[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Hörgeräts, wobei von einem
ersten Eingangswandler aus einem Schallsignal ein erstes Eingangssignal erzeugt wird,
wobei aus dem Schallsignal von einem zweiten Eingangswandler ein zweites Eingangssignal
erzeugt wird, wobei anhand des ersten Eingangssignals, des zweiten Eingangssignals
ein Verstärkungs-Richtsignal gebildet wird, und wobei aus dem Verstärkungs-Richtsignal
ein Ausgangssignal erzeugt wird.
[0002] In einem Hörgerät wird ein Schallsignal der Umgebung durch einen oder mehrere Eingangswandler
in entsprechende elektrische Signale umgewandelt, zur Korrektur eines Hörverlustes
des Benutzers des Hörgerätes unter anderem Frequenzband abhängig verstärkt, und das
so verstärkte Signal durch einen Ausgangswandler in ein Ausgangsschallsignal umgewandelt,
welches an das Gehör des Benutzers ausgegeben wird. Zwei prinzipielle Aufgaben des
Hörgerätes bestehen hierbei darin, dem Benutzer ein Klangbild zu präsentieren, welches
auf dessen individuelle, durch den Hörverlust bedingte Anforderungen abgestimmt ist,
und in welchem potentielle Nutzsignale in möglichst geringem Umfang durch Rauschen
maskiert werden, und also ein möglichst günstiges Signal-zu-Rausch-Verhältnis (SNR)
vorliegt.
[0003] Für ein Hörgerät mit wenigstens zwei Eingangswandlern kann dies durch eine - gegebenenfalls
frequenzbandweise - Anwendung von Richtmikrofonie auf die entsprechenden Eingangssignale
erreicht werden. Hierfür wird angenommen, dass Nutzsignale wie zum Beispiels Sprache
oder Musik meist aus einer klar definierten Richtung beim Benutzer eintreffen, während
hingegen viele Arten von Rauschen oder Störgeräusche aus einem vergleichsweise breiten
Winkelbereich stammen, und somit keine klare Richtung für eine Schallquelle zugeordnet
werden kann.
[0004] In den meisten Implementierungen von Richtmikrofonen in Hörgeräten wird überdies
angenommen, dass ein Benutzer seine Blickrichtung instinktiv auf die Quelle eines
Nutzsignals hin ausrichtet, sodass das Richtmikrofon für eine Unterdrückung von Störgeräuschen
im Wesentlichen in Frontalrichtung des Benutzers auszurichten ist. Über eine gewünschte
Unterdrückung von Störgeräuschen hinaus führt dies jedoch mitunter zu einer unnatürlichen
Wahrnehmung der Umgebung. Schallereignisse, welche sich abseits der Vorzugsrichtung
des Richtmikrofons ereignen, werden durch die Rauschunterdrückung unabhängig davon
ausgeblendet, ob sie für eine realistische Wiedergabe der Umgebungssituation erforderlich
sind oder nicht. Eine Lokalisierung derartiger Schallereignisse ist demnach für den
Benutzer des Hörgerätes oftmals nicht zufriedenstellend möglich, was seine Gesamtwahrnehmung
der Umgebung beeinträchtigen kann.
[0005] Überdies tragen bestehende Algorithmen der Richtmikrofonie den individuellen anatomischen
Begebenheiten und den daraus resultierenden Einschränkungen, die sich hieraus beispielsweise
an das Richtfeld eines realen Ohres ergeben, nicht in ausreichendem Maße Rechnung.
So weist beispielsweise ein menschliches Ohr aufgrund der Form der Pinna eine nach
hinten deutlich verringerte Empfindlichkeit gegenüber Schallsignalen auf, während
durch die Form der Concha und des Gehörganges die Richtung maximaler Hörempfindlichkeit
im weitesten Sinne schräg nach vorne ausgerichtet ist, wobei das exakte Maximum in
Abhängigkeit der individuellen Anatomie variiert. Für ein möglichst realistisches
Hörempfinden sind derartige Umstände mit zu berücksichtigen. Auch die bei binauralen
Hörgerätesystemen bestehende Möglichkeit, ein Richtmikrofon aus zwei omnidirektionalen
Signalen zu bilden, welche jeweils an einem Ohr des Benutzers erzeugt werden, vermag
dabei die anatomischen Begebenheiten und daraus resultierenden Einschränkungen nicht
ausreichend wiederzugeben.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Betrieb eines Hörgerätes
anzugeben, welches ein möglichst realistisches räumliches Hörempfinden erlaubt, und
dabei die wenigstens prinzipielle Möglichkeit bieten soll, benutzerspezifische anatomische
Besonderheiten für das räumliche Hörempfinden mit zu berücksichtigen.
[0007] Die genannte Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch ein Verfahren zum Betrieb
eines Hörgeräts, wobei von einem ersten Eingangswandler aus einem Schallsignal ein
erstes Eingangssignal erzeugt wird, wobei aus einem Schallsignal von einem zweiten
Eingangswandler ein zweites Eingangssignal erzeugt wird, wobei ein erster Winkel und
ein Winkelbereich vorgegeben werden, wobei frequenzbandweise anhand des ersten Eingangssignals,
des zweiten Eingangssignals und des ersten Winkels ein Abschwächungs-Richtsignal gebildet
wird, welches wenigstens für einen im Winkelbereich um den ersten Winkel gelegenen
zweiten Winkel eine relative Abschwächung aufweist, und hierdurch ein Überlagerungsparameter
festgelegt wird, wobei anhand des ersten Eingangssignals und des zweiten Eingangssignals
sowie des Überlagerungsparameters und/oder des zweiten Winkels ein Verstärkungs-Richtsignal
gebildet wird, welches für den zweiten Winkel eine relative Verstärkung aufweist,
wobei aus dem Abschwächungs-Richtsignal und dem Verstärkungs-Richtsignal ein winkelbetontes
Richtsignal erzeugt wird, und wobei anhand des winkelbetonten Richtsignals ein Ausgangssignal
erzeugt wird. Vorteilhafte und teils für sich gesehene Ausführungsformen sind Gegenstand
der Unteransprüche und der nachfolgenden Beschreibung.
[0008] Bevorzugt weisen das erste Eingangssignal und das zweite Eingangssignal jeweils eine
omnidirektionale Richtcharakteristik auf. Die Bildung des Abschwächungs-Richtsignals
anhand des ersten Eingangssignals und des zweiten Eingangssignals kann hierbei insbesondere
derart erfolgen, dass zunächst aus dem ersten Eingangssignal und dem zweiten Eingangssignal
eine Mehrzahl an Zwischensignalen mit jeweils nicht-trivialer Richtcharakteristik
gebildet werden, und anschließend aus diesen Zwischensignalen in Abhängigkeit des
ersten Winkels das Abschwächungs-Richtsignal gebildet wird, beispielsweise durch lineare
Superposition. Dieselben Zwischensignale können dabei insbesondere auch für die Erzeugung
des Verstärkungs-Richtsignals (in entsprechender Abhängigkeit des Überlagerungsparameters
und/oder des zweiten Winkels) verwendet werden.
[0009] Alternativ dazu ist es auch denkbar, das Abschwächungs-Richtsignal direkt durch eine
zeitverzögerte Überlagerung des ersten Eingangssignals mit dem zweiten Eingangssignal
zu bilden. Vergleichbares ist auch für das Verstärkungs-Richtsignal möglich.
[0010] Die Vorgabe des ersten Winkels und des Winkelbereiches kann hierbei auch implizit
erfolgen, also beispielsweise durch Parameter, sofern die entsprechenden Parameter
den ersten Winkel bzw. den Winkelbereich eindeutig festlegen. Soll beispielsweise
das Abschwächungs-Richtsignal durch eine Überlagerung von Zwischensignalen gebildet
werden, so kann der erste Winkel implizit durch einen vorläufigen Überlagerungsparameter
a0 vorgegeben werden, welcher einem Empfindlichkeitsminimum für das Abschwächungs-Richtsignal
beim ersten Winkel entspricht. Der endgültige Überlagerungsparameter a, welcher insbesondere
einem Empfindlichkeitsminimum beim zweiten Winkel entspricht, kann dann durch eine
Variation, beispielsweise in Form einer Minimierung des Signalpegels, des Überlagerungsparameters
über einen Bereich Δa hinweg erfolgen, welcher genau dem Winkelbereich entspricht.
[0011] Unter einer relativen Abschwächung für das Abschwächungs-Richtsignal beim zweiten
Winkel ist insbesondere zu verstehen, dass bei diesem Winkel die Empfindlichkeit einen
wesentlich geringeren Wert einnimmt als das globale Maximum der Richtcharakteristik,
und insbesondere ein lokales Minimum aufweist. Die Bedingung des lokalen Minimums
kann jedoch auch dahingehend relaxiert werden, dass dieses wenigstens im Winkelbereich
um den ersten Winkel aufzufinden ist, sofern die Empfindlichkeit vom Minimum aus über
den ganzen Winkelbereich hin monoton zunimmt, und deutlich geringere Werte einnimmt
als das globale Maximum. Die relative Verstärkung des Verstärkungs-Richtsignals beim
zweiten Winkel ist hierbei insbesondere zu verstehen als eine Empfindlichkeit, welche
gegenüber dem globalen Minimalwert erheblich erhöht ist, und insbesondere als eine
Abwesenheit lokaler Minima der Empfindlichkeit in unmittelbarer Umgebung des zweiten
Winkels, also beispielsweise über den vorgegebenen Winkelbereich hinweg. Der vorgegebene
Winkelbereich kann hierbei insbesondere eine Aufweitung bis zu +/- 15°, bevorzugt
bis zu +/- 10°umfassen. Die relative Abschwächung im Abschwächungs-Richtsignal kann
dann in diesem Zusammenhang insbesondere so verstanden werden, dass über einen Raumwinkelbereich
hinweg, welcher erheblich größer ist als der vorgegebene Winkelbereich, also beispielsweise
in einem Quadranten, das Abschwächungs-Richtsignal beim zweiten Winkel eine wesentlich
geringere Empfindlichkeit aufweist als der Maximalwert im Quadranten, in welchem der
zweite Winkel gelegen ist. Die relative Verstärkung durch das Verstärkungs-Richtsignal
kann dann in diesem Zusammenhang so verstanden werden, dass das Verstärkungs-Richtsignal
beim zweiten Winkel eine wesentlich größere Empfindlichkeit aufweist als der Minimalwert
der Empfindlichkeit für das Verstärkungs-Richtsignal im Quadranten.
[0012] Das winkelbetonte Richtsignal kann nun so konstruiert werden, dass es infolge der
Beiträge des Verstärkungs-Richtsignals in Richtung des zweiten Winkels selbst eine
relative Verstärkung aufweist. Hierbei liefert das Abschwächungs-Richtsignal bzw.
dessen Beiträge im winkelbetonten Richtsignal einen zusätzlichen Freiheitsgrad, um
eine Stärke der Richtwirkung des winkelbetonten Richtsignals bezüglich des zweiten
Winkels einstellen zu können. Infolge der relativen Abschwächung für das Abschwächungs-Richtsignal
in Richtung des zweiten Winkels, welche relativ zu den globalen Maxima der Empfindlichkeit
des Abschwächungs-Richtsignals wesentlich ist, und im Idealfall zu einer vollständigen
Unterdrückung in Richtung des zweiten Winkels führt, kann über den Anteil des Abschwächungs-Richtsignals
am winkelbetonten Richtsignal der Anteil an Schallsignalen eingestellt werden, deren
Quelle abseits des zweiten Winkels liegt, ohne dass durch diese Einstellung beim zweiten
Winkel eine erhebliche Veränderung eintreten würde, welche eine erneute Anpassung
des Verstärkungs-Richtsignals erfordern würde.
[0013] Bevorzugt sind die genannten Verfahrensschritte jeweils frequenzbandweise durchzuführen
und bevorzugt ist das winkelbetonte Richtsignal frequenzbandweise über einen Ausgangspegel
an die individuellen Anforderungen des Benutzers des Hörgerätes anzupassen. Eine derartige
Anpassung kann jedoch auch nach einer zusätzlichen, gegebenenfalls direktionalen Rauschunterdrückung
und/oder nach einer erneuten frequenzbandweisen Beigabe omnidirektionaler Signalbeiträge
erfolgen.
Günstigerweise wird das das Abschwächungs-Richtsignal aus dem ersten Eingangssignal
und dem zweiten Eingangssignal oder aus Zwischensignalen gebildet, welche jeweils
vom ersten Eingangssignal und vom zweiten Eingangssignal abgeleitet werden, wobei
zur Bildung des Abschwächungs-Richtsignals der Signalpegel über den Winkelbereich
um den ersten Winkel minimiert wird. Dies bedeutet insbesondere, dass das erste Eingangssignal
und das zweite Eingangssignal unmittelbar oder, im Falle einer Bildung aus hieraus
abgeleiteten Zwischensignalen, mittelbar jeweils linear in das Abschwächungs-Richtsignal
eingehen. Unter einer Minimierung des Signalpegels zur Bildung des Abschwächungs-Richtsignals
ist hierbei zu verstehen, dass das erste Eingangssignal und das zweite Eingangssignal
bzw. die hiervon abgeleiteten Zwischensignale entsprechend konvex überlagert werden,
und der Überlagerungsparameter hinsichtlich des Signalpegels, minimiert wird, wobei
die Minimierung unter der Randbedingung stattfindet, dass der resultierende zweite
Winkel für ein lokales Minimum der Empfindlichkeit innerhalb des vorgegebenen Winkelbereiches
um den ersten Winkel zu liegen hat. Das aus dieser Minimierung resultierende Signal
wird nun als das Abschwächungs-Richtsignal genommen, und der dem lokalen Minimum der
Empfindlichkeit für dieses Signal entsprechende Winkel als zweite Winkel sowie der
resultierende Überlagerungsparameter für das Verstärkungs-Richtsignal und/oder weitere
Signalverarbeitung verwendet.
[0014] Die Bildung des Abschwächungs-Richtsignals anhand einer derartigen Minimierung hat
den Vorteil, dass die Signalanteile, welche zur Verstärkung der entsprechenden Richtwirkung
in das winkelbetonte Richtsignal eingehen, besonders geringe Beiträge zum Gesamtpegel
des winkelbetonten Richtsignals liefern, und somit der zusätzliche Freiheitsgrad für
die Richtwirkung das gesamte Klangbild des Umgebungsschalls weniger beeinträchtigt.
[0015] In einer weiter vorteilhaften Ausgestaltung werden anhand des ersten Eingangssignals
und des zweiten Eingangssignals ein erstes Richtsignal und ein zweites Richtsignal
als Zwischensignale gebildet. Bevorzugt werden das erste Richtsignal und das zweite
Richtsignal hierbei jeweils aus einer zeitverzögerten Überlagerung des ersten Eingangssignals
und des zweiten Eingangssignals gebildet. Besonders bevorzugt ist hierbei die jeweilige
Zeitverzögerung gegeben durch den Schallweg vom ersten Eingangswandler zum zweiten
Eingangswandler bzw. umgekehrt, so dass das erste Richtsignal bezüglich der durch
den ersten Eingangswandler und den zweiten Eingangswandler definierten Achse eine
kardioid-förmige Richtcharakteristik aufweist, und das zweite Richtsignal entsprechend
eine anti-kardioid-förmige Richtcharakteristik.
[0016] Zweckmäßigerweise wird hierbei das Abschwächungs-Richtsignal anhand des ersten Richtsignals
und des zweiten Richtsignal in Abhängigkeit des ersten Winkels und des Winkelbereichs
gebildet wird, und/oder das Verstärkungs-Richtsignal anhand des ersten Richtsignals
und des zweiten Richtsignal in Abhängigkeit des Überlagerungsparameters und/oder des
zweiten Winkels gebildet.
[0017] Die Verwendung der genannten Richtsignale als Zwischensignale hat den Vorteil, dass
zur Bildung des Abschwächungs-Richtsignals sowie des Verstärkungs-Richtsignals, und
insbesondere zur Abschätzung der entsprechenden winkelabhängigen Abschwächung bzw.
Verstärkung, keine Variationen der Zeitparameter erfolgen müssen, sondern eine Variation
anhand eines Überlagerungsparameter durchgeführt werden kann. Hierdurch müssen keine
Verzögerungen mit Variationen, welche im Einzelfall unterhalb einer Abtastperiode
liegen könnten, realisiert werden, sondern nur algebraische Operationen.
[0018] Besonders bevorzugt wird als Abschwächungs-Richtsignal ein Kerbfilter-Richtsignal
gebildet. Hierunter ist ein Signal zu verstehen, dessen Richtcharakteristik in wenigstens
einer Richtung eine Empfindlichkeit aufweist, welche gegenüber dem globalen Maximalwert
der Empfindlichkeit um wenigstens sechs dB, bevorzugt um mehrere zehn dB verringert
ist, wobei die Form der Richtcharakteristik beim Minimalwert der Empfindlichkeit einer
Kerbe entspricht. Bevorzugt ist das Minimum, also die "Kerbe" beim zweiten Winkel
ϑ2 gelegen. Durch ein Kerbfilter als Abschwächungs-Richtsignal lassen sich die nachfolgenden
winkelabhängigen Verfahrensschritte besonders einfach kontrollieren, da die Signalbeiträge
des Abschwächungs-Richtsignals beim zweiten Winkel vernachlässigt werden können.
[0019] Bevorzugt wird das winkelbetonte Richtsignal durch eine Überlagerung, also eine insbesondere
durch eine lineare Superposition, des Abschwächungs-Richtsignals und des Verstärkungs-Richtsignals
gebildet wird. Insbesondere kann hierbei das winkelbetonte Richtsignal durch eine
Überlagerung der Form

gebildet werden, wobei S das winkelbetonte Richtsignal, L das Verstärkungs-Richtsignal,
N das Abschwächungs-Richtsignal und c ein Linearfaktor ist. Je größer hierbei der
Betrag von c ist, desto stärker ist hierbei die Richtwirkung des winkelbetonten Signals.
[0020] Zweckmäßigerweise wird dabei zur Erzeugung des winkelbetonten Richtsignals der Signalpegel
minimiert. Hierdurch kann erreicht werden, dass die Beiträge des Abschwächungs-Richtsignals,
welche die Raumrichtungen abseits der gewünschten Vorzugsrichtung des zweiten Winkels
repräsentieren, in möglichst geringem Maß in das winkelbetonte Richtsignal eingehen.
