Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum kraftübertragenden Verbinden zweier Bauteile
umfassend einen in einem ersten tragenden Bauteil angeordneten Lagerabschnitt oder
ein Lagerelement mit zumindest einer Auflagerfläche, zumindest ein in einem zweiten
getragenen Bauteil angeordnetes Ankerelement sowie ein Verbindungselement, welches
die beiden Bauteile miteinander über das Ankerelement und die Auflagerfläche in Kontakt
bringt.
Stand der Technik
[0002] Die Auflagerung von Betonfertigteilen untereinander oder auf anderen Konstruktionen
wie Ortbeton oder Stahl erfolgt meist über linienförmig angeordnete Betonkonsolen
oder über Einzelkonsolen an bestimmten Lagerungspunkten. In Einbausituationen, bei
denen angeformte Betonkonsolen konstruktiv nicht oder nur schwer unterzubringen sind,
werden auch Stahlkonsolen in verschiedensten Ausführungen eingesetzt. In Bereichen,
in denen auch Stahlkonsolen den Montagevorgang erheblich stören oder ihn unmöglich
machen, werden Konsolensysteme verwendet, bei denen der Verbindungsteil in einer Hülse
im getragenen Bauteil versenkt eingebaut ist. Ein derartiger Verbindungsteil wird
nach erfolgter Platzierung des Bauteils im Bereich des Lagerelements aus dem Bauteil
herausgezogen und dient dann zur Auflagerung des Bauteils.
[0003] Die Verankerung und Einbindung einer derartigen Hülse mit Verbindungselement oder
einem Verbindungselement für sich in den Betonfertigteil erfolgt in der Regel mit
gebogenen Baustahlbügeln, welche jedoch aufgrund ihrer Geometrie und vorgegebener
Biegeradien keine optimale Lastabtragung innerhalb des Betonfertigteils ermöglichen.
Auch erschweren die erforderlichen Baustahlbügel den Einbau dieser Konsolenvorrichtungen,
und es besteht auch die Gefahr von technischen Mängeln durch Nichteinhaltung der Betondeckung
und der vorgesehenen geometrischen Lage der Bügel. Eine derartige eingebaute Hülse
ist beispielsweise in der
EP 2754765 A und
EP 2754766 A gezeigt.
[0004] In der
EP 1903156 A wird beispielsweise ein Verbindungssystem gezeigt, bei dem ein Verbindungselement
in einer im getragenen Bauteil eingegossenen Box gelagert ist. Im eingebauten Zustand
ist das Verbindungselement ausgeschoben und lagert mit seinem freien Ende in einer
Aufnahmevorrichtung im tragenden Bauteil. Zur Ableitung der auftretenden Kräfte im
getragenen Bauteil sind zwei gebogene Stahlbügel vorgesehen, die an der Box befestigt
sind. Die Konstruktion dieses Verbindungssystems ist entsprechend aufwändig und die
Krafteinleitung nicht optimal, weshalb nahezu die gesamten Kräfte am Knick auf die
Bügel einwirken und schlecht in den Bauteil eingeleitet werden.
Kurzbeschreibung der Erfindung
[0005] Die Erfindung zielt darauf ab, diese Nachteile auszuschalten und eine Vorrichtung
zur kraftübertragenden Verbindung von Bauteilen zu schaffen, welche aus wenigen Bauteilen
aufgebaut ist, einfach einzubauen ist und alle auftretenden Kräfte optimal im betreffenden
Bauteil verteilt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die vorliegende Erfindung dadurch gelöst, dass das Ankerelement
im Wesentlichen plattenförmig ausgestaltet ist und einen sich normal zur Plattenebene
erstreckenden Durchbruch aufweist, durch welchen im eingebauten Zustand das Verbindungselement
hindurchgeführt ist, wobei die im eingebauten Zustand seitlichen Stirnseiten des dem
Lagerabschnitt bzw. -element nächstgelegenen Ankerelements zumindest jeweils einen
nach oben hin zur senkrechten Mittelachse hin geneigten schrägen Abschnitt aufweisen,
und wobei ferner das Verbindungselement an seiner im eingebauten Zustand am weitest
innen liegenden Stirnseite zumindest einen nach unten hin in Richtung des ersten Bauteils
geneigten schrägen Abschnitt aufweist und/oder zumindest ein weiteres weiter innen
im zweiten Bauteil angeordnetes Ankerelement mit einem Durchbruch zur Aufnahme des
Verbindungselements vorgesehen ist, dessen im eingebauten Zustand seitliche Stirnseiten
zumindest jeweils einen nach unten hin zur senkrechten Mittelachse des Ankerelements
hin geneigten schrägen Abschnitt aufweisen. Durch diese Vorrichtung wird erreicht,
dass die Vorrichtung selbst ohne zusätzliche Bewehrungsbügel die aus der Auflagerung
des Verbindungselements entstehenden Kräfte mit Hilfe von einem Ankerelement und dem
innenliegenden Ende des Verbindungselements oder mit Hilfe von zwei Ankerelementen
punktgenau und konzentriert so in den Beton einleitet, dass für die Übertragung der
Kräfte innerhalb des Betons eine größtmögliche Betondicke zur Verfügung steht. Die
Kräfte werden dabei in Form von Druckkräften an wenigen Punkten jeweils an den seitlichen
Stirnseiten der Ankerelemente bzw. der innenliegenden Stirnseite des Verbindungselements
in den Beton geleitet und in diesem, ausgehend von den Einleitpunkten, kegelförmig
verteilt.
[0007] Dabei ist es ein weiteres vorteilhaftes Merkmal, dass die geneigten schrägen Abschnitte
der Ankerelemente jeweils zueinander symmetrisch ausgebildet sind. Dadurch wird eine
optimale Kraftverteilung innerhalb des umliegenden Betons sichergestellt.
[0008] Gemäß einer möglichen vorteilhaften Ausführungsform ist es vorgesehen, dass die plattenförmigen
Ankerelemente jeweils sich normal zur Plattenebene erstreckende Vorsprünge aufweisen.
Dies kann in sehr einfacher Weise durch Anformen eines Sockelabschnitts an dem jeweiligen
Ankerelement erfolgen. Dieser Abschnitt wäre typischerweise am von der Verjüngung
abgewandten Ende des Ankerelements angeordnet, damit die eingeleiteten Zugkräfte möglichst
tief im Bauteil liegen und somit eine sehr große Kegelfläche im umgebenden Beton für
die Krafteinleitung zur Verfügung steht.
[0009] Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, dass sich die geneigten schrägen
Abschnitte auf dem jeweiligen Ankerelement über die gesamten seitlichen Stirnseiten
erstrecken. Dies stellt die einfachste Form eines Ankerelements dar, welches besonders
einfach und kostengünstig zu fertigen ist. Im Wesentlichen ist das jeweilige Ankerelement
an den seitlichen Stirnseiten keilförmig aufeinander zulaufend ausgebildet. Beide
Ankerelemente können prinzipiell baugleich gefertigt werden und werden dann, je nach
Lage im Bauteil, in zueinander um 180° verdrehter Ausrichtung eingegossen. Unterschiedlichen
Belastungen kann durch unterschiedliche Wandstärken der Ankerelemente Rechnung getragen
werden.
[0010] Bei einer alternativen vorteilhaften Ausführungsform ist es vorgesehen, dass sich
auf dem jeweiligen Ankerelement an den seitlichen Stirnseiten angeordnete Vorsprünge
oder Einkerbungen befinden, wobei sich die geneigten schrägen Abschnitte entlang dieser
Vorsprünge bzw. entlang der Seitenwandungen der Einkerbungen erstrecken. Die Ankerelemente
weisen somit seitliche Nasen oder Ausnehmungen auf, an welchen die geneigten schrägen
Abschnitte angeordnet sind. Die an jenem Ende des Ankerelements angreifenden Kräfte,
zu dem die schrägen Abschnitte hingeneigt sind, werden somit über die schrägen Abschnitte
an den Vorsprüngen bzw. in den Einkerbungen in den umliegenden Bauteil eingeleitet.
