[0001] Die Erfindung betrifft einen Kran, insbesondere Schwerlastkran, der mittels einer
zugeordneten Fahrwerksanordnung mobil ist, wobei ein fahrwerksloses Kranmodul mit
einem einen teleskopierbaren Ausleger aufnehmenden Bett und mit seitlich ausstellbaren,
an ihren Enden mit Stützbeinen ausgestatteten Stützbalken vorgesehen ist und wobei
das Kranmodul mit Andockelementen versehen und hiermit an die mit passenden Eingriffselementen
versehene Fahrwerksanordnung kippsicher andockbar ist.
[0002] Ein Kran dieser Art ergibt sich beispielsweise aus der
DE 10 2013 009 357 A1. Bei dieser bekannten Anordnung ist das als Oberwagen bezeichnete fahrwerkslose Kranmodul
von oben auf einen unterstellbaren Unterwagen aufsetzbar. Dieser ist als komplettes
Schwerlastfahrzeug mit eigener Antriebseinrichtung und Fahrerhaus ausgebildet. Dieses
Schwerlastfahrzeug soll bei abgenommenem Oberwagen für weitere Transportzwecke verwendet
werden. Das hier die Fahrwerksanordnung bildende Schwerlastfahrzeug ermöglicht keine
einfache Anpassung der Eigenschaften der Fahrwerksanordnung an unterschiedliche Einsatzzwecke
und wird zum Andocken auch nicht mittels des Auslegers des Kranmoduls manipuliert,
sondern wird mittels seiner eigenen Antriebseinrichtung unter das aufgebockte Kranmodul
eingefahren, das anschließend hierauf abgesenkt wird.
[0003] Die
EP 0 919 508 A2 zeigt einen Kran mit einem mehrteiligen, einen ballastauslegerlosen Ständer für den
Kranausleger aufnehmenden Gestell. Dieses mehrteilige Gestell, in welches der nötige
Ballast integriert ist, besteht aus einem fahrwerkslosen Mittelteil und hieran hinten
und vorne ankuppelbaren, äußeren Gestellteilen, die mit Schwerlastrollen versehen
sind. Die an das mittlere Gestellteil vorne und hinten ankuppelbaren äußeren Gestellteile
sind nicht austauschbar, sondern gehören zum Gestell des Krans, das durch diese Gestellteile
erst vervollständigt wird.
[0004] Die
DE 10 2008 047 737 B4 zeigt einen modular aufgebauten Kran mit mehreren, aneinander andockbaren Modulen
in Form eines die Hauptkomponente bildenden, den Kranausleger tragenden Plattenmoduls,
eines Antriebsmoduls, eines Unterstützungsmoduls, eines Rüstmoduls etc.. Das die Hauptkomponente
bildende Plattenmodul ist mit Achsen und Rollen versehen, ebenso die anderen Module.
[0005] Die
DE 20 2016 101 503 U1 zeigt einen zum Transport auf einen als Anhänger ausgebildeten Sattelauflieger aufsetzbaren
Kran. Eine andere Bewegungsmöglichkeit als mittels des Anhängers ist hier nicht möglich.
[0006] Aus der
KR 100907727 B1 ergibt sich ein Kranmodul, das mit seinem Bett auf eine von seitlichen Raupenfahrwerken
getragene Plattform aufsetzbar ist. Die Plattform mit den seitlichen Raupenfahrwerken
bildet dabei praktisch einen fahrbaren Unterwagen, auf den das Kranmodul aufsetzbar
ist. Eine andere Bewegungsmöglichkeit ist nicht vorgesehen.
[0007] Hiervon ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Kran
eingangs erwähnter Art mit einfachen und kostengünstigen Mitteln so zu verbessern,
dass eine vielseitige Verwendbarkeit ermöglicht wird.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Kranmodul an seinen Längs-
und Querseiten mit Andockelementen versehen ist, an die mit passenden Eingriffselementen
versehene, bei auf seinen Stützbeinen aufgebocktem Kranmodul mittels des Auslegers
manipulierbare Fahrwerksaggregate andockbar sind, die als an einen bestimmten Einsatzzweck
angepasste, wahlweise einsetzbare Wechselaggregate ausgebildet sind.
[0009] Diese Maßnahmen stellen sicher, dass für jeden vorgesehenen Einsatzzweck des Krans
die entsprechenden Fahrwerksaggregate angedockt werden können, wobei zum Andocken
der gewünschten Fahrwerksaggregate der Kran auf den Stützbeinen seiner Stützbalken
aufgebockt und die anzudockenden Fahrwerksaggregate mittels des Auslegers manipuliert
werden können. Der erfindungsgemäße Kran ist daher sehr einfach und schnell auf jeden
gewünschten Einsatz umrüstbar und damit variabel einsetzbar, was eine gute Auslastung
und damit auch eine ausgezeichnete Wirtschaftlichkeit gewährleistet.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten Maßnahmen
sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0011] Gemäß einer ersten Ausführung können die Andockelemente direkt am Bett angebracht
sein. Alternativ kann das Bett auf einer Ladeplattform aufgenommen werden, die ihrerseits
mit den Andockelementen versehen ist. Dies ergibt in vorteilhafter Weise einen Nachrüstsatz,
der eine einfache Nachrüstung bestehender Kräne mit den erfindungsgemäßen Maßnahmen
ermöglicht. Gleichzeitig ist hierdurch sichergestellt, dass die bettseitig vorgesehenen
Stützbalken kollisionsfrei über die der darunter sich befindenden Ladeplattform zugeordneten
Andockelemente hinweggehen können. Natürlich können zwecks besonders hoher Vielseitigkeit
auch sowohl am Bett als auch an der Ladeplattform Andockelemente angebracht sein.
[0012] In weiterer Fortbildung der übergeordneten Maßnahmen können als Fahrwerksaggregate
für eine Bewegung auf befestigtem Untergrund an zwei einander gegenüberliegenden Seiten,
vorzugsweise an der Vorder- und Rückseite des Krans, jeweils wenigstens ein Wagenelement
angedockt werden, das jeweils ein die den Andockelementen zugeordneten Eingriffselemente
enthaltendes Fahrgestell und mindestens zwei paarweise angeordnete Rollen aufweist.
Die vorne und hinten angedockten Wagenelemente, die kostengünstig bereitgestellt werden
können, ermöglichen die Schaffung einer kompakten, auf einem befestigten Untergrund
mobilen Krananordnung, wobei die Wagenelemente in vorteilhafter Weise auch mit einer
Ladefläche ausgestattet sein und als beladbare Transporter dienen können.
[0013] Die Rollen können als Einfachrollen für eine rollende Bewegung auf einem Hallenboden
oder Werksgelände ausgebildet sein. Dies ermöglicht eine einfache Platzierung des
Krans an der gewünschten Arbeitsposition. Alternativ können die Rollen auch als Straßenrollen
ausgebildet sein, die zweckmäßig mit einer Schwerlastbereifung versehen sein können.
Dies ergibt eine auf einer Straße verfahrbare Anordnung und macht es daher möglich,
den Kran als Anhänger mittels einer Zugmaschine zu transportieren. Dabei kann ein
vorderes Wagenelement zweckmäßig mit einer Anhängeeinrichtung versehen sein. Besonders
zweckmäßig kann dabei ein an ein vorderes Wagenelement anbaubares Aufliegerelement
vorgesehen sein, so dass ein an einen Sattelschlepper anhängbarer Anhänger entsteht.
[0014] Zur Bildung eines auf Schienen verfahrbaren Krans werden hinten und vorne jeweils
wenigstens ein Wagenelement angedockt, das wiederum ein die den Andockelementen zugeordneten
Eingriffselemente enthaltendes Fahrgestell und mindestens vier paarweise angeordnete,
mit einem Spurkranz versehene Schienenlaufrollen aufweist, die an einem gemeinsamen
Radträger gelagert sind, auf dem das Fahrgestell abgestützt ist. Diese Maßnahmen ergeben
ein sicheres Schienenfahrzeug.
[0015] Zweckmäßig kann dabei jedes an einem Ende freie Wagenelement im Bereich seines freien
Endes mit einer Anhängeeinrichtung zum Anhängen an einen jeweils benachbarten Waggon
eines Zugs versehen sein. Auf diese Weise kann der erfindungsgemäße Ladekran einfach
in einen mit einer Lokomotive ausgestatteten Zug integriert werden und benötigt daher
keinen eigenen Antrieb.
[0016] Zusätzlich oder alternativ zu einer Anhängeeinrichtung kann vorgesehen sein, wenigstens
ein angedocktes Wagenelement mit antreibbaren Rollen versehen ist. Dieses Wagenelement
kann direkt an das Bett beziehungsweise die Ladeplattform oder an ein dort bereits
angedocktes Wagenelement angedockt werden. Auf diese Weise lässt sich einfach eine
hohe Unabhängigkeit von einer zusätzlichen Zugmaschine etc. erreichen.
