(19)
(11) EP 3 455 578 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
17.08.2022  Patentblatt  2022/33

(21) Anmeldenummer: 16722237.1

(22) Anmeldetag:  12.05.2016
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
F41A 21/30(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
F41A 21/30
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2016/060794
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2017/194150 (16.11.2017 Gazette  2017/46)

(54)

SCHALLDÄMPFER FÜR EINE FEUERWAFFE

SILENCER FOR A FIREARM

SILENCIEUX POUR UNE ARME À FEU


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
20.03.2019  Patentblatt  2019/12

(73) Patentinhaber: Christandl, Dieter
8160 Weiz (AT)

(72) Erfinder:
  • FISCHER, Oliver
    6971 Hard (AT)
  • HOFER, Robert
    8181 St. Ruprecht/Raab (AT)
  • HAIDER, Alexander
    8200 Albersdorf (AT)
  • CHRISTANDL, Josef
    8181 St. Ruprecht/Raab (AT)
  • CHRISTANDL, Dieter
    8160 Weiz (AT)

(74) Vertreter: 2s-ip Schramm Schneider Bertagnoll Patent- und Rechtsanwälte Part mbB 
Postfach 86 02 67
81629 München
81629 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-99/04215
US-A1- 2015 354 422
US-A1- 2014 076 136
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung

    Gebiet der Erfindung



    [0001] Die Erfindung betrifft einen Schalldämpfer für eine Handfeuerwaffe sowie eine Handfeuerwaffe einem erfindungsgemäßen Schalldämpfer.

    Hintergrund der Erfindung



    [0002] Unter dem Begriff "Handfeuerwaffe" werden Faustfeuerwaffen verstanden, etwa Rückstoßladerwaffen, Gasdruckladerwaffen, Pistolen oder dergleichen. Die Erfindung wird am Beispiel einer Handfeuerwaffe beschrieben, obwohl die vorliegende Erfindung hierauf nicht beschränkt ist und auch bei Langwaffen zum Einsatz kommen kann.

    [0003] Es ist bekannt, Schusswaffen mit einem Schalldämpfer auszurüsten, um die Schallemission bei Abgabe eines Schusses zu reduzieren. Schalldämpfer funktionieren hierbei in der Regel so, dass die aus dem Lauf der Waffe austretenden heißen Gase durch den Schalldämpfer gekühlt und/oder durch Verwirbelung verlangsamt bzw. entspannt werden. Vorteilhaft ist es hierbei, wenn der Schalldämpfer mit dem Lauf der Waffe über ein Gewinde oder dergleichen verbunden ist, sodass der Schalldämpfer weitgehend gasdicht am Lauf angeordnet ist. Zwischen dem Lauf und dem Schalldämpfer können so keine Gase austreten, was die Dämpfleistung beeinträchtigen kann.

    [0004] Wird der Schalldämpfer hingegen nicht fest an dem Lauf der Waffe befestigt, können in nachteiliger Weise rückgestaute Gase zwischen dem Lauf und dem Schalldämpfer aus dem Schalldämpfer austreten und so einen nicht gewollten Schalldruck verursachen.

    [0005] Bei Pistolen, dessen Lauf beim Nachladen zurückgezogen wird und nach hinten abkippt (Petter-Browning-System) können herkömmliche Schalldämpfer aufgrund ihres Gewichtes nicht fest mit dem Lauf verbunden werden. Denn ein am Lauf befestigter Schalldämpfer erhöht die beim Schuss zurücklaufende Masse, wodurch die Rücklaufgeschwindigkeit von Lauf und Verschluss abnimmt. Dies kann zur Folge haben, dass die Selbstladefunktion der Waffe entweder vollständig unterbleibt oder es zu Funktionsstörungen kommen kann. In der Praxis wurde versucht, dieses Problem durch leichtere bzw. kleinere Schalldämpfer zu lösen. Dies hat allerdings den Nachteil, dass bei entsprechend leichten Schalldämpfern die Stabilität des Schalldämpfers nachlässt und dass bei kleineren Schalldämpfern die Dämpfwirkung mitunter zum Teil erheblich reduziert wird. Alternativ wird versucht, den Schalldämpfer nicht am Lauf oder am Verschlussstück zu befestigen, sondern am Griffstück der Waffe. Dies hat allerdings den Nachteil, dass während des Nachladezyklus Gase zwischen dem Schalldämpfer und dem Lauf aus dem Schalldämpfer austreten, was die Dämpfleistung erheblich reduziert.

    [0006] Ein weiterer Nachteil herkömmlicher Schalldämpfer ist der sogenannte Erstschussknall bzw. Erstschusseffekt (First-Round-Pop). Das bedeutet, dass die vollständige Dämpfleistung erst beim zweiten Schuss erreicht wird.

    [0007] Schalldämpfer weisen üblicherweise ein Schalldämpfergehäuse und einen im Schalldämpfergehäuse angeordneten Dämpfereinsatz auf. Ein aus dem Stand der Technik bekannter Dämpfereinsatz ist in Fig. 1 gezeigt. Der Dämpfereinsatz 60 weist eine starre Struktur auf, die mehrere Lamellen 61 aufweist. In den Lamellen 61 können Bohrungen 62 angeordnet sein. Je nach Schalldämpfer und verwendeter Munition können die aus dem Stand der Technik bekannten Dämpfereinsätze 60 eine unterschiedliche starre Struktur aufweisen. Um die gewünschte Dämpfleistung zu erzielen, muss für den Dämpfereinsatz 60 ein stabiles Material, beispielsweise Metall, verwendet werden. Damit einher geht allerdings ein hohes Gewicht des gesamten Schalldämpfers. Der im vorderen Ende der Waffe montierte Schalldämpfer führt daher zu einer meist ungünstigen Verlagerung des Gesamtschwerpunktes der Waffe.

    [0008] Ferner sind aus dem Stand der Technik Schalldämpfer bekannt, die nach dem sogenannten "feuchten Prinzip" arbeiten. Ein solcher Schalldämpfer, der in Fig. 2 gezeigt ist, ist aus der EP 1 764 577 A1 bekannt. In dem Schalldämpfergehäuse 20 ist ein Dämpfermedium 63, insbesondere Wasser, angeordnet, das aufgrund der vorbeiströmenden heißen Explosionsgase teilweise verdampft, wobei trotz der Volumenzunahme bei der Verdampfung die Explosionsgase so stark abgekühlt werden, dass der Mündungsknall verringert wird. Anstelle von stabilen Dämpfereinsätzen, wie in Fig. 1 gezeigt, müssen lediglich entsprechende Kammern vorgesehen sein, in denen das Wasser 63 aufgenommen wird. Weil Wasser ein wesentlich geringeres spezifisches Gewicht als z.B. Stahl aufweist, kann das Gesamtgewicht des Schalldämpfers reduziert werden. Nachteilig hierbei ist allerdings, dass bereits nach wenigen Schüssen der Schalldämpfer mit einem neuen Dämpfermedium aufgefüllt werden muss.

    [0009] US2015/354422A1 und WO99/04215A1 offenbaren Mündungsaufsätze unter Verwendung von porösem Dämpfungsmaterial.

    Aufgabe der Erfindung



    [0010] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, einen Schalldämpfer für eine Feuerwaffe bereitzustellen, der die aus dem Stand der Technik bekannten Nachteile zumindest teilweise vermeidet und der ein wesentlich geringeres Gewicht aufweist, als die aus dem Stand der Technik bekannten Schalldämpfer, und der auch ohne dem Schalldämpfer zuzuführenden Zusätze, etwa Wasser, die gewünschte Dämpfwirkung erzielt.

    Erfindungsgemäße Lösung



    [0011] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Schalldämpfer für eine Handfeuerwaffe sowie eine Handfeuerwaffe mit einem erfindungsgemäßen Schalldämpfer nach den unabhängigen Ansprüchen gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den jeweiligen abhängigen Ansprüchen angegeben.

    [0012] Bereitgestellt wird demnach ein Schalldämpfer für eine

    Handfeuerwaffe, umfassend



    [0013] 
    • ein Schalldämpfergehäuse mit einer hinteren Stirnwand, die bei bestimmungsgemäßen Gebrauch des Schalldämpfers einem Waffenlauf der Feuerwaffe zugewandt ist, und einer der hinteren Stirnwand gegenüberliegenden vorderen Stirnwand, wobei in der hinteren Stirnwand eine erste Öffnung und in der vorderen Stirnwand eine zweite Öffnung vorgesehen sind, wobei zwischen den beiden Öffnungen ein Schusskanal verläuft, und
    • zumindest einen Dämpfereinsatz,
    wobei im Inneren des Schalldämpfergehäuses zumindest eine Gasexpansionskammer ausgebildet ist, die mit dem Schusskanal verbunden ist, wobei in zumindest einer der zumindest einen Gasexpansionskammer der zumindest eine Dämpfereinsatz angeordnet ist, und wobei der zumindest eine Dämpfereinsatz ein stabiles und eine hohe offene Porosität aufweisendes Material aufweist, wobei das Material des Dämpfereinsatzes zumindest eines aus der Gruppe umfassend
    • Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Eisen oder Kombinationen hiervon,
    • Keramik,
    • Kohlenstoff, Carbon,
    • und Kombinationen hiervon, aufweist, wobei in dem Dämpfereinsatz einseitig oder beidseitig offene Kanäle, die in den Schusskanal münden, ausgebildet sind, und wobei der Dämpfereinsatz lösbar in dem Schalldämpfergehäuse angeordnet ist.


    [0014] "Stabil" bzw. "stabiles Material" bedeutet hierbei, dass der Dämpfereinsatz trotz der hohen offenen Porosität eine hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit aufweist.

    [0015] Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Schalldämpfers gegenüber aus dem Stand der Technik bekannten Schalldämpfern liegt darin, dass der Dämpfereinsatz aufgrund der hohen offenen Porosität ein erheblich geringeres Gewicht aufweist als Dämpfereinsätze der aus dem Stand der Technik bekannten Schalldämpfer. Das spezifische Gewicht des erfindungsgemäßen Dämpfereinsatzes kann dabei sogar deutlich unterhalb des spezifischen Gewichtes von Wasser liegen. Das Gesamtgewicht des Schalldämpfers kann so erheblich reduziert werden, sodass sich der erfindungsgemäße Schalldämpfer auch für Feuerwaffen mit einem beweglichen Lauf eignet.

    [0016] Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass auch bei Schalldämpfern, die nicht fest an dem Lauf der Feuerwaffe befestigt sind (beispielsweise kann der Schalldämpfer am Griffstück der Waffe befestigt sein), die gewünschte Dämpfleistung erzielt wird. Denn durch die hohe offene Porosität des Dämpfereinsatzes weist der Dämpfereinsatz des erfindungsgemäßen Schalldämpfers eine deutlich größere Oberfläche auf als ein Dämpfereinsatz eines aus dem Stand der Technik bekannten Schalldämpfers. Bei einer entsprechenden Porendichte kann die Oberfläche des Dämpfereinsatzes des erfindungsgemäßen Schalldämpfers mehr als 1.000mal größer sein als die Oberfläche eines Dämpfereinsatzes eines aus dem Stand der Technik bekannten Schalldämpfers. Dadurch können die aus dem Lauf austretenden und in den relativ zum Lauf feststehenden Schalldämpfer eintretenden heißen Gase extrem schnell abgekühlt werden, sodass der Druck der sich im Schalldämpfer befindlichen Explosionsgase soweit reduziert wird, dass nahezu keine rückgestauten Gase zwischen Lauf und Schalldämpfer austreten. Sollte dennoch zwischen Lauf und Schalldämpfer Gas austreten, so geschieht dies mit einer erheblich verringerten Geschwindigkeit, die keinen Schalldruck mehr zur Folge hat.

    [0017] Ein noch weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Schalldämpfers liegt darin, dass durch die hohe offene Porosität des Materials des Dämpfereinsatzes ein Erstschussknall bzw. Erstschusseffekt (First-Round-Pop) ausbleibt. Der erfindungsgemäße Schalldämpfer entfaltet also bereits bei dem ersten Schuss die volle Dämpfleistung.

    [0018] Erfindungsgemäß ist das Material des Dämpfereinsatzes ausgewählt aus der Gruppe umfassend
    • Metall, insbesondere Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Eisen oder Kombinationen hiervon,
    • Keramik,
    • Kohlenstoff, Carbon,
    • und Kombinationen hiervon.


    [0019] Diese Materialien bzw. Materialkombinationen zeichnen sich durch die hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit aus. Andererseits hat sich gezeigt, dass mit diesen Materialien besonders vorteilhaft Dämpfereinsätze hergestellt werden können, die neben der hohen spezifischen Steifigkeit und Festigkeit auch eine hohe offene Porosität und offenzellige Struktur aufweisen und dabei gleichzeitig eine sehr geringe spezifische Dichte aufweisen.

    [0020] In einer Ausgestaltung der Erfindung kann das Material des Dämpfereinsatzes aufgeschäumt sein. Beispielsweise können zur Herstellung des Dämpfereinsatzes offenzellige und eine hohe offene Porosität aufweisende Metallschäume, Keramikschäume, Kohlenstoffschäume oder Kombinationen hiervon verwendet werden. Als vorteilhaft hat sich erwiesen, wenn der Dämpfereinsatz eine Porendichte von zwischen 5 ppi (pores per inch) und 200 ppi, vorzugsweise zwischen 10 ppi und 100 ppi, aufweist. Die in dieser Beschreibung verwendete Einheit pores per inch (ppi) kann anhand des Zusammenhangs 1 ppi = 0,039 Poren/mm in die entsprechende SI-oder metrische Einheit umgerechnet werden.

    [0021] Bei dieser Porendichte kann die Oberfläche maximiert werden und gleichzeitig gewährleistet werden, dass mit den genannten Materialien die hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit des Dämpfereinsatzes erhalten bleibt.

    [0022] Besonders vorteilhaft ist es, wenn die in dem Dämpfereinsatz ausgebildeten Poren bzw. Hohlräume so untereinander und mit der Umgebung in Verbindung stehen, dass das sich im Schalldämpfergehäuse bzw. in der zumindest einen Gasexpansionskammer expandierende Gas während einer Expansionsphase zumindest teilweise von dem Dämpfereinsatz aufgenommen und dadurch verlangsamt und/oder abgekühlt wird. Durch die untereinander und mit der Umgebung in Verbindung stehenden Hohlräume bzw. Poren wird eine offenzellige Materialstruktur bereitgestellt, die eine noch höhere spezifische Oberfläche und eine noch geringere spezifische Dichte aufweist, wobei das expandierende Gas den Dämpfereinsatz durchströmen kann. Bei gleichbleibender Dämpfungsleistung kann so die Größe und das Gewicht des Schalldämpfers noch weiter reduziert werden. Bei gleichbleibender Größe des Schalldämpfers kann hingegen die Dämpfleistung noch weiter erhöht werden.

    [0023] Erfindungsgemäß sind in dem Dämpfereinsatz einseitig oder beidseitig offene Kanäle, die in den Schusskanal münden, ausgebildet.

    [0024] Dadurch können die sich expandierenden Gase schneller an ansonsten "verdeckt" liegende Bereiche des Dämpfereinsatzes gelangen, sodass eine gleichmäßigere Ausbreitung des Gases innerhalb des Dämpfereinsatzes gewährleistet wird.

    [0025] Zumindest einige der Kanäle können untereinander verbunden sein.

    [0026] Erfindungsgemäß ist der Dämpfereinsatz lösbar in dem Schalldämpfergehäuse angeordnet.

    [0027] Damit kann der Dämpfereinsatz beispielsweise zu Reinigungszwecken aus dem Schalldämpfergehäuse herausgenommen werden.

    [0028] Es hat sich zudem gezeigt, dass sich der Dämpfereinsatz besonders einfach unter fließendem Wasser oder in einer herkömmlichen Spülmaschine reinigen lässt.

    [0029] In einer Ausgestaltung der Erfindung kann der Schusskanal des Schalldämpfers zumindest teilweise in dem Dämpfereinsatz ausgebildet sein.

    [0030] In dem Schalldämpfergehäuse des Schalldämpfers kann genau eine Gasexpansionskammer ausgebildet sein, wobei in dieser einen Gasexpansionskammer genau ein Dämpfereinsatz angeordnet ist.

    [0031] Bereitgestellt wird des Weiteren eine Handfeuerwaffe, aufweisend einen erfindungsgemäßen Schalldämpfer.

    [0032] Ein nicht-erfindungsgemäßer Schalldämpfer für eine Feuerwaffe, insbesondere Handfeuerwaffe, kann umfassen
    • ein Schalldämpfergehäuse mit einer hinteren Stirnwand, die bei bestimmungsgemäßen Gebrauch des Schalldämpfers einem Waffenlauf der Feuerwaffe zugewandt ist, und einer der hinteren Stirnwand gegenüberliegenden vorderen Stirnwand, wobei in der hinteren Stirnwand eine erste Öffnung und in der vorderen Stirnwand eine zweite Öffnung vorgesehen sind, wobei zwischen den beiden Öffnungen ein Schusskanal verläuft, und
    • eine Verschlusseinrichtung, die eine Verschlussklappe und ein mit der Verschlussklappe zusammenwirkendes Stellmittel aufweist,
    wobei die Verschlussklappe im Inneren des Schalldämpfergehäuses angeordnet und um eine Schwenkachse schwenkbar gelagert ist, wobei die Verschlussklappe mit dem Stellmittel zwischen einer ersten Schwenkstellung, in der die Verschlussklappe die erste Öffnung weitgehend gasdicht verschließt, und einer zweiten Schwenkstellung, in der die Verschlussklappe vollständig außerhalb des Schusskanals liegt, schwenkbar ist.

