch Planschleif-Bearbeitungen eines Werkstücks ermöglicht, wobei die Schleifspindellagerung (5) mit einem Verstelljoch (8) versehen ist, an welchem zumindest eine koaxial zur Drehachse der Schleifspindel (4) vorgesehene Kraftbetätigung angreift, mittels der die Schleifspindellagerung (5) mit einer gezielten Momentbelastung beaufschlagbar ist, wobei die zumindest eine Kraftbetätigung derart vorgesehen ist/sind, dass die von ihr verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung (5) der aus der Umfangs- und/oder Planschleif-Bearbeitung resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung (5) entgegenwirkt.
 
2. Vorrichtung (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Verstelljoch (8) auf der Festlagerseite der Schleifspindellagerung (5) vorgesehen ist.
 
3. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Kraftbetätigung durch einen doppelt wirkenden Hydraulikzylinder oder einen Spindeltrieb gebildet ist.
 
4. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest zwei Kraftbetätigungen vorgesehen sind, von denen zum einen zumindest eine Kraftbetätigung derart vorgesehen ist/sind, dass die hiervon verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung (5) der aus der Umfangsschleif-Bearbeitung resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung (5) entgegenwirkt und von denen zum anderen zumindest eine andere derart vorgesehen ist/sind, dass die hiervon verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung (5) der aus der Planschleif-Bearbeitung resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung (5) entgegenwirkt.
 
5. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Kraftbetätigung entlang einer Richtung wirkt, welche in einer Ebene liegt, die durch die Drehachse der Schleifspindel (4) und die Verbindungslinie zwischen dem Mittelpunkt der Schleifscheibe (7) und dem Kontaktpunkt der Schleifscheibe (7) mit dem zu schleifenden Werkstück während des Schleifens aufgespannt wird.
 
6. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest eine Kraftbetätigung derart vorgesehen ist/sind, dass die von ihr verursachte resultierende Momentbelastung der Schleifspindellagerung (5) der von dem Antrieb resultierenden Momentbelastung der Schleifspindellagerung (5) entgegenwirkt.
 
7. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei als einfach wirkende Hydraulikzylinder ausgebildete Kraftbetätigungen vorgesehen sind, welche diametral zur Drehachse der Schleifspindel (4) vorgesehen sind und jeweils entlang einer Richtung wirken, welche beide in einer Ebene liegen, die durch die Drehachse der Schleifspindel (4) und die Verbindungslinie zwischen dem Mittelpunkt der Schleifscheibe (7) und dem Kontaktpunkt der Schleifscheibe (7) mit dem zu schleifenden Werkstück während des Schleifens aufgespannt wird.
 
8. Vorrichtung (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifscheibe (7) zum einen eine Line-Scheibe (2) für die Umfangsschleif-Bearbeitung und eine Face-Scheibe (3) für die Planschleif-Bearbeitung umfasst.
 
9. Vorrichtung (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Line-Scheibe (2) unter dem Spindelaufsatz (6) angeschraubt ist.
 
10. Vorrichtung nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Face-Scheibe (3) unterhalb der Line-Scheibe (2) angeordnet und mit dieser verschraubt ist, vorzugsweise von oben durch den Grundkörper der Line-Scheibe (2).
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht