[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Riegelmechanismus für eine Tür, insbesondere
für eine Fahrzeugtür, aufweisend zumindest ein Riegelelement zur Verriegelung der
Tür in einer geschlossenen Stellung und eine Betätigungseinrichtung zum nutzerseitigen
Überführen des Riegelelements aus einer Verriegelungsstellung in eine Entriegelungsstellung
und/oder aus der Entriegelungsstellung in die Verriegelungsstellung, wobei das Riegelelement
und die Betätigungseinrichtung mittels eines Zug-Druck-Elements mechanisch miteinander
gekoppelt sind.
[0002] Derartige Riegelmechanismen sind allgemein bekannt, insbesondere aus dem Fahrzeugsektor.
Sie weisen eine an zentraler Stelle an einer Tür angebrachte und von außen durch einen
Nutzer zu betätigende Betätigungseinrichtung in der Regel in Form eines Zuggriffs
auf. Innenseitig ist / sind beabstandet von der Betätigungseinrichtung, zum Beispiel
oberhalb oder unterhalb der Betätigungseinrichtung, eine oder zwei Riegeleinheiten
angeordnet. Diese sind jeweils über einen in der Regel metallischen Zugstab wirktechnisch
mit der Betätigungseinheit verbunden, derart, dass deren nutzerseitige Betätigung
eine Relativpositionierung der Zugstäbe bewirkt. Eine Lageänderung des jeweiligen
Zugstabs wird über ein drehbares Nockenelement auf ein Riegelelement der Riegeleinheiten
übertragen. Infolge dessen wird das Riegelelement zwischen einer die Tür verriegelnden
Stellung und einer die Tür entriegelnden Stellung verschoben.
[0003] Insbesondere im Fahrzeugsektor, wie zum Beispiel bei Wohnmobilen, Wohnwagen sowie
Pferdetransportern, ist eine robuste, leichte und kostengünstige Ausführung des Riegelmechanismus
erwünscht. Aus diesem Grund ist die Kopplung von Zugstab und Nockenelement einfach
in Form einer im Nockenelement ausgebildeten Öffnung ausgeführt, in die der Zugstab
eingreift. Ein derartiger Mechanismus funktioniert verlässlich und bestimmungsgemäß
bei passender Länge des Zugstabs und entsprechender Anordnung der damit zusammenwirkenden
Teile. Liegt die Länge des Zugstabs allerdings nicht in einem ausreichend kleinen
Toleranzfeld oder tritt an den meist als Kunststoffspritzgussteile ausgebildeten Nocken
im Laufe der Zeit Verschleiß auf, können bestimmungsgemäße Lageänderungen der Riegelelemente
nicht mehr garantiert werden und es kommt zu Fehlfunktionen. Dabei können schon geringe
Abweichungen der Länge des Zugstabs oder geringer Verschleiß Hubminderung und damit
Probleme beim Öffnen der Tür verursachen.
[0004] Eine Möglichkeit zum Beheben derartiger Probleme besteht bei bekannten Systemen darin,
die Länge des Zugstabs durch spezifisches Biegen zu erhöhen oder zu verkürzen, beispielsweise
im Rahmen der Montage oder einer Reparatur. In nachteiliger Weise besteht eine solche
Korrekturmöglichkeit bei verdeckten System, in denen der Zugstab zum Beispiel aus
ästhetischen Gründen verdeckt im Inneren einer Türe angeordnet ist, nicht. Ein weiterer
Nachteil ist, dass das in der Regel manuell durchgeführte Biegen des Zugstabs eher
subjektiver Natur ist und viel Gefühl und Erfahrung bedarf.
[0005] In Anbetracht des vorstehend beschriebenen Stands der Technik liegt der Erfindung
die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile zu verringern oder zu vermeiden, insbesondere
einen Riegelmechanismus mit einer leichten, kostengünstigen und robusten Möglichkeit
zum Einstellen und/oder Nachstellen zur Verfügung zu stellen.
[0006] Nach der Erfindung wird diese Aufgabe gelöst durch einen Riegelmechanismus nach Anspruch
1, also durch einen Riegelmechanismus für eine Tür, insbesondere für eine Fahrzeugtür,
zum Beispiel eines Wohnmobils, eines Kfz-Anhängers, eines Wohnwagens oder eines Pferdetransporters,
aufweisend zumindest ein Riegelelement zur Verriegelung der Tür in einer geschlossenen
Stellung und eine Betätigungseinrichtung zum nutzerseitigen Überführen des Riegelelements
aus einer Verriegelungsstellung in eine Entriegelungsstellung und/oder aus der Entriegelungsstellung
in die Verriegelungsstellung, wobei das Riegelelement und die Betätigungseinrichtung
mittels eines Zug-Druck-Elements mechanisch miteinander gekoppelt sind, wobei der
Riegelmechanismus eine einstellbare Koppelmechanik aufweist zum einstellbaren Koppeln
des Zug-Druck-Elements mit dem Riegelelement und/oder der Betätigungseinrichtung.
[0007] Eine Tür im Sinne der Erfindung umfasst neben Türen im engeren Sinne zum Betreten
oder Verlassen eines von der Tür verschlossenen Raums außerdem im weiteren Sinne ähnliche
zwischen einer Schließstellung und einer Offenstellung positionierbare Verschlusselemente,
wie zum Beispiel Fenster, Klappen, Ladeklappen, Luken, etc.. Die Koppelmechanik ist
vorzugsweise auch im montierten Zustand einfach zugänglich und ermöglicht in vorteilhafter
Weise eine definierte, verlässliche und vor allem reproduzierbare Möglichkeit, um
den Riegelmechanismus bei dessen Montage einzustellen sowie im Falle von Verschleiß
ebenso nachzujustieren. Damit entfällt die Notwenigkeit, über manuelles Verbiegen
des Zugstabs einstellen zu müssen, so dass dieser nicht infolge von Umformung geschwächt
wird und außerdem keine Fehlausrichtungen oder Verkantungen in den Mechanismus eingebracht
werden. Ein besonderer Vorteil ist, dass auch verdeckte und im Türinneren verlegte
Riegelmechanismen ein- bzw. nachgestellt werden können.
[0008] Vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beansprucht
und werden nachfolgend näher erläutert.
[0009] Der Riegelmechanismus kann insbesondere zwei oder mehr mit der Betätigungseinrichtung
wirkverbundene Riegeleinheiten aufweisen, die voneinander und von der Betätigungseinrichtung
beabstandet an unterschiedlichen Positionen an der Tür angeordnet sind, um derart
für eine Verriegelung der Tür mit einem Türrahmen, einer Zarge oder einem Türschloss
an unterschiedlichen Stellen zu sorgen. Jede Riegeleinheit umfasst jeweils zumindest
ein Riegelelement.
[0010] Eine Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelmechanik
ein erstes mit dem Zug-Druck-Element gekoppeltes Nockenelement aufweist. Sie kann
außerdem ein zweites mit dem Riegelelement gekoppeltes Nockenelement aufweisen. Das
erste Nockenelement bzw. das zweite Nockenelement können mit dem Zug-Druck-Element
bzw. dem Riegelelement in einer Mehrzahl unterschiedlicher Relativstellungen koppelbar
sein. Bei dieser Ausführungsform wird die Einstellbarkeit des Riegelmechanismus durch
eine Relativpositionierung des jeweiligen Nockenelements zu dem damit gekoppelten
Teil des Mechanismus, d.h. dem Zug-Druck-Element bzw. dem Riegelelement, bewirkt.
In einer bevorzugten Ausführungsform sind das erste Nockenelement und das zweite Nockenelement
miteinander in einer Mehrzahl unterschiedlicher Relativstellungen zueinander koppelbar.
Bei dieser Ausführungsform wird die Einstellbarkeit des Riegelmechanismus durch eine
Relativpositionierung der beiden Nockenelemente zueinander bewirkt. Das Zug-Druck-Element
ist vorzugsweise ein Stab, insbesondere ein Metallstab. Es ist im Sinne der Erfindung
geeignet und bestimmt, Zugkräfte und/oder Druckkräfte zwischen der Betätigungseinheit
und der jeweiligen Riegeleinheit und deren Riegelelement zu übertragen. Im Falle eines
vorgespannten Schnappriegels mit Einlaufschräge muss es nur Kräfte in eine Richtung
übertragen können.
[0011] Die Koppelmechanik kann nach einer Ausführungsform eine Koppelgeometrie aufweisen.
Unter einer Koppelgeometrie in diesem Sinne ist ein Teil oder Abschnitt der Koppelmechanik
zu verstehen, der mit entsprechend ausgebildeten Gegenkonturen auf Seiten des Zug-Druck-Elements
bzw. des Riegelelements in Eingriff steht und in unterschiedlichen Funktionsstellungen
/ Eingriffsstellungen zur Gegenkontur positioniert werden kann. Eine solche Koppelgeometrie
kann insbesondere in Form einer Verzahnung oder eines Mehrkants ausgebildet sein oder
solches aufweisen. Über die Koppelgeometrie können insbesondere das erste Nockenelement
und das zweite Nockenelement miteinander koppelbar sein.