    [0033] Mit Hilfe der Verschlussklappe wird verhindert, dass das in das Schalldämpfergehäuse eingetretene heiße Gas wieder zwischen dem Schalldämpfer und dem Lauf aus dem Schalldämpfergehäuse entweicht. Der Verschlussmechanismus bzw. die Verschlusseinrichtung ist so ausgestaltet, dass die Verschlussklappe erst dann die erste Öffnung gasdicht verschließt, wenn das aus dem Lauf austretende Gas nahezu vollständig von dem Schalldämpfergehäuse aufgenommen wurde.

    [0034] Ein Schalldämpfer mit einer solchen Verschlusseinrichtung kann in vorteilhafter Weise für Feuerwaffen verwendet werden, bei denen der Schalldämpfer nicht fest mit dem Lauf verbunden ist.

    [0035] Das Stellmittel kann in der hinteren Stirnwand angeordnet sein und in axialer Richtung relativ zum Schalldämpfergehäuse bewegbar sein, wobei das Stellmittel einerseits aus der hinteren Stirnwand herausragt und andererseits in das Innere des Schalldämpfergehäuses hineinragt, wobei ein Bewegen des Stellmittels ein Schwenken der Verschlussklappe in die zweite Schwenkstellung bewirkt.

    [0036] Vorteilhaft ist es, wenn der Verschlussklappe ein Rückstellmittel zugeordnet ist, das angepasst ist, die Verschlussklappe von der zweiten Schwenkstellung in die erste Schwenkstellung zu schwenken. Mit Hilfe des Stellmittels und des Rückstellmittels kann so die Verschlussklappe zwischen der ersten Schwenkstellung und der zweiten Schwenkstellung hin- und hergeschwenkt werden.

    [0037] Besonders vorteilhaft ist es, wenn das Stellmittel angepasst ist, mit einem vorderen Endabschnitt, insbesondere Lauf, Verschluss oder einem relativ zum Griffstück axial bewegbaren Teil, der Feuerwaffe zusammenzuwirken.

    [0038] Vorteilhaft ist hierbei, wenn durch ein axiales Bewegen des vorderen Endabschnittes hin zur hinteren Stirnwand des Schalldämpfergehäuses das Stellmittel in axialer Richtung ins Innere des Schalldämpfergehäuses bewegt wird und dadurch ein Schwenken der Verschlussklappe in die zweite Schwenkstellung bewirkt. Vor Abgabe eines Schusses wird dadurch das Stellmittel in das Innere des Schalldämpfergehäuses gedrückt, sodass das Stellmittel die Verschlussklappe in die zweite Schwenkstellung bringt, bei der die Verschlussklappe vollständig außerhalb des Schusskanals angeordnet ist. Nach Abgabe eines Schusses bewegt sich der Lauf, der Verschluss oder das relativ zum Griffstück axial bewegbare Teil nach hinten, sodass das Rückstellmittel die Verschlussklappe in die erste Schwenkstellung bringen kann, bei der die Verschlussklappe die erste Öffnung in der hinteren Stirnwand gasdicht verschließt. Gleichzeitig wird dabei das Stellmittel in axialer Richtung nach hinten verschoben.

    [0039] Das Stellmittel kann einen Bolzen umfassen.

    [0040] Das Rückstellmittel kann eine Rückstellfeder umfassen.

    Kurzbeschreibung der Figuren



    [0041] Einzelheiten und Merkmale der Erfindung sowie vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung. Es zeigt:
    Fig. 1
    einen aus dem Stand der Technik bekannten Dämpfereinsatz;
    Fig. 2
    einen aus dem Stand der Technik bekannten Schalldämpfer, der nach dem sogenannten "feuchten Prinzip" arbeitet;
    Fig. 3
    einen Dämpfereinsatz im Längsschnitt;
    Fig. 4
    einen erfindungsgemäßen Schalldämpfer mit einem Dämpfereinsatz in einem Längsschnitt;
    Fig. 5
    eine alternative Ausgestaltung eines Dämpfereinsatzes in einem Schalldämpfer;
    Fig. 6
    Detailansichten eines Ausschnittes eines Dämpfereinsatzes; und
    Fig. 7
    einen nicht erfindungsgemäßen Schalldämpfer mit einer Verschlusseinrichtung.

    Detaillierte Beschreibung der Erfindung



    [0042] Fig. 3 zeigt einen Dämpfereinsatz in einem Längsschnitt entlang der Längsachse LA. Der Dämpfereinsatz 30 ist hier einteilig ausgestaltet. Er kann aber auch mehrteilig ausgestaltet sein. Die mehrteilige Ausgestaltung empfiehlt sich dann, wenn in dem Schalldämpfergehäuse 20 mehrere voneinander getrennte Gasexpansionskammern ausgestaltet sind.

    [0043] Der Dämpfereinsatz 30 weist ein Material 30b auf, das eine hohe offene Porosität und eine offenzellige Struktur aufweist. Beispielsweise kann der Dämpfereinsatz aus einem Metall, insbesondere Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Eisen oder Kombinationen hiervon, aus einer Keramik, aus Kohlenstoff oder Kombinationen hiervon hergestellt werden.

    [0044] Unter Verwendung der genannten Materialien kann die hohe offene Porosität bzw. offenzellige Struktur mittels an sich bekannter Aufschäumverfahren hergestellt werden. So hergestellte Materialien besitzen eine durch Poren und Hohlräume bedingte geringe Dichte und weisen dabei gleichzeitig eine hohe spezifische Steifigkeit und Festigkeit auf, wodurch ein extrem niedriges Gewicht des Dämpfereinsatzes erreicht wird. Durch die hohe offene Porosität und offenzellige Struktur des Materials weist der Dämpfereinsatz eine extrem große Oberfläche auf. Beispielsweise können so Dämpfereinsätze bereitgestellt werden, dessen Oberfläche mehr als 1.000mal größer ist als die Oberfläche herkömmlicher Dämpfereinsätze. Die extrem große Oberfläche ermöglicht es, dass die sich in der Expansionskammer des Schalldämpfergehäuses expandierenden Gase einerseits extrem schnell abkühlen und andererseits extrem schnell verlangsamt werden.

