[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Lichtleiteranordnung einer Kraftfahrzeugleuchte.
Die Lichtleiteranordnung umfasst einen im Wesentlichen plattenförmigen Lichtleiter,
der in einer Lichtausbreitungsrichtung innerhalb des Lichtleiters funktional unterteilt
ist in einen Lichteintrittsabschnitt und einen nachfolgenden Lichtaustrittsabschnitt.
Der Eintrittsabschnitt weist Mittel zum Einkoppeln und Kollimieren von Licht auf,
das von mindestens einer Halbleiterlichtquelle ausgesandt wurde, so dass an einem
Ausgang des Eintrittsabschnitts das Licht der mindestens einen Lichtquelle als mindestens
ein kollimiertes Lichtbündel anliegt. Der Austrittsabschnitt weist eine Lichtaustrittsfläche
auf, durch die zumindest ein Teil des in den Lichtleiter eingekoppelten Lichts austritt.
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem eine Kraftfahrzeugleuchte zur Erzeugung mehrerer
Leuchtenfunktionen. Die Leuchte umfasst ein Gehäuse mit einer in eine
[0003] Lichtaustrittsrichtung gerichteten Lichtaustrittsöffnung, die mittels einer transparenten
Abdeckscheibe verschlossen ist. Ferner umfasst die Leuchte in dem Gehäuse mindestens
zwei unterschiedlichen Leuchtenfunktionen zugeordnete Halbleiterlichtquellen zum Aussenden
von Licht und eine Lichtleiteranordnung zum Bündeln (Kollimieren) des von den Lichtquellen
ausgesandten Lichts und zum Aussenden des gebündelten Lichts zur Erzeugung mindestens
einer der Leuchtenfunktionen.
[0004] Bei Kraftfahrzeugleuchten wird vermehrt versucht, unterschiedliche Signal- oder Leuchtenfunktionen
aus einer identischen Lichtaustrittsfläche bzw. einem gemeinsamen optischen System
zu realisieren. Man spricht hierbei von Multifunktionsleuchten. Falls farblich unterschiedliche
Funktionen, wie z.B. weißes Tagfahrlicht und gelbes Blinklicht kombiniert werden,
muss dieses optische System gesetzlich legale Lichtverteilungen von zwei unterschiedlichen,
räumlich getrennten Lichtquellen erzeugen. In der Regel werden hier mindestens eine
weiße und eine gelbe Leuchtdiode (LED) eingesetzt. Bei optischen Systemen, die auf
einen definierten Brennpunkt aufbauen, ist dies ein nicht unerhebliches Problem.
[0005] Als Beispiele seien hier sog. Souffleusen-Reflektoren, Vorsatzoptiken oder sog. SlitLights
genannt. SlitLights sind bspw. aus der
US 9,557,024 bekannt. Je nach Brennweite des Systems können nicht beide LEDs gleichzeitig so nah
an dem Brennpunkt platziert werden, dass eine Lichtverteilung mit akzeptabler optischer
Effizienz erzeugt werden kann. Noch gravierender ist jedoch meist der Einfluss der
aus dem Brennpunkt deplatzierten LEDs auf die Homogenität des Erscheinungsbilds der
Leuchte im eingeschalteten Zustand. Da die Leuchtenfunktionen ein wesentliches Design-Element
im Kraftfahrzeug darstellen, soll die Ausleuchtung einer bestimmten Lichtaustrittsfläche
möglichst homogen sein. Wenn LEDs außerhalb des Brennpunkts sitzen, ist eine homogene
Ausleuchtung in der Regel nicht mehr möglich.
[0006] Ausgehend von dem beschriebenen Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung
die Aufgabe zugrunde, eine Lichtleiteranordnung bzw. eine Kraftfahrzeugleuchte der
eingangs genannten Art dahingehend auszugestalten und weiterzubilden, dass eine optisch
effiziente Multifunktionsleuchte auf Basis einer transparenten Lichtleiteranordnung
realisiert wird. Zudem soll die Homogenität des Erscheinungsbilds der Leuchte für
alle Leuchtenfunktionen vergleichbar mit einer Einzelfunktionsleuchte sein.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ausgehend von der Lichtleiteranordnung der eingangs
genannten Art vorgeschlagen, dass zwischen dem Eintrittsabschnitt und dem Austrittsabschnitt
ein Lichtumverteilungsabschnitt angeordnet ist. Außerdem umfasst der Eintrittsabschnitt
Mittel zum Einkoppeln und Kollimieren von Licht, das von mindestens zwei separaten
Halbleiterlichtquellen ausgesandt wurde, so dass an einem Übergang zu dem Umverteilungsabschnitt
das Licht der beiden Lichtquellen als mindestens zwei aneinander grenzend (nebeneinander
oder übereinander) angeordnete kollimierte Lichtbündel anliegt. Jedes der Lichtbündel
umfasst nur Licht von einer der Lichtquellen. Der Umverteilungsabschnitt umfasst totalreflektierende
Teilflächen von Grenzflächen des Lichtleiters. Die Teilflächen sind derart ausgebildet
und in dem Lichtleiter angeordnet, dass sie die mindestens zwei aneinander grenzend
angeordneten kollimierten Lichtbündel jeweils in mehrere kollimierte Teillichtbündel
aufteilen und die Teillichtbündel derart umsortieren, dass sich auf der Lichtaustrittsfläche
in einer ersten Richtung (y) Teillichtbündel mit Licht von der einen Lichtquelle mit
Teillichtbündeln mit Licht von der mindestens einen anderen Lichtquelle abwechseln.
Zur Lösung der Aufgabe wird außerdem eine Kraftfahrzeugleuchte mit einer solchen erfindungsgemäßen
Lichtleiteranordnung vorgeschlagen.
