[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und eine
Vorrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 8.
[0002] Für die Etikettierung von Behältern ist es bekannt, ein Etikettenband, bei dem selbstklebende
Etiketten auf einem Trägerband in regelmäßigen Abständen zueinander angeordnet sind,
im Bereich der Behälter um eine Spendekante zu führen, sodass sich die Etiketten an
der Spendekante vom Trägerband ablösen und an die Behälter übergeben werden können.
Die Behälter werden zu diesem Zweck an einem Karussell oder entlang einer linearen
Förderstrecke einer Etikettiermaschine transportiert. Die Spendekante ist vorzugsweise
am freien Ende eines Auslegers angeordnet, der zur flexibleren Positionierung an den
Behältern schwenkbar ausgebildet sein kann, siehe beispielsweise
EP 2 157 020 A1.
[0003] Der Transport des Etikettenbands über die Spendekante erfolgt in der Regel durch
ein Zugwalzensystem, das das Trägerband stromabwärts der Spendekante aufwickelt. Durch
diverse Führungseinrichtungen für das Etikettenband stromaufwärts der Spendekante
wird im Etikettenband eine geeignete Spannung für den Vorschub des Etikettenbands
erzeugt. Gemäß
EP 2 464 571 A1 kann die Bandspannung stromaufwärts der Spendekante zudem von einem das Etikettenband
eingangsseitig abrollenden Antrieb eingestellt werden.
[0004] Zwischen der Vorratsrolle und der Spendekante ist vorzugsweise ein Schlaufenpuffer
für das Etikettenband vorhanden, der mittels Federspannung eine gewünschte Bandspannung
stromaufwärts der Spendekante erzeugt.
[0005] Die Vorschubposition des Etikettenbands lässt sich mittels Sensoren stromaufwärts
der Spendekante ermitteln, siehe beispielsweise
EP 1 216 151 A1 und
EP 1 663 791 B1. Auf diese Weise kann auch eine Referenz-Vorschubposition des Etikettenbands für
den Beginn des Etikettierungsvorgangs ermittelt werden. Das Etikettenband wird dann
vor der Etikettierung auf diese Referenz-Vorschubposition gefahren und verbleibt in
dieser Position bis zum Etikettierungsstart.
[0006] Die Referenz-Vorschubposition kann durch Abrollen des Etikettenbands von seiner Vorratsrolle
und Überwachung der Vorschubposition des Etikettenbands angefahren werden. Erreicht
das Etikettenband die vorgesehene Referenz-Vorschubposition wird der Vorschub des
Etikettenbands angehalten. Bis zum Erreichen der Referenz-Vorschubposition wird dann
allerdings wenigstens ein Etikett über die Spendekante geführt und dort von seinem
Trägerband zumindest teilweise abgelöst. Das Etikett muss dann entweder von Hand abgenommen
werden oder fällt an der Spendekante unkontrolliert ab.
[0007] Alternativ ist es auch möglich, die Referenz-Vorschubposition durch Zurückziehen
des Etikettenbands mittels eines separaten Walzensystems vorzunehmen, das unmittelbar
vor dem Spendearm bzw. der Spendekante angeordnet ist. Ein solches Walzensystem arbeitet
im Etikettierbetrieb als Schubwalzensystem und kann für das Anfahren der Referenz-Vorschubposition
in umgekehrter Richtung angetrieben werden.
[0008] Nachteilig dabei ist jedoch, dass derartige Schubwalzensysteme exakt auf die Dicke
und/oder das Material des zu transportierenden Etikettenbands eingestellt werden müssen.
Solche Transportsysteme eignen sich daher nur bedingt für eine flexible Etikettierung
mit unterschiedlichen Etikettenbändern.
[0009] Es besteht somit der Bedarf für verbesserte Verfahren zum Anfahren einer Referenz-Vorschubposition
von Etikettenbändern und für entsprechend verbesserte Vorrichtungen zum Etikettieren
von Behältern mittels Etikettenbändern.