[0021] Als weiter vorteilhaft erweist es sich, wenn zur Erzeugung des Ausgangssignals eine
direktionale Rauschunterdrückung durchgeführt wird, wobei hierfür das winkelbetonte
Richtsignal als ein Nutzsignal und das Abschwächungs-Richtsignal als ein Störsignal
vorgegeben werden. Eine direktionale Rauschunterdrückung ist grundsätzlich ein in
vielen Hörgeräten verwendeter Algorithmus zur Verbesserung des SNR. Hierbei wird ein
gerichtetes Nutzsignal angenommen, und auf diese Richtung ein verstärkendes Richtsignal
ausgerichtet. Die anderen Raumrichtungen werden dabei abgeschwächt, da angenommen
wird, dass in diesen Raumrichtungen der Störgeräuschanteil höher ist. Im Rahmen des
vorliegenden Verfahrens können nun zur Verstärkung bzw. zum abschwächen das ohnehin
vorliegende Verstärkungs- bzw. Abschwächungs-Richtsignal verwendet werden. Dies ist
insbesondere dann vorteilhaft, wenn das Abschwächungs-Richtsignal bereits durch eine
Minimierung des Gesamt-Signalpegels über den vorgegebenen Winkelbereich erzeugt wurde,
weil in diesem Fall anzunehmen ist, dass der Nutzsignal-Anteil im Abschwächungs-Richtsignal
minimal ist, während hingegen der Nutzsignal-Anteil im möglichst komplementären Verstärkungs-Richtsignal
besonders hoch ist. So werden die im Rahmen des Verfahrens erzeugten Richtsignale
auf vorteilhafte Weise in einem weiteren Signalverarbeitungsprozess verwendet, welcher
in Hörgeräten häufig Anwendung findet.
[0022] Als weiter vorteilhaft erweist es sich, wenn zur Erzeugung des Ausgangssignals frequenzabhängig
ein omnidirektionales Signal beigemischt wird. Das Beimischen kann dabei insbesondere
in einer einfachen Linearkombination mit frequenzabhängigen Linearfaktoren bestehen.
Das räumliche Hörempfinden eines Menschen weist eine erhebliche Frequenzabhängigkeit
auf. Über eine frequenzbandweise Beigabe eines omnidirektionalen Signals kann auf
besonders einfache Weise dieser Frequenzabhängigkeit Rechnung getragen werden, wobei
insbesondere Bänder, in welchen üblicherweise eine geringere Winkelabhängigkeit der
Hörempfindlichkeit vorliegt, korrekt abgebildet werden.
[0023] Die Erfindung nennt weiter ein Hörgerät mit einem ersten Eingangswandler zur Erzeugung
eines ersten Eingangssignals, einem zweiten Eingangswandler zur Erzeugung eines zweiten
Eingangssignals, einer Signalverarbeitungseinheit und einem Ausgangswandler zur Erzeugung
eines Ausgangsschallsignals aus einem Ausgangssignal, wobei die Signalverarbeitungseinheit
dazu eingerichtet ist, anhand des ersten Eingangssignals und des zweiten Eingangssignals
das Ausgangssignal durch das vorbeschriebene Verfahren. Die für das Verfahren und
seine Weiterbildungen genannten Vorteile können hierbei sinngemäß auf das Hörgerät
übertragen werden. In einer weiter vorteilhaften Ausgestaltung nennt die Erfindung
hierbei zudem ein bilaterales Hörgerätesystem mit zwei derartigen Hörgeräten, und
insbesondere ein binaurales Hörgerätesystem, in welchem die beiden Hörgeräte des Hörgerätesystems
zur Verbesserung des räumlichen Höreindrucks einander jeweils Signalanteile übertragen.
[0024] Nachfolgend wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Hierbei zeigen jeweils schematisch:
- Fig. 1
- in einem Blockschaltbild ein Verfahren zum Betrieb eines Hörgerätes für ein möglichst
realistisches Hörempfinden.
[0025] In Figur 1 ist schematisch in einem Blockdiagramm ein Verfahren 2 zum Betrieb eines
Hörgerätes 4 dargestellt. Das Hörgerät 4 weist einen ersten Eingangswandler 6 und
einen zweiten Eingangswandler 8 auf, welche aus einem Schallsignal 10 der Umgebung
ein erstes Eingangssignal 12 bzw. ein zweites Eingangssignal 14 erzeugen. Der erste
Eingangswandler 6 und der zweite Eingangswandler 8 sind im vorliegenden Fall jeweils
als omnidirektionale Mikrofone ausgebildet. In einem Vorverarbeitungsschritt 16 werden
nun aus dem ersten Eingangssignal 12 und dem zweiten Eingangssignal 14 als Zwischensignale
ein erstes Richtsignal 18 und ein zweites Richtsignal 20 erzeugt. Hierbei weist das
erste Richtsignal 18 eine Richtcharakteristik 22 auf, welche gegeben ist durch ein
Kardioid, dessen Vorzugsrichtung 24 entlang der Achse 25 verläuft, welche durch die
beiden Eingangswandler 6, 8 gebildet wird. Das zweite Richtsignal 20 weist eine zum
ersten Richtsignal 18 komplementäre Richtcharakteristik 26 auf, welche also hinsichtlich
der Achse 25 entlang des ersten Eingangswandlers 6 und des zweiten Eingangswandlers
8 durch ein Anti-Kardioid.
[0026] Aus dem ersten Richtsignal 18 und dem zweiten Richtsignal 20 wird nun ein Abschwächungs-Richtsignal
28 gebildet. Hierfür wird nun zunächst extern ein erster Winkel ϑ1 vorgegeben, wobei
die Vorgabe statisch oder dynamisch erfolgen kann. Eine statische Vorgabe kann hierbei
zum Beispiel durch das Hinterlegen von unter anderem anatomisch bedingten Winkelwerten
in einer Datenbank erfolgen, während eine dynamische Vorgabe auch die aktuelle Hörsituation
mit einbeziehen kann. Das Abschwächungs-Richtsignal 28 wird nun zunächst als ein Kerbfilter
30 in Richtung des vorgegebenen ersten Winkels ϑ1 implementiert. Das Kerbfilter 30
wird hierbei aus einer linearen Superposition des ersten Richtsignals 18 mit dem zweiten
Richtsignal 20 gewonnen. Hierfür wird zudem noch ein Winkelbereich Δϑ vorgegeben,
in welchem die Richtung minimaler Empfindlichkeit des Kerbfilters 30 um den ersten
Winkel ϑ1 variieren kann. Das Abschwächungs-Richtsignal 28 ist somit gegeben als

wobei N das Abschwächungs-Richtsignal 28 und R1 und R2 das erste bzw. zweite Richtsignal
18, 20 bezeichnen. Der entsprechende Überlagerungsparameter a für die Superposition
wird schlussendlich so bestimmt, dass der resultierende Signalpegel des Abschwächungs-Richtsignals
28 über den Winkelbereich Δϑ hinweg minimal ist. Die Richtung minimaler Empfindlichkeit
für das Kerbfilter 30 liegt somit nicht zwingend in Richtung des ersten Winkels ϑ1,
sondern in Richtung eines zweiten Winkels ϑ2, welcher im Winkelbereich Δϑ um den ersten
Winkel ϑ1 gelegen ist. Im Fall, dass der zweite Winkel ϑ2 in der vorderen Hemisphäre
des Benutzers des Hörgerätes 4 liegt, sind zudem für die Überlagerung das erste Richtsignal
und das zweite Richtsignal zu vertauschen, also

[0027] Aus dem ersten Richtsignal 18 und dem zweiten Richtsignal 20 wird nun anhand des
Überlagerungsparameters a bzw. anhand des durch diesen festgelegten Winkels ϑ2 ein
Verstärkungs-Richtsignal 34 gebildet. Das Verstärkungs-Richtsignal 34 weist hierbei
eine Richtcharakteristik 36 auf, deren Empfindlichkeit beim zweiten Winkel ϑ2 bevorzugt
ein lokales Maximum aufweist, oder ein lokales Maximum im Winkelbereich Δϑ um den
ersten Winkel ϑ1 zu finden ist. Der Winkelbereich Δϑ kann hierbei beispielsweise durch
ein Intervall von 20°, also ϑ1 +/- 10°, gebildet werden.
[0028] Das Verstärkungs-Richtsignal 34 wird hierbei insbesondere in Richtung des zweiten
Winkels ϑ2 als eine Art komplementäres Richtsignal zum Abschwächungs-Richtsignal 28
gebildet. Während das Abschwächungs-Richtsignal 28 als ein Kerbfilter 30 in Richtung
des zweiten Winkels ϑ2 eine möglichst geringe Empfindlichkeit aufweisen soll, hat
das Verstärkungs-Richtsignal 34 in Richtung des zweiten Winkels ϑ2 eine möglichst
geringe Abschwächung relativ zur maximalen Empfindlichkeit. Dies kann beispielsweise
durch eine lineare Superposition des ersten Richtsignals 18 mit dem zweiten Richtsignal
20 der Form

erfolgen, wobei L das Verstärkungs-Richtsignal 34 bezeichnet und b ein Überlagerungsparameter
ist, welcher in Abhängigkeit vom Überlagerungsparameter a des Abschwächungs-Richtsignals
28 zu wählen ist. Im Fall, dass der zweite Winkel ϑ2 in der hinteren Hemisphäre des
Benutzers des Hörgerätes 4 liegt, ist b gegeben durch -a. Liegt der zweite Winkel
ϑ2 in der frontalen Hemisphäre des Benutzers, so ist b = a-2. Hierdurch wird die Richtcharakteristik
36 des Verstärkungs-Richtsignals 34 variiert zwischen einem Kardioid bzw. Antikardioid
und einer omnidirektionalen Charakteristik. Das Verstärkungs-Richtsignal 34 wird nun
noch einer Amplitudenkompensation 38 unterzogen, welche den für identische omnidirektionale
Eingangssignale unterschiedlichen à-priori-Ausgangspegeln von kardiod-förmigen und
omnidirektionalen Richtcharakteristiken Rechnung trägt.