[0008] Die Halbleiterlichtquellen sind bspw. als Leuchtdioden (LEDs) ausgebildet. Eine LED
kann eines oder mehrere LED-Chips umfassen. Die LED-Chips einer LED können Licht der
gleichen Farbe oder unterschiedlicher Farben aussenden. Die LEDs der Kraftfahrzeugleuchte
können ebenfalls Licht der gleichen Farbe oder unterschiedlicher Farben aussenden.
Wenn die LEDs Licht unterschiedlicher Farben aussenden, können mit der Kraftfahrzeugleuchte
verschiedene Leuchtenfunktionen unterschiedlicher Farben erzeugt werden. Das von einer
oder beiden Lichtquellen ausgesandte Licht wird in den Eintrittsabschnitt des Lichtleiters
eingekoppelt und kollimiert. Dazu sind viele Möglichkeiten aus dem Stand der Technik
bekannt, so dass auf die Bündelung bzw. das Kollimieren von in einen Lichtleiter eingekoppeltem
Licht hier nicht näher eingegangen werden soll. Entscheidend ist, dass am Übergang
zwischen dem Eintrittsabschnitt und dem Umverteilungsabschnitt des Lichtleiters mindestens
zwei kollimierte Lichtbündel vorhanden sind.
[0009] Mit Hilfe des dem Eintrittsabschnitt nachgeordneten Umverteilungsabschnitt werden
die kollimierten Lichtbündel jeweils in mehrere kollimierte Teillichtbündel aufgeteilt
und bezüglich ihrer Lage relativ zueinander innerhalb des Lichtleiters mit dem Ziel
umverteilt, eine für einen Beobachter möglichst homogene Ausleuchtung der Lichtaustrittsfläche
des Lichtleiters zu bewirken.
[0010] Eine der vorliegenden Erfindung zugrunde liegende Idee ist es, das emittierte Licht
zweier LEDs zunächst in unterschiedlichen Strahlengängen zu kollimieren. Die kollimierenden
Optiken können jedoch Teil desselben Bauteils sein. Erst die kollimierten Strahlbündel
werden durchmischt, so dass beide LEDs eine Lichtaustrittsfläche in gleichem Maße
ausleuchten können, ohne dass die Parallelität der Strahlbündel verloren geht. Die
Ausleuchtung der Lichtaustrittsfläche gleicht dabei dünnen Streifen oder einem Schachbrettmuster,
die von einem Betrachter bei ausreichend geringer Größe der leuchtenden "Streifen"
bzw. "Felder" als einheitlich leuchtende Fläche wahrgenommen wird.
[0011] Vorteile gegenüber optischen Systemen, bei denen sich mindestens eine Halbleiterlichtquelle
außerhalb des Brennpunktes befindet, sind klar in der optischen Effizienz und Homogenität
der Ausleuchtung der Austrittsfläche zu sehen. Zudem kann bei der erfindungsgemäßen
Kraftfahrzeugleuchte auf bekannte Bauteile zur Fokussierung des von den LEDs ausgesandten
Lichts und zur Auskopplung des Lichts aus dem Lichtleiter zurückgegriffen werden.
[0012] Eine bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass die totalreflektierenden
Teilflächen der Grenzflächen des Lichtleiters derart ausgebildet und in dem Lichtleiter
angeordnet sind, dass sie die zwei aneinander grenzend angeordneten kollimierten Lichtbündel
jeweils in zwei kollimierte Teillichtbündel aufteilen.
[0013] Bevorzugt ist auch, dass eine Dicke des Lichtleiters in der ersten Richtung am Übergang
zwischen dem Eintrittsabschnitt und dem Umverteilungsabschnitt genauso groß ist wie
an einem Übergang zwischen dem Umverteilungsabschnitt und dem Austrittsabschnitt.
[0014] Weiter ist bevorzugt, dass der Umverteilungsabschnitt derart ausgebildet ist, dass
mindestens ein Teillichtbündel mindestens eines Lichtbündels ohne Umverteilung durch
den Umverteilungsabschnitt gelangt.
[0015] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass der Umverteilungsabschnitt
auf einer ersten Grenzfläche eine erste, bezüglich der ersten Grenzfläche schräg stehende
Teilfläche aufweist, die derart in dem Umverteilungsabschnitt angeordnet und ausgebildet
ist, dass ein Teil eines Lichtbündels aus dem Eintrittsabschnitt auf sie trifft, das
ein erstes Teillichtbündel bildet, und sie dieses Teillichtbündel im Wesentlichen
quer zu der Lichtausbreitungsrichtung umlenkt, so dass es auf eine zweite Teilfläche
des Umverteilungsabschnitts trifft, die auf einer der ersten Grenzfläche gegenüberliegenden
zweiten Grenzfläche ausgebildet ist.
[0016] Bevorzugt ist auch, dass die zweite Teilfläche bezüglich der zweiten Grenzfläche
schräg steht und derart in dem Umverteilungsabschnitt angeordnet und ausgebildet ist,
dass sie das von der ersten Teilfläche stammende erste Teillichtbündel im Wesentlichen
in die Lichtausbreitungsrichtung umlenkt.
[0017] Weiter ist bevorzugt, dass die erste Teilfläche und/oder die zweite Teilfläche in
einem Winkel von 45° bezüglich der ersten Grenzfläche bzw. der zweiten Grenzfläche
angeordnet sind.
[0018] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass der Umverteilungsabschnitt
auf einer ersten Grenzfläche oder auf einer der ersten Grenzfläche gegenüberliegenden
zweiten Grenzfläche eine Vertiefung mit zwei schräg zueinander und schräg bezüglich
der entsprechenden Grenzfläche verlaufenden dritten und vierten Teilflächen aufweist.
[0019] Bevorzugt ist auch, dass der Lichtleiter in der ersten Richtung eine Dicke und die
Vertiefung in der Lichtausbreitungsrichtung eine Länge und in der ersten Richtung
eine Tiefe Δh aufweist und dass die dritten und vierten Teilflächen der Vertiefung
in einem Winkel α bezüglich der entsprechenden Grenzfläche schräg stehen, wobei für
die Vertiefung gilt:

[0020] Weiter ist bevorzugt, dass die dritten und vierten Teilflächen der Vertiefung beide
in dem gleichen Winkel α < 45° bezüglich der entsprechenden Grenzfläche schräg stehen.
[0021] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass die dritte
Teilfläche der Vertiefung in Richtung des Eintrittsabschnitts gerichtet ist und derart
in dem Umverteilungsabschnitt angeordnet und ausgebildet ist, dass sie auftreffende
Teillichtbündel auf die gegenüberliegende Grenzfläche des Umlenkabschnitts umlenkt,
welche sie in Richtung der vierten Teilfläche der Vertiefung umlenkt.
[0022] Bevorzugt ist auch, dass die dritten und vierten Teilflächen der Vertiefung derart
in dem Umverteilungsabschnitt angeordnet und ausgebildet sind, dass die auf die dritte
Teilfläche auftreffenden Teillichtbündel nach dem Umlenken durch die dritte Teilfläche,
die gegenüberliegende Grenzfläche und die vierte Teilfläche wiederum in der Lichtausbreitungsrichtung
in dem Lichtleiter propagieren, wobei jedoch die Lage der Teillichtbündel relativ
zueinander zumindest in der ersten Richtung verändert ist.
[0023] Weiter ist bevorzugt, dass die Vertiefung in der ersten Grenzfläche des Lichtleiters
ausgebildet ist und die in Richtung des Eintrittsabschnitts gerichtete dritte Teilfläche
der Vertiefung derart in dem Umverteilungsabschnitt angeordnet und ausgebildet ist,
dass ein Teil des ersten Lichtbündels aus dem Eintrittsabschnitt, das ein zweites
Teillichtbündel bildet, und ein Teil des zweiten Lichtbündels aus dem Eintrittsabschnitt
auf sie trifft, das ein drittes Teillichtbündel bildet.
[0024] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, dass die Vertiefung
in der zweiten Grenzfläche des Lichtleiters ausgebildet ist und die in Richtung des
Eintrittsabschnitts gerichtete dritte Teilfläche der Vertiefung derart in dem Umverteilungsabschnitt
angeordnet und ausgebildet ist, dass das erste Teillichtbündel von der zweiten Teilfläche
und ein Teil eines Lichtbündels aus dem Eintrittsabschnitt auf sie trifft, das ein
viertes Teillichtbündel bildet.
[0025] Bevorzugt ist auch, dass der Austrittsabschnitt eine bezüglich der Grenzflächen des
Lichtleiters schräg stehende erste Umlenkfläche aufweist, die derart ausgebildet und
in dem Austrittsabschnitt angeordnet ist, dass alle Teillichtbündel aus dem Umverteilungsabschnitt
auf sie treffen und sie die Teillichtbündel in Richtung zweiter Umlenkflächen umlenkt,
die derart ausgebildet und in dem Austrittsabschnitt angeordnet sind, dass alle von
der ersten Umlenkfläche umgelenkten Teillichtbündel auf sie treffen und sie die Teillichtbündel
in Richtung der Lichtaustrittsfläche umlenken.
[0026] Weiter ist bevorzugt, dass die totalreflektierenden Teilflächen der Grenzflächen
des Lichtleiters derart ausgebildet und in dem Umverteilungsabschnitt angeordnet sind,
dass sich auf der Lichtaustrittsfläche Teillichtbündel mit Licht von der einen Lichtquelle
auch in einer quer zu der ersten Richtung verlaufenden Richtung mit Teillichtbündeln
mit Licht von der anderen Lichtquelle abwechseln.
[0027] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung zeichnet sich dadurch aus, die totalreflektierenden
Teilflächen derart ausgebildet und in dem Umverteilungsabschnitt angeordnet sind,
dass sich an der Lichtaustrittsfläche Teillichtbündel mit Licht von der einen Lichtquelle
schachbrettartig mit Teillichtbündeln mit Licht von der anderen Lichtquelle abwechseln.
[0028] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Kraftfahrzeugleuchte zeichnet sich dadurch aus,
dass ihre Lichtleiteranordnung entsprechend einer der vorangehenden Ausgestaltungen
ausgebildet ist.
[0029] Vorteilhafte Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung können den Unteransprüchen
entnommen werden. Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung werden
nachfolgend anhand der Figuren näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- einen Längsschnitt durch einen Lichtleiter der erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung
gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform;
- Figur 2
- den Lichtleiter aus Figur 1 mit beispielhaft eingezeichneten Strahlverläufen;
- Figur 3
- einen Längsschnitt durch einen Lichtleiter der erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung
gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform mit beispielhaft eingezeichneten Strahlverläufen;
- Figur 4a
- einen Querschnitt durch einen Lichtleiter der erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung
an einem Übergang zwischen einem Lichteintrittsabschnitt des Lichtleiters und einem
Umverteilungsabschnitt gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
- Figur 4b
- eine Draufsicht auf eine Lichtaustrittsfläche eines Austrittsabschnitts eines Lichtleiters
der erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform;
- Figur 4c
- eine Draufsicht auf eine Lichtaustrittsfläche eines Austrittsabschnitts eines Lichtleiters
der erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform;
- Figur 5
- einen Längsschnitt durch einen Lichtleiter der erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung
gemäß einer dritten bevorzugten Ausführungsform mit beispielhaft eingezeichneten Strahlverläufen;
und
- Figur 6
- eine erfindungsgemäße Kraftfahrzeugleuchte gemäß einer bevorzugten Ausführungsform.
