[0001] Die Erfindung betrifft gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 eine Sonnenschutzanlage
mit einer Tuchwelle, auf die ein Behang aufwickelbar ist, wobei die Tuchwelle an seitlichen
Konsolen abgestützt ist und ein Antriebsmotor, der die Tuchwelle antreibt, an einer
ersten Konsole abgestützt ist und in einen inneren Hohlraum der Tuchwelle ragt, wobei
eine elektrische Ausrüstung zur Steuerung des Antriebsmotors und ggf. Ansteuerung
weiterer elektrischer Bauteile vorgesehen ist.
[0002] Derartige Sonnenschutzanlagen sind insbesondere in der Ausgestaltung als Markisen
weit verbreitet, wobei sich die Anordnung der in der Tuchwelle angeordneten Antriebsmotoren,
die auch als Rohrmotoren bezeichnet werden, durchgesetzt hat.
[0003] Die elektrischen Steuerungen für die Motoren, Stecker und sonstigen Elektrokomponenten,
wie z.B. Funkempfänger, werden in den sonstigen vorhandenen Komponenten der Anlage
verstaut, wie z.B. im einem Kassettengehäuse, einem statischen Tragrohr oder im Bereich
der seitlichen Konsolen unter Seitendeckeln. In jedem Fall ist der Raumbedarf der
elektrischen Ausrüstung zu berücksichtigen, der auch dazu zwingt, Anpassungen vorzunehmen,
d.h. die Außenabmessungen der Anlage vergrößern sich, was meistens als Nachteil zu
werten ist. Es kommt auch vor, dass die elektrische Ausrüstung nicht integriert werden
kann, so dass an einer Stelle der Anlage ein entsprechendes Gehäuse zusätzlich vorzusehen
ist, das sichtbar ist und auch aufwändig abgedichtet sein muss. Ggf. müssen auch noch
weitere elektrische Steuerungselemente verbaut werden, beispielsweise zur Ansteuerung
von Beleuchtungseinrichtungen, Heizelementen oder Lautsprechern sowie den entsprechenden
Steckkupplungen für deren Kontaktierung.
[0004] Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, eine Sonnenschutzanlage der eingangs genannten
Art dahingehend zu verbessern, dass die Integration der elektrischen Ausrüstung ohne
Veränderung der Außenabmessungen der Anlage möglich ist.
[0005] Hauptmerkmale der Erfindung sind im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 angegeben.
Ausgestaltungen sind Gegenstand der Ansprüche 2 bis 10.
[0006] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die elektrische Ausrüstung zur Ansteuerung des
Antriebsmotors und/oder zur Ansteuerung weiterer elektrischer Verbraucher an der zweiten
Konsole festgelegt ist und in den Hohlraum der Tuchwelle ragt. Die Integration auch
vom Antriebsmotor unabhängiger elektrischer Ansteuerungselemente, wie z.B. Dimmer,
Transformatoren oder Verstärkern, kann im Hinblick darauf erfolgen, dass an der Sonnenschutzanlage
andere elektrische Einrichtungen vorgesehen sein können, wie z.B. Beleuchtungseinrichtungen,
Heizstrahler oder Lautsprecher. Dies ist besonders vorteilhaft, weil diese bisweilen
sogar über eigene Gehäuse verfügten, die die Integration in die Anlag besonders umständlich
machten.
[0007] Mit der ersten Konsole ist hier die Konsole auf der Antriebsseite und mit der zweiten
Konsole die Konsole auf der Antriebsgegenseite bezeichnet.
[0008] Es hat sich gezeigt, dass mit dieser Maßnahme alle erforderlichen Komponenten verdeckt
im inneren Hohlraum der Tuchwelle angeordnet werden können. Dabei hat es sich herausgestellt,
dass der Umstand, dass sich die Tuchwelle relativ zu der elektrischen Ausrüstung dreht,
was im Bereich des Antriebsmotors nicht der Fall ist, keine Nachteile bewirkt, wobei
natürlich zu beachten ist, dass sich die relativ zueinander drehenden Teile nach der
Montage nicht berühren.
[0009] Die Lagerung der Tuchwelle kann auf der Seite des Antriebsmotors auf verschiedene
Weisen erfolgen, nämlich dadurch, dass die Tuchwelle auf der Seite der zweiten Konsole
an dieser drehbar gelagert ist und auf der Seite der ersten Konsole erstens unmittelbar
an dieser oder zweitens an dem Gehäuse des Antriebsmotors drehbar gelagert ist.