[0010] Die gestellte Aufgabe wird mit einem Verfahren gemäß Anspruch 1 gelöst. Demnach dient
dieses zum Anfahren einer Referenz-Vorschubposition eines Etikettenbands bezüglich
einer Spendekante einer Behälteretikettiermaschine. Erfindungsgemäß wird das Etikettenband
zuerst durch Zurückwickeln auf seine Vorratsrolle über die Referenz-Vorschubposition
hinaus zurück gezogen und dann in normaler Vorschubrichtung bis zur Referenz-Vorschubposition
gefördert und insbesondere dort angehalten.
[0011] Insbesondere wird das Etikettenband über die Referenz-Vorschubposition hinaus zurück
gewickelt, die Bewegungsrichtung dann umgedreht und das Etikettenband schließlich
von einem auf Zug arbeitenden Walzensystem über die Spendekante gezogen, dabei in
Vorwärtsrichtung bis zur Referenz-Vorschubposition gefahren und dort angehalten.
[0012] Dadurch entfällt eine umständliche Handhabung von Etiketten an der Spendekante beim
Anfahren einer Referenz-Vorschubposition durch Abwickeln des Etikettenbands von seiner
Vorratsrolle. Zudem können Etikettenbänder unterschiedlicher Dicke und/oder mit unterschiedlichen
mechanischen Eigenschaften problemlos auf ihre Vorratsrollen zurückgewickelt werden,
um anschließend die Referenz-Vorschubposition unter Zug anzufahren. Insbesondere ist
für das Anfahren der Referenz-Vorschubposition kein aktiv angetriebenes Förderwalzensystem
zwischen der Vorratsrolle und der Spendekante erforderlich.
[0013] Vorzugsweise wird das Etikettenband zuerst aus einem zwischen der Vorratsrolle und
der Spendekante angeordneten Schlaufenpuffer bis zum Erreichen einer unteren Verstellgrenze
der Puffergröße durch das Zurückwickeln ausgespeichert und danach zwischen Schlaufenpuffer
und Spendekante durch weiteres Zurückwickeln zurückgezogen.
[0014] Nach Erreichen der Verstellgrenze weist die Förderstrecke zwischen der Vorratsrolle
und der Spendekante eine konstante Länge auf. Anders gesagt kann die Länge der Förderstrecke
beim Einstellen der Referenz-Vorschubposition nicht durch ungewollte Größenänderungen
des Schlaufenpuffers verstellt werden. An der unteren Verstellgrenze der Puffergröße
ist der Abstand zwischen der Vorratsrolle und der Spendekante konstruktionsbedingt
bekannt. Dies vereinfacht eine präzise Positionierung des.
[0015] Vorzugsweise wird die Ist-Vorschubposition des Etikettenbands sensorisch überwacht,
und das Fördern des zuvor über die Ist-Vorschubposition hinaus zurückgewickelten Etikettenbands
in normaler Vorschubrichtung wird automatisch beendet, sobald die Ist-Vorschubposition
für wenigstens ein Etikett des Etikettenbands mit der Referenz-Vorschubposition übereinstimmt.
Dadurch lässt sich die Referenz-Vorschubposition vollautomatisch und präzise anfahren.
[0016] Vorzugsweise wird die Ist-Vorschubposition dann zwischen Spendekante und Schlaufenpuffer
überwacht. Dies ermöglicht eine besonders präzise Bestimmung der Ist-Vorschubposition
und ein entsprechend präzises Anfahren der Referenz-Vorschubposition. Prinzipiell
wäre eine Alternative oder ergänzende sensorische Überwachung der Ist-Vorschubposition
auch zwischen Schlaufenpuffer und Vorratsrolle denkbar.
[0017] Vorzugsweise wird beim Ausspeichern wenigstens eine bewegliche Pufferwalze des Schlaufenpuffers
gegen eine elastische Vorspannung bis an eine Verstellgrenze verschoben und/oder verschwenkt.
