Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Etikettenpresse zum Pressen abgelöster Etiketten.
Stand der Technik
[0002] Bei der Reinigung von Mehrwegbehältern im Zuge von deren Wiederverwendung werden
die auf den Behältern vorhandenen Etiketten in dafür vorgesehenen Behälter-Reinigungsmaschinen
von den Behältern abgetrennt. Dazu werden die Behälter in der Regel in ein flüssiges
Reinigungsmedium, insbesondere in ein Laugenbad oder in mehrere aufeinanderfolgende
Laugenbäder getaucht, um den Leim bzw. den Kleber und damit die Etiketten von den
Behältern abzulösen und mit dem Reinigungsmedium abzuspülen. Die abgelösten Etiketten
verbleiben dabei in dem Reinigungsmedium und müssen in einem weiteren Schritt von
diesem wieder getrennt bzw. abgeschieden werden, beispielsweise mittels einer Trenn-
oder Abscheidevorrichtung.
[0003] Für die nachfolgende Entsorgung oder Wiederverwertung des Etikettenmaterials ist
eine möglichst vollständige Entfernung der verbleibenden Rückstände an flüssigem Reinigungsmedium
bzw. eine möglichst weitgehende Trocknung der abgelösten und abgeschiedenen Etiketten
notwendig. Für diesen Zweck wurden bereits Etikettenpressen vorgeschlagen, mit denen
eine effektive Entfernung von Flüssigkeitsresten durch Pressen der abgetrennten und
abgeschiedenen Etiketten erfolgt. Derartige Etikettenpressen sind beispielsweise in
Form hydraulischer Etikettenpressen oder in Form von Schneckenetikettenpressen bekannt.
[0004] Die
DE 93 05 728 U1 gibt zum Beispiel eine Etikettenpresse an, die in einem durch ein langgestrecktes
Gehäuse gebildeten Pressraum eine Förder- oder Pressschnecke aufweist, wobei abgelöste
Etiketten über eine Einlassöffnung in den Pressraum eintreten und dort mittels der
Förder- oder Pressschnecke in einer Förderrichtung gefördert werden. Der Pressraum
verengt sich in Förderrichtung kegelförmig, so dass das geförderte Etikettenmaterial
in dem sich verjüngenden Pressraum gepresst und damit einhergehend Restflüssigkeit
ausgepresst wird, welche schließlich über einen Auslass abfließen kann, der in dem
Gehäuse im Bereich des kegelförmig verengten Pressraumes vorgesehen ist. Das gepresste
Etikettenmaterial verlässt als Strang bzw. Pressstrang den Pressraum über eine im
Gehäuse vorgesehene Austrittsöffnung.
[0005] Ein Problem ergibt sich bei der oberhalb beschriebenen Etikettenpresse, wenn beispielsweise
aufgrund einer Störung der vorgeschalteten Reinigungsmaschine bzw. Trenn- oder Abscheidevorrichtung
der Eintrag an Etiketten in den Pressraum stockt oder gänzlich unterbrochen ist, da
die Förder- oder Pressschnecke in solchen Fällen ohne Widerstand weiter rotiert, wodurch
es zu einer unerwünschten Hitzeentwicklung bzw. zu einem Heißlaufen der Förder- oder
Pressschnecke kommt. Dies führt nachteilig zu einem erhöhten Verschleiß und birgt
nicht zuletzt ein Sicherheitsrisiko beim Betrieb der Etikettenpresse. Daher besteht
trotz der aus dem Stand der Technik bekannten Lösungen ein Bedarf an verbesserten
Etikettenpressen.
Darstellung der Erfindung
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher eine Etikettenpresse zur Verfügung
zu stellen, die die Nachteile des Standes der Technik überwindet und die insbesondere
bei geringem Verschleiß und mit einer erhöhten Betriebssicherheit einen zuverlässigen
und stabilen Betrieb sicherstellt. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Etikettenpresse
gemäß unabhängigem Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Aspekte, Details und Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen, der Beschreibung sowie den
Zeichnungen.
[0007] Die vorliegende Erfindung stellt eine Etikettenpresse zum Pressen abgelöster, mit
flüssigem Medium behafteter Etiketten zur Verfügung. Die erfindungsgemäße Etikettenpresse
weist zumindest ein einen langgestreckten Förderraum bildendes Gehäuse auf, wobei
das Gehäuse zumindest eine Einlassöffnung und einen Gehäuseauslauf umfasst und wobei
sich der durch das Gehäuse gebildete Förderraum seiner Länge nach entlang einer Hauptachse
erstreckt. Ferner weist die Etikettenpresse wenigstens eine in dem Förderraum angeordnete,
antreibbare Förderschnecke und zumindest eine in einer Förderrichtung nach dem Gehäuseauslauf
angeordnete Austragseinrichtung für den Austrag gepresster Etiketten auf. Der wesentliche
Aspekt der vorliegenden Erfindung ist darin zu sehen, dass der Förderraum über seine
gesamte Länge einen im Wesentlichen gleichbleibenden Querschnitt aufweist und dass
ferner zumindest ein erstes Spaltsieb zur Abtrennung von flüssigem Medium vorgesehen
ist, wobei das Spaltsieb zwischen dem Gehäuseauslauf und der Austragseinrichtung angeordnet
ist.
[0008] Unter einem Förderraum mit im Wesentlichen gleichbleibendem Querschnitt wird vorliegend
verstanden, dass sich der Förderraum in Förderrichtung, insbesondere zum Gehäuseauslauf
hin weder verjüngt noch verengt bzw. dass sich sein Querschnitt nicht auf sonstige
Weise verkleinert oder verringert. Beispielsweise kann der Förderraum als zylinderförmiger
Raum ausgebildet sein, dessen kreisrunde Querschnittsfläche über die gesamte Länge
bis hin zum Gehäuseauslauf unverändert ist. Der Förderraum kann vorliegend auch als
Gehäuseinnenraum oder als Innenraum verstanden werden.
[0009] Die antreibbare Förderschnecke, unter welcher vorliegend auch eine Pressschnecke
bzw. ein Schneckenförderer zu verstehen ist, ist derart drehbar in dem Förderraum
angeordnet, dass eine Drehachse der Förderschnecke, welche auch als Schneckenachse
bezeichnet werden kann, achsgleich zu der in horizontaler Richtung orientierten Hauptachse
angeordnet ist und mit dieser zusammenfällt, wobei sowohl der Förderraum als auch
die Förderschnecke ihrer jeweiligen Länge nach in horizontaler Richtung orientiert
sind. Die rotierende Förderschnecke erstreckt sich vorzugsweise über die Länge des
Förderraumes, und zwar bevorzugt mindestens bis hin zum Gehäuseauslauf.
[0010] An den Gehäuseauslauf schließt sich ein Spaltsieb an, welches gemäß dem vorliegenden
Verständnis im Wesentlichen auch als eine trommelartige Siebtrommel oder ein Siebkorb
mit zylindrischer Form verstanden werden kann, wobei sich die Siebspalten beispielsweise
in Förderrichtung erstrecken und in Richtung der Hauptachse orientiert sind. Der von
dem Spaltsieb umschlossene Siebraum steht somit in Verbindung mit dem durch das Gehäuse
gebildeten Förderraum, so dass sich nach vorliegendem Verständnis ein durchgehender
Raum ergibt, der durch wenigstens den innerhalb des Gehäuses ausgebildeten Förderraum
und den Siebraum gebildet ist und der vorliegend auch als Förder- und Pressraum bezeichnet
werden kann.
[0011] Mit der vorliegenden Erfindung kann besonders vorteilhaft die Förderschnecke im Vergleich
zu den aus dem Stand der Technik bekannten Etikettenpressen verkürzt werden. Die abgelösten
Etiketten werden mittels der Förderschnecke ausschließlich in dem Raum mit gleichbleibendem
Querschnitt gefördert, so dass zudem ein Heißlaufen der Förderschnecke effektiv verhindert
wird. Ferner wird die Gefahr eines möglichen Festsetzens oder Verklemmens der Förderschnecke
minimiert, welche beispielsweise durch Fremd- oder Störstoffe, wie zum Beispiel Glasscherben
oder dergleichen in dem Fördergut bedingt sein kann, wenn die Förderschnecke in Bereiche
mit geringerem Querschnitt läuft. Ferner vorteilhaft kann sich bei der vorliegenden
Etikettenpresse die Förderschnecke ebenfalls ohne Gefahr des Heißlaufens auch bis
in den Siebraum hinein erstrecken. Aufgrund der zylindrischen Form des Siebraumes
kann auch hier eine zu hohe Reibung wirksam vermieden werden. In derartigen Ausführungsformen
kann die Funktionsweise der Förderschnecke zumindest im Bereich des Spaltsiebes mit
derjenigen eines Pressschneckenseparators verglichen werden.
