(19)
(11) EP 3 460 114 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
30.03.2022  Patentblatt  2022/13

(21) Anmeldenummer: 18191052.2

(22) Anmeldetag:  28.08.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D04C 1/02(2006.01)
E04B 1/19(2006.01)
D04C 1/06(2006.01)
(52) Gemeinsame Patentklassifikation (CPC) :
D10B 2403/02411; D04C 1/02; D04C 1/06; E04C 3/34; E04B 1/165; E04C 5/07; D10B 2505/02

(54)

VERZWEIGUNGSKNOTEN ZUM GEBÄUDEBAU SOWIE VERFAHREN ZUR HERSTELLUNG DES VERZWEIGUNGSKNOTENS ZUM GEBÄUDEBAU

BRANCHING NODE FOR BUILDING CONSTRUCTION AND METHOD FOR PRODUCING THE BRANCHING NODE FOR BUILDING CONSTRUCTION

NOEUD DE RACCORDEMENT DESTINÉS À LA CONSTRUCTION DE BÂTIMENTS ET PROCÉDÉ DE FABRICATION D'UN NOEUD DE RACCORDEMENT DESTINÉS À LA CONSTRUCTION DE BÂTIMENTS


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR

(30) Priorität: 15.09.2017 DE 102017008661

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
27.03.2019  Patentblatt  2019/13

(73) Patentinhaber:
  • Universität Stuttgart
    70174 Stuttgart (DE)
  • Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf
    73770 Denkendorf (DE)

(72) Erfinder:
  • JONAS, Florian
    70176 Stuttgart (DE)
  • KNIPPERS, Jan
    70196 Stuttgart (DE)
  • GRESSER, Götz Theodor
    70192 Stuttgart (DE)
  • BORN, Larissa
    73207 Plochingen (DE)
  • MILWICH, Markus
    73529 Schwäbisch-Gmünd (DE)

(74) Vertreter: Müller-Boré & Partner Patentanwälte PartG mbB 
Friedenheimer Brücke 21
80639 München
80639 München (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
WO-A1-03/053679
FR-A1- 2 952 653
DE-A1- 4 234 979
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Verzweigungsknoten zum Gebäudebau sowie ein Verfahren zur Herstellung des Verzweigungsknotens zum Gebäudebau.

    [0002] Tragfähige Bauelemente müssen hohen Anforderungen genügen, um für den Gebäudebau geeignet zu sein. Die aus dem Stand der Technik bekannten Verzweigungsknoten sind jedoch lediglich unter hohem Aufwand herstellbar bzw. sind sie hinsichtlich ihres Einsatzgebietes eingeschränkt.

    [0003] Im Stand der Technik bekannte Verzweigungsknoten sind beispielsweise geschweißte Anschlüsse mit Schlitzblechen oder Anschlussstäben (siehe Figur 1A). Derartige Verzweigungsknoten weisen einen Versatz der äußeren Kontur auf. Sie sind überwiegend für normalkraftbeanspruchte Anschlüsse einsetzbar, sind jedoch planmäßig für keine oder geringe Momente ausgelegt. Zudem sind vorstehende Anschlüsse optisch nicht ansprechend.

    [0004] Bekannt sind weiterhin geschweißte, stumpf gestoßene Stahlrohre (siehe Figur 1B). Grundsätzlich wäre die Kombination einer derartigen Struktur mit Beton für einen tragfähigen Verzweigungsknoten denkbar. Eine derartige Konstruktion ist zum Abtrag aller Arten von Schnittkräften geeignet. Durch das schiefe Verschneiden der Rohrquerschnitte entstehen komplexe Geometrien mit elliptischen Querschnitten im Verschneidungsbereich. Die Schnittkurven sind unterschiedlich gekrümmt. Dies erfordert die werksmäßige Vorfertigung der Metallteile. Zudem müssen die Schweißnähte hohen Anforderungen genügen. Dementsprechend können derartige Strukturen nur von erfahrenen und maschinentechnisch gut ausgestatteten Metallbaufirmen hergestellt werden. Das heißt, die Herstellung derartiger Strukturen ist mit einem hohen Aufwand verbunden. Darüber hinaus ist bei diesen Strukturen die Form des Knotens nicht dem Kräfteverlauf angepasst, da es keine Ausrundungen zwischen den geraden Elementen gibt. Hinzu kommt, dass die Gestaltungsmöglichkeiten herstellungsbedingt stark eingeschränkt sind.

    [0005] Als weitere Knotenstrukturen sind Stahlgussknoten bekannt, wie beispielsweise in Figur 1C dargestellt. Derartige Stahlgussknoten erfüllen hohe ästhetische Ansprüche. Zudem kann die Geometrie dem Kraftfluss angepasst werden. Die Herstellung erfordert jedoch hohe finanzielle Investitionen in Formen und Gusswerkzeuge. Wirtschaftlich sinnvoll ist dies nur, wenn eine Mehrzahl baugleicher Knotenverbindungen mit identischen Geometrien hergestellt werden soll. Bauwerke mit unterschiedlichen Knotenstrukturen aus Stahlgussknoten sind daher nur bedingt realisierbar und mit einem hohen finanziellen Aufwand verbunden.

    [0006] DE 42 34 979 A1 offenbart ein rohrförmiges Geflecht und eine Vorrichtung zu dessen Herstellung.

    [0007] WO 03/053679 A1 offenbart ein duktiles hybrides Strukturgewebe.

    [0008] FR 2 952 653 A1 offenbart ein geschlossenes röhrenförmiges faseriges Bauteil und ein Herstellungsverfahren.

    [0009] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Verzweigungsknoten zum Gebäudebau, der mit einem hohen Maß an Gestaltungsfreiheit herstellbar sein soll, sowie ein Herstellungsverfahren für den Verzweigungsknoten bereitzustellen.

    [0010] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird durch ein Verfahren nach Anspruch 1 und einen Verzweigungsknoten nach Anspruch 11 sowie durch die in den Ansprüchen gekennzeichneten Ausführungsformen gelöst.

    [0011] Ein hier beschriebenes Verfahren zur Herstellung eines Geflechts umfasst die Schritte
    1. (A) Bereitstellen eines Flechtkerns, welcher mindestens drei Arme aufweist und eine Verzweigung bildet;
    2. (B) Bilden des Geflechts durch Umflechten des Flechtkerns mit einem Flechtmaterial,
    wobei das Geflecht im Bereich der Arme mindestens zwei Flechtlagen aufweist.

    [0012] Ein Geflecht entsteht durch das regelmäßige Verkreuzen mehrerer Stränge eines Flechtmaterials mit entsprechenden Ondulationspunkten im Flechtprozess. Der Unterschied zum Weben bzw. zum Nähwirken liegt darin, dass beim Flechten die Stränge des Flechtmaterials nicht rechtwinklig zugeführt werden. Eine Faserorientierung (Orientierung der Stränge, Flechtwinkel) von 0/90 ° ist folglich nicht möglich. Im Gegensatz zum Gewebe können im Geflecht die Stränge bspw. +/-45 ° verkreuzt sein. Ein zusätzlicher Unterschied zum Nähwirken besteht darin, dass beim Flechten eine Verbindung zwischen den Strängen durch Verkreuzen und Ondulation erzielt wird, wohingegen beim Näh-wirken aufeinanderliegende Kett- und Schussfäden durch Umschlingen mit Maschenfäden miteinander verbunden werden. Ein Geflecht ist ein durch Flechten hergestelltes Erzeugnis.

    [0013] In Schritt (A) des erfindungsgemäßen Verfahrens wird ein Flechtkern bereitgestellt. Nachdem das Geflecht erfindungsgemäß durch Umflechten des Flechtkerns hergestellt wird, wird die räumliche Gestalt des Geflechts sowie der hier beschriebenen Faserverbundstruktur und des erfindungsgemäßen Verzweigungsknotens im Wesentlichen von der räumlichen Gestalt des Flechtkerns vorgegeben.

    [0014] Das Material, aus dem der Flechtkern aufgebaut ist (Flechtkernmaterial), unterliegt keiner besonderen Einschränkung, sodass grundsätzlich jedes formstabile Material verwendet werden kann. Somit können preiswerte und einfach zu bearbeitende Materialien eingesetzt werden, wodurch das erfindungsgemäße Verfahren und das daraus gewonnene Erzeugnis besonders kostengünstig sind. Hinzu kommt, dass größtmögliche Flexibilität hinsichtlich der räumlichen Gestalt des Geflechts gegeben ist.

    [0015] Abhängig von dem Flechtmaterial kann der Flechtkern grundsätzlich auf beliebige Weise hergestellt werden. Vorzugsweise besteht der Flechtkern aus einem kostengünstigen und leicht zu bearbeitenden Material. Beispiele hierfür sind organische Polymere sowie mineralhaltiger Sand (Spezialsand), welche beispielsweise durch Fräsen leicht bearbeitet werden können. Der Flechtkern kann auch additiv hergestellt werden, beispielsweise durch 3D Drucken.

    [0016] Es ist von Vorteil, wenn der Flechtkern aus einem Material aufgebaut ist, welches nach Fertigstellung des Geflechts leicht entfernt werden kann. Der Flechtkern kann beispielsweise aus einem fräsbaren Material aufgebaut sein. Zu geeigneten fräsbaren Materialien zählen Metall, Holz, Kunststoff (vorzugsweise ein oder mehrere organische Polymere), Spezialsand und Kombinationen daraus.

    [0017] Vorzugsweise umfasst der Flechtkern ein Material, welches in einem Fluid, vorzugsweise in einer Flüssigkeit, besonders bevorzugt in einem organischen Lösungsmittel (beispielsweise Methanol, Ethanol, Aceton, Dichlormethan, Isopropanol, Methylethylketon, n-Hexan, Toluol, Diethylether, wobei Aceton bevorzugt ist), Wasser und/oder einem Gemisch daraus, löslich ist. Dadurch kann Schritt (E) des hier beschriebenen Verfahrens zur Herstellung einer Faserverbundstruktur bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung eines Verzweigungsknotens wesentlich erleichtert werden.

    [0018] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist der Flechtkern aus einem organischen Polymer aufgebaut. Das organische Polymer ist vorzugsweise geschäumt, wobei das geschäumte organische Polymer vorzugsweise geschlossenporig ist.

    [0019] Ein bevorzugtes organisches Polymer ist Polystyrol. Es ist besonders bevorzugt, dass der Kern aus extrudiertem Polystyrol (XPS, Styrodur®) oder expandiertem Polystyrol (EPS, Styropor®) aufgebaut ist bzw. daraus besteht, wobei XPS besonders bevorzugt ist. Polystyrol ist in mehreren organischen Lösungsmitteln (beispielsweise Aceton, Dichlormethan) sehr gut löslich, was eine einfache Durchführung von Schritt (E) durch Auflösen des Flechtkerns in dem organischen Lösungsmittel ermöglicht.

    [0020] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist der Flechtkern aus einem gehärteten Gemisch, umfassend Sand, Bindemittel und Lösungsmittel, hergestellt. Vorzugsweise besteht das Gemisch aus Sand, Bindemittel und Lösungsmittel. Zu geeigneten Bindemitteln zählen insbesondere wasserlösliche Salze. Dadurch, dass wasserlösliche Bindemittel verwendet werden, kann Schritt (E) des hier beschriebenen Verfahrens zur Herstellung einer Faserverbundstruktur bzw. des erfindungsgemäßen Verfahrens zur Herstellung eines Verzweigungsknotens wesentlich erleichtert werden. Ein Flechtkern aus einem gehärteten Gemisch kann beispielsweise aus einem Rohling aus dem gehärteten Gemisch gefräst werden. Alternativ kann das ungehärtete Gemisch in eine Form gegossen und dann gehärtet werden. Das Härten kann gegebenenfalls unter Wärmeeinwirkung stattfinden. Ein geeignetes Lösungsmittel ist beispielsweise Wasser. Ein derart aufgebauter Flechtkern ist gegen Wasser nicht formstabil, was eine einfache Durchführung von Schritt (E) durch Abtragen des Flechtkerns mit Wasser ermöglicht.

    [0021] Hierin gelten Ausführungen in Bezug auf die räumliche Gestalt des Flechtkerns, die räumliche Gestalt des Hohlraums der Faserverbundstruktur bzw. die räumliche Gestalt des Betonkerns des Verzweigungsknotens zum Gebäudebau entsprechend für die räumliche Gestalt des Flechtkerns, des Hohlraums bzw. des Betonkerns. Das heißt, insoweit hierin eine der drei vorstehenden räumlichen Gestalten beschrieben wird, gelten die Ausführungen entsprechend für die beiden anderen. Entsprechend gelten hierin die Ausführungen in Bezug auf das Geflecht gleichermaßen für das erfindungsgemäße Herstellungsverfahren sowie die Faserverbundstruktur und den erfindungsgemäßen Verzweigungsknoten.

    [0022] Die Form (räumliche Gestalt) des Flechtkerns unterliegt keiner besonderen Einschränkung, solange er mindestens drei Arme aufweist und eine Verzweigung bildet. Der einfachste Fall einer Verzweigung bei drei Armen wird als Gabelung bezeichnet. Hierbei treffen drei Arme in einem Gabelungsbereich zusammen, wie es beispielsweise bei einer Astgabelung eines Baumes der Fall ist. Die mindestens drei Arme gehen von einem gemeinsamen Verzweigungsbereich aus und erstrecken sich von dort aus in unterschiedliche Richtungen. Die drei Arme laufen in einem (einzigen) Verzweigungsbereich zusammen. Das äußere Ende eines Armes ist der Bereich des Armes, welcher am weitesten vom Verzweigungsbereich entfernt ist. Der Verzweigungsbereich ist der Bereich, in dem die mindestens drei Arme zusammenlaufen beziehungsweise ineinander übergehen. Die Stirnseite eines Arms ist derjenige Teil des äußeren Endes des Arms, welcher in einer Draufsicht auf das äußere Ende entlang der Armachse sichtbar ist. Die Achse eines Arms verläuft vom Verzweigungsbereich zum äußeren Ende des Arms.

    [0023] Die Anzahl der Arme des Flechtkerns unterliegt keiner besonderen Einschränkung. Aus fertigungstechnischen Gründen weist der Flechtkern bevorzugt 3 bis 6, besonders bevorzugt 3 oder 4, insbesondere bevorzugt 3 Arme auf.

    [0024] Das Geflecht weist im Bereich der Arme mindestens zwei Flechtlagen auf (m ≥ 2). Somit sind im Bereich der Arme zwei oder mehrere voneinander abgrenzbare geflochtene Lagen (Schichten) vorhanden. Erfindungsgemäß bedeutet "das Geflecht weist im Bereich der Arme mindestens zwei Lagen auf", dass die Arme zumindest teilweise mit zwei Flechtlagen umflochten sind. Vorzugsweise sind die Arme, abgesehen von den Stirnseiten des Flechtkerns, vollständig mit zwei Flechtlagen umflochten.

    [0025] Vorzugsweise weist das Geflecht im Verzweigungsbereich zumindest eine Flechtlage auf. Herstellungsbedingt kann die Anzahl der Flechtlagen im Verzweigungsbereich schwanken. Das heißt, das Geflecht kann im Verzweigungsbereich Stellen mit jeweils unterschiedlicher Anzahl an Flechtlagen aufweisen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Geflecht im Verzweigungsbereich Stellen mit m-1, m und m+1 Flechtlagen auf. So kann die Anzahl der Flechtlagen beispielsweise bei m = 2 an unterschiedlichen Orten des Verzweigungsbereichs 1, 2 und 3 betragen. Insbesondere bei mehr als drei Armen kann die Anzahl der Flechtlagen im Verzweigungsbereich eine noch größere Schwankungsbreite aufweisen. Die Anzahl der Flechtlagen kann beispielsweise an unterschiedlichen Orten des Verzweigungsbereichs 1, 2, 3 und 4 betragen oder 1, 2, 3, 4 und 5.

    [0026] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist das Geflecht an jeder Stelle im Bereich der Arme die gleiche Anzahl an Flechtlagen m auf. Das heißt, die Anzahl an Flechtlagen im Bereich der Arme m ist vorzugsweise an jeder Stelle (an jedem Ort) des Geflechts im Bereich der Arme gleich (konstant).

    [0027] In Schritt (B) wird der Flechtkern mit einem Flechtmaterial umflochten. Geeignete Flechtverfahren und Vorrichtungen zum Flechten sind dem Fachmann bekannt. Erfindungsgemäß besonders geeignet ist die Verwendung einer Radialflechtmaschine, wobei auch andere Vorrichtungen zum Flechten verwendet werden können.

    [0028] Geeignete Flechtmaterialien sind dem Fachmann bekannt. Sie sind üblicherweise strang-, band- bzw. fadenförmig und weisen eine gewisse Flexibilität auf. Geeignete Flechtmaterialien umfassen vorzugsweise Glasfasern, Aramidfasern, Keramikfasern, Basaltfasern, Hybridgarn und/oder Carbonfasern, wobei Carbonfasern bevorzugt sind. Besonders bevorzugt besteht das Flechtmaterial aus Carbonfasern. Weiterhin ist bevorzugt, dass das Flechtmaterial in Form eines Rovings (Bündel aus parallel angeordneten Filamenten) vorliegt. Insbesondere ist bevorzugt, dass das Flechtmaterial ein Carbonfaserroving ist.

    [0029] Hybridgarn enthält Verstärkungsfasern und thermoplastische Fasern. Die Verstärkungsfasern sind vorzugsweise aus der Gruppe, bestehend aus Glasfasern, Aramidfasern, Keramikfasern, Basaltfasern und/oder Carbonfasern, ausgewählt. Die thermoplastischen Fasern umfassen ein Material, welches durch Wärme aufschmelzbar ist und durch Abkühlen wieder erstarrt. Die thermoplastischen Fasern sind vorzugsweise aus einem thermoplastischen Material, besonders bevorzugt aus einem thermoplastischen organischen Polymer wie Polyethylen und/oder Polypropylen aufgebaut. Mithilfe von Hybridgarn kann aus dem Geflecht, ohne dass weitere Komponenten notwendig wären, eine Faserverbundstruktur hergestellt werden.

    [0030] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung sind die thermoplastischen Fasern aus Polyamid aufgebaut.

    [0031] Die Feinheit des Flechtmaterials unterliegt keiner besonderen Einschränkung. Vorzugsweise weist das Flechtmaterial einen Tex-Wert von 200 bis 4000 tex auf (1 tex = 1 g / 1000 m).

    [0032] Erfindungsgemäß reicht es aus, das Geflecht allein aus Flechtfäden zu bilden. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform werden neben Flechtfäden zusätzlich Stehfäden verwendet, wodurch ein Verzweigungsknoten mit vorteilhaften statischen Eigenschaften erhalten werden kann. Vorzugsweise beträgt das Verhältnis der Gewichtsanteile der Stehfäden und Flechtfäden von 1:2 bis 6:1, besonders bevorzugt 1:2 bis 2:1, beispielsweise 1:1, sofern Stehfäden vorhanden sind.

    [0033] Es ist bevorzugt, dass die Stehfäden einen höheren Tex-Wert als die Flechtfäden aufweisen. Besonders bevorzugt ist der Tex-Wert der Stehfäden um mindestens 400 tex, weiter bevorzugt um mindestens 800 tex, insbesondere bevorzugt um mindestens 1600 tex höher als der Tex-Wert der Flechtfäden. Dadurch können im Flechtprozess die Faden-Faden-Reibung minimiert und eine ausreichende Fadenspannung gewährleistet werden.

    [0034] Die Flechtfäden weisen vorzugsweise einen Tex-Wert von 200 bis 4000 tex auf. Die Stehfäden weisen vorzugsweise einen Tex-Wert von 600 bis 4000 tex auf. Wenn die Flecht- bzw. Stehfäden Tex-Werte aus den vorstehenden Bereichen aufweisen, kann ein Verzweigungsknoten mit besonders vorteilhaften statischen Eigenschaften bereitgestellt werden.

    [0035] Erfindungsgemäß kann die Anordnung der Stehfäden im Geflecht grundsätzlich beliebig sein. Vorzugsweise verlaufen die Stehfäden zwischen den äußeren Enden der Arme und über den Verzweigungsbereich. Das heißt, die Stehfäden verlaufen vorzugsweise vom äußeren Ende eines Arms über den Verzweigungsbereich zum Ende eines anderen Armes. Durch diese Anordnung kann die Zugfestigkeit der Hülle gesteigert werden, was für die Aufnahme von Momenten durch einen entsprechenden Verzweigungsknoten vorteilhaft ist. Zudem ist es möglich, nur teilweise in das Geflecht Stehfäden einzubringen. Insbesondere können zur mechanischen Stabilisierung Stehfäden nur an ausgewählten Stellen des Geflechts eingebracht werden. Gleichermaßen können zur mechanischen Stabilisierung in ausgewählten Bereichen des Geflechts Stehfäden eingebracht werden, die einen höheren Tex-Wert als die sonstigen Stehfäden des Geflechts aufweisen. Durch vorstehende Maßnahmen ist es möglich, ausgewählte Bereiche des Geflechts, welche im Verzweigungsknoten besonders hohen Belastungen standhalten sollen, mit Stehfäden zu verstärken.

    [0036] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst Schritt (B) mehrere Flechtschritte, wobei in jedem der Flechtschritte die Flechtrichtung von dem äußeren Ende eines Arms zu dem äußeren Ende eines davon verschiedenen Arms des Flechtkerns verläuft (siehe Figur 2). Das heißt, die Arme werden vorzugsweise paarweise umflochten. Dadurch kann das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung des Geflechts besonders effizient ausgestaltet werden.

    [0037] Um eine besonders hohe Stabilität der Faserverbundstruktur und des Verzweigungsknotens zu erhalten, sind die Arme, die paarweise umflochten werden, vorzugsweise zueinander benachbart. Jeder Arm des Flechtkerns ist mindestens zu denjenigen zwei Armen benachbart, die ihm räumlich am nächsten sind. Beispielsweise ist ein erster Arm zu den beiden Armen benachbart, zu denen der erste Arm die beiden kleinsten Winkel des Flechtkerns bildet. Die Winkel des Flechtkerns werden zwischen den jeweiligen Längsrichtungen, entlang der sich die Arme erstrecken (Armachsen), gebildet. Für den Fall, dass mehrere Arme den gleichen Winkel zum ersten Arm bilden und dies der kleinste von allen Winkeln des Flechtkerns ist, ist der Arm zu allen Armen benachbart, die besagten gleichen und kleinsten Winkel zu dem ersten Arm bilden.

    [0038] Erfindungsgemäß wird zwischen ebenen (zweidimensionalen) und nicht-ebenen (dreidimensionalen, räumlichen) Flechtkernen (bzw. Faserverbundstrukturen/Verzweigungsknoten) unterschieden. "Eben" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Achsen der Arme des Flechtkerns, der Faserverbundstruktur bzw. des Verzweigungsknotens im Wesentlichen in einer Ebene liegen. Bei einem nicht-ebenen Flechtkern ist dies nicht der Fall. Ein ebener Flechtkern spannt ein zweidimensionales Polygon auf, ein nicht-ebener Flechtkern ein Polyeder, wobei die Kanten des Polygons bzw. Polyeders durch die Strecken zwischen den Endbereichen der Arme gebildet werden.

    [0039] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst Schritt (B) mindestens k Flechtschritte, wobei in jedem der k Flechtschritte der Flechtkern von dem äußeren Ende eines Arms zu dem äußeren Ende eines davon verschiedenen Arms umflochten wird (paarweises Umflechten der Arme) und k die Anzahl der Kanten des von dem Flechtkern aufgespannten Polygons bzw. Polyeders darstellt.

    [0040] Sofern in dem erfindungsgemäßen Verfahren ein ebener Flechtkern umflochten wird und die Arme paarweise umflochten werden, umfasst Schritt (B) mindestens m = n Flechtschritte, wobei n die Anzahl der Arme des Flechtkerns darstellt und m die Anzahl der Flechtlagen im Bereich der Arme darstellt.

    [0041] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform ist das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass die Anzahl der Flechtlagen im Bereich der Arme m gerade ist und Schritt (B) m/2·n Flechtschritte umfasst, wobei n die Anzahl der Arme des Flechtkerns darstellt, und in jedem der m/2·n Flechtschritte, jeweils ausgehend vom äußeren Ende eines Armes, der mit weniger als den m Flechtlagen umflochten ist, zum äußeren Ende eines davon verschiedenen Armes, der mit weniger als den m Flechtlagen umflochten ist, der Flechtkern mit dem Flechtmaterial umflochten wird. Diese bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ist insbesondere zur Herstellung eines ebenen Verzweigungsknotens geeignet.

    [0042] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst Schritt (B) die folgenden Schritte (B1) bis (B3), worin

    (B1) in einem ersten Flechtschritt ein erster Arm und ein davon verschiedener zweiter Arm des Flechtkerns mit dem Flechtmaterial umflochten werden und vom äußeren Ende des ersten Armes zum äußeren Ende des zweiten Armes umflochten wird;

    (B2) in weiteren Flechtschritten jeweils ausgehend vom äußeren Ende des zuletzt umflochtenen Armes zum äußeren Ende eines nicht mit m Flechtlagen umflochtenen Armes umflochten wird; und

    (B3) in einem letzten Flechtschritt ausgehend vom äußeren Ende des zuletzt umflochtenen Armes zum äußeren Ende des ersten Armes umflochten wird.



    [0043] Durch Schritte (B1) bis (B3) kann das Geflecht besonders einfach und schnell hergestellt werden. Zudem ist es dadurch möglich, eine Faserverbundstruktur und einen Verzweigungsknoten zu erhalten, die besonders vorteilhafte mechanische bzw. statische Eigenschaften aufweisen.

    [0044] Vorzugsweise umfasst Schritt (B2) (m/2·n)-2 Flechtschritte. In Bezug auf Schritt (B2) ist zudem bevorzugt, dass der nicht mit m Flechtlagen umflochtene Arm zu dem zuletzt umflochtenen Arm benachbart ist. Zusätzlich oder alternativ dazu ist der nicht mit m Flechtlagen umflochtene Arm vorzugsweise aus den Armen des Flechtkerns mit der geringsten Anzahl an Flechtlagen ausgewählt. Das heißt, die Arme werden gleichmäßig aufeinanderfolgend (sequentiell, "der Reihe nach") umflochten. Dadurch kann ein besonders regelmäßig strukturiertes Geflecht erhalten werden, wodurch die mechanische Stabilität der Faserverbundstruktur bzw. die statischen Eigenschaften des Verzweigungsknotens besonders vorteilhaft beeinflusst werden können.

    [0045] Gegebenenfalls wird nach Schritt (B), beziehungsweise nach jedem der einzelnen Flechtschritte von Schritt (B), überstehendes Flechtmaterial abgetrennt, sodass die äußeren Enden bzw. Stirnseiten der Arme des Flechtkerns freiliegen/nicht mit einem Flechtmaterial umflochten sind.

    [0046] Der mittlere Flechtwinkel (Winkel zwischen Steh- und Flechtfaden im Geflecht) beträgt vorzugsweise 40° bis 80°, besonders bevorzugt 50° bis 70°, insbesondere bevorzugt 55° bis 65°, beispielsweise 60°. Für diese Flechtwinkel werden besonders vorteilhafte statische Eigenschaften des Verzweigungsknotens beobachtet.

    [0047] Der mittlere Flechtwinkel kann beispielsweise wie folgt bestimmt werden: An 10 unterschiedlichen Stellen des Geflechts (5 Stellen im Bereich der Arme, 5 Stellen im Verzweigungsbereich) wird der Flechtwinkel gemessen. Als mittlerer Flechtwinkel wird das arithmetische Mittel der Flechtwinkel der 10 unterschiedlichen Stellen verwendet.

    [0048] Der Flechtwinkel ist von Parametern, wie beispielsweise Flügelraddrehzahl, Vorschubgeschwindigkeit, Flechtkerndurchmesser etc. abhängig und daher über das Bauteil veränderlich. Der Flechtwinkel kann beispielsweise mithilfe eines Geodreiecks oder auch optisch mithilfe einer Kamera am zylindrischen Ende gemessen werden.

    [0049] Ein hier beschriebenes Verfahren zur Herstellung einer Faserverbundstruktur umfasst das Verfahren zur Herstellung eines Geflechts sowie einen Schritt des Verbindens des Geflechts mit einer Matrix und einen Schritt (E) des Entfernens des Flechtkerns unter Bildung eines Hohlraums. Durch den Schritt des Verbindens mit einer Matrix wird die Faserverbundstruktur formstabil.

    [0050] In Schritt (E) wird der Flechtkern entfernt. Dies kann grundsätzlich auf beliebige Weise erfolgen. Vorzugsweise wird, wie bereits vorstehend beschrieben, der Flechtkern durch ein Fluid (z. B. Wasser oder ein organisches Lösungsmittel) aufgelöst bzw. abgetragen. Die vorstehenden Ausführungen in Bezug auf das Flechtkernmaterial gelten für Schritt (E) des erfindungsgemäßen Verfahrens entsprechend.

    [0051] Beim Entfernen des Flechtkerns wird ein Hohlraum ausgebildet, der weitgehend die gleiche räumliche Gestalt wie der Flechtkern und der Betonkern des erfindungsgemäßen Verzweigungsknotens aufweist. Sofern, wie vorstehend beschrieben, während oder nach Schritt (B) überstehendes Flechtmaterial abgetrennt wurde, liegen die äußeren Enden der Arme des Hohlraums der Faserverbundstruktur bzw. der faserverstärkten Kunststoffstruktur stirnseitig frei. Das heißt, der Hohlraum ist über die äußeren Enden seiner Arme von außen zugänglich (sofern er nicht in eine Tragstruktur, wie eine verzweigte Stütze, integriert ist).

    [0052] Das Matrixmaterial, aus dem die Matrix besteht, unterliegt keiner besonderen Einschränkung. Als Matrixmaterial geeignet ist grundsätzlich jedwedes Material, welches zur Herstellung von Faserverbundwerkstoffen geeignet ist.

    [0053] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform wird ein keramisches Matrixmaterial verwendet. Grundsätzlich können alle zur Herstellung von Faserverbundwerkstoffen geeigneten keramischen Matrixmaterialen verwendet werden. Zu Beispielen für geeignete Materialien zählen Keramiken auf Grundlage von Siliziumcarbid und/oder Aluminiumoxid. Ein keramisches Matrixmaterial ist insbesondere mit Hinblick auf Brandschutzerfordernisse vorteilhaft.

    [0054] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist das Matrixmaterial ein Kunststoffmaterial. In diesem Fall kann das Verfahren zur Herstellung einer Faserverbundstruktur auch als Verfahren zur Herstellung einer faserverstärkten Kunststoffstruktur bezeichnet werden. Zu geeigneten Kunststoffen, die als Matrixmaterialien verwendet werden können, zählen organische Polymere, gehärtete Harzzusammensetzungen sowie thermoplastische Materialien, insbesondere solche thermoplastischen Materialen, aus denen die thermoplastischen Fasern des Hybridgarns aufgebaut sein können.

    [0055] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst das Flechtmaterial Hybridgarn und das erfindungsgemäße Verfahren umfasst den Schritt des Aufschmelzens des Hybridgarns. In diesem Schritt werden die thermoplastischen Fasern des Hybridgarns aufgeschmolzen, sodass sie die Matrix ausbilden. Dies erfolgt vorzugsweise unter Anwendung von Druck, insbesondere durch Verpressen. Dadurch kann direkt aus dem Geflecht eine faserverstärkte Kunststoffstruktur erhalten werden, ohne dass weitere Komponenten notwendig sind. Allerdings ist es ebenso möglich, den Schritt des Aufschmelzens des Hybridgarns mit anderen Maßnahmen zum Verbinden des Geflechts mit einer Matrix zu kombinieren. Hinsichtlich des Hybridgarns und seiner Bestandteile gelten die vorstehenden Ausführungen entsprechend. Der Schritt des Aufschmelzens des Hybridgarns unterliegt keiner besonderen Einschränkung. Beispielsweise kann durch Erwärmen des Geflechts aufgeschmolzen werden, allerdings auch durch Anwenden von Ultraschall. Nach dem Aufschmelzen, gegebenenfalls gefolgt von Verpressen, wird das Geflecht vorzugsweise auf eine Temperatur unterhalb von 50 °C und besonders bevorzugt auf Raumtemperatur (25 °C) abgekühlt, damit sich das thermoplastische Material verfestigt und so der Faserverbundstruktur Formstabilität verleiht.

    [0056] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das erfindungsgemäße Verfahren ein Verfahren zur Herstellung einer faserverstärkten Kunststoffstruktur, umfassend das Verfahren zur Herstellung eines Geflechts sowie die Schritte

    (C) Einbringen eines duroplastischen Matrixsystems in das Geflecht;

    (D) Vernetzen des duroplastischen Matrixsystems; und

    (E) Entfernen des Flechtkerns unter Bildung eines Hohlraums.



    [0057] Schritt (C) unterliegt keiner besonderen Einschränkung. Das Einbringen kann beispielsweise durch Aufbringen auf das Geflecht erfolgen. Die Matrix (duroplastisches Matrixsystem) kann grundsätzlich in jeder geeigneten Weise ein- bzw. aufgebracht werden. Beispiele für geeignete Ein- bzw. Aufbringungsverfahren sind Handlaminieren, Tauchen, Infusionsverfahren und Injektionsverfahren, wobei mit Hinblick auf eine effiziente Verfahrensführung Infusions- und Injektionsverfahren bevorzugt sind. Sofern das Einbringen durch Aufbringen erfolgt, so wird in Schritt (C) die Matrix so auf das Geflecht aufgebracht, dass dieses vollständig von der Matrix durchdrungen wird.

    [0058] Die Matrix enthält ein oder mehrere Harze. Als Harz eignet sich grundsätzlich jedes Harz, welches für das Gebiet der Gebäudekonstruktion geeignet ist. Vorzugsweise wird als duroplastisches Matrixmaterial eine härtbare Harzzusammensetzung verwendet. Die Matrix kann Epoxidharze, Polyesterharze, Polyurethane und/oder Phenolharze umfassen. Zudem kann die Matrix weitere Bestandteile, z. B. ein oder mehrere Härtungsmittel, enthalten. Aus brandschutztechnischen Gründen wird vorzugsweise ein Harz mit hoher Flammbeständigkeit verwendet. Vorzugsweise enthält die Matrix ein oder mehrere Flammschutzmittel. Besonders bevorzugt besteht die Matrix aus einem oder mehreren (vorzugsweise härtbaren) Harzen, gegebenenfalls einem oder mehreren Härtungsmitteln und gegebenenfalls einem oder mehreren Flammschutzmitteln.

    [0059] Schritt (D) unterliegt keiner besonderen Einschränkung. In Schritt (D) werden Bedingungen angewandt, die zum Aushärten der Matrix bzw. der Harzzusammensetzung führen. Beispielsweise kann dies durch Erwärmen des Matrixsystems bzw. der Harzzusammensetzung oder durch Bestrahlen des Matrixsystems bzw. der Harzzusammensetzung mit elektromagnetischer Strahlung (beispielsweise UV-Licht) erfolgen, wodurch die mechanischen Eigenschaften der resultierenden faserverstärkten Kunststoffstruktur bzw. des Verzweigungsknotens wesentlich verbessert werden. Schritt (D) kann gegebenenfalls auch lediglich darin bestehen, dass das Geflecht mit dem darauf aufgebrachten Matrixsystem bzw. der darauf aufgebrachten Harzzusammensetzung gelagert (stehen gelassen) wird, beispielsweise für eine Minute bis einen Tag, vorzugsweise 1 bis 12 Stunden. Auch Erwärmen bzw. Bestrahlen sind nicht zwingend erforderlich. So kann Schritt (D) beispielsweise bei einer Temperatur von 5 bis 50 °C, vorzugsweise 15 bis 30 °C, beispielsweise bei Raumtemperatur, durchgeführt werden. Dadurch, dass auf das Geflecht ein Matrixsystems bzw. eine Harzzusammensetzung aufgebracht (Schritt (C)) und gehärtet (Schritt (D)) wird, ist die resultierende faserverstärkte Kunststoffstruktur formstabil.

    [0060] In Bezug auf Schritt (E) gelten die vorstehenden Ausführungen entsprechend.

    [0061] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das erfindungsgemäße Verfahren ein Verfahren zur Herstellung einer faserverstärkten Kunststoffstruktur, umfassend das Verfahren zur Herstellung eines Geflechts sowie die Schritte

    (C) Aufbringen einer härtbaren Harzzusammensetzung auf das Geflecht;

    (D) Härten der härtbaren Harzzusammensetzung; und

    (E) Entfernen des Flechtkerns unter Bildung eines Hohlraums.



    [0062] Die vorliegende Erfindung betrifft in einem Aspekt ein Verfahren zur Herstellung eines Verzweigungsknotens zum Gebäudebau, umfassend das Verfahren zur Herstellung einer Faserverbundstruktur sowie die Schritte

    (F) Befüllen des von der Faserverbundstruktur umhüllten Hohlraums mit einem Betongemisch; und

    (G) Aushärten des Betongemisches.



    [0063] Durch Schritte (F) und (G) wird Beton in den Hohlraum eingebaut. In Schritt (F) können gegebenenfalls Maßnahmen zur Verdichtung durchgeführt werden. In Schritt (G) kann das Betongemisch gegebenenfalls nachbehandelt werden.

    [0064] Sofern der Verzweigungsknoten eine (innere) Bewehrung, beispielsweise eine Längsbewehrung und/oder eine Anschlussbewehrung, aufweisen soll, kann diese vor Schritt (F) vollständig oder im Falle einer Anschlussbewehrung teilweise in den Hohlraum der Faserverbundstruktur eingebracht werden. Vorzugsweise besteht die Anschlussbewehrung aus einem üblichen Bewehrungsmaterial wie Stahl und weist Stangenform auf. Zur Bewehrung können Textilien oder Rovings, beispielsweise Carbonfaserrovings und/oder Glasfaserrovings, eingesetzt werden.

    [0065] Das in Schritt (F) verwendete Betongemisch unterliegt keiner besonderen Einschränkung. Sowohl Normalbeton, hochfester Beton als auch ultrahochfester Beton können verwendet werden. Vorzugsweise wird schwindarmer, selbstverdichtender Beton verwendet. Das Betongemisch kann ausschließlich aus Beton bestehen. Das Betongemisch kann Fasern (insbesondere Stahlfasern, Kunststofffasern, beispielsweise Polyethylenfasern (PE-Fasern), Carbonfasern und/oder Glasfasern sowie gegebenenfalls weitere Zuschläge als Zusatzstoff oder Zusatzmittel enthalten.

    [0066] Es ist bevorzugt, dass die äußeren Enden aller Arme der Faserverbundstruktur stirnseitig freiliegen, also nicht mit dem Flechtmaterial umflochten sind. Zur Herstellung des erfindungsgemäßen Verzweigungsknotens werden vor dem Befüllen (F) vorzugsweise n-1 Arme verschalt. Das Befüllen (F) erfolgt dann über das freistehende Ende des Arms, dessen äußeres Ende nicht verschalt ist. Nach dem Befüllen können gegebenenfalls vorhandene Lufteinschlüsse in dem befüllten Betongemisch entfernt werden, beispielsweise mithilfe eines Rüttlers, vorzugsweise unter Verwendung eines Innenrüttlers.

    [0067] Der erfindungsgemäße Verzweigungsknoten kann in konventioneller Bauweise in eine Tragstruktur eingesetzt werden. Hierzu kann die gegebenenfalls vorhandene Anschlussbewehrung des Verzweigungsknotens mit den umliegenden Teilen der Tragstruktur verbunden werden. Alternativ kann die an den Verzweigungsknoten angeschlossene Tragstruktur oder Teile davon in einer Kern-Hülle-Bauweise hergestellt werden und die Tragstruktur im Ganzen oder in Teilen betoniert werden.

    [0068] Zwischen den Schritten (F) und (G) wird das eingefüllte Betongemisch gegebenenfalls unter üblichen Bedingungen nachbehandelt. Eine Nachbehandlung kann über die gegebenenfalls freiliegende(n) Stirnseite(n) eines oder mehrerer Arme erfolgen. Dies ist beispielsweise dann möglich, wenn ein oder mehrere Arme nicht an angrenzende Bauteile anschließen.

    [0069] In Schritt (G) wird das eingefüllte Betongemisch unter üblichen Bedingungen ausgehärtet. Gegebenenfalls wird nach dem Aushärten die Verschalung der n-1 Arme entfernt.

    [0070] Eine hier beschriebene Faserverbundstruktur umfasst einen Faseranteil und einen Matrixanteil, wobei die Faserverbundstruktur einen Hohlraum zumindest teilweise umhüllt, wobei der Hohlraum mindestens drei Arme aufweist und eine Verzweigung bildet; und der Faseranteil ein Geflecht mit mindestens zwei Flechtlagen im Bereich der Arme umfasst.

    [0071] Die vorstehenden Ausführungen in Bezug auf das Herstellungsverfahren für das Geflecht und das Herstellungsverfahren für die Faserverbundstruktur gelten entsprechend für die Faserverbundstruktur.

    [0072] Die Faserverbundstruktur ist beispielsweise eine faserverstärkte Kunststoffstruktur, umfassend einen Faseranteil und einen Kunststoffanteil, wobei die faserverstärkte Kunststoffstruktur einen Hohlraum zumindest teilweise umhüllt, wobei der Hohlraum mindestens drei Arme aufweist und eine Verzweigung bildet; und der Faseranteil ein Geflecht mit mindestens zwei Flechtlagen im Bereich der Arme umfasst.

    [0073] Die Faserverbundstruktur ist aus dem vorstehend beschriebenen Verfahren zu seiner Herstellung erhältlich.

    [0074] In einem weiteren Aspekt betrifft die vorliegende Erfindung einen Verzweigungsknoten zum Gebäudebau, umfassend einen Betonkern, wobei der Betonkern mindestens drei Arme aufweist und eine Verzweigung bildet; und eine den Betonkern zumindest teilweise umhüllende Faserverbundstruktur, deren Faseranteil ein Geflecht mit mindestens zwei Flechtlagen im Bereich der Arme umfasst, wobei die Stirnseiten der äußeren Enden der Arme des Betonkerns nicht von der Faserverbundstruktur umhüllt bzw. bedeckt sind.

    [0075] Die vorstehenden Ausführungen in Bezug auf das Herstellungsverfahren für das Geflecht, das Herstellungsverfahren für die Faserverbundstruktur und das Herstellungsverfahren für den Verzweigungsknoten gelten entsprechend für den Verzweigungsknoten.

    [0076] Die Anzahl der Flechtlagen der Faserverbundstruktur bzw. der Flechtlagen des Verzweigungsknotens im Bereich der Arme m unterliegt keiner besonderen Einschränkung, solange m mindestens 2 beträgt. Dadurch, dass m ≥ 2 ist, weist der Verzweigungsknoten besonders vorteilhafte statische Eigenschaften auf. Vorzugsweise ist m gerade, beispielsweise im Fall einer ebenen Faserverbundstruktur / eines ebenen Verzweigungsknotens. Besonders bevorzugt beträgt m 2 bis 12, mehr bevorzugt 2 bis 8, insbesondere bevorzugt 2 bis 6, beispielsweise 2.

    [0077] Vorzugsweise weist das Geflecht im Verzweigungsbereich zumindest eine Flechtlage auf. Vorzugsweise ist die Anzahl der Flechtlagen an jeder Stelle des Geflechts gleich. Herstellungsbedingt kann die Anzahl der Flechtlagen im Verzweigungsbereich jedoch schwanken. Das heißt, das Geflecht kann im Verzweigungsbereich Stellen mit jeweils unterschiedlicher Anzahl an Flechtlagen aufweisen. Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform (ebener Verzweigungsknoten mit drei Armen) weist das Geflecht im Verzweigungsbereich Stellen mit m-1, m und m+1 Flechtlagen auf. So kann die Anzahl der Flechtlagen beispielsweise bei m = 2 (zwei Flechtlagen im Bereich der Arme) an unterschiedlichen Orten des Verzweigungsbereichs 1, 2 bzw. 3 betragen. Bei komplexerer Struktur des Verzweigungsknotens, z. B. bei mehr als drei Armen, kann die Anzahl der Flechtlagen über einen noch größeren Bereich schwanken.

    [0078] Kern und Hülle des Verzweigungsknotens können jeweils tragend und nicht tragend sein. Die Hülle kann auch nur als Schalung dienen ohne als Bewehrung mitzuwirken. Das Füllmaterial, der Beton, kann auch lediglich als Aussteifung für die Hülle dienen. Die Hülle kann ebenso nur teilweise als Bewehrung dienen. Der Widerstand der Faserverbundstruktur ohne Zusatzmaßnahmen kann in der Kaltbemessung gegeben sein, ohne dass der Widerstand der Faserverbundstruktur ohne Zusatzmaßnahmen auch in der Heißbemessung gegeben sein muss.

    [0079] Der erfindungsgemäße Verzweigungsknoten kann eine hohe Tragfähigkeit aufweisen. Die von der Faserverbundstruktur gebildete Hülle des Verzweigungsknotens kann als verlorene Schalung und gleichzeitig als äußere Bewehrung (äußere Armierung) dienen. Es ist möglich, dass Druckkräfte hauptsächlich vom Betonkern abgetragen und Zugkräfte von der Hülle aufgenommen werden. Die Hülle kann so bemessen werden, dass sie den Beton effektiv umschnürt und zu einer Tragfähigkeitssteigerung, bezogen auf die einaxiale Festigkeit des Betons, durch Ausbilden eines mehraxialen Spannungszustands im Beton führt. Die Hülle kann Zugkräfte in Umfangsrichtung aufnehmen und bei ausreichender Umschnürungssteifigkeit im Beton durch Einengung vor allem bei einer Druckbeanspruchung einen mehraxialen Spannungszustand hervorrufen. Zugkräfte in Längsrichtung, die durch Momente entstehen können, kann die Hülle ebenfalls aufnehmen.

    [0080] Der Betonkern ist nur teilweise von der Faserverbundstruktur umhüllt. Die äußeren Enden der Arme des Betonkerns liegen stirnseitig frei. Das heißt, die Stirnseiten der äußeren Enden der Arme des Betonkerns sind nicht von der Faserverbundstruktur umhüllt bzw. bedeckt, sodass die Oberfläche des Verzweigungsknotens an den Stirnseiten eine Betonoberfläche ist, aus der gegebenenfalls eine Bewehrung bzw. eine Anschlussbewehrung ragt.

    [0081] Vorzugsweise weist der Betonkern im Verzweigungsbereich Ausrundungen auf. Besonders bevorzugt weist der Betonkern im Verzweigungsbereich keine Kanten auf. Hierdurch kann eine ansprechende ästhetische Wirkung des Verzweigungsknotens erzielt werden. Zudem kann hierdurch die Geometrie des Verzweigungsknotens an den Kräfteverlauf einer tragenden Struktur, worin der Verzweigungsknoten verbaut ist, angepasst werden.

    [0082] Die Arme des Verzweigungsknotens können unterschiedliche Durchmesser, Längen, Orientierungen und Ausrundungen zu den anderen Armen besitzen. Der Durchmesser eines Armes ist seine größte Längendimension senkrecht zur Armachse, gemessen am äußeren Ende des Arms. Vorzugsweise liegen die Armachsen zumindest bei drei Armen in einer gemeinsamen Ebene. Der Betonkern ist vorzugsweise rotationssymmetrisch, besonders bevorzugt punktsymmetrisch. Es ist zudem bevorzugt, dass die Querschnittsflächen am jeweiligen äußeren Ende der Arme rund sind und somit keine Ecken aufweisen. Die Querschnittsflächen können beispielsweise ellipsenförmig sein und sind vorzugsweise kreisförmig. Die Querschnittsfläche am äußeren Ende eines Arms ist die Querschnittsfläche in der Draufsicht auf die Stirnseite entlang der Armachse.

    [0083] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform weist der erfindungsgemäße Verzweigungsknoten gleiche Durchmesser der Arme, abgerundete Querschnittsflächen und/oder Rotations- bzw. Punktsymmetrie auf.

    [0084] Hinsichtlich der Dimensionen des Betonkerns bestehen keine besonderen Einschränkungen. Zum Einsatz in Gebäuden ist eine Mindesttragfähigkeit notwendig, diese bestimmt die geometrischen Abmessungen und erfordert eine individuelle Auslegung des Bauteils für jeden Anwendungsfall.

    [0085] Die Durchmesser der Arme können in einem Bereich von wenigen Zentimetern (beispielsweise 1 cm) bis zu mehreren hundert Zentimetern (beispielsweise 500 cm) liegen. Die Durchmesser der mindestens drei Arme betragen unabhängig voneinander vorzugsweise mindestens 4 cm, vorzugsweise mindestens 8 cm, insbesondere bevorzugt mindestens 10cm. Der Durchmesser der Arme beträgt vorzugsweise höchstens 100 cm, insbesondere bevorzugt höchstens 20 cm.

    [0086] Damit der Verzweigungsknoten im Gebäudebau eingesetzt werden kann, sollte er eine minimale Schenkellänge aufweisen, um an umliegende Tragelemente (angrenzende Tragglieder) angeschlossen werden zu können. Die Schenkellänge ist die Länge vom Anfang der Achse des Schenkels entlang der geraden Achse des Schenkels bis zum äußersten Rand des Schenkels. Die Begriffe "Arm" und "Schenkel" sind in diesem Zusammenhang gleichbedeutend. Vorzugsweise erfolgt die Verbindung an umliegende Tragelemente über eine Steck- oder Muffenverbindung, die zusätzlich geklebt sein kann und eine mechanische Verzahnung (Torsionsknagge, Noppen, etc.) aufweisen kann und in der Regel eine Überlappung erfordert. Für diese Verbindungen insbesondere bevorzugt ist ein zylindrisches bzw. rohrförmiges Teilstück (Verbindungsbereich) zwischen dem Ende der doppeltgekrümmten Bereiche der Verzweigung und dem äu-ßersten Rand des Schenkels. Für diese Verbindungsarten ist weiter eine Länge des zylindrischen bzw. rohrförmigen Teilstücks von mindestens dem einfachen Armdurchmesser, insbesondere mindestens dem zweifachen Armdurchmesser bevorzugt. Die Länge zwischen zwei Verzweigungen beträgt vorzugsweise höchstens 20 m, insbesondere bevorzugt höchstens 10m, beispielsweise höchstens 5 m. Entsprechend beträgt die Länge eines Arms des erfindungsgemäßen Verzweigungsknotens (bzw. der Faserverbundstruktur) höchstens 10m, insbesondere bevorzugt höchstens 5 m, beispielsweise höchstens 2,5 m. Die Länge des Verbindungsbereichs für Steck- und Muffenverbindungen beträgt vorzugsweise mindestens 4 cm, besonders bevorzugt mindestens 8 cm, insbesondere bevorzugt mindestens 20 cm.

    [0087] Der Verzweigungsknoten bzw. der Betonkern weisen vorzugsweise eine Bewehrung auf. Vorzugsweise ist die Bewehrung eine Anschlussbewehrung, durch die der Verzweigungsknoten mit angrenzenden Traggliedern verbunden werden kann. Alternativ bzw. ergänzend dazu kann eine Verbindung zu angrenzenden Traggliedern über Stahleinbauteile, Muffen, Einstecker, Verschraubungen etc. oder über geklebte Verbindungen erfolgen. Die angrenzenden Tragglieder können ebenfalls erfindungsgemäße Verbindungsknoten und/oder konventionelle Tragglieder sein.

    [0088] Zur Sicherstellung des Brandtragverhaltens kann der Betonkern des erfindungsgemäßen Verbindungsknotens eine zusätzliche Bewehrung, insbesondere Längsbewehrung, aufweisen.

    [0089] Der erfindungsgemäße Verzweigungsknoten eignet sich insbesondere für die Verwendung zum Gebäudebau, insbesondere zum Hoch- und/oder Tiefbau. Der Verzweigungsknoten kann in Tragsystemen, wie Fachwerk- oder Rahmensystemen, verwendet werden.

    Figur 1A zeigt einen Rohrknoten mit Schlitzblech und Flanschplatte aus Stahl aus dem Stand der Technik.

    Figur 1B zeigt einen Rohrknoten aus geschnittenen und verschweißten Stahlrohren aus dem Stand der Technik.

    Figur 1C zeigt einen Stahlgussknoten aus dem Stand der Technik.

    Figur 2 zeigt einen Kern zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Verzweigungsknoten mit drei Armen (1, 2, 3). Flechtrichtungen sind durch doppelköpfige Pfeile angegeben.



    [0090] Die vorliegende Erfindung wird anhand der folgenden, nicht einschränkenden Beispiele näher erläutert.

    Beispiele


    Beispiel 1: Herstellung eines Verzweigungsknotens mit Hülle aus faserverstärkter Kunststoffstruktur



    [0091] Aus einer Polystyrolplatte wurde mit einem Fräsroboter ein Flechtkern ausgefräst. Der erhaltene Kern wies drei Arme auf und hatte eine punktsymmetrische räumliche Gestalt (siehe Figur 2).

    [0092] Der Flechtkern mit einem Schenkeldurchmesser von 125 mm und einer Schenkellänge von 175 cm wurde mit einer Radialflechtmaschine (144er Radialflechters der Firma Herzog) in 3 Flechtschritten beflochten, wodurch ein zweilagiges Geflecht erhalten wurde. Wie in Figur 2 gezeigt, wurde zunächst im ersten Flechtschritt vom äußeren Ende des Arms 1 zum äußeren Ende des Arms 2, dann im zweiten Flechtschritt vom äußeren Ende des Arms 2 zum äußeren Ende des Arms 3 und zuletzt im dritten und letzten Flechtschritt vom äußeren Ende des Arms 3 zum äußeren Ende des Arms 1 umflochten. Nach jedem der drei Flechtschritte wurden die Enden der zuletzt umflochtenen Arme mit Klebeband abgeklebt und überstehendes Flechtmaterial abgeschnitten.

    [0093] Als Flechtmaterial wurden Flecht- und Stehfäden verwendet. Die Flechtfäden bestanden aus einem Carbonfaserroving mit 24 K (Feinheit von 1600 tex) und die Stehfäden aus einem Carbonfaserroving mit 48 K (Feinheit von 3200 tex). Die Carbonfaserrovings waren vom Typ "Tenax® STS Filamentgarn" der Firma Toho Tenax. Es wurden 72 Flechtfäden und 72 Stehfäden (massebezogenes Verhältnis von Flechtfäden zu Stehfäden = 1:2) verwendet. Der Flechtwinkel betrug etwa 60°.

    [0094] Auf den beflochtenen Flechtkern wurde eine Harzzusammensetzung (Zweikomponenten-Epoxidharzzusammensetzung MGS® RIMR 135 mit Epoxidharzkomponente "RIMR 135" und flüssiger Härterkomponente "RIMH 137" der Firma Hexion; Gewichtsverhältnis Harz/Härtungsmittel = 10/3) durch Handlaminieren aufgebracht. Das Geflecht wurde dabei vollständig von der Harzzusammensetzung durchdrungen. Der Flechtkern mit auf dem Geflecht aufgebrachter Epoxidharzzusammensetzung wurde für 24 Stunden bei Raumtemperatur gehärtet und anschließend für 15 Stunden bei 80 °C getempert.

    [0095] Nach Abkühlen auf Raumtemperatur wurde der Kern durch Auflösen in Aceton entfernt.

    [0096] Zwei der freistehenden (offenen) Arme der erhaltenen faserverstärkten Kunststoffstruktur wurden anschließend verschalt. Der Hohlraum der faserverstärkten Kunststoffstruktur wurde mit Beton (Sorte "119M" der Firma Godel Beton) befüllt. Mithilfe eines Innenrüttlers wurden Lufteinschlüsse entfernt und das entstandene freie Volumen mit Beton aufgefüllt. Danach wurde der erhaltene Verzweigungsknoten für 28 Tage ausgehärtet.

    Vergleichsbeispiel: Herstellung eines Verzweigungsknotens ohne Hülle aus faserverstärktem Kunststoff



    [0097] Es wurde ein Verzweigungsknoten aus Beton ohne Hülle aus faserverstärktem Kunststoff hergestellt. Abgesehen von der fehlenden Hülle wurden die gleichen Parameter wie in Beispiel 1 gewählt.

    Beispiel 2: Vergleich



    [0098] Die aus Beispiel 1 sowie dem Vergleichsbeispiel erhaltenen Verzweigungsknoten wurden jeweils einer Biegeprüfung unterzogen, indem die Verzweigung stehend, vertikal an einem Schenkel in der Ebene der Verzweigung belastet wurde und an zwei Enden entgegengesetzt zur Kraftrichtung gehalten wurde. Eine Festhaltung in horizontaler Richtung erfolgte nicht, wodurch zwei Schenkel auf Biegung belastet wurden. Die gemessene Prüfkraft im Versuchsstand für Beispiel 1 betrug 753,7 kN. Für das Vergleichsbeispiel wurden lediglich 51,1 kN gemessen. Die Ergebnisse sind in folgender Tabelle 1 zusammengefasst.
    Tabelle 1: Prüfkraft von Beispiel 1 und des Vergleichsbeispiels
      Prüfkraft
    Beispiel 1 753,7 kN
    Vergleichsbeispiel 51,1 kN


    [0099] In weiteren Versuchen wurden auch die Drucktragfähigkeit und die Tragfähigkeitssteigerung durch die Umschnürungswirkung untersucht. Auch diese Versuche bestätigten die ausgezeichneten mechanischen Eigenschaften des Verzweigungsknotens von Beispiel 1.

    [0100] Die vorliegende Erfindung ermöglicht die Herstellung von Verzweigungsknoten mit individuellen Geometrien und hoher Qualität der Oberfläche des Verzweigungsknotens. Anders als bei der Herstellung von Stahlgussknoten sind die Herstellungskosten unabhängig von der gefertigten Stückzahl, da die aufwändige Verwendung von Gussformen entfällt.

    [0101] Durch die Hülle (Faserverbundstruktur) des Verzweigungsknotens wird dessen mechanische Belastbarkeit stark erhöht. Insbesondere durch Anpassung der Anordnung des Flechtmaterials (innere Geometrie) können filigrane und an die individuelle Belastungssituation exakt angepasste Verzweigungsknoten bereitgestellt werden. Zudem wird eine hohe Materialeffizienz erreicht. Durch geeignete Anpassung der räumlichen Gestalt des Verzweigungsknotens bzw. des Betonkerns (äußere Geometrie), wie die bevorzugten Ausrundungen zwischen den Schenkeln, können äußere und innere Geometrie entsprechend des Kraftflusses angepasst werden. Durch synergistisches Zusammenwirken der inneren und äußeren Geometrie des erfindungsgemäßen Verzweigungsknotens kann selbst bei schlanker und leichter Konstruktion des Verzweigungsknotens eine hohe Tragfähigkeit erzielt werden, wodurch Material eingespart werden kann.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung eines Verzweigungsknotens zum Gebäudebau, umfassend die Schritte

    (A) Bereitstellen eines Flechtkerns, welcher mindestens drei Arme (1, 2, 3) aufweist und eine Verzweigung bildet,

    (B) Bilden eines Geflechts durch Umflechten des Flechtkerns mit einem Flechtmaterial, wobei das Geflecht im Bereich der Arme (1 2, 3) mindestens zwei Flechtlagen aufweist, Verbinden des Geflechts mit einer Matrix,

    (E) Entfernen des Flechtkerns unter Bildung eines Hohlraums, wodurch eine Faserverbundstruktur erhalten wird,

    (F) Befüllen des von der Faserverbundstruktur umhüllten Hohlraums mit einem Betongemisch, und

    (G) Aushärten des Betongemisches.


     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei der in Schritt (A) bereitgestellte Flechtkern aus einem fräsbaren Material aufgebaut ist oder ein Material umfasst, welches in einer Flüssigkeit löslich ist.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, wobei der in Schritt (A) bereitgestellte Flechtkern aus einem gehärteten Gemisch, umfassend Sand, Bindemittel und Lösungsmittel, hergestellt ist.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, worin Schritt (B) mehrere Flechtschritte umfasst, wobei in jedem der Flechtschritte die Flechtrichtung von dem äußeren Ende eines Arms (1, 2, 3) zu dem äußeren Ende eines davon verschiedenen Arms (1, 2, 3) des Flechtkerns verläuft.
     
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei die Anzahl der Flechtlagen im Bereich der Arme (1, 2, 3) m gerade ist und Schritt (B) m/2·n Flechtschritte umfasst, wobei n die Anzahl der Arme (1, 2, 3) des Flechtkerns darstellt, und in jedem der m/2·n Flechtschritte, jeweils ausgehend vom äußeren Ende eines Armes (1, 2, 3), der mit weniger als den m Flechtlagen umflochten ist, zum äußeren Ende eines davon verschiedenen Armes (1, 2, 3), der mit weniger als den m Flechtlagen umflochten ist, der Flechtkern mit dem Flechtmaterial umflochten wird.
     
    6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei Schritt (B) die folgenden Schritte (B1) bis (B3) umfasst, worin

    (B1) in einem ersten Flechtschritt ein erster Arm (1) und ein davon verschiedener

    zweiter Arm (2) des Flechtkerns mit dem Flechtmaterial umflochten werden

    und vom äußeren Ende des ersten Armes (1) zum äußeren Ende des zweiten Armes (2) umflochten wird;

    (B2) in weiteren Flechtschritten jeweils ausgehend vom äußeren Ende des
    zuletzt umflochtenen Armes (2) zum äußeren Ende eines nicht mit m Flechtlagen umflochtenen Armes (3) umflochten wird; und

    (B3) in einem letzten Flechtschritt ausgehend vom äußeren Ende des zuletzt umflochtenen Armes (3) zum äußeren Ende des ersten Armes (1) umflochten wird.


     
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
    wobei das Flechtmaterial Flechtfäden und Stehfäden umfasst.
     
    8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
    wobei das Flechtmaterial Glasfasern, Carbonfasern, Basaltfasern, Hybridgarn, Keramikfasern und/oder Aramidfasern umfasst.
     
    9. Verfahren nach Anspruch 8, wobei das Flechtmaterial Hybridgarn umfasst, wobei das Hybridgarn Verstärkungsfasern und thermoplastische Fasern enthält.
     
    10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, weiter umfassend die Schritte

    (C) Einbringen eines duroplastischen Matrixsystems in das Geflecht; und

    (D) Vernetzen des duroplastischen Matrixsystems.


     
    11. Verzweigungsknoten zum Gebäudebau, umfassend

    einen Betonkern, wobei der Betonkern mindestens drei Arme (1, 2, 3) aufweist und

    eine Verzweigung bildet; und

    eine den Betonkern teilweise umhüllende Faserverbundstruktur, deren Faseranteil ein mit einer Matrix verbundenes Geflecht mit mindestens zwei Flechtlagen im Bereich der Arme (1, 2, 3) umfasst, wobei die Stirnseiten der äußeren Enden der Arme (1, 2, 3) des Betonkerns nicht von der Faserverbundstruktur umhüllt bzw. bedeckt sind.


     


    Claims

    1. Method for producing a branching node for building construction, comprising the following steps:

    (A) providing a braid core, which has at least three arms (1, 2, 3) and forms a branch,

    (B) forming a braid by overbraiding the braid core with a braiding material, wherein the braid in the region of the arms (1, 2, 3) has at least two braid layers,

    connecting the braid to a matrix,

    (E) removing the braid core to form a cavity, resulting in a fibre-composite structure,

    (F) filling the cavity enclosed by the fibre-composite structure with a concrete mixture, and

    (G) curing the concrete mixture.


     
    2. Method according to claim 1, wherein the braid core provided in step (A) is constructed from a millable material or comprises a material which is soluble in a liquid.
     
    3. Method according to claim 1 or 2, wherein the braid core provided in step (A) is produced from a cured mixture comprising sand, binder and solvent.
     
    4. Method according to one of claims 1 to 3, wherein step (B) comprises a number of braiding step, wherein in each of the braiding steps, the braiding direction runs from the outer end of one arm (1, 2, 3) to the outer end of a different arm (1, 2, 3) of the braid core.
     
    5. Method according to one of claims 1 to 4, wherein the number of braid layers in the region of the arms (1, 2, 3) m is an even number and step (B) comprises m/2•n braiding steps, wherein n denotes the number of arms (1, 2, 3) of the braid core, and in each of the m/2•n braiding steps, in each case from the outer end of one arm (1, 2, 3) that is overbraided with less than the m braid layers to the outer end of a different arm (1, 2, 3) that is overbraided with less than the m braid layers, the braid core is overbraided with the braiding material.
     
    6. Method according to claim 5, wherein step (B) comprises the following steps (B1) to (B3), wherein

    (B1) in a first braiding step, a first arm (1) and a different, second arm (2) of the braid core are overbraided with the braiding material and overbraiding is carried out from the outer end of the first arm (1) to the outer end of the second arm (2);

    (B2) in further braiding steps, overbraiding is carried out in each case from the outer end of the most recently overbraided arm (2) to the outer end of an arm (3) that has not been overbraided with m braid layers; and

    (B3) in a final braiding step, overbraiding is carried out from the outer end of the most recently overbraided arm (3) to the outer end of the first arm (1).


     
    7. Method according to one of claims 1 to 6, wherein the braiding material comprises braiding yarns and filler yarns.
     
    8. Method according to one of claims 1 to 7, wherein the braiding material comprises glass fibres, carbon fibres, basalt fibres, hybrid yarn, ceramic fibres and/or aramid fibres.
     
    9. Method according to claim 8, wherein the braiding material comprises hybrid yarn, wherein the hybrid yarn contains reinforcing fibres and thermoplastic fibres.
     
    10. Method according to one of claims 1 to 9, further comprising the following steps:

    (C) introducing a thermoset matrix system into the braid; and

    (D) crosslinking the thermoset matrix system.


     
    11. Branching node for building construction, comprising a concrete core, wherein the concrete core has at least three arms (1, 2, 3) and forms a branch; and a fibre-composite structure partially enclosing the concrete core, the fibre component of which comprises a braid that is connected to a matrix and has at least two braid layers in the region of the arms (1, 2, 3), wherein the front faces of the outer ends of the arms (1, 2, 3) of the concrete core are not enclosed or covered by the fibre-composite structure.
     


    Revendications

    1. Procédé de fabrication d'un nœud de raccordement destiné à la construction de bâtiments, comprenant les étapes

    (A) mise à disposition d'un noyau de tressage qui comporte au moins trois bras (1, 2, 3) et forme une ramification,

    (B) formation d'un tressage en réalisant un tressage autour du noyau de tressage avec un matériau de tressage, le tressage comportant au moins deux couches de tressage dans la zone des bras (1, 2, 3), liaison du tressage à une matrice,

    (E) retrait du noyau de tressage formant ainsi une cavité, moyennant quoi une structure composite renforcée par des fibres est obtenue,

    (F) remplissage de la cavité enveloppée par la structure composite renforcée par des fibres avec un mélange de béton, et

    (G) durcissement du mélange de béton.


     
    2. Procédé selon la revendication 1, dans lequel le noyau de tressage mis à disposition à l'étape (A) est construit à partir d'un matériau apte à être fraisé ou comprend un matériau qui est soluble dans un liquide.
     
    3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le noyau de tressage mis à disposition à l'étape (A) est fabriqué à partir d'un mélange durci, comprenant du sable, des liants et des solvants.
     
    4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, dans lequel l'étape (B) comprend plusieurs étapes de tressage, dans lequel, dans chacune des étapes de tressage, la direction de tressage va de l'extrémité extérieure d'un bras (1, 2, 3) à l'extrémité extérieure d'un bras (1, 2, 3), différent de celui-ci, du noyau de tressage.
     
    5. Procédé selon l'une des revendications 1 à 4, dans lequel le nombre des couches de tressage dans la zone des bras (1, 2, 3) m est pair et l'étape (B) comprend m/2·n étapes de tressage, où n représente le nombre des bras (1, 2, 3) du noyau de tressage, et dans chacune des m/2·n étapes de tressage, un tressage est réalisé autour du noyau de tressage avec le matériau de tressage respectivement à partir de l'extrémité extérieure d'un bras (1, 2, 3), autour duquel un tressage avec moins que les m couches de tressage est réalisé, à l'extrémité extérieure d'un bras (1, 2, 3), différent de celui-ci, autour duquel un tressage avec moins que les m couches de tressage est réalisé.
     
    6. Procédé selon la revendication 5, dans lequel l'étape (B) comprend les étapes (B1) à (B3) suivantes, dans lesquelles

    (B1) dans une première étape de tressage, un tressage est réalisé avec le matériau de tressage autour d'un premier bras (1) et d'un deuxième bras (2), différent de celui-ci, du noyau de tressage et le tressage est réalisé de l'extrémité extérieure du premier bras (1) à l'extrémité extérieure du deuxième bras (2) ;

    (B2) dans des étapes suivantes de tressage, un tressage est réalisé respectivement à partir de l'extrémité extérieure du dernier bras (2) autour duquel un tressage est réalisé à l'extrémité extérieure d'un bras (3) non entouré de tressage avec m couches de tressage ; et

    (B3) dans une dernière étape de tressage, un tressage est réalisé à partir de l'extrémité extérieure du dernier bras (3) autour duquel un tressage est réalisé à l'extrémité extérieure du premier bras (1).


     
    7. Procédé selon une des revendications 1 à 6,
    dans lequel le matériau de tressage comprend des fils de tressage et des fils fixes.
     
    8. Procédé selon une des revendications 1 à 7,
    dans lequel le matériau de tressage comprend des fibres de verre, des fibres de carbone, des fibres de basalte, du fil hybride, des fibres de céramique et/ou des fibres d'aramide.
     
    9. Procédé selon la revendication 8, dans lequel le matériau de tressage comprend du fil hybride, le fil hybride contenant des fibres de renforcement et des fibres thermoplastiques.
     
    10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 9, comportant en outre les étapes

    (C) introduction d'un système de matrice thermodurcissable dans le tressage ; et

    (D) réticulation du système de matrice thermodurcissable.


     
    11. Nœud de raccordement destiné à la construction de bâtiments, comprenant un noyau de béton, le noyau de béton comportant au moins trois bras (1, 2, 3) et formant une ramification ; et une structure composite renforcée par des fibres enveloppant en partie le noyau de béton, dont la part de fibres comprend un tressage lié à une matrice avec au moins deux couches de tressage dans la zone des bras (1, 2, 3), les faces frontales des extrémités extérieures des bras (1, 2, 3) du noyau de béton n'étant pas enveloppées ou recouvertes par la structure composite renforcée par des fibres.
     




    Zeichnung

















    Angeführte Verweise

    IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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    In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente