[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erwärmen, insbesondere zum Garen von Gargut
im Garraum eines Gargerätes, wobei das Gargerät Mikrowellen zur dielektrischen Erwärmung
des Garguts in den Garraum aussendet und wobei das Gargut sich während des Garvorgangs
in einem Behälter befindet, der einen Behältermantel, einen Behälterboden und gegebenenfalls
einen Behälterdeckel umfasst.
[0002] Es ist bekannt, Gargut auf unterschiedlichste Weise zu garen. Klassische Verfahren
sind das Kochen und Braten in einem Topf auf einem Kochfeld und das Braten und Backen
in einer geeigneten Form (Glas, Keramik, Metall) in einem Backofen. Daneben hat sich
das Garen in einem Mikrowellengerät bewährt. Dort wird das Gargut einer hochfrequenten
Strahlung ausgesetzt, die Dipole im Gargut zu Schwingungen anregt und dadurch eine
Erwärmung des Garguts verursacht. Üblicherweise wird das Gargut im Garraum des Mikrowellengeräts
auf einem Teller platziert und durch eine Kunststoffschüssel abgedeckt. Alternativ
kommt mikrowellentaugliches Geschirr aus Glas oder Keramik zum Einsatz.
[0003] Der Erfindung stellt sich das Problem, ein weiteres Verfahren zum Garen von Gargut
unter Verwendung von Mikrowellen zu offenbaren, bei dem ein alternativer Garbehälter
verwendet wird.
[0004] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch ein Verfahren mit den Merkmalen des Patentanspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich
aus den nachfolgenden Unteransprüchen.
[0005] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile werden durch ein Verfahren erreicht,
bei dem das Gargerät Mikrowellen zur dielektrischen Erwärmung des Garguts in den Garraum
aussendet und bei dem das Gargut sich während des Garvorgangs in einem Behälter befindet,
der einen Behältermantel, einen Behälterboden und gegebenenfalls einen Behälterdeckel
umfasst. Es soll ein Behälter verwendet werden, bei dem wenigstens der Behältermantel
wenigstens überwiegend aus Eis gebildet ist, und bei dem der Behältermantel ein nicht
aus Eis bestehendes Volumen einschließt, in dem das Lebensmittel frei beweglich lagerbar
ist. Dadurch wird ein schonendes Garverfahren erreicht, bei dem eine Austrocknung
des Garguts vermieden wird. Außerdem eignet sich ein solches Verfahren sehr gut zu
Demonstrationszwecken, um die Möglichkeiten einer Erwärmung von Gargut mit Mikrowellen
aufzuzeigen.
[0006] Es ist insbesondere vorteilhaft, wenn der Behälterboden und/oder der Behälterdeckel
auch wenigstens überwiegend aus Eis gebildet sind. Hierdurch kann der Einsatz anderer
Werkstoffe unterbleiben.
[0007] Außerdem ist es vorteilhaft, wenn alle Bestandteile des Behälters wenigstens überwiegend
aus Eis gebildet sind, welches aus entsalztem oder salzfreien Wasser hergestellt wurde.
Dadurch wird gewährleistet, dass die Mikrowellen von dem Behälter nur sehr schlecht
absorbiert werden. Dies gilt insbesondere für Wellenbereiche oberhalb von 100 MHz.
Der Behälter ist dann für die verwendeten Mikrowellen "durchsichtig". Dies gilt nicht
für das im Behälter angeordnete Lebensmittel, da es neben Wasser auch noch Salze und
Eiweißverbindungen enthält. Diese werden von Mikrowellen mit Frequenzen oberhalb von
100 MHz gut angeregt, d. h., das Lebensmittel erwärmt sich, das Eis nicht.
[0008] In einer besonders vorteilheften Ausführungsform des Verfahrens wird während der
Abstrahlung von Mikrowellen deren Absorption durch das Gargut gemessen und eine Steuereinrichtung
stellt Parameter ein, bei denen eine hohe Absorption der in den Garraum eingestrahlten
Mikrowellenenergie durch das Gargut erfolgt. Auch dies trägt dazu bei, zu verhindern,
dass der Eisbehälter schmilzt, da die abgestrahlte Energie auf das Gargut konzentriert
wird. Dadurch kann es mit sehr geringer Leistung erwärmt werden. Es ist dann insbesondere
vorteilhaft, wenn mindestens zwei Abstrahleinrichtungen verwendet werden, mit denen
Mikrowellen in variablen Frequenzbereichen abstrahlbar sind, und die Steuereinrichtung
als Parameter mindestens die Frequenzen und Phasen der von den Abstrahleinrichtungen
abgestrahlten Mikrowellen einstellt. Hierdurch können innerhalb des Garraums gezielt
lokale Maxima und Minima der Absorption eingestellt werden. Dabei sollten Minima tendenziell
im Bereich der Wände des Behälters und ein Maximum tendenziell im Bereich des Garguts
liegen.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigt
- Figuren 1, 2
- verschiedene Formen von Kühleinrichtungen;
- Figur 3
- den Aufbau einer quaderförmigen Kühleinrichtung;
- Figur 4
- ein Gargerät zum Garen eines in einer Kühleinrichtung befindlichen Lebensmittels;
- Figur 5
- eine Schemaskizze eines Mikrowellengenerators.
[0010] Die Figuren 1 und 2 zeigen rein schematisch die Außenkanten von erfindungsgemäßen
Kühleinrichtungen 1 in Form von Eisbehältern 10. Es kann sowohl eine quaderförmige
als auch eine zylindrische Form gewählt werden. Die Form der Kühleinrichtung 1 definiert
einen Behältermantel 12, einen Behälterboden 17 und einen Behälterdeckel 18. In Figur
1 besitzt der Mantel 12 zwei Seitenwände 15 und 16, eine Vorderwand 13 und eine Rückwand
14. In Figur 2 ist er hohlzylindrisch aufgebaut. Sowohl der Behältermantel 12 als
auch der Behälterboden 17 und der Behälterdeckel 18 bestehen aus Eis, d. h. aus gefrorenem
Wasser. Dabei wird das Wasser in einem Prozess gefroren, bei dem möglichst wenig Lufteinschlüsse
entstehen. Möglichkeiten hierzu bestehen darin, dass das Wasser weitgehend entsalzt
wird. Außerdem kann der Gefrierprozess sehr langsam, d. h. mit einer Temperatur, die
nur geringfügig unter dem Gefrierpunkt von Wasser liegt, durchgeführt werden. Die
Verwendung von salzfreiem Wasser hat neben der Vermeidung von Luftblasen weitere Vorteile,
die an späterer Stelle beschrieben sind.
[0011] Der eigentliche Aufbau der Kühleinrichtung 1 mit einem darin befindlichen Lebensmittel
2 ist in Figur 3 am Beispiel eines quaderförmigen Eisbehälters 10 dargestellt. Es
ist erkennbar und vorteilhaft, dass der Behälter 10 relativ dicke Seitenwände 15 und
16 und einen ebenso dicken Behälterboden 17 und Behälterdeckel 18 besitzt. Auch die
in der Figur nicht sichtbare Vorderwand 13 und Rückwand 14 besitzen wenigstens annähernd
die gleiche Materialstärke d wie die vorgenannten Teile. Als geeignete Materialstärke
d hat sich eine Eisdicke von 1 bis 5cm, insbesondere 2 bis 4cm, vorteilhaft ca. 3cm
bewährt Der Behälterdeckel 18 kann gegebenenfalls dünner ausgebildet sein, um einen
einfacheren Zugang zum Lebensmittel 2 zu ermöglichen. Eine wesentliche Beschaffenheit
der Kühleinrichtung 1 besteht darin, dass sie in ihrem inneren ein Volumen V ausbildet,
welches frei von Eis ist und somit die Möglichkeit bietet, dass in ihm das Lebensmittel
2 frei beweglich lagerbar ist. Das gezeigte Volumen V besitzt in vorteilhafter Weise
eine Mindestabmessung D, die doppelt so groß ist wie die Materialstärke d der Behälterwände.
Im gezeigten Beispiel sind das 6 x 6 x 6cm.
[0012] Die gezeigte Kühleinrichtung 1 eignet sich bevorzugt zur Aufbewahrung und Lagerung
von Lebensmittel 2 wie Fisch, Fleisch oder Gemüse. Ein weiterer Vorteil der Kühleinrichtung
1 besteht darin, dass sie in einem Gargerät 3 mit Beheizung durch Mikrowellenenergie
auch als Garbehälter 11 zum Garen des darin befindlichen und zuvor gekühlten Lebensmittels
2 geeignet ist.
[0013] Anhand der folgenden Figuren 4 und 5 soll nun der Garprozess, das zur Durchführung
des Garprozesses geeignete Gargerät 3, und die physikalischen Vorgänge beim Garprozess
beschrieben werden. In der Figur 4 ist rein schematisch ein erfindungsgemäßes Gargerät
3 dargestellt. Das Gargerät 3 ist in Form eines Mikrowellengeräts 30 ausgebildet.
Es kann zusätzlich weitere thermische Heizquellen, beispielsweise eine Oberhitze,
eine Unterhitze, eine Umluftbeheizung und/oder einen Dampfgenerator besitzen (nicht
dargestellt). Diese sind zur Durchführung des erfindungsgemäßen Garprozesses jedoch
von keiner oder nur von nachrangiger Bedeutung. Das Gerät 3 besitzt ein Gehäuse 31,
in dem ein Garraum 32 angeordnet ist. Der Garraum kann 32 Einrichtungen zur Aufnahme
von Gargutträgern wie Traggitter 33, Bleche oder Schalen 34 (siehe Figur 5) besitzen.
Ein Bedienfeld 35 dient zur Einstellung von Programmen und zugehörigen Programmparametern
(Gardauer, Leistung ...). Es kann auch dazu ausgebildet sein, Automatikprogramme auszuwählen,
in denen dann die Art des Garguts (Hähnchen, Obstkuchen ...) und gegebenenfalls Zustandsparameter
(kross, medium ...) eingegeben werden. Der Garraum kann durch eine Tür 36 verschlossen
werden, die hier im geöffneten Zustand gezeigt ist. Die Tür 36 umfasst ein Sichtfenster
37, durch die ein Gargut 20 beobachtet werden kann. Des Weiteren besitzt das Gerät
1 einen Hochfrequenzerzeuger 38, der hier als Mikrowellengenerator 300 ausgebildet
ist und durch den gestrichelten Kreis angedeutet ist.
[0014] Figur 5 stellt den Aufbau des Mikrowellengenerators 300 näher dar. Außerdem ist hier
der Garraum 32 mit dem darin befindlichen Gargut 20 dargestellt. Als Gargut 20 wird
hier ein Lebensmittel 2 in Form eines Fischfilets 21 auf einem Gemüsebett 22 symbolisiert.
Dieses ist, wie bereits vorbeschrieben, in dem Eisbehälter 10 platziert ist. Der Eisbehälter
befindet sich auf einem Traggitter 33, eine darunter befindliche Schale 34 sorgt dafür,
dass das wenige während des Garprozesses entstehende Schmelzwasser aufgefangen werden
kann. Der Behälter 10, also die Kühleinrichtung 1 in Form des Eisbehälters 10 ist
hier aus einem topfförmigen Behälterteil 19 gebildet, der oben von einem Behälterdeckel
18 abgeschlossen ist. Die Abmessungen entsprechen in etwa denen des in Figur 3 dargestellten
Eisbehälters 10. Die dicke Eisschicht gewährleistet, dass das in dem Eisbehälter 10
befindliche Lebensmittel 2 beim Erwärmen nicht oder nur geringfügig das Eis anschmilzt.
[0015] In den Garraum 32 münden zwei Abstrahleinrichtungen 301, die hier als Antennen 310
ausgebildet sind. (Anmerkung: Grundsätzlich können mehr als zwei Antennen 310 und
entsprechend mehrere der nachfolgend beschriebenen Bauteile zur Erzeugung des elektromagnetischen
Felds im Garraum verwendet werden. Es können auch andere Abstrahleinrichtungen wie
Hohlleiter etc. eingesetzt werden, allerdings haben sich für die nachfolgend beschriebene
Art der Mikrowelleneinkopplung Antennenstrukturen bewährt). Zur Erzeugung der Mikrowellen
gibt es zwei Frequenzgeneratoren 311. Im Ausführungsbeispiel sind die elektromagnetischen
Wellen, die die Frequenzgeneratoren 311 erzeugen, auf ein Frequenzspektrum von 2,4
bis 2,5 GHz beschränkt. Natürlich können auch andere Frequenzen eingesetzt werden,
insbesondere Mikrowellen im Bereich um 915 MHz mit einem Frequenzspektrum von 902
MHz bis 928 MHz. Ein Phasenschieber 312 in einer der beiden Leitungen sorgt dafür,
dass die Phase eines Signals eingestellt werden kann und sich dadurch zwischen den
beiden abgestrahlten Signalen eine Phasendifferenz ΔΦ einstellt. Als Phasenschieber
312 wird hier ein I/Q-Modulator verwendet. (Anmerkung: In der Figur 5 sind in beiden
dargestellten Leitungszweigen Phasenschieber 312 gezeigt. Das ist der Tatsache geschuldet,
dass auch mehr als zwei Antennen 310 und die dazugehörigen Bauteile vorhanden sein
können. Bei n Antennen 310 werden jeweils n - 1 Phasenschieber 312 verwendet. Für
die nachfolgend beschriebenen Auswertungen kann eine Betrachtung der Phasen Φ
1 und Φ
2 für zwei Antennen 310 erfolgen. In der Praxis wird man jedoch bei zwei Antennen 310
nur die Phasendifferenz ΔΦ betrachten). Die von den Frequenzgeneratoren 311 erzeugten
Mikrowellen werden durch Vorverstärker 313 und Endstufen 314 auf eine Leistung verstärkt,
mit der das Gargut dielektrisch erhitzt werden kann. Die Frequenzgeneratoren 311 und
der Phasenschieber 312 werden von einer Gerätesteuerung 315 beeinflusst, so dass der
Strahlungsparameter Frequenz f in einem Spektrum von 2,4 bis 2,5 GHz (alternativ 902
MHz bis 928 MHz) und der Strahlungsparameter Phase bzw. Phasendifferenz ΔΦ von 0 bis
360° variiert werden kann. In beiden Leitungen sind bidirektionale Koppler 316 angeordnet,
die die über die Antennen 310 ausgestrahlten Mikrowellen (einlaufendes Signal) mit
den über die Antennen empfangenen Mikrowellen (rücklaufendes Signal) hinsichtlich
Betrag und Phase vergleichen. Hierzu ist jeweils ein I/Q-Demodulator erforderlich,
um auch die Phasenverschiebung von einlaufender und rücklaufender Welle zur Charakterisierung
der Sende- und Empfangsverhältnisse verwenden zu können. Das Vergleichsergebnis wird
an die Gerätesteuerung 315 weitergegeben.
[0016] Es gehören zu jeder Mikrowelle, die von einer Antenne 310 gesendet werden, eine Frequenz
f, eine Amplitude Ai und eine Phase Φ. Wie zuvor beschrieben, können diese Parameter
grundsätzlich variiert werden. Für jeden Parametersatz lässt sich aus den Vergleichsergebnissen
somit die Größe "Reflexion R im/am Garraum 32" berechnen. Was nicht reflektiert wird,
verbleibt im Garraum 32, wird also absorbiert. Somit ist auch die Absorption A bekannt.

[0017] Wie zuvor beschrieben lässt sich die Abhängigkeit von Φ
1 und Φ
2 auf die Abhängigkeit von ΔΦ reduzieren. Wählt man bei 2 Antennen zusätzlich f = f
1 = f
2 (gleiche Frequenz bei beiden Frequenzgeneratoren 311) und A = A
1 = A
2 gilt

[0018] Die Absorption elektromagnetischer Strahlung zeigt bei bestimmten Parametersätzen
für die gesendeten Mikrowellen lokale Maxima. Bei diesen Parametersätzen lässt sich
besonders viel Energie in den Garraum 32 einbringen, d. h., es wird besonders viel
Energie absorbiert. Die zugehörigen Zahlenwerte für die Parameter sind allerdings
nicht für den gesamten Erhitzungszeitraum konstant. Sie ändern sich, wenn sich z.B.
die Garraumtemperatur ändert oder wenn sich unterschiedlich geformtes oder unterschiedlich
schweres Gargut im Garraum befindet (Verstimmung des Resonators) oder wenn sich der
Garzustand des Garguts 20 ändert. Die Bestimmung dieser Parametersätze kann bei der
Erwärmung des Garguts 20 erfolgen, in einer vorteilhaften Ausführung des Verfahrens
werden sie allerdings in einer vorgeschalteten Messphase ermittelt, in der Mikrowellen
mit geringerer Leistung in den Garraum eingestrahlt werden. Dabei werden alle Frequenzen
und Phasenverschiebungen durchlaufen. In einer darauf anschließenden Erwärmungsphase
können von der Gerätesteuerung 315 gezielt Parameter eingestellt werden, die ein gewünschtes
Absorptionsverhalten aufweisen (Anmerkung: Das muss nicht immer eine maximale Absorption
sein, für ein schonendes Garen kann auch eine geringere Absorption eingestellt werden).
Messphasen und Erwärmungsphasen werden zyklisch wiederholt.
[0019] Grundlage des Erfindungsgedankens ist es nun, dass bei den in den Garraum 32 eingestrahlten
Mikrowellen die elektrische Feldstärkekomponente polare Moleküle anregt. Solche Moleküle
sind insbesondere bei dem in Lebensmitteln 1 enthaltenen Wasser, aber auch bei den
Eiweiß- und Salzmolekülen zu finden. Auf die Moleküle wirkt ein Drehmoment und sie
vollziehen eine Drehbewegung. Benachbarte Moleküle erfahren ebenfalls ein Drehmoment
und bewegen sich. Durch die Rotation erhöht sich die kinetische Energie der Moleküle
und somit die Temperatur. Eis besitzt aufgrund seiner kristallinen Struktur eine deutlich
geringere Bewegungsfähigkeit der Moleküle, diese werden insbesondere bei den genannten
Frequenzen von 2,45 GHz bzw. 915 MHz weitaus weniger angeregt (Anmerkung: Der Frequenzbereich,
in dem die Eismoleküle maximal angeregt werden, liegt bei Frequenzen unter 1 MHz).
Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn das Eis aus entsalztem Wasser gefroren ist.
Das Eis ist also durchsichtig für Mikrowellen. Der Grund, warum Eis in herkömmlichen
Mikrowellengeräten trotzdem schmilzt, ist der große Energieeintrag von 600 bis 800
Watt in den Garraum, bei dem das Lebensmittel partiell sehr stark erhitzt wird und
dadurch das Eis auch erwärmt. Bei dem vorbeschriebenen Mikrowellengerät kann aufgrund
der möglichen Anpassung der Parameter das elektrische Feld so eingestellt werden,
dass nur das in dem Eisbehälter 10 befindliche Gargut 20 Energie absorbiert, der Behälter
10 selbst aber nicht oder nur in ganz geringem Maß. Dabei absorbiert das Gargut 20
zwischen 100 und 250 Watt. Hierdurch ist ein wesentlich geringerer Energieaufwand
nötig. Die Folge ist, dass das Lebensmittel 2 schonend gegart wird und der Eisbehälter
10 nicht oder nur geringfügig schmilzt. Das gezeigte und vorbeschriebene Gargerät
3 kann also unter anderem gezielt zur Erwärmung von Lebensmitteln 1 eingesetzt werden,
welche sich wie in den Figuren 3 und 5 gezeigt in einem Eisbehälter 10 befinden. Dabei
wird erfindungsgemäß des vorbeschriebene Gargerät 3 bzw. das mit diesem Gargerät 3
durchführbare Verfahren eingesetzt. Es wird ein Programm gewählt, bei dem die Gerätesteuerung
315 Parameter einstellt, bei denen eine hohe Absorption der eingestrahlten Mikrowellenenergie
durch das Gargut 20 erfolgt.
Bezugszeichenliste
| 1 |
Kühleinrichtung |
315 |
Gerätesteuerung |
| 10 |
Behälter/Eisbehälter |
316 |
bidirektionaler Koppler (I/Q-Demodulator) |
| 11 |
Garbehälter |
|
|
| 12 |
Behältermantel |
|
|
| 13 |
Vorderwand |
|
|
| 14 |
Rückwand |
|
|
| 15 |
Seitenwand |
|
|
| 16 |
Seitenwand |
|
|
| 17 |
Behälterboden |
|
|
| 18 |
Behälterdeckel |
|
|
| 19 |
topfförmiges Behälterteil |
|
|
| d |
Materialstärke |
|
|
| 2 |
Lebensmittel |
|
|
| 20 |
Gargut |
|
|
| 21 |
Fischfilet |
|
|
| 22 |
Gemüsebett |
|
|
| V |
Volumen |
|
|
| D |
Mindestabmessung |
|
|
| 3 |
Gargerät |
|
|
| 30 |
Mikrowellengerät |
|
|
| 31 |
Gehäuse |
|
|
| 32 |
Garraum |
|
|
| 33 |
Traggitter |
|
|
| 34 |
Schale |
|
|
| 35 |
Bedienfeld |
|
|
| 36 |
Tür |
|
|
| 37 |
Sichtfenster |
|
|
| 38 |
Hochfrequenzerzeuger |
|
|
| 300 |
Mikrowellengenerator |
|
|
| 301 |
Abstrahleinrichtungen |
|
|
| 310 |
Antennen |
|
|
| 311 |
Frequenzgenerator |
|
|
| 312 |
Phasenschieber (I/Q-Modulator) |
|
|
| 313 |
Vorverstärker |
|
|
| 314 |
Endstufe |
|
|
1. Verfahren zum Erwärmen, insbesondere zum Garen von Gargut (20) im Garraum (32) eines
Gargerätes (3), wobei das Gargerät (3) Mikrowellen zur dielektrischen Erwärmung des
Garguts (20) in den Garraum (32) aussendet und wobei das Gargut (20) sich während
des Garvorgangs in einem Behälter (10) befindet, der einen Behältermantel (12), einen
Behälterboden (17) und gegebenenfalls einen Behälterdeckel (18) umfasst, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Behälters (10), bei dem wenigstens der Behältermantel (12) wenigstens
überwiegend aus Eis gebildet ist, und dass der Behältermantel (12) ein nicht aus Eis
bestehendes Volumen (V) einschließt, in dem das Lebensmittel (2) frei beweglich lagerbar
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Behälterboden (17) und/oder der Behälterdeckel (18) auch wenigstens überwiegend
aus Eis gebildet sind.
3. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Behältermantel (12) und der Behälterboden (17) und/oder der Behälterdeckel (18)wenigstens
überwiegend aus Eis gebildet sind, welches aus entsalztem oder salzfreien Wasser hergestellt
wurde.
4. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass während der Abstrahlung von Mikrowellen deren Absorption (A) durch das Gargut (20)
gemessen wird und dass eine Gerätesteuerung (315) Parameter einstellt, bei denen eine
hohe Absorption (A) der in den Garraum (32) eingestrahlten Mikrowellenenergie durch
das Gargut (20) erfolgt bei gleichzeitig geringer Absorption durch den Behälter 10.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens zwei Abstrahleinrichtungen (301) verwendet werden, mit denen Mikrowellen
in variablen Frequenzbereichen abstrahlbar sind, und dass die Steuereinrichtung (315)
als Parameter mindestens die Frequenzen (f) und Phasen (Φ) der von den Abstrahleinrichtungen
(301) abgestrahlten Mikrowellen einstellt.
6. Gargerät zum Erwärmen, insbesondere zum Garen von Gargut (20), wobei das Gargut (20)
sich während des Garvorgangs in einem Behälter (10) befindet, und wobei wenigstens
der Behältermantel (12) wenigstens überwiegend aus Eis gebildet ist, und der Behältermantel
(12) ein nicht aus Eis bestehendes Volumen (V) einschließt, in dem das Lebensmittel
(2) frei beweglich lagerbar ist,
geeignet und ausgebildet zur Durchführung des Verfahrens nach mindestens einem der
vorhergehenden Ansprüche.