[0012] Bevorzugt weist das Spaltsieb eine Siebabdeckung auf, wobei die Siebabdeckung beweglich
angeordnet und zumindest von einer ersten Position in wenigstens eine zweite Position
bewegbar ist. Die erste Position ist dabei beispielsweise eine geschlossene Position
und die zweite Position ist eine offene Position in der das Spaltsieb zugänglich ist.
Je nach Ausführungsform ist dabei in der offenen Position beispielsweise insbesondere
der von dem Spaltsieb umgebene Siebraum zugänglich, so dass mittels der Siebabdeckung
eine Reinigung des Spaltsiebes besonders vorteilhaft durchgeführt werden kann. Besondere
Vorteile ergeben sich dabei, wenn die Siebabdeckung in Form einer schwenkbaren Öffnungsklappe
ausgebildet ist, da dadurch ein besonders leichtes Öffnen ohne weitere technische
Hilfsmittel möglich ist.
[0013] Besonders vorteilhaft ist das Spaltsieb zumindest seitlich mit einer Verkleidung
bzw. mit Verkleidungswandungen oder mit einem Spritzschutz versehen, so dass mittels
der beweglich angeordneten Siebabdeckung ein optimaler Zugang an das Spaltsieb und/oder
in den Siebraum des Spaltsiebes ermöglicht wird. Ein sich im Spaltsieb bildender Pressstrang
gepresster Etiketten kann beispielsweise bei geöffneter Siebabdeckung bzw. Öffnungsklappe
durchtrennt und aus dem Siebraum entfernt werden um eine routinemäßige Reinigung des
Spaltsiebes oder entsprechende Wartungsarbeiten vorzunehmen. Auch Stör- oder Fremdstoffe
wie Glasscherben, Bügelverschlussteile oder dergleichen können mittels der Öffnungsklappe
aus dem Siebraum bzw. von dem Spaltsieb beseitigt werden.
[0014] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist die Austragseinrichtung
im Wesentlichen rohrförmig ausgebildet und erstreckt sich entlang einer Austragsachse,
wobei an einem freien Ende der Austragseinrichtung eine Austrittsöffnung für das Pressgut
vorgesehen ist. Besonders vorteilhaft schließt die Austragsachse mit der Hauptachse
und mit einer die Hauptachse aufnehmenden horizontalen Ebene einen stumpfen Winkel
im Bereich zwischen 120° und 150°, bevorzugt im Bereich zwischen 130° und 140° und
insbesondere bevorzugt einen stumpfen Winkel von rund 145° oder von rund 135° ein.
Damit weist die Austragseinrichtung ausgehend von der horizontalen Ausrichtung des
Förderraumes nach oben und ist im Wesentlichen vertikal geneigt, wobei die Austrittsöffnung
für die gepressten Etiketten bzw. für den Pressstrang auf einem höheren Niveau angeordnet
ist als ein an das Spaltsieb anschließender Einlaufabschnitt.
[0015] Bei einer derartigen, bevorzugten Ausführungsform der Austragseinrichtung wird das
Pressgut bzw. der Pressstrang für den Austrag über eine vorgegebene Steigung bewegt,
wobei der in dem ansteigenden Bereich der Austragseinrichtung befindliche Pressstrang
seiner Schwerkraft folgend nach unten und somit in Richtung des Einlaufabschnittes
drückt. Resultierend aus dieser mit der Masse des Pressstranges korrelierenden Schwerkraftwirkung
und aus der in der Austragseinrichtung auftretenden Reibungskraft entsteht ein entgegen
der Förderrichtung wirkender Gegendruck oder Staudruck. Im Gegenspiel dazu wirkt in
Förderrichtung ein Förderdruck, der durch die Förderbewegung der Förderschnecke erzeugt
wird. Der Förderdruck und der entgegengesetzt orientierte Gegendruck bewirken somit
die Presswirkung auf die transportierten Etiketten, nämlich auf das Förder- bzw. Pressgut,
wodurch im Spaltsieb die an den Etiketten anhaftende Flüssigkeit entfernt und die
Etiketten weitgehend getrocknet und gepresst werden.
[0016] In Abhängigkeit von der Steigung der Austragseinrichtung bzw. abhängig von dem zwischen
der horizontalen Hauptachse und der Austragsachse eingeschlossenen Winkel kann der
auf das Fördergut wirkende Gegendruck entgegen der Förderrichtung und damit einhergehend
die Presswirkung erhöht oder verringert werden. Denkbar sind daher auch Ausführungsformen,
in denen die Austragseinrichtung derart verstellbar mit dem Spaltsieb verbunden ist,
dass innerhalb eines vorgegebenen Bereiches unterschiedliche Steigungen der Austragseinrichtung
einstellbar sind, derart, dass die Austragsachse relativ zur Hauptachse verschwenkt
werden kann. Bevorzugt weist die Austragseinrichtung einen sich in Richtung zur Austrittsöffnung
hin erweiternden Querschnitt auf.
[0017] Um eine bessere Zugänglichkeit zu gewährleisten und um dadurch Reinigungs- und Wartungsvorgänge
bei der vorliegenden Etikettenpresse zu verbessern ergeben sich besondere Vorteile
dadurch, dass die Austragseinrichtung wenigstens zweiteilig ausgebildet ist und zumindest
ein Abdeckelement aufweist. Besonders bevorzugt umfasst die Austragseinrichtung dabei
einen im Wesentlichen wannenartigen Grundkörper mit einer Unterseite und einer offenen
Oberseite, wobei das Abdeckelement einen entfernbaren, die offene Oberseite des wannenartigen
Grundkörpers überdeckenden Deckel bildet und dazu im Bereich der offenen Oberseite
lösbar mit dem wannenartigen Grundkörper verbunden ist. Durch Entfernen des Abdeckelementes
können Verunreinigungen oder Störmaterialien wie Glasscherben oder dergleichen aus
der Austragseinrichtung entfernt werden. Auch ist es darüber möglich, bei eventuell
auftretenden Betriebsstörungen der Etikettenpresse den Pressstrang aus gepressten
Etiketten im Bereich der Austragseinrichtung manuell zu entfernen.
[0018] Der wannenartige Grundkörper der Austragseinrichtung ist beispielsweise in Form eines
im Wesentlichen U- oder C-förmigen Profils ausgebildet. Der wannenartige Grundkörper
umfasst dabei seitliche Wandabschnitte sowie einen an der Unterseite angeordneten
und die seitlichen Wandabschnitte verbindenden Bodenabschnitt. Zur Befestigung des
Abdeckelementes am Grundkörper sind geeignete Befestigungs- oder Verbindungsmittel
vorgesehen, wobei das Abdeckelement an seinen Längsseiten mit seitlichen Aufkantungen
versehen ist, welche mit den seitlichen Wandabschnitten des Grundkörpers überlappen
bzw. diese übergreifen und Überlappabschnitte ausbilden. Um das Abnehmen des Abdeckelementes
vom Grundkörper zu erleichtern ist das Abdeckelement ebenso bevorzugt mit einem oder
mehreren Griffstücken versehen.
[0019] Bevorzugt weist die Förderschnecke eine im Wesentlichen zylindrische Umfangsform
auf. Insbesondere bei ebenfalls zylinderförmiger Ausbildung des von dem Gehäuse gebildeten
Förderraumes ergeben sich Vorteile über die optimal aneinander angepassten Formen,
die schließlich zu einer größtmöglichen Förderkapazität bei geringstmöglichem Reibungsverlust
führen.
[0020] Zusätzliche Vorteile ergeben sich auch, wenn zumindest im Bereich des Spaltsiebs
eine Auffangwanne zum Auffangen von abgetrenntem flüssigem Medium vorgesehen ist.
Dadurch wird nicht nur eine Rückführung des Mediums beispielsweise in eine vorgeschaltete
Reinigungs- oder Waschanlage zur Wiederverwertung ermöglicht, sondern es kann auch
eine gegebenenfalls notwendige umweltgerechte Entsorgung gewährleistet werden. Vorteilhaft
kann auch Medium, das bereits aus dem Gehäuse über dort vorgesehene Auslassöffnungen
austritt, mit dem in der Auffangwanne gesammelten Medium für eine entsprechende gemeinsame
Rückführung oder Entsorgung vereinigt werden.
[0021] Vorteilhaft kann die Austragseinrichtung einen an das Spaltsieb anschließenden Einlaufabschnitt
aufweisen, wobei der Einlaufabschnitt zur zusätzlichen Abtrennung von Resten an flüssigem
Medium ausgebildet ist. Dazu weist der Einlaufabschnitt unterseitig beispielsweise
Durchbrechungen auf, die ein Abfließen von flüssigem Medium erlauben. Vorzugsweise
erstreckt sich in derartigen Ausführungsformen die Auffangwanne zusätzlich über den
Bereich des Einlaufabschnittes.
[0022] Alternativ oder additiv kann im Bereich des Einlaufabschnittes oder an einem Übergang
zwischen dem Spaltsieb und dem Einlaufabschnitt ein zweites Spaltsieb vorgesehen sein.
Vorteilhaft kann darüber eine nach der Hauptentwässerung erfolgende zusätzlich Nachentwässerung
sichergestellt werden.
[0023] Unter Verwendung der vorliegenden Etikettenpresse kann ein verbessertes, sicheres
Verfahren zum Pressen von Etiketten durchgeführt werden. Von Behältern abgelöste Etiketten
werden dazu aus einem Etikettenabscheider einer vorgeschalteten Behälter-Reinigungsmaschine
kommend mittels einer geeigneten Zuführung durch die Einlassöffnung im Gehäuse in
den Förderraum der Etikettenpresse eingebracht. In dem Förderraum werden die eingebrachten,
mit flüssigem Medium behafteten Etiketten mittels der dort drehbar angeordneten Förderschnecke
in Förderrichtung zum Gehäuseauslauf hin gefördert und durch diesen weiter in den
Siebraum des Spaltsiebes transportiert und anschließend durch die Austragseinrichtung
bewegt. Die Etiketten werden aufgrund der durch das Zusammenspiel von Förderdruck
und Gegendruck resultierenden Presswirkung mittels des Spaltsiebes entwässert und
gepresst. Die weitgehend trockenen, gepressten Etiketten verlassen schließlich die
Etikettenpresse als Pressstrang, und zwar an der Austrittsöffnung der Austragseinrichtung.
[0024] Weiterbildungen, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der Erfindung ergeben sich
auch aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen und aus den Figuren.
Dabei sind alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder
in beliebiger Kombination grundsätzlich Gegenstand der Erfindung, unabhängig von ihrer
Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
[0025] Die Erfindung soll nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Zeichnungen näher erläutert werden. Es zeigen
- Fig. 1
- ausschnittsweise schematisch dargestellt eine Ausführungsform einer Etikettenpresse
gemäß der vorliegenden Erfindung in seitlicher Ansicht;
- Fig. 2
- ausschnittsweise einen Vertikalschnitt entlang der Hauptachse einer Ausführungsform
der Etikettenpresse und
- Fig. 3
- einen Querschnitt senkrecht zur Austragsachse einer bevorzugten Ausführungsform im
Bereich der Austragseinrichtung.
Wege zur Ausführung der Erfindung
[0026] Die Figuren 1 und 2 zeigen jeweils eine Ausführungsform einer Etikettenpresse 1 zum
Pressen abgelöster, mit flüssigem Medium, insbesondere mit Reinigungsmedium, wie z.B.
Lauge behafteter Etiketten, die beispielsweise in einer vorgeschalteten Behälter-Reinigungsanlage
von wiederverwendbaren Behältern abgelöst und entfernt wurden und die anschließend
der Etikettenpresse 1 über eine geeignete Zuführung zugeführt werden. In Figur 1 ist
die Etikettenpresse 1 grob schematisch in einer seitlichen Ansicht und in Figur 2
in einem Vertikalschnitt entlang einer Hauptachse HA dargestellt.
[0027] Die Etikettenpresse 1 umfasst ein langgestrecktes Gehäuse 3, das einen langgestreckten,
im dargestellten Beispiel rohr- oder zylinderförmigen Förderraum 2 bildet, welcher
sich seiner Länge nach entlang einer horizontal orientierten Hauptachse HA der Etikettenpresse
1 erstreckt. Das Gehäuse 3 weist zumindest eine Einlassöffnung 4 zum Einbringen der
abgelösten Etiketten in den Förderraum 2 auf, wobei die Einlassöffnung 4 beispielsweise
mit einem Trichter 13 verbunden ist, in den die abgelösten Etiketten sowie gegebenenfalls
darin enthaltene weitere Fest- oder Fremdstoffe über eine nicht dargestellte Zuführung
aus einer vorgeschalteten Behälter-Reinigungsanlage eingebracht werden.
