Gebiet der Erfindung
[0001] Die Erfindung betrifft einen Schalldämpfer für eine Handfeuerwaffe sowie eine Handfeuerwaffe
einem erfindungsgemäßen Schalldämpfer.
Hintergrund der Erfindung
[0002] Unter dem Begriff "Handfeuerwaffe" werden Faustfeuerwaffen verstanden, etwa Rückstoßladerwaffen,
Gasdruckladerwaffen, Pistolen oder dergleichen. Die Erfindung wird am Beispiel einer
Handfeuerwaffe beschrieben, obwohl die vorliegende Erfindung hierauf nicht beschränkt
ist und auch bei Langwaffen zum Einsatz kommen kann.
[0003] Es ist bekannt, Schusswaffen mit einem Schalldämpfer auszurüsten, um die Schallemission
bei Abgabe eines Schusses zu reduzieren. Schalldämpfer funktionieren hierbei in der
Regel so, dass die aus dem Lauf der Waffe austretenden heißen Gase durch den Schalldämpfer
gekühlt und/oder durch Verwirbelung verlangsamt bzw. entspannt werden. Vorteilhaft
ist es hierbei, wenn der Schalldämpfer mit dem Lauf der Waffe über ein Gewinde oder
dergleichen verbunden ist, sodass der Schalldämpfer weitgehend gasdicht am Lauf angeordnet
ist. Zwischen dem Lauf und dem Schalldämpfer können so keine Gase austreten, was die
Dämpfleistung beeinträchtigen kann.
[0004] Wird der Schalldämpfer hingegen nicht fest an dem Lauf der Waffe befestigt, können
in nachteiliger Weise rückgestaute Gase zwischen dem Lauf und dem Schalldämpfer aus
dem Schalldämpfer austreten und so einen nicht gewollten Schalldruck verursachen.
[0005] Bei Pistolen, dessen Lauf beim Nachladen zurückgezogen wird und nach hinten abkippt
(Petter-Browning-System) können herkömmliche Schalldämpfer aufgrund ihres Gewichtes
nicht fest mit dem Lauf verbunden werden. Denn ein am Lauf befestigter Schalldämpfer
erhöht die beim Schuss zurücklaufende Masse, wodurch die Rücklaufgeschwindigkeit von
Lauf und Verschluss abnimmt. Dies kann zur Folge haben, dass die Selbstladefunktion
der Waffe entweder vollständig unterbleibt oder es zu Funktionsstörungen kommen kann.
In der Praxis wurde versucht, dieses Problem durch leichtere bzw. kleinere Schalldämpfer
zu lösen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass bei entsprechend leichten Schalldämpfern
die Stabilität des Schalldämpfers nachlässt und dass bei kleineren Schalldämpfern
die Dämpfwirkung mitunter zum Teil erheblich reduziert wird. Alternativ wird versucht,
den Schalldämpfer nicht am Lauf oder am Verschlussstück zu befestigen, sondern am
Griffstück der Waffe. Dies hat allerdings den Nachteil, dass während des Nachladezyklus
Gase zwischen dem Schalldämpfer und dem Lauf aus dem Schalldämpfer austreten, was
die Dämpfleistung erheblich reduziert.
[0006] Ein weiterer Nachteil herkömmlicher Schalldämpfer ist der sogenannte Erstschussknall
bzw. Erstschusseffekt (First-Round-Pop). Das bedeutet, dass die vollständige Dämpfleistung
erst beim zweiten Schuss erreicht wird.
[0007] Schalldämpfer weisen üblicherweise ein Schalldämpfergehäuse und einen im Schalldämpfergehäuse
angeordneten Dämpfereinsatz auf. Ein aus dem Stand der Technik bekannter Dämpfereinsatz
ist in
Fig. 1 gezeigt. Der Dämpfereinsatz 60 weist eine starre Struktur auf, die mehrere Lamellen
61 aufweist. In den Lamellen 61 können Bohrungen 62 angeordnet sein. Je nach Schalldämpfer
und verwendeter Munition können die aus dem Stand der Technik bekannten Dämpfereinsätze
60 eine unterschiedliche starre Struktur aufweisen. Um die gewünschte Dämpfleistung
zu erzielen, muss für den Dämpfereinsatz 60 ein stabiles Material, beispielsweise
Metall, verwendet werden. Damit einher geht allerdings ein hohes Gewicht des gesamten
Schalldämpfers. Der im vorderen Ende der Waffe montierte Schalldämpfer führt daher
zu einer meist ungünstigen Verlagerung des Gesamtschwerpunktes der Waffe.
[0008] Ferner sind aus dem Stand der Technik Schalldämpfer bekannt, die nach dem sogenannten
"feuchten Prinzip" arbeiten. Ein solcher Schalldämpfer, der in
Fig. 2 gezeigt ist, ist aus der
EP 1 764 577 A1 bekannt. In dem Schalldämpfergehäuse 20 ist ein Dämpfermedium 63, insbesondere Wasser,
angeordnet, das aufgrund der vorbeiströmenden heißen Explosionsgase teilweise verdampft,
wobei trotz der Volumenzunahme bei der Verdampfung die Explosionsgase so stark abgekühlt
werden, dass der Mündungsknall verringert wird. Anstelle von stabilen Dämpfereinsätzen,
wie in Fig. 1 gezeigt, müssen lediglich entsprechende Kammern vorgesehen sein, in
denen das Wasser 63 aufgenommen wird. Weil Wasser ein wesentlich geringeres spezifisches
Gewicht als z.B. Stahl aufweist, kann das Gesamtgewicht des Schalldämpfers reduziert
werden. Nachteilig hierbei ist allerdings, dass bereits nach wenigen Schüssen der
Schalldämpfer mit einem neuen Dämpfermedium aufgefüllt werden muss.
Aufgabe der Erfindung
[0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Schalldämpfer für eine Feuerwaffe
bereitzustellen, der die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile zumindest teilweise
vermeidet und der ein wesentlich geringeres Gewicht aufweist, als die aus dem Stand
der Technik bekannten Schalldämpfer, und der auch ohne dem Schalldämpfer zuzuführenden
Zusätze, etwa Wasser, die gewünschte Dämpfwirkung erzielt.
Erfindungsgemäße Lösung
[0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Schalldämpfer für eine Handfeuerwaffe
sowie eine Handfeuerwaffe mit einem erfindungsgemäßen Schalldämpfer nach den unabhängigen
Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung
sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0012] Bereitgestellt wird demnach ein Schalldämpfer für eine
Handfeuerwaffe, umfassend
[0013]
- ein Schalldämpfergehäuse mit einer hinteren Stirnwand, die bei bestimmungsgemäßen
Gebrauch des Schalldämpfers einem Waffenlauf der Feuerwaffe zugewandt ist, und einer
der hinteren Stirnwand gegenüberliegenden vorderen Stirnwand, wobei in der hinteren
Stirnwand eine erste Öffnung und in der vorderen Stirnwand eine zweite Öffnung vorgesehen
sind, wobei zwischen den beiden Öffnungen ein Schusskanal verläuft, und
- zumindest einen Dämpfereinsatz,
wobei im Inneren des Schalldämpfergehäuses zumindest eine Gasexpansionskammer ausgebildet
ist, die mit dem Schusskanal verbunden ist, wobei in zumindest einer der zumindest
einen Gasexpansionskammer der zumindest eine Dämpfereinsatz angeordnet ist, und wobei
der zumindest eine Dämpfereinsatz ein stabiles und eine hohe offene Porosität aufweisendes
Material aufweist, wobei das Material des Dämpfereinsatzes zumindest eines aus der
Gruppe umfassend
- Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Eisen oder Kombinationen hiervon,
- Keramik,
- Kohlenstoff, Carbon,
- und Kombinationen hiervon, aufweist, wobei in dem Dämpfereinsatz einseitig oder beidseitig
offene Kanäle, die in den Schusskanal münden, ausgebildet sind, und wobei der Dämpfereinsatz
lösbar in dem Schalldämpfergehäuse angeordnet ist.
[0014] "Stabil" bzw. "stabiles Material" bedeutet hierbei, dass der Dämpfereinsatz trotz
der hohen offenen Porosität eine hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit aufweist.
[0015] Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Schalldämpfers gegenüber aus dem Stand der Technik
bekannten Schalldämpfern liegt darin, dass der Dämpfereinsatz aufgrund der hohen offenen
Porosität ein erheblich geringeres Gewicht aufweist als Dämpfereinsätze der aus dem
Stand der Technik bekannten Schalldämpfer. Das spezifische Gewicht des erfindungsgemäßen
Dämpfereinsatzes kann dabei sogar deutlich unterhalb des spezifischen Gewichtes von
Wasser liegen. Das Gesamtgewicht des Schalldämpfers kann so erheblich reduziert werden,
sodass sich der erfindungsgemäße Schalldämpfer auch für Feuerwaffen mit einem beweglichen
Lauf eignet.
[0016] Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass auch bei Schalldämpfern, die nicht fest an
dem Lauf der Feuerwaffe befestigt sind (beispielsweise kann der Schalldämpfer am Griffstück
der Waffe befestigt sein), die gewünschte Dämpfleistung erzielt wird. Denn durch die
hohe offene Porosität des Dämpfereinsatzes weist der Dämpfereinsatz des erfindungsgemäßen
Schalldämpfers eine deutlich größere Oberfläche auf als ein Dämpfereinsatz eines aus
dem Stand der Technik bekannten Schalldämpfers. Bei einer entsprechenden Porendichte
kann die Oberfläche des Dämpfereinsatzes des erfindungsgemäßen Schalldämpfers mehr
als 1.000mal größer sein als die Oberfläche eines Dämpfereinsatzes eines aus dem Stand
der Technik bekannten Schalldämpfers. Dadurch können die aus dem Lauf austretenden
und in den relativ zum Lauf feststehenden Schalldämpfer eintretenden heißen Gase extrem
schnell abgekühlt werden, sodass der Druck der sich im Schalldämpfer befindlichen
Explosionsgase soweit reduziert wird, dass nahezu keine rückgestauten Gase zwischen
Lauf und Schalldämpfer austreten. Sollte dennoch zwischen Lauf und Schalldämpfer Gas
austreten, so geschieht dies mit einer erheblich verringerten Geschwindigkeit, die
keinen Schalldruck mehr zur Folge hat.
[0017] Ein noch weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Schalldämpfers liegt darin, dass
durch die hohe offene Porosität des Materials des Dämpfereinsatzes ein Erstschussknall
bzw. Erstschusseffekt (First-Round-Pop) ausbleibt. Der erfindungsgemäße Schalldämpfer
entfaltet also bereits bei dem ersten Schuss die volle Dämpfleistung.
[0018] Erfindungsgemäß ist das Material des Dämpfereinsatzes ausgewählt aus der Gruppe umfassend
- Metall, insbesondere Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Eisen oder Kombinationen hiervon,
- Keramik,
- Kohlenstoff, Carbon,
- und Kombinationen hiervon.
[0019] Diese Materialien bzw. Materialkombinationen zeichnen sich durch die hohe spezifische
Steifigkeit und Festigkeit aus. Andererseits hat sich gezeigt, dass mit diesen Materialien
besonders vorteilhaft Dämpfereinsätze hergestellt werden können, die neben der hohen
spezifischen Steifigkeit und Festigkeit auch eine hohe offene Porosität und offenzellige
Struktur aufweisen und dabei gleichzeitig eine sehr geringe spezifische Dichte aufweisen.
[0020] In einer Ausgestaltung der Erfindung kann das Material des Dämpfereinsatzes aufgeschäumt
sein. Beispielsweise können zur Herstellung des Dämpfereinsatzes offenzellige und
eine hohe offene Porosität aufweisende Metallschäume, Keramikschäume, Kohlenstoffschäume
oder Kombinationen hiervon verwendet werden. Als vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn
der Dämpfereinsatz eine Porendichte von zwischen 5 ppi (pores per inch) und 200 ppi,
vorzugsweise zwischen 10 ppi und 100 ppi, aufweist. Die in dieser Beschreibung verwendete
Einheit pores per inch (ppi) kann anhand des Zusammenhangs 1 ppi = 0,039 Poren/mm
in die entsprechende SI-oder metrische Einheit umgerechnet werden.
[0021] Bei dieser Porendichte kann die Oberfläche maximiert werden und gleichzeitig gewährleistet
werden, dass mit den genannten Materialien die hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit
des Dämpfereinsatzes erhalten bleibt.
[0022] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die in dem Dämpfereinsatz ausgebildeten Poren
bzw. Hohlräume so untereinander und mit der Umgebung in Verbindung stehen, dass das
sich im Schalldämpfergehäuse bzw. in der zumindest einen Gasexpansionskammer expandierende
Gas während einer Expansionsphase zumindest teilweise von dem Dämpfereinsatz aufgenommen
und dadurch verlangsamt und/oder abgekühlt wird. Durch die untereinander und mit der
Umgebung in Verbindung stehenden Hohlräume bzw. Poren wird eine offenzellige Materialstruktur
bereitgestellt, die eine noch höhere spezifische Oberfläche und eine noch geringere
spezifische Dichte aufweist, wobei das expandierende Gas den Dämpfereinsatz durchströmen
kann. Bei gleichbleibender Dämpfungsleistung kann so die Größe und das Gewicht des
Schalldämpfers noch weiter reduziert werden. Bei gleichbleibender Größe des Schalldämpfers
kann hingegen die Dämpfleistung noch weiter erhöht werden.
[0023] Erfindungsgemäß sind in dem Dämpfereinsatz einseitig oder beidseitig offene Kanäle,
die in den Schusskanal münden, ausgebildet.
[0024] Dadurch können die sich expandierenden Gase schneller an ansonsten "verdeckt" liegende
Bereiche des Dämpfereinsatzes gelangen, sodass eine gleichmäßigere Ausbreitung des
Gases innerhalb des Dämpfereinsatzes gewährleistet wird.
[0025] Zumindest einige der Kanäle können untereinander verbunden sein.
[0026] Erfindungsgemäß ist der Dämpfereinsatz lösbar in dem Schalldämpfergehäuse angeordnet.
[0027] Damit kann der Dämpfereinsatz beispielsweise zu Reinigungszwecken aus dem Schalldämpfergehäuse
herausgenommen werden.
[0028] Es hat sich zudem gezeigt, dass sich der Dämpfereinsatz besonders einfach unter fließendem
Wasser oder in einer herkömmlichen Spülmaschine reinigen lässt.
[0029] In einer Ausgestaltung der Erfindung kann der Schusskanal des Schalldämpfers zumindest
teilweise in dem Dämpfereinsatz ausgebildet sein.
[0030] In dem Schalldämpfergehäuse des Schalldämpfers kann genau eine Gasexpansionskammer
ausgebildet sein, wobei in dieser einen Gasexpansionskammer genau ein Dämpfereinsatz
angeordnet ist.
[0031] Bereitgestellt wird des Weiteren eine Handfeuerwaffe, aufweisend einen erfindungsgemäßen
Schalldämpfer.
[0032] Ein nicht-erfindungsgemäßer Schalldämpfer für eine Feuerwaffe, insbesondere Handfeuerwaffe,
kann umfassen
- ein Schalldämpfergehäuse mit einer hinteren Stirnwand, die bei bestimmungsgemäßen
Gebrauch des Schalldämpfers einem Waffenlauf der Feuerwaffe zugewandt ist, und einer
der hinteren Stirnwand gegenüberliegenden vorderen Stirnwand, wobei in der hinteren
Stirnwand eine erste Öffnung und in der vorderen Stirnwand eine zweite Öffnung vorgesehen
sind, wobei zwischen den beiden Öffnungen ein Schusskanal verläuft, und
- eine Verschlusseinrichtung, die eine Verschlussklappe und ein mit der Verschlussklappe
zusammenwirkendes Stellmittel aufweist,
wobei die Verschlussklappe im Inneren des Schalldämpfergehäuses angeordnet und um
eine Schwenkachse schwenkbar gelagert ist, wobei die Verschlussklappe mit dem Stellmittel
zwischen einer ersten Schwenkstellung, in der die Verschlussklappe die erste Öffnung
weitgehend gasdicht verschließt, und einer zweiten Schwenkstellung, in der die Verschlussklappe
vollständig außerhalb des Schusskanals liegt, schwenkbar ist.
[0033] Mit Hilfe der Verschlussklappe wird verhindert, dass das in das Schalldämpfergehäuse
eingetretene heiße Gas wieder zwischen dem Schalldämpfer und dem Lauf aus dem Schalldämpfergehäuse
entweicht. Der Verschlussmechanismus bzw. die Verschlusseinrichtung ist so ausgestaltet,
dass die Verschlussklappe erst dann die erste Öffnung gasdicht verschließt, wenn das
aus dem Lauf austretende Gas nahezu vollständig von dem Schalldämpfergehäuse aufgenommen
wurde.
[0034] Ein Schalldämpfer mit einer solchen Verschlusseinrichtung kann in vorteilhafter Weise
für Feuerwaffen verwendet werden, bei denen der Schalldämpfer nicht fest mit dem Lauf
verbunden ist.
[0035] Das Stellmittel kann in der hinteren Stirnwand angeordnet sein und in axialer Richtung
relativ zum Schalldämpfergehäuse bewegbar sein, wobei das Stellmittel einerseits aus
der hinteren Stirnwand herausragt und andererseits in das Innere des Schalldämpfergehäuses
hineinragt, wobei ein Bewegen des Stellmittels ein Schwenken der Verschlussklappe
in die zweite Schwenkstellung bewirkt.
[0036] Vorteilhaft ist es, wenn der Verschlussklappe ein Rückstellmittel zugeordnet ist,
das angepasst ist, die Verschlussklappe von der zweiten Schwenkstellung in die erste
Schwenkstellung zu schwenken. Mit Hilfe des Stellmittels und des Rückstellmittels
kann so die Verschlussklappe zwischen der ersten Schwenkstellung und der zweiten Schwenkstellung
hin- und hergeschwenkt werden.
[0037] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Stellmittel angepasst ist, mit einem vorderen
Endabschnitt, insbesondere Lauf, Verschluss oder einem relativ zum Griffstück axial
bewegbaren Teil, der Feuerwaffe zusammenzuwirken.
[0038] Vorteilhaft ist hierbei, wenn durch ein axiales Bewegen des vorderen Endabschnittes
hin zur hinteren Stirnwand des Schalldämpfergehäuses das Stellmittel in axialer Richtung
ins Innere des Schalldämpfergehäuses bewegt wird und dadurch ein Schwenken der Verschlussklappe
in die zweite Schwenkstellung bewirkt. Vor Abgabe eines Schusses wird dadurch das
Stellmittel in das Innere des Schalldämpfergehäuses gedrückt, sodass das Stellmittel
die Verschlussklappe in die zweite Schwenkstellung bringt, bei der die Verschlussklappe
vollständig außerhalb des Schusskanals angeordnet ist. Nach Abgabe eines Schusses
bewegt sich der Lauf, der Verschluss oder das relativ zum Griffstück axial bewegbare
Teil nach hinten, sodass das Rückstellmittel die Verschlussklappe in die erste Schwenkstellung
bringen kann, bei der die Verschlussklappe die erste Öffnung in der hinteren Stirnwand
gasdicht verschließt. Gleichzeitig wird dabei das Stellmittel in axialer Richtung
nach hinten verschoben.
[0039] Das Stellmittel kann einen Bolzen umfassen.
[0040] Das Rückstellmittel kann eine Rückstellfeder umfassen.
Kurzbeschreibung der Figuren
[0041] Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sowie vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung. Es
zeigt:
- Fig. 1
- einen aus dem Stand der Technik bekannten Dämpfereinsatz;
- Fig. 2
- einen aus dem Stand der Technik bekannten Schalldämpfer, der nach dem sogenannten
"feuchten Prinzip" arbeitet;
- Fig. 3
- einen Dämpfereinsatz im Längsschnitt;
- Fig. 4
- einen erfindungsgemäßen Schalldämpfer mit einem Dämpfereinsatz in einem Längsschnitt;
- Fig. 5
- eine alternative Ausgestaltung eines Dämpfereinsatzes in einem Schalldämpfer;
- Fig. 6
- Detailansichten eines Ausschnittes eines Dämpfereinsatzes; und
- Fig. 7
- einen nicht erfindungsgemäßen Schalldämpfer mit einer Verschlusseinrichtung.
Detaillierte Beschreibung der Erfindung
[0042] Fig. 3 zeigt einen Dämpfereinsatz in einem Längsschnitt entlang der Längsachse LA. Der Dämpfereinsatz
30 ist hier einteilig ausgestaltet. Er kann aber auch mehrteilig ausgestaltet sein.
Die mehrteilige Ausgestaltung empfiehlt sich dann, wenn in dem Schalldämpfergehäuse
20 mehrere voneinander getrennte Gasexpansionskammern ausgestaltet sind.
[0043] Der Dämpfereinsatz 30 weist ein Material 30b auf, das eine hohe offene Porosität
und eine offenzellige Struktur aufweist. Beispielsweise kann der Dämpfereinsatz aus
einem Metall, insbesondere Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Eisen oder Kombinationen
hiervon, aus einer Keramik, aus Kohlenstoff oder Kombinationen hiervon hergestellt
werden.
[0044] Unter Verwendung der genannten Materialien kann die hohe offene Porosität bzw. offenzellige
Struktur mittels an sich bekannter Aufschäumverfahren hergestellt werden. So hergestellte
Materialien besitzen eine durch Poren und Hohlräume bedingte geringe Dichte und weisen
dabei gleichzeitig eine hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit auf, wodurch ein
extrem niedriges Gewicht des Dämpfereinsatzes erreicht wird. Durch die hohe offene
Porosität und offenzellige Struktur des Materials weist der Dämpfereinsatz eine extrem
große Oberfläche auf. Beispielsweise können so Dämpfereinsätze bereitgestellt werden,
dessen Oberfläche mehr als 1.000mal größer ist als die Oberfläche herkömmlicher Dämpfereinsätze.
Die extrem große Oberfläche ermöglicht es, dass die sich in der Expansionskammer des
Schalldämpfergehäuses expandierenden Gase einerseits extrem schnell abkühlen und andererseits
extrem schnell verlangsamt werden.
[0045] Aufgrund der offenzelligen Struktur des verwendeten Materials kann das expandierende
Gas das Material durchströmen.
[0046] Damit das expandierende Gas noch schneller und gleichmäßiger in den Dämpfereinsatz
30 eindringen kann, ist es vorgesehen, in dem Dämpfereinsatz Kanäle 31 vorzusehen,
die in den Schusskanal 23, der in dem Dämpfereinsatz 30 ausgebildet sein kann, münden.
Die Kanäle 31 können zudem über Querkanäle miteinander verbunden sein.
[0047] Beim Eintreten des heißen Explosionsgases in das Schalldämpfergehäuse wird das sich
in dem Schalldämpfergehäuse expandierende Gas in den Dämpfereinsatz hineingedrückt,
wodurch das Gas verlangsamt und abgekühlt wird.
[0048] Fig. 4 zeigt einen erfindungsgemäßen Schalldämpfer 10 mit einem Schalldämpfergehäuse 20
und einem im Schalldämpfergehäuse 20 angeordneten Dämpfereinsatz 30.
[0049] Das Schalldämpfergehäuse 20 weist eine hintere Stirnwand 21a auf, die bei bestimmungsgemäßen
Gebrauch des Schalldämpfers dem Lauf der Waffe zugewandt ist. Ferner weist das Schalldämpfergehäuse
20 eine vordere Stirnwand 21b auf, die der hinteren Stirnwand 21a gegenüberliegt.
[0050] In der hinteren Stirnwand 21a und in der vorderen Stirnwand 21b sind jeweils Öffnungen
22a, 22b ausgebildet, die über einen Schusskanal 23 miteinander verbunden sind. In
die hintere Öffnung 22a kann der Lauf der Waffe eingreifen. Der Schusskanal 23 selbst
kann hierbei in dem Dämpfereinsatz 30 ausgebildet sein, d.h. der Schusskanal 23 führt
durch den Dämpfereinsatz 30 hindurch.
[0051] Nach Abgabe eines Schusses gelangt das sich expandierende heiße Gas über die Öffnung
22a in der hinteren Stirnwand 21a in die Gasexpansionskammer 25, die in dem Schalldämpfergehäuse
20 ausgebildet ist. Dort wird das sich weiter expandierende heiße Gas in die offenporige
Struktur des Dämpfereinsatzes 30 hineingedrückt und dabei extrem schnell abgekühlt
und verlangsamt. Durch das extrem schnelle Abkühlen, das durch die extrem große Oberfläche
des Dämpfereinsatzes 30 erreicht wird, kann der erfindungsgemäße Schalldämpfer 10
auch für Waffen verwendet werden, an denen der Schalldämpfer nicht fest mit dem Waffenlauf
verbunden ist. Insbesondere kann der erfindungsgemäße Schalldämpfer auch für Waffen
verwendet werden, die einen beweglichen bzw. nach hinten laufenden Waffenlauf aufweisen.
Weil das Gas extrem schnell abkühlt, ist auch bei Waffen mit einem rücklaufenden Waffenlauf
weitgehend gewährleistet, dass zwischen dem Lauf und dem Schalldämpfer nahezu keine
Gase entweichen.
[0052] Gemäß der in Fig. 4 gezeigten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers
weist der Schalldämpfer an der hinteren Stirnwand 21a eine Befestigungsschiene 15
auf, mit der der Schalldämpfer an einem Griffstück der Waffe lösbar befestigt werden
kann. Der Waffenlauf kann sich so unabhängig von dem Schalldämpfer bewegen, was insbesondere
bei Waffen mit einem nach hinten laufenden und abkippenden Lauf von Vorteil ist.
[0053] Dennoch kann der erfindungsgemäße Schalldämpfer 10 auch an dem Lauf einer Waffe befestigt
werden, die einen rücklaufenden und abkippenden Lauf aufweisen. Denn aufgrund der
extrem niedrigen spezifischen Dichte des Materials des Dämpfereinsatzes kann ein besonders
leichter Schalldämpfer bereitgestellt werden, der die Rücklaufgeschwindigkeit des
Laufes und damit die Selbstladefunktion der Waffe nur unwesentlich bzw. gar nicht
beeinflusst.
[0054] Ein erfindungsgemäßer Schalldämpfer 10, der an einem Waffenlauf befestigt werden
kann, insbesondere auch an einem Waffenlauf einer Schusswaffe, die einen rücklaufenden
und abkippenden Lauf aufweist, ist in
Fig. 5 gezeigt. In dem Schalldämpfergehäuse 20 ist ein Dämpfereinsatz 30 angeordnet, wobei
auch hier in dem Dämpfereinsatz 30 der Schusskanal 23 ausgebildet ist. Der Dämpfereinsatz
30 weist ferner mehrere radial verlaufende Kanäle 31 auf, um das sich in der Gasexpansionskammer
expandierende Gas möglichst schnell auch in die randseitigen Bereiche des Dämpfereinsatzes
zu transportieren.
[0055] Je nach verwendetem Material und je nach Porosität können Dämpfereinsätze hergestellt
werden, die weniger als 250 Gramm bis hin zu weniger als 50 Gramm wiegen. Damit wird
das Gesamtgewicht des Schalldämpfers im Wesentlichen durch das Schalldämpfergehäuse
20 festgelegt.
[0056] Aufgrund der Eigenschaften des Dämpfereinsatzes kann die Größe des Schalldämpfers
bei gleichzeitiger Beibehaltung der Dämpfereigenschaften erheblich reduziert werden,
was wiederum zu einem reduzierten Gesamtgewicht des Schalldämpfers führt.
[0057] Weil das sich in der Gasexpansionskammer expandierende Gas aufgrund des Dämpfereinsatzes
30 extrem schnell abkühlt und damit verlangsamt, kann das Schalldämpfergehäuse 20
zumindest abschnittsweise aus einem leichteren Material gefertigt werden, sodass das
Gesamtgewicht des Schalldämpfers noch weiter reduziert werden kann. das Material des
Schalldämpfergehäuse 20 muss dabei nicht die Stabilität der Materialien herkömmlicher
Schalldämpfergehäuse aufweisen, weil das sich in der Gasexpansionskammer expandierende
Gas erheblich schneller abkühlt als bei herkömmlichen Schalldämpfern und der Druck
dabei ebenfalls erheblich schneller sinkt.
[0058] Fig. 6 zeigt in Abbildung (a) einen Ausschnitt eines für einen Dämpfereinsatz verwendeten
Materials, das eine Porendichte von 25 ppi aufweist und in Abbildung (b) einen Ausschnitt
eines Materials 30b für einen erfindungsgemäßen Dämpfereinsatz mit einer Porendichte
von 90 ppi. Die Poren bzw. Hohlräume sind so untereinander und mit der Umgebung verbunden,
dass das sich expandierende Gas durch den Dämpfereinsatz hindurchdurchströmen kann,
sodass im Vergleich zu herkömmlichen Dämpfereinsätzen auch innenliegende, von außen
nicht sichtbare Abschnitte des Dämpfereinsatzes effektiv zur Dämpfung beitragen.
[0059] Fig. 7 zeigt einen nicht erfindungsgemäßen Schalldämpfer mit einem Schalldämpfergehäuse
und mit einer Verschlusseinrichtung, wobei in Abbildung (a) der gesamte Schalldämpfer
relativ zum vorderen Endabschnitt einer Waffe, in Abbildung (c) der Schalldämpfer
im Bereich der hinteren Stirnwand mit der Verschlusseinrichtung in einer ersten Schwenkstellung,
und in Abbildung (b) die hintere Stirnwand des Schalldämpfergehäuses mit einer Verschlusseinrichtung
in einer zweiten Schwenkstellung gezeigt sind.
[0060] Das Schalldämpfergehäuse 20 weist in der hinteren Stirnwand 21a eine erste Öffnung
22a und in der vorderen Stirnwand 21b eine zweite Öffnung 22b auf, zwischen denen
ein Schusskanal 23 ausgebildet ist. Im Bereich der Öffnung 22a in der hinteren Stirnwand
21a ist eine Verschlusseinrichtung 40 angeordnet, mit der die Öffnung 22a gasdicht
verschlossen werden kann. Während der Abgabe eines Schusses ist die Verschlusseinrichtung
40 geöffnet, sodass das Geschoss ungehindert den Schusskanal 23 passieren kann. Nach
Abgabe eines Schusses wird die hintere Öffnung 22a mit Hilfe der Verschlusseinrichtung
40 verschlossen, sodass die in das Schalldämpfergehäuse eingetretenen heißen Gase
nicht mehr durch die hintere Öffnung 22a entweichen können und somit gezwungen werden,
sich im Schalldämpfergehäuse weiter zu expandieren und sich dort weiter abzukühlen.
[0061] Der genaue Ablauf wird mit Bezug auf die Abbildungen (b) und (c) der Fig. 7 näher
beschrieben.
[0062] In Abbildung (b) ist eine Verschlusseinrichtung 40 gezeigt, die sich in einer zweiten
Verschlussstellung bzw. Schwenkstellung S2 befindet. Die Verschlusseinrichtung besteht
aus einer Verschlussklappe 41 und aus einem mit der Verschlussklappe 41 zusammenwirkenden
Stellmittel 42. Die Verschlussklappe 41 ist im Inneren des Schalldämpfergehäuses 20
angeordnet und um eine Schwenkachse 43 schwenkbar gelagert. Das Stellmittel 42 ist
in der hinteren Stirnwand 21a axial verschiebbar gelagert. Ferner wirkt das Stellmittel
22 mit einem vorderen Endabschnitt 50, beispielsweise dem Verschlussstück 51 der Waffe,
zusammen.
[0063] In Abbildung (b) ist das Verschlussstück 51 der Waffe in einer Stellung vor Abgabe
eines Schusses gezeigt. Das Verschlussstück 51 liegt hierbei an der hinteren Stirnwand
21a des Schalldämpfers an, sodass das Verschlussstück das Stellmittel 42 soweit in
das Innere des Schalldämpfergehäuses hineinschiebt, dass dadurch die Verschlussklappe
41 in die zweite Schwenkstellung S2 gebracht wird, bei der die Verschlussklappe 41
vollständig außerhalb des Schusskanals 23 liegt und somit ein ungehindertes Passieren
des Projektils bei Abgabe des Schusses durch den Schusskanal 23 hindurch gewährleistet.
[0064] Nach Abgabe des Schusses bewegt sich das Verschlussstück 21 in axialer Richtung zurück
und entfernt sich dabei von der hinteren Stirnwand 21a des Schalldämpfers 10, wie
in Abbildung (c) gezeigt. Dadurch wird das Stellmittel 42 freigegeben bzw. das Stellmittel
42 wird von dem Verschlussstück 51 nicht mehr gegen die Verschlussklappe 41 gedrückt.
Mit einem der Verschlussklappe 41 zugeordneten Rückstellmittel, etwa eine Rückstellfeder
wird die Verschlussklappe 41 von der zweiten Schwenkstellung S2 in die erste Schwenkstellung
S1 gebracht, bei der die Verschlussklappe 41 die Öffnung 22a in der hinteren Stirnwand
21a weitgehend gasdicht verschließt. Durch das Schwenken der Verschlussklappe 41 von
der zweiten Schwenkstellung S2 in die erste Schwenkstellung S1 wird das Stellmittel
42 in axialer Richtung nach hinten bewegt, sodass das Stellmittel 42 teilweise an
der hinteren Stirnwand 21a herausragt.
[0065] Das Zurückbewegen des Verschlussstückes 51 und damit das Schwenken der Verschlussklappe
41 von der zweiten Schwenkstellung S2 in die erste Schwenkstellung S1 erfolgt aufgrund
der Trägheit des Verschlussstückes 51 mit einer gewissen, wenn auch minimalen Verzögerung,
die ausreichend ist, damit die Explosionsgase nach Abgabe des Schusses aus dem Lauf
der Waffe austreten und in das Schalldämpfergehäuse 20 eintreten können, bevor die
Verschlussklappe 41 die hintere Öffnung 22a vollständig verschließt. Nach Verschließen
der hinteren Öffnung 22a durch die Verschlussklappe 41 tritt an dieser Öffnung kein
Gas mehr aus. Rückgestaute Gase verbleiben im Inneren des Schalldämpfers, wo sie abgekühlt
und verlangsamt werden.
[0066] Nach dem Auswurf der Patronenhülse und nach dem Nachladen bewegt sich das Verschlussstück
21 wieder axial nach vorne bis es wieder die in Abbildung (b) gezeigte Stellung einnimmt
und die Verschlusseinrichtung 40 die hintere Öffnung 22a wieder freigibt.
[0067] Der in Fig. 7 gezeigte Schalldämpfer mit einer Verschlusseinrichtung 40 kann auch
in Kombination mit dem vorstehend genannten Dämpfereinsatz verwendet werden.
[0068] Der in Fig. 7 gezeigte Schalldämpfer 10 mit einer Verschlusseinrichtung 40 eignet
sich insbesondere für Waffen mit einem rücklaufenden Lauf, bei denen der Schalldämpfer
nicht an dem Lauf befestigt werden kann. Durch das Vorsehen der Verschlusseinrichtung
40 wird gewährleistet, dass zwischen dem Schalldämpfer und dem Lauf der Waffe nahezu
kein Gas mehr austritt, das einen Schalldruck erzeugen könnte. Die Verschlussklappe
41 muss lediglich solange geschlossen bleiben, bis die Explosionsgase auf eine vorbestimmte
Temperatur abgekühlt wurden bzw. bis sich die Explosionsgase unterhalb einer bestimmten
Geschwindigkeit verlangsamt haben, bei denen die austretenden Gase keinen Schalldruck
mehr verursachen.
Bezugszeichen:
[0069]
- 10
- Schalldämpfer
- 15
- Befestigungsschiene des Schalldämpfer 10
- 20
- Schalldämpfergehäuse
- 21a
- hintere Stirnwand des Schalldämpfergehäuses 20
- 21b
- vordere Stirnwand des Schalldämpfergehäuses 20
- 22a
- erste Öffnung in der hinteren Stirnwand 21a
- 22b
- zweite Öffnung in der vorderen Stirnwand 21b
- 23
- Schusskanal
- 25
- Gasexpansionskammer im Inneren des Schalldämpfergehäuses 20
- 30
- Dämpfereinsatz
- 30b
- Material des Dämpfereinsatzes 30
- 31
- Kanäle im Dämpfereinsatz 30
- 40
- Verschlusseinrichtung
- 41
- Verschlussklappe der Verschlusseinrichtung 40
- 42
- Stellmittel (z.B. beweglich gelagerter Bolzen)
- 43
- Schwenkachse
- 50
- vorderer Endabschnitt der Waffe
- 51
- Verschluss bzw. Verschlussstück der Waffe
- 60
- Dämpfereinsatz (Stand der Technik)
- 61
- Lamellen (Stand der Technik)
- 62
- Bohrung in den Lamellen (Stand der Technik)
- 63
- Dämpfermedium, z.B. Wasser (Stand der Technik)
- LA
- Längsachse des Schalldämpfers 10
- S1
- erste Schwenkstellung der Verschlussklappe 41
- S2
- zweite Schwenkstellung der Verschlussklappe 41
1. Schalldämpfer (10) für eine Handfeuerwaffe, umfassend
- ein Schalldämpfergehäuse (20) mit einer hinteren Stirnwand (21), die bei bestimmungsgemäßen
Gebrauch des Schalldämpfers einem Waffenlauf der Feuerwaffe zugewandt ist, und einer
der hinteren Stirnwand (21a) gegenüberliegenden vorderen Stirnwand (21b), wobei in
der hinteren Stirnwand (21a) eine erste Öffnung (22a) und in der vorderen Stirnwand
(21b) eine zweite Öffnung (22b) vorgesehen sind, wobei zwischen den beiden Öffnungen
(22a; 22b) ein Schusskanal (23) verläuft, und
- zumindest einen Dämpfereinsatz (30),
wobei im Inneren des Schalldämpfergehäuses (20) zumindest eine Gasexpansionskammer
(25) ausgebildet ist, die mit dem Schusskanal (23) verbunden ist, wobei in zumindest
einer der zumindest einen Gasexpansionskammer (25) der zumindest eine Dämpfereinsatz
(30) angeordnet ist, und wobei der zumindest eine Dämpfereinsatz (30) ein stabiles
und eine hohe offene Porosität aufweisendes Material aufweist, wobei das Material
des Dämpfereinsatzes (30) zumindest eines aus der Gruppe umfassend
- Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Eisen oder Kombinationen hiervon,
- Keramik,
- Kohlenstoff, Carbon,
- und Kombinationen hiervon,
aufweist,
wobei in dem Dämpfereinsatz (30) einseitig oder beidseitig offene Kanäle (31), die
in den Schusskanal (23) münden, ausgebildet sind, und wobei der Dämpfereinsatz (30)
lösbar in dem Schalldämpfergehäuse (20) angeordnet ist.
2. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Material des Dämpfereinsatzes
(30) aufgeschäumt ist.
3. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Dämpfereinsatz (30)
eine Porendichte von zwischen 5 ppi (pores per inch = 0,20 Poren/mm) und 200 ppi (7,9
Poren/mm), vorzugsweise zwischen 10 ppi (0,39 Poren/mm) und 100 ppi (3,9 Poren/mm),
aufweist.
4. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die in dem Dämpfereinsatz
(30) ausgebildeten Poren bzw. Hohlräume so untereinander und mit der Umgebung in Verbindung
stehen, dass das sich im Schalldämpfergehäuse (20) bzw. in der zumindest einen Gasexpansionskammer
(25) expandierende Gas während der Expansionsphase zumindest teilweise von dem Dämpfereinsatz
(30) aufgenommen und dadurch verlangsamt und/oder abgekühlt wird.
5. Schalldämpfer nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei zumindest einige der Kanäle
(31) untereinander verbunden sind.
6. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schusskanal (25)
zumindest teilweise in dem Dämpfereinsatz (30) ausgebildet ist.
7. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in dem Schalldämpfergehäuse
(20) genau eine Gasexpansionskammer (25) ausgebildet ist und wobei in dieser einen
Gasexpansionskammer (25) genau ein Dämpfereinsatz (30) angeordnet ist.
8. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Dämpfereinsatz (30)
einteilig ausgestaltet ist.
9. Handfeuerwaffe, aufweisend einen Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
1. Silencer (10) for a handgun, comprising
- a silencer housing (20) having a rear end wall (21) which faces a barrel of the
firearm when the silencer is used as intended, and a front end wall (21b) opposite
the rear end wall (21a), wherein a first opening (22a) is provided in the rear end
wall (21a) and a second opening (22b) is provided in the front end wall (21b), wherein
a firing channel (23) extends between the two openings (22a; 22b), and
- at least one silencer insert (30),
wherein at least one gas expansion chamber (25) is formed inside the silencer housing
(20) and is connected to the firing channel (23), wherein the at least one silencer
insert (30) is arranged in at least one of the at least one gas expansion chambers
(25), and wherein the at least one silencer insert (30) has a stable material with
a high open porosity, wherein the material of the silencer insert (30) comprises at
least one material from the group comprising
- aluminum, copper, zinc, nickel, iron or combinations thereof,
- ceramic,
- carbon,
- and combinations thereof,
wherein channels (31) which are open on one or both sides and open into the firing
channel (23) are formed in the silencer insert (30), and
wherein the silencer insert (30) is detachably arranged in the silencer housing (20).
2. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the material of the silencer
insert (30) is foamed.
3. Silencer according to either of the preceding claims, wherein the silencer insert
(30) has a pore density of between 5 ppi (pores per inch = 0.20 pores/mm) and 200
ppi (7.9 pores/mm), preferably between 10 ppi (0.39 pores/mm) and 100 ppi (3.9 pores/mm).
4. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the pores or cavities formed
in the silencer insert (30) are connected to one another and to the environment in
such a way that the gas expanding in the silencer housing (20) or in the at least
one gas expansion chamber (25) is at least partially absorbed by the silencer insert
(30) during the expansion phase and is thereby slowed down and/or cooled.
5. Silencer according to the preceding claim, wherein at least some of the channels (31)
are interconnected.
6. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the firing channel (25)
is formed at least partially in the silencer insert (30).
7. Silencer according to any of the preceding claims, wherein exactly one gas expansion
chamber (25) is formed in the silencer housing (20) and wherein exactly one silencer
insert (30) is arranged in this one gas expansion chamber (25).
8. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the silencer insert (30)
is designed in one piece.
9. Handgun comprising a silencer according to any of the preceding claims.
1. Silencieux (10) pour une arme de poing, comprenant
- un boîtier de silencieux (20) comportant une paroi frontale arrière (21), laquelle,
lors de l'usage conforme du silencieux, fait face à un canon de l'arme de poing, et
une paroi frontale avant (21b) opposée à la paroi frontale arrière (21a), dans lequel
une première ouverture (22a) est située dans la paroi frontale arrière (21a) et une
seconde ouverture (22b) est située dans la paroi frontale avant (21b), dans lequel
un canal de tir (23) s'étend entre les deux ouvertures (22a ; 22b), et
- au moins un insert amortisseur (30),
dans lequel au moins une chambre de dilatation de gaz (25) est formée à l'intérieur
du boîtier de silencieux (20), laquelle est reliée au canal de tir (23), dans lequel
l'au moins un insert amortisseur (30) est disposé dans l'au moins une des au moins
une chambre de dilatation de gaz (25), et dans lequel l'au moins un insert amortisseur
(30) comportant une matière stable présentant une porosité ouverte élevée, dans lequel
la matière de l'insert amortisseur (30) comporte au moins un élément dans le groupe
constitué par
- l'aluminium, le cuivre, le zinc, le nickel, le fer ou leurs combinaisons,
- la céramique,
- le carbone, le noir de carbone,
- et leurs
combinaisons,
dans lequel des canaux (31) ouverts sur un côté ou sur les deux côtés, lesquels débouchent
dans le canal de tir (23), sont formés dans l'insert amortisseur (30), et
dans lequel l'insert amortisseur (30) est disposé de manière amovible dans le boîtier
de silencieux (20).
2. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la matière
de l'insert amortisseur (30) est expansée.
3. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel l'insert
amortisseur (30) présente une densité de pores comprise entre 5 ppi (pores par pouce
= 0,20 pores/mm) et 200 ppi (7,9 pores/mm), de préférence entre 10 ppi (0,39 pores/mm)
et 100 ppi (3,9 pores/mm).
4. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel les
pores ou cavités formées dans l'insert amortisseur (30) sont reliées les unes aux
autres et à l'environnement de telle sorte que le gaz se dilatant dans le boîtier
de silencieux (20) ou dans l'au moins une chambre de dilatation de gaz (25) est au
moins partiellement absorbé par l'insert amortisseur (30) pendant la phase de dilatation
et est ainsi ralenti et/ou refroidi.
5. Silencieux selon la revendication précédente, dans lequel au moins certains des canaux
(31) sont reliés les uns aux autres.
6. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le canal
de tir (25) est formé au moins partiellement dans l'insert amortisseur (30).
7. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel exactement
une chambre de dilatation de gaz (25) est formée dans le boîtier de silencieux (20)
et dans lequel exactement un insert amortisseur (30) est disposé dans ladite chambre
de dilatation de gaz (25).
8. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel l'insert
amortisseur (30) est conçu monobloc.
9. Arme de poing comportant un silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes.