[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich in einem ersten Aspekt auf ein Fahrzeugantriebssystem.
In einem zweiten Gesichtspunkt betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Betreiben
eines Fahrzeugantriebssystems. Zudem ist die Erfindung auf ein Verfahren zum Umrüsten
eines Fahrzeugantriebssystems gerichtet.
[0002] Ein gattungsgemäßes Fahrzeugantriebssystem umfasst:
- einen Verbrennungsmotor mit einem Brennraum zum Verbrennen von Kraftstoff,
- einen Kraftstofftank zum Lagern des Kraftstoffs, insbesondere Diesel oder Benzin,
- eine Kraftstoffzuleitung zum Zuführen des Kraftstoffs aus dem Kraftstofftank zum Verbrennungsmotor
und
- einen Ansaugtrakt zum Zuführen von Verbrennungsluft in den Brennraum.
[0003] In entsprechender Weise ist bei einem gattungsgemäßen Verfahren zum Betreiben eines
Fahrzeugantriebssystems vorgesehen,
- dass ein Kraftstoff, insbesondere Diesel oder Benzin, aus einem Kraftstofftank über
eine Kraftstoffzuleitung in einen Brennraum eines Verbrennungsmotors geführt wird,
und
- dass Verbrennungsluft über einen Ansaugtrakt in den Brennraum des Verbrennungsmotors
geführt wird, wo die Verbrennungsluft zusammen mit dem Kraftstoff verbrannt werden
kann.
[0004] Bei diesen Verbrennungsmotoren kann es sich prinzipiell um Otto- oder Dieselmotoren
handeln. Allgemein wird eine hohe Effizienz bei gleichzeitig niedrigen Emissionen
angestrebt. Gerade bei Dieselmotoren ist es in jüngerer Zeit ein zentrales Ziel geworden,
Stickoxid-Emissionen (NO
x-Emissionen) zu verringern.
[0005] Bisher eingesetzte Techniken zum Verringern von Stickoxid-Emissionen sind nicht zufriedenstellend.
So kann bei moderaten Kosten und unter Berücksichtigung des verfügbaren Bauraums,
der gerade bei PKW stark begrenzt ist, mit bekannten Systemen keine ausreichende Reduzierung
von Stickoxid-Emissionen erreicht werden.
[0006] Eingesetzt werden typischerweise insbesondere eine Abgasrückführung und SCR-Katalysatoren.
[0007] Die Entstehung von Stickoxiden bei der Verbrennung üblicher Kraftstoffe hängt stark
von der Verbrennungstemperatur ab. Durch eine Reduzierung der Verbrennungstemperatur
kann die Entstehung von Stickoxiden wesentlich verringert werden. Bei Dieselmotoren
wird dieser Zusammenhang durch die Abgasrückführung ausgenutzt. Hierbei wird Abgas
der Frischluft zugegeben. Zum einen wird dadurch die Verbrennungsluft gekühlt. Zum
anderen ist durch die Mischung mit Abgas die Sauerstoffkonzentration der Verbrennungsluft
verringert, weshalb auch weniger Kraftstoff pro Injektionszyklus verwendet wird, womit
ebenfalls die Verbrennungstemperatur geringer ist und somit NO
x-Emissionen sinken.
[0008] Im Rahmen der Abgasnachbehandlung werden zudem SCR-Katalysatoren (SCR: selektive
katalytische Reaktion) eingesetzt. Hierbei wird dem Abgas eine Ammoniaklösung zugegeben,
welche mit den Stickoxiden des Abgases chemisch reagiert und ihren Anteil verringert.
[0009] Gerade bei PKW sind hinsichtlich der Kosten und des verfügbaren Raums enge Grenzen
gesetzt. Der Platzbedarf spielt insbesondere für Nachrüstungen von Fahrzeugen mit
Dieselmotoren eine große Rolle. Auch um übermäßige Konstruktionsänderungen zukünftiger
Fahrzeugmodelle zu vermeiden, ist der Raumbedarf von Systemen zur Verminderung von
Stickoxid-Emissionen bedeutsam.
[0010] Bekannte Lösungen zur Reduzierung von Stickoxid-Emissionen erfüllen nicht die Rahmenbedingungen,
bei moderaten Kosten und geringem verfügbaren Raum eine hinreichende Verringerung
der Stickoxid-Ausstöße zu erreichen.
[0011] Als eine
Aufgabe der Erfindung kann angesehen werden, ein Fahrzeugantriebssystem und ein entsprechendes
Verfahren anzugeben, welche bei moderaten Kosten und geringem Raumbedarf die durch
den Betrieb eines Verbrennungsmotors entstehende Stickoxidmenge möglichst stark verringern.
Zudem soll ein entsprechendes Verfahren zum Umrüsten herkömmlicher Antriebssysteme
angegeben werden.
[0012] Diese Aufgabe wird durch das Fahrzeugantriebssystem mit den Merkmalen des Anspruchs
4, durch das Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeugantriebssystems mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 sowie durch das Verfahren zum Umrüsten eines Fahrzeugantriebssystems
mit den Merkmalen des Anspruchs 2 gelöst.