[0028] In dem rohr- oder zylinderförmigen Förderraum 2 ist eine mittels eines nicht dargestellten
Antriebs angetriebene Förderschnecke 5 angeordnet, welche die in den Förderraum 2
eingebrachten Etiketten sowie gegebenenfalls darin enthaltene weitere Fest- oder Fremdstoffe,
nämlich das Fördergut in einer Förderrichtung FR transportiert bzw. weiterbewegt und
zwar in Richtung eines am Gehäuse 3 ausgebildeten Gehäuseauslaufes 3.1. Der Förderraum
2 weist über seine gesamte Länge entlang der Hauptachse HA einen gleichbleibenden
Querschnitt auf, und zwar ohne Ausbildung einer Querschnittsverkleinerung bzw. Verjüngung
oder Verengung des Förderraumes 2 in Richtung des Gehäuseauslaufes 3.1.
[0029] Die im dargestellten Beispiel zylindrische Förderschnecke 5 mit zylindrischer Umfangsform
wird mittels des Antriebes um eine achsgleich zu der Hauptachse HA orientierte Drehachse
bzw. Schneckenachse gedreht und erstreckt sich ihrer Länge nach entlang der Hauptachse
HA durch den Förderraum 2 bis mindestens zum Gehäuseauslauf 3.1.
[0030] Im Bereich des Gehäuseauslaufes 3.1 wird das Fördergut weiterbewegt in Richtung zu
einer vorgesehenen Austragseinrichtung 6 für den Austrag gepresster Etiketten, nämlich
für den Austrag von Pressgut in Form eines Pressstranges. Bei der vorliegenden Etikettenpresse
1 ist zwischen dem Gehäuseauslauf 3.1 und der Austragseinrichtung 6 ein erstes Spaltsieb
7 zur Abtrennung von flüssigem Medium vorgesehen, welches im dargestellten Beispiel
in Form einer zylindrischen Siebtrommel ausgebildet ist und einen Siebraum umschließt,
der mit dem von dem Gehäuse 3 gebildeten Förderraum 2 in direkter Verbindung steht.
[0031] Die in den Förderraum 2 eingebrachten Etiketten werden somit mittels der Förderschnecke
5 in Förderrichtung FR durch den Förderraum 2 gefördert und durch den Gehäuseauslauf
3.1 in den Siebraum des daran anschließenden Spaltsiebes 7 sowie in die Austragseinrichtung
6 bewegt. Eine Presswirkung auf das Etikettenmaterial bzw. auf das Fördergut erfolgt
durch das Zusammenwirken aus einem in Förderrichtung FR wirkenden Förderdruck und
einem entgegen der Förderrichtung FR wirkenden Gegendruck, wobei der Förderdruck durch
die von der Förderschnecke 5 vermittelte Förderbewegung bewirkt wird und der Gegendruck
wiederum aus der im Bereich der Austragseinrichtung 6 auftretenden Reibung und der
Masse des auszutragenden Pressguts resultiert.
[0032] Aufgrund der Presswirkung wird in dem zwischen dem Gehäuseauslauf 3.1 und der Austragseinrichtung
6 angeordneten Spaltsieb 7 das an den Etiketten anhaftende flüssige Medium bzw. die
enthaltene Flüssigkeit abgepresst und entfernt, wobei zum Auffangen der austretenden
Flüssigkeit zumindest unterhalb des Spaltsiebes 7 eine Auffangwanne 11 vorgesehen
ist. Auch das Gehäuse 3 ist unterseitig mit Auslassöffnungen 14 ausgestattet, über
die ein Flüssigkeitsaustrag bereits aus dem durch das Gehäuse 3 gebildeten Förderraum
2 erfolgen kann. Über entsprechende, nicht dargestellte Leitungen oder Rohrverbindungselemente
kann die aus dem Gehäuse 3 austretende Flüssigkeit mit der in der Auffangwanne 11
gesammelten Flüssigkeit vereint und einer entsprechenden Rückführung oder Entsorgung
zugeführt werden.
[0033] Im dargestellten Beispiel der Figur 1 ist die Austragseinrichtung 6 im Wesentlichen
rohrförmig ausgebildet und schließt mit einem Einlaufabschnitt 6.1 an das Spaltsieb
7 an, wobei an einem freien Ende der Austragseinrichtung 6 eine Austrittsöffnung 8
für das Pressgut vorgesehen ist. Der Einlaufabschnitt 6.1 der Austragseinrichtung
6 ist zur Nachentwässerung ausgebildet und verfügt unterseitig über Durchbrechungen,
durch die flüssiges Medium austreten kann. Ein zusätzliches, zweites Spaltsieb kann
im Einlaufabschnitt 6.1 angeordnet sein, um eine effektive Nachentwässerung zu gewährleisten.