[0012] Eine Ausführungsform der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelmechanik
einen Drehzapfen aufweist. Dieser kann einerseits rotationsfest mit einem der Nockenelemente
und andererseits über die Koppelgeometrie mit dem anderen Nockenelement gekoppelt
sein. Der Drehzapfen kann in einer Ausführungsform, in der das erste Nockenelement
und das zweite Nockenelement auf einander gegenüberliegenden Seiten des Riegelelements
angeordnet sind, das Riegelelement durchgreifen. Derart sind die erfindungsgemäße
Riegelmechanik und insbesondere die Koppelmechanik einfach zu montieren und zu warten.
Eine besonders montagefreundliche Möglichkeit besteht darin, dass der Drehzapfen eine
mit einem Innengewinde versehene Öffnung aufweist und mit einer eines der Nockenelemente
durchgreifenden Schraube an diesem lagefixiert ist.
[0013] Die Riegeleinheit des erfindungsgemäßen Riegelmechanismaus kann insbesondere eine
Grundplatte mit einer Linearführung zur linearpositionierbaren Führung des Riegelelements
aufweisen. Alternativ oder zusätzlich kann die Grundplatte mit einer Lagerstruktur
zur drehpositionierbaren Lagerung zumindest eines der Koppelelemente und/oder des
Drehzapfens versehen sein. Die Grundplatte ist vorzugsweise als Spritzgussbauteil
aus Kunststoff ausgebildet, was im Hinblick auf Kosten und Gewicht vorteilhaft ist.
[0014] Es ist besonders vorteilhaft, wenn das zweite Nockenelement eine mit dem Riegelelement
in Eingriff stehende exzentrische Mitnahme aufweist. Alternativ oder zusätzlich kann
das erste Nockenelement eine mit dem Zug-Druck-Element in Eingriff stehende exzentrische
Mitnahme aufweisen. Über solche exzentrische Mitnahmen kann eine Linearverschiebung
des Zug-Druck-Elements besonders einfach in eine Drehbewegung des ersten Nockenelements
und eine Drehbewegung des zweiten Nockenelements besonders einfach in eine Linearverschiebung
des Riegelelements umgewandelt werden.
[0015] Es sei ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Erfindung sowohl mit Schnappverriegelungen
genutzt werden kann, bei denen eine Betätigung des Riegelelements mittels der Betätigungseinheit
nur in eine Richtung zu erfolgen hat, als auch mit solchen Verriegelungssystemen,
bei denen das Riegelelement nicht als Schnapper ausgebildet ist, sondern dessen Betätigung
in beide Richtungen zu erfolgen hat.
[0016] Weitere Merkmale und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der folgenden
beispielhaften und nicht beschränkenden Beschreibung der Erfindung anhand von Figuren.
Diese sind lediglich schematischer Natur und dienen nur dem Verständnis der Erfindung.
Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine Außenseite einer Tür mit einem bekannten Riegelmechanismus,
- Fig. 2
- eine Innenseite einer Tür mit einem bekannten Riegelmechanismus,
- Fig. 3
- eine Detailansicht auf einen Teil eines bekannten Riegelmechanismus in einer Schließstellung,
- Fig. 4
- eine Detailansicht auf einen Teil eines bekannten Riegelmechanismus in einer Offenstellung,
- Fig. 5
- eine Außenseite einer Tür mit einem Riegelmechanismus nach der Erfindung,
- Fig. 6
- eine Innenseite einer Tür mit einem Riegelmechanismus nach der Erfindung,
- Fig. 7
- ein Riegelelement eines Riegelmechanismus nach der Erfindung in einer perspektivischen
Explosionsdarstellung,
- Fig. 8
- eine Riegeleinheit eines Riegelmechanismus nach der Erfindung in einer perspektivischen
Darstellung in der Schließstellung,
- Fig. 9
- die Rückseite der Riegeleinheit der Fig. 8 in einer perspektivischen Darstellung,
- Fig. 10
- eine perspektivische Detailansicht auf ein Koppelelement eines Riegelmechanismus nach
der Erfindung während einer Justierung oder Einstellung des Mechanismus und
- Fig. 11
- eine teilgeschnittene Ansicht auf ein Koppelelement eines Riegelmechanismus nach der
Erfindung zur Verdeutlichung der Funktionsweise einer Koppelgeometrie.
[0017] Die Figuren 1 bis 4 zeigen ein Beispiel eines bekannten Riegelmechanismus 1 für eine
Fahrzeugtür 2. Der Mechanismus 1 umfasst eine an zentraler Stelle an der Tür 2 angebrachte
und von außen durch einen Nutzer zu betätigende Betätigungseinrichtung 3 mit einem
Zuggriff 4. Innenseitig sind beabstandet von der Betätigungseinrichtung 3 oberhalb
und unterhalb der Betätigungseinrichtung 3 jeweils eine Riegeleinheit 5, 6 angeordnet.