[0017] In weiterer Fortbildung der übergeordneten Maßnahmen können als Fahrwerksaggregate
für eine Bewegung in unbefestigtem Gelände zwei einander gegenüberliegende, antreibbare
Raupenfahrwerkselemente vorgesehen sein, die wahlweise an den Längs- oder Querseiten
des Krans angedockt werden können. Diese Maßnahmen ermöglichen eine Einsetzbarkeit
des erfindungsgemäßen Krans auch in unbefestigtem Gelände und ermöglichen eine Fahrtrichtung
wahlweise in Längs- oder Querrichtung des Krans und damit eine hohe Vielseitigkeit.
[0018] Zweckmäßig kann ferner vorgesehen sein, dass die wenigstens einer Seite des Krans
zugeordneten Andockelemente in Richtung des hieran andockbaren Fahrwerksaggregats
seitlich ausfahrbar sind. Dies ermöglicht auf einfache Weise eine Vergrößerung der
Spurweite.
[0019] Vorteilhaft können die Andockelemente jeweils ein Flanschpaar mit zwei parallelen,
nach außen abstehenden, vertikalen Flanschen und die Eingriffselemente jeweils ein
Flanschpaar mit zwei parallelen, vertikalen, das das zugeordnete Andockelement bildende
Flanschpaar innen oder außen flankierenden Flanschen aufweisen, wobei ein Flanschpaar
eine entgegen der Eingriffsrichtung offene Kerbe und das jeweils andere Flanschpaar
einen in die Kerbe des ersten Flanschpaars einlegbaren Querbolzen trägt und wobei
wenigstens zwei einander benachbarte Flansche, vorzugsweise alle Flansche der beiden
Flanschpaare, eine fluchtende Querbohrung für einen durchsteckbaren Querriegel aufweisen.
Diese Maßnahmen ergeben eine Schnellkupplung zur kippsicheren und wackelfreien Andockung
jedes Fahrwerksaggregats und damit insgesamt eine hohe Bedienungsfreundlichkeit und
Sicherheit.
[0020] Eine weitere Fortbildung der übergeordneten Maßnahmen kann darin bestehen, dass an
freien, seitlichen Andockelementen jeweils wenigstens eine mit entsprechenden Eingriffselementen
versehene Querstrebe andockbar ist, die mit an ihrem gegenüberliegenden Ende ebenfalls
vorgesehenen Eingriffselementen an freien seitlichen Andockelementen eines weiteren
Krans andockbar ist. Hiermit lässt sich in vorteilhafter Weise ein Kranverbund mit
mehreren, aneinander angedockten Kränen erreichen, die in einer gewünschten Weise
zusammenwirken können, was bei bestimmten Einsatzfällen zur Steigerung der Gesamttragfähigkeit
erwünscht sein kann.
[0021] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten
Maßnahmen sind in den restlichen Unteransprüchen angegeben und aus der nachstehenden
Beispielsbeschreibung anhand der Zeichnung näher entnehmbar.
[0022] In der nachstehend beschriebenen Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Krans mit einem zugeordneten Fahrwerksaggregat
in explosionsartiger Darstellung,
- Figur 2
- eine schematische Darstellung eines Ausführungsbeispiels für die Andockelemente und
Eingriffselemente,
- Figur 3
- eine Ausführung mit auf befestigtem Untergrund bewegbarem Kran,
- Figur 4
- eine Variante zu Figur 3,
- Figur 5
- eine Ausführung mit auf Schienen bewegbarem Kran,
- Figur 6
- eine Variante zu Figur 5,
- Figur 7
- eine Ausführung mit einem Raupenfahrwerk und
- Figur 8
- einen Kranverbund mit mehreren aneinander angedockten Kränen.
[0023] Die der Figur 1 zugrunde liegende Anordnung zeigt ein oberes Kranmodul 1, an das
hier lediglich schematisch angedeutete, untere Fahrwerksaggregate 2 andockbar sind.
Das selbst fahrwerkslose Kranmodul 1 besteht aus einem massiven Bett 3, auf dem über
einen Drehkranz 4 ein Lagerbock 5 für eine auf- und abschwenkbare Lafette 5a aufgenommen
ist, die einen auf- und abschwenkbaren, teleskopierbaren Ausleger 7 trägt. Als Gegengewicht
zum Ausleger 7 kann eine am Lagerbock 5 lösbar anbringbare Ballastanordnung 6 vorgesehen
sein. Im Bereich der Ecken des Betts 3 sind seitlich ausschwenkbare Stützbalken 8,
die ebenfalls teleskopierbar sein können, schwenkbar gelagert, die an ihren freien
Enden mit Stützbeinen 9 versehen sind, die hydraulisch ausfahrbar oder durch Hydraulikzylinder
gebildet sein können.
[0024] Die Fahrwerksaggregate 2, von denen in Figur 1 nur eines schematisch angedeutet ist,
sind als Wechselaggregate vorgesehen, die jeweils an einen bestimmten Einsatzzweck
angepasst und wahlweise einsetzbar sind. Hierzu ist der erfindungsgemäße Kran mit
im Beispiel gemäß Figur 1 dem Bett 3 zugeordneten, kranseitigen Andockelementen 10
versehen, an denen mit passenden Eingriffselementen 11 ausgestattete, als Wechselaggregate
ausgebildete Fahrwerksaggregate 2 kippsicher und wackelfrei angedockt werden können.
In der Ausführung gemäß Figur 1 sind die Andockelemente 10 an den einander gegenüberliegenden
Längsseiten des Betts 3 angebracht, wobei hier pro Seite zwei in Längsrichtung gegeneinander
versetzte Andockelemente 10 vorgesehen sind. Zusätzlich oder alternativ können auch
im Bereich der zu den Längsseiten quer verlaufenden Vorder- und Rückseite des Betts
3 entsprechende Andockelemente vorgesehen sein. Auch die Unterseite des Betts 3 könnte
zusätzlich oder alternativ mit entsprechenden Andockelementen versehen sein.
[0025] Zur Durchführung des in Figur 1 durch einen Doppelpfeil angedeuteten Andockvorgangs
können die anzudockenden Fahrwerksaggregate 2 mittels des Auslegers 7 manipuliert
werden, wie in Figur 1 durch ein hieran aufgenommenes Traggeschirr 12 angedeutet ist.
Das Kranmodul 1, das heißt die den Ausleger 7 tragende fahrwerkslose Anordnung, kann
dabei auf den Stützbeinen 9 der Stützbalken 8 aufgebockt sein.
[0026] In einer einfachen, der Figur 2 zugrunde liegenden Ausführung bestehen die Andockelemente
10 und Eingriffselemente 11 jeweils aus einem Flanschpaar mit Flanschen 10a, b und
Flanschen 11a, b, die vertikal verlaufen und vom jeweils tragenden Element wegstreben.
Das ein Eingriffselement 11 bildende Flanschpaar 11a, b ist dabei so angeordnet, dass
das das zugeordnete Andockelement 10 bildende Flanschpaar 10a, b hiervon innen oder
außen, im dargestellten Beispiel außen, flankiert wird, wobei dabei vergleichsweise
wenig Spiel vorgesehen sein soll um eine möglichst spielfreie Andockung zu erreichen.
Ein Flanschpaar, im dargestellten Beispiel die Flansche 10a, b des Andockelements
10, ist mit einer fluchtenden Kerbe 13 versehen, die entgegen der hier von oben nach
unten gehenden Eingriffsrichtung, also oben offen ist. Das andere Flanschpaar, hier
die Flansche 11a, b des zugeordneten Eingriffselements 11, trägt einen Querbolzen
14, der zum Eingriff in die Kerbe 13 gebracht wird. Zur gegenseitigen Verriegelung
ist ein Querriegel 15 vorgesehen, der nach dem Einhängen des Querbolzens 14 in die
Kerbe 13 durch alle einander benachbarte Flansche durchgesteckt wird. Hierzu sind
die einander flankierenden Flansche 10a, b und 11a, b mit einer fluchtenden Querbohrung
16 versehen.
[0027] Anstelle der dargestellten Ausführung mit zwei Flanschpaaren wäre es natürlich auch
denkbar, eines der Flanschpaare durch einen vom jeweils anderen Flanschpaar flankierten
Klotz zu ersetzen. So könnte beispielsweise anstelle der das Andockelement 10 bildenden
Flansche 10a, b ein mittiger, die Kerbe 13 und Querbohrung 16 aufweisender Klotz vorgesehen
sein, der von den den Querbolzen 14 tragenden Flanschen 11a, b außen flankiert wird.
Ebenso wäre es denkbar, anstelle der Flansche 11a, b einen mittigen Klotz vorzusehen,
der von den Flanschen 10a, b außen flankiert wird und der anstelle des Querbolzens
14 nach außen auskragende Stummel aufweist, welche zum Eingriff in die Kerbe 13 der
Flansche 10a, b gebracht werden können. Für die Querbohrung 16 gilt dasselbe wie vorher.
[0028] Bei den den Figuren 3 bis 8 zugrunde liegenden Beispielen ist das selbst fahrwerkslose
Kranmodul 1 noch mit einer zusätzlichen, das Bett 3 aufnehmenden Ladeplattform 17
versehen, wobei die Andockelemente 10 hier der Ladeplattform 17 zugeordnet sind. Die
Ladeplattform 17 kann dabei im Bereich von wenigstens zwei einander gegenüberliegenden
Seiten, vorzugsweise im Bereich aller vier Seiten ihrer Peripherie und/oder auch unten,
mit Andockelementen 10 bestückt sein. Hierdurch ist sichergestellt, dass hinsichtlich
der Platzierung der Andockelemente 10 keine Bindung an die Konfiguration des Betts
3 und dementsprechend mehr Freiheit besteht. Außerdem befinden sich die Andockelemente
10 hierbei unterhalb der seitlich ausstellbaren Stützbalken 8, so dass diese kollisionsfrei
darüber hinweg gehen können. Das Bett 3 kann hier andockelementefrei sein oder zusätzlich
ebenfalls mit Andockelementen 10 versehen sein.
[0029] Bei der Ausführung gemäß Figur 3 kommen für eine Bewegung auf einem befestigten Untergrund,
wie einem Hallenboden oder einem befestigten Werksgelände etc., geeignete Fahrwerksaggregate
2 zum Einsatz. Diese sind hier als an der Vorder- und Rückseite der Ladeplattform
17 angedockte Wagenelemente 18 ausgebildet, die jeweils ein die den kranseitigen Andockelementen
10 zugeordneten Eingriffselemente 11 tragendes Fahrgestell 19 und wenigstens zwei
paarweise angeordnete, das Fahrgestell 19 aufnehmende Rollen 20 aufweisen, wobei hinten
und vorne mindestens ein derartiges Wagenelement benötigt wird. Zur Verlängerung der
so gebildeten Fahrwerksaggregate können aber auch mehrere derartige Wagenelemente
hintereinander oder entsprechend längere Wagenelemente vorgesehen sein. Im dargestellten
Beispiel sind jeweils zwei hintereinander angeordnete Wagenelemente 18 vorgesehen,
die ihrerseits ebenfalls aneinander angedockt sind, so dass sich vorne und hinten
jeweils zwei Rollenpaare 20 und damit eine entsprechende Lastverteilung und Steigerung
der Tragfähigkeit ergeben. Die Andockeinrichtung zum aneinander Andocken hintereinander
angeordneter Wagenelemente 18 kann der Ausführung zum Andocken der Fahrwerksaggregate
an die kranseitigen Andockelemente, also zum Beispiel der Ausführung gemäß Figur 2,
entsprechen. Es wäre aber auch, wie schon erwähnt, denkbar, längere Wagenelemente
mit mehreren Rollenpaaren vorzusehen. Zweckmäßig wird die Anzahl der jeweils hintereinander
vorgesehenen Wagenelemente 18 beziehungsweise deren Länge so gewählt, dass das so
geschaffene Fahrwerksaggregat an seinem von der kranseitigen Andockstelle abgewandten
Ende gut zugänglich ist, beispielsweise über die Enden der im fahrbereiten Zustand
eingeklappten Stützbeine 8 hinausragt, so dass ein Schub- und/oder Zugfahrzeug ungestört
angreifen kann. Zweckmäßig kann eine diesem zugeordnete Kupplung angebracht sein.
[0030] Mit Hilfe der Rollen 20 kann der gesamte Kran am Einsatzort verschoben und so in
eine exakte Einsatzposition gebracht werden. Bei den für eine derartige Rollbewegung
vorgesehenen Rollen kann es sich um Einfachrollen ohne oder nur mit einfacher Bereifung
handeln. Es wäre aber auch denkbar, für eine Straßenfahrt geeignete Rollen vorzusehen.
Dabei kann es sich dann um mit einer geeigneten Schwerlastbereifung versehene Rollen
handeln. In jedem Fall ermöglichen die angedockten, mit Rollen 20, 20a versehenen
Wagenelemente 18 die erwünschte Mobilität auf befestigtem Untergrund.
[0031] In Figur 4 ist eine straßenfahrfähige Variante von Figur 3 gezeigt. Dementsprechend
sind die durch aneinander angedockte Wagenelemente 18 gebildeten hinteren und vorderen
Fahrwerksaggregate mit straßenfahrfähigen Rollen 20a ausgestattet, die zweckmäßig
mit einer als Schwerlastbereifung ausgebildeten Gummibereifung versehen sind. Eine
straßenfahrfähige Variante der der Figur 4 zugrunde liegenden Art wird zweckmäßig
an eine Zugmaschine angehängt und ist hierzu mit einer geeigneten Anhängeeinrichtung
versehen. Die vorliegende Aufliegeranhängeeinrichtung 26 kann am vorderen Wagenelement
18 fest angebracht oder vorzugsweise hieran angedockt sein, so dass dementsprechend
die dazu notwendigen Andock- und Eingriffsmittel vorzusehen sind. Beim dargestellten
Beispiel gemäß Figur 4 ist das vordere Wagenelement 18 mit einer nach vorne auskragenden
Aufliegeranhängeeinrichtung 26 versehen, die zur Bildung eines Sattelzugs zum Eingriff
mit einem zugeordneten Sattel einer nicht näher dargestellten Zugmaschine gebracht
werden kann.
[0032] Die Fahrgestelle 19 der hier zur Bildung vorderer und hinterer Fahrwerksaggregate
vorgesehenen Wagenelemente 18 können zweckmäßig eine obere Ladefläche 27 aufweisen,
auf die eine Last aufgeladen werden kann. Dies gilt in erster Linie für über die Enden
der Stützarme 8 hinausragende Wagenelemente 18. In Figur 4 sind zur Bildung des hinteren
Fahrwerksaggregats vier aneinander angedockte Wagenelemente 18 vorgesehen. Dieses
Fahrwerksaggregat besitzt dementsprechend eine große, hier mit zwei Wagenelementen
18 über die Enden der benachbarten Stützbeine 8 hinausragende Länge. Die Ladefläche
27 der zwei letzten Wagenelemente ist von oben frei zugänglich und kann daher gut
zur Aufnahme einer Last genutzt werden. Im dargestellten Beispiel ist hierauf die
vom Lagerbock 5 abgenommene Ballastanordnung 6 aufgenommen, so dass ein vom Kranmodul
1 getrennter Transport bewerkstelligt wird.
[0033] Bei den vorstehend beschriebenen Ausführungen gemäß Figuren 3 und 4 sind nur die
vorderen und hinteren kranseitigen Andockelemente 10 belegt. Die seitlichen Andockelemente
10 bleiben hier frei. Es wäre aber auch denkbar, zusätzlich oder alternativ an den
Längsseiten andockbare Wagenelemente vorzusehen. Ebenso wäre es denkbar, an der Unterseite
der Ladeplattform 17 andockbare Wagenelemente 18 vorzusehen.
[0034] Der der Figur 5 zugrunde liegende Ladekran unterscheidet sich von der Ausführung
gemäß Figuren 3 und 4 durch die Ausbildung als Schienenfahrzeug. Hierzu sind die an
der Vorder- und Rückseite der Ladeplattform 17 angedockten Wagenelemente 18b mit einen
umlaufenden Spurkranz aufweisenden Schienenlaufrollen 21 versehen. Dabei gehören zu
jedem Wagenelement 18b jeweils vier Schienenlaufrollen 21, die jeweils paarweise hintereinander
angeordnet sind. Die beiden Rollenpaare sind dabei auf einem gemeinsamen Rollenträger
22 aufgenommen, auf dem das die den Andockelementen 10 zugeordneten Eingriffselemente
11 tragende Fahrgestell 19 ruht. Die Wagenelemente 18b sind hier im Bereich ihres
freien, von der Ladeplattform 17 abgewandten Endes jeweils mit einer durch Puffer
angedeuteten Kupplungseinrichtung 23 zum Anhängen an einen jeweils benachbarten Waggon
eines Zugs ausgestattet.
[0035] Die Ausführung gemäß Figur 6 unterscheidet sich von der Ausführung gemäß Figur 4
dadurch, dass lange Wagenelemente 18c vorgesehen sind, denen jeweils zwei Rollenträger
22 zugeordnet sind, so dass jedes Wagenelement acht jeweils paarweise angeordnete
Schienenlaufrollen 21 aufweist. Dabei ist es möglich, dass alle oder jedenfalls ein
Teil der vorgesehenen Schienenlaufrollen 21 mit einer zugeordneten Antriebseinrichtung
ausgestattet sind, so dass sich eine selbstfahrende Anordnung ergibt, die wahlweise
an einen Zug angehängt werden oder selbst fahren kann.
[0036] Es wäre natürlich auch denkbar, anstelle eines langen Wagenelements 18c mehrere aneinander
angedockte, kürzere Wagenelemente vorzusehen, wobei die antreibbaren Schienenlaufrollen
21 jeweils einem speziellen Wagenelement 18c zugeordnet sein könnten, was die Vielseitigkeit
erhöht. Ebenso wäre es natürlich auch denkbar, auch bei der Ausführung gemäß Figur
3 die Laufrollen 20 wenigstens eines Wagenelements 18 als antreibbare Rollen auszubilden.
[0037] Die Ausführung gemäß Figur 7 ist für eine Bewegung auf unbefestigtem Untergrund ausgestattet.
Hierzu sind die an das Kranmodul 1 andockbaren Fahrwerksaggregate 2 als Raupenfahrwerkselemente
23 ausgebildet. Diese sind im dargestellten Beispiel an den Längsseiten der Ladeplattform
17 angedockt, so dass sich eine Fahrtrichtung in Längsrichtung ergibt. Alternativ
könnten die Raupenfahrwerkselemente 23 auch an der Vorder- und Rückseite der Ladeplattform
17 angedockt werden, so dass sich eine Fahrtrichtung in Querrichtung ergibt. Die Ladeplattform
17 ist, wie aus Figur 6 anschaulich entnehmbar ist, sowohl im Bereich ihrer Längsseiten,
als auch im Bereich ihren Querseiten mit Andockelementen 10 versehen. Dasselbe gilt
natürlich auch für die obigen Beispiele. In jedem Fall sind wenigstens zwei parallele
Reihen von Andockelementen 10 vorhanden. In der Figur 7 sind zwei seitliche Reihen
und zwei quer hierzu verlaufende Reihen von Andockelementen 10 angedeutet. Zur Vergrößerung
der Spurweite können die Andockelemente 10 wenigstens einer Reihe in Richtung des
andockbaren Fahrwerksaggregats ausfahrbar sein, wie in Figur 6 anhand der seitlichen
Andockelemente 10 angedeutet ist. Dasselbe gilt natürlich auch für die obigen Beispiele.
[0038] Der Figur 8 liegt ein Kranverbund mit mehreren miteinander zusammenwirkenden Kränen
zugrunde. Im dargestellten Beispiel sind vier Kräne zu einem Viererverbund zusammengeschlossen,
wobei jeweils zwei Reihen mit zwei hintereinander angeordneten Kränen vorgesehen sind,
die mit den Enden ihrer an ihre Ladeplattform 17 angedockten Fahrwerksaggregate, hier
in Form von Wagenelementen 18, miteinander verbunden, vorzugsweise ebenfalls in obiger
Weise aneinander angedockt sein können. Die beiden so gebildeten Kranreihen sind durch
Querstreben 24 miteinander verbunden, die an ihren Enden mit den Eingriffselementen
11 der Fahrwerksaggregate entsprechenden Eingriffselementen versehen und hiermit an
einander gegenüberliegenden freien Andockelementen 10 paralleler Krane andockbar sind,
so dass sich eine zuverlässige gegenseitige Fixierung ergibt. Im dargestellten Beispiel
sind lediglich zwei Querstreben 24 vorgesehen. Es wäre aber auch denkbar, mehrere
Querstreben einzusetzen. Ebenso könnten die hintereinander angeordneten Krane durch
entsprechende Streben aneinander angedockt werden, sofern ein größerer Abstand erwünscht
sein sollte.
1. Kran, insbesondere Schwerlastkran, der mittels einer zugeordneten Fahrwerksanordnung
mobil ist, wobei ein fahrwerksloses Kranmodul (1) mit einem einen teleskopierbaren
Ausleger (7) aufnehmenden Bett (3) und mit seitlich ausstellbaren, an ihren Enden
mit Stützbeinen (9) ausgestatteten Stützbalken (8) vorgesehen ist, und wobei das Kranmodul
(1) mit Andockelementen (10) versehen und hiermit an die mit passenden Eingriffselementen
(11) versehene Fahrwerksanordnung kippsicher andockbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Kranmodul (1) an seinen Längs- und Querseiten mit Andockelementen (10) versehen
ist, an die mit passenden Eingriffselementen versehene, bei auf seinen Stützbeinen
(9) aufgebocktem Kranmodul (1) mittels des Auslegers (7) manipulierbare Fahrwerksaggregate
(2) andockbar sind, die als an einen bestimmten Einsatzzweck angepasste, wahlweise
einsetzbare Wechselaggregate ausgebildet sind.
2. Kran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Bett (3) Andockelemente (10) angebracht sind.
3. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Bett (3) auf einer Ladeplattform (17) aufnehmbar ist, die mit Andockelementen
(10) versehen ist.
4. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Fahrwerksaggregate (2) für eine Bewegung auf befestigtem Untergrund an zwei einander
gegenüberliegenden Seiten, vorzugsweise an der Vorder- und Rückseite des Krans, jeweils
wenigstens ein Wagenelement 18 andockbar ist, das ein die den Andockelementen (10)
zugeordneten Eingriffselemente (11) enthaltendes Fahrgestell (19) und mindestens zwei
paarweise angeordnete, vorzugsweise mit einer Schwerlastbereifung versehen Rollen
(20, 20a) aufweist.
5. Kran nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die durch Wagenelemente (18) gebildeten Fahrwerksaggregate (2) zumindest teilweise
mit einer oberen Ladefläche (27) versehen sind und eine solche Länge aufweisen, dass
die Ladefläche (27) zumindest teilweise zur Aufnahme einer Last von oben frei zugänglich
ist.
6. Kran nach Anspruch 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Fahrwerksaggregat (2) mit einer seinem vorderen Wagenelement (18) zugeordneten,
vorzugsweise andockbaren Anhängeeinrichtung (26) versehen ist.
7. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass als Fahrwerksaggregate (2) für eine Bewegung auf Schienen an der Vorder- und Rückseite
des Krans jeweils wenigstens ein Wagenelement 18b andockbar ist, das ein die den Andockelementen
(10) zugeordneten Eingriffselemente (11) enthaltendes Fahrgestell (19) und mindestens
vier paarweise angeordnete, mit einem Spurkranz versehene Schienenlaufrollen (21)
aufweist, die an einem gemeinsamen Radträger (22) gelagert sind, auf dem das Fahrgestell
(19) aufgenommen ist.
8. Kran nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass jedes an einem Ende freie Wagenelement (18b) im Bereich seines freien Endes mit einer
Anhängeeinrichtung (25) zum Anhängen an einen jeweils benachbarten Waggon eines Zugs
versehen ist.
9. Kran nach wenigstens einem der vorhergehenden Ansprüche 4-8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Wagenelement (18, 18b) mit antreibbaren Rollen (20, 20a, 21) versehen
ist.
10. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass als Fahrwerksaggregate für eine Bewegung in unbefestigtem Gelände zwei einander gegenüberliegende,
antreibbare Raupenfahrwerkselemente (23) vorgesehen sind, die wahlweise an den Längs-
oder Querseiten des Krans andockbar sind.
11. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die wenigstens einer Seite des Krans zugeordneten Andockelemente (10) seitlich ausfahrbar
sind.
12. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Andockelemente (10) jeweils ein Flanschpaar mit zwei parallelen, von der Aufnahmeebene
wegstehenden, vertikalen Flanschen (10a, b) und die Eingriffselemente (11) jeweils
ein Flanschpaar mit zwei parallelen, vertikalen, das das zugeordnete Andockelement
(10) bildende Flanschpaar innen oder außen flankierenden Flanschen (11a, b) aufweisen,
wobei ein Flanschpaar eine entgegen der Eingriffsrichtung offene Kerbe (13) und das
jeweils andere Flanschpaar einen in die Kerbe (13) einlegbaren Querbolzen (14) trägt
und wobei wenigstens zwei einander benachbarte Flansche (10a, 11a; 10b, 11b), vorzusgweise
alle Flansche (10a, b, 11a, b) der beiden Flanschpaare, eine fluchtende Querbohrung
(16) für einen durchsteckbaren Querriegel (15) aufweisen.
13. Kran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an freien seitlichen Andockelementen (10) jeweils wenigstens eine mit entsprechenden
Eingriffselementen (11) versehene Querstrebe (24) andockbar ist, die mit an ihrem
gegenüberliegenden Ende vorgesehenen, weiteren Eingriffselementen (11) an freien seitlichen
Andockelementen (10) eines weiteren Krans andockbar ist.