[0029] Aus dem Abschwächungs-Richtsignal 28 und dem Verstärkungs-Richtsignal 34 wird nun
ein winkelbetontes Richtsignal 40 mittels linearer Superposition gebildet. Diese ist
hierbei von der Form

wobei S das winkelbetonte Richtsignal 40 bezeichnet und c einen Überlagerungsparameter,
welcher mit zunehmendem Betrag zu einer Verstärkung der Richtwirkung hinsichtlich
des zweiten Winkels ϑ2 führt. Der Überlagerungsparameter c kann hierbei aus einer
Minimierung des Gesamtausgangspegels des winkelbetonten Richtsignals 40 gewonnen werden.
[0030] Das winkelbetonte Richtsignal 40 ist nun derart konstruiert, dass infolge des Anteils
des Verstärkungs-Richtsignals 34 in Richtung des zweiten Winkels ϑ2 eine besonders
hohe Empfindlichkeit vorliegt, während durch die Minimierungsprozesse in Abhängigkeit
von den realen Schallereignissen Störgeräusche aus anderen Richtungen durch das Abschwächungs-Richtsignal
28 unterdrückt werden können, ohne dass dies die Beiträge des Verstärkungs-Richtsignals
32 wesentlich tangiert. Die Konstruktion des Abschwächungs-Richtsignals 28 mittels
einer Minimierung des Gesamtausgangspegels über den Winkelbereich Δϑ um den vorgegebenen
ersten Winkel ϑ1 führt zudem zu einer besonders guten Anpassung des Abschwächungs-Richtsignals
an die jeweils aktuell vorliegenden Schallereignisse, im Rahmen der Vorgabe des ersten
Winkels ϑ1 als gewünschte Vorzugsrichtung.
[0031] Das winkelbetonte Richtsignal 40 kann nun zusätzlich noch einer direktionalen Rauschunterdrückung
42 unterzogen werden, wobei das winkelbetonte Richtsignal 40 selbst hierbei als das
Nutzsignal 44, und das Abschwächungs-Richtsignal 28 hierbei als der Störgeräuschanteil
46 interpretiert werden. Dem aus der direktionalen Rauschunterdrückung 42 resultierenden
Signal 48 werden nun frequenzbandweise noch Signalanteile eines omnidirektionalen
Signales, beispielsweise des ersten Eingangssignals 12, beigemischt, und so das Ausgangssignal
50 erzeugt, welches von einem Ausgangswandler 52 des Hörgerätes 4 in ein Ausgangsschallsignal
54 umgewandelt wird, das dem Gehör des Benutzers des Hörgerätes 4 zugeführt wird.
Durch den Anteil des winkelbetonten Richtsignals 40 am Ausgangssignal 50 bildet das
Ausgangsschallsignal 54 die akustische Umgebung des Hörgerätes 4 in besonders realistischer
Weise ab, da winkel- bzw. raumabhängige Abschwächungen denen nachempfunden sind, wie
sie durch ein reales Außenohr entstehen. Über den Anteil des omnidirektionalen ersten
Eingangssignals 12 am Ausgangssignal 50 kann hierbei frequenzbandweise die Richtwirkung
bzw. Abschwächung eines realen Gehörs gesteuert werden. Zusätzlich kann hierbei der
Signalpegel des Ausgangssignals noch individuell benutzerspezifisch in einzelnen Frequenzbändern
abgesenkt oder angehoben werden.
[0032] Obwohl die Erfindung im Detail durch das bevorzugte Ausführungsbeispiel näher illustriert
und beschrieben wurde, ist die Erfindung nicht durch dieses Ausführungsbeispiel eingeschränkt.
Andere Variationen können vom Fachmann hieraus abgeleitet werden, ohne den Schutzumfang
der Erfindung zu verlassen.