    [0045] Aufgrund der offenzelligen Struktur des verwendeten Materials kann das expandierende Gas das Material durchströmen.

    [0046] Damit das expandierende Gas noch schneller und gleichmäßiger in den Dämpfereinsatz 30 eindringen kann, ist es vorgesehen, in dem Dämpfereinsatz Kanäle 31 vorzusehen, die in den Schusskanal 23, der in dem Dämpfereinsatz 30 ausgebildet sein kann, münden. Die Kanäle 31 können zudem über Querkanäle miteinander verbunden sein.

    [0047] Beim Eintreten des heißen Explosionsgases in das Schalldämpfergehäuse wird das sich in dem Schalldämpfergehäuse expandierende Gas in den Dämpfereinsatz hineingedrückt, wodurch das Gas verlangsamt und abgekühlt wird.

    [0048] Fig. 4 zeigt einen erfindungsgemäßen Schalldämpfer 10 mit einem Schalldämpfergehäuse 20 und einem im Schalldämpfergehäuse 20 angeordneten Dämpfereinsatz 30.

    [0049] Das Schalldämpfergehäuse 20 weist eine hintere Stirnwand 21a auf, die bei bestimmungsgemäßen Gebrauch des Schalldämpfers dem Lauf der Waffe zugewandt ist. Ferner weist das Schalldämpfergehäuse 20 eine vordere Stirnwand 21b auf, die der hinteren Stirnwand 21a gegenüberliegt.

    [0050] In der hinteren Stirnwand 21a und in der vorderen Stirnwand 21b sind jeweils Öffnungen 22a, 22b ausgebildet, die über einen Schusskanal 23 miteinander verbunden sind. In die hintere Öffnung 22a kann der Lauf der Waffe eingreifen. Der Schusskanal 23 selbst kann hierbei in dem Dämpfereinsatz 30 ausgebildet sein, d.h. der Schusskanal 23 führt durch den Dämpfereinsatz 30 hindurch.

    [0051] Nach Abgabe eines Schusses gelangt das sich expandierende heiße Gas über die Öffnung 22a in der hinteren Stirnwand 21a in die Gasexpansionskammer 25, die in dem Schalldämpfergehäuse 20 ausgebildet ist. Dort wird das sich weiter expandierende heiße Gas in die offenporige Struktur des Dämpfereinsatzes 30 hineingedrückt und dabei extrem schnell abgekühlt und verlangsamt. Durch das extrem schnelle Abkühlen, das durch die extrem große Oberfläche des Dämpfereinsatzes 30 erreicht wird, kann der erfindungsgemäße Schalldämpfer 10 auch für Waffen verwendet werden, an denen der Schalldämpfer nicht fest mit dem Waffenlauf verbunden ist. Insbesondere kann der erfindungsgemäße Schalldämpfer auch für Waffen verwendet werden, die einen beweglichen bzw. nach hinten laufenden Waffenlauf aufweisen. Weil das Gas extrem schnell abkühlt, ist auch bei Waffen mit einem rücklaufenden Waffenlauf weitgehend gewährleistet, dass zwischen dem Lauf und dem Schalldämpfer nahezu keine Gase entweichen.

    [0052] Gemäß der in Fig. 4 gezeigten Ausgestaltung eines erfindungsgemäßen Schalldämpfers weist der Schalldämpfer an der hinteren Stirnwand 21a eine Befestigungsschiene 15 auf, mit der der Schalldämpfer an einem Griffstück der Waffe lösbar befestigt werden kann. Der Waffenlauf kann sich so unabhängig von dem Schalldämpfer bewegen, was insbesondere bei Waffen mit einem nach hinten laufenden und abkippenden Lauf von Vorteil ist.

    [0053] Dennoch kann der erfindungsgemäße Schalldämpfer 10 auch an dem Lauf einer Waffe befestigt werden, die einen rücklaufenden und abkippenden Lauf aufweisen. Denn aufgrund der extrem niedrigen spezifischen Dichte des Materials des Dämpfereinsatzes kann ein besonders leichter Schalldämpfer bereitgestellt werden, der die Rücklaufgeschwindigkeit des Laufes und damit die Selbstladefunktion der Waffe nur unwesentlich bzw. gar nicht beeinflusst.

    [0054] Ein erfindungsgemäßer Schalldämpfer 10, der an einem Waffenlauf befestigt werden kann, insbesondere auch an einem Waffenlauf einer Schusswaffe, die einen rücklaufenden und abkippenden Lauf aufweist, ist in Fig. 5 gezeigt. In dem Schalldämpfergehäuse 20 ist ein Dämpfereinsatz 30 angeordnet, wobei auch hier in dem Dämpfereinsatz 30 der Schusskanal 23 ausgebildet ist. Der Dämpfereinsatz 30 weist ferner mehrere radial verlaufende Kanäle 31 auf, um das sich in der Gasexpansionskammer expandierende Gas möglichst schnell auch in die randseitigen Bereiche des Dämpfereinsatzes zu transportieren.

    [0055] Je nach verwendetem Material und je nach Porosität können Dämpfereinsätze hergestellt werden, die weniger als 250 Gramm bis hin zu weniger als 50 Gramm wiegen. Damit wird das Gesamtgewicht des Schalldämpfers im Wesentlichen durch das Schalldämpfergehäuse 20 festgelegt.

    [0056] Aufgrund der Eigenschaften des Dämpfereinsatzes kann die Größe des Schalldämpfers bei gleichzeitiger Beibehaltung der Dämpfereigenschaften erheblich reduziert werden, was wiederum zu einem reduzierten Gesamtgewicht des Schalldämpfers führt.

    [0057] Weil das sich in der Gasexpansionskammer expandierende Gas aufgrund des Dämpfereinsatzes 30 extrem schnell abkühlt und damit verlangsamt, kann das Schalldämpfergehäuse 20 zumindest abschnittsweise aus einem leichteren Material gefertigt werden, sodass das Gesamtgewicht des Schalldämpfers noch weiter reduziert werden kann. das Material des Schalldämpfergehäuse 20 muss dabei nicht die Stabilität der Materialien herkömmlicher Schalldämpfergehäuse aufweisen, weil das sich in der Gasexpansionskammer expandierende Gas erheblich schneller abkühlt als bei herkömmlichen Schalldämpfern und der Druck dabei ebenfalls erheblich schneller sinkt.

    [0058] Fig. 6 zeigt in Abbildung (a) einen Ausschnitt eines für einen Dämpfereinsatz verwendeten Materials, das eine Porendichte von 25 ppi aufweist und in Abbildung (b) einen Ausschnitt eines Materials 30b für einen erfindungsgemäßen Dämpfereinsatz mit einer Porendichte von 90 ppi. Die Poren bzw. Hohlräume sind so untereinander und mit der Umgebung verbunden, dass das sich expandierende Gas durch den Dämpfereinsatz hindurchdurchströmen kann, sodass im Vergleich zu herkömmlichen Dämpfereinsätzen auch innenliegende, von außen nicht sichtbare Abschnitte des Dämpfereinsatzes effektiv zur Dämpfung beitragen.

    [0059] Fig. 7 zeigt einen nicht erfindungsgemäßen Schalldämpfer mit einem Schalldämpfergehäuse und mit einer Verschlusseinrichtung, wobei in Abbildung (a) der gesamte Schalldämpfer relativ zum vorderen Endabschnitt einer Waffe, in Abbildung (c) der Schalldämpfer im Bereich der hinteren Stirnwand mit der Verschlusseinrichtung in einer ersten Schwenkstellung, und in Abbildung (b) die hintere Stirnwand des Schalldämpfergehäuses mit einer Verschlusseinrichtung in einer zweiten Schwenkstellung gezeigt sind.

    [0060] Das Schalldämpfergehäuse 20 weist in der hinteren Stirnwand 21a eine erste Öffnung 22a und in der vorderen Stirnwand 21b eine zweite Öffnung 22b auf, zwischen denen ein Schusskanal 23 ausgebildet ist. Im Bereich der Öffnung 22a in der hinteren Stirnwand 21a ist eine Verschlusseinrichtung 40 angeordnet, mit der die Öffnung 22a gasdicht verschlossen werden kann. Während der Abgabe eines Schusses ist die Verschlusseinrichtung 40 geöffnet, sodass das Geschoss ungehindert den Schusskanal 23 passieren kann. Nach Abgabe eines Schusses wird die hintere Öffnung 22a mit Hilfe der Verschlusseinrichtung 40 verschlossen, sodass die in das Schalldämpfergehäuse eingetretenen heißen Gase nicht mehr durch die hintere Öffnung 22a entweichen können und somit gezwungen werden, sich im Schalldämpfergehäuse weiter zu expandieren und sich dort weiter abzukühlen.

    [0061] Der genaue Ablauf wird mit Bezug auf die Abbildungen (b) und (c) der Fig. 7 näher beschrieben.

    [0062] In Abbildung (b) ist eine Verschlusseinrichtung 40 gezeigt, die sich in einer zweiten Verschlussstellung bzw. Schwenkstellung S2 befindet. Die Verschlusseinrichtung besteht aus einer Verschlussklappe 41 und aus einem mit der Verschlussklappe 41 zusammenwirkenden Stellmittel 42. Die Verschlussklappe 41 ist im Inneren des Schalldämpfergehäuses 20 angeordnet und um eine Schwenkachse 43 schwenkbar gelagert. Das Stellmittel 42 ist in der hinteren Stirnwand 21a axial verschiebbar gelagert. Ferner wirkt das Stellmittel 22 mit einem vorderen Endabschnitt 50, beispielsweise dem Verschlussstück 51 der Waffe, zusammen.

    [0063] In Abbildung (b) ist das Verschlussstück 51 der Waffe in einer Stellung vor Abgabe eines Schusses gezeigt. Das Verschlussstück 51 liegt hierbei an der hinteren Stirnwand 21a des Schalldämpfers an, sodass das Verschlussstück das Stellmittel 42 soweit in das Innere des Schalldämpfergehäuses hineinschiebt, dass dadurch die Verschlussklappe 41 in die zweite Schwenkstellung S2 gebracht wird, bei der die Verschlussklappe 41 vollständig außerhalb des Schusskanals 23 liegt und somit ein ungehindertes Passieren des Projektils bei Abgabe des Schusses durch den Schusskanal 23 hindurch gewährleistet.

    [0064] Nach Abgabe des Schusses bewegt sich das Verschlussstück 21 in axialer Richtung zurück und entfernt sich dabei von der hinteren Stirnwand 21a des Schalldämpfers 10, wie in Abbildung (c) gezeigt. Dadurch wird das Stellmittel 42 freigegeben bzw. das Stellmittel 42 wird von dem Verschlussstück 51 nicht mehr gegen die Verschlussklappe 41 gedrückt. Mit einem der Verschlussklappe 41 zugeordneten Rückstellmittel, etwa eine Rückstellfeder wird die Verschlussklappe 41 von der zweiten Schwenkstellung S2 in die erste Schwenkstellung S1 gebracht, bei der die Verschlussklappe 41 die Öffnung 22a in der hinteren Stirnwand 21a weitgehend gasdicht verschließt. Durch das Schwenken der Verschlussklappe 41 von der zweiten Schwenkstellung S2 in die erste Schwenkstellung S1 wird das Stellmittel 42 in axialer Richtung nach hinten bewegt, sodass das Stellmittel 42 teilweise an der hinteren Stirnwand 21a herausragt.