[0010] Durch die erfindungsgemäße Neuerung ergibt sich weiterhin die Möglichkeit der bevorzugten
Weiterbildung der Erfindung dahingehend, dass die Tuchwelle auf der Seite der zweiten
Konsole an einer die elektrische Ausrüstung umgebenden Tragstruktur drehbar gelagert
ist. Damit ist es auch auf der Seite der elektrischen Ausrüstung möglich, die Konsole
von der Funktion der unmittelbaren Lagerung für die Tuchwelle zu befreien, so dass
sie konstruktiv einfacher und ggf. platzsparender ausgeführt werden kann. Die Lagerstelle
rückt auch weiter nach innen, was dabei helfen kann, die Durchbiegung der Tuchwelle
zu verkleinern.
[0011] Insbesondere dann, wenn durch die seitliche Konsole und die die elektrische Ausrüstung
umgebende Tuchwelle kein ausreichender Schutz für die elektrische Ausrüstung erreicht
werden kann, kann es zweckmäßig sein, dass die Tragstruktur als Gehäuse ausgebildet
ist, in welchem die elektrische Ausrüstung aufgenommen ist.
[0012] In einer weiteren, an eine Sonnenschutzanlage mit einem Gegenzugantrieb oder einem
Schub-/Zugantrieb des Ausfahrprofils angepassten Ausführungsform ist vorgesehen, dass
das Gehäuse der Tragstruktur von einer Antriebswelle umgeben ist, die an den Enden
beidseitig der Tuchwelle Zahnräder für das Gegenzugsystem oder Schub-/Zugsystem aufweist.
Die Antriebswelle kann drehstarr mit der Tuchwelle verbunden sein, was bei einem Schub-/Zugsystem
in der Regel der Fall ist, bei welchem die Zahnräder vorzugsweise in knickstabil geführte,
gelochte Stahlbänder eingreifen, die mit dem Fallprofil verbunden sind, oder elastisch
verdrehbar zu der Tuchwelle ausgeführt sein, um einen Längenausgleich innerhalb des
Gegenzugsystems bereitzustellen.
[0013] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Tragstruktur wenigstens einen Gleitring aufweist, der relativ zu der Tragstruktur
drehbar ist. Dieser Gleitring sorgt zum einen für eine definierte Trennung der drehenden
und nicht drehenden Teile der Sonnenschutzanlage, indem er auf der Tragstruktur gleitdrehgelagert
ist. So wird die Tragstruktur effektiv von der rotierenden Tuchwelle oder einer zwischen
der Tuchwelle und der Tragstruktur angeordnete Antriebswelle getrennt.
[0014] Als zusätzliche Funktion bietet es sich an, die bereits angesprochene Lagerung der
Tuchwelle in radialer und/oder axialer Richtung durch das Gleitelement auszuführen.
So ist es bei geeigneter Konstruktion der Sonnenschutzanlage zweckmäßig, dass die
Tuchwelle auf dem wenigstens einen Gleitring an dem der Konsole zugewandten Ende der
Tragstruktur gelagert ist und/oder dass der Gleitring zur axial gleitenden Abstützung
der Tuchwelle oder der Antriebswelle an der Konsole oder einem mit der Konsole verbundenen,
feststehenden Teil dient.
[0015] In einer noch weiter bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Tragstruktur jeweils einen Gleitring im Bereich ihrer Enden aufweist.
[0016] Diese Ausführungsform bietet eine zusätzliche, zur Mitte der Anlage hin verlagerte
Stützstelle, die hilfreich sein kann, um die Tuchwelle gegen Durchbiegung zu versteifen.
Da auch an dem als Rohrmotor ausgebildeten Antriebsmotor zwei entsprechende Lagerstellen
ausgebildet sein können, ist es möglich, die Tuchwelle oder auch eine in der Tuchwelle
angeordnete Antriebswelle an vier Stellen über ihre Länge abzustützen.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass das Gehäuse
der Tragstruktur als Wellengehäuse ausgebildet ist, das als eine sich bis zum Antriebsmotor
erstreckende Antriebswelle ausgebildet ist, die drehstarr mit der Tuchwelle gekoppelt
ist. Bei einer solchen Lösung ist das Wellengehäuse lediglich zur axialen Sicherung
an der seitlichen Konsole abgestützt, während die Lagerung der Tuchwelle wie gewohnt
über ein Zahnrad und die Konsole erfolgt.
[0018] Zum Aufbau einer selbstragenden Sonnenschutzanlage ist es in an sich bekannter Weise
besonders bevorzugt, dass die Konsolen über ein Tragteil miteinander verbunden sind.
Spezielle Ausführungsformen können vorsehen, dass das Tragteil als Anlagengehäuse
oder als Tragrohr ausgebildet ist. Unter Anlagengehäusen werden hier alle flächigen
Gehäuseelemente zwischen den Konsolen verstanden, auch die bei eingefahrenem Behang
geschlossenen Kassettengehäuse von Kassettenmarkisen.
[0019] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, dass
die Verkabelung zwischen der elektrischen Ausrüstung und dem Antriebsmotor durch das
Tragteil oder an dem Tragteil entlanggeführt ist. Die Kabelführung richtet sich primär
nach den konstruktiven Gegebenheiten der Markise, wobei die Zielsetzung ist, die Kabel
möglichst unauffällig, geschützt und einfach montierbar zu verlegen.
[0020] Alternativ kann auch vorgesehen sein, dass die Verkabelung zwischen der elektrischen
Ausrüstung und dem Antriebsmotor durch die Tuchwelle geführt ist, wobei darauf zu
achten ist, dass die Kabel nicht mit bewegten Teilen in Berührung gelangen können,
so dass diese Art der Verlegung als aufwändiger anzusehen ist.
[0021] Selbstverständlich ist es auch ohne weiteres möglich, dass in die elektrische Ausrüstung
eine Steckerkupplung für den bauseitigen Anschluss integriert ist, so dass auch dieses
elektrische Bauelement nicht anderweitig an der Sonnenschutzanlage befestigt werden
muss.
[0022] Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus dem Wortlaut
der Ansprüche sowie aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand
der Zeichnungen. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schrägansicht eines Endes eines Gehäuses für eine elektrische Ausrüstung;
- Fig. 2
- eine Schrägansicht entsprechend Fig. 1 mit der in dem Gehäuse angeordneten elektrischen
Ausrüstung;
- Fig. 3
- einen Längsschnitt einer ersten Ausführungsform einer Markise mit einer Tuchwelle
nach Fig. 1 und 2;
- Fig. 4
- einen Längsschnitt einer weiteren Ausführungsform einer Markise.;
- Fig. 5
- eine vergrößerte Detailansicht des Gehäusebereiches aus Fig. 3;
- Fig. 6
- eine vergrößerte Detailansicht des Gehäusebereiches aus Fig. 4.
[0023] In Fig. 1 ist ein Teil eines Gehäuses 10 gezeigt, das zur Aufnahme einer elektrischen
Ausrüstung 12 (siehe Fig. 2) geeignet ist. Das Gehäuse 10 ist rohrförmig ausgebildet,
wobei, der Rohrkörper 14 wenigstens zur Außenseite (Konsolenseite) hin eine Öffnung
16 aufweist, durch die die elektrische Ausrüstung, die hier in einem viereckigen Kunststoffkörper
untergebracht ist, in das Gehäuse eingeschoben werden kann. Dies kann vor der Montage
des Gehäuses 10 in einer Tuchwelle 120, 220 einer Markise 100, 200 erfolgen oder auch
erst später, wenn eine seitliche Konsole 122, 222 (siehe Fig. 3 und 4) eine ausreichend
große Durchführung aufweist. Dies kann auch aus Gründen der Revision vorteilhaft sein.
[0024] Das Gehäuse 10 ist mit einem Ringflansch 24 ausgebildet, der mit der seitlichen Konsole
122, 222 verschraubt wird. Ferner ist auf dem Außenumfang des Gehäuses ein Gleitring
26 zwischen dem Ringflansch 24 und dem Rohrkörper 14 drehbar gelagert, der zum Ringflansch
24 hin einen Radialbund 28 aufweist, der als Axiallager am Ringflansch 24 dient, wenn
entsprechende Axialkräfte wirken. Der Gleitring weist ferner einen Radialvorsprung
30 auf, der in eine Axialnut (nicht gezeigt) in der Tuchwelle 120 oder einer Antriebswelle
140 im montierten Zustand eingerückt ist. Der Ringflansch 24 und der Rohrkörper 14
sind als getrennte Teile ausgeführt, wobei der Ringflansch mit einem zylindrischen
Vorsprung 32 in den Innendurchmesser des Rohrkörpers eingesteckt und durch eine Bohrung
34 in dem Rohrkörper 14 mittels eines Stifts oder einer Schraube axial gesichert werden
kann.
[0025] Fig. 3 zeigt im Längsschnitt eine Markise 100, die als Gelenkarmmarkise ausgebildet
ist, wobei die Gelenkarme zur Vereinfachung nicht dargestellt sind. Zwischen seitlichen
Konsolen 122, 123 ist die bereits erwähnte Tuchwelle 120 drehbar gelagert. Auf der
Tuchwelle 120 ist ein flexibler Behang (nicht gezeigt) aufwickelbar, dessen freies
Ende an einem ausfahrbaren Fallprofil 102 befestigt ist. An einer ersten der beiden
Konsolen ist ein elektrischer Antriebsmotor 142 angebracht, während an der zweiten
Konsole 122, die hier im Sinne der Darstellung auf der rechten Seite der Zeichnung
gezeigt ist, das Gehäuse 10 mit seinem Ringflansch 14 fest angeschraubt ist. Im Bereich
der zweiten Konsole 122 ist das Gehäuse 10 aufgebrochen gezeigt, wobei Fig. 5 eine
vergrößerte Detailansicht zeigt. Gut zu erkennen ist der zylindrische Vorsprung 32
des Ringflansches 24, auf dessen Außenumfang der Gleitring 26 mit seinem an dem Ringflansch
anliegenden Radialbund 28 frei drehbar gelagert ist. Die Tuchwelle 120 ist dabei nicht
unmittelbar mit dem Gleitring 26 verbunden sondern über einen radial zwischenliegenden
Ringadapter 144, der in dem Rohkörper 14 eingeschoben ist, wobei ein Ringwulst 146
den Einschub begrenzt. An dem weiter innen in der Tuchwelle liegenden Ende des Gehäuses
10 ist ein weiterer Gleitring 148 in im Prinzip konstruktiv gleicher Ausgestaltung
mittels eines weiteren Ringadapters 150 festgelegt, der über eine weitere Radialbohrung
152 in dem Gehäuse 10 axial gesichert werden kann. Die elektrische Ausrüstung 12 wird
durch die Öffnung 16 in dem Ringflansch 24 eingeführt und kann mit ihrem viereckigen
Querschnitt nach Bedarf in einem dann angepassten Innenquerschnitt des zylindrischen
Vorsprungs 32 gehaltert sein.
[0026] Bei dem in Fig. 3 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Tuchwelle 120 somit axial
und radial auf dem Gleitring 26 gelagert, so dass alle Kräfte der Tuchwelle entsprechend
auch über das Gehäuse 10 mit seinem Ringflansch 24 abgetragen werden. Der innen liegende
Gleitring 148 bildet eine weitere radiale Lagerstelle für die Tuchwelle 120.
[0027] Auf der gegenüberliegenden Seite im Bereich der ersten Konsole 123 mit dem daran
abgestützten elektrischen Antriebsmotor 142 ist die Tuchwelle über zwei Gleitringe
154, 156 an dem Antriebsmotor abgestützt, nämlich einem außen nahe der ersten Konsole
123 liegenden Gleitring 154 und einem weiter innen, am innenseitigen Ende des Motors
liegenden inneren Gleitring 156.
[0028] Die zweite Konsole 122 auf der Seite der elektrischen Ausrüstung weist eine hinreichend
große Öffnung auf, so dass die elektrische Ausrüstung ggf. nach dem Entfernen einer
Blende auch noch nachträglich in der Tuchwelle platziert oder entfernt werden kann,
so dass Reparaturmaßnahmen einfacher durchgeführt werden können. Die elektrische Ausrüstung
12 übernimmt die Ansteuerung des Motors, wobei auch eine Steckerkupplung zur Verbindung
mit dem Stromnetz integriert sein kann. Die elektrische Ausrüstung kann auch weitere
elektrische Verbraucher ansteuern, wobei die entsprechenden Schaltsignale über ein
Steuerkabel oder auch über eine integrierte Funkfernbedienung verarbeitet werden können.
[0029] Die Verkabelung zwischen der elektrischen Ausrüstung 12 und dem Antriebsmotor 142
kann durch die Tuchwelle 120 erfolgen, wegen der dann aber komplizierten Montage und
dem Problem, dass die Verkabelung nicht mit der sich drehenden Tuchwelle in Berührung
kommen darf, wird die Verkabelung vorzugsweise durch ein statisches Element zwischen
den beiden Konsolen, wie z.B. durch ein Markisengehäuse oder ein Tragrohr geführt,
die in der Zeichnung aber nicht gezeigt bzw. durch die Wickelwelle verdeckt sind.
[0030] In Fig. 4 und 6 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Sonnenschutzanlage
gezeigt, die hier als Markise 200 mit einem Gegenzugantrieb ausgebildet ist, von dem
aber nur der elektrische Antriebsmotor 242, eine sich über die Länge der Tuchwelle
220 erstreckende Antriebswelle 243 und zwei an den Stirnenden der Antriebswelle 243
vorgesehene Zahnräder 245 zur Mitnahme eines nicht gezeigten Zahnriemens oder einer
Kette gezeigt sind. Bei diesen Markisen ist ein Längenausgleich wegen des sich ändernden
Tuchwellendurchmessers beim Aufwickeln des Behanges erforderlich, der dadurch bereitgestellt
werden kann, dass die Antriebswelle 243 relativ zur Tuchwelle 220 gegen die Kraft
einer Torsionsfeder verdrehbar ist. Dies geht aber im Wesentlichen auf bekannten Stand
der Technik zurück und wird hier nicht im Einzelnen erörtert. Es ergeben sich aber
Änderungen gegenüber der zuvor besprochenen Ausführungsform gemäß Fig. 3 und 5 Änderungen
im Bereich des Gehäuses 10, die nachfolgend vorgestellt werden.
[0031] Das hier konstruktiv identische Gehäuse 10 mit der darin aufgenommenen elektrischen
Ausrüstung 12 besitzt wiederum einen Ringflansch 24 und einen zwischen diesem und
dem Rohrkörper 14 drehbar gelagerten Gleitring 26. An diesem Gleitring 26 ist aber
hier nicht die Tuchwelle 220 gelagert, sondern die Antriebswelle 243, wobei die Antriebswelle
243 einen Verbund mit der Tuchwelle 220 bildet, so dass keine Gewichtskräfte der Tuch-
oder Antriebswelle hier über den Gleitring 26 abgestützt werden müssen. Eventuell
auftretende Axialkräfte können aber über den Radialbund 28 an den Ringflansch 24 abgetragen
werden.
[0032] Die bereits erwähnten Zahnräder 245 an den Enden der Antriebswelle 243 dienen auch
der unmittelbaren Lagerung der Tuchwelle 222 an einer Lagerstelle der zweiten Konsole
222. Dabei sind sie in Drehrichtung formschlüssig mit der Antriebswelle verzahnt.
Auch hier ist ein zweiter Gleitring 248 vorgesehen, der mit der Antriebswelle in Drehrichtung
in Eingriff steht und entsprechen mit der Antriebswelle 243 relativ zu dem Gehäuse
drehbar ist.
[0033] Im Bereich der ersten Konsole 223 (auf der linken Seite im Sinne der Darstellung)
ist wiederum ein als Rohrmotor ausgebildeter elektrischer Antriebsmotor vorgesehen,
auf dessen Gehäuse die Antriebswelle 243 mit zwei Gleitringen 254, 256 abgestützt
ist.
[0034] Auch bei der in Fig. 4 gezeigten Markise 200 mit Gegenzugantrieb ist es von Vorteil,
wenn die zweite Konsole 222 eine ggf. durch eine abnehmbare Blende verdeckte Öffnung
aufweist, durch die die elektrische Ausrüstung 12 in das Gehäuse auch in dessen montiertem
Zustand verbracht werden kann. Im Übrigen gelten für die elektrische Ausrüstung und
ihre Verkabelung mit dem Antriebsmotor bei dieser Ausführungsform die gleichen Abwandlungsmöglichkeiten
wie bei der zuvor beschriebenen Ausführungsform ohne Gegenzugantrieb.
[0035] Die Erfindung ist nicht auf eine der vorbeschriebenen Ausführungsformen beschränkt,
sondern in vielfältiger Weise abwandelbar.