Bezugszeichenliste
[0033]
- 2
- Verfahren
- 4
- Hörgerät
- 6
- erster Eingangswandler
- 8
- zweiter Eingangswandler
- 10
- Schallsignal der Umgebung
- 12
- erstes Eingangssignal
- 14
- zweites Eingangssignal
- 16
- Vorverarbeitungsschritt
- 18
- erstes Richtsignal
- 20
- zweites Richtsignal
- 22
- Richtcharakteristik
- 24
- Vorzugsrichtung
- 25
- Achse
- 26
- Richtcharakteristik
- 28
- Abschwächungs-Richtsignal
- 30
- Kerbfilter
- 34
- Verstärkungs-Richtsignal
- 36
- Richtcharakteristik
- 38
- Amplitudenkompensation
- 40
- Winkelbetontes Richtsignal
- 42
- direktionale Rauschunterdrückung
- 44
- Nutzsignal
- 46
- Störgeräuschanteil
- 48
- resultierendes Signal
- 50
- Ausgangssignal
- 52
- Ausgangswandler
- 54
- Ausgangsschallsignal
- ϑ1
- erster Winkel
- d2
- zweiter Winkel
- Δϑ
- Winkelbereich
1. Verfahren (2) zum Betrieb eines Hörgeräts (4),
wobei von einem ersten Eingangswandler (6) aus einem Schallsignal (10) ein erstes
Eingangssignal (12) erzeugt wird,
wobei aus dem Schallsignal (10) von einem zweiten Eingangswandler (8) ein zweites
Eingangssignal (14) erzeugt wird,
wobei ein erster Winkel (ϑ1) und ein Winkelbereich (Δϑ) vorgegeben werden,
wobei frequenzbandweise
- anhand des ersten Eingangssignals (12), des zweiten Eingangssignals (14) und des
ersten Winkels (ϑ1) ein Abschwächungs-Richtsignal (28) gebildet wird, welches wenigstens
für einen im Winkelbereich (Δϑ) um den ersten Winkel (ϑ1) gelegenen zweiten Winkel
(ϑ2) eine relative Abschwächung aufweist, und hierdurch ein Überlagerungsparameter
festgelegt wird,
- anhand des ersten Eingangssignals (12) und des zweiten Eingangssignals (14) sowie
des Überlagerungsparameters und/oder des zweiten Winkels (ϑ2) ein Verstärkungs-Richtsignal
(34) gebildet wird, welches für den zweiten Winkel (ϑ2) eine relative Verstärkung
aufweist,
- aus dem Abschwächungs-Richtsignal (28) und dem Verstärkungs-Richtsignal (34) ein
winkelbetontes Richtsignal (40) erzeugt wird, und
- anhand des winkelbetonten Richtsignals (40) ein Ausgangssignal (50) erzeugt wird.
2. Verfahren (2) nach Anspruch 1,
wobei das Abschwächungs-Richtsignal (28) aus dem ersten Eingangssignal (12) und dem
zweiten Eingangssignal (14) oder aus Zwischensignalen (18, 20), welche jeweils vom
ersten Eingangssignal (12) und vom zweiten Eingangssignal (14) abgeleitet werden,
gebildet wird, und
wobei zur Bildung des Abschwächungs-Richtsignals (28) der Signalpegel über den Winkelbereich
(Δϑ) um den ersten Winkel (ϑ1) minimiert wird.
3. Verfahren (2) nach Anspruch 1 oder Anspruch 2,
wobei anhand des ersten Eingangssignals (12) und des zweiten Eingangssignals (14)
ein erstes Richtsignal (18) und ein zweites Richtsignal (20) als Zwischensignale gebildet
werden.
4. Verfahren (2) nach Anspruch 3,
wobei das Abschwächungs-Richtsignal (28) anhand des ersten Richtsignals (18) und des
zweiten Richtsignal (20) in Abhängigkeit des ersten Winkels (ϑ1) und des Winkelbereichs
(Δϑ) gebildet wird, und/oder.
wobei das Verstärkungs-Richtsignal (34) anhand des ersten Richtsignals (18) und des
zweiten Richtsignal (20) in Abhängigkeit des Überlagerungsparameters und/oder des
zweiten Winkels (ϑ2) gebildet wird.
5. Verfahren (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei als das Abschwächungs-Richtsignal (28) ein Kerbfilter-Richtsignal (30) gebildet
wird.
6. Verfahren (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das winkelbetonte Richtsignal (40) durch eine Überlagerung des Abschwächungs-Richtsignals
(28) und des Verstärkungs-Richtsignals (34) gebildet wird.
7. Verfahren (2) nach Anspruch 6,
wobei zur Erzeugung des winkelbetonten Richtsignals (40) der Signalpegel minimiert
wird.
8. Verfahren (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zur Erzeugung des Ausgangssignals (50) eine direktionale Rauschunterdrückung
(42) durchgeführt wird, und
wobei hierfür das winkelbetonte Richtsignal (40) als ein Nutzsignal (44) und das Abschwächungs-Richtsignal
(28) als ein Störsignal (46) vorgegeben werden.
9. Verfahren (2) nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
wobei zur Erzeugung des Ausgangssignals (50) frequenzabhängig ein omnidirektionales
Signal (12, 14) beigemischt wird.
10. Hörgerät (4) mit einem ersten Eingangswandler (6) zur Erzeugung eines ersten Eingangssignals
(12), einem zweiten Eingangswandler (8) zur Erzeugung eines zweiten Eingangssignals
(14), einer Signalverarbeitungseinheit und einem Ausgangswandler (54) zur Erzeugung
eines Ausgangsschallsignals (54) aus einem Ausgangssignal (50), wobei die Signalverarbeitungseinheit
dazu eingerichtet ist, anhand des ersten Eingangssignals (12) und des zweiten Eingangssignals
(14) das Ausgangssignal (50) durch ein Verfahren (2) nach einem der vorhergehenden
Ansprüche zu erzeugen.
11. Binaurales Hörgerätesystem mit zwei Hörgeräten (4) nach Anspruch 10.