[0011] Es ist ein zusätzliches vorteilhaftes Merkmal, dass die geneigten schrägen Abschnitte
oberflächenvergrößernde Strukturen, wie Einkerbungen, Stufen, Rippen oder Nuten, aufweisen.
Die Kontaktfläche zwischen dem jeweiligen Ankerelement und dem umgebenden Bauteil
wird somit erhöht, wodurch mehr Einleitpunkte für die auftretenden Kräfte zur Verfügung
stehen.
[0012] In einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform ist es vorgesehen, dass eine sich
im eingebauten Zustand normal zu den Plattenebenen der Ankerelemente erstreckende
Aufnahmehülse für das Verbindungselement vorgesehen ist, welche zumindest von der
Stirnseite des zweiten getragenen Bauteils aus durch alle Durchbrüche der Ankerelemente
hindurchreicht. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann im einfachsten Fall als fixe
Konsole ausgeführt werden, wobei die Ankerelemente fix mit dem Verbindungselement
verbunden sind, oder sie kann auch mit einem ausziehbaren Verbindungselement ausgeführt
sein. Die Variante einer ausziehbaren Verbindungsvorrichtung wird entweder mit Hilfe
eines Aussparungskörpers, der nach dem Erhärten bzw. Ansteifen des Betons aus dem
getragenen Bauteil entfernt wird, oder mit Hilfe eines Aussparungskörpers in Form
einer Hülse, die im Betonelement verbleibt, ausgebildet.
[0013] Ein weiteres vorteilhaftes Merkmal ist es, dass das Verbindungselement einen rechteckigen,
gerundeten, hülsenförmigen oder flachen Querschnitt aufweist, wobei das Verbindungselement
gegebenenfalls seitliche Längsrippen aufweist, wodurch der Querschnitt beispielsweise
T-förmig, doppel-T-förmig oder als doppelseitiger Kamm ausgebildet ist. Durch den
Aufbau der Vorrichtung mittels Verbindungselement und Ankerelementen ist es möglich,
mit sehr einfachen, unterschiedlich ausgeprägten Verbindungselementen mit verschiedenen
Querschnitten, wie beispielsweise rechteckigen Querschnitt, I-Träger, T-Träger, Formrohren,
etc., und entsprechenden individuell ausgebildeten Ankerelementen den vorliegenden
Anwendungsfällen bestmöglich zu entsprechen.
[0014] Dabei ist es ein zusätzliches vorteilhaftes Merkmal, dass das Verbindungselement
an der im eingebauten Zustand oberen und/oder unteren Stirnseite eine Verzahnung aufweist.
Über eine entsprechende Verzahnung ist es möglich, den Verbindungsteil mit Hilfe eines
geeigneten Werkzeugs, wie beispielsweise einer Brechstange, aus dem getragenen Bauteil
auszuschieben bzw. einzuschieben.
[0015] Es kann vorgesehen sein, dass am im eingebauten Zustand im Lagerelement auf der Auflagerfläche
aufliegenden Ende des Verbindungselements eine Höhenverstelleinrichtung angeordnet
ist. Dies ermöglicht es, nach dem Einbau der Vorrichtung die Lage der beiden verbundenen
Bauteile zueinander in der Höhe entsprechend zu justieren.
[0016] Schließlich ist es ein weiteres vorteilhaftes Merkmal, dass am Lagerabschnitt bzw.
im Lagerelement zwischen Auflagerfläche und Verbindungselement und/oder zwischen der
Auflagerfläche und dem ersten Bauteil elastische Elemente angeordnet sind, die der
Schalldämmung dienen. In einer weiteren Ausprägung kann der aus dem getragenen Bauteil
herausragende Teil des Verbindungselements zur Herstellung eines vorgeschriebenen
Brandschutzes auch mit einer Ummantelung, die den Brandschutz sicherstellt, ausgeführt
werden. Durch das Ausbilden des Lagerelements mit elastischen Ummantelungen bzw. Zwischenlagen
in verschiedenartigster Ausbildung kann auch eine gewünschte Schalldämmung erreicht
werden.
Kurze Beschreibung der Zeichnungsfiguren
[0017] Die Erfindung wird nun in größerem Detail anhand von Ausführungsbeispielen sowie
mit Hilfe der beiliegenden Figuren beschrieben. Dabei zeigen
Fig. 1 eine schematische Längsschnittansicht einer möglichen Ausführungsform einer
eingebauten erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 2 eine schematische Querschnittsansicht der Vorrichtung aus Fig. 1 im Bereich
des äußeren Ankerelements,
Fig. 3 eine schematische Querschnittsansicht der Vorrichtung aus Fig. 1 im Bereich
des inneren Ankerelements,
Fig. 4 eine schematische Längsschnittansicht einer alternativen Ausführungsform einer
eingebauten erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 5 eine schematische Längsschnittansicht einer weiteren alternativen Ausführungsform
einer eingebauten erfindungsgemäßen Vorrichtung,
Fig. 6 bis 9 unterschiedliche mögliche Ausführungsformen von Ankerelementen und Querschnitten
von Verbindungselementen,
Fig. 10 eine schematische Längsschnittansicht einer weiteren alternativen Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Vorrichtung im Bereich des Lagerelements,
Fig. 11 eine Querschnittsansicht der Vorrichtung aus Fig. 10 im Bereich des Lagerelements
und
Fig. 12 bis 13 schematische Querschnittsansichten weiterer möglicher Ausführungsformen
von Verbindungselementen und Lagerelementen.
Beschreibung der Ausführungsarten
[0018] In Fig. 1 ist schematisch eine mögliche Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
gezeigt. In einem tragenden Bauteil 1 in Form eines Wandelements ist das Lagerelement
3 in Form einer Ausnehmung mit der darin befindlichen Auflagerfläche 4 angeordnet.
Als getragener Bauteil 2 ist schematisch ein Betondeckenteil dargestellt. Im Betondeckenteil
sind standardmäßig verteilte Bewehrungen 19 angeordnet. Ferner sind in diesem zweiten
Bauteil 2 auch zwei Ankerelemente 5,6 angeordnet sowie ein die Ankerelemente durchragendes
Verbindungselement 7. Das Verbindungselement 7 weist an seinem ins Lagerelement 3
ragenden freien Ende eine Höhenverstelleinrichtung 17 auf. Zwischen Verbindungselement
7 und Auflagerfläche 4 befindet sich ferner ein elastisches Element 18, welches dem
Schallschutz dient.
[0019] In der Fig. 2 ist eine Querschnittsansicht der Anordnung nach Fig. 1 im Bereich des
äußeren Ankerelements 5 dargestellt. Das betreffende Ankerelement 5 weist an seinen
beiden im eingebauten Zustand seitlichen Stirnseiten 9 über beinahe die gesamte Länge
der Stirnseiten 9 hinweg einen nach oben hin zur Mittelachse des Ankerelements 5 geneigten
schrägen Abschnitt 10 auf. Im unteren Bereich der seitlichen Stirnseiten 9 befinden
sich ferner Ausnehmungen in Form von schräggestellten Stufen 13, welche in diesem
Bereich die Kontaktfläche zum umliegenden Bauteil 2 vergrößern und eine entsprechend
gute Krafteinleitung sicherstellen. In der Mitte des Ankerelements 5 befindet sich
ein Durchbruch 8, durch welchen das hier flach ausgeführte Verbindungselement 7 ragt.
[0020] In Fig. 3 ist das weiter innen im zweiten Bauteil 2 liegende Ankerelement 6 dargestellt.
