[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Rückbau eines Dampferzeugers oder
von Teilen von diesem, der eine Vielzahl von von einem unteren Rohrboden ausgehenden,
ggf. beabstandet zum Rohrboden einen gebogenen Verlauf aufweisenden, Heizrohren aufweist,
deren Gesamtumhüllende unter Einhaltung eines Abstandes von einem Dampferzeugermantel
umgeben ist, wobei die Heizrohre über den Rohrboden abgetrennt und sodann aus dem
Dampferzeuger entfernt werden.
[0002] Um radioaktiv kontaminierte Dampferzeuger zu entsorgen bzw. rückzubauen, besteht
die Möglichkeit, dass der Dampferzeuger als Einheit ausgebaut und an einem anderen
Ort in Einzelbauteile zerlegt wird. Dabei werden die höher kontaminierten von den
geringer kontaminierten Bauteilen getrennt und in gesonderte Lager- und Transportbehälter
eingebracht. Der Ausbau ist aufgrund der Größe und der Masse der Dampferzeuger sehr
aufwendig und teuer.
[0003] Die anschließende Zerlegung an einem separaten Ort erfolgt in der Regel mittels einer
Seilsäge. Hierbei werden der äußere Mantel und die inneren Einbauten in einem Schnitt
zerlegt. Die Heizrohre werden in Einzelteile zersägt, die sodann einzeln gehandhabt
werden müssen. Dies ist zeitaufwendig, zumal zu berücksichtigen ist, dass ein Dampferzeuger
bis zu mehrere tausend Heizrohre enthält.
[0004] Alternativ besteht die Möglichkeit, dass die Heizrohre im Bereich des Rohrbodens
/ der Rohrböden durchtrennt werden, um sodann durch Abtrennen und Entfernen eines
oberen Teils eines Dampferzeugers - des Doms - eine Öffnung im Dampferzeuger herzustellen,
über die die einzelnen Heizrohre, die am Rohrbogen erfasst werden, herauszuziehen
(
EP 0 859 687 B1). Dadurch, dass die Heizrohre im oberen Teil des Dampferzeugers (Bogenbereich) erfasst
werden, ergibt sich ein raumgreifendes Bauteil, das Probleme beim Herausziehen bereitet.
Infolgedessen ist ein Vorformen erforderlich, um den Rohrbogenradius zu verringern.
Ferner ist eine Presseinrichtung zum Flachpressen der vorgeformten Heizrohre erforderlich.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu entwickeln,
mit dem ein problemloses Entfernen der Heizrohre aus dem Dampferzeuger ermöglicht
wird, indem die Heizrohre im Inneren des Dampferzeugers durchtrennt und herausgezogen
werden können, ohne dass der äußere Mantel des Dampferzeugers durchtrennt wird oder
dass dessen statische Stabilität signifikant geschädigt wird.
[0006] Zur Lösung der Aufgabe sieht die Erfindung im Wesentlichen die Verfahrensschritte
vor:
- Einführen eines Schneidseils über eine oberhalb des unteren Rohrbodens verlaufende
erste Öffnung in den Innenraum des Dampferzeugers und Umschlingen sämtlicher Rohre
mit dem Schneidseil,
- Herausführen des Schneidseils aus dem Dampferzeuger über die erste Öffnung oder eine
zweite Öffnung,
- Verbinden des Schneidseils mit einer Antriebseinrichtung und Durchtrennen der Heizrohre,
- Herausziehen der durchtrennten Heizrohre aus dem Dampferzeuger.
[0007] In Weiterbildung sieht die Erfindung vor, dass nach Durchtrennen der Heizrohre im
Bodenbereich des Dampferzeugers dieser in einem Bereich zusammen mit den Heizrohren
durchtrennt wird, der sich unterhalb des gebogenen Verlaufs der Heizrohre erstreckt
oder bei geradlinig verlaufenden Heizrohren unterhalb eines oberen Rohrbodens, und
dass die Heizrohre über die so gebildete Dampferzeugeröffnung aus diesem herausgezogen
werden. Erfindungsgemäß werden ohne Beeinträchtigung der Statik des Dampferzeugers
die Heizrohre durchtrennt, indem in dem Zwischenraum zwischen den Heizrohren und dem
Dampferzeugermantel ein Schneidseil derart geführt wird, dass sämtliche Heizrohre
umfasst sind, um anschließend durch Schließen des Schneidseils und somit Bilden eines
Endlosseils diese zu durchtrennen. Hierzu wird das Schneidseil in eine konventionelle
Seilsäge eingelegt, mittels der das Schneidseil angetrieben wird.
[0008] Durch das Führen des Schneidseils innerhalb des Zwischenraums, also zwischen der
Mantelinnenfläche und der virtuellen Umhüllenden der Rohre, wird das Schneidseil beim
Schneiden nach innen gezogen und durchtrennt dabei die Heizrohre nach und nach. Der
außenliegende Dampferzeugermantel wird nicht beschädigt.
[0009] Anschließend wird der Dampferzeuger, d.h. dessen Mantel in einem Bereich durchtrennt,
der sich in etwa unmittelbar unterhalb des bogenförmigen Verlaufs der Heizrohre oder
des oberen Rohrbodens erstreckt. Die hierdurch gebildete Öffnung wird durch eine Abschirmung
abgedeckt, in der Entnahmeöffnungen vorhanden sind, um die Rohre einzeln oder auch
bündelweise herauszuziehen. Die üblicherweise 8 bis 12 m langen Rohre können vollständig
herausgezogen werden oder sie werden auf eine gewünschte Länge z.B. mittels einer
Hydraulikschere abgelängt, um in bereitstehenden Transportkörben abgelegt zu werden.
Dabei wird das Herausziehen mittels einer Zieheinrichtung durchgeführt.
[0010] Durch die Verwendung der Hydraulikschere ergibt sich der Vorteil, dass die Rohre
gleichzeitig an ihren Enden gequetscht werden. Die Rohre können auch mit einer Sägeeinrichtung
oder einer Schleifeinrichtung auf die gewünschte Länge getrennt werden.
[0011] Die Erfindung wird selbstverständlich nicht verlassen, wenn der Dampferzeuger zuerst
im oberen Endbereich der Heizrohre und sodann die Heizrohre am unteren Rohrboden durchtrennt
werden.
[0012] Durch die erfindungsgemäße Lehre ergibt sich der Vorteil, dass die Heizrohre über
ihre gesamte Länge ausgebaut werden können, in der die Rohre einen geradlinigen Verlauf
zeigen. Der Dampferzeuger kann in Einbaulage zerlegt werden, wodurch Zeit- und Kostenvorteile
entstehen. Da ausschließlich die Rohre durchtrennt werden, erfolgt eine Beschädigung
des Mantels nicht, so dass dessen Statik beibehalten wird.
[0013] Dadurch, dass die Rohre unmittelbar beim Austritt aus dem unteren Rohrboden durchtrennt
werden, ergibt sich der Vorteil, dass ein Verbiegen beim Durchtrennen dem Grunde nach
unterbleibt, so dass die Rohre problemlos durch die zwischen dem Boden und der Öffnung
vorhandenen Stützgitter hindurchgezogen werden.
[0014] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass zum Legen des Schneidseils um
die Rohre das Schneidseil in einem Zwischenschritt über eine dritte Öffnung herausgeführt
wird, die gegenüberliegend zu der ersten Öffnung in dem Mantel vorhanden ist bzw.
eingebracht wird, und sodann unter Beibehaltung eines Abschnitts des Schneidseils
außerhalb des Dampferzeugers das Schneidseil zu der ersten oder bei Vorhandensein
der zweiten Öffnung zu dieser geführt wird.
[0015] Insbesondere zeichnet sich die Erfindung aus, dass zum Führen des Schneidseils um
die Heizrohre das Schneidseil über die erste Öffnung in den Dampferzeuger eingeführt,
in dem Zwischenraum bis zu einer dritten Öffnung mittels des in Richtung des Mantels
kraftbeaufschlagten, wie vorgespannten, Führungselementes geführt wird, aus der dritten
Öffnung herausgeführt, sodann über die dritte Öffnung oder eine benachbart zu dieser
verlaufende vierte Öffnung in den Dampferzeuger wieder eingeführt wird, sodann mittels
des Führungselementes oder einem zweiten Führungselement innerhalb des Zwischenraums
zu der ersten oder zweiten Öffnung geführt und sodann aus dieser entnommen wird. Dabei
ist vorgesehen, dass bei Nutzung der dritten und vierten Öffnung zwischen diesen verlaufender
Mantelabschnitt vor Schneiden der Heizrohre entfernt wird.
[0016] Unabhängig hiervon ist in hervorzuhebender Ausgestaltung der Erfindung und nach einem
eigenerfinderischen Vorschlag vorgesehen, dass die erste und bei Vorhandensein die
zweite Öffnung unmittelbar oberhalb des Rohrbodens in dem Dampferzeugermantel derart
eingebracht wird, dass das Schneidseil beim Trennen der Rohre auf dem Rohrboden gleitend
bewegt wird.
[0017] Hierdurch ist sichergestellt, dass die Heizrohre beim Durchtrennen nicht oder nicht
wesentlich verbogen werden.
[0018] Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich nicht nur
aus den Ansprüchen, den diesen zu entnehmenden Merkmalen - für sich und/oder in Kombination
- , sondern auch aus der nachfolgenden Beschreibung eines der Zeichnung zu entnehmenden
bevorzugten Ausführungsbeispiels.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Prinzipdarstellung des unteren Teils eines Dampferzeugers im Längsschnitt und
im Ausschnitt,
- Fig. 2
- einen Schnitt entlang der Linie A-A zu Beginn des Einfädelns eines Schneidseils,
- Fig. 3
- der Schnitt gemäß Fig. 2 bei vollständigem Umschließen zu trennender Rohre mittels
des Schneidseils,
- Fig. 4
- der Schnitt gemäß Fig. 2 bei bereits teilweise durchtrennten Rohren,
- Fig. 5
- eine der Fig. 1 entsprechende Prinzipdarstellung mit zum Teil entfernten Rohren,
- Fig. 6
- eine Prinzipdarstellung eines Dampferzeugers und
- Fig. 7
- eine Prinzipdarstellung einer Alternativen zum Einfädeln des Schneidseils.
[0020] Der Fig. 6 ist eine Prinzipdarstellung eines Dampferzeugers 10 zu entnehmen, der
z.B. in einem Kernkraftwerk zum Einsatz gelangt. Als wesentliche Bestandteile weist
der Dampferzeuger 10 einen Mantel 12 auf, der aus einem unteren Abschnitt 14 und einem
oberen domartigen Abschnitt 16 mit voneinander abweichenden Durchmessern besteht.
[0021] Im Bodenbereich des Dampferzeugers 10 befindet sich ein Rohrboden 18, von dem mehrere
Tausend Heizrohre ausgehen, die im Bereich der Erweiterung des Mantels enden. Dabei
können - wie im Ausführungsbeispiel - die Rohre einen gebogenen Verlauf aufweisen.
Ein geradliniger Verlauf ist gleichfalls möglich. In diesem Fall enden die Rohre in
einem oberen Rohrboden. Die Heizrohre weisen üblicherweise eine Länge zwischen 8 und
12 m auf.
[0022] Zwischen den Heizrohren verläuft eine Trennwand 20 (siehe Fig. 6), die den Dampferzeuger
10 in eine Heiß- und eine Kaltseite trennt. Insoweit wird auf hinlänglich bekannte
Konstruktionen verwiesen, ohne dass es eines näheren Eingehens bedarf. Gleiches gilt
für die über die Höhe der Heizrohre verlaufenden Stützgitter, durch die die Heizrohre
lagefixiert werden.
[0023] Um einen entsprechenden Dampferzeuger 10 rückbauen zu können, ist erfindungsgemäß
vorgesehen, dass die Heizrohre unmittelbar über dem Rohrboden 18 durchtrennt werden,
um die Heizrohre sodann bündelweise aus dem Mantel 12 herausziehen zu können, ohne
dass die Statik des Mantels in Mitleidenschaft gezogen wird. Somit ist der Vorteil
gegeben, dass der zu entsorgende Dampferzeuger in Einbaulage zerlegt werden kann.
[0024] Da die Heizrohre einen kleinen Durchmesser (ca. 10- 25 mm) bei geringen Wandstärken
(ca. 1 - 2 mm) aufweisen, besteht das Risiko, dass beim Durchschneiden der Heizrohre
diese verbogen werden, so dass ein Herausziehen zumindest erschwert wird.
[0025] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Heizrohre unmittelbar über dem Boden durchtrennt
werden, also quasi am Austritt aus dem Rohrboden. Unmittelbar über dem Boden bedeutet
somit, dass die Schnittlinie quasi mit der Bodenoberfläche zusammenfällt. Dies schließt
auch einen Abstand zur Bodenfläche von einigen cm wie 5 - 10 cm ein. Hierzu werden
in dem Mantel Öffnungen eingebracht, sofern nicht unmittelbar im Bodenbereich Montageöffnungen
vorhanden sein sollten, was üblicherweise bei Dampferzeugern nicht der Fall ist.
[0026] Der Verlauf der Öffnungen sollte so sein, dass diese tangential oder in etwa tangential
in die Bodenfläche des Rohrbodens 18 übergehen.
[0027] In Fig. 1 ist rein prinzipiell der untere Teil 14 des Dampferzeugers 10 dargestellt,
wobei rein schematisch von dem Rohrboden 18 ausgehende Rohre eingezeichnet sind, die
beispielhaft mit den Bezugszeichen 24, 26, 28 gekennzeichnet sind. Zur Abstützung
der Rohre 24, 26, 28 sind Stützgitter 30, 32, 34, 36 vorgesehen. Eine Umhüllung der
Heizrohre 23 ist gleichfalls eingezeichnet.
[0028] In der Fig. 1 ist eine Montageöffnung 38 eingezeichnet, die oberhalb der Oberfläche
40 des Rohrbodens 18 verläuft. Würden in diesem Bereich die Heizrohre 24, 26, 28 durchtrennt
werden, würden diese verbogen werden, so dass ein Herausziehen durch die Stützgitter
30, 32, 34, 36 zumindest erschwert, wenn nicht sogar unmöglich wäre.
[0029] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass unmittelbar über der Oberfläche 40 ein Durchtrennen
erfolgt. Hierzu wird in dem Mantel 12 eine erste Bohrung 42 eingebracht. Dies kann
durch Brennen, Schmelzen oder mittels Kernlochbohrer erfolgen. Entsprechend der zeichnerischen
Darstellung gemäß Fig. 2 werden die Heizrohre 24, 26, 28 von einer virtuellen Gesamtumhüllenden
44 umschlossen, die beabstandet zur Innenfläche 46 des Mantels 12 verläuft. Der so
gebildete Spalt oder Zwischenraum ist mit dem Bezugszeichen 50 gekennzeichnet.
[0030] In den Zwischenraum 50 wird über die Öffnung 42 ein Schneidseil 52 oder ein gleichwirkendes
Säge- oder Schneidelement eingeführt, um nach Umgeben sämtlicher Rohre 24, 26, 28
wieder über die Öffnung 42 herausgeführt zu werden, wie sich aus der Fig. 3 ergibt.
Damit das Schneidseil 52 durch den Zwischenraum 50 geführt werden kann, ist eine Führungs-
oder Einfädeleinrichtung 54 vorgesehen, bei der es sich insbesondere um einen Federstahl
handelt, der derart vorgespannt ist, dass dieser entlang der Innenfläche 46 des Mantels
12 entlanggleitet. Die Führungs- oder Einfädeleinrichtung 54 weist eine Länge auf,
die ausreicht, dass das Schneidseil vollständig durch den Zwischenraum 50 geführt
und abgelegt werden kann.
[0031] Alternativ, gleichwenn aufwendiger, könnte das Schneidseil auch ohne Führungs- oder
Einfädeleinrichtung um die Heizrohre 24, 26, 28 geführt werden. Hierzu währen mehrere
Öffnungen in dem Mantel 12 erforderlich.
[0032] Eine andere Möglichkeit, das Schneidseil 52 um die Heizrohre 24, 26, 28 zu führen,
besteht darin, dass zunächst die Führungs- oder Einfädeleinrichtung 54 wie der Federstahl
in dem Zwischenraum 50 zwischen dem Mantel 12 und den äußeren Heizrohren positioniert
wird, anschließend an einem Ende der Einfädeleinrichtung 54 das Schneidseil 52 mit
der Führungs- oder Einfädeleinrichtung 54, wie dem Federstahl, verbunden wird, um
sodann die Führungs- oder Einfädeleinrichtung 54 aus dem Zwischenraum 50 herauszuziehen.
Dabei wird gleichzeitig das Schneidseil in den Zwischenraum 50 hineingezogen.
[0033] Mit dem Führungselement 54 wie Federstahl ist ein Ende des Schneidseils 52 verbunden,
so dass entsprechend der zeichnerischen Darstellung gemäß Fig. 3 dann, wenn der Federstahl
54 über die Öffnung 42 aus dem Innenraum des Mantels 12 herausgeführt ist, das Ende
des Schneidseils 52 frei zugänglich ist, um dieses sodann in gewohnter Weise über
ein Seilschloss zu schließen, so dass ein Endlosseil entsteht, das mittels einer konventionellen
Seilsäge angetrieben werden kann, um die Rohre zu durchtrennen, wie dies prinzipiell
anhand der Fig. 4 verdeutlicht werden soll.
[0034] Notwendige Umlenkeinrichtungen werden installiert, ohne dass auf diese näher eingegangen
wird. In den Prinzipdarstellungen der Fig. 2 und 3 sind im Bereich der Öffnung 42
entsprechende Umlenk- oder Gleitrollen rein prinzipiell eingezeichnet und mit den
Bezugszeichen 56, 58 gekennzeichnet.
[0035] Wird nach dem Ausführungsbeispiel der Fig. 2 - 4 das Führungselement 54, insbesondere
in Form eines Federstahlelements zusammen mit dem Schneidseil 52 über die Öffnung
42 eingeführt, so besteht entsprechend dem Ausführungsbeispiel der Fig. 7 die Möglichkeit,
dass mehr als eine Öffnung benutzt wird, um das Führungselement 54 zusammen mit dem
Schneidseil 52 in dem Zwischenraum 50 zwischen den Rohren 24, 26, 28 und dem Mantel
12 zu führen und abzulegen. Dabei verlaufen die Öffnungen gleichfalls derart, dass
das Schneidseil 52 die Rohre 24, 26, 28 unmittelbar am Austritt aus dem Rohrboden
18 durchtrennt.
[0036] So sind nach der Fig. 7 insgesamt vier Öffnungen vorgesehen, und zwar eine erste
Öffnung 142, eine zweite Öffnung 242, eine dritte Öffnung 342 und eine vierte Öffnung
442.
[0037] Über die erste Öffnung 142 wird ein Führungselement 154 zusammen mit dem Schneidseil
152 eingeführt und entlang der Innenfläche 146 des Mantels 12 um Rohre 124, 126, 128
herum zu führen, deren virtuelle Gesamtumhüllende 144 zu der Innenfläche 146 beabstandet
ist, also zwischen diesen ein Zwischenraum 150 verläuft.
[0038] Um das Einfädeln und Umschließen der Rohre 124, 126, 128 zu erleichtern, wird die
Einfädeleinrichtung, also das Führungselement 154 über die dritte Öffnung 342 herausgeführt,
um sodann das Schneidseil über die vierte Öffnung 442 in den Zwischenraum 150 erneut
einzuführen. Dies kann über eine entsprechende gesonderte oder dieselbe Führungseinrichtung
154 erfolgen.
[0039] Sodann wird mittels der Führungseinrichtung 154 das Schneidseil 152 zu der zweiten
Öffnung 242 geführt und aus der zweiten Öffnung 242 ausgefädelt. In diesem Bereich
befinden sich Umlenkrollen 156, 158. Sollen die Heizrohre 124, 126, 128 durchtrennt
werden, wird der zwischen der dritten und vierten Öffnung 342, 442 verlaufende Mantelabschnitt
220 durchtrennt, so dass das Schneidseil die Heizrohre 124, 126, 128 umschließen und
somit durchtrennen kann, wie dies anhand der Fig. 2 - 4 erläutert worden ist.
[0040] Nach Durchtrennen der Heizrohre 24, 26, 28, 124, 126, 128 wird der Dampferzeuger
10, d.h. der Mantel 12 in einem Bereich durchtrennt, in dem der Übergang zwischen
gradlinigem und gebogenem Bereich der Heizrohre 24, 26, 28, 124, 126, 128 verläuft,
also in Fig. 6 in der Ebene 120.
[0041] Der entsprechende Schnitt ist der Fig. 1 zu entnehmen. Auf die so gebildete Öffnung
wird eine Abschirmung 122 aufgebracht, um über in der Abschirmung 122 vorhandene Öffnungen
die Heizrohre 24, 26, 28, 124, 126, 128, die erwähntermaßen Längen zwischen 8 und
12 m aufweisen können, herauszuziehen.
[0042] Hierzu wird eine nicht dargestellte Rohrzieheinrichtung verwendet, mittels der die
Heizrohre einzeln oder bündelweise herausgezogen werden. Die Heizrohre 24, 26, 28,
124, 126, 128 können sodann z.B. mittels einer Hydraulikschere auf eine gewünschte
Länge abgelängt werden, um sodann die entsprechenden Rohrabschnitte in Transportkörben
abzulegen, mittels der die Rohrabschnitte zur Verpackung transportiert werden. Die
Transportkörbe können wiederverwendet werden.
[0043] Nach Entfernen der Heizrohre 24, 26, 28, 124, 126, 128 wird sodann der Mantel 12
in gewünschten Bereichen durchtrennt. Dies kann in Abhängigkeit von den vorhandenen
Einbauten mit Seilsägen oder Autogenbrennern erfolgen.
[0044] Zu der Führungs- oder Einfädelungseinrichtung 54, 154 ist Folgendes anzumerken. Diese
kann aus Federstahl oder als Carbon- oder Fiberglasstange ausgebildet sein, wobei
auch eine Zusammensteckbarkeit oder ein teleskopartiges Auseinanderfahren möglich
ist. Auch ein Schlauch mit variabel beaufschlagter Druckluft zur Regulierung der Steifigkeit
kommt als Führungs- bzw. Einfädelungseinrichtung 54, 154 in Frage.
[0045] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, dass an einer Kugel ein Seil befestigt ist.
Die Kugel kann sodann zum Beispiel mit Federkraft oder mittels Druckluft tangential
in den Zwischenraum 50, 150 "geschossen" werden, wobei das Seil mitgezogen wird. Nachdem
auf diese Weise das Seil die Heizrohre 24, 26, 28, 124, 126, 128 umschließt, kann
an einem Ende das Schneidseil 52, 152 befestigt werden, um sodann durch Zurückziehen
des Seils, das Schneidseil 52, 152 um die Heizrohre 24, 26, 28, 124, 126, 128 herum
zu legen.
1. Verfahren zum Rückbau eines Dampferzeugers (10) oder von Teilen von diesem, der eine
Vielzahl von von einem unteren Rohrboden (18) ausgehenden, ggf. beabstandet zum Rohrboden
einen gebogenen Verlauf aufweisenden, Heizrohren (24, 26, 28, 124, 126, 128) aufweist,
deren Gesamtumhüllende (44, 144) unter Einhaltung eines Abstandes von einem Dampferzeugermantel
(12) umgeben ist, wobei die Heizrohre über den Boden abgetrennt und sodann aus dem
Dampferzeuger entfernt werden,
gekennzeichnet durch
die Verfahrensschritte:
- Einführen eines Schneidseils (52, 152) über eine oberhalb des Rohrbodens (18) verlaufende
erste Öffnung (42, 142) in den Innenraum des Dampferzeugers (10) und Umschlingen sämtlicher
Rohre mit dem Schneidseil,
- Herausführen des Schneidseils aus dem Dampferzeuger über die erste Öffnung (42,
142) oder eine zweite Öffnung (242),
- Verbinden des Schneidseils mit einer Antriebseinrichtung und Durchtrennen der Heizrohre,
- Herausziehen der durchtrennten Heizrohre aus dem Dampferzeuger.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass nach oder vor Durchtrennen der Heizrohre (24, 26, 28, 124, 126, 128) im unteren Bodenbereich
des Dampferzeugers (10) dieser in einem Bereich (120) zusammen mit den Heizrohren
durchtrennt wird, der sich bei einem gebogenen Verlauf der Heizrohre unterhalb des
gebogenen Verlaufs der Heizrohre oder bei geradlinig verlaufenden mit ihren oberen
Enden von einem oberen Rohrboden ausgehenden Heizrohren unterhalb des oberen Rohrbodens
erstreckt, und dass die Heizrohre über die so gebildete Dampferzeugeröffnung aus diesem
herausgezogen werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Schneidseil (52, 152) mittels eines in Richtung der Mantelinnenfläche (46, 146)
kraftbeaufschlagten Führungselementes (54, 154), insbesondere in Form eines Federstahlelementes,
im zwischen der Mantelinnenfläche (46, 146) und der Gesamtumhüllenden (44, 144) verlaufenden
Zwischenraum (50, 150) geführt wird.
4. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die erste und bei Vorhandensein die zweite Öffnung (42, 142, 242) unmittelbar oberhalb
des unteren Rohrbodens (18) in dem Dampferzeugermantel (12) derart eingebracht wird,
dass das Schneidseil (52, 152) beim Trennen der Rohre (24, 26, 28, 124, 126, 128)
auf dem Rohrboden gleitend bewegt wird.
5. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Legen des Schneidseils (52, 152) um die Rohre (24, 26, 28, 124, 126, 128) das
Schneidseil in einem Zwischenschritt über eine dritte Öffnung (342) herausgeführt
wird, die gegenüberliegend zu der ersten Öffnung (42, 142) in dem Mantel (12) vorhanden
ist oder eingebracht wird, und sodann ggf. unter Beibehaltung eines Abschnitts des
Schneidseils (52, 152) außerhalb des Dampferzeugers (10) das Schneidseil zu der ersten
oder bei Vorhandensein der zweiten Öffnung (42, 142, 242) zu dieser geführt wird.
6. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass zum Führen des Schneidseils (52, 152) um die Heizrohre (24, 26, 28, 124, 126, 128)
das Schneidseil über die erste Öffnung (42, 142) in den Dampferzeuger (10) eingeführt,
in dem Zwischenraum (50, 150) bis zu einer dritten Öffnung (342) mittels des in Richtung
des Mantels (12) kraftbeaufschlagten, wie vorgespannten, Führungselementes (54, 154)
geführt wird, aus der dritten Öffnung herausgeführt, sodann über die dritte Öffnung
oder eine benachbart zu dieser verlaufende vierte Öffnung (442) in den Dampferzeuger
wieder eingeführt wird, sodann mittels des Führungselementes oder einem zweiten Führungselement
innerhalb des Zwischenraums zu der ersten oder zweiten Öffnung geführt und sodann
aus dieser entnommen wird.
7. Verfahren nach zumindest Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass bei Nutzung der dritten und vierten Öffnung (342, 442) der zwischen diesen verlaufende
Mantelabschnitt (220) vor Schneiden der Heizrohre (24, 26, 28, 124, 126, 128) durchtrennt
wird.
8. Verfahren nach zumindest Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Führungselement (54) zunächst um die Heizrohre (24, 26, 28) geführt, sodann mit
dem Schneidseil (52) verbunden und schließlich zurückgezogen wird.
9. Verfahren nach zumindest Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dampferzeugeröffnung von einer Abschirmung (122) abgedeckt wird, durch die die
Heizrohre (24, 26, 28, 124, 126, 128) herausgezogen werden.
10. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Heizrohre (24, 26, 28, 124, 126, 128) bündelweise aus dem Dampferzeuger (10)
herausgezogen werden.
11. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 3 bis10,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Führungselement (54, 154) ein Federstahl, eine ggf. zusammensteckbare oder teleskopierbar
längenveränderbare Carbon- oder Fiberglasstange, ein Schlauch mit variabel beaufschlagter
Druckluft zur Regulierung der Steifigkeit oder ein an einer Kugel befestigtes Seil
verwendet wird, die um die Heizrohre (24, 26, 28, 124, 126, 128) herum zwangsgeführt
wird, wobei nach Umschlingen der Heizrohre von dem Seil mit diesem das Schneidseil
(52, 152) verbunden und sodann das Seil zurückgezogen wird.