[0013] Vorteilhafte Varianten des erfindungsgemäßen Systems und der erfindungsgemäßen Verfahren
sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche und werden außerdem in der folgenden Beschreibung
erläutert.
[0014] Bei dem Fahrzeugantriebssystem der oben genannten Art ist erfindungsgemäß ein Wischwassertank
vorgesehen, welcher außer einer Ableitung zu Spritzdüsen zum Reinigen einer Fahrzeugscheibe
zusätzlich eine Verbindungsleitung umfasst, über welche Wischwasser aus dem Wischwassertank
in den Ansaugtrakt und so in den Brennraum des Verbrennungsmotors leitbar ist. Die
Verbindungsleitung kann den Wischwassertank mit dem Ansaugtrakt verbinden, so dass
das Wischwasser zusammen mit der Verbrennungsluft in den Brennraum geleitet wird.
[0015] In entsprechender Weise ist bei dem oben genannten Verfahren zum Betreiben eines
Fahrzeugantriebssystems ein Wischwassertank vorgesehen, welcher außer einer Ableitung
zu Spritzdüsen zum Reinigen einer Fahrzeugscheibe zusätzlich eine Verbindungsleitung
umfasst, welche in Richtung des Brennraums führt beziehungsweise mit dem Ansaugtrakt
verbunden ist, und das Verfahren umfasst ein Zuführen von Wischwasser aus dem Wischwassertank
in den Brennraum des Verbrennungsmotors.
[0016] Durch die Zugabe von Wischwasser kann insbesondere die Verbrennungstemperatur verringert
werden, womit die Entstehung von Stickoxiden reduziert wird. Zudem wird die Verbrennungsreaktion
günstig beeinflusst, so dass weniger Stickoxide entstehen. Als ein wesentlicher Vorteil
ist hierzu kein separater oder zusätzlicher Flüssigkeitsbehälter erforderlich. Vielmehr
kann der ohnehin vorhandene Tank für das Wischwasser verwendet werden. Bei modernen
PKW ist der Wischwassertank verhältnismäßig groß, beispielsweise über 10 Liter, womit
kein übermäßig häufiges Nachfüllen des Wischwassers erforderlich wäre. Der Vorteil,
den bereits vorhandenen Wischwassertank zu nutzen, wird bei bestehenden PKW besonders
deutlich, da hier in der Regel kein Raum vorhanden ist, um einen ähnlich großen Flüssigkeitstank
zu ergänzen.
[0017] Eine vorteilhafte Kühlung der Verbrennungsluft kann hierbei insbesondere dann erreicht
werden, wenn der Ansaugtrakt einen Verdichter (eines Turboladers oder Kompressors)
zum Verdichten von Verbrennungsluft umfasst. Durch die Verdichtung erhitzt sich die
Verbrennungsluft. Indem die Verbindungsleitung den Wischwassertank mit dem Ansaugtrakt
hinter dem Verdichter verbindet, kann die erhitzte Verbrennungsluft wieder abgekühlt
werden. Die Verbindungsleitung kann mit dem Ansaugtrakt insbesondere zwischen dem
Verdichter und einem Ladeluftkühler verbunden sein.
[0018] Für die Erfindung kann eine äußere Gemischbildung genutzt werden, bei welcher die
Verbrennungsluft und der Kraftstoff vorm Brennraum gemischt werden, oder eine innere
Gemischbildung, bei welcher die Verbrennungsluft und der Kraftstoff erst im Brennraum
gemischt werden.
[0019] Der Wischwassertank ist allgemein ein Flüssigkeitsbehälter, welcher mindestens eine
Leitung (hier als Ableitung bezeichnet) umfasst, die zu Spritzdüsen zum Reinigen einer
Fahrzeugscheibe führt. Die zusätzliche Verbindungsleitung, über welche Wischwasser
in Richtung des Brennraums geleitet wird, kann als Abzweigung an der vorgenannten
Ableitung gebildet sein oder kann einen separaten Auslass aus dem Behälter darstellen.
Bei einer Gestaltung als Abzweigung kann je nach Fahrzeugbauart der erforderliche
Raumbedarf unter Umständen weiter minimiert werden, da eventuell die Ableitung zu
den Spritzdüsen zur Scheibenreinigung auch teilweise in die gewünschte Richtung zum
Ansaugtrakt oder allgemeiner zu Leitungen zum Brennraum führen.
[0020] Typischerweise muss ein Wischwassertank chemisch beständig sein, insbesondere gegenüber
Tensiden und Alkohol. Dadurch eignet sich der Wischwassertank hervorragend als Behälter
für das Flüssigkeitsgemisch, das hier als Wischwasser eingesetzt werden soll. So soll
das Wischwasser den Anforderungen genügen, Glasscheiben gut reinigen zu können und
gleichzeitig die Verbrennungsreaktion im Brennraum günstig zu beeinflussen. Allgemein
wird in der vorliegenden Beschreibung unter Wischwasser ein wasserhaltiges Gemisch
im Wischwassertank verstanden. Durch den Wasseranteil kann bereits eine Abkühlung
der Verbrennungsluft und eine verringerte Erhitzung beim Verbrennungsvorgang erreicht
werden. Es kann bevorzugt sein, dass das Wischwasser Alkohol, insbesondere Ethanol,
umfasst, da Ethanol einerseits ein gutes Scheibenreinigungsmittel ist und andererseits
günstige Auswirkungen auf den Verbrennungsvorgang hat. Auf Tenside und andere Komponenten
gängiger Reinigungsmittel kann hinsichtlich einer zufriedenstellenden Scheibenreinigung
verzichtet werden, womit ungewisse Auswirkungen auf den Verbrennungsvorgang oder auf
Motoreigenschaften vermieden werden kann. So kann das Wischwasser insbesondere ein
Gemisch aus Wasser, insbesondere destilliertem Wasser, und Brennspiritus sein, ohne
dass weitere Reinigungsmittel vorhanden sind.
[0021] Bei einer bevorzugten Verfahrensvariante wird daher der Wischwassertank so befüllt,
dass das Wischwasser im Wischwassertank zu mindestens 90 Vol.-% (Volumenprozent) aus
Wasser und Alkohol besteht, wobei der Anteil an Wasser mindestens 20 Vol.-%, vorzugsweise
mindestens 60%, beträgt und der Anteil an Alkohol mindestens 10 Vol.-%, vorzugsweise
mindestens 20%, beträgt.
[0022] Klarstellend wird betont, dass das Wischwasser nicht als Alternative zum Kraftstoff
in den Brennraum geführt wird, sondern gleichzeitig mit dem Kraftstoff, um die Verbrennungsreaktion
des Kraftstoffs günstig zu beeinflussen. Die Menge an eingeleitetem Wischwasser hängt
daher von der Menge an eingespritztem Kraftstoff ab: Je größer die eingespritzte Kraftstoffrate
ist, desto höher wird die zugeführte Rate an Wischwasser gewählt, sofern genügend
Wischwasser im Wischwassertank vorhanden ist. Pro Verbrennungszyklus kann die Volumenmenge
an eingeleitetem Wischwasser zwischen 5% und 60% des eingespritzten Kraftstoffvolumens
entsprechen, vorzugsweise zwischen 15% und 40%.
[0023] In oder an der Verbindungsleitung kann eine Wischwasserpumpe vorgesehen sein, welche
Wischwasser aus dem Wischwassertank pumpt, insbesondere in den Ansaugtrakt. Die Wischwasserpumpe
kann so gestaltet sein, dass sie mindestens 30 ml/min, vorzugsweise mindestens 40
ml/min befördern kann.
[0024] Die Verbindungsleitung kann in Düsen münden, insbesondere Düsen, die in den Ansaugtrakt
angrenzen, wobei über die Düsen Wischwasser als Tröpfchen in den Ansaugtrakt geführt
wird. Vorzugsweise sollte die mittlere Tröpfchengröße kleiner als 30µm sein.
[0025] In der Verbindungsleitung zwischen dem Wischwassertank und den Düsen kann ein Filter
zum Aufbereiten des Wischwassers angeordnet sein. Der Filter kann dazu gestaltet sein,
das Wischwasser zu demineralisieren und einem Verkalken oder Verstopfen der Düsen
entgegenzuwirken.
[0026] Vorzugsweise ist eine Steuereinheit vorgesehen, welche dazu eingerichtet ist, eine
Wischwassermenge, die aus dem Wischwassertank zum Verbrennungsmotor geleitet wird,
abhängig von momentanen Motorparametern variabel einzustellen. Hierzu kann die Wischwasserpumpe
entsprechend angesteuert werden. Je nach Pumpenbauart kann die Drehzahl verändert
werden, oder insbesondere bei kostengünstigen Pumpen können die Zeitspannen, für die
die Pumpe aktiv und inaktiv ist, variabel verändert werden. Alternativ kann an Stelle
einer variablen Ansteuerung der Wischwasserpumpe auch eine variable Drosselkomponente,
beispielsweise eine verstellbare Klappe oder ein variabel einstellbares Ventil, in
der Verbindungsleitung vorgesehen sein. Die nachfolgenden Beispiele von Steuerungen
der Wischwasserpumpe können auch dahingehend abgewandelt werden, dass an Stelle der
Wischwasserpumpe eine variable Drosselkomponente verstellt wird.
[0027] Die Steuereinheit kann dazu eingerichtet sein, abhängig von einem Ladedruck der Frischluft
und/oder abhängig von einem Abgasdruck die Wischwasserpumpe variabel anzusteuern.
Da entsprechende Druckmesser ohnehin vorhanden sind, ist diese Variante kostengünstig
umsetzbar. Alternativ oder zusätzlich kann die Steuereinheit dazu eingerichtet sein,
umso mehr Wischwasser zum Verbrennungsmotor zu leiten, je größer eine Kraftstoffzufuhr
aus dem Kraftstofftank zum Verbrennungsmotor ist. Ein weiterer Motorparameter, in
deren Abhängigkeit die Wischwasserzufuhr alternativ oder ergänzend gesteuert wird,
kann die Motordrehzahl sein.
[0028] Der Wischwassertank kann einen Füllstandsensor umfassen, welcher insbesondere als
Schwimmerschalter gestaltet sein kann. Einem Fahrzeugnutzer kann so rechtzeitig mitgeteilt
werden, dass eine untere Füllgrenze unterschritten ist und Wischwasser nachzufüllen
ist. Der Verbrennungsmotor kann auch ohne Wischwasser arbeiten, wobei eben Stickoxidemissionen
steigen. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, kann bei niedrigem Füllstand
des Wischwassertanks die Verwendung von Wischwasser zur Scheibenreinigung Priorität
haben gegenüber der Zufuhr von Wischwasser in den Brennraum. So kann die oder eine
Steuereinheit des Antriebssystems dazu eingerichtet sein, kein Wischwasser oder nur
eine reduzierte Wischwassermenge zum Ansaugtrakt / Verbrennungsmotor zu leiten, wenn
der Füllstandsensor meldet, dass ein Füllstand unter einen Grenzwert gesunken ist.
So wird noch ein Reinigen einer Fahrzeugscheibe über einen längeren Zeitraum ermöglicht.
[0029] Die Steuereinheit kann auch dazu eingerichtet sein, das Verhältnis zwischen dem Wischwasser
und Kraftstoff, welche zusammen in den Ansaugtrakt geleitet werden, zu variieren,
insbesondere abhängig von Motorparametern wie dem Ladedruck oder auch abhängig von
einem Füllstand im Wischwassertank. So kann die Steuereinheit dazu gestaltet sein,
mehr Kraftstoff und weniger oder kein Wischwasser in den Ansaugtrakt zu leiten, wenn
ein Füllstand im Wischwassertank unter einen vorgegebenen Grenzwert gesunken ist,
verglichen mit dem Fall, dass der Füllstand oberhalb dieses Grenzwerts ist. Hierdurch
wird auch dann noch eine Kühlung der Ladeluft erreicht, wenn nur noch wenig Wischwasser
vorhanden ist.
[0030] Es kann auch ein Mischbehälter zum Vermischen von Kraftstoff und Wischwasser vorgesehen
sein, wobei eine Kraftstoffleitung den Kraftstofftank mit dem Mischbehälter verbindet
und wobei die Verbindungsleitung vom Wischwassertank zum Mischbehälter und von dort
weiter zum Ansaugtrakt führt. Ab dem Mischbehälter befördert die Verbindungsleitung
also ein Kraftstoff-Wischwasser-Gemisch und gibt dieses in den Ansaugtrakt. Hierdurch
können eine besonders geringe Temperatur der Ladeluft und besonders starke Verringerungen
der Stickoxiderzeugung erreicht werden.
[0031] Indem das Mischen erst an Bord des Fahrzeugs erfolgt, und nicht bereits vor Betanken
des Fahrzeugs, ist eine Langzeitstabilität des Wischwasser-Kraftstoff-Gemisches vorteilhafterweise
weniger relevant. Gleichwohl ist es eine Herausforderung, das Kraftstoff-Wischwasser-Gemisch
pumpfähig zu mischen, wozu vorzugsweise eine Emulsion hergestellt werden sollte. Eine
Hochdruckpumpe, welche die vorgenannte Wischwasserpumpe sein kann oder zusätzlich
zu dieser vorgesehen sein kann, ist vorteilhaft, um über Düsen das Wischwasser-Kraftstoff-Gemisch
unter hohem Druck in den Ansaugtrakt zu pumpen; hierdurch wird hinter den Düsen ein
Aerosol oder ein Nebel gebildet. Durch die Hochdruckpumpe kann die Kraftstoff-Wischwasser-Flüssigkeit
stromabwärts vom Verdichter (Turbolader) in den Hochdruckbereich des Ansaugtrakts
gesprüht werden. Damit die Hochdruckpumpe zuverlässig und störungsfrei das Wischwasser-Kraftstoff-Gemisch
pumpen kann, ist vorzugsweise eine Ultraschallvorrichtung zum Behandeln des Kraftstoff-Wischwassergemisches
vorgesehen, insbesondere um eine Emulsion vorzubereiten. Die Ultraschallvorrichtung
kann dazu im Mischbehälter oder hinter dem Mischbehälter aber vor der Hochdruckpumpe
angeordnet sein.
[0032] Bei einer alternativen Gestaltung ist eine Ultraschallvorrichtung vorgesehen, welche
dazu gestaltet und angeordnet ist, aus dem Wischwasser ein Aerosol oder Nebel zu erzeugen.
Wird auch Kraftstoff zusammen mit Wischwasser in den Ansaugtrakt gegeben, so kann
die Ultraschallvorrichtung auch zum Erzeugen eines Aerosols oder Nebels aus dem Kraftstoff
gestaltet sein. Die Ultraschallvorrichtung kann hierzu mit der Verbindungsleitung
und/oder der Kraftstoffleitung oder auch mit dem fakultativ vorhandenen Mischbehälter
verbunden sein. Auch kann die Ultraschallvorrichtung mehrere Ultraschallwandler umfassen,
von denen mindestens einer das Wischwasser zerstäubt und mindestens ein anderer den
Kraftstoff zerstäubt. Das hierbei erzeugte Aerosol / Nebel kann nun stromaufwärts
(das heißt vor) dem Verdichter / Turbolader in den Ansaugtrakt geleitet werden. Die
Wischwasserpumpe ist hier insbesondere stromaufwärts von der Ultraschallvorrichtung
angeordnet.
[0033] Die Erfindung betrifft außerdem ein Fahrzeug mit einem erfindungsgemäßen Fahrzeugantriebssystem.
Das Fahrzeug kann insbesondere ein PKW, ein LKW oder ein anderes Landfahrzeug sein.
Um die Raumbeschränkungen eines solchen Fahrzeugs, insbesondere eines PKW, einzuhalten,
kann vorgesehen sein, die Wischwasserpumpe oder Hochdruckpumpe in einer hinteren Hälfte
des Fahrzeugs anzuordnen, insbesondere in oder an einem Kofferraum oder einer Ersatzradmulde
des Fahrzeugs.
[0034] Das oben beschriebene Einleiten von Kraftstoff und Wischwasser in den Ansaugtrakt
führt zu einer besseren Abkühlung der Ladeluft als dies bei herkömmlichen Systemen
erreicht wird, die nur Wasser oder ein Wasser-Alkohol-Gemisch in den Ansaugtrakt geben.
Ein Grund liegt in der vorteilhaften Verwendung der Ultraschallvorrichtung. Ein weiterer
Grund liegt darin, dass durch die Beimengung von Kraftstoff verhältnismäßig große
Flüssigkeitsmengen in den Ansaugtrakt gegeben werden können und so eine besonders
starke Abkühlung der Ladeluft erreicht werden kann, ohne dass im Brennraum zu wenig
Kraftstoff vorhanden wäre. Außerdem ist der vorhandene Kraftstofftank üblicherweise
weit größer als ein zusätzlicher Flüssigkeitsbehälter, so dass der beschriebene Betrieb
ohne Nachfüllen über lange Zeit möglich ist. Diese Vorteile gegenüber bekannten Systemen
werden auch bei Erfindungsvarianten erreicht, bei denen nicht ein einziger Wischwassertank
zur Scheibenreinigung und zur Wischwasser-Einleitung in den Ansaugtrakt vorhanden
sind, sondern zwei solcher Tanks vorhanden sind, von denen einer allein mit den Scheibenreinigungsdüsen
verbunden ist und der andere nicht mit den Scheibenreinigungsdüsen, sondern nur mit
dem Ansaugtrakt verbunden ist. Die vorliegend beschriebenen Erfindungsvarianten können
auch in dieser Weise mit zwei oder mehr Tanks abgewandelt werden.
[0035] Die als zusätzliche Vorrichtungsmerkmale beschriebenen Eigenschaften der Erfindung
sind auch als Varianten des erfindungsgemäßen Verfahrens aufzufassen, und umgekehrt.
[0036] Im vorliegenden Text angegebene Zahlenwerte können außer den exakt angegebenen Zahlenwerten
auch Abweichungen von jeweils +/- 10% umfassen. Die Begriffe "ungefähr; im Wesentlichen;
in etwa gleich" und vergleichbare Begriffe können ebenfalls Abweichungen von bis zu
+/- 10% abdecken und sollen auch als Offenbarung der exakten Angaben verstanden werden.
[0037] Der Begriff "Wischwasser" kann in der vorliegenden Offenbarung auch ausgetauscht
werden durch Wasser oder wässrige Lösung, welche außer Wasser auch andere Bestandteile
umfassen kann, insbesondere Alkohol oder prinzipiell auch ölhaltigen Kraftstoff.
[0038] Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung werden nachstehend mit Bezug auf die
beigefügten schematischen Figuren beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig.1
- ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Fahrzeugantriebssystems; und
- Fig. 2
- ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Fahrzeugantriebssystems.
[0039] Gleiche und gleich wirkende Bestandteile sind in den Figuren in der Regel mit denselben
Bezugszeichen gekennzeichnet.
[0040] Fig. 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Fahrzeugantriebssystems
100. Das Fahrzeugantriebssystem kann Bestandteil eines erfindungsgemäßen Fahrzeugs
sein, beispielsweise eines PKW.
[0041] Das Fahrzeugantriebssystem 100 umfasst einen Verbrennungsmotor 30 und einen Kraftstofftank
50. Ein Kraftstoff, insbesondere Diesel oder Benzin, wird vom Kraftstofftank 50 über
eine Kraftstoffzuleitung 52 in den Brennraum des Verbrennungsmotors 30 geleitet. Abgase
des Verbrennungsmotors 30 können fakultativ eine Turbine 42 eines Turboladers 40 antreiben,
womit ein Verdichter 41 des Turboladers 40 Frischluft komprimiert. Die Frischluft
(Ladeluft) wird vom Verdichter 41 zu einem fakultativen Ladeluftkühler 22 und sodann
in den Brennraum des Verbrennungsmotors 30 geleitet. Durch den Ladeluftkühler 22 sinkt
die Temperatur der Frischluft, was für den Verbrennungsprozess gewünscht ist. Als
Ansaugtrakt 20 wird vorliegend der Leitungsweg der Frischluft zum Brennraum verstanden,
womit der Ansaugtrakt 20 auch den Verdichter 41 des Turboladers und den Ladeluftkühler
22 umfasst.
[0042] Es kann auch eine nicht dargestellte Abgasrückführung vorgesehen sein. In diesem
Fall kann der Begriff Frischluft ausgetauscht werden durch Verbrennungsluft, welche
Frischluft und Abgas umfassen kann. Durch eine Abgasrückführung kann ebenfalls eine
niedrigere Verbrennungstemperatur erreicht werden, womit bei einem Dieselmotor weniger
Stickoxide entstehen.
[0043] Es ist weiterhin ein Wischwassertank 10 vorhanden, welcher mit Wischwasser gefüllt
ist. Der Wischwassertank 10 umfasst eine Ableitung 12, welche zu Spritzdüsen 13 einer
Scheibenwischeranlage führt.
[0044] Erfindungsgemäß umfasst derselbe Wischwassertank 10 auch eine Verbindungsleitung
14, über welche Wischwasser aus dem Wischwassertank 10 in den Ansaugtrakt 20 des Verbrennungsmotors
30 leitbar ist. Hierdurch kann eine niedrigere Verbrennungstemperatur erreicht werden,
womit vorteilhafterweise geringere Mengen an Stickoxiden erreicht werden.
[0045] Die Verbindungsleitung 14 mündet in einen Ansaugtrakt 20 des Verbrennungsmotors 30,
insbesondere in einen Hochdruckbereich zwischen dem Verdichter 41 und dem Ladeluftkühler
22. Düsen 17 können vorgesehen sein, um das Wischwasser in Form von Tröpfchen in den
Ansaugtrakt 20 zu sprühen. Tröpfchen sind für eine gute Durchmischung und eine gewünschte
Abkühlung der Ladeluft vorteilhaft.
[0046] Um Wischwasser aus dem Wischwassertank 10 zu befördern, ist eine Wischwasserpumpe
15 vorhanden, welche auch als Hochdruckpumpe 15 gestaltet sein kann. Zudem kann ein
Filter 16 in oder an der Verbindungsleitung 14 vorgesehen sein, um Bestandteile aus
dem Wischwasser zu filtern, beispielsweise Kalk, und so eine Beeinträchtigung der
Düsen 17 und, bei Anordnung vor der Wischwasserpumpe 15, auch eine Beeinträchtigung
der Wischwasserpumpe 15 durch Ablagerungen zu vermeiden.
[0047] Indem derselbe Behälter und dieselbe Flüssigkeit sowohl zur Scheibenreinigung als
auch zur Beigabe im Verbrennungsprozess genutzt wird, ist eine raumsparende Gestaltung
möglich. Dies ist insbesondere zur Nachrüstung bestehender Fahrzeuge vorteilhaft.
Hierbei kann es ausreichen, die Verbindungsleitung 14, die Wischwasserpumpe 15 und
fakultativ den Filter 16 sowie die Düsen 17 und eine später näher beschriebene Steuereinheit
zu ergänzen. Dabei ist das verhältnismäßig große Volumen üblicher Wischwassertanks
von Vorteil, da hiermit auch ein Betrieb des Verbrennungsmotors über längere Zeit
möglich wird. Ein ähnlich großer zusätzlicher Tank wäre bei bestehenden Fahrzeugkonstruktionen
kaum unterzubringen.
[0048] Vorzugsweise wird auch Kraftstoff zusammen mit dem Wischwasser in den Ansaugtrakt
geleitet. Dadurch können insbesondere eine weitere Abkühlung der Ladeluft und somit
eine größere Verdichtung erreicht werden. Beim Verbrennungsvorgang entstehen dadurch
weniger Stickoxide. Hierzu führt eine Kraftstoffleitung 53 vom Kraftstofftank 50 zur
Verbindungsleitung 14. Kraftstoff und Wischwasser können prinzipiell separat über
jeweilige Düsen in den Ansaugtrakt gesprüht werden. Alternativ können aber der Kraftstoff
und das Wischwasser zuerst vermischt werden, wozu ein Mischbehälter 55 vorgesehen
sein kann. Für eine bessere Vermischung kann eine Heizvorrichtung 54 vorgesehen sein,
mit der der Kraftstoff vor Einleiten in den Mischbehälter 55 erwärmt wird.
[0049] Eine Ultraschallvorrichtung 57 kann vorgesehen sein, welche das Gemisch aus Wischwasser
und Kraftstoff mit Ultraschallwellen bestrahlt, um die Durchmischung zu verbessern
und insbesondere eine Emulsion zu erzeugen. Ein Vorteil einer Emulsion liegt in der
besseren Pumpbarkeit, so dass eine hierauf folgende Pumpe / Hochdruckpumpe 15 störungsfreier
arbeiten kann. Mit der Hochdruckpumpe 15 kann das Wischwasser-Kraftstoffgemisch durch
die Düsen 17 als Aerosol oder Nebel in den Hochdruckbereich hinter dem Verdichter
41 eingesprüht werden.
[0050] Prinzipiell kann eine einzige Pumpe 15 eingesetzt werden, um Wischwasser und Kraftstoff
zu befördern. Um unterschiedliche Mengen an Wischwasser und Kraftstoff einzustellen,
können in der Leitung des Wischwassers und/oder der Leitung des Kraftstoffs Drosseln
oder Ventile angeordnet sein. Alternativ können aber auch eine zusätzliche Pumpe in
der Leitung des Wischwassers zum Mischbehälter und/oder eine zusätzliche Pumpe in
der Leitung des Kraftstoffs zum Mischbehälter vorhanden sein.
[0051] Eine in Fig. 1 nicht dargestellte Steuereinheit steuert die Wischwasserzufuhr und
fakultativ die Kraftstoffzufuhr zum Ansaugtrakt 20. Hierzu kann insbesondere die vorgenannte(n)
Pumpe(n) gesteuert werden. Die Steuerung erfolgt bevorzugt so, dass mit steigendem
Ladedruck oder steigender eingespritzter Kraftstoffmenge auch die zugeführte Wischwassermenge
steigt.
[0052] Der Wischwassertank 10 kann über einen Schwimmer oder Füllstandsensor 11 verfügen.
Hierdurch wird erkannt, wenn der Füllstand unter eine vordefinierte Grenze fällt.
In diesem Fall kann die zugeführte Wischwassermenge reduziert werden, um noch möglichst
lange einen sicheren Betrieb der Scheibenwischanlage zu gewährleisten. Bei dem dargestellten
Beispiel ist der Wischwassertank durch einen einzigen Behälter gebildet. Dieser kann
bei weiteren Erfindungsvarianten auch ersetzt sein durch zwei separate Behälter, von
denen einer mit der Ableitung 12 und nicht mit der Verbindungsleitung 14 verbunden
ist und der andere nicht mit der Ableitung 12, sondern mit der Verbindungsleitung
14 verbunden ist.
[0053] Ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Fahrzeugantriebssystems
100 ist schematisch in Fig. 2 gezeigt. Vom vorherigen Ausführungsbeispiel unterscheidet
sich die Variante der Fig. 2 darin, dass das Wischwasser-Kraftstoff-Gemisch vor dem
Verdichter 41 in den Ansaugtrakt 20 geleitet wird. In diesem Niederdruckbereich ist
es möglich, mit Hilfe der Ultraschallvorrichtung 57 eine Zerstäubung oder Nebelbildung
des Wischwassers und/oder Kraftstoffs zu erreichen, wobei vorteilhafterweise die erzeugten
Tröpfchen besonders klein sind. Hierdurch sind die Durchmischung mit Frischluft und
die temperaturreduzierende Wirkung besonders gut. Auch für den Verbrennungsprozess
im Brennraum sind kleine Tröpfchen vorteilhaft. Bei dieser Ausführung befindet sich
die Pumpe 15 stromaufwärts von der Ultraschallvorrichtung 57. Fakultativ kann ein
Ventilator stromabwärts von der Ultraschallvorrichtung 57 eingesetzt werden.
[0054] Durch die Erfindung kann vorteilhafterweise der Verbrennungsprozess eines Verbrennungsmotors
beeinflusst werden, insbesondere können die Verbrennungstemperatur reduziert und Stickoxid-Emissionen
verringert werden. Der im Vergleich zu bekannten Ausführungen zusätzliche Raumbedarf
ist äußerst gering, ebenso die zusätzlichen Kosten. Gleichwohl können erhebliche Verringerungen
giftiger Stickoxide erreicht werden.
1. Verfahren zum Betreiben eines Fahrzeugantriebssystems,
- bei dem ein Kraftstoff, insbesondere Diesel oder Benzin, aus einem Kraftstofftank
(50) über eine Kraftstoffzuleitung (52) in einen Brennraum eines Verbrennungsmotors
(30) geführt wird, und
- bei dem Verbrennungsluft über einen Ansaugtrakt (20) in den Brennraum des Verbrennungsmotors
(30) geführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Wischwassertank (10) vorgesehen ist, welcher außer einer Ableitung (12) zu Spritzdüsen
(13) zum Reinigen einer Fahrzeugscheibe zusätzlich eine Verbindungsleitung (14) umfasst,
über welche Wischwasser in den Ansaugtrakt (20) des Verbrennungsmotors (30) geleitet
wird.
2. Verfahren zum Umrüsten eines Fahrzeugantriebssystems, bei dem ein Verbrennungsmotor
(30) mit einem Brennraum zum Verbrennen von Kraftstoff, ein Kraftstofftank (50) zum
Lagern des Kraftstoffs, eine Kraftstoffzuleitung (52) zum Zuführen des Kraftstoffs
aus dem Kraftstofftank (50) zum Verbrennungsmotor (30) und ein Ansaugtrakt (20) zum
Zuführen von Verbrennungsluft in den Brennraum vorgesehen sind,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Wischwassertank (10) vorgesehen wird, welcher über eine Ableitung (12) zu Spritzdüsen
(13) zum Reinigen einer Fahrzeugscheibe verbunden ist und zusätzlich eine Verbindungsleitung
(14) umfasst, über welche Wischwasser aus dem Wischwassertank (10) in den Ansaugtrakt
des Verbrennungsmotors (30) leitbar ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
gekennzeichnet durch:
Befüllen des Wischwassertanks (10) so, dass das Wischwasser im Wischwassertank (10)
zu mindestens 90 Vol.-% aus Wasser und Alkohol besteht, wobei der Anteil an Wasser
mindestens 20 Vol.-% beträgt und der Anteil an Alkohol mindestens 20 Vol.-% beträgt.