[0034] Die längliche Austragseinrichtung 6 erstreckt sich entlang einer Austragsachse AA,
die mit der Hauptachse HA und mit einer die Hauptachse HA aufnehmenden horizontalen
Ebene einen stumpfen Winkel α in einem Bereich zwischen 120° und 150°, im dargestellten
Beispiel einen stumpfen Winkel α von rund 145° einschließt. Damit ist die Austragseinrichtung
6 in einer geneigten Ausrichtung orientiert, wobei die Austrittsöffnung 8 für das
Pressgut auf einem höheren Niveau angeordnet ist als der Einlaufabschnitt 6.1. Bei
einer Ausführung der Austragseinrichtung 6 wie in Figur 1 dargestellt wird das Pressgut
bzw. der Pressstrang für den Austrag an der Austrittsöffnung 8 über eine vorgegebene
Steigung transportiert. In Abhängigkeit von dieser Steigung wird der auf das Fördergut
wirkende Gegendruck entgegen der Förderrichtung und damit einhergehend die Presswirkung
erhöht.
[0035] Um eine bessere Zugänglichkeit zu gewährleisten und um dadurch Reinigungs- und Wartungsvorgänge
bei der vorliegenden Etikettenpresse 1 zu verbessern, ist die Austragseinrichtung
6 des in Figur 1 dargestellten Beispiels wenigstens zweiteilig ausgebildet und weist
einen im Wesentlichen wannenartigen Grundkörper 12 mit einer Unterseite 12a und einer
offenen Oberseite 12b sowie ein lösbar mit dem wannenartigen Grundkörper 12 verbundenes
Abdeckelement 10 auf, welches einen die offene Oberseite 12b des wannenartigen Grundkörpers
12 überdeckenden Deckel bildet, der über geeignete Befestigungs- oder Verbindungsmittel
am Grundkörper befestigt und beispielsweise mit Hilfe eines Griffstückes 15 (siehe
Figur 3) entfernbar ist.
[0036] Figur 3 verdeutlicht anhand eines Querschnittes die mehrteilige Ausbildung der Austragseinrichtung
6. Der wannenartige Grundkörper 12 ist im Wesentlichen als U-förmiges Profil ausgebildet
und umfasst seitliche Wandabschnitte sowie einen an der Unterseite 12a angeordneten
und die seitlichen Wandabschnitte verbindenden Bodenabschnitt. Das Abdeckelement 10
ist an seinen Längsseiten mit seitlichen Aufkantungen versehen, welche mit den seitlichen
Wandabschnitten des Grundkörpers 12 überlappen bzw. diese übergreifen.
[0037] Durch Entfernen des Abdeckelementes 10 können Verunreinigungen oder Störmaterialien
wie Glasscherben oder dergleichen aus der Austragseinrichtung 6 beseitigt werden.
Auch ist es darüber möglich, bei eventuell auftretenden Betriebsstörungen der Etikettenpresse
1 den Pressstrang aus gepressten Etiketten im Bereich der Austragseinrichtung 6 ebenfalls
manuell zu entfernen, beispielsweise nach einem vorher erfolgten Durchtrennen des
Pressstranges im Einlaufabschnitt 6.1.
[0038] Ebenfalls für eine Verbesserung der Zugänglichkeit verfügt das Spaltsieb 7 des in
den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiels oberseitig über eine beweglich angeordnete
Siebabdeckung 9, die in Form einer schwenkbaren Öffnungsklappe ausgebildet ist. Mittels
der Öffnungsklappe kann beispielsweise Zugang in den Siebraum bzw. Zugang an das Spaltsieb
7 gewährt werden, um störende Verunreinigungen oder Störmaterialien wie Glasscherben
zu entfernen, z.B. aus dem Siebraum oder aus dem das Spaltsieb 7 umgebenden Raum.
Ebenfalls kann aufgrund der Siebabdeckung 9 der Zugang zu dem Spaltsieb 7 für dessen
routinemäßige Reinigung erleichtert werden. Insbesondere seitlich ist das Spaltsieb
7 vorzugsweise mit einer Verkleidung bzw. mit einem seitlichen Spritzschutz versehen.
