[0001] Die Erfindung betrifft einen Hydrospeicher in Form eines Balgspeichers, mit einem
Speichergehäuse, in dem der eine vorgebbare Anzahl Falten aufweisende Balg ein bewegbares
Trennelement zwischen Gasseite und Fluidseite bildet.
[0002] Hydrospeicher mit einem als bewegbares Trennelement dienenden Balg sind bekannt und
finden auf verschiedenen technischen Gebieten Anwendung, beispielsweise bei hydraulischen
Bremssystemen für Fahrzeuge und den verschiedensten industriellen Hydrauliksystemen.
Die
DE 10 2008 061 221 A1 zeigt beispielsweise einen Balgspeicher, bei dem als bewegliches Trennelement zwischen
Gasseite und Fluidseite ein Metallbalg vorgesehen ist.
[0003] Balgspeicher zeichnen sich durch mehrere vorteilhafte Eigenschaften aus. So lassen
sich durch Ausziehen und Zusammenziehen des Balges verhältnismäßig große Volumenänderungen
der im Speichergehäuse befindlichen Medienräume realisieren. Auch sind als bewegliches
Trennelement vorgesehene Metallbälge gegenüber den Wechselbelastungen, wie sie im
Betrieb, insbesondere bei einem Einsatz als Pulsationsdämpfer, auftreten können, verhältnismäßig
robust und weisen gute Dichteigenschaften ohne Diffusionsverluste auf. Diesen Eigenschaften
steht jedoch entgegen, dass Metallbälge, die für den Einsatz bei Hydrospeichern in
Frage kommen, verhältnismäßig teure Bauteile sind, so dass die Herstellung der Balgspeicher
verhältnismäßig kostenintensiv ist.
[0004] Im Hinblick hierauf stellt sich die Erfindung die Aufgabe, einen Balgspeicher zur
Verfügung zu stellen, der rationell und kostengünstig herstellbar ist.
[0005] Erfindungsgemäß ist diese Aufgabe durch einen Balgspeicher gelöst, der die Merkmale
des Patentanspruchs 1 in seiner Gesamtheit aufweist.
[0006] Eine wesentliche Besonderheit der Erfindung besteht demgemäß darin, dass eine Distanzeinrichtung
vorgesehen ist, die innerhalb des Speichergehäuses angeordnet ist und unter Bildung
eines zusätzlichen Medienraumes mit dem Inneren des Balges in Fluidverbindung ist
oder an den Balg benachbart angrenzt. Dadurch, dass mittels der Distanzeinrichtung
zusätzlich zu dem Volumen des Arbeitsraumes, das das Innere des Balges bei dessen
Arbeits- öder Hubbewegungen bildet und das von der Geometrie und der Anzahl der Balgverhalten
abhängig ist, von der Distanzeinrichtung ein Zusatzvolumen zur Verfügung steht, lässt
sich ein gewünschtes Gesamtvolumen der Arbeitsräume im Speichergehäuse durch einen
kleiner dimensionierten Faltenbalg mit einer entsprechend geringeren Anzahl von Falten
verwirklichen. Durch die Benutzung kleinerer Faltenbälge ergibt sich somit eine wesentliche
Verringerung der Herstellungskosten. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass sich
durch unterschiedliche Wahl der Größe des von der Distanzeinrichtung zur Verfügung
gestellten Zusatzvolumens unterschiedliche Gesamtvolumina mit Bälgen jeweils gleicher
Faltenzahl realisieren lassen. Durch die Möglichkeit der Benutzung gleichartiger Bälge
für Hydrospeicher unterschiedlicher Spezifikationen eröffnet sich die Möglichkeit
einer weiteren Kostenverringerung durch Benutzung von Bälgen, die einer Standardgröße
entsprechen und somit in größeren Stückzahlen rationell und preisgünstig herstellbar
sind.
[0007] Bei vorteilhaften Ausführungsbeispielen besitzt die Distanzeinrichtung die Form eines
Topfes, der mit seiner Öffnung an einem offenen Ende des Balges mit fluiddichter Verbindung
angebracht ist. Auf einfache Weise lässt sich hierbei durch eine entsprechend gewählte
Tiefe des Topfes das gewünschte Zusatzvolumen zur Verfügung stellen.
[0008] Die Anordnung kann vorteilhafterweise so getroffen sein, dass der Topf im Speichergehäuse
axial unbeweglich gehalten ist und an seiner Öffnung die Festlegestelle für das unbewegbare
Ende des Balges bildet.
[0009] Alternativ kann jedoch der Topf als bewegbares Element am bewegbaren Ende des Balges
angeordnet sein, dessen unbewegbares Ende in diesem Falle am Speichergehäuse festgelegt
sein kann.
[0010] In beiden Fällen kann mit besonderem Vorteil das Innere des Balges der Gasseite zugeordnet
sein, dass also das Volumen des vom Topf gebildeten zusätzlichen Medienraumes zusammen
mit dem Inneren des Balges das Volumen der Gasseite definiert, so dass für den Betrieb
des Hydrospeichers ein entsprechend großes Volumen an Arbeitsgas zur Verfügung steht.
[0011] Bei bevorzugten Ausführungsbeispielen mit axial unbewegbar angeordnetem Topf befindet
sich dessen Boden an einem Ende des Speichergehäuses und weist einen Gas-Füllanschluss
für ein Arbeitsgas auf.
[0012] Bei Ausführungsbeispielen, bei denen der Topf mit dem bewegbaren Ende des Balges
in Verbindung ist, kann das unbewegbare Ende des Balges an einem sich an einem Ende
des Speichergehäuses befindenden Gehäuseteil festgelegt sein, an dem ein Gas-Füllanschluss
für Arbeitsgas vorgesehen ist.
[0013] Bei vorteilhaften Ausführungsbeispielen kann an demjenigen Ende des Speichergehäuses,
das dem den Gas-Füllanschluss aufweisenden Ende entgegengesetzt ist, ein Gehäuseabschlussteil
vorgesehen sein, das die sich an der Außenseite des Balges befindliche Fluidseite
begrenzt und einen Fluidanschluss aufweist.
[0014] Mit besonderem Vorteil kann das Gehäuseabschlussteil einen Anschlag bilden, der Bewegungen
des Balges auf einen Hub begrenzt, der einem vorgegebenen Maximalvolumen aus Volumen
des Inneren des Balges und dem Zusatzvolumen des Topfes entspricht.
[0015] Nachstehend ist die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
im Einzelnen erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Hydrospeichers, halbseitig in Seitenansicht
und halbseitig im Längsschnitt dargestellt;
- Fig.2
- eine der Fig.1 entsprechende Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels;
- Fig. 3
- in der Fig. 1 entsprechender Darstellung eine abgewandelte Ausführungsform dieses
Ausführungsbeispiels und
- Fig.4
- in der Fig. 2 entsprechender Darstellung eine abgewandelte Ausführungsform dieses
Ausführungsbeispiels.
[0016] Die in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiele weisen ein Speichergehäuse
1 auf, das einen halbzylinderförmigen Innenraum aufweist und an dem in der Zeichnung
obenliegenden Ende 3 bis auf eine zentrale Öffnung 5 geschlossen ist. Am unteren Ende
7 ist das Speichergehäuse 1 durch ein Gehäuseabschlussteil 9 geschlossen, das einen
zentral gelegenen Fluidanschluss 11 aufweist, der zu der im Innenraum befindlichen
Fluidseite 13 führt. Das Abschlussteil 9 ist durch einen Sprengring 15 gesichert und
mittels eines Dichtelementes 17 gegenüber dem Speichergehäuse 1 abgedichtet. Das Gehäuseabschlussteil
9 hat die Form einer ebenen Platte, wobei an der dem Innenraum zugewandten Ebene ein
elastomeres Ringelement 19 in einer Ringnut angeordnet ist, das über die Ebene des
Abschlussteils 9 geringfügig vorsteht.
[0017] Als Trennelement zwischen der Fluidseite 13 und einer Gasseite 25 befindet sich im
Innenraum des Speichergehäuses 1 ein metallischer Balg 21 mit einer vorgegeben Anzahl
von Balgfalten 23, die in den Figuren nur teilweise beziffert sind. Der Balg 21 ist
an dem in der Zeichnung obenliegenden Ende 27 offen und an seinem anderen, unteren
Ende 29 geschlossen, wobei bei dem Ausführungsbeispiel von Fig.1 ein Schließteil 31
in Form einer dünnen Platte vorgesehen ist, die sich an die letzte Balgfalte 23 am
bewegbaren Ende 29 des Balges 21 anschließt. Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig.1
ist der Balg 21 mit seinem anderen, offenen Ende 27 mit einer Distanzeinrichtung verbunden,
die die Form eines Topfes 33 hat, der im Speichergehäuse 1 axial unbewegbar festgelegt
ist. Der Topf 33 ist am Rand 35 seiner Öffnung mit der letzten Falte 23 des Balges
21 verbunden, so dass der Innenraum des Topfes 33 mit dem Inneren des Balges 21 in
Fluidverbindung ist und somit ein Zusatzvolumen zum Volumen des Balges 21 bildet.
Gleichzeitig bildet der Öffnungsrand 35 des Topfes 33 die Festlegestelle für das unbewegbare
Ende 27 des Balges 21. Der über ein Dichtelement 37 außenseitig gegenüber dem Speichergehäuse
1 abgedichtete Topf 33 weist am Topfboden einen Gas-Füllanschluss 39 auf, der über
die Öffnung 5 des Speichergehäuses 1 zugänglich ist. Bei dem in Fig.1 dargestellten
Betriebszustand, bei dem auf der Gasseite 25 und damit innerhalb des Topfes 33 und
im Inneren des Balges 21 ein Vorspanndruck herrscht und die Fluidseite 13 drucklos
ist, bildet das Gehäuseabschlussteil 9 für das Schließteil 31 am bewegbaren Ende 29
des Balges 21 einen Anschlag zur Hubbegrenzung, wobei das am Abschlusssteil 9 befindliche
Ringelement 19 eine nachgiebige Anlagestelle bildet.
[0018] Das Beispiel von Fig.2 unterscheidet sich demgegenüber insofern, als das in der Figur
obenliegende, unbewegliche offene Ende 27 nicht mit der Distanzeinrichtung verbunden
ist, sondern an einem Gehäuseteil 41 festgelegt ist, das sich am oberen Ende 3 des
Speichergehäuses 1 befindet und, wie der Topf 33 des ersten Ausführungsbeispiels,
mittels eines Dichtelements 37 abgedichtet ist. In ähnlicher Weise wie bei dem Topf
33 des ersten Ausführungsbeispiels befindet sich auch im Gehäuseteil 41 im Zentralteil
ein Gas-Füllanschluss 39, der über die Öffnung 5 zugänglich ist. Anders als beim Beispiel
von Fig.1 ist ein als Distanzeinrichtung dienender Topf 33 nicht am unbewegbaren Ende
27, sondern am bewegbaren Ende 29 des Balges angebracht, wobei der Topf 33, als mit
dem Balg 21 bewegbares Bauelement, dünnwandig ausgebildet ist und mit seinem Topfboden
43 bei Maximalhub des Balges 21 zur Hubbegrenzung mit dem nachgiebigen Ringelement
19 des Gehäuseabschlussteils 9 in Anlage kommt.
[0019] Das Ausführungsbeispiel von Fig. 3 unterscheidet sich vom Beispiel von Fig. 1 lediglich
insofern, als das Speichergehäuse 1 die Form eines Rohres besitzt, das vom unteren
Ende 7 bis zum oberen Ende 3 innenseitig durchgehend ist. Während sich bei dem ersten
Ausführungsbeispiel von Fig. 1 der das Zusatzvolumen des Balges 21 bildende Topf 33
an dem geschlossenen oberen Ende 3 des Speichergehäuses 1 abstützt, ist bei dem Beispiel
von Fig. 3 der Topf 33 am oberen offenen Rohrende 3 des Speichergehäuses 1 mittels
eines Sprengringes 61 gesichert.
[0020] Das Beispiel von Fig. 4 entspricht dem Ausführungsbeispiel von Fig.2, abgesehen davon,
dass das Speichergehäuse 1 wiederum als Rohrkörper ausgebildet ist. Dementsprechend
ist das mit dem unbewegbaren Ende 27 verbundene Gehäuseteil 41 am offenen Rohrende
3 des Speichergehäuses 1 mittels eines Sprengringes 61 axial gesichert.
[0021] Die Herstellung des Speichergehäuses 1 aus einem Rohrkörper ermöglicht eine besonders
einfache, rationelle und kostengünstige Herstellung des Balgspeichers.
[0022] Wie ersichtlich, lassen sich mit Bälgen 21 mit der gleichen Anzahl von Balgfalten
23 erfindungsgemäße Hydrospeicher unterschiedlicher Spezifikationen gestalten, indem
durch Wahl der Tiefe des jeweiligen Topfes 33 ein Mindestvolumen vorgegeben ist, das
bei zusammengezogenem Balg 21 im Wesentlichen dem Volumen des Topfes 33 entspricht.
Andererseits ist durch Wahl der axialen Länge des Speichergehäuses 1 das Maximalvolumen
des anderen Medienraumes vorgegeben, das sich an der Außenseite des zusammengezogenen
Balges 21 befindet.
1. Hydrospeicher in Form eines Balgspeichers, mit einem Speichergehäuse (1), in dem der
eine vorgebbare Anzahl Falten (23) aufweisende Balg (21) ein bewegbares Trennelement
zwischen Gasseite (25) und Fluidseite (13) bildet, dadurch gekennzeichnet, dass eine Distanzeinrichtung (33) vorgesehen ist, die innerhalb des Speichergehäuses (1)
angeordnet und unter Bildung eines zusätzlichen Medienraumes mit dem Inneren des Balges
(21) in Fluidverbindung ist oder an den Balg (21) benachbart angrenzt.
2. Hydrospeicher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Distanzeinrichtung die Form eines Topfes (33) besitzt, der mit seiner Öffnung
(35) an einem offenen Ende des Balges (21) mit fluiddichter Verbindung angebracht
ist.
3. Hydrospeicher nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Topf (33) im Speichergehäuse (1) axial unbeweglich gehalten ist und an seiner
Öffnung (35) die Festlegestelle für das unbewegbare Ende (27) des Balges (21) bildet.
4. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Topf (33) am bewegbaren Ende (29) des Balges (21) angeordnet ist, dessen unbewegbares
Ende (27) am Speichergehäuse (1) festgelegt ist.
5. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Boden des axial unbewegbaren Topfes (33) an einem Ende (3) des Speichergehäuses
(1) befindet und einen Gas-Füllanschluss (39) für ein Arbeitsgas aufweist.
6. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das unbewegbare Ende (27) des Balges (21) an einem sich an einem Ende (3) des Speichergehäuses
(1) befindenden Gehäuseteil (41) festgelegt ist, an dem ein Gas-Füllanschluss (39)
für ein Arbeitsgas vorgesehen ist.
7. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Ende (7) des Speichergehäuses (1), das dem dem Gas-Füllanschluss (39) zugeordneten
Ende (3) entgegengesetzt ist, ein Gehäuseabschlussteil (9) vorgesehen ist, das die
sich an der Außenseite des Balges (21) befindliche Fluidseite (13) begrenzt und einen
Fluidanschluss (11) aufweist.
8. Hydrospeicher nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuseabschlussteil (9) einen Anschlag bildet, der Bewegungen des Balges (21)
auf einen Hub begrenzt, der einem vorgegebenen Maximalvolumen aus Volumen des Inneren
des Balges (21) und dem Zusatzvolumen des Topfes (33) entspricht.