    [0065] Das Zurückbewegen des Verschlussstückes 51 und damit das Schwenken der Verschlussklappe 41 von der zweiten Schwenkstellung S2 in die erste Schwenkstellung S1 erfolgt aufgrund der Trägheit des Verschlussstückes 51 mit einer gewissen, wenn auch minimalen Verzögerung, die ausreichend ist, damit die Explosionsgase nach Abgabe des Schusses aus dem Lauf der Waffe austreten und in das Schalldämpfergehäuse 20 eintreten können, bevor die Verschlussklappe 41 die hintere Öffnung 22a vollständig verschließt. Nach Verschließen der hinteren Öffnung 22a durch die Verschlussklappe 41 tritt an dieser Öffnung kein Gas mehr aus. Rückgestaute Gase verbleiben im Inneren des Schalldämpfers, wo sie abgekühlt und verlangsamt werden.

    [0066] Nach dem Auswurf der Patronenhülse und nach dem Nachladen bewegt sich das Verschlussstück 21 wieder axial nach vorne bis es wieder die in Abbildung (b) gezeigte Stellung einnimmt und die Verschlusseinrichtung 40 die hintere Öffnung 22a wieder freigibt.

    [0067] Der in Fig. 7 gezeigte Schalldämpfer mit einer Verschlusseinrichtung 40 kann auch in Kombination mit dem vorstehend genannten Dämpfereinsatz verwendet werden.

    [0068] Der in Fig. 7 gezeigte Schalldämpfer 10 mit einer Verschlusseinrichtung 40 eignet sich insbesondere für Waffen mit einem rücklaufenden Lauf, bei denen der Schalldämpfer nicht an dem Lauf befestigt werden kann. Durch das Vorsehen der Verschlusseinrichtung 40 wird gewährleistet, dass zwischen dem Schalldämpfer und dem Lauf der Waffe nahezu kein Gas mehr austritt, das einen Schalldruck erzeugen könnte. Die Verschlussklappe 41 muss lediglich solange geschlossen bleiben, bis die Explosionsgase auf eine vorbestimmte Temperatur abgekühlt wurden bzw. bis sich die Explosionsgase unterhalb einer bestimmten Geschwindigkeit verlangsamt haben, bei denen die austretenden Gase keinen Schalldruck mehr verursachen.

    Bezugszeichen:



    [0069] 
    10
    Schalldämpfer
    15
    Befestigungsschiene des Schalldämpfer 10
    20
    Schalldämpfergehäuse
    21a
    hintere Stirnwand des Schalldämpfergehäuses 20
    21b
    vordere Stirnwand des Schalldämpfergehäuses 20
    22a
    erste Öffnung in der hinteren Stirnwand 21a
    22b
    zweite Öffnung in der vorderen Stirnwand 21b
    23
    Schusskanal
    25
    Gasexpansionskammer im Inneren des Schalldämpfergehäuses 20
    30
    Dämpfereinsatz
    30b
    Material des Dämpfereinsatzes 30
    31
    Kanäle im Dämpfereinsatz 30
    40
    Verschlusseinrichtung
    41
    Verschlussklappe der Verschlusseinrichtung 40
    42
    Stellmittel (z.B. beweglich gelagerter Bolzen)
    43
    Schwenkachse
    50
    vorderer Endabschnitt der Waffe
    51
    Verschluss bzw. Verschlussstück der Waffe
    60
    Dämpfereinsatz (Stand der Technik)
    61
    Lamellen (Stand der Technik)
    62
    Bohrung in den Lamellen (Stand der Technik)
    63
    Dämpfermedium, z.B. Wasser (Stand der Technik)
    LA
    Längsachse des Schalldämpfers 10
    S1
    erste Schwenkstellung der Verschlussklappe 41
    S2
    zweite Schwenkstellung der Verschlussklappe 41



    Ansprüche

    1. Schalldämpfer (10) für eine Handfeuerwaffe, umfassend

    - ein Schalldämpfergehäuse (20) mit einer hinteren Stirnwand (21), die bei bestimmungsgemäßen Gebrauch des Schalldämpfers einem Waffenlauf der Feuerwaffe zugewandt ist, und einer der hinteren Stirnwand (21a) gegenüberliegenden vorderen Stirnwand (21b), wobei in der hinteren Stirnwand (21a) eine erste Öffnung (22a) und in der vorderen Stirnwand (21b) eine zweite Öffnung (22b) vorgesehen sind, wobei zwischen den beiden Öffnungen (22a; 22b) ein Schusskanal (23) verläuft, und

    - zumindest einen Dämpfereinsatz (30),

    wobei im Inneren des Schalldämpfergehäuses (20) zumindest eine Gasexpansionskammer (25) ausgebildet ist, die mit dem Schusskanal (23) verbunden ist, wobei in zumindest einer der zumindest einen Gasexpansionskammer (25) der zumindest eine Dämpfereinsatz (30) angeordnet ist, und wobei der zumindest eine Dämpfereinsatz (30) ein stabiles und eine hohe offene Porosität aufweisendes Material aufweist, wobei das Material des Dämpfereinsatzes (30) zumindest eines aus der Gruppe umfassend

    - Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel, Eisen oder Kombinationen hiervon,

    - Keramik,

    - Kohlenstoff, Carbon,

    - und Kombinationen hiervon,

    aufweist,
    wobei in dem Dämpfereinsatz (30) einseitig oder beidseitig offene Kanäle (31), die in den Schusskanal (23) münden, ausgebildet sind, und wobei der Dämpfereinsatz (30) lösbar in dem Schalldämpfergehäuse (20) angeordnet ist.
     
    2. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Material des Dämpfereinsatzes (30) aufgeschäumt ist.
     
    3. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Dämpfereinsatz (30) eine Porendichte von zwischen 5 ppi (pores per inch = 0,20 Poren/mm) und 200 ppi (7,9 Poren/mm), vorzugsweise zwischen 10 ppi (0,39 Poren/mm) und 100 ppi (3,9 Poren/mm), aufweist.
     
    4. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die in dem Dämpfereinsatz (30) ausgebildeten Poren bzw. Hohlräume so untereinander und mit der Umgebung in Verbindung stehen, dass das sich im Schalldämpfergehäuse (20) bzw. in der zumindest einen Gasexpansionskammer (25) expandierende Gas während der Expansionsphase zumindest teilweise von dem Dämpfereinsatz (30) aufgenommen und dadurch verlangsamt und/oder abgekühlt wird.
     
    5. Schalldämpfer nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei zumindest einige der Kanäle (31) untereinander verbunden sind.
     
    6. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Schusskanal (25) zumindest teilweise in dem Dämpfereinsatz (30) ausgebildet ist.
     
    7. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in dem Schalldämpfergehäuse (20) genau eine Gasexpansionskammer (25) ausgebildet ist und wobei in dieser einen Gasexpansionskammer (25) genau ein Dämpfereinsatz (30) angeordnet ist.
     
    8. Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Dämpfereinsatz (30) einteilig ausgestaltet ist.
     
    9. Handfeuerwaffe, aufweisend einen Schalldämpfer nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
     


    Claims

    1. Silencer (10) for a handgun, comprising

    - a silencer housing (20) having a rear end wall (21) which faces a barrel of the firearm when the silencer is used as intended, and a front end wall (21b) opposite the rear end wall (21a), wherein a first opening (22a) is provided in the rear end wall (21a) and a second opening (22b) is provided in the front end wall (21b), wherein a firing channel (23) extends between the two openings (22a; 22b), and

    - at least one silencer insert (30),

    wherein at least one gas expansion chamber (25) is formed inside the silencer housing (20) and is connected to the firing channel (23), wherein the at least one silencer insert (30) is arranged in at least one of the at least one gas expansion chambers (25), and wherein the at least one silencer insert (30) has a stable material with a high open porosity, wherein the material of the silencer insert (30) comprises at least one material from the group comprising

    - aluminum, copper, zinc, nickel, iron or combinations thereof,

    - ceramic,

    - carbon,

    - and combinations thereof,

    wherein channels (31) which are open on one or both sides and open into the firing channel (23) are formed in the silencer insert (30), and
    wherein the silencer insert (30) is detachably arranged in the silencer housing (20).
     
    2. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the material of the silencer insert (30) is foamed.
     
    3. Silencer according to either of the preceding claims, wherein the silencer insert (30) has a pore density of between 5 ppi (pores per inch = 0.20 pores/mm) and 200 ppi (7.9 pores/mm), preferably between 10 ppi (0.39 pores/mm) and 100 ppi (3.9 pores/mm).
     
    4. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the pores or cavities formed in the silencer insert (30) are connected to one another and to the environment in such a way that the gas expanding in the silencer housing (20) or in the at least one gas expansion chamber (25) is at least partially absorbed by the silencer insert (30) during the expansion phase and is thereby slowed down and/or cooled.
     
    5. Silencer according to the preceding claim, wherein at least some of the channels (31) are interconnected.
     
    6. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the firing channel (25) is formed at least partially in the silencer insert (30).
     
    7. Silencer according to any of the preceding claims, wherein exactly one gas expansion chamber (25) is formed in the silencer housing (20) and wherein exactly one silencer insert (30) is arranged in this one gas expansion chamber (25).
     
    8. Silencer according to any of the preceding claims, wherein the silencer insert (30) is designed in one piece.
     
    9. Handgun comprising a silencer according to any of the preceding claims.
     


    Revendications

    1. Silencieux (10) pour une arme de poing, comprenant

    - un boîtier de silencieux (20) comportant une paroi frontale arrière (21), laquelle, lors de l'usage conforme du silencieux, fait face à un canon de l'arme de poing, et une paroi frontale avant (21b) opposée à la paroi frontale arrière (21a), dans lequel une première ouverture (22a) est située dans la paroi frontale arrière (21a) et une seconde ouverture (22b) est située dans la paroi frontale avant (21b), dans lequel un canal de tir (23) s'étend entre les deux ouvertures (22a ; 22b), et

    - au moins un insert amortisseur (30),

    dans lequel au moins une chambre de dilatation de gaz (25) est formée à l'intérieur du boîtier de silencieux (20), laquelle est reliée au canal de tir (23), dans lequel l'au moins un insert amortisseur (30) est disposé dans l'au moins une des au moins une chambre de dilatation de gaz (25), et dans lequel l'au moins un insert amortisseur (30) comportant une matière stable présentant une porosité ouverte élevée, dans lequel la matière de l'insert amortisseur (30) comporte au moins un élément dans le groupe constitué par

    - l'aluminium, le cuivre, le zinc, le nickel, le fer ou leurs combinaisons,

    - la céramique,

    - le carbone, le noir de carbone,

    - et leurs

    combinaisons,

    dans lequel des canaux (31) ouverts sur un côté ou sur les deux côtés, lesquels débouchent dans le canal de tir (23), sont formés dans l'insert amortisseur (30), et

    dans lequel l'insert amortisseur (30) est disposé de manière amovible dans le boîtier de silencieux (20).


     
    2. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel la matière de l'insert amortisseur (30) est expansée.
     
    3. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel l'insert amortisseur (30) présente une densité de pores comprise entre 5 ppi (pores par pouce = 0,20 pores/mm) et 200 ppi (7,9 pores/mm), de préférence entre 10 ppi (0,39 pores/mm) et 100 ppi (3,9 pores/mm).
     
    4. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel les pores ou cavités formées dans l'insert amortisseur (30) sont reliées les unes aux autres et à l'environnement de telle sorte que le gaz se dilatant dans le boîtier de silencieux (20) ou dans l'au moins une chambre de dilatation de gaz (25) est au moins partiellement absorbé par l'insert amortisseur (30) pendant la phase de dilatation et est ainsi ralenti et/ou refroidi.
     
    5. Silencieux selon la revendication précédente, dans lequel au moins certains des canaux (31) sont reliés les uns aux autres.
     
    6. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel le canal de tir (25) est formé au moins partiellement dans l'insert amortisseur (30).
     
    7. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel exactement une chambre de dilatation de gaz (25) est formée dans le boîtier de silencieux (20) et dans lequel exactement un insert amortisseur (30) est disposé dans ladite chambre de dilatation de gaz (25).
     
    8. Silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans lequel l'insert amortisseur (30) est conçu monobloc.
     
    9. Arme de poing comportant un silencieux selon l'une quelconque des revendications précédentes.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente