[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Verpackungsmaschine, insbesondere eine Schalenversiegelungsmaschine,
mit einem Schneidwerkzeug.
[0002] Versiegelte Verpackungen, insbesondere Kunststoffverpackungen, finden für weitestgehend
alle Produktgattungen Verwendung. Häufig werden frische Lebensmittelprodukte in eine
tiefgezogene Kunststoffschale eingelegt oder portioniert und anschließend die Schale
mit einer Kunststofffolie mittels einer Heißsiegelnaht, Schweißnaht oder Haftklebenaht
luftdicht verschlossen. Das dafür verwendete Siegelwerkzeug, insbesondere die Siegelplatte,
ist dazu üblicherweise beheizt und drückt an den Rändern der Schale die Kunststofffolie
auf selbige, um beide miteinander zu verbinden. Die Kunststofffolie kann ebenfalls
unter Ausbildung eines Vakuums tiefgezogen werden und sich so über das Produkt legen.
Besonders geeignet für diese Art der Versiegelung sind sogenannte "Skinfolien", welche
besonders flexibel sind und sich eng über das Produkt in der Schale legen. Da die
Folie zumeist kontinuierlich von einer Rolle zugeführt wird, muss nach dem Versiegelungsvorgang
die Folie an den Rändern der Schale geschnitten werden. Wie aus der
EP 2 845 809 A1 bekannt, sind das Siegelwerkzeug und das Schneidwerkzeug bei heutzutage üblichen
Verpackungsmaschinen nicht auf zwei Stationen entlang einer Förderstrecke verteilt,
sondern als Komponenten einer Verpackungsstation mechanisch eng miteinander verbunden.
In der
EP 2 722 281 B1 ist ein entsprechendes Verfahren zum gasdichten Verpacken einer Ware mittels einer
solchen Verpackungsstation bekannt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Verpackungsmaschine mit einem Siegelwerkzeug und
einem verbesserten Schneidwerkzeug bereitzustellen.
[0004] Die Aufgabe wird gelöst durch eine Verpackungsmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs
1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen angegeben.
Eine erfindungsgemäße Verpackungsmaschine, insbesondere eine Schalenversiegelungsmaschine,
umfasst eine Siegelstation, die ein Siegelwerkzeug mit einer Schalenaufnahme und einer
Siegelplatte zum gasdichten Verschließen einer Schale mit einem Folienmaterial sowie
ein Schneidwerkzeug zum Schneiden des Folienmaterials aufweist. Desweiteren umfassen
die Verpackungsmaschine mindestens eine Induktionsspulenwicklung und das Schneidwerkzeug
eine Schneidklinge, wobei die mindestens eine Induktionsspulenwicklung dazu konfiguriert
ist, die Schneidklinge induktiv zu beheizen. Wie dies aus anderen technischen Bereichen,
wie zum Beispiel dem Induktionsherd, bekannt ist, überträgt das Prinzip der magnetischen
Induktion die elektrische Energie der an die Induktionsspulenwicklung angelegten Wechselspannung
berührungslos durch ein sich veränderndes Magnetfeld auf einen räumlich benachbarten,
aber von der Induktionsspulenwicklung elektrisch isolierten, Werkstoff, in diesem
Fall die Schneidklinge des Schneidwerkzeugs. In der Schneidklinge werden durch das
von der Induktionsspulenwicklung erzeugte magnetische Wechselfeld Wirbelströme induziert,
welche aufgrund des elektrischen Widerstands des Werkstoffs zu einer Erwärmung der
Schneidklinge führen. Die Beheizung eines Werkstoffs mittels magnetischer Induktion
stellt einen deutlich energieeffizienteren Prozess als beispielsweise die Übertragung
thermischer Energie von einer widerstandsbeheizten Spulenwicklung dar. Somit kann
bei niedrigem Energieverbrauch die Schneidklinge auf eine gewünschte Temperatur gebracht
und die Temperatur dauerhaft beibehalten werden. Die Schneidklinge kann so unabhängig
von einer Beheizung der Siegelplatte auf einer für das Schneiden der Folie vorteilhaften
Temperatur gehalten werden. So ergibt sich ein verbessertes und gleichbleibend hochwertiges
Schnittbild. Auch die benötigte Schneidkraft verringert sich, was vorteilhaft für
die verwendete Mechanik ist und den Verschleiß der Schneidklinge reduziert. Dabei
kann das Schneidwerkzeug derart eingestellt sein, dass entweder nur die Folie oder
die Folie und ein horizontaler Rand der Schale formgebend geschnitten werden. Während
der Versiegelung und des Schneidens der Folie liegt die Schale mit ihrem horizontalen
Rand auf der Schalenaufnahme auf, womit die nötige mechanische Gegenkraft gegeben
ist.
[0005] In einer zweckmäßigen Variante ist die mindestens eine Induktionsspulenwicklung in
der Siegelplatte und/oder in der Schalenaufnahme und/oder in einem die Siegelplatte
aufnehmenden Außenrahmen der Siegelstation angeordnet. Wie weiter unten in der Figurenbeschreibung
erläutert, sollte die Induktionsspulenwicklung ohne direkten Kontakt zur Schneidklinge,
aber räumlich benachbart zu dieser angeordnet sein. Die Induktionsspulenwicklung kann
z. B. mit ihrem Querschnitt parallel zur Fläche der Schneidklinge in einer Aussparung
der Siegelplatte und/oder des Außenrahmens der Siegelstation angeordnet sein und somit
die Schneidklinge hauptsächlich in ihrer oberen Ruheposition beheizen. Auch in der
Schalenaufnahme, also dem unteren Teil der Siegelstation, auf welchem der horizontale
Rand der Schale aufliegt, kann die Induktionsspulenwicklung angeordnet sein. Eine
Beheizung der Schneidklinge findet in diesem Fall während der Annäherung und des Kontakts
der Schneidklinge mit der Schalenaufnahme bzw. des horizontalen Rands der Schale zum
Schneiden des Folienmaterials statt. Es versteht sich, dass auch an zweien oder allen
drei Positionen Induktionsspulenwicklungen angeordnet sein können. Je nach Taktung
der Verpackungsmaschine kann damit die Schneidklinge an der Position der längsten
Verweildauer, oder sogar weitestgehend kontinuierlich, beheizt werden. Zweckmäßig
erfolgt die Beheizung derart, dass die Wärmeverluste der Schneidklinge ausgeglichen
und eine konstante Temperatur gehalten wird.
[0006] Vorzugsweise ist die Induktionsspulenwicklung in ein isolierendes, ein von der Induktionsspulenwicklung
erzeugtes magnetisches Wechselfeld leitendes und eine glatte, porenfreie Oberfläche
aufweisendes Material eingebettet. Der Wicklungsdraht kann entweder mit einer elektrischen
Isolationsschicht überzogen und die Induktionsspulenwicklung als Ganzes eingefasst
sein, oder die Induktionsspulenwicklung kann direkt in ein elektrisch isolierendes
Material eingegossen sein. Als Materialen zum Einfassen oder Eingießen finden zum
Beispiel Glaskeramik oder Harz Verwendung. Besonders in der Lebensmittelverarbeitung
ist es gewünscht, dass die verwendeten Maschinen glatte Oberflächen aufweisen, welche
keine Tendenz zur Schmutzanhaftung haben und leicht zu reinigen sind. Durch die Kapselung
der Induktionsspulenwicklungen können sich keine Verunreinigungen an den Windungen
absetzen und die Integration derartiger Induktionsspulenwicklungen in die vorhandenen
Flächen, wie Siegelplatte oder Außenrahmen, erhält diese Flächen weiterhin eben und
ohne Vorsprünge. Ein Eingießen der Induktionsspulenwicklung in ein Harz ermöglicht
besonders einfach die Realisierung der gewünschten Außenabmessungen des entstehenden
Spulenblocks und isoliert gleichzeitig den Wicklungsdraht. Alternativ dazu können
die Flächen von Siegelplatte und Außenrahmen auch als Ganzes eine einstückige Abdeckung
der darunter befindlichen Bauteile und gleichzeitig für das magnetische Feld der Induktionsspulenwicklung
durchlässig sein.
[0007] In einer vorteilhaften Variante ist die Induktionsspulenwicklung austauschbar an
der Verpackungsmaschine angeordnet. Ein defektes Bauteil kann so kostengünstig und
schnell ersetzt werden, wodurch längere Standzeiten der Verpackungsmaschine vermieden
werden. Die Induktionsspulenwicklung kann zum Beispiel mittels einer Steckverbindung
in dafür vorgesehene Aussparungen unter Ausbildung eines elektrischen Kontakts eingesteckt
werden. Auch der Austausch hinter einer einstückigen Wandabdeckung, wie oben beschrieben,
ist möglich.
[0008] Üblicherweise ist die Induktionsspulenwicklung mit einer Wechselspannung mit einer
Frequenz im Bereich von ca. 25 kHz bis 50 kHz beaufschlagbar. Durch die Wahl einer
geeigneten Spannungsquelle und einer geeigneten Frequenz kann die Energie mit bestmöglichem
Wirkungsgrad von der Induktionsspulenwicklung auf die Schneidklinge übertragen werden.
Die Induktionsspulenwicklung ist dabei so dimensioniert, dass es zu keiner Widerstandserwärmung
durch die angelegte Spannung bzw. den angelegten Strom kommt.
[0009] In einer zweckmäßigen Variante umfasst die Verpackungsmaschine zwei oder mehrere
Induktionsspulenwicklungen, wobei diese unabhängig voneinander mit Spannung beaufschlagbar
sind. So können in der Siegelplatte, der Schalenaufnahme und dem Außenrahmen der Siegelstation
Induktionsspulenwicklungen angeordnet sein. Je nach Heizleistungsbedarf können die
Spulen einzeln zugeschaltet und mit jeweils einer gewünschten Spannung betrieben werden.
Insbesondere in Abhängigkeit der zu verarbeitenden Produkte kann der Wärmeabfluss
und damit der Heizleistungsbedarf variieren. So macht die Verarbeitung von Kühlprodukten,
möglicherweise in einer gekühlten Umgebung, eine höhere Heizleistung notwendig als
beispielsweise die Abfüllung von zuvor erhitzten Fertiggerichten. Die beschriebene
Verpackungsmaschine ist also für alle Produktgattungen und Fertigungsumgebungen verwendbar,
wobei die Beheizung der Induktionsspulenwicklungen so gewählt wird, dass nur die tatsächlich
benötigte elektrische Energie verbraucht wird.
[0010] In einer typischen Variante ist die Schneidklinge aus einem ferromagnetischen Material,
bevorzugt ferritischem rostfreien Stahl, insbesondere Edelstahl, gefertigt. Zur induktiven
Beheizung eines Werkstoffs und damit der Erzeugung von Wirbelströmen darin ist ein
ferromagnetisches Material besonders geeignet. Da die Schneidklinge durch die Luftfeuchtigkeit,
den eventuellen Kontakt mit den zu verarbeitenden Produkten sowie die Reinigung der
Verpackungsmaschine in Kontakt mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten kommen kann,
sollte ein Rosten der Schneidklinge vermieden werden. Die Klinge würde durch das Ausbilden
von Rost einerseits ihre Schneidwirkung verlieren und andererseits den Hygieneanforderungen
in der Lebensmittelverarbeitung nicht mehr genügen. Durch die geeignete Materialwahl,
zum Beispiel ferritischer, rostfreier Edelstahl, kann ein Rosten verhindert und ein
zuverlässiger Betrieb der Schneidklinge mit einer konstanten Schneidleistung sichergestellt
werden.
[0011] Der Einsatz einer Induktionsspulenwicklung ermöglicht es, dass die Siegelplatte und
die Schneidklinge auf unterschiedliche Temperaturen beheizbar sind, insbesondere derart,
dass die Temperatur der Schneidklinge höher als die Temperatur der Siegelplatte ist.
Die direkte Beheizung der Siegelplatte kann durch vielerlei Faktoren begrenzt sein.
So bestimmt das verwendete Folienmaterial seine Verarbeitungstemperatur. Auch wegen
besonders empfindlicher Lebensmittelprodukte kann die Temperatur zur Verarbeitung
des Folienmaterials begrenzt sein. Demzufolge kann die Beheizung der Schneidklinge,
auch wenn diese benachbart zur beheizten Siegelplatte angeordnet ist, möglicherweise
nicht in der gewünschten Intensität erfolgen. Die eigenständige Beheizung der Schneidklinge
mittels Induktionsspulenwicklung ermöglicht hingegen die Einstellung der gewünschten
Temperatur, auch wenn die von der Umgebung, also der Siegelplatte, dissipierte Wärme
ansonsten nicht ausreichend wäre. So können zwei Temperaturzonen, nämlich eine Temperaturzone
1 der Schneidklinge mit einer Temperatur von zum Beispiel 180°C und benachbart dazu
eine Temperaturzone 2 der Siegelplatte, insbesondere einer Andrückfläche, von zum
Beispiel 130°C ausgebildet werden.
[0012] Besonders vorteilhaft ist es, wenn an der Schneidklinge und/oder der Siegelplatte
ein Temperatursensor vorhanden ist. Dies ermöglicht die exakte Überwachung und damit
Einstellung der Heizleistung der Induktionsspulenwicklung. Auch die Temperatur der
Siegelplatte, welche durch eine separate, hier nicht näher erläuterte Beheizung verfügt,
kann so eingestellt werden. Es kann so die Energie bereitgestellt werden, die benötigt
wird, und eine zu heiße oder zu kalte Schneidklinge und Siegelplatte wird vermieden,
indem bei Abweichungen von den gewünschten Temperaturen die Heizleistungen nachgeregelt
werden.
[0013] In einer üblichen Variante ist die Schneidklinge auf eine Temperatur im Bereich von
150°C bis 200°C beheizbar. Auch in Abhängigkeit des verwendeten Folienmaterials wird
eine Temperatur gewählt, welche ein optimales Schnittergebnis liefert. Gleichzeitig
wird darauf geachtet, dass die zu verschließende Schale nicht durch eine zu hohe Schneidklingentemperatur
beeinträchtigt wird. Auch um einen unnötig hohen Energieverbrauch zu vermeiden, wird
keine höhere als die tatsächlich benötigte Temperatur eingestellt.
[0014] In einer bevorzugten Variante weist die Verpackungsmaschine ein elektronisches Steuerungssystem
auf, welches die Beheizung der Schneidklinge und/oder der Siegelplatte automatisch
regelt. Wie bereits ausgeführt, kann eine Temperaturvorgabe zur Beheizung der Schneidklinge
sowie der Siegelplatte der Verpackungsmaschine mittels der üblichen Bedienterminals
oder Dateneingabegeräte übergeben werden. Mithilfe der verbauten Temperatursensoren
kann dann das elektronische Steuerungssystem die tatsächlichen Temperaturen überwachen
und automatisch durch Anpassen der Heizleistung der Induktionsspulenwicklungen und
der Beheizung der Siegelplatte Abweichungen von der Vorgabe korrigieren. Somit kann
der Verpackungsprozess vollautomatisch ablaufen was zu einer Arbeitserleichterung
für einen Operateur führt und ein gleichbleibendes Ergebnis liefert.
[0015] In einer gängigen Variante weist die Schneidklinge einen Abstand im Bereich von 0,1
mm bis 3,0 mm von der Induktionsspulenwicklung, welche in der Siegelplatte und/oder
in dem Außenrahmen der Siegelstation angeordnet ist, auf. Die Abstände sind dabei
so gewählt, dass das von der Induktionsspulenwicklung erzeugte magnetische Feld optimal
in die Schneidklinge einkoppelt. Zudem wird auf eine kompakte Bauweise der Verpackungsmaschine
geachtet und die Möglichkeit zu einer Reinigung oder einem Austausch der Schneidklinge
gewahrt. Die Abstände zu den benachbarten Bauteilen stellen zudem eine berührungsfreie
Bewegung der Schneidklinge sicher.
[0016] Idealerweise ist das Siegelwerkzeug dazu geeignet, die Schale zu evakuieren. Dazu
sind in den relevanten Bauteilen Vakuumkanäle vorhanden, durch welche mittels einer
Vakuumpumpe die Luft aus der Schale entfernt wird. Dadurch kann eine besonders gute
Haltbarkeit des verpackten Produkts erreicht werden. Zusätzlich ist das Begasen mit
einem Schutzgas möglich, was einen Alterungsprozess der Ware weiter verlangsamt.
[0017] Vorzugsweise ist das Siegelwerkzeug dazu geeignet, die Schale durch ein Tiefziehen
des Folienmaterials und ein Versiegeln der Schale mit dem Folienmaterial zu verschließen.
Das Tiefziehverfahren legt die Folie unter Ausbildung eines Vakuums bündig über die
Schale und das darin enthaltene Produkt, wodurch eine längere Haltbarkeit erreicht
wird. Zudem bietet das Tiefziehverfahren die Möglichkeit einer besonders ansprechenden
Produktpräsentation. Nachdem die Folie über die Schale gelegt wurde, wird die Folie
und die Schale, zumeist an einem oberen, horizontalen Rand, gasdicht verschlossen,
indem die beheizte Siegelplatte beide gegen die Schalenaufnahme presst.
[0018] Im Folgenden werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Figuren näher beschrieben.
Dabei zeigen
- Figur 1:
- eine Schnittansicht eines Abschnitts einer Verpackungsmaschine mit einem Siegelwerkzeug
zum Versiegeln von Schalen sowie einem Schneidwerkzeug zum Schneiden eines Folienmaterials,
- Figur 2:
- eine vergrößerte Darstellung eines Ausschnitts aus Figur 1.
[0019] Einander entsprechende Komponenten sind in den Figuren jeweils mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0020] Figur 1 zeigt einen Abschnitt eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen
Verpackungsmaschine 1 in einer seitlichen Schnittansicht. Gezeigt ist eine Siegelstation
3 mit einem Siegelwerkzeug 5, welches eine Schalenaufnahme 7 und eine Siegelplatte
9 umfasst. Dargestellt ist ein Fertigungsschritt, bei dem eine von einem Förderband
zugeführte Schale 11 durch Absenken eines Auflagetischs 13 mit ihren seitlichen horizontalen
Rändern 15 auf der Schalenaufnahme 7 aufliegt und die Versiegelung bzw. der Folienschnitt
noch nicht stattgefunden hat. Nach Beendigung des Siegelungs- und Schneidvorgangs
wird die Schale 11 durch den Auflagetisch 13 wieder angehoben und kann so von einem
Fördermechanismus weitertransportiert werden. Wie im eingangs erwähnten Stand der
Technik beschrieben, wird die Schale 11 durch Absenken eines Außenrahmens 17 und der
Siegelplatte 9 mit einem Folienmaterial 19 verschlossen. Anschließend wird durch Betätigen
eines Schneidwerkzeugs 21 eine Schneidklinge 23 abgesenkt um das Folienmaterial 19
zu schneiden. In der Figur 1 ist beispielhaft eine Siegelstation 3 dargestellt, es
versteht sich jedoch das eine Verpackungsmaschine 1 mehrere Siegelstationen 3 zur
gleichzeitigen Bearbeitung mehrerer Schalen 11 umfassen kann.
[0021] In dem Außenrahmen 17 der Siegelstation 3, in der Siegelplatte 9 und in der Schalenaufnahme
7 ist jeweils eine Induktionsspulenwicklung 25 angeordnet. Beispielhaft ist dies für
eine linke und eine rechte Seite der Siegelstation 3 gezeigt, es versteht sich jedoch,
dass entsprechende Induktionsspulenwicklungen 25 auch für eine vordere und hintere
Seite vorhanden sind. Die Größe der Induktionsspulenwicklungen 25 kann je nach gewünschter
Heizleistung variieren.
[0022] Figur 2 zeigt eine vergrößerte Darstellung der linken Seite der Siegelstation 3 aus
Figur 1. Zu sehen ist ebenfalls ein Fertigungsschritt vor dem Versiegeln der Schale
11 mit dem Folienmaterial 19. Die Siegelplatte 9 ist bereits abgesenkt und würde durch
ein weiteres Absenken das Folienmaterial 19 auf den horizontalen Rand 15 der Schale
11 pressen. In der Schalenaufnahme 7, der Siegelplatte 9 und dem Außenrahmen 17 sind
jeweils Induktionsspulenwicklungen 25 angeordnet. Diese dienen zur Beheizung der Schneidklinge
23, welche nach dem Versiegeln der Schale 11 durch eine Abwärtsbewegung das Folienmaterial
19 schneidet. Wie zu erkennen ist, können die Induktionsspulenwicklungen 25 unterschiedliche
Größen aufweisen. So kann es zum Beispiel vorteilhaft sein, bei einem größeren Abstand
zwischen Schneidklinge 23 und Induktionsspulenwicklung 25 diese etwas größer zu dimensionieren.
Die Induktionsspulenwicklungen 25 schließen bündig und ohne Spalte mit den sie aufnehmenden
Bauteilen (Schalenaufnahme 7, Siegelplatte 9, Außenrahmen 17) ab. Dies kann, wie oben
beschrieben, entweder durch exaktes Einpassen in entsprechende Aussparungen, oder
durch eine vollflächige Verkleidung der Bauteile 7, 9, 17 bzw. einstückiges Fertigen
der Außenkontur derselben erfolgen. Im letzteren Fall sind die Induktionsspulenwicklungen
25 von dem Produktionsgeschehen abgewandten Seiten zugänglich. Zu erkennen sind zudem
einzelne Wicklungsdrähte 27, welche in ein elektrisch isolierendes Füllmaterial 29,
zum Beispiel ein Harz, eingegossen sind. Zum Überwachen der tatsächlichen Temperatur
von Schneidklinge 23 und/oder Siegelplatte 9 dient jeweils ein Temperatursensor 31,
welcher die gemessenen Werte zu einem elektronischen Steuerungssystem 33 überträgt.
Das elektronische Steuerungssystem 33 kann dann automatisch die Heizleistung der Induktionsspulenwicklungen
25 aber auch die Beheizung der Siegelplatte 9 automatisch regeln.
[0023] Ausgehend von den oben dargestellten Ausführungsformen einer Verpackungsmaschine
1 mit einem Schneidwerkzeug 21 sind vielerlei Variationen derselben möglich. So kann
die Verpackungsmaschine 1 jeweils an unterschiedliche Schalenformen angepasst werden.
Das Schneidwerkzeug 21 kann so eingestellt sein, dass es nur das Folienmaterial 19
oder aber auch den horizontalen Rand 15 der Schale 11 schneidet.
1. Verpackungsmaschine (1), insbesondere Schalenversiegelungsmaschine, mit einer Siegelstation
(3), die ein Siegelwerkzeug (5) mit einer Schalenaufnahme (7) und einer Siegelplatte
(9) zum gasdichten Verschließen einer Schale (11) mit einem Folienmaterial (19) sowie
ein Schneidwerkzeug (21) zum Schneiden des Folienmaterials (19) umfasst, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsmaschine (1) mindestens eine Induktionsspulenwicklung (25) und das
Schneidwerkzeug (21) eine Schneidklinge (23) umfasst, und die mindestens eine Induktionsspulenwicklung
(25) dazu konfiguriert ist, die Schneidklinge (23) induktiv zu beheizen.
2. Verpackungsmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens eine Induktionsspulenwicklung (25) in der Siegelplatte (9) und/oder
in der Schalenaufnahme (7) und/oder in einem die Siegelplatte (9) aufnehmenden Außenrahmen
(17) der Siegelstation (3) angeordnet ist.
3. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Induktionsspulenwicklung (25) in ein isolierendes, ein von der Induktionsspulenwicklung
(25) erzeugtes magnetisches Wechselfeld leitendes und eine glatte, porenfreie Oberfläche
aufweisendes Material (29), vorzugsweise Glaskeramik oder Harz, eingebettet ist.
4. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Induktionsspulenwicklung (25) austauschbar an der Verpackungsmaschine (1) angeordnet
ist.
5. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Induktionsspulenwicklung (25) mit einer Wechselspannung mit einer Frequenz im
Bereich von ca. 25 kHz bis 50 kHz beaufschlagbar ist.
6. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsmaschine (1) zwei oder mehrere Induktionsspulenwicklungen (25) umfasst
und diese unabhängig voneinander mit Spannung beaufschlagbar sind.
7. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidklinge (23) aus einem ferromagnetischen Material, bevorzugt ferritischem
rostfreien Stahl, insbesondere Edelstahl, gefertigt ist.
8. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidklinge (23) und die Siegelplatte (9) auf unterschiedliche Temperaturen
beheizbar sind, insbesondere derart, dass die Temperatur der Schneidklinge (23) höher
als die Temperatur der Siegelplatte (9) ist.
9. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an der Schneidklinge (23) und/oder der Siegelplatte (9) ein Temperatursensor (31)
vorhanden ist.
10. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidklinge (23) auf eine Temperatur im Bereich von 150°C bis 200°C beheizbar
ist.
11. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verpackungsmaschine ein elektronisches Steuerungssystem (33) aufweist, welches
die Beheizung der Schneidklinge (23) und/oder der Siegelplatte (9) automatisch regelt.
12. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schneidklinge (23) einen Abstand im Bereich von 0,1 mm bis 2,0 mm von der Induktionsspulenwicklung
(25), welche in der Siegelplatte (9) und/oder in dem Außenrahmen (17) der Siegelstation
(3) angeordnet ist, aufweist.
13. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Siegelwerkzeug (5) dazu geeignet ist, die Schale (11) zu evakuieren.
14. Verpackungsmaschine nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Siegelwerkzeug (5) dazu geeignet ist, die Schale (11) durch ein Tiefziehen des
Folienmaterials (19) und ein Versiegeln der Schale (11) mit dem Folienmaterial (19)
zu verschließen.