Dieses Ankerelement 6 ist im Wesentlichen baugleich zum weiter außen liegenden Ankerelement
5, jedoch ist es um 180° gedreht ausgerichtet, sodass die schrägen Abschnitte 10 nach
unten hin zur Mittelachse des Ankerelements 6 hin geneigt sind. Im eingebauten Zustand
der Vorrichtung liegt das getragene Bauteil 2 mittels der Ankerelemente 5,6 und dem
Verbindungselement 7 auf der Auflagerfläche 4 des Lagerelements 3 im ersten tragenden
Bauteil 1 auf. Die über das Verbindungselement 7 eingeleiteten Kräfte greifen also
bei dem äußeren Ankerelement 5 an der Oberseite des Durchbruchs 8 an und beim weiter
innen liegenden Ankerelement 6 an der Unterseite des Durchbruchs 8 an. Das Verbindungselement
7 kann daher, wie dargestellt, auch zur Materialeinsparung am hinteren Ende verjüngt
ausgebildet sein. Die geneigten schrägen Abschnitte 10 der Ankerelemente 5,6 sind
ebenfalls auf diese Krafteinleitungspunkte zuglaufend ausgerichtet, wodurch eine entsprechend
gute kegelförmige Krafteinleitung über die verbreiterten Abschnitte der Ankerelemente
5,6 in den Beton des getragenen zweiten Bauteils 2 erfolgt.
[0021] In Fig. 4 ist eine mögliche Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung dargestellt,
bei welcher im Inneren des zweiten Bauteils 2 eine Aufnahmehülse 14 angeordnet ist,
welche sich von der seitlichen Stirnseite des zweiten Bauteils durch die Durchbrüche
8 der Ankerelemente 5,6 hindurch erstreckt, und in welchem das Verbindungselement
7 ein- bzw. ausgeschoben werden kann. Die Aufnahmehülse 14 kann gemeinsam mit den
daran angeordneten Ankerelementen 5,6 vorgefertigt werden und beim Herstellen des
zweiten Bauteils 2 in diesem eingegossen werden. Alternativ zu einer im Bauteil 2
verbleibenden Aufnahmehülse 14, kann bei der Herstellung des Bauteils 2 auch ein Aussparungskörper
eingesetzt werden, welcher nach dem Aushärten des Bauteils 2 wieder entfernt wird,
was eine Ausführungsform ergibt, wie sie in der Fig. 1 dargestellt ist.
[0022] Im einfachsten Fall ist es natürlich auch möglich, das Verbindungselement 7 fix mit
den Ankerelementen 5,6 zu verbinden und entsprechend im zweiten Bauteil 2 anzuordnen.
Eine derartige Variante ist in der Fig. 5 dargestellt. Bei dieser Ausführungsform
wurde nur ein einziges Ankerelement 5 vorgesehen. Als zweite Lagerung im Inneren des
getragenen Bauteils 2 dient ein geneigter schräger Abschnitt 21, welcher an der innenliegenden
Stirnseite 20 des Verbindungselements 7 ausgebildet ist. Ein Großteil der auftretenden
Kräfte wird über das erste weiter außen liegende Ankerelement 5 abgetragen. Je nach
Anwendung kann es damit auch ausreichend sein, wenn die verbleibenden Lasten über
den schrägen geneigten Abschnitt 21 an der innenliegenden Stirnseite 20 des Verbindungselements
7 in den Beton eingeleitet werden. Der schräge Abschnitt 21 ist dabei nach unten hin
in Richtung des ersten Bauteils 1 geneigt, da die Kräfte am hinteren Ende des Verbindungselements
an der Unterseite angreifen.
[0023] Die Fig. 6 bis 9 zeigen unterschiedliche Formen von Ankerelementen 5 und Verbindungselementen
7. Es sind jeweils nur die weiter außen liegenden Ankerelemente 5 dargestellt, welche
jeweils nach oben hin schräg zur Mittelachse hin geneigte Abschnitte 10 aufweisen.
Üblicherweise werden für die weiter innen liegenden Ankerelemente 6 baugleiche Elemente
verwendet, die jeweils nur um 180° gedreht eingebaut werden, sodass sich die schrägen
Abschnitte 10 nach unten hin zur Mittelachse hin neigen.
[0024] In der Ausführungsform nach Fig. 6 ist ebenso wie in der Fig. 1 das Verbindungselement
7 flach ausgeführt. Das Ankerelement 5 ist über einen großen Teil der seitlichen Stirnseiten
9 parallel zu den Seitenflächen des Verbindungselements 7 ausgeformt. Am unteren Ende
befinden sich zu beiden Seiten an den seitlichen Stirnseiten 9 Vorsprünge 12, an denen
der geneigte schräge Abschnitt 10 ausgebildet ist. Die schrägen Abschnitte 10 weisen
ferner jeweils eine Stufe 13 auf, welche der Vergrößerung der Kontaktierungsfläche
zum Bauteil 2 dienen und zu einer verbesserten Krafteinleitung führen.
[0025] Das Ankerelement 5 gemäß der Fig. 7 ist sehr ähnlich zu jenem der Fig. 6 aufgebaut.
Lediglich der Durchbruch 8 ist hier breiter ausgestaltet und die geneigten schrägen
Abschnitte 10 an den seitlichen Vorsprüngen 12 weisen mehrere Stufen 13 auf. Das Verbindungselement
7 hat an seiner Oberseite und Unterseite zu beiden Seiten seitliche Längsrippen 15,
wodurch sich ein doppel-T-förmiger Querschnitt ergibt.
[0026] Bei der Ausführungsform nach Fig. 8 weist das Verbindungselement 7 nur an der Oberseite
seitliche Längsrippen auf, wodurch es einen T-förmigen Querschnitt aufweist. Am Ankerelement
5 erstrecken sich die geneigten schrägen Abschnitte 10 beinahe über die gesamte Länge
der seitlichen Stirnseiten 9. Am unteren Ende des Ankerelements 5 befindet sich ein
Sockel, welcher normal zur Plattenebene des Ankerelements 5 ausgerichtete Vorsprünge
11 ausbildet und ebenfalls einer verbesserten Krafteinleitung in den Bauteil 2 an
dieser Stelle dient.
[0027] In der Ausführungsform nach der Fig. 9 verlaufen die geneigten schrägen Abschnitte
10 am Ankerelement 5 ebenfalls über beinahe die gesamte Länge der seitlichen Stirnseiten
9, wobei jedoch über die gesamte Länge ebenfalls eine Vielzahl von Stufen 13 zur Maximierung
der Kontaktfläche angeordnet sind. Das Verbindungselement 7 weist in dieser Ausführungsform
einen rechteckig hülsenförmigen Querschnitt auf.
[0028] In der Fig. 10 ist schematisch eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung dargestellt, wobei das Verbindungselement 7 hier an der oberen Stirnseite
eine Verzahnung 16 aufweist. Beim Anordnen der beiden Bauteile 1,2 zueinander kann
so über ein hebelartiges Werkzeug, welches in den Spalt zwischen den beiden Bauteilen
1,2 eingeschoben wird und in die Verzahnung 16 eingreift, das Verbindungselement 7
Stück für Stück ausgeschoben werden und kommt so schließlich mit seinem äußeren freien
Ende im Lagerelement 3 zum Liegen. Das Lagerelement 3 dieser Ausführungsform ist im
Querschnitt in der Fig. 11 dargestellt. Es weist zwei seitliche Stützflächen und eine
Auflagerfläche 4 für das Verbindungselement 7 auf. Zwischen der Auflagerfläche und
dem tragenden Bauteil 1 ist ferner ein elastisches Element 18 zum Zwecke der Schalldämmung
angeordnet.
[0029] Die Fig. 12 und 13 zeigen weitere Ausführungsvarianten von Verbindungselementen 7
und Lagerelementen 3. Bei der Variante nach der Fig. 12 ist ein Verbindungselement
mit hülsenförmigem Querschnitt, wie jenes aus der Fig. 9, in einem kastenförmigen
Lagerelement 3 angeordnet, wobei rund um das Verbindungselement Auflagerflächen 4
angeordnet sind. Zwischen den Auflagerflächen 4 und dem Lagerelement 3 sind mehrere
elastische Elemente 18 zur Schalldämmung angeordnet.
[0030] Bei der Variante gemäß der Fig. 13 weist das Verbindungselement 7 mehrere seitliche
Längsrippen 15 auf, wodurch sich ein Querschnitt in Form eines doppelseitigen Kamms
ergibt. Im Lagerelement 3 sind mehrere Auflagerflächen 4 für die Unterseite des Verbindungselements
7 sowie für alle seitlichen Längsrippen 15 vorgesehen, wobei jeweils wieder zwischen
den Auflagerflächen 4 und dem Verbindungselement 7 elastische Elemente 18 vorgesehen
sind.
