[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Wiedergabe eines Audiosignals, mit zumindest
einem Gehäuse zur abdichtenden Anordnung im Gehörgang eines Ohres eines Benutzers
und mit zumindest einer Durchgangsöffnung zur Verbindung des innerhalb des Gehäuses
angeordneten Teils des Gehörganges mit dem außenseitig des Gehäuses angeordneten Teil
des Gehörganges bzw. der Umgebung, mit zumindest einem Schallwandler zur Ausgabe des
Audiosignals, mit zumindest einem Anschluss zur Verbindung mit einer Audiosignalquelle,
zumindest einem mit dem zumindest einen Schallwandler verbundenen Verstärker, und
mit einer mit jedem Verstärker verbundenen Regelungseinrichtung zur Regelung der Verstärkung
des Audiosignals.
[0002] Unter den Begriff Vorrichtung zur Wiedergabe eines Audiosignals fallen insbesondere
Kopfhörer und Hörgeräte, wie sie beispielsweise bei der Wiedergabe von Musik und Sprachsignalen
zur Anwendung kommen.
[0003] Es existiert eine Vielzahl an Vorrichtungen zur Wiedergabe eines Audiosignals in
Form von Kopfhörern oder Hörgeräten, welche im Gehörgang als sogenannte In-Ohr-Kopfhörer
angeordnet oder auf die Ohrmuschel aufgesetzt werden können. Derartige Wiedergabevorrichtungen
weisen häufig eine nur unzureichende Klangtreue auf und berücksichtigen meist nicht
die tatsächlichen Wiedergabeverhältnisse. Dies kann zu Hörschäden führen, da die Intensität
des abgegebenen Audiosignals zu unkontrolliert hohem Schalldruck führen kann, was
insbesondere bei durch die Wiedergabevorrichtung hermetisch abgeschlossenen Gehörgängen
kritisch gesehen werden muss.
[0004] Ohrenärzte berichten immer öfter von jungen Menschen mit schweren Hörschäden, die
offenbar durch die Gewohnheit, sich täglich viele Stunden der Musik aus Kopfhörern
auszusetzen, ihr Gehör dauerhaft schädigen. Viele Kopfhörer schließen den Gehörgang
mehr oder weniger luftdicht ab, um mit relativ kleinen elektrischen Leistungen große
Lautstärken vor allem im Bassbereich zu erzeugen. Das gelingt deswegen, weil ein hermetisch
abgeschlossener Hohlraum, wie der äußere Gehörgang, eine sehr hohe akustische Impedanz
aufweist, was dazu führt, dass schon eine sehr kleine Auslenkungsamplitude der Lautsprechermembran
einen sehr hohen Schalldruck zu erzeugen vermag. Verrutscht der Kopfhörer im Ohr aber
nur ganz wenig und gibt eine wenn auch äußerst kleine Verbindung nach außen frei -
der Hohlraum ist dann nicht mehr hermetisch abgeschlossen und akustisch nicht mehr
völlig dicht - , dann sinkt die akustische Impedanz im Gehörgang vor allem im Bereich
der Bassfrequenzen relativ stark. Dadurch ändert sich der Klang wesentlich und vor
allem tiefere Frequenzen werden leiser wiedergegeben. Als typische Reaktion wird die
Lautstärke erhöht, bis der Tieftonbereich wieder halbwegs befriedigend klingt. Die
hohen Frequenzen sind dann aber viel zu laut, denn in diesem Frequenzbereich wirken
sich Undichtheiten viel geringer aus. Die schädigende Lautstärke vor allem im höchsten
Frequenzbereich wird nicht erkannt bzw. der Hörer gewöhnt sich mit der Zeit daran.
[0005] Die starken Schwankungen der akustischen Impedanz in einem beinahe dicht verschlossenen
äußeren Gehörgang führen bei Hörgeräten auch dazu, dass das Problem der akustischen
Rückkopplung, welches sich durch Pfeiftöne bemerkbar macht, auch mit hohem technischen
Aufwand nicht bewältigbar ist. Sobald sich der Sitz des Hörgeräts oder Kopfhörers
auch nur leicht verändert, stimmt die gesamte Abstimmung nicht mehr und der Benutzer
wird durch die kaum zu verhindernden maximal lauten Pfeiftöne noch weiter in seinem
Resthörvermögen geschädigt.
[0006] Andererseits führen hermetisch abgeschlossene Kopfhörer zu einer unangenehmen Druckwahrnehmung
und zum sogenannten Okklusionseffekt, einer verstärkten Wahrnehmung der eigenen Stimme
sowie von Körpergeräuschen, die auch beim Schlucken und beim Gehen über den Kieferknochen
ins Ohr geleitet werden. Daher werden hermetisch abgeschlossene Kopfhörer nur eine
begrenzte Zeit getragen, was bei der Anwendung von Hörgeräten besonders problematisch
ist.
[0007] Zur Verbesserung der Klangwiedergabe aber auch Vermeidung unzulässig hoher Schalldrucke
im Gehörgang des Benutzers ist beispielsweise aus der
EP 2 129 169 A2 eine Vorrichtung zur Wiedergabe von Audiosignalen der gegenständlichen Art bekannt
geworden, bei der die Schwingung des Trommelfells detektiert wird und zur Regelung
der Leistung der Wiedergabevorrichtung herangezogen wird.
[0008] Andere bekannte Dokumente, wie zB die
EP 2 434 780 B1, wenden zur Verbesserung der Wiedergabe des Audiosignals und Anpassung an die Bedürfnisse
des Benützers spezielle statisch vorgegebene Frequenzanpassungen an.
[0009] Trotz der Vielzahl an Lösungen auf diesem Gebiet der Technik ist die Klangtreue von
Hörgeräten oder Kopfhörern sowie der Schutz der Benutzer vor unzulässig hohen Schalldrucken
nach wie vor unbefriedigend.
[0010] Die Aufgabe der Erfindung besteht daher in der Schaffung einer oben genannten Wiedergabevorrichtung,
welche die oben genannten Nachteile vermeidet oder zumindest reduziert und eine signifikante
Verbesserung der Klangtreue bewirkt und gleichzeitig den Benutzer der Wiedergabevorrichtung
vor Schädigungen durch unzulässig hohen Schalldruck schützt. Die Vorrichtung soll
auch eine Anpassung an sich ändernde Gegebenheiten und Hörsituationen, wie der Sitz
der Vorrichtung im oder am Ohr oder wechselnde Umgebungsgeräusche, ermöglichen. Die
Vorrichtung soll möglichst einfach und kostengünstig herstellbar sein und sollte zumindest
teilweise miniaturisierbar sein, sodass eine vollständige oder zumindest teilweise
Anordnung im Gehörgang eines Ohres eines Benutzers möglich ist.
[0011] Gelöst wird die Aufgabe dadurch, dass in jeder Durchgangsöffnung ein einstellbares
Verschlusselement zum Verschließen der Durchgangsöffnung angeordnet ist, welches einstellbare
Verschlusselement mit der Regelungseinrichtung verbunden ist, und dass eine Detektionseinrichtung
zur berührungslosen Detektion der Schwingung des Trommelfells des Ohres vorgesehen
ist, welche Detektionseinrichtung mit der Regelungseinrichtung verbunden ist, sodass
die Verstärkung des Audiosignals sowie der Querschnitt der zumindest einen Durchgangsöffnung
in Abhängigkeit der detektierten Schwingung des Trommelfells regelbar ist. Kern der
Erfindung ist also einerseits eine regelbare Durchgangsöffnung im Gehäuse zur abdichtenden
Anordnung im Gehörgang des Ohres des Benutzers sowie die berührungslose Messung der
Schwingung des Trommelfells des Ohres oder ersatzweise des Schalldruckes in seiner
unmittelbaren Nähe und Einbeziehung dieser detektierten zeit- und frequenzabhängigen
Größen in die Regelung des Verstärkers der Wiedergabevorrichtung und in die kontinuierliche
Steuerung des Verschlusselementes in der Durchgangsöffnung, damit die bestmögliche
Klangtreue, nicht schädigende Lautstärkepegel und optimales Systemverhalten jederzeit
sichergestellt werden können und nicht von unkontrollierbaren Einflüssen, wie dem
momentanen Sitz des Gehäuses im Gehörgang, einer durch Körperbewegungen veränderten
akustischen Impedanz des innersten Gehörgangabschnittes und wechselnden Umgebungsgeräuschen
abhängig sind. Durch die Merkmale der Erfindung kann einerseits eine situationsabhängige
Umschaltung der Vorrichtung zur Wiedergabe eines Audiosignals von hermetisch dicht
bis völlig offen ohne Einbußen der Klangtreue bei gleichzeitiger Regelung der Verstärkung
durchgeführt werden. Wesentlich dabei ist, dass der Zeitverlauf der Schwingung des
Trommelfells direkt oder indirekt erfasst und in die Regelung einbezogen wird, wodurch
sichergestellt werden kann, dass die im Ohr des Benutzers herrschende Lautstärke immer
unterhalb der vorgegebenen Grenzwerte liegt, bei denen es noch zu keinen Hörschädigungen
kommen kann. Durch die Detektion der realen Auslenkung des Trommelfells in Echtzeit
ist es auch möglich in gewissen pathologischen Fällen den Höreindruck eines Gesunden
zu vermitteln, da das Trommelfell genauso in Schwingung versetzt wird, wie es bei
einem Normalhörenden schwingen würde, auch wenn bei beispielsweise verkalkten Gehörknöchelchen
(Otosklerose) dafür ein entsprechend höherer Schalldruck nötig ist. Unter der Voraussetzung
der Auswahl entsprechend kleiner Komponenten kann die Wiedergabevorrichtung auch in
miniaturisierter Bauweise hergestellt werden und vollständig oder zumindest teilweise
im Gehörgang des Ohres eines Benutzers angeordnet werden.
[0012] Das einstellbare Verschlusselement kann beispielsweise durch einen hydraulisch oder
pneumatisch betätigten Ballon, ein elektromechanisches Stellglied oder dgl. gebildet
sein. Wichtig ist, dass das einstellbare Verschlusselement auf veränderte Anforderungen
des Reglers in der Wiedergabevorrichtung schnell genug reagieren und entsprechend
miniaturisiert werden kann.
[0013] Die Detektionseinrichtung zur Detektion der Trommelfellschwingung kann durch ein
Laser-Doppler-Interferometer, ein Mikrophon im Nahfeld des Trommelfells oder einen
Hall-Sensor oder dgl. gebildet sein. Die berührungslose Detektion der Schwingung des
Trommelfells kann entweder durch direkte Verfahren erfolgen oder auch indirekt, indem
der Schalldruck in der unmittelbaren Nähe des Trommelfells mittels Mikrophon gemessen
und über eine einmal ermittelte oder näherungsweise bekannte Übertragungsfunktion,
die sogenannte mechanische Admittanz (Mobility) des Trommelfells, in den Zeit- oder
Frequenzverlauf der Trommelfellschwingung übergeführt wird. Die verschiedenen Detektionseinrichtungen
zur Detektion der Trommelfellschwingung erfassen entweder den Schalldruck (im Falle
des Mikrophons) oder je nach Bauform der Detektionseinrichtung die Auslenkung, Geschwindigkeit
oder Beschleunigung des Trommelfells. Alle genannten Größen lassen sich sowohl im
Zeitbereich als auch im Frequenzbereich mit Hilfe einfacher Transformationen und Filter
sowie im Einzelfall ermittelter oder aus Normen näherungsweise bekannter Schwingungseigenschaften
des Trommelfells ineinander überführen. Im Falle der berührungslosen Messung der Trommelfellschwingung
ist dafür Sorge zu tragen, dass die Detektionseinrichtung wirklich auf das Trommelfell
ausgerichtet ist und tatsächlich dessen Schwingung detektiert. Da die anatomische
Formung der Gehörgänge sehr stark schwankt, müssen dafür entsprechende Vorkehrungen
getroffen werden. Beispielsweise können die Detektionseinrichtungen durch automatisch
ablaufende Kalibrierungsvorgänge entsprechend ausgerichtet werden. Im Falle einer
optischen Messung mittels Self-Mixing Interferometer könnte beispielsweise ein Array
von Laserdioden (VCSELs) Anwendung finden, welche vor dem Einsatz der Wiedergabevorrichtung
abwechselnd aktiviert werden wobei schließlich jene Laserdiode eingesetzt wird, welche
das stärkste Signal in den Detektoren hervorruft. Zur Fokussierung von Laserstrahlen
werden in CD-Spielern schon seit langem adaptive Miniaturoptiken verwendet. Neuerdings
zählen auch elektrostatisch einstellbare Flüssiglinsen zum bekannten Stand der Technik.
[0014] Vorteilhafterweise ist jedes Gehäuse zumindest teilweise elastisch ausgebildet oder
mit einer elastischen Umhüllung oder einem Dichtungselement umgeben. Dadurch wird
in ähnlicher Weise wie bei In-Ohr-Kopfhörern eine Abdichtung des Gehörgangs gegenüber
der Umgebung erzielt. Als elastische Umhüllung oder elastisches Dichtungselement kommen
entsprechend geformte Körper aus Silikon oder ähnlichen elastischen und hautverträglichen
Materialien mit einer geeigneten Formgebung in Frage.
[0015] Wenn die Regelungseinrichtung mit einer Bedienungseinrichtung verbunden ist, kann
eine Beeinflussung der Regelungseinrichtung durch entsprechende Betätigung erzielt
werden. Beispielsweise kann durch entsprechende Betätigungselemente auf einer Bedienungseinrichtung
die maximale Lautstärke verändert werden oder eine Klangregelung vorgenommen werden.
Anstelle mechanischer Betätigungselemente kann eine Bedienung und Beeinflussung der
Regelungseinrichtung auch drahtlos mit Hilfe anderer Vorrichtungen, wie zum Beispiel
von Smartphones, welche über eine entsprechende Software bzw. App verfügen, erfolgen.
[0016] Weiters kann die Regelungseinrichtung mit einer Schnittstelle verbunden sein. Dadurch
können einerseits Daten aus der Vorrichtung zur Wiedergabe des Audiosignals ausgelesen
oder Parameter bzw. Software oder Programmteile in die Vorrichtung eingespielt werden.
Als Schnittstellen kommen beispielsweise drahtlose Schnittstellen wie zB Bluetooth
®-Schnittstellen oder leitungsgebundene Schnittstellen wie zB USB (Universal Serial
Bus)-Schnittstellen besonders in Frage.
[0017] Die Audiosignalquelle kann durch zumindest ein Mikrophon oder durch ein Gerät zur
Wiedergabe des Audiosignals, beispielsweise ein Smartphone, gebildet sein. Im Falle
der Anwendung der gegenständlichen Vorrichtung als Hörgerät wird ein Mikrophon, welches
die Schallwellen der Umgebung aufnimmt und entsprechend verstärkt und verändert an
den Benutzer abgibt, als Audiosignalquelle Anwendung finden. Bei der Verwendung der
Vorrichtung als Kopfhörer für die Wiedergabe von Musik oder Sprache kann die Audiosignalquelle
auch durch ein Gerät zur Wiedergabe des Audiosignals, beispielsweise einen CD-Player,
ein Radio oder auch ein Smartphone gebildet sein. Bei einer Verwendung der Vorrichtung
als Kommunikationsgerät kann die Audiosignalquelle durch drahtlose Übertragung der
Sprache einer zweiten Person, die mittels Sprechmikrophon oder Körperschallaufnehmer
im Kopfbereich aufgenommen wird, gebildet werden. Die Kommunikationsfunktion kann
auch reziprok stattfinden und bidirektionale drahtlose Kommunikation mit bestmöglicher
Qualität zwischen zwei oder mehr Benutzern der erfindungsgemäßen Vorrichtungen ermöglichen.
[0018] Der zumindest eine Schallwandler ist vorzugsweise durch zumindest einen Lautsprecher
gebildet. Je nach Ausführungsform der Wiedergabevorrichtung ist der Lautsprecher im
oder am Gehäuse angeordnet oder in diesem integriert. Je nach Ausführung der Wiedergabevorrichtung
kann der Schallwandler natürlich auch durch eine Kombination verschiedener Lautsprecher
mit unterschiedlichen Frequenzgängen gebildet sein, wodurch eine optimale Klangwiedergabe
ermöglicht wird.
[0019] Alternativ dazu oder zusätzlich kann der zumindest eine Schallwandler auch durch
zumindest einen anderen elektromechanischen Wandler gebildet sein. Auf diese Weise
kann beispielsweise auch eine Anregung der Knochen oder Knorpel im Bereich des Ohres
stattfinden, welche eine mechanische Schwingung des Trommelfells nach sich zieht und
so zu einer Schallwahrnehmung führt.
[0020] Wenn zumindest ein Mikrophon zur Aufnahme von Umgebungsgeräuschen vorgesehen ist,
welches zumindest eine Mikrophon mit der Regelungseinrichtung verbunden ist, kann
eine Berücksichtigung der Umgebungsgeräusche und Einbeziehung in die Regelung erfolgen.
Im Gegensatz zum Mikrophon, das in Hörgeräten als Audiosignalquelle Verwendung findet,
und das vorteilhafterweise am nach außen gerichteten Ende des Gehäuses zur abdichtenden
Anordnung im Gehörgang des Ohres des Benutzers angeordnet sein wird, ist das Mikrophon
zur Aufnahme von Umgebungsgeräuschen vorzugsweise außerhalb beider Gehörgänge angeordnet.
Es könnte zum Beispiel die Stimme des Benutzers der Regelung zugänglich machen, damit
diese, die ohnehin durch Knochenleitung schon sehr stark ins eigene Ohr übertragen
wird, vom Hörgerät nicht noch weiter verstärkt wird.
[0021] Eine andere Ausführungsform eines solchen Detektors für die eigene Stimme ist ein
Beschleunigungssensor zur Messung der hauptsächlich durch die eigene Stimme des Benutzers
erzeugten Körperschallanteile, welcher Beschleunigungssensor beispielsweise zur Anlage
an einer Innenwand des Gehörgangs ausgebildet und mit der Regelungseinrichtung verbunden
ist. Der Beschleunigungssensor wird beispielsweise im oder außerhalb des Gehörgangs
an den Schädelknochen oder Knorpel gedrückt und fungiert als Körperschallmikrophon.
Ein solcher Beschleunigungssensor wäre auch die ideale Signalquelle für den Einsatz
der Vorrichtung als Kommunikationsgerät, da er hauptsächlich die eigene Sprache und
nur einen sehr geringen Anteil des Umgebungslärms überträgt.
[0022] Der zumindest eine Anschluss zur Verbindung mit einer Audiosignalquelle, jeder Verstärker
und die Regelungseinrichtung zur Regelung der Verstärkung des Audiosignals können
in dem zumindest einen Gehäuse zur Anordnung innerhalb des Gehörganges des Ohres des
Benutzers angeordnet sein. Auf diese Weise kann ein teilweise oder vollständig im
Gehörgang angeordnetes Hörgerät bzw. ein In-Ohr-Kopfhörer gebildet werden. Die natürlich
notwendige Spannungsversorgung kann ebenfalls im Gehäuse platziert sein oder auch
extern angeordnet werden und mit den jeweiligen Komponenten über entsprechende Leitungen
verbunden sein. Als Spannungsversorgung kommen insbesondere entsprechend kleine Batterien
oder Akkumulatoren zur Anwendung. Auch andere Energiequellen, wie zum Beispiel Solarzellen
oder dgl., sind natürlich denkbar.
[0023] Wenn zwei Gehäuse zur abdichtenden Anordnung in jedem Gehörgang der Ohren eines Benutzers
vorgesehen sind, welche Gehäuse über einen Bügel miteinander verbunden sind, kann
die Vorrichtung zur Wiedergabe eines Audiosignales in Form eines Kopfhörers gebildet
werden. Auf diese Weise wird ein Kopfhörer in herkömmlicher Art gebildet, wobei in
jedem Gehörgang jedes Ohres des Benutzers ein Gehäuse abdichtend angeordnet ist und
das Audiosignal entsprechend an die innere Seite des Gehörgangs abgibt.
[0024] In diesem Anwendungsfall eines Kopfhörers sind der zumindest eine Anschluss zur Verbindung
mit einer Audiosignalquelle, jeder Verstärker und die Regelungseinrichtung zur Regelung
der Verstärkung des Audiosignals vorzugsweise im oder am Bügel angeordnet. Auf diese
Weise können die größeren Komponenten außerhalb des Gehäuses zur abdichtenden Anordnung
im Gehörgang des Benutzers platziert werden, wodurch die Herstellung der im Gehörgang
anzuordnenden Gehäuse erleichtert und die Handhabung vereinfacht wird. Insbesondere
wird auch die Spannungsversorgung, welche vorzugsweise durch Batterien oder Akkumulatoren
gebildet sein wird, außen am Bügel oder im Bügel angeordnet sein. Natürlich können
die Komponenten oder auch nur Teile davon über entsprechende Leitungen mit dem Bügel
und den Gehäusen zur Anordnung in den Gehörgängen verbunden sein.
[0025] Der zumindest eine Anschluss zur Verbindung mit der Audiosignalquelle kann zur drahtlosen
Verbindung mit der Audiosignalquelle ausgebildet sein. Auf diese Weise kann das Audiosignal
drahtlos an die Vorrichtung zur Wiedergabe des Audiosignals weitergeleitet werden.
Dabei kommen insbesondere standardisierte Drahtlosverbindungen, wie zB Bluetooth
®-Schnittstellen, zur Anwendung.
[0026] Die Erfindung wird anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer möglichen Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zur Wiedergabe eines Audiosignals;
- Fig. 2a
- eine Ausführungsvariante eines Gehäuses zur abdichtenden Anordnung im Gehörgang eines
Ohres eines Benutzers;
- Fig. 2b
- eine weitere Ausführungsvariante eines Gehäuses zur abdichtenden Anordnung im Gehörgang
eines Ohres eines Benutzers;
- Fig. 3a
- eine Ausführungsvariante der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Wiedergabe eines Audiosignals
mit einer ersten Variante einer Detektionseinrichtung zur Detektion der Schwingung
des Trommelfells und einer ersten Variante für den Schallwandler;
- Fig. 3b
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Wiedergabe eines
Audiosignals mit einer zweiten Variante einer Detektionseinrichtung zur Detektion
der Schwingung des Trommelfells und einer zweiten Variante für den Schallwandler;
- Fig. 3c
- eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Wiedergabe eines
Audiosignals mit einer dritten Variante einer Detektionseinrichtung zur Detektion
der Schwingung des Trommelfells und einer dritten Variante für den Schallwandler;
und
- Fig. 4
- eine weitere Ausführungsform der Wiedergabevorrichtung in Form eines Kopfhörers mit
einem Bügel und zwei daran angeordneten Gehäusen zur abdichtenden Anordnung in jedem
Ohr des Benutzers und Detektionseinrichtungen zur Detektion der Schwingung des Trommelfells
im Gehörgang.
[0027] Fig. 1 zeigt ein Blockschaltbild einer möglichen Ausführungsvariante einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 zur Wiedergabe eines Audiosignals A (t, f). Durch die Angabe des Zeitparameters
t und des Frequenzparameters f soll die Zeit- und Frequenzabhängigkeit des Audiosignals
zum Ausdruck gebracht werden. Mit A
soll wird das gewünschte wiederzugebende Audiosignal bezeichnet. Die Vorrichtung 1 beinhaltet
zumindest ein Gehäuse 2 zur abdichtenden Anordnung im Gehörgang G eines Ohres O eines
Benutzers B mit zumindest einer Durchgangsöffnung 3 zur Verbindung des innerhalb des
Gehäuses 2 angeordneten Teils des Gehörgangs G mit dem außenseitig des Gehäuses 2
angeordneten Teil des Gehörgangs G bzw. der Umgebung U. Weiters ist zumindest ein
Schallwandler 4 zur Ausgabe des Audiosignals A (t, f) vorgesehen und ein Anschluss
6 zur Verbindung mit einer entsprechenden Audiosignalquelle 5. Schließlich existiert
zumindest ein mit dem zumindest einen Schallwandler 4 verbundener Verstärker 7 und
eine Regelungseinrichtung 8 zur Regelung der Verstärkung v (t, f) des Audiosignals
A (t, f). Durch die Angabe des Zeitparameters t und des Frequenzparameters f soll
die die Möglichkeit einer Regelung der Verstärkung v im Zeitbereich und/oder im Frequenzbereich
aufgezeigt werden.
[0028] Der Schallwandler 4 kann durch einen Lautsprecher 21 (siehe Fig. 3a und 3c) gebildet
sein. Auch ist eine Realisierung durch einen elektromechanischen Wandler 22 (siehe
Fig. 3b) denkbar, der den Knorpel im Bereich der Ohrmuschel (Concha auricularis) zum
Schwingen bringt. Durch Knorpelleitung übertragen sich diese Vibrationen dann auf
die Wand des Gehörgangs G, was ebenfalls das Schallfeld anregt, das zu den Auslenkungen
des Trommelfells T führt. Der elektromechanische Wandler 22 kann auch allenfalls samt
Steuerelektronik und Stromversorgung in den Knorpel implantiert werden. Auch diese
Art der Anregung funktioniert im offenen wie auch im geschlossenen Zustand des Gehörgangs
G unter Einsatz der erfindungsgemäßen Regelung, damit der meist unbekannte Frequenzgang
dieser Anregung sowie die großen Sprünge in der akustischen Impedanz keine unerwünschten
Klangverzerrungen verursachen. Auch die Anregung über Knochenleitung durch einen im
Felsenbein implantierten elektromechanischen Wandler 22 lässt sich mit der hier beschriebenen
Klangregelung kombinieren.
[0029] Als Audiosignalquelle 5 kommt beispielsweise ein Mikrophon 18, ein Gerät 19 zur Wiedergabe
eines Audiosignals A (t, f), wie zB ein CD-Player, Radiogerät oder dgl. oder auch
ein Smartphone 20 in Frage. Der Anschluss 6 zur Verbindung mit der Audiosignalquelle
5 kann durch einen Stecker gebildet sein oder auch zur drahtlosen Verbindung mit der
Audiosignalquelle 5 ausgebildet sein.
[0030] Erfindungsgemäß ist in jeder Durchgangsöffnung 3 des Gehäuses 2 ein einstellbares
Verschlusselement 9 zum Verschließen der Durchgangsöffnung 3 angeordnet, welches einstellbare
Verschlusselement 9 mit der Regelungseinrichtung 8 verbunden ist. Auf diese Weise
kann die Durchgangsöffnung 3 hermetisch verriegelt, vollständig geöffnet oder zu einem
gewissen Grad verschlossen werden, je nach Erfordernis bzw. je nach Vorgabe der Regelungseinrichtung
8. Durch entsprechende Auswahl der Verschlusselemente 9 muss eine miniaturisierte
Bauweise und ein ausreichend rascher Verschluss und eine ausreichend rasche Öffnung
sichergestellt werden.
[0031] Weiters ist eine Detektionseinrichtung 10 zur berührungslosen Detektion der Schwingung
des Trommelfells T des Ohres O vorgesehen. Die Detektionseinrichtung 10 erfasst also
das tatsächliche Audiosignal, welches mit A
ist bezeichnet ist, und führt dieses der Regelungseinrichtung 8 zu, sodass die Verstärkung
v (t, f) des Audiosignal A (t, f) im Verstärker 7 in Abhängigkeit der detektierten
Schwingung des Trommelfells T bzw. des tatsächlichen Audiosignals A
ist regelbar ist. Auf diese Weise kann eine Regelung der Verstärkung v (t, f) in Abhängigkeit
des realen Schwingungszustandes des Trommelfells T vorgenommen werden. Die Detektionseinrichtung
10 kann gesondert vom Gehäuse 2 im Inneren des Gehörgangs G platziert werden oder
auch mit dem Gehäuse 2 verbunden sein oder in diesem integriert sein, sofern das Gehäuse
so ausgebildet ist, dass eine berührungslose Detektion der Schwingung des Trommelfells
T ermöglicht wird. Als Detektionseinrichtung 10 können beispielsweise optische Vorrichtungen,
wie zB "Scanning Laser Doppler Vibrometer" oder "Self-mixing Laser Doppler Vibrometer"
zur Anwendung kommen. Dabei werden sehr kleine Halbleiter-Laserdioden mit passender
Linse und Auswerteelektronik eingesetzt. Neuere sogenannte VCSEL (Vertical Cavity
Surface Emitting Laser)-Technologien integrieren Arrays geeigneter Mikro-Laserdioden
in entsprechenden Chips mit einer Fläche von nur wenigen mm
2 und weisen hohe Betriebssicherheit und einfache Justierbarkeit auf. Neu ist der Einsatz
einer solchen Detektionseinrichtung 10 zur Erfassung der durch einen Schallwandler
4 angeregten Schwingung des Trommelfells T während des Hörens in Verbindung mit einer
Regelungseinrichtung 8, wodurch die akustische Anregung des Gehörgangs G in Amplitude
und Phase ständig so angepasst wird, dass der Zeitverlauf der Auslenkung des Trommelfells
T immer der digitalen Vorgabe entspricht, obwohl die akustischen Umgebungsbedingungen
sich bisweilen massiv und abrupt ändern können. Nur eine solche Regelung erlaubt eine
automatische Umschaltung der Vorrichtung 1 zur Wiedergabe von Audiosignalen A (t,
f) von einer Betriebsart "geschlossen" (bei der die Durchgangsöffnung 3 durch das
Verschlusselement 9 vollständig geschlossen ist) in die Betriebsart "offen" (bei der
die Durchgangsöffnung 3 vollständig geöffnet ist) oder einer Zwischenstellung (bei
der die Durchgangsöffnung 3 durch das Verschlusselement 9 teilweise verschlossen ist),
wenn der Benutzer B das aus Gründen des Tragekomforts oder dgl. wünscht oder die akustischen
Umgebungsbedingungen es nahelegen. Auch die weitgehend vollständige Unterdrückung
von Störschall, der entweder von außen eindringt oder vom Benutzer B selbst erzeugt
wird, wie zB durch Kauen, Kopfbewegungen, Gehen usw ist auf diese Weise möglich.
[0032] Die Regelungseinrichtung 8 kann mit einer Bedienungseinrichtung 16 verbunden sein,
über welche bestimmte Parameter in der Regelungseinrichtung 8 verändert oder vorgegeben
werden können.
[0033] Weiters kann die Regelungseinrichtung 8 mit einer Schnittstelle 17 verbunden sein
um Daten der Vorrichtung 1 zur Wiedergabe von Audiosignalen A (t, f) exportieren zu
können oder Parameter bzw. Programme oder Programmteile in die Regeleinrichtung 8
einspielen zu können. Schnittstellen 17 können beispielsweise Blue-tooth
®-Schnittstellen oder USB-Schnittstellen aber auch andere drahtlose oder leitungsgebundene
Schnittstellen sein.
[0034] Die Regelungseinrichtung 8 kann weiters mit zumindest einem Mikrophon 23 zur Erfassung
von Umgebungsgeräuschen verbunden sein um Umgebungsgeräusche in die Regelung der Verstärkung
v (t, f) miteinbeziehen zu können. Schließlich kann auch ein Beschleunigungssensor
24 vorgesehen und mit der Regelungseinrichtung 8 verbunden sein. Dieser Beschleunigungssensor
24 kann zur Messung des Körperschalls entsprechend angeordnet werden und zur Verhinderung
von sogenannten Okklusionseffekten eingesetzt werden (siehe weiter unten).
[0035] In Fig. 2a ist eine Ausführungsvariante eines Gehäuses 2 zur abdichtenden Anordnung
im Gehörgang G eines Ohres O eines Benutzers B dargestellt. Das Gehäuse 2 ist beispielsweise
mit einer elastischen Umhüllung 14 versehen, um eine abdichtende Anordnung im Gehörgang
G des Ohres O des Benutzers B zu ermöglichen. In der Durchgangsöffnung 3 ist das Verschlusselement
9 in Form eines hydraulisch oder pneumatisch betätigten Ballons 12 enthalten. Entsprechend
der Vorgaben der Regelungseinrichtung 8 wird der Ballon 12 gefüllt oder geleert, sodass
die Durchgangsöffnung 3 bei Bedarf verschlossen, vollständig geöffnet oder teilweise
verschlossen werden kann. Weiters kann am Gehäuse 2 ein Mikrophon 18 als mögliche
Realisierung der Audiosignalquelle 5 angeordnet sein. Schließlich kann am Gehäuse
auch ein oben genannter Beschleunigungssensor 24 zur Messung des Körperschalls im
Gehörgang G vorgesehen werden.
[0036] Fig. 2b zeigt eine weitere Ausführungsvariante eines Gehäuses 2 zur abdichtenden
Anordnung im Gehörgang G eines Ohres O eines Benutzers B. Dabei ist das Verschlusselement
9 durch ein elektromechanisches Stellglied gebildet. Anstelle einer elastischen Umhüllung
14 (siehe Fig. 2a) kann am Gehäuse 2 zumindest ein elastisches Dichtungselement 15
angeordnet sein um die abdichtende Anordnung im Gehörgang G des Ohres O des Benutzers
B zu ermöglichen. Anstelle zumindest eines Ballons 12 kann ein elektromechanisches
Stellglied 13 als Verschlusselement 9 in der Durchgangsöffnung 3 eingebaut sein. Auch
Elemente aus bestimmtem Material, welche thermisch verformt werden, sind als Verschlusselement
9 denkbar (nicht dargestellt). Auch bei dieser Ausführungsvariante gemäß Fig. 2b ist
am Gehäuse 2 ein Mikrophon 18 als mögliche Realisierung der Audiosignalquelle 5 angeordnet.
[0037] Durch das Verschlusselement 9 in der Durchgangsöffnung 3 kann zwischen einer "offenen"
und "geschlossenen" Betriebsart umgeschaltet werden, wodurch nicht nur der Tragekomfort
sondern auch die Sicherheit beispielsweise im Verkehr erhöht und auch die Kommunikationsfähigkeit
während des Musikhörens verbessert werden kann. Auch Zwischenzustände der "offenen"
und "geschlossenen" Betriebsart können erwünscht sein, je nach Geräuschen in der Umgebung
U, Betriebsmodus oder Präferenz des Benutzers B. Die Umschaltung kann auch manuell,
beispielsweise über eine entsprechende Bedienungseinrichtung 16 (siehe Fig. 1) oder
über eine entsprechende App auf einem Smartphone 20 (siehe Fig. 1), erfolgen. Auch
eine durch eine Erfassung der Geräusche in der Umgebung U automatische Steuerung der
Verschlusselemente 9 in den Durchgangsöffnungen 3 ist möglich.
[0038] Fig. 3a zeigt eine Ausführungsform der Vorrichtung 1 zur Wiedergabe eines Audiosignals
A(t, f) mit einer ersten Variante einer Detektionseinrichtung 10 zur Detektion der
Schwingung des Trommelfells T in Form eines Laser-Doppler-Interferometers 25, welches
in berührungsloser Weise die Schwingung des Trommelfells T durch Aussendung eines
Laserstrahls und Detektion des reflektierten Teils des Laserstrahles erfasst. Die
Wiedergabevorrichtung 1 besitzt die Form eines In-Ohr-Kopfhörers bzw. Hörgeräts. Das
Gehäuse 2 ist vorzugsweise so ausgebildet, dass es vollständig oder zumindest teilweise
in den Gehörgang G des Ohres O des Benutzers B eingebracht werden kann. Der Anschluss
6 zur Verbindung mit einer Audiosignalquelle 5, der Verstärker 7, die Regelungseinrichtung
8 und der Schallwandler 4 sind im Gehäuse 2 angeordnet oder darin integriert. Die
Detektionseinrichtung 10 zur Detektion der Schwingung des Trommelfells T ist vom Gehäuse
2 getrennt angeordnet, aber mit der darin befindlichen Regelungseinrichtung 8 verbunden
(nicht dargestellt). Der für die Wiedergabe des Audiosignals vorgesehene zumindest
eine Lautsprecher 4 ist durch einen Lautsprecher 21 im Gehäuse 2 am Eingang des Gehörgangs
G gebildet.
[0039] Die Ausführungsform der Vorrichtung 1 zur Wiedergabe eines Audiosignals A (t, f)
gemäß Fig. 3B weist eine zweite Variante einer Detektionseinrichtung 10 zur Detektion
der Schwingung des Trommelfells T auf, welche durch ein Mikrophon 26 gebildet ist,
über das indirekt die Schwingung des Trommelfells T bzw. direkt der Schalldruck ermittelt
werden kann. Im Unterschied zur Ausführungsvariante gemäß Fig. 3A ist der Schallwandler
4 hier durch einen elektromechanischen Schallwandler 22 gebildet. Auch hier ist die
Detektionseinrichtung 10 zur Detektion der Schwingung des Trommelfells T vom Gehäuse
2 getrennt angeordnet, aber natürlich mit der darin befindlichen Regelungseinrichtung
8 verbunden (nicht dargestellt).
[0040] Schließlich zeigt Fig. 3c eine weitere Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
1 zur Wiedergabe eines Audiosignals mit einer dritten Variante einer Detektionseinrichtung
10 zur Detektion der Schwingung des Trommelfells T. Dabei kommt ein Hall-Sensor 27
zur Anwendung, wobei am Trommelfell T des Benutzers B magnetisierte Partikel aufgebracht
werden, deren Magnetfeld vom Hall-Sensor gemessen wird, wobei Bewegungen des Trommelfells
T als kleine Änderungen dieses Magnetfelds erfassbar sind. Die Detektionseinrichtung
10 zur Detektion der Schwingung des Trommelfells T ist am oder im Gehäuse 2 angeordnet
und mit der darin befindlichen Regelungseinrichtung 8 verbunden. Ebenfalls in Fig.
3c ist eine Variante für den Schallwandler 4 dargestellt, in der dieser als Miniaturlautsprecher
gemeinsam mit den weiteren wesentlichen Elementen im hier deutlich kleineren Gehäuse
2 vollständig im Gehörgang G untergebracht wird. Die Abdichtung durch elastische Dichtelemente
15, wie Dichtlippen, findet, in diesem Fall eines unsichtbaren Hörgeräts, tief im
Gehörgang G statt. Das Gehäuse 2 trägt auf seiner äußeren Seite hier das Mikrophon
18 und enthält die Durchgangsöffnung 3 mit dem Verschlusselement 9.
[0041] In Fig. 4 ist eine weitere Ausführungsform der Wiedergabevorrichtung 1 in Form eines
Kopfhörers mit einem Bügel 28 und zwei daran angeordneten Gehäusen 2 zur abdichtenden
Anordnung in jedem Ohr O des Benutzers B gezeigt. Am oder im Bügel 28 ist der Anschluss
6 zur Verbindung mit einer Audiosignalquelle 5 sowie die notwendigen Spannungsversorgungen
(nicht dargestellt) angeordnet. Die zumindest zwei Verstärker 7 und Regelungseinrichtungen
8 befinden sich entweder im Bügel 28 oder in den Gehäusen 2. Darüber hinaus kann am
Bügel 28 auch ein Mikrophon 23 zur Aufnahme von Umgebungsgeräuschen angeordnet werden.
An den Gehäusen 2 zur abdichtenden Anordnung in jedem Ohr O des Benutzers B sind gehörgangsseitig
die Detektionseinrichtungen 10 zur Detektion der Trommelfellschwingungen und umgebungsseitig
je ein Mikrophon als Audiosignalquellen 5 angeordnet. Die Schallwandler 4 sind auf
bereits beschriebene Art und Weise entweder in den Gehäusen 2 angeordnet oder mit
den Detektionseinrichtungen 10 verbunden. Auf diese Weise wird ein Kopfhörer geschaffen
der in Abhängigkeit der gemessenen Trommelfellschwingung die Verstärkung der Verstärker
7 regelt und die einstellbaren Verschlusselemente 9 in den Durchgangsöffnungen 3 der
beiden Gehäuse 2 entsprechend der aktuellen Hörsituation einstellt.
[0042] Die erfindungsgemäße Vorrichtung 1 zur Wiedergabe von Audiosignalen A (t, f) zeichnet
sich durch optimale Klang- und Phasentreue aus und ermöglicht so die bestmögliche
Wiedergabe des natürlichen Raumklangs. Damit werden Hörgeräte möglich, in denen die
Beeinträchtigung der Fähigkeit des räumlichen Hörens weitgehend vermieden werden kann.
[0043] Eine wesentliche Eigenschaft der erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 vor allem in Kombination
mit Schallwandlern, die auch bei sehr tiefen Frequenzen (<10Hz) noch wirksam sind,
ist die Beseitigung oder zumindest Minimierung von massiv störenden oben erwähnten
Okklusionseffekten. Diese kommen zustande, weil durch Kieferbewegungen oder durch
Bewegungen des abdichtend im Gehörgang G angeordneten Gehäuses 2 der Vorrichtung 1
das Volumen des dicht verschlossenen innenseitig des Gehäuses 2 angeordneten Teils
des Gehörgangs G verändert wird, was zu niederfrequenten Druckschwankungen führt,
die das Trommelfell T registriert. Wenn die Detektionseinrichtung 10 solche niederfrequenten
Auslenkungen des Trommelfells T erfasst, und auch der Schallwandler 4 in der Lage
ist, einen quasistatischen Gegendruck entsprechender Größe aufrechtzuerhalten, dann
wird die Klangregelung auch im Bereich der tiefsten Frequenzen wirksam und es können
selbst quasistatische Stördrücke kompensiert werden.
[0044] Ein weiterer Okklusionseffekt ist die unnatürlich verstärkt wahrgenommene eigene
Stimme sowie andere Körpergeräusche die zB beim Gehen per Knochenleitung über den
Kiefer zum Ohr O übertragen werden und auf Grund der hohen akustischen Impedanz des
verschlossenen Gehörgangs G ungewohnt laut wahrgenommen und vielleicht sogar durch
die Wiedergabevorrichtung 1 noch zusätzlich verstärkt werden. Um das zu verhindern
bzw. der Anregung des Trommelfells T durch Knochen- oder Knorpelschall entgegenzuwirken,
ist die Messung des Körperschalls durch einen oben genannten Beschleunigungssensor
24 z.B. am Gehäuse 2 zur abdichtenden Anordnung im Gehörgang G vorteilhaft. Dieses
Signal kann dann vom Sollwert des Audiosignals A (t, f) abgezogen werden, um die betroffenen
Geräusche für die Wahrnehmung zu dämpfen.
[0045] Wenn die Regelung direkt an der Bewegung des Trommelfells T ansetzt, können gleichzeitig
auch bestimmte Arten des Tinnitus aktiv unterdrückt werden, nämlich solche, die über
eine Fehlfunktion der äußeren Haarzellen tatsächlich vorhandene Schwingungen im Innenohr
anregen, die als otoakustische Emissionen das Trommelfell T in Bewegung setzen möchten.
[0046] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Wiedergabe von Audiosignalen erlaubt nicht nur
die Optimierung des wahrgenommenen Klanges unabhängig von der jeweiligen Hörsituation,
sondern ermöglicht zudem auch das rechnerische Akkumulieren aller potentiell schädigenden
Schallexpositionen, um die Lärmdosis bestimmen zu können, der ein Benutzer ausgesetzt
ist. Die so gewonnenen Daten liefern ein viel genaueres Bild von gehörschädigenden
Gewohnheiten, denn es ist die Kombination aus Einwirkungsdauer, Lautstärke und Erholungszeiten,
die zu bleibenden Schädigungen führt. Beim Erreichen einer schädigenden Dosis könnte
der Benutzer gewarnt oder die einstellbare Lautstärke selbstständig auf zulässige
Pegel begrenzt werden.
1. Vorrichtung (1) zur Wiedergabe eines Audiosignals (A(t, f)), mit zumindest einem Gehäuse
(2) zur abdichtenden Anordnung im Gehörgang (G) eines Ohres (O) eines Benutzers (B)
und mit zumindest einer Durchgangsöffnung (3) zur Verbindung des innerhalb des Gehäuses
(2) angeordneten Teils des Gehörganges (G) mit dem außenseitig des Gehäuses (2) angeordneten
Teil des Gehörganges (G) bzw. der Umgebung (U), mit zumindest einem Schallwandler
(4) zur Ausgabe des Audiosignals (A(t, f)), mit zumindest einem Anschluss (6) zur
Verbindung mit einer Audiosignalquelle (5), zumindest einem mit dem zumindest einen
Schallwandler (4) verbundenen Verstärker (7), und mit einer mit jedem Verstärker (7)
verbundenen Regelungseinrichtung (8) zur Regelung der Verstärkung (v(t, f)) des Audiosignals
(A(t, f)), dadurch gekennzeichnet, dass in jeder Durchgangsöffnung (3) ein einstellbares Verschlusselement (9) zum Verschließen
der Durchgangsöffnung (3) angeordnet ist, welches einstellbare Verschlusselement (9)
mit der Regelungseinrichtung (8) verbunden ist, und dass eine Detektionseinrichtung
(10) zur berührungslosen Detektion der Schwingung des Trommelfells (T) des Ohres (O)
vorgesehen ist, welche Detektionseinrichtung (10) mit der Regelungseinrichtung (8)
verbunden ist, sodass die Verstärkung (v(t, f)) des Audiosignals (A(t, f)) sowie der
Querschnitt der zumindest einen Durchgangsöffnung (3) in Abhängigkeit der detektierten
Schwingung des Trommelfells (T) regelbar ist.
2. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das einstellbare Verschlusselement (9) durch einen hydraulisch oder pneumatisch betätigten
Ballon (12), ein elektromechanisches Stellglied (13) oder dgl. gebildet ist.
3. Vorrichtung (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektionseinrichtung (10) durch ein Laser-Doppler-Interferometer (25), ein Mikrophon
(26) oder einen Hall-Sensor (27) oder dgl. gebildet ist.
4. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass jedes Gehäuse (2) zumindest teilweise elastisch ausgebildet ist oder mit einer elastischen
Umhüllung (14) oder einem Dichtungselement (15) umgeben ist.
5. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelungseinrichtung (8) mit einer Bedienungseinrichtung (16) verbunden ist.
6. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Regelungseinrichtung (8) mit einer Schnittstelle (17) verbunden ist.
7. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Audiosignalquelle (5) durch zumindest ein Mikrophon (18) oder durch ein Gerät
(19) zur Wiedergabe des Audiosignals (A(t, f)), beispielsweise ein Smartphone (20)
gebildet ist.
8. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Schallwandler (4) durch zumindest einen Lautsprecher (21) gebildet
ist.
9. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Schallwandler (4) durch zumindest einen elektromechanischen Wandler
(22) gebildet ist.
10. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest ein Mikrophon (23) zur Aufnahme von Umgebungsgeräuschen vorgesehen ist,
welches zumindest eine Mikrophon (23) mit der Regelungseinrichtung (8) verbunden ist.
11. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass ein Beschleunigungssensor (24) zur Messung der hauptsächlich durch die eigene Stimme
des Benutzers erzeugten Körperschallanteile vorgesehen ist, welcher Beschleunigungssensor
(24) beispielsweise zur Anlage an einer Innenwand des Gehörgangs (G) ausgebildet und
mit der Regelungseinrichtung (8) verbunden ist.
12. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Anschluss (6) zur Verbindung mit einer Audiosignalquelle (5),
jeder Verstärker (7), die Regelungseinrichtung (8) zur Regelung der Verstärkung (v(t,
f)) des Audiosignals (A(t, f)) in dem zumindest einen Gehäuse (2) zur Anordnung innerhalb
des Gehörganges (G) des Ohres (O) des Benutzers (B) angeordnet sind.
13. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Gehäuse (2) zur abdichtenden Anordnung in jedem Gehörgang (G) der Ohren (O)
eines Benutzers (B) vorgesehen sind, welche Gehäuse (2) über einen Bügel (28) miteinander
verbunden sind.
14. Vorrichtung (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Anschluss (6) zur Verbindung mit einer Audiosignalquelle (5),
jeder Verstärker (7), die Regelungseinrichtung (8) zur Regelung der Verstärkung (v(t,
f)) des Audiosignals (A(t, f)) im oder am Bügel (28) angeordnet sind.
15. Vorrichtung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest eine Anschluss (6) zur Verbindung mit der Audiosignalquelle (5) zur
drahtlosen Verbindung mit der Audiosignalquelle (5) ausgebildet ist.