Die elastische Vorspannung dient im Etikettierungsbetrieb dazu, eine vorgegebene Bandspannung
stromaufwärts der Spendekante herzustellen. Nach dem Verschieben und/oder Verschwenken
der Pufferwalze bis an die Verstellgrenze kann demnach eine höhere Bandspannung stromaufwärts
der Spendekante erzeugt werden, als dies im normalen Etikettierungsbetrieb mittels
der elastischen Vorspannung möglich wäre. Zudem ist die Länge des im Schlaufenpuffer
befindlichen Etikettenbands nach Erreichen der unteren Verstellgrenze konstant und
konstruktionsbedingt bekannt.
[0018] Vorzugsweise wird die Verstellbewegung der Pufferwalze im Bereich der Verstellgrenze
elastisch gedämpft. Darunter ist zu verstehen, dass das Anschlagen eines die Pufferwalze
tragenden Arms oder Schlittens an der Verstellgrenze elastisch gedämpft ist. Alternativ
kann die Pufferwalze elastisch verformbar sein, beispielsweise aus einem elastischen
Material bestehen, oder elastisch gelagert sein. Dadurch können abrupte Änderungen
der Bandspannung beim Erreichen der Verstellgrenze vermieden werden. Dies schont das
Etikettenband und begünstigt ein stetiges Zurückwickeln des Etikettenbands sowohl
vor als auch nach dem Erreichen der unteren Verstellgrenze.
[0019] Vorzugsweise ist die Referenz-Vorschubposition eine Start-Vorschubposition für eine
nachfolgende Etikettierung mit Hilfe des Etikettenbands, oder die Referenz-Vorschubposition
unterscheidet sich von der Start-Vorschubposition um eine vorgegebene Vorschubdifferenz,
die insbesondere ein ganzzahliges Vielfaches des Etikettenabstands auf dem Etikettenband
ist. Das heißt, nach Anfahren der Referenz-Vorschubposition lässt sich das Etikettenband
auf der Grundlage des prinzipiell bekannten Etikettenabstands in eine geeignete Start-Vorschubposition
durch erneutes Abrollen des Etikettenbands von der Vorwärtsrolle fahren.
[0020] Die gestellte Aufgabe wird ebenso mit einer Vorrichtung gemäß Anspruch 8 gelöst.
Demnach dient diese zum Etikettieren von Behältern mittels eines Etikettenbands und
umfasst: eine Spendekante zum Ablösen von Etiketten von einem Trägerband; ein stromabwärts
der Spendekante angeordnetes Walzensystem zum Fördern des Etikettenbands beim Etikettieren;
und eine stromaufwärts der Spendekante angeordnete Vollratsrolle für das Etikettenband.
Erfindungsgemäß lässt sich die Antriebsrichtung der Vorratsrolle zum Zurückwickeln
des Etikettenbands wenigstens bis in eine Referenz-Vorschubposition elektrisch gesteuert
umkehren. Insbesondere ist eine Steuerung zum Ansteuern des Antriebs der Vorratsrolle
vorhanden, so dass diese das Etikettenband über eine Referenz-Vorschubposition hinaus
auf die Vorratsrolle zurückwickelt, und zum Ansteuern des Walzensystems derart, dass
es das Etikettenband anschließend in normaler Vorschubrichtung bis zur Referenz-Vorschubposition
zieht. Das Walzensystem wird dann vorzugsweise bei Erreichen der Referenz-Vorschubposition
angehalten.
[0021] Somit sind für den normalen Bandtransport bei der Etikettierung und für das Anfahren
der Referenz-Vorschubposition lediglich das bei der Etikettierung auf Zug arbeitende
Walzensystem und die beim Zurückwickeln über die Referenz-Vorschubposition hinaus
auf Zug arbeitende Vorratsrolle nötig. Insbesondere sind zusätzliche auf Schub arbeitende
Walzensysteme entbehrlich.
[0022] Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung ferner einen zwischen Spendekante und Vorratsrolle
angeordneten Schlaufenpuffer zum aufrechterhalten einer vorgegebenen Bandspannung
beim Vorschub des Etikettenbands während der Etikettierung. Der Schlaufenpuffer kann
Schwankungen in der Bandspannung und/oder Änderungen der Abrollgeschwindigkeit der
Vorratsrolle im Etikettierungsbetrieb ausgleichen.
[0023] Vorzugsweise umfasst der Schlaufenpuffer einen elastisch vorgespannten Verstellmechanismus
zum Etikettenband spannenden Verschieben und/oder Verschwenken einer Pufferwalze sowie
eine untere Verstellgrenze der Puffergröße. Der Schlaufenpuffer arbeitet dann im normalen
Etikettierungsbetrieb im Wesentlichen passiv, indem er dem Bandtransport eine vorgegebene
elastische Vorspannung entgegenbringt, beispielsweise mit Hilfe einer Federkraft.
[0024] Durch Erhöhen der Bandspannung lässt sich die Pufferwalze dann gegen die untere Verstellgrenze
der Puffergröße fahren, um beim anschließenden Anfahren der Referenz-Vorschubposition
zum Einen eine höhere Bandspannung erzeugen zu können und zum Anderen nachfolgende
Veränderungen der Puffergröße beim Zurückwickeln des Etikettenbands zu verhindern.
Somit kann ein einfacher Mechanismus zur exakten Positionierung des Etikettenbands
an der Referenz-Vorschubposition bereitgestellt werden.
[0025] Vorzugsweise sind der Verstellmechanismus und/oder die untere Verstellgrenze gegenseitig
elastisch gedämpft. Beispielsweise sind an dem Verstellmechanismus und/oder an der
Verstellgrenze elastische Kissen, Federn oder dergleichen vorhanden. Der Verstellmechanismus
ist beispielsweise ein Schwenkarm und/oder ein Schlitten, auf dem sich die Pufferwalze
zur Veränderung der Puffergröße entlang einer gekrümmten oder geradlinigen Bahn im
Wesentlichen senkrecht zur Drehachse der Pufferwalze bewegen lässt. Ergänzend oder
alternativ kann die Pufferwalze einen radial elastischen Mantel aufweisen und/oder
eine radial elastische Lagerung.
[0026] Vorzugsweise ist die Pufferwalze nur so stark elastisch vorgespannt, dass sich der
Schlaufenpuffer beim Zurückwickeln des Etikettenbands auf die Vorratsrolle zuerst
bis zur unteren Verstellgrenze der Puffergröße verkleinert und danach das Etikettenband
zwischen Spendekante und Schlaufenpuffer zurückgezogen wird. Dadurch lässt sich das
Zurückwickeln einfacher steuern. Es ist jedoch ebenso denkbar, dass das Etikettenband
zwischen Spendekante und Schlaufenpuffer bereits während der Verkleinerung des Schlaufenpuffers,
also vor dem Erreichen der unteren Verstellgrenze, zurückgezogen wird.
[0027] Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung ferner einen insbesondere zwischen dem Schlaufenpuffer
und der Spendekante angeordneten Vorschubsensor zur Überwachung einer Ist-Vorschubposition
des Etikettenbands. Dort lässt sich die Ist-Vorschubposition besonders exakt bestimmen.
Prinzipiell wäre jedoch auch ein Vorschubsensor zwischen Schlaufenpuffer und Vorratsrolle
denkbar.
[0028] Vorzugsweise umfasst die Vorrichtung ferner eine Steuerung zum Vergleich der Ist-Vorschubposition
mit der Referenz-Vorschubposition und zum Steuern des in normaler Vorschubrichtung
fördernden Walzensystems derart, dass dieses angehalten wird, wenn die Ist-Vorschubposition
für wenigstens ein Etikett des Etikettenbands mit der Referenz-Vorschubposition übereinstimmt
oder sich von dieser um ein ganzzahliges Vielfaches des Etikettenabstands auf dem
Etikettenband unterscheidet.
[0029] Dadurch wird eine vollautomatische Positionierung des Etikettenbands an der Referenz-Vorschubposition
ermöglicht. Anschließend kann die Steuerung das Etikettenband ausgehend von der Referenz-Vorschubposition
an eine geeignete Start-Vorschubposition für eine anschließende Etikettierung von
Behältern fahren.
[0030] Die gestellte Aufgabe wird ebenso mit einer Behälteretikettiermaschine gelöst, die
ein kontinuierlich drehbares Karussell zum Transport der Behälter und die Vorrichtung
gemäß wenigstens einer der voranstehend beschriebenen Ausführungsformen umfasst.
[0031] Eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung ist zeichnerisch dargestellt. Die einzige
Figur zeigt eine schematische Draufsicht auf ein entsprechendes Etikettieraggregat.
[0032] Die einzige Figur zeigt ein Etikettieraggregat 1 zum Etikettieren von Behältern 2
mit einem Etikettenband 3. Das Etikettieraggregat 1 umfasst zu diesem Zweck wenigstens
eine Vorratsrolle 4 für das Etikettenband 3 und eine am freien Ende eines Auslegers
5 angeordnete Spendekante 6, an der auf dem Etikettenband 3 vorhandene (und nur im
Bereich des Auslegers 5 dargestellte) Etiketten 3a abgelöst und an die Behälter 2
übergeben werden.
[0033] Stromabwärts der Spendekante 6 ist ein Walzensystem 7 zum Ziehen des Etikettenbands
3 in normaler Vorschubrichtung 17 um die Spendekante 6 ausgebildet. Das Trägerband
3b des Etikettenbands 3 läuft somit unter Zug durch das Walzensystem 7 und wird dahinter
auf bekannte Weise zur Entsorgung aufgewickelt.
[0034] Zwischen der Vorratsrolle 4 und der Spendekante 6 ist ein Schlaufenpuffer 8 angeordnet
und zwischen dem Schlaufenpuffer 8 und der Spendekante 6 ein Vorschubsensor 9 zur
Überwachung einer Ist-Vorschubposition VPI des Etikettenbands 3 bezüglich der Spendekante
6.
[0035] Der Vorschubsensor 9 ist beispielsweise ein Ultraschallsensor, ein optischer Kontrastsensor,
ein optischer Druckmarkensensor, eine Zeilenkamera oder dergleichen. Der Vorschubsensors
9 erkennt die Ist-Vorschubposition VPI einzelner Etiketten 3a beispielsweise anhand
von auf dem Etikettenband 3 vorhandener separater Druckmarken und/oder am Aufdruck
der Etiketten 3a.
[0036] Der Schlaufenpuffer 8 umfasst wenigstens eine bewegliche Pufferwalze 10 und eine
untere Verstellgrenze 11 der Puffergröße, beispielsweise in Form eines mechanischen
Anschlags. Im normalen Etikettierungsbetrieb kann die Puffergröße mittels eines Verstellmechanismus
12 durch Verschwenken und/oder Verschieben der beweglichen Pufferwalze 10 gegen eine
elastische Vorspannung 13 verändert werden, ohne dabei an der unteren Verstellgrenze
11 anzuschlagen. Mit Hilfe der Vorspannung 13 sowie gegebenenfalls am Etikettieraggregat
1 vorhandener Führungseinrichtungen 14 für das Etikettenband 3 kann zwischen der Vorratsrolle
4 und der Spendekante 6 eine für den normalen Etikettierungsbetrieb geeignete Bandspannung
im Etikettenband 3 erzeugt werden.
[0037] An der unteren Verstellgrenze 11 und/oder am Verstellmechanismus 12 ist vorzugsweise
eine Anschlagdämpfung 15 für den Anschlag bei minimaler Puffergröße ausgebildet, um
ruckartige Spannungsspitzen im Etikettenband 3 zu vermeiden.
[0038] Der Verstellmechanismus 12 umfasst beispielsweise einen Schwenkarm 12a zum Verschwenken
der Pufferwalze 10 (dargestellt) oder einen Linearschlitten zum Verschieben der Pufferwalze
10 (nicht dargestellt) jeweils bis zur unteren Verstellgrenze 11.
[0039] Die Vorratsrolle 4 wird von einem elektrisch steuerbaren Antrieb 16 zum kontrollierten
Abrollen des Etikettenbands 3 von der Vorratsrolle 4 in normaler Vorschubrichtung
17 angetrieben. Das Walzensystem 7, der Antrieb 16 der Vorratsrolle 4 und der Vorschubsensor
9 sind elektronisch mit einer Steuerung 18 verbunden.
[0040] Die Steuerung 18 kann die Vorschubrichtung 17 zum Zurückwickeln des Etikettenbands
3 auf seine Vorratsrolle 4 gezielt umkehren und das Etikettenband 3 in Abhängigkeit
von einem Messergebnis des Vorschubsensors 9, insbesondere von der gemessenen Ist-Vorschubposition
VPI des Etikettenbands 3, anhalten.
[0041] Zu diesem Zweck ist eine Referenz-Vorschubposition VPR in der Steuerung 18 elektronisch
abgelegt, mit der die Ist-Vorschubposition VPI beim Zurückwickeln des Etikettenbands
3 auf seine Vorratsrolle 4 verglichen wird.
[0042] Die Referenz-Vorschubposition VPR kann prinzipiell identisch sein mit einer Start-Vorschubposition
VPS des Etikettenbands 3 zur nachfolgenden Etikettierung der Behälter 2. Vorzugsweise
unterscheidet sich die Referenz-Vorschubposition VPR von der Start-Vorschubposition
VPS um ganzzahliges Vielfaches des Etikettenabstands EA der Etiketten 3a voneinander.
[0043] Im normalen Etikettierungsbetrieb kann der Antrieb 16 der Vorratsrolle 4 von der
Steuerung 18 so geregelt werden, dass der Antrieb 16 das Herstellen einer geeigneten
Bandspannung stromaufwärts der Spendekante 6 bremsend unterstützt.
[0044] In der Figur ist zudem ein Karussell 19 für den Behältertransport zur Spendekante
6 anhand eines Teilkreises schematisch angedeutet. Das Etikettieraggregat 1 und das
Karussell 19 sind dann auf an sich bekannte Weise Bestandteile einer Behälteretikettiermaschine
20.
[0045] Eine Überwachung der Ist-Vorschubposition VPI wäre ergänzend oder alternativ auch
im Bereich stromaufwärts des Schlaufenpuffers 8 denkbar. Besonders präzise ist jedoch
eine Überwachung der Ist-Vorschubposition VPI im Bereich des Auslegers 5.
[0046] Mit dem Etikettieraggregat 1 lässt sich beispielsweise wie folgt arbeiten.
[0047] Die Referenz-Vorschubposition VPR des Etikettenbands 3 ist prinzipiell vor dem Start
einer Etikettierung der Behälter 2 anzufahren. Zu diesem Zweck wird die normale Vorschubrichtung
17 des Etikettenbands 3 umgekehrt und das Etikettenband 3 wieder auf seine Vorratsrolle
4 zurückgewickelt.
[0048] Mit dem Vorschubsensor 9 wird die Ist-Vorschubposition VPI des Etikettenbands 3 beispielsweise
anhand von Druckmarken auf dem Etikettenband 3 und/oder der Lage einzelner Etiketten
3a auf dem Etikettenband 3 überwacht und an die Steuerung 18 übermittelt.
[0049] Das Zurückwickeln des Etikettenbands 3 bewirkt eine Stellbewegung der beweglichen
Pufferwalze 10 in Richtung auf die untere Verstellgrenze 11, bis der Schwenkarm 12a
oder ein funktional vergleichbarer Linearschlitten an der Verstellgrenze 11 vorzugsweise
gedämpft anschlägt.
[0050] Der Schlaufenpuffer 8 hat dann seine untere Verstellgrenze 11 und somit seine kleinste
Puffergröße erreicht. Der Abstand zwischen der Vorratsrolle 4 und der Spendekante
6 ist dann minimal und bleibt beim weiteren Zurückwickeln des Etikettenbands 3 auf
seine Vorratsrolle 4 konstant. Ferner kann die Bandspannung beim Zurückwickeln über
die Vorspannung 13 hinaus erhöht werden für ein zuverlässiges Zurückwickeln des Etikettenbands
3 über die Referenz-Vorschubposition VPR hinaus und für ein anschließendes präzises
Abwickeln des Etikettenbands 3 bis zur Referenz-Vorschubposition VPR.