Bezugszeichenliste
[0039]
- 1
- Etikettenpresse
- 2
- Förderraum
- 3
- Gehäuse
- 3.1
- Gehäuseauslauf
- 4
- Einlassöffnung
- 5
- Förderschnecke
- 6
- Austragseinrichtung
- 6.1
- Einlaufabschnitt
- 7
- Spaltsieb
- 8
- Austrittsöffnung
- 9
- Siebabdeckung
- 10
- Abdeckelement
- 11
- Auffangwanne
- 12
- Grundkörper
- 12a
- Unterseite
- 12b
- Oberseite
- 13
- Trichter
- 14
- Auslassöffnung
- 15
- Griffstück
- α
- Winkel
- AA
- Austragsachse
- HA
- Hauptachse
- FR
- Förderrichtung
1. Etikettenpresse (1) zum Pressen abgelöster, mit flüssigem Medium behafteter Etiketten
aufweisend zumindest ein einen langgestreckten Förderraum (2) bildendes Gehäuse (3),
wobei das Gehäuse (3) zumindest eine Einlassöffnung (4) und einen Gehäuseauslauf (3.1)
aufweist und wobei sich der durch das Gehäuse (3) gebildete Förderraum (2) seiner
Länge nach entlang einer Hauptachse (HA) erstreckt, wenigstens eine in dem Förderraum
(2) angeordnete, antreibbare Förderschnecke (5) und zumindest eine in einer Förderrichtung
(FR) hinter dem Gehäuseauslauf (3.1) angeordnete Austragseinrichtung (6) für den Austrag
gepresster Etiketten, dadurch gekennzeichnet, dass der Förderraum (2) über seine gesamte Länge einen gleichbleibenden Querschnitt aufweist
und dass ferner zumindest ein erstes Spaltsieb (7) zur Abtrennung von flüssigem Medium
vorgesehen ist, wobei das Spaltsieb (7) zwischen dem Gehäuseauslauf (3.1) und der
Austragseinrichtung (6) angeordnet ist.
2. Etikettenpresse (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Spaltsieb (7) eine Siebabdeckung (9) aufweist, wobei die Siebabdeckung (9) beweglich
angeordnet und zumindest von einer ersten, geschlossenen Position in wenigstens eine
zweite, offene Position bewegbar ist.
3. Etikettenpresse (1) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Siebabdeckung (9) in Form einer schwenkbaren Öffnungsklappe ausgebildet ist.
4. Etikettenpresse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Austragseinrichtung (6) im Wesentlichen rohrförmig ausgebildet ist und sich entlang
einer Austragsachse (AA) erstreckt, wobei an einem freien Ende der Austragseinrichtung
(6) eine Austrittsöffnung (8) für die gepressten Etiketten vorgesehen ist.
5. Etikettenpresse (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Austragsachse (AA) mit der Hauptachse (HA) einen stumpfen Winkel (o) im Bereich
zwischen 120° und 150° einschließt.
6. Etikettenpresse (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Austragsachse (AA) mit der Hauptachse (HA) einen stumpfen Winkel von rund 135°
einschließt.
7. Etikettenpresse (1) nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Austragseinrichtung (6) einen sich in Richtung zur Austrittsöffnung (8) hin erweiternden
Querschnitt aufweist.
8. Etikettenpresse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Austragseinrichtung (6) wenigstens zweiteilig ausgebildet ist und ein Abdeckelement
(10) aufweist.
9. Etikettenpresse (1) nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Austragseinrichtung (6) ferner einen im Wesentlichen wannenartigen Grundkörper
(12) mit einer Unterseite (12a) und einer offenen Oberseite (12b) umfasst, wobei das
Abdeckelement (10) einen entfernbaren, die offene Oberseite (12b) des wannenartigen
Grundkörpers (12) überdeckenden Deckel bildet und dazu im Bereich der offenen Oberseite
(12b) lösbar mit dem wannenartigen Grundkörper (12) verbunden ist.
10. Etikettenpresse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Förderschnecke (5) eine im Wesentlichen zylindrische Umfangsform aufweist.
11. Etikettenpresse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest im Bereich des Spaltsiebs (7) eine Auffangwanne (11) zum Auffangen von
abgetrenntem flüssigem Medium vorgesehen ist.
12. Etikettenpresse (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Austragseinrichtung (6) einen an das Spaltsieb (7) anschließenden Einlaufabschnitt
(6.1) aufweist, wobei der Einlaufabschnitt (6.1) zur zusätzlichen Abtrennung von Resten
an flüssigem Medium ausgebildet ist.
13. Etikettenpresse (1) nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Einlaufabschnittes (6.1) ein zweites Spaltsieb vorgesehen ist.