4. Fahrzeugantriebssystem, umfassend
- einen Verbrennungsmotor (30) mit einem Brennraum zum Verbrennen von Kraftstoff,
- einen Kraftstofftank (50) zum Lagern des Kraftstoffs, insbesondere Diesel oder Benzin,
- eine Kraftstoffzuleitung (52) zum Zuführen des Kraftstoffs aus dem Kraftstofftank
(50) zum Verbrennungsmotor (30) und
- einen Ansaugtrakt (20) zum Zuführen von Verbrennungsluft in den Brennraum,
gekennzeichnet durch
- einen Wischwassertank (10), welcher außer einer Ableitung (12) zu Spritzdüsen (13)
zum Reinigen einer Fahrzeugscheibe zusätzlich eine Verbindungsleitung (14) umfasst,
welche den Wischwassertank (10) mit dem Ansaugtrakt (20) verbindet.
5. Fahrzeugantriebssystem nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein Mischbehälter (55) zum Vermischen von Kraftstoff und Wischwasser vorgesehen ist,
wobei eine Kraftstoffleitung (53) den Kraftstofftank (50) mit dem Mischbehälter (55)
verbindet und
wobei die Verbindungsleitung (14) vom Wischwassertank (10) zum Mischbehälter (55)
und von dort weiter zum Ansaugtrakt (20) führt.
6. Fahrzeugantriebssystem nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Ultraschallvorrichtung (57) vorgesehen ist zum Behandeln eines Kraftstoff-Wischwassergemisches
des Mischbehälters (55), und
dass stromabwärts von der Ultraschallvorrichtung (57) eine Hochdruckpumpe (15) vorgesehen
ist zum Pumpen des Kraftstoff-Wischwassergemisches in den Ansaugtrakt (20),
dass der Ansaugtrakt (20) einen Verdichter (41) zum Verdichten von Verbrennungsluft umfasst
und
dass die Verbindungsleitung (14) so angeordnet ist, dass mit ihr das Kraftstoff-Wischwassergemisch
stromabwärts vom Verdichter (41) in den Ansaugtrakt (20) gepumpt wird.
7. Fahrzeugantriebssystem nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Ultraschallvorrichtung (57) vorgesehen ist zum Erzeugen eines Aerosols aus Wischwasser
und Kraftstoff,
dass der Ansaugtrakt (20) einen Verdichter (41) zum Verdichten von Verbrennungsluft umfasst
und
dass die Verbindungsleitung (14) so angeordnet ist, dass mit ihr das Aerosol aus Wischwasser
und Kraftstoff stromaufwärts vom Verdichter (41) in den Ansaugtrakt (20) geleitet
wird.
8. Fahrzeugantriebssystem nach einem der Ansprüche 5 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verbindungsleitung (14) über Düsen (17) mit dem Ansaugtrakt (20) verbunden ist,
wobei über die Düsen (17) Wischwasser und gegebenenfalls Kraftstoff als Tröpfchen
in den Ansaugtrakt (20) gesprüht wird.
9. Fahrzeugantriebssystem nach einem der Ansprüche 4 bis 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Verbindungsleitung (14) zwischen dem Wischwassertank (10) und dem Ansaugtrakt
(20) ein Filter (16) zum Aufbereiten des Wischwassers angeordnet ist.
10. Fahrzeugantriebssystem nach einem der Ansprüche 5 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine Steuereinheit vorgesehen ist, welche dazu eingerichtet ist, eine Wischwassermenge,
die in den Ansaugtrakt (20) geleitet wird, und eine Kraftstoffmenge, die in den Ansaugtrakt
(20) geleitet wird, abhängig von momentanen Motorparametern variabel einzustellen.
11. Fahrzeugantriebssystem nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit dazu eingerichtet ist,
- abhängig von einem Ladedruck die Wischwasserpumpe (15) variabel anzusteuern,
und/oder
- umso mehr Wischwasser zum Verbrennungsmotor (30) zu leiten, je größer eine Kraftstoffzufuhr
aus dem Kraftstofftank (50) zum Verbrennungsmotor (30) ist.
12. Fahrzeugantriebssystem nach einem der Ansprüche 4 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Wischwassertank (10) einen Füllstandsensor (11) umfasst und
die oder eine Steuereinheit des Fahrzeugantriebssystems dazu eingerichtet ist, kein
Wischwasser zum Ansaugtrakt (20) zu leiten, wenn der Füllstandsensor (11) meldet,
dass ein Füllstand unter einen Grenzwert gesunken ist, um noch ein Reinigen einer
Fahrzeugscheibe zu ermöglichen.
13. Fahrzeugantriebssystem nach einem der Ansprüche 10 bis 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuereinheit dazu eingerichtet ist,
- mehr Kraftstoff und weniger Wischwasser in den Ansaugtrakt (20) zu leiten, wenn
ein Füllstand im Wischwassertank (10) unter einen Grenzwert gesunken ist.
14. Fahrzeug mit einem Fahrzeugantriebssystem nach Anspruch 6 oder einem der Ansprüche
8 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hochdruck- oder Wischwasserpumpe (15) in einem hinteren Teil des Fahrzeugs, insbesondere
am Kofferraum oder in einer Reserveradmulde, angeordnet ist.