[0051] Die Ist-Vorschubposition VPI wird von der Steuerung 18 laufend mit einer vorgegebenen
Referenz-Vorschubposition VPR verglichen. Das Zurückwickeln des Etikettenbands 3 auf
seine Vorratsrolle 4 wird von der Steuerung 18 unterbrochen, sobald die Ist-Vorschubposition
VPI auf geeignete Weise stromaufwärts der vorgegebenen Referenz-Vorschubposition VPR
liegt.
[0052] Anschließend wird wieder auf die normale Vorschubrichtung 17 gewechselt. Das dadurch
bewirkte erneute Abwickeln des Etikettenbands 3 von seiner Vorratsrolle 4 wird von
der Steuerung 18 unterbrochen, sobald die Ist-Vorschubposition VPI identisch mit der
vorgegebenen Referenz-Vorschubposition VPR ist.
[0053] Zu diesem Zweck wird das Walzensystem 7 aktiv angetrieben, um das Etikettenwand 3
ausgehend von der Referenz-Vorschubposition VPR in eine Start-Vorschubposition VPS
bezüglich der Spendekante 6 zu ziehen.
[0054] Hierbei wird im Etikettenband 3 stromabwärts der Spendekante 6 sowie zwischen Schlaufenpuffer
8 und Spendekante 6 eine geeignete Bandspannung erzeugt, sodass die Start-Vorschubposition
VPS ausgehend von der Referenz-Vorschubposition VPR exakt angefahren werden kann.
Prinzipiell könnte die Referenz-Vorschubposition VPR auch mit der Start-Vorschubposition
VPS identisch sein.
[0055] Durch Antrieb der Vorratsrolle 4 in normaler Vorschubrichtung 17 kann der Schlaufenpuffer
8 ausgehend von der unteren Verstellgrenze 11 mit Hilfe der elastischen Vorspannung
13 wieder in eine geeignete Arbeitsposition zurückgefahren werden, so dass ausgehend
davon sowohl Pufferverkleinerungen als auch Puffervergrößerungen möglich sind.
[0056] Das Etikettieraggregat 1 ist dann betriebsbereit und kann für die anschließende Etikettierung
der Behälter 2 mit den Etiketten 3a durch geeignete Steuerung des Walzensystems 7
und der Vorratsrolle 4 unter Synchronisation mit dem Karussell 19 auf an sich bekannte
Weise in Betrieb genommen werden.
[0057] Die Begriffe "stromabwärts" und "stromaufwärts" beziehen sich durchweg auf die normale
Vorschubrichtung 17 des laufenden Etikettierungsbetriebs.
1. Verfahren zum Anfahren einer Referenz-Vorschubposition (VPR) eines Etikettenbands
(3) bezüglich einer Spendekante (6) einer Behälteretikettiermaschine (20), dadurch gekennzeichnet, dass das Etikettenband (3) durch Zurückwickeln auf seine Vorratsrolle (4) über die Referenz-Vorschubposition
(VPR) hinaus zurück gezogen und dann in normaler Vorschubrichtung (17) bis zur Referenz-Vorschubposition
(VPR) gefördert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei das Etikettenband (3) zuerst aus einem zwischen Vorratsrolle
(4) und Spendekante (6) angeordneten Schlaufenpuffer (8) bis zum Erreichen einer unteren
Verstellgrenze (11) der Puffergröße ausgespeichert und danach zwischen Schlaufenpuffer
(8) und Spendekante (6) zurückgezogen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei eine Ist-Vorschubposition (VPI) des Etikettenbands
(3) sensorisch überwacht wird und das Fördern des über die Ist-Vorschubposition (VPR)
hinaus zurückgewickelten Etikettenbands (3) in normaler Vorschubrichtung (17) automatisch
unterbrochen wird, sobald die Ist-Vorschubposition (VPI) für wenigstens ein Etikett
(3a) des Etikettenbands (3) mit der Referenz-Vorschubposition (VPR) übereinstimmt.
4. Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Ist-Vorschubposition (VPI) sensorisch zwischen
Spendekante (6) und Schlaufenpuffer (8) überwacht wird.
5. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei beim Ausspeichern wenigstens eine
Pufferwalze (10) des Schlaufenpuffers (8) gegen eine elastische Vorspannung (13) bis
an eine Verstellgrenze (11) verschoben und/oder verschwenkt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Verstellbewegung der Pufferwalze (10) an der
Verstellgrenze (11) elastisch gedämpft wird.
7. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei die Referenz-Vorschubposition (VPR)
eine Start-Vorschubposition (VPS) für die Etikettierung ist oder sich von dieser um
eine vorgegebene Vorschubdifferenz unterscheidet, die insbesondere ein ganzzahliges
Vielfaches des Etikettenabstands (EA) auf dem Etikettenband (3) ist.
8. Vorrichtung zum Etikettieren von Behältern (2) mittels eines Etikettenbands (3), umfassend:
eine Spendekante (6) zum Ablösen von Etiketten (3b) von einem Trägerband (3b) des
Etikettenbands (3), ein stromabwärts der Spendekante (6) angeordnetes Walzensystem
(7) zum Fördern des Etikettenbands (3) in normaler Vorschubrichtung (17); und eine
stromaufwärts der Spendekante (6) angeordnete Vorratsrolle (4) für das Etikettenband
(3) mit einem Antrieb (16), gekennzeichnet durch eine Steuerung (18) zum Ansteuern des Antriebs (16) derart, dass das Etikettenband
(3) über einer Referenz-Vorschubposition (VPR) hinaus auf die Vorratsrolle (4) zurückgewickelt
wird, und zum Ansteuern des Walzensystems (7) derart, dass es das Etikettenband (3)
anschließend in der normalen Vorschubrichtung (17) bis zur Referenz-Vorschubposition
(VPR) zieht.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, ferner mit einem einen zwischen Spendekante (6) und Vorratsrolle
(4) angeordneten Schlaufenpuffer (8) zum Aufrechterhalten einer vorgegebenen Bandspannung
beim Vorschub des Etikettenbands (3).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, wobei der Schlaufenpuffer (8) einen elastisch vorgespannten
Verstellmechanismus (12) zum Etikettenband (3) spannenden Verschieben und/oder Verschwenken
einer Pufferwalze (10) umfasst sowie eine untere Verstellgrenze (11) der Puffergröße.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei der Verstellmechanismus (12) und/oder die untere
Verstellgrenze (11) gegenseitig elastisch gedämpft sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, wobei die Pufferwalze (10) nur so stark elastisch
vorgespannt ist, dass sich der Schlaufenpuffer (8) beim Zurückwickeln des Etikettenbands
(3) auf die Vorratsrolle (4) zuerst bis zur unteren Verstellgrenze (11) der Puffergröße
verkleinert und danach das Etikettenband (3) stromabwärts des Schlaufenpuffers (8)
zurückgezogen wird.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, ferner mit einem insbesondere zwischen
Schlaufenpuffer (8) und Spendekante (6) angeordneten Vorschubsensor (9) zur Überwachung
einer Ist-Vorschubposition (VPI) des Etikettenbands (3).
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 8 bis 13, wobei die Steuerung (18) zum Vergleich
einer Ist-Vorschubposition (VPI) mit der Referenz-Vorschubposition (VPR) und zum Anhalten
des Walzensystems (7) ausgebildet ist, sobald die Ist-Vorschubposition (VPI) für wenigstens
ein Etikett (3a) des Etikettenbands (3) mit der Referenz-Vorschubposition (VPR) übereinstimmt
oder sich von dieser um ein ganzzahliges Vielfaches des Etikettenabstands (EA) auf
dem Etikettenband (3) unterscheidet.
15. Behälteretikettiermaschine (20) mit einem kontinuierlich drehbaren Karussell (19)
zum Transport der Behälter (2) und der Vorrichtung nach wenigstens einem der Ansprüche
8 bis 14.