[0030] In Figur 6 ist eine erfindungsgemäße Kraftfahrzeugleuchte in ihrer Gesamtheit mit
dem Bezugszeichen 2 bezeichnet. Die dargestellte Leuchte 2 ist bspw. eine Rück-, Seiten-
oder Frontleuchte. Die Leuchte 2 dient zur Erzeugung mehrerer unterschiedlicher Leuchtenfunktionen.
In dem gezeigten Beispiel umfasst die Leuchte 2 ein Gehäuse 4 mit einer in eine Lichtaustrittsrichtung
6 gerichteten Lichtaustrittsöffnung 8, die mittels einer transparenten Abdeckscheibe
10 verschlossen ist. Im Inneren des Gehäuses 4 ist ein Leuchtenmodul 12 angeordnet,
das in Figur 6 lediglich schematisch dargestellt ist. Das Leuchtenmodul 12 umfasst
mindestens zwei Halbleiterlichtquellen zum Aussenden von Licht, die unterschiedlichen
Leuchtenfunktion der Leuchte 2 zugeordnete sind. Ferner umfasst das Leuchtenmodul
12 eine erfindungsgemäße Lichtleiteranordnung zum Bündeln des von den Lichtquellen
ausgesandten Lichts und zum Aussenden des gebündelten Lichts zur Erzeugung mindestens
einer der Leuchtenfunktionen. Aufbau und Funktionsweise der Lichtleiteranordnung werden
nachfolgend anhand der Figuren 1 bis 5 näher erläutert.
[0031] In den Figuren 1 bis 3 und 5 sind Längsschnitte durch verschiedene Ausführungsformen
eines plattenförmigen Lichtleiters 20 einer erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung
gezeigt. Die Lichtleiter 20 dienen zur Realisierung von zwei oder mehr unterschiedlichen
Leuchtenfunktionen. Plattenförmig bedeutet in diesem Zusammenhang, dass der Lichtleiter
20 eine relativ große Erstreckung in x- und z-Richtung, aber eine vergleichsweise
geringe Erstreckung in y-Richtung aufweist. Der Lichtleiter 20 ist aus einem optisch
transparenten Material, vorzugsweise einem Kunststoffmaterial gefertigt, bspw. PC
oder PMMA. Er kann einfach, kostengünstig und maßhaltig mittels eines Spritzgussverfahrens
hergestellt werden. Der Lichtleiter 20 weist insbesondere zwei gegenüberliegende Grundflächen
22, 24 auf, die allerdings nicht eben sein müssen, sondern Stufen aufweisen oder,
bspw. um eine in die Zeichenebene hinein verlaufende Achse, gebogen ausgebildet sein
können. Die Grundflächen 22, 24 verlaufen - bis auf einige Oberflächendeformationen
- vorzugsweise parallel zueinander.
[0032] Der Lichtleiter 20 ist in einer Ausbreitungsrichtung 26 von Licht innerhalb des Lichtleiters
20 funktional unterteilt in einen Lichteintrittsabschnitt 28, einen nachfolgenden
Lichtumverteilungsabschnitt 30 und einen anschließenden Lichtaustrittsabschnitt 32
(vgl. Figur 1). Eine Schnittebene am Übergang zwischen dem Eintrittsabschnitt 28 und
dem Umverteilungsabschnitt 30 ist mit dem Bezugszeichen 34 bezeichnet. Diese Schnittebene
stellt gleichzeitig einen Ausgang des Eintrittsabschnitts 28 dar. Eine Schnittebene
am Übergang zwischen dem Umverteilungsabschnitt 30 und dem Austrittsabschnitt 32 ist
mit dem Bezugszeichen 36 bezeichnet. Der Eintrittsabschnitt 28 umfasst Mittel (nicht
dargestellt) zum Einkoppeln und Kollimieren von Licht, das von zwei separaten Halbleiterlichtquellen
(nicht dargestellt) ausgesandt wurde. Die Halbleiterlichtquellen sind vorzugsweise
als Leuchtdioden (LEDs) ausgebildet. Zum Einkoppeln von Licht einer Halbleiterlichtquelle
in einen plattenförmigen Lichtleiter und zum Kollimieren des eingekoppelten Lichts
sind im Stand der Technik verschiedene Möglichkeiten bekannt, so dass darauf hier
nicht näher eingegangen werden soll. Als eine Möglichkeit sei hier lediglich ein Beispiel
erwähnt, bei dem zwei sog. SlitLights, wie sie aus Figur 3 der
US 9,557,024 bekannt sind, übereinander gestapelt werden, wobei jedes der SlitLights dann das
Licht einer Lichtquelle einkoppelt und bündelt. Eine Vielzahl anderer Möglichkeiten
zur Einkopplung und Kollimation des Lichts sind ebenfalls bekannt und können für die
erfindungsgemäße Lichtleiteranordnung verwendet werden. Entscheidend ist, dass nach
dem Einkoppeln und Kollimieren des Lichts der Lichtquellen an dem Übergang 34 zu dem
Umverteilungsabschnitt 30 das Licht der beiden Lichtquellen als zwei aneinandergrenzend
(neben- oder übereinander) angeordnete kollimierte Lichtbündel A, B vorliegt (vgl.
Figur 4a). Jedes der Lichtbündel A, B umfasst nur Licht von einer der Lichtquellen.
Der Austrittsabschnitt 32 umfasst eine Lichtaustrittsfläche 38, durch die zumindest
ein Teil des in den Lichtleiter 20 eingekoppelten Lichts austritt.
[0033] Der Eintrittsabschnitt 28 kann einteilig mit dem restlichen Lichtleiter 20 oder als
ein separates Teil ausgebildet sein. Im letzteren Fall umfasst der Lichtleiter 20
eine Lichteintrittsfläche, über welche die kollimierten Lichtbündel der Lichtquellen
eintreten. So wäre es bspw. denkbar, dass die Lichtaustrittsflächen von zwei übereinander
gestapelten SlitLights, wie sie aus Figur 3 der
US 9,557,024 bekannt sind, der Lichteintrittsfläche des Lichtleiters 20 gegenüberliegend angeordnet
sind, so dass die beiden aus den SlitLights austretenden kollimierten Lichtbündel
möglichst effizient über die Lichteintrittsfläche in den Lichtleiter 20 eintreten.
[0034] Um eine optisch effiziente Multifunktionsleuchte 2 auf Basis einer Lichtleiteranordnung
mit einem transparenten Lichtleiter 20 mit einem besonders homogenen Erscheinungsbild
für alle Leuchtenfunktionen zu realisieren, schlägt die Erfindung vor, dass der Lichtumverteilungsabschnitt
30 eine Umlenkstruktur aus totalreflektierenden Teilflächen 40, 42, 44, 46 der Grenzflächen
22, 24 des Lichtleiters 20 umfasst, die derart ausgebildet und in dem Lichtleiter
20 angeordnet sind, dass sie die zwei nebeneinander angeordneten kollimierten Lichtbündel
A, B jeweils in mehrere kollimierte Teillichtbündel A1, A2; B1, B2 aufteilen und die
Teillichtbündel A1, A2; B1, B2 derart umsortieren, dass sich in einer ersten Richtung
y einer quer zur Lichtausbreitungsrichtung 26 verlaufenden Schnittebene xy, bspw.
an dem Übergang 36, Teillichtbündel A1, A2 mit Licht von der einen Lichtquelle mit
Teillichtbündeln B1, B2 mit Licht von der anderen Lichtquelle abwechseln (vgl. Figuren
4b und 4c).
[0035] Die Funktionsweise der erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung wird anhand der Figuren
1 bis 4 näher erläutert. Ausgangpunkt sind zwei kollimierte Strahlbündel A, B der
LEDs, die sich in einem transparenten Bauteil in z-Richtung (Lichtausbreitungsrichtung
26) ausbreiten. Im Schnitt liegen diese in y-Richtung parallel direkt übereinander.
In Figur 2 ist dargestellt, wie ein Teil A1 des ersten Strahlbündels A an der Teilfläche
40 der Grenzfläche 24 durch Totalreflexion reflektiert wird. An der Teilfläche 42
der Grenzfläche 22 wird der Teilstrahl A1 direkt oberhalb des Strahlbündels B ebenfalls
mittels Totalreflexion wieder in die ursprüngliche Ausbreitungsrichtung 26 reflektiert.
Danach wird der Teilstrahl A1 an den Teilflächen 44, 46 einer in der Grenzfläche 22
ausgebildeten Vertiefung 48 sowie an der gegenüberliegenden Grenzfläche 24 durch Totalreflexion
so reflektiert, dass er nun direkt oberhalb eines dritten Teilstrahls B1 des zweiten
Strahlbündels B verläuft. Der Teilstrahl B1 tritt ohne Umlenken bzw. Totalreflexion
an einer der Teilflächen 40, 42, 44, 46 durch die Umverteilungsstrukturen durch den
Umverteilungsabschnitt 30 hindurch.
[0036] Der vierte Teilstrahl B2 des zweiten Strahlbündels B wird an den Teilflächen 44,
46 der Vertiefung 48 sowie an der gegenüberliegenden Grenzfläche 24 durch Totalreflexion
so reflektiert, dass er nun oberhalb des Teilstrahls A1 verläuft.
[0037] Der Lichtleiter 22 hat gemäß Figur 1 in der y-Richtung eine Dicke h, und die Vertiefung
hat in der Lichtausbreitungsrichtung 26 eine Länge 1 und in der y-Richtung eine Tiefe
Δh. Die dritten und vierten Teilflächen 44, 46 der Vertiefung 48 stehen in einem Winkel
α schräg bezüglich der entsprechenden Grenzfläche 22 (vgl. Figuren 1, 2 und 5) bzw.
24 (vgl. Figur 3). Für die Ausgestaltung der Vertiefung 48 gilt vorzugsweise:

[0038] Auf diese Weise wird eine neue Anordnung der Teilstrahlen A1, A2, B1, B2 in y-Richtung
auf der Lichtaustrittsfläche 38 erzeugt. Die ursprüngliche Anordnung B2 über B1 über
A2 über A1 geht über zu B2 über A1 über B1 über A2.
[0039] In Figur 4 ist gezeigt, wie sich diese Leuchte 2 bzw. die Lichtaustrittsfläche 38
des Lichtleiters 20 in einer Blickrichtung entgegen der z-Richtung darstellen würde.
An dem Übergang 34 vor dem Umverteilungsabschnitt 30 sind die Strahlbündel A, B klar
voneinander getrennt, unten A oben B (vgl. Figur 4a). An dem Übergang 36 nach dem
Umverteilungsabschnitt 30 und damit auch auf der Lichtaustrittsfläche 38 des Lichtleiters
20 sieht man die Teilstrahlbündel mit jeweils halber Höhe A-B-A-B (vgl. Figur 4b).
[0040] Um nun ein Schachbrettmuster auf der Lichtaustrittsfläche 38 zu erzeugen (vgl. Figur
4c), kann in x-Richtung versetzt zu dem Schnitt aus Figur 2 eine in Figur 3 dargestellte,
gespiegelte Anordnung der Teilflächen 44, 46 der Vertiefung 48 ausgebildet sein. In
diesem Fall wird der Teilstrahl A1 nach der zweiten Teilfläche 42 nicht mehr reflektiert.
Der Teilstrahl B2 wird an keiner Teilfläche reflektiert, sondern gelangt ohne Umlenken
durch den Lichtleiter 20. Die Teilstrahlen A2 und B1 werden an den Teilflächen 44,
46 der Vertiefung 48 sowie an der Grenzfläche 22 so reflektiert, dass ein zu Figur
4b komplementäres Muster B-A-B-A entsteht. Durch periodische Anordnung der Umlenkungsstruktur
aus Figur 2 und Figur 3 kann so ein Schachbrettmuster auf der Lichtaustrittsfläche
38 erzeugt werden. Bezugnehmend auf Figur 4c werden bspw. das Lichtverteilungsmuster
in einem Vertikalschnitt 50 durch die Umverteilungsstrukturen aus Figur 2 und das
Lichtverteilungsmuster in einem Vertikalschnitt 52 durch die Umverteilungsstrukturen
aus Figur 3 erzeugt.
[0041] Der Lichtleiter 20 der erfindungsgemäßen Lichtleiteranordnung kann prinzipiell in
einem transparenten Bauteil mit einer fokussierenden Optik und einer auskoppelnden
Optik realisiert werden. Ein Beispiel für einen Austrittsabschnitt 32 mit einem Auskoppelbereich
ist in Figur 5 gezeigt. Die Auskopplung kann über reflektierende oder transmittierende
Flächen erreicht werden, die zudem eine gewünschte Lichtverteilung erzeugen. In Figur
5 ist in dem Austrittsabschnitt 32 im Strahlengang eine bezüglich der Grenzflächen
22, 24 des Lichtleiters 20 schräg stehende erste Umlenkfläche 54 vorgesehen, die derart
ausgebildet und in dem Austrittsabschnitt 32 angeordnet ist, dass alle Teillichtbündel
A1, A2, B1, B2 aus dem Umverteilungsabschnitt 32 auf sie treffen und sie die Teillichtbündel
A1, A2, B1, B2 in Richtung zweiter Umlenkflächen 56 umlenkt, die derart ausgebildet
und in dem Austrittsabschnitt 32 angeordnet sind, dass alle von der ersten Umlenkfläche
54 umgelenkten Teillichtbündel A1, A2, B1, B2 auf sie treffen und sie die Teillichtbündel
A1, A2, B1, B2 in Richtung der Lichtaustrittsfläche 38 umlenken. Dabei bleibt die
am Übergang 36 von dem Umverteilungsabschnitt 30 zu dem Austrittsabschnitt 32 vorliegende
Lage der Teilstrahlbündel B2 über A1 über B1 über A2 auch nach dem Umlenken an den
Umlenkflächen 54, 56 erhalten und ist auch an der Lichtaustrittsfläche 38 vorhanden.
Dort sind die Teilstrahlbündel A1, A2, B1, B2 lediglich in y-Richtung etwas aufgeweitet.
[0042] Zusammenfassend kann also festgehalten werden, dass die vorliegende Erfindung einen
Plattenlichtleiter 20 zur Realisierung von zwei oder mehr unterschiedlichen Leuchtenfunktionen
sowie eine Kraftfahrzeugleuchte 2 mit einem solchen Plattenlichtleiter 20 betrifft.
Die Leuchtenfunktionen werden mit dem Licht verschiedener separater Lichtquellen erzeugt.
Auf der Lichtaustrittsfläche 38 des Lichtleiters 20 ergibt sich ein besonders gleichmäßiges
Erscheinungsbild für alle Leuchtenfunktionen der Leuchte 2. Die verschiedenen Leuchtenfunktionen
können gleichzeitig oder zeitlich versetzt zueinander erzeugt werden. So kann bspw.
ein Tagfahrlicht und ein Blinklicht gleichzeitig erzeugt werden, wobei unter Umständen
die Lichtquelle zur Erzeugung des Tagfahrlichts gedimmt wird. Ferner können auch ein
Rücklicht und eine Bremslicht oder ein Rücklicht und ein Blinklicht gleichzeitig erzeugt
werden. Selbstverständlich kann auch nur eine der Lichtquellen betrieben werden, so
dass der Lichtleiter 20 temporär nur eine Leuchtenfunktion erzeugt. In dem Eintrittsabschnitt
28 des Lichtleiters 20 liegen am Übergang 34 zu dem Umverteilungsabschnitt 30 mindestens
zwei kollimierte Lichtbündel A, B an. Diese können in der y-Richtung der quer zur
Lichtausbreitungsrichtung 26 verlaufenden Schnittebene (xy) jeweils die gleiche Höhe
aufweisen. Es wäre aber auch denkbar, dass die kollimierten Lichtbündel A, B unterschiedliche
Höhen haben.
[0043] Der Umverteilungsabschnitt 30 weist unterschiedlich orientierte Umverteilungsstrukturen
in Form von totalreflektierenden Teilflächen 40, 42, 44, 46 der Grenzflächen 22, 24
des Lichtleiters 20 auf, durch die zum einen die kollimierten Lichtbündel A, B jeweils
in mehrere kollimierte Teillichtbündel A1, A2, B1, B2 aufgeteilt und zum anderen die
Teillichtbündel A1, A2, B1, B2 innerhalb des Lichtleiters bzw. ihrer Lage relativ
zueinander umsortiert werden. Wenn die Lichtquellen Licht unterschiedlicher Farben
aussenden, wird durch das Umsortieren der Teillichtbündel A1, A2, B1, B2 mittels der
Umsortierungsstrukturen erreicht, dass die unterschiedlichen Farben in kleinen Bereichen
auf die Lichtaustrittsfläche 38 treffen, so dass die unterschiedliche Beleuchtung
durch einen Betrachter kaum wahrgenommen wird.
[0044] Die Umsortierungsstrukturen sind definierte Oberflächendeformation (Teilflächen 40,
42, 44, 46) der Grenzflächen 22, 24 des Lichtleiters 20, an denen ein Teil eines jeden
Lichtbündels A, B so umgelenkt wird, dass sich die Höhe der resultierenden Teillichtbündel
A1, A2, B1, B2 verringert, die Anzahl der Teillichtbündel A1, A2, B1, B2 gegenüber
der Anzahl der Lichtbündel A, B jedoch erhöht. Wenn bspw. nur zwei Lichtquellen vorgesehen
sind, die Licht in den Lichtleiter 20 einkoppeln, kann sich die Höhe der Teillichtbündel
A1, A2; B1, B2 gegenüber der Höhe des entsprechenden Lichtbündels A; B halbieren und
die Anzahl der Teillichtbündel A1, A2; B1, B2 verdoppeln. Die Umsortierungsstrukturen
bestehen bspw. aus Dickenänderungen der Lichtleiterplatte 20, wobei die Lichtleiterplatte
20 selbst in Lichtausbreitungsrichtung 26 vor und nach dem Umverteilungsabschnitt
30 gleich dick ist. Die Umsortierungsstrukturen lassen mindestens ein Teillichtbündel
B1, A2; B2 unverändert durch den Lichtleiter 20 passieren. Durch unterschiedliche
Orientierung der Umsortierungsstrukturen können die Lichtbündel A, B in unterschiedlichen
Richtungen umsortiert werden (vgl. Figur 4c).
1. Lichtleiteranordnung einer Kraftfahrzeugleuchte (2), umfassend einen im Wesentlichen
plattenförmigen Lichtleiter (20), der in einer Lichtausbreitungsrichtung (26) innerhalb
des Lichtleiters (20) funktional unterteilt ist in einen Lichteintrittsabschnitt (28)
und einen nachfolgenden Lichtaustrittsabschnitt (32), wobei der Eintrittsabschnitt
(28) Mittel zum Einkoppeln und Kollimieren von Licht umfasst, das von mindestens einer
Halbleiterlichtquelle ausgesandt wurde, so dass an einem Ausgang (34) des Eintrittsabschnitts
(28) das Licht der mindestens einen Lichtquelle als mindestens ein kollimiertes Lichtbündel
anliegt, und wobei der Austrittsabschnitt (32) eine Lichtaustrittsfläche (38) umfasst,
durch die zumindest ein Teil des in den Lichtleiter (20) eingekoppelten Lichts austritt,
dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Eintrittsabschnitt (28) und dem Austrittsabschnitt (32) ein Lichtumverteilungsabschnitt
(30) angeordnet ist, dass der Eintrittsabschnitt (28) Mittel zum Einkoppeln und Kollimieren
von Licht umfasst, das von mindestens zwei separaten Halbleiterlichtquellen ausgesandt
wurde, so dass an einem Übergang (34) zu dem Umverteilungsabschnitt (30) das Licht
der mindestens zwei Lichtquellen als mindestens zwei aneinander grenzend angeordnete
kollimierte Lichtbündel (A, B) anliegt, wobei jedes der Lichtbündel (A, B) nur Licht
von einer der Lichtquellen umfasst, und dass der Umverteilungsabschnitt (30) totalreflektierende
Teilflächen (40, 42, 44, 46) von Grenzflächen (22, 24) des Lichtleiters (20) umfasst,
die derart ausgebildet und in dem Lichtleiter (20) angeordnet sind, dass sie die mindestens
zwei aneinander grenzend angeordneten kollimierten Lichtbündel (A, B) jeweils in mehrere
kollimierte Teillichtbündel (A1, A2, B1, B2) aufteilen und die Teillichtbündel (A1,
A2, B1, B2) derart umsortieren, dass sich in einer ersten Richtung (y) der Lichtaustrittsfläche
(38) Teillichtbündel (A1, A2) mit Licht von der einen Lichtquelle mit Teillichtbündeln
(B1, B2) mit Licht von der mindestens einen anderen Lichtquelle abwechseln.
2. Lichtleiteranordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die totalreflektierenden Teilflächen (40, 42, 44, 46) der Grenzflächen (22, 24) des
Lichtleiters (20) derart ausgebildet und in dem Lichtleiter (20) angeordnet sind,
dass sie die zwei aneinander grenzend angeordneten kollimierten Lichtbündel (A, B)
jeweils in zwei kollimierte Teillichtbündel (A1, A2; B1, B2) aufteilen.
3. Lichtleiteranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine Dicke (h) des Lichtleiters (20) in der ersten Richtung (y) am Übergang (34)
zwischen dem Eintrittsabschnitt (28) und dem Umverteilungsabschnitt (30) genauso groß
ist wie an einem Übergang (36) zwischen dem Umverteilungsabschnitt (30) und dem Austrittsabschnitt
(32).
4. Lichtleiteranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Umverteilungsabschnitt (30) derart ausgebildet ist, dass mindestens ein Teillichtbündel
(A2, B1; B2) mindestens eines Lichtbündels (A, B; B) ohne Umverteilung durch den Umverteilungsabschnitt
(30) gelangt.
5. Lichtleiteranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Umverteilungsabschnitt (30) auf einer ersten Grenzfläche (22) eine erste, bezüglich
der ersten Grenzfläche (22) schräg stehende Teilfläche (40) aufweist, die derart in
dem Umverteilungsabschnitt (30) angeordnet und ausgebildet ist, dass ein Teil eines
Lichtbündels (A) aus dem Eintrittsabschnitt (28) auf sie trifft, das ein erstes Teillichtbündel
(A1) bildet, und sie dieses Teillichtbündel (A1) im Wesentlichen quer zu der Lichtausbreitungsrichtung
(26) umlenkt, so dass es auf eine zweite Teilfläche (42) des Umverteilungsabschnitts
(30) trifft, die auf einer der ersten Grenzfläche (22) gegenüberliegenden zweiten
Grenzfläche (24) ausgebildet ist.
6. Lichtleiteranordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Teilfläche (42) bezüglich der zweiten Grenzfläche (24) schräg steht und
derart in dem Umverteilungsabschnitt (30) angeordnet und ausgebildet ist, dass sie
das von der ersten Teilfläche (40) stammende erste Teillichtbündel (A1) im Wesentlichen
in die Lichtausbreitungsrichtung (26) umlenkt.
7. Lichtleiteranordnung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die erste Teilfläche (40) und/oder die zweite Teilfläche (42) in einem Winkel von
45° bezüglich der ersten Grenzfläche (22) bzw. der zweiten Grenzfläche (24) angeordnet
sind.
8. Lichtleiteranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Umverteilungsabschnitt (30) auf einer ersten Grenzfläche (22) oder auf einer
der ersten Grenzfläche (22) gegenüberliegenden zweiten Grenzfläche (24) eine Vertiefung
(48) mit zwei schräg zueinander und schräg bezüglich der entsprechenden Grenzfläche
(22; 24) verlaufenden dritten und vierten Teilflächen (44, 46) aufweist.
9. Lichtleiteranordnung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtleiter (20) in der ersten Richtung (y) eine Dicke (h) und die Vertiefung
(48) in der Lichtausbreitungsrichtung (26) eine Länge (l) und in der ersten Richtung
(y) eine Tiefe (Δh) aufweist und dass die dritten und vierten Teilflächen (44, 46)
der Vertiefung (48) in einem Winkel (α) bezüglich der entsprechenden Grenzfläche (22;
24) schräg stehen, wobei für die Vertiefung (48) gilt:
10. Lichtleiteranordnung nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die dritten und vierten Teilflächen (44, 46) der Vertiefung (48) beide in dem gleichen
Winkel (α) < 45° bezüglich der entsprechenden Grenzfläche (22; 24) schräg stehen.
11. Lichtleiteranordnung nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die dritte Teilfläche (44) der Vertiefung (48) in Richtung des Eintrittsabschnitts
(28) gerichtet ist und derart in dem Umverteilungsabschnitt (30) angeordnet und ausgebildet
ist, dass sie auftreffende Teillichtbündel (A1, B2; A2, B1) auf die gegenüberliegende
Grenzfläche (24; 22) des Umlenkabschnitts (20) umlenkt, welche sie in Richtung der
vierten Teilfläche (46) der Vertiefung (48) umlenkt.
12. Lichtleiteranordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die dritten und vierten Teilflächen (44, 46) der Vertiefung (48) derart in dem Umverteilungsabschnitt
(30) angeordnet und ausgebildet sind, dass die auf die dritte Teilfläche (44) auftreffenden
Teillichtbündel (A1, B2; A2, B1) nach dem Umlenken durch die dritte Teilfläche (46),
die gegenüberliegende Grenzfläche (24; 22) und die vierte Teilfläche (46) wiederum
in der Lichtausbreitungsrichtung (26) in dem Lichtleiter (20) propagieren, wobei jedoch
die Lage der Teillichtbündel (A1, B2; A2, B1) relativ zueinander zumindest in der
ersten Richtung (y) verändert ist.
13. Lichtleiteranordnung nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (48) in der ersten Grenzfläche (22) des Lichtleiters (20) ausgebildet
ist und die in Richtung des Eintrittsabschnitts (28) gerichtete dritte Teilfläche
(44) der Vertiefung (48) derart in dem Umverteilungsabschnitt (30) angeordnet und
ausgebildet ist, dass ein Teil des ersten Lichtbündels (A) aus dem Eintrittsabschnitt
(28), das ein zweites Teillichtbündel (A2) bildet, und ein Teil des zweiten Lichtbündels
(B) aus dem Eintrittsabschnitt (30) auf sie trifft, das ein drittes Teillichtbündel
(B1) bildet.
14. Lichtleiteranordnung nach Anspruch 6 und einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vertiefung (48) in der zweiten Grenzfläche (24) des Lichtleiters (20) ausgebildet
ist und die in Richtung des Eintrittsabschnitts (28) gerichtete dritte Teilfläche
(44) der Vertiefung (48) derart in dem Umverteilungsabschnitt (30) angeordnet und
ausgebildet ist, dass das erste Teillichtbündel (A1) von der zweiten Teilfläche (42)
und ein Teil eines Lichtbündels (B) aus dem Eintrittsabschnitt (30) auf sie trifft,
das ein viertes Teillichtbündel (B2) bildet.
15. Kraftfahrzeugleuchte (2) zur Erzeugung mehrerer Leuchtenfunktionen, umfassend ein
Gehäuse (4) mit einer in eine Lichtaustrittsrichtung (6) gerichteten Lichtaustrittsöffnung
(8), die mittels einer transparenten Abdeckscheibe (10) verschlossen ist, mindestens
zwei unterschiedlichen Leuchtenfunktion zugeordnete Halbleiterlichtquellen zum Aussenden
von Licht und eine Lichtleiteranordnung zum Bündeln des von den Lichtquellen ausgesandten
Lichts und zum Aussenden des gebündelten Lichts zur Erzeugung mindestens einer der
Leuchtenfunktionen, dadurch gekennzeichnet, dass die Lichtleiteranordnung nach einem der vorangehenden Ansprüche ausgebildet ist.