1. Vorrichtung zum kraftübertragenden Verbinden zweier Bauteile (1,2) umfassend einen
in einem ersten tragenden Bauteil (1) angeordneten Lagerabschnitt oder ein Lagerelement
(3) mit zumindest einer Auflagerfläche (4), zumindest ein in einem zweiten getragenen
Bauteil (2) angeordnetes Ankerelement (5) sowie ein Verbindungselement (7), welches
die beiden Bauteile (1,2) miteinander über das Ankerelement (5) und die Auflagerfläche
(4) in Kontakt bringt, dadurch gekennzeichnet, dass das Ankerelement (5) im Wesentlichen plattenförmig ausgestaltet ist und einen sich
normal zur Plattenebene erstreckenden Durchbruch (8) aufweist, durch welchen im eingebauten
Zustand das Verbindungselement (7) hindurchgeführt ist, wobei die im eingebauten Zustand
seitlichen Stirnseiten (9) des dem Lagerabschnitt bzw. -element (3) nächstgelegenen
Ankerelements (5) zumindest jeweils einen nach oben hin zur senkrechten Mittelachse
des Ankerelements (5) hin geneigten schrägen Abschnitt (10) aufweisen, und wobei ferner
das Verbindungselement (7) an seiner im eingebauten Zustand am weitest innen liegenden
Stirnseite (20) zumindest einen nach unten hin in Richtung des ersten Bauteils (1)
geneigten schrägen Abschnitt (21) aufweist und/oder zumindest ein weiteres weiter
innen im zweiten Bauteil (2) angeordnetes Ankerelement (6) mit einem Durchbruch (8)
zur Aufnahme des Verbindungselements (7) vorgesehen ist, dessen im eingebauten Zustand
seitliche Stirnseiten (9) zumindest jeweils einen nach unten hin zur senkrechten Mittelachse
des Ankerelements (6) hin geneigten schrägen Abschnitt (10) aufweisen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die geneigten Abschnitte (10) der Ankerelemente (5,6) jeweils zueinander symmetrisch
ausgebildet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die plattenförmigen Ankerelemente (5,6) jeweils sich normal zur Plattenebene erstreckende
Vorsprünge (11) aufweisen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich die geneigten schrägen Abschnitte (10) auf dem jeweiligen Ankerelement (5,6)
über die gesamten seitlichen Stirnseiten (9) erstrecken.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass sich auf dem jeweiligen Ankerelement (5,6) an den seitlichen Stirnseiten (9) angeordnete
Vorsprünge (12) oder Einkerbungen befinden, wobei sich die geneigten schrägen Abschnitte
(10) entlang dieser Vorsprünge (12) bzw. entlang der Seitenwandungen der Einkerbungen
erstrecken.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die geneigten schrägen Abschnitte (10) oberflächenvergrößernde Strukturen, wie Einkerbungen,
Stufen (13), Rippen oder Nuten, aufweisen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass eine sich im eingebauten Zustand normal zu den Plattenebenen der Ankerelemente (5,6)
erstreckende Aufnahmehülse (14) für das Verbindungselement (7) vorgesehen ist, welche
zumindest von der Stirnseite des zweiten getragenen Bauteils (2) aus durch alle Durchbrüche
(8) der Ankerelemente (5,6) hindurchreicht.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (7) einen rechteckigen, gerundeten, hülsenförmigen oder flachen
Querschnitt aufweist, wobei das Verbindungselement (7) gegebenenfalls seitliche Längsrippen
(15) aufweist, wodurch der Querschnitt beispielsweise T-förmig, doppel-T-förmig oder
als doppelseitiger Kamm ausgebildet ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Verbindungselement (7) an der im eingebauten Zustand oberen und/oder unteren
Stirnseite eine Verzahnung (16) aufweist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass am Lagerabschnitt bzw. im Lagerelement (3) zwischen Auflagerfläche (4) und Verbindungselement
(7) und/oder zwischen der Auflagerfläche (4) und dem ersten Bauteil (1) elastische
Elemente (18) angeordnet sind, die der Schalldämmung dienen.