[0001] Die gegenständliche Erfindung betrifft eine Abstreifleiste zur Verwendung in einer
Anlage zur Herstellung eines Papierbandes mit einem Siebband, welches über eine Vielzahl
von quer zu dessen Bewegungsrichtung ausgerichteten Abstreifleisten bewegbar ist.
[0002] Die gegenständliche Erfindung betrifft weiters einen Bausatz und eine Anlage zur
Herstellung eines Papierbandes.
[0003] Bekannte Anlagen zur Herstellung eines Papierbandes weisen ein in sich geschlossenes
Siebband auf, welches mittels Förderwalzen im Umlauf bewegt wird und auf welches am
Beginn der Anlage ein Faserbrei aufgesprüht wird. In einem ersten Bereich der Anlage
wird das Siebband über Abstreifleisten sowie über mit Abstreifleisten ausgebildete
Saugkästen hinweg bewegt, durch welche aus dem Faserbrei ausgetretene Flüssigkeit
abgestreift und abgesaugt wird. In weiteren Bereichen der Anlage wird das am Siebband
hergestellte Papierband mittels Filzbändern getrocknet.
[0004] Die in einer solchen Anlage befindlichen Abstreifleisten, welche quer zur Bewegungsrichtung
des Siebbandes ausgerichtet sind, sind aus Metall oder aus Kunststoff hergestellte
Leisten, welche an ihrer in der Betriebslage dem Siebband zugewandten Oberseite mit
einer Auflage aus einem verschleißfesten Material, insbesondere aus plangeschliffenen
Keramikplatten, versehen sein können. Die Keramikplatten bestehen insbesondere aus
Al-Oxid, aus Zr-Oxid, aus Si-Nitrid und aus Si-Carbid. Das Siebband wird über die
Abstreifleisten mit einer Geschwindigkeit von 1 m/sec bis 40 m/sec hinweg bewegt.
Durch die Abstreifleisten wird einerseits das Siebband abgestützt. Andererseits dienen
die Abstreifleisten dazu, die aus dem Faserbrei ausgetretene und sich an der Unterseite
des Siebbandes befindliche Flüssigkeit vom Siebband abzustreifen. Dabei können durch
eine Schräglage einer ersten Gruppe von Abstreifleisten gegenüber dem Siebband zwischen
den Oberflächen der Abstreifleisten und dem Siebband keilförmige Zwischenräume gebildet
werden, welche sich in Bewegungsrichtung des Siebbandes vergrößern, wodurch aufgrund
der Bewegung des Siebbandes auf den auf diesem befindlichen Faserbrei eine Saugwirkung
ausgeübt wird, durch welche im Faserbrei befindliche Flüssigkeit abgesaugt wird. Unterhalb
einer zweiten Gruppe von Abstreifleisten befinden sich Saugkästen, durch welche gleichfalls
auf den am Siebband befindlichen Faserbrei eine Saugwirkung ausgeübt wird. Die dadurch
aus dem Faserbrei ausgetretene Flüssigkeit wird durch die Saugkästen hindurch abgeführt.
[0005] Bei der Bewegung des Siebbandes über die Abstreifleisten hinweg liegt das Siebband
an die Oberflächen der Abstreifleisten bzw. an die auf diesen befindlichen Keramikplatten,
an, wodurch große Reibungswiderstände bedingt werden, welche durch die Förderwalzen
überwunden werden müssen. Zudem unterliegen hierdurch die Oberflächen der Abstreifleisten
und das Siebband einem starken Verschleiß, weswegen die Abstreifleisten und das Siebband
nur geringe Standzeiten aufweisen.
[0006] Der gegenständlichen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Abstreifleiste zu
schaffen, durch welche im Betrieb einer derartigen Siebbandanlage die zwischen dem
Siebband und den einzelnen Abstreifleisten auftretenden Reibungswiderstände verringert
werden. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Oberfläche der
Abstreifleiste mit einer definierten Profilierung, welche Erhebungen und/oder Vertiefungen
aufweist, ausgebildet ist, wobei die Höhenerstreckung der Profilierung zumindest 0,1
mm beträgt. Die Erhebungen bzw. die Vertiefungen können im Rahmen der Erfindung zufällig
bzw. nicht konkret definiert ausgeführt und/oder verteilt sein. Bevorzugt ist bei
der Erfindung allerdings, wenn die Erhebungen bzw. die Vertiefungen eine definierte
Profilierung aufweisen und/oder definiert an der Oberfläche verteilt sind, weil damit
eine gezieltere Beeinflussung der Reibung möglich ist.
Vorzugsweise, aber nicht zwingend, ist die Abstreifleiste an ihrer in der Betriebsstellung
dem Siebband zugeordneten Oberfläche mit einer Vielzahl von nebeneinander befindlichen
Keramikplatten ausgebildet, welche an ihrer Oberfläche mit einer definierten Profilierung
in Form von Erhebungen und/oder von Vertiefungen ausgebildet sind, wobei die Höhenerstreckung
der Profilierung zumindest 0,1 mm beträgt.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung beträgt die Höhenerstreckung
bis zu 3 mm, bevorzugt bis zu 2,5 mm bzw. bis zu 1,6 mm, insbesondere 0,2 mm bis zu
0,8 mm.
Dabei kann die Oberfläche der Abstreifleiste mit einer in der Längserstreckung der
Abstreifleiste ausgerichteten oder mit einer mit dieser einen spitzen Winkel einschließenden
Profilierung ausgebildet sein. Die Profilierung weist bevorzugt die Form von im Querschnitt
dreieckigen Rippen, rechteckigen Leisten oder wellenartigen Leisten auf, wobei im
Rahmen der Erfindung aber auch andere Profilierungen möglich sind. Weiters können
die Profilierungen von nebeneinander befindlichen Keramikplatten gegeneinander sowohl
in als auch quer zur Längsrichtung der Abstreifleiste versetzt und/oder unterschiedlich
sein. Zudem kann die Längserstreckung der Erhebungen und/oder der Vertiefungen mit
der Längsrichtung der Abstreifleiste einen Winkel von 0° bis 80° einschließen. Weiters
kann die Profilierung durch im Abstand voneinander liegende Vertiefungen, insbesondere
durch im Querschnitt konkave Ausnehmungen bzw. zylindrische Bohrungen gebildet sein.
Erfindungsgemäß kann weiters die Oberfläche der Abstreifleisten eine im Schnitt quer
zur Längserstreckung der Abstreifleiste konvexe Wölbung aufweisen, wobei bei der Erfindung
bevorzugt ist, wenn die Wölbung einen Radius von 100 mm bis 500 mm, vorzugsweise von
200 mm bis 350 mm, aufweist.
[0007] Schließlich ist bei der Erfindung bevorzugt, wenn die Seitenkanten der Oberfläche
der Abstreifleiste im Querschnitt mit einem Radius von 0,5 mm bis 5 mm, vorzugsweise
von 1 mm bis 3 mm, abgerundet sind.
[0008] Bei bekannten Abstreifleisten sind die in der Betriebslage dem Siebband zugewandten
Oberflächen, welche insbesondere mit Keramikplatten beschichtet sind, plangeschliffen,
wobei sie Oberflächenrauigkeitswerte Ra von 0,15 µm bis 0,7 µm aufweisen. Aufgrund
des Planschliffes der Oberflächen der Keramikplatten bzw. der hierdurch erzielten
geringen Rauigkeitswerte sollen gemäß dem bekannten Stand der Technik die zwischen
den Oberflächen der Abstreifleisten, insbesondere den Oberflächen der Keramikplatten,
und dem über diese hinweg bewegten Siebband auftretenden Reibungswiderstände minimiert
werden.
[0009] Der gegenständlichen Erfindung liegt demgegenüber die Erkenntnis zugrunde, dass bei
einer wesentlich verstärkten Profilierung der Oberflächen mit definierten Erhebungen
bzw. Vertiefungen durch das über die Abstreifleisten hinweg bewegte Siebband in der
Flüssigkeit, welche sich in den Vertiefungen befindet, Bugwellen auftreten, durch
welche das Siebband in den Bereichen der Erhebungen über diese angehoben wird, wobei
sich zwischen dem Siebband und den Erhebungen eine Schicht an Flüssigkeit befindet,
durch welche die zwischen dem Siebband und den Erhebungen auftretenden Reibungswiderstände
maßgeblich verringert werden.
[0010] Weitere bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung sind Gegenstand der übrigen Unteransprüche.
[0011] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
bevorzugter, den Schutzbereich nicht beschränkender Ausführungsbeispiele der Erfindung
unter Bezugnahme auf die angeschlossenen Zeichnungen. Es zeigen:
- FIG.1
- einen Abschnitt einer Anlage zur Herstellung eins Papierbandes mit einem Siebband,
welches über Abstreifleisten und einem darunter befindlichen Saugkasten hinweg bewegt
wird, in einem in Längsrichtung der Bewegung des Siebbandes befindlichen Schnitt,
- FIG.1A
- das Detail X der FIG.1, in gegenüber FIG.1 stark vergrößertem Maßstab,
- FIG.2
- eine erste Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Abstreifleiste, in axonometrischer
Darstellung,
- FIG.3
- die Abstreifleiste gemäß FIG.2 in einem Querschnitt, in gegenüber FIG.2 stark vergrößertem
Maßstab,
- FIG.3A
- eine der FIG.1A entsprechende Darstellung zur Erläuterung der Wirkungsweise der Abstreifleiste
gemäß FIG.3, in gegenüber FIG.3 stark vergrößertem Maßstab,
- FIG.4,
- FIG.4A und FIG.4B drei weitere Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen Abstreifleiste,
jeweils in Querschnitten,
- FIG.5
- und FIG.5A eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Abstreifleiste, in
Draufsicht, sowie im Schnitt nach der Linie V-V der FIG.5,
- FIG.6,
- FIG.6A und FIG.6B zwei weitere Ausführungsformen einer erfindungsgemäßen Abstreifleiste,
in Draufsicht, sowie in Schnitten nach der Linie VI-VI der FIG.6,
- FIG.7
- eine Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Abstreifleiste gemäß FIG.2, in einem
Querschnitt und in gegenüber FIG.2 vergrößertem Maßstab,
- FIG.8
- einen mit erfindungsgemäßen Abstreifleisten ausgebildeten Abschnitt einer Anlage zur
Herstellung eines Papierbandes mit einem über die Abstreifleisten hinweg bewegten
Siebband mit einer weiteren Ausbildung der Oberflächen der Abstreifleisten, im Querschnitt,
und
- FIG.8A
- das Detail Y der FIG.8, in gegenüber FIG.8 stark vergrößertem Maßstab.
[0012] In FIG.1 ist ein Abschnitt eines Siebbandes 1 in einer Anlage zur Herstellung eines
Papierbandes dargestellt, auf welchem sich eine Schicht eines Faserbreis 2 befindet
und welches in Richtung des Pfeiles M über eine Gruppe von Abstreifleisten 3 hinweg
bewegt wird. Der Faserbrei 2 wird am Beginn des Siebbandes 1 auf dieses aufgesprüht.
Die Abstreifleisten 3 sind an ihrer Oberseite jeweils mit einer Auflage 4 aus einem
verschleißfesten Material ausgebildet. Unterhalb der Abstreifleisten 3 befindet sich
ein Saugkasten 5, in dessen Innenraum 51 ein Unterdruck von etwa -2 mbar bis -700
mbar besteht. Die Abstreifleisten 3 befinden sich auf einem Traggestell 52, welches
an der Oberseite des Saugkastens 5 lösbar befestigt ist.
[0013] Das Siebband 1, welches sich über eine Länge von bis etwa 50 m erstrecken und eine
Breite von 2 m bis zu 12 m aufweisen kann, wird mittels in der Anlage befindlicher
Förderwalzen über die Abstreifleisten 3 mit einer Geschwindigkeit von z.B. 1 m/sec
bis 40 m/sec hinweg bewegt.
[0014] Die Abstreifleisten 3 sind üblicherweise, aber nicht zwingend, aus säurebeständigem
Edelstahl, aus einem Kunststoff, z.B. aus Polyäthylen, oder aus einem glasfaserverstärkten
Kunststoff hergestellt. Der Saugkasten 5 ist in der Regel ebenfalls aus säurebeständigem
Edelstahl hergestellt. Die auf den Tragleisten 3 befindlichen Auflagen 4 sind bevorzugt
Platten aus einem Keramikmaterial, z.B. Al-Oxid (Härte HV 0,5 18000 N/mm
2), Zr-Oxid (Härte HV 0,5 12700 N/mm
2), Si-Nitrid (Härte HV 0,5 18800 N/mm
2), Si-Carbid (Härte HV 0,5 28150 N/mm
2). Durch den im Innenraum 51 des Saugkastens 5 herrschenden Unterdruck wird auf den
Faserbrei 2 eine Saugkraft ausgeübt, durch welche in diesem enthaltene Flüssigkeit
6 abgezogen wird. Die aus dem Faserbrei 2 austretende Flüssigkeit 6 durchsetzt das
Siebband 1 und gelangt an die Unterseite des Siebbandes 1, von welcher es bei der
Bewegung des Siebbandes 1 über die Abstreifleisten 3 von diesen abgestreift wird und
in den Saugkasten 5 gelangt, durch welchen hindurch es abgeführt wird.
[0015] In FIG.1A sind eine Abstreifleiste 3 mit einer verschleißfesten Auflage 4 und das
über diese hinweg bewegte Siebband 1, auf welchem sich der Faserbrei 2 befindet, dargestellt.
Wie hieraus ersichtlich ist, weist das Siebband 1, welches aus einem Gewebe, z.B.
aus Polyamid oder aus Polyester, besteht, in Längsrichtung des Siebbandes 1 ausgerichtete
Kettfäden 1a und in Querrichtung des Siebbandes 1 ausgerichtete Schussfäden 1b auf.
[0016] Bei der Bewegung des Siebbandes 1 über die Abstreifleisten 3 in Richtung des Pfeiles
M hinweg, bei welcher das Siebband 1 an die Oberfläche der Auflagen 4 der Abstreifleisten
3 anliegt, treten hohe Reibungswiderstände auf, welche von den in der Siebbandanlage
befindlichen Förderwalzen zur Bewegung des Siebbandes 1 überwunden werden müssen.
Zudem wird dabei ein hoher Verschleiß des Siebbandes 1 und der Abstreifleisten 3 bzw.
der Auflagen 4 verursacht, wodurch das Siebband 1 und die Abstreifleisten 3 nur kurze
Standzeiten aufweisen.
Bei der Bewegung des Siebbandes 1 über die Abstreifleisten 3 hinweg bilden sich in
der aus dem Siebband 1 ausgetretenen Flüssigkeit 6 vor den an die Abstreifleisten
3 anliegenden Schussfäden 1b Bugwellen 61 aus.
[0017] Gemäß dem Stand der Technik können die Abstreifleisten 3 an ihrer in der Betriebslage
dem Siebband 1 zugewandten oberen Seite mit einer Vielzahl von Keramikplatten ausgebildet
sein, welche in Richtung der Abstreifleisten Längen von beispielsweise 12 mm bis 230
mm und quer zu den Abstreifleisten Breiten von beispielsweise 12 mm bis 100 mm sowie
weiters Höhen von beispielsweise 2 mm bis 10 mm aufweisen. Die Härten dieser Keramikplatten
betragen vorzugsweise HVO,5 12700 N/mm
2 bis HVO,5 28150 N/mm
2. Um die Reibungswiderstände, welche bei der Bewegung eines Siebbandes 2 über die
Abstreifleisten 3 hinweg auftreten, möglichst gering zu halten, sind die Oberflächen
der Abstreifleisten 3, insbesondere der Keramikplatten 4, gemäß dem Stand der Technik
plangeschliffen, wobei sie Oberflächenrauheitswerte Ra von 0,15 µm bis 0,7 µm aufweisen.
[0018] In FIG.2 ist eine erfindungsgemäße Abstreifleiste 3 dargestellt. Diese Abstreifleiste
3 unterscheidet sich von einer Abstreifleiste gemäß dem Stand der Technik dadurch,
dass die an deren Oberseite befindlichen Keramikplatten 41 an ihrer dem Siebband 1
in einer Anlage zur Herstellung eines Papierbandes zugewandten Oberseite mit Erhebungen
und/oder Vertiefungen ausgebildet sind, wobei die Höhendifferenz der Erhebungen gegenüber
den Vertiefungen 0,1 mm bis 1,6 mm beträgt. Diese Erhebungen bzw. Vertiefungen weisen
in besonders bevorzugten und nachstehend in verschiedenen Varianten beschriebenen
Ausführungsformen der Erfindung eine Profilierung mit einer definierten Querschnittsform
und Verteilung über die Oberfläche der Keramikplatten 41 auf. Die Abmessungen und
das Material der Keramikplatten 41 sind bevorzugt diejenigen gemäß dem vorstehend
beschriebenen bekannten Stand der Technik.
[0019] In FIG.3 ist eine erste Ausführungsform einer auf einer erfindungsgemäßen Abstreifleiste
3 befindlichen Keramikplatte 41, welche an ihrer Oberfläche mit einer Profilierung
ausgebildet ist, dargestellt. Diese Keramikplatte 41, welche in der Bewegungsrichtung
M des Siebbandes 1 eine Breite B von beispielsweise 8 mm bis 70 mm, vorzugsweise von
12 mm bis 25 mm, und eine Höhe von beispielsweise 2 mm bis 10 mm aufweist, ist an
ihrer Oberfläche mit in Längsrichtung der Abstreifleiste 3 verlaufenden, im Querschnitt
dreieckigen bzw. sägezahnartigen Rippen 42 mit oberen Kanten 45 versehen, wobei sich
in den Bereichen der zwischen den Kanten 45 liegenden Flanken Vertiefungen 43 befinden.
Die Breite B1 einer Rippe 42 beträgt beispielsweise 1 mm bis 16 mm, vorzugsweise 2
mm bis 6 mm, und die Höhendifferenz T zwischen den Kanten 45 der Rippen 42 und dem
Boden der Vertiefungen 43 beträgt mindestens 0,1 mm, vorzugsweise bis 1,6 mm, besonders
bevorzugt 0,2 mm bis 0,8 mm. Die seitlichen Bereiche 44 dieser Keramikplatte 41, welche
eine Breite A von beispielsweise 1 mm bis 8 mm, vorzugsweise von 2 mm bis 6 mm, aufweisen,
sind ebenflächig ausgebildet.
Somit ist die Oberfläche dieser Keramikplatte 41 mit einer erfindungsgemäß definierten
Profilierung, bestehend aus Erhebungen bzw. Vertiefungen, ausgebildet, wobei die im
Querschnitt sägezahnartigen Rippen 42 mit den Kanten 45 die Erhebungen und die zwischen
den Kanten 45 befindlichen Bereiche der Flanken der sägezahnartigen Rippen 42 die
Vertiefungen 43 bilden.
[0020] Der beschriebenen Ausbildung der Oberfläche der Abstreifleisten 3, insbesondere der
Oberflächen der Keramikplatten 41, besonders bevorzugt aber nicht zwingend mit einer
definiert profilierten Oberfläche, liegt die Erkenntnis zugrunde, dass durch die erfindungsgemäß
relativ groß ausgebildeten Erhebungen bzw. Vertiefungen die bei der Bewegung des Siebbandes
1 über die Abstreifleisten hinweg auftretenden Reibungswiderstände bis zu etwa 50
% vermindert werden, wodurch einerseits eine maßgebliche Verminderung der Antriebsleistung
für das Siebband 1 erzielbar ist und andererseits die Standzeiten des Siebbandes 1
und der Abstreifleisten 3 maßgeblich verlängert werden.
[0021] Wie dies aus FIG.3A, welche der Darstellung der FIG.1A entspricht, ersichtlich ist,
wird diese Wirkung dadurch erzielt, dass einerseits das Siebband 1 in den Bereichen
der Vertiefungen 43 an der Oberfläche der Abstreifleiste 3 bzw. der Oberfläche der
Keramikplatten 41 nicht anliegt, wodurch in diesen Bereichen keine Reibungswiderstände
auftreten, und dass andererseits aufgrund der Bewegung des Siebbandes 1 in der sich
in den Vertiefungen 43 befindlichen Flüssigkeit 6 Bugwellen 61 auftreten, durch welche
das Siebband 1 in den Bereichen der Erhebungen 42, insbesondere der Kanten 45, über
diese hinweggehoben wird bzw. durch welche zwischen die Erhebungen und das Siebband
1 Flüssigkeit gelangt, durch welche die Reibungswiderstände zwischen den Erhebungen
und dem Siebband 1 stark vermindert werden.
[0022] In FIG.4 ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäß definiert profilierten
Keramikplatte 41a mit einer Breite B dargestellt, bei welcher sich zwischen den seitlichen
Bereichen 44a, welche die Erhebungen bilden und welche eine Breite A von beispielsweise
1 mm bis 8 mm, vorzugsweise von 2 mm bis 6 mm, aufweisen, eine Vertiefung 43a befindet,
wobei deren Tiefe gegenüber den seitlichen Bereichen 44a wenigstens 0,1 mm bis vorzugsweise
2,5 mm, besonders bevorzugt 0,2 mm bis 0,8 mm, beträgt.
[0023] Bei der in FIG.4A dargestellten, weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Keramikplatte 41b mit einer Breite B befinden sich zwischen den seitlichen Bereichen
44b mit einer Breite A Erhebungen in Form von im Querschnitt rechteckigen Rippen 42b
bzw. Vertiefungen in Form von rechteckigen Nuten 43b, welche Breiten B2 und B3 von
beispielsweise 1 mm bis 10 mm, vorzugsweise von 2 mm bis 8 mm, aufweisen, wobei die
Höhendifferenz T2 zwischen den durch die Rippen 42b gebildeten Erhebungen und den
durch die Nuten 43b gebildeten Vertiefungen wenigstens 0,1 mm bis vorzugsweise 3,0
mm, besonders bevorzugt 0,2 mm bis 0,8 mm, beträgt.
[0024] Bei der in FIG.4B dargestellten, weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Keramikplatte 41c mit einer Breite B befindet sich zwischen zwei seitlichen Bereichen
44c mit einer Breite A eine wellenartige Profilierung mit Rippen 42c und dazwischen
befindlichen im Querschnitt konkaven Vertiefungen 43c, wobei der Abstand B4 zwischen
zwei Vertiefungen 43c beispielsweise 1 mm bis 20 mm, vorzugsweise 2 mm bis 8 mm, und
die Höhendifferenz T3 zwischen den Oberseiten der Rippen 42c und den Böden der Vertiefungen
43c wenigstens 0,1 mm bis vorzugsweise 3,0 mm, besonders bevorzugt 0,2 mm bis 0,8
mm, beträgt.
[0025] Die Erhebungen 44a, 42b, 42c bzw. Vertiefungen 43a, 43b, 43c der in den FIG.4 bis
FIG.4B dargestellten Ausführungsformen der Erfindung sind in Längsrichtung der Abstreifleiste
3 ausgerichtet und erstrecken sich bevorzugt über die gesamte Länge der Keramikplatten
41a, 41b, 41c.
[0026] Bei der in den FIG.5 und FIG.5A dargestellten weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Keramikplatte 41d ist die definierte Profilierung durch Erhebungen in Form von rechteckigen
Rippen 42d und dazwischen befindlichen Vertiefungen in Form von rechteckigen Nuten
43d gebildet, welche Breiten B5 und B6 von beispielsweise 1 mm bis 10 mm, vorzugsweise
von etwa 2 mm bis 8 mm, und eine Höhendifferenz T4 von wenigstens 0,1 mm bis vorzugsweise
3,0 mm, besonders bevorzugt von 0,2 mm bis 0,8 mm, aufweisen. Die Längserstreckung
der Rippen 42d und der dazwischen befindlichen Vertiefungen 43d schließt mit der Längserstreckung
der Abstreifleiste 3 einen Winkel W1 von 0° bis 80°, vorzugsweise von 30° bis 55°,
ein.
[0027] Bei den in den FIG.6, FIG.6A und FIG.6B dargestellten weiteren Ausführungsformen
von zwei erfindungsgemäßen Keramikplatten 41e, 41f sind diese mit Profilierungen in
Form von dicht nebeneinander liegenden konkaven Ausnehmungen 43e bzw. zylindrischen
Ausnehmungen 43f an einer im wesentlichen ebenen, gegebenenfalls wie nachstehend beschrieben
etwas gekrümmten Oberfläche gebildet, welche voneinander beabstandet sind. Dabei können
die Abstände B7 zwischen den Mittelpunkten von zwei nebeneinander befindlichen Ausnehmungen
43e bzw. 43f beispielsweise 1 mm bis 20 mm, vorzugsweise 2 mm bis 12 mm, und die Tiefen
T5 der Ausnehmungen wenigstens 0,1 mm bis vorzugsweise 3,0 mm, besonders bevorzugt
0,2 mm bis 0,8 mm, betragen.
Die Ausnehmungen können sowohl in Draufsicht als auch im Querschnitt auch eine andere
Form, insbesondere eine längliche oder elliptische Form, haben.
[0028] Die in FIG.7 dargestellte, erfindungsgemäße Keramikplatte 41g entspricht der Ausführungsform
gemäß FIG.3 mit im Querschnitt sägezahnartigen Rippen 42g mit Kanten 45g, welche die
Erhebungen bilden und Vertiefungen 43g in den Bereichen der Flanken der sägezahnartigen
Rippen 42g, wobei die seitlichen Bereiche 44g mit einer Breite F von beispielsweise
1 mm bis 20 mm, vorzugsweise von 2 mm bis 8 mm, nach außen hin mit einem Winkel von
beispielsweise 2° bis 10°, vorzugsweise von 3° bis 6°, schräg abfallend ausgebildet
sind und weiters die außen liegenden Kanten mit einem Radius R von beispielsweise
0,5 mm bis 5 mm, vorzugsweise von 1 mm bis 3 mm, abgerundet sind.
[0029] Nachstehend ist eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Abstreifleiste
erläutert:
Gemäß dem bekannten Stand der Technik sind die Oberflächen von Abstreifleisten eben
ausgebildet und befinden sich die Oberflächen der auf Saugkästen befindlichen Abstreifleisten
in einer gemeinsamen Ebene. Dadurch jedoch, dass durch die Saugkästen auf das Siebband
in den zwischen den Abstreifleisten befindlichen Zwischenräumen eine Saugwirkung ausgeübt
wird, wird das Siebband in die zwischen den Abstreifleisten befindlichen Zwischenräume
hineingezogen. Hierdurch werden die beiden seitlichen Bereiche der Oberflächen der
Abstreifleisten, insbesondere der auf diesen befindlichen Auflagen aus einem verschleißfesten
Material, wie Keramikplatten, stärker belastet, als dies für die dazwischen liegenden
mittleren Bereiche der Oberflächen der Abstreifleisten der Fall ist.
[0030] Um eine über die Breite der Abstreifleisten 3a gleichmäßige Druckverteilung zu erzielen,
weisen, wie dies aus FIG.8 und FIG. 8A ersichtlich ist, die Oberflächen der auf den
Abstreifleisten 3a befindlichen Keramikplatten 4a eine Wölbung auf bzw. sind sie im
Querschnitt konvex ausgebildet, wodurch das Siebband 1 insgesamt einen wellenartigen
Verlauf einnimmt. Die Abstreifleisten 3a befinden sich auf einem Traggestell 52a,
welches am Saugkasten 5 lösbar befestigt ist.
[0031] Wie dies weiters aus FIG.8A ersichtlich ist, beträgt der Radius R1 der gewölbten,
im Querschnitt konvexen Oberflächen der auf den Abstreifleisten 3a befindlichen Keramikplatten
4a beispielsweise 100 mm bis 500 mm, vorzugsweise 200 mm bis 350 mm. Weiters sind
die Seitenkanten der Abstreifleisten 3a abgerundet, wobei der Radius R2 der Abrundung
der Seitenkanten beispielsweise 0,5 mm bis 5 mm, vorzugsweise 1 mm bis 3 mm, beträgt.
[0032] Durch eine derartige Ausbildung der Oberflächen der Abstreifleisten 3a, insbesondere
von auf diesen befindlichen Keramikplatten 4a, wird eine gleichmäßige Verteilung des
durch das Siebband 1 über die Breite der Abstreifleisten 3a ausgeübten Druckes bewirkt,
wodurch gleichfalls einerseits die Reibungswiderstände und andererseits der Verschleiß
des Siebbandes 1 und der Abstreifleisten 3a vermindert werden. Diese weitere Ausbildung
der Abstreifleisten 3a wird insbesondere mit der Profilierung der Oberfläche der Abstreifleisten,
welche mit einer verschleißfesten Auflage 4a, z.B. mit Keramikplatten, versehen sein
können, wie dies vorstehend anhand der FIG.2 bis FIG.7 erläutert ist, kombiniert.
[0033] Die erfindungsgemäße Ausbildung von Abstreifleisten ist insbesondere bei solchen
Abstreifleisten vorteilhaft, welche sich auf einem Saugkasten befinden.
Die Abstreifleisten können mit Auflagen aus Keramikplatten versehen sein. Die Abstreifleisten
können jedoch auch insgesamt aus Polyäthylen hergestellt sein, wobei sie nicht mit
Keramikplatten beschichtet sind. Auch dabei sind die Oberflächen mit einer Profilierung
in Form von Erhebungen und/oder Vertiefungen mit einer Höhenerstreckung von wenigstens
0,1 mm bis vorzugsweise 3,0 mm ausgebildet.
Sobald durch den Einsatz der Abstreifleisten die Erhebungen abgeschliffen worden sind,
werden die Oberflächen dahingehend nachbearbeitet, dass die für die angegebene Wirkung
erforderlichen Höhendifferenzen zwischen den Erhebungen und Vertiefungen wiederhergestellt
werden.
[0034] Alle in Verbindung mit Auflagen aus einem verschleißfesten Material, insbesondere
Keramik, beschriebenen Ausführungsformen sind im Rahmen der Erfindung auch bei Abstreifleisten
anwendbar, die Auflagen aus einem anderen Werkstoff, insbesondere Werkstoffen mit
nicht so guten Verschleißeigenschaften, aufweisen, und ebenso bei Abstreifleisten,
welche keine Auflagen aufweisen, bei denen die Erhebungen und Vertiefungen unmittelbar
an den Abstreifleisten angebracht bzw. ausgebildet sind.
[0035] Alle dargestellten und beschriebenen Ausführungsformen können ganz oder teilweise
miteinander und mit Ausführungsformen, welche nicht konkret dargestellt und beschrieben
sind, kombiniert werden.
1. Abstreifleiste (3) zur Verwendung in einer Anlage zur Erzeugung eines Papierbandes
mit einem Siebband (1), welches über eine Vielzahl von quer zu dessen Bewegungsrichtung
ausgerichteten Abstreifleisten (3) bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Oberfläche der Abstreifleiste (3) mit einer definierten Profilierung, welche
Erhebungen (44a, 42, 42b, 42c, 42d, 42g) und/oder Vertiefungen (43, 43a, 43b, 43c,
43d, 43e, 43f, 43g) aufweist, ausgebildet ist, wobei die Höhenerstreckung der Profilierung
zumindest 0,1 mm beträgt.
2. Abstreifleiste (3) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhebungen (44a, 42, 42b, 42c, 42d, 42g) bzw. die Vertiefungen (43, 43a, 43b,
43c, 43d, 43e, 43f, 43g) eine definierte Profilierung aufweisen und/oder definiert
über die Oberfläche verteilt sind.
3. Abstreifleiste (3) nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie an ihrer in der Betriebsstellung dem Siebband (1) zugeordneten Oberfläche mit
nebeneinander befindlichen Keramikplatten (41) ausgebildet ist und dass die Erhebungen
(44a, 42, 42b, 42c, 42d, 42g) und/oder die Vertiefungen (43, 43a, 43b, 43c, 43d, 43e,
43f, 43g) an der Oberfläche der Keramikplatten (41) ausgebildet sind, wobei die Höhenerstreckung
der Profilierung zumindest 0,1 mm beträgt.
4. Abstreifleiste (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenerstreckung der Profilierung bis zu 3,0 mm , bevorzugt bis zu 2,5 mm, besonders
bevorzugt bis zu 1,6 mm, und insbesondere 0,2 mm bis zu 0,8 mm, beträgt.
5. Abstreifleiste (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass deren Oberfläche mit einer in der Längserstreckung der Abstreifleiste (3) ausgerichteten
oder mit dieser einen spitzen Winkel einschließenden Profilierung in Form von im Querschnitt
dreieckigen Rippen (42, 42g) ausgebildet ist.
6. Abstreifleiste (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass deren Oberfläche mit einer zur Längserstreckung der Abstreifleiste (3) ausgerichteten
bzw. mit dieser einen spitzen Winkel einschließenden Profilierung in Form von im Querschnitt
rechteckigen Leisten (42b, 42d) und rechteckigen Nuten (43b, 43d) ausgebildet ist.
7. Abstreifleiste (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass deren Oberfläche mit einer in der zur Längserstreckung der Abstreifleiste (3) ausgerichteten
bzw. mit dieser einen spitzen Winkel einschließenden Profilierung in Form von im Querschnitt
wellenartigen Leisten (42c) ausgebildet ist.
8. Abstreifleiste (3) nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierungen von nebeneinander befindlichen Keramikplatten (41) quer zur Längsrichtung
der Abstreifleiste (3) gegeneinander versetzt sind.
9. Abstreifleiste (3) nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Längserstreckung der Erhebungen (42d) und/oder der Vertiefungen (43d) mit der
Längserstreckung der Abstreifleiste (3) einen Winkel (W1) von 0° bis 80°, vorzugsweise
von 30° bis 55°, einschließt.
10. Abstreifleiste (3) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Profilierung durch im Abstand voneinander liegende im Querschnitt konkave Ausnehmungen
(43e) oder zylindrische Bohrungen (43f) gebildet ist.
11. Abstreifleiste (3a) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass deren Oberfläche eine im Schnitt quer zur Längserstreckung der Abstreifleiste (3a)
konvexe Wölbung aufweist.
12. Abstreifleiste (3a) nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die konvexe Wölbung einen Radius (R1) von 100 mm bis 500 mm, vorzugsweise von 200
mm bis 350 mm, aufweist.
13. Abstreifleiste (3, 3a) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenkanten ihrer Oberfläche im Querschnitt mit einem Radius (R, R2) von 0,5
mm bis 5 mm, vorzugsweise von 1 mm bis 3 mm, abgerundet sind.
14. Bausatz für eine Anlage zur Herstellung eines Papierbandes mit auf einem Traggestell
(52a) befindlichen Abstreifleisten (3a), wobei das Traggestell (52a) zur lösbaren
Befestigung auf einem Saugkasten (5) der Anlage bestimmt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifleisten (3a) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 ausgeführt sind.
15. Anlage zur Erzeugung eines Papierbandes mit einem Siebband (1), welches über eine
Vielzahl von sich quer zu dessen Bewegungsrichtung erstreckenden Abstreifleisten (3,
3a) bewegbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstreifleisten (3, 3a) nach einem der Ansprüche 1 bis 13 ausgeführt sind.