[0036] Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung hervorgehenden Merkmale
und Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten, räumlicher Anordnungen und
Verfahrensschritten, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten Kombinationen
erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichenliste
[0037]
- 10
- Gehäuse
- 12
- elektrische Ausrüstung
- 14
- Rohrkörper
- 16
- Öffnung
- 24
- Ringflansch
- 26
- erster (äußerer) Gleitring
- 28
- Radialbund
- 30
- Radialvorsprung
- 32
- zylindrischer Vorsprung
- 34
- Bohrung
- 100
- Markise (Gelenkarm-)
- 102
- Fallprofil
- 120,220
- Tuchwelle
- 122, 222
- zweite Konsole
- 123, 223
- erste Konsole
- 142, 242
- elektrischer Antriebsmotor
- 144
- Ringadapter
- 146
- Ringwulst
- 148, 248
- zweiter (innerer) Gleitring
- 150
- Ringadapter
- 152
- Radialbohrung
- 154, 254
- motorseitiger äußerer Gleitring
- 156, 256
- motorseitiger innerer Gleitring
- 200
- Markise mit Gegenzugantrieb
- 243
- Antriebswelle
- 245
- Zahnräder
1. Sonnenschutzanlage mit einer Tuchwelle (120; 220), auf die ein Behang aufwickelbar
ist, wobei die Tuchwelle (120; 220) an seitlichen Konsolen (122, 123; 222; 223) abgestützt
ist und ein Antriebsmotor (142; 242), der die Tuchwelle (120; 220) antreibt, an einer
ersten Konsole (123; 223) abgestützt ist und in einen inneren Hohlraum der Tuchwelle
(120; 220) ragt, wobei eine elektrische Ausrüstung (12) zur Steuerung des Antriebsmotors
und/oder weiterer elektrischer Verbraucher (142; 242) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrische Ausrüstung (12) an der zweiten Konsole (122; 222) festgelegt ist
und in den Hohlraum der Tuchwelle (120; 220) ragt.
2. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tuchwelle (120; 220) auf der Seite der zweiten Konsole (122;222) an dieser drehbar
gelagert ist und auf der Seite der ersten Konsole (123; 223) an dieser oder dem Gehäuse
des Antriebsmotors (142; 242) drehbar gelagert ist.
3. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Tuchwelle (120; 220) auf der Seite der zweiten Konsole (122; 222) an einer die
elektrische Ausrüstung (12) umgebenden Tragstruktur drehbar gelagert ist und auf der
Seite der ersten Konsole (123; 223) an dieser oder dem Gehäuse des Antriebsmotors
(142; 242) drehbar gelagert ist.
4. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur als Gehäuse (10) ausgebildet ist, in welchem die elektrische Ausrüstung
(12) aufgenommen ist.
5. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (10) der Tragstruktur von einer Antriebswelle (243) umgeben ist, die
an den Enden beidseitig der Tuchwelle Zahnräder (245) für ein Gegenzugsystem aufweist.
6. Sonnenschutzanlage nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur wenigstens einen Gleitring (26, 148, 154, 156; 26, 248, 254, 256)
aufweist, der relativ zu der Tragstruktur drehbar ist.
7. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragstruktur jeweils einen Gleitring (26, 148; 248) im Bereich ihrer Enden aufweist.
8. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Tuchwelle (120) auf dem wenigstens einen Gleitring (26) an dem der zweiten Konsole
122) zugewandten Ende der Tragstruktur gelagert ist.
9. Sonnenschutzanlage nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Gleitring (26) zur axial gleitenden Abstützung an der zweiten Konsole (122; 222)
oder einem mit dieser Konsole verbundenen, feststehenden Teil dient.
10. Sonnenschutzanlage nach einem der vorgehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Konsolen (122, 123; 222, 223) über ein Tragteil miteinander verbunden sind.
11. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragteil als Anlagengehäuse oder als Tragrohr ausgebildet ist.
12. Sonnenschutzanlage nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verkabelung zwischen der elektrischen Ausrüstung (12) und dem Antriebsmotor (142;
242) durch das Tragteil geführt ist.
13. Sonnenschutzanlage nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Verkabelung zwischen der elektrischen Ausrüstung und dem Antriebsmotor durch
die Tuchwelle geführt ist.
14. Sonnenschutzanlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in die elektrische Ausrüstung (12) eine Steckerkupplung für den bauseitigen Anschluss
integriert sind.