Diese sind jeweils über einen metallischen Zugstab 7, der als Zug-Druck-Element 7
wirkt und ein solches ausbildet, wirktechnisch mit der Betätigungseinheit 3 verbunden.
Auf diese Weise wird bei einer nutzerseitigen Betätigung des Zuggriffs 4 eine Relativpositionierung
der beiden Zugstäbe 7 bewirkt. Die Lageänderung des jeweiligen Zugstabs 7 wird über
ein drehbar an der Riegeleinheit 5, 6 angeordnetes Nockenelement 8 auf ein Riegelelement
9 der Riegeleinheiten 5, 6 übertragen. Infolgedessen wird das Riegelelement 9 zwischen
einer die Tür 2 verriegelnden Stellung (siehe Figur 3) und einer die Tür 2 entriegelnden
Stellung (siehe Figur 4) verschoben.
[0018] Die Figuren 5 bis 11 zeigen Ausführungsformen der Erfindung. Ein erfindungsgemäßer
Riegelmechanismus 1 umfasst eine an zentraler Stelle an einer Tür 2 angebrachte und
von außen oder innen (je nach Montageort des Riegelmechanismus) durch einen Nutzer
zu betätigende Betätigungseinrichtung 3 mit einem Zuggriff 4. Innenseitig sind beabstandet
von der Betätigungseinrichtung 3 oberhalb und unterhalb der Betätigungseinrichtung
3 jeweils eine Riegeleinheit 5, 6 angeordnet. Diese sind jeweils über einen metallischen
Zugstab 7, der als Zug-Druck-Element 7 wirkt und ein solches ausbildet, wirktechnisch
mit der Betätigungseinheit 3 verbunden. Beide Zugstäbe 7 sind einerseits mit dem Zuggriff
4 der Betätigungseinheit 3 gekoppelt. Infolge einer nutzseitigen Betätigung des Zuggriffs
4 kommt es zu einer eine Relativpositionierung der beiden Zugstäbe 7. Die beiden Riegeleinheiten
5, 6 sind randseitig der Tür 2 an dieser angebracht und weisen jeweils ein über die
Tür 2 randseitig hinausragendes (siehe insbesondere in Figur 5) Riegelelement 9 auf,
das mit einer in den Figuren nicht dargestellten, die Tür 2 umgebenden Rahmenstruktur
zusammenwirkt und die Tür 2 in ihrer geschlossenen Position verriegelt. Auf der der
Betätigungseinheit 3 gegenüberliegenden Seite ist jeder der beiden Zugstäbe 7 über
eine einstellbare Koppelmechanik 10 mit jeweils einer der beiden Riegeleinheiten 5,
6 sowie mit dem jeweiligen Riegelelement 9 gekoppelt.
[0019] Beide Riegeleinheiten 5, 6 sind identisch ausgebildet und werden im Folgenden durch
Bezugnahme nur auf die in den Figuren 7 bis 11 dargestellte Riegeleinheit 5 erläutert.
Diese Erläuterungen gelten infolge der Identität beider Riegeleinheiten 5, 6 auch
für die Riegeleinheit 6.
[0020] Die Riegeleinheit 5 weist eine als Kunststoffspritzgussteil ausgebildete Grundplatte
11 auf, die über in ihr ausgebildete Durchgangsöffnungen 12 durchgreifende und in
den Figuren nicht gezeigte Schrauben mit der Tür 2 verschraubt ist. Außerdem umfasst
die Grundplatte 11 eine Linearführung 13 für das Riegelelement 9, so dass dieses in
der in Figur 7 mit dem Pfeil 14 gekennzeichneten Richtung zwischen einer Verriegelungsstellung
und einer Entriegelungsstellung linearpositionierbar ist. Das Riegelelement 9 ist
mittels einer Verschraubung 15 linearpositionierbar in der Führung 13 gehalten. Schließlich
weist die Grundplatte 11 eine Durchgangsöffnung 16 auf, die in Figur 7 gezeigt ist
und einer Aufnahme der einstellbaren Koppelmechanik 10 dient.
[0021] Die Riegeleinheit 5 ist als Schnappeinheit ausgebildet, indem das Riegelelement 9
mit einer Einlaufschräge 17 versehen ist und mittels einer in den Figuren nicht erkennbaren
und das Riegelelement 9 gegenüber der Grundplatte 11 vorspannenden Druckfeder in die
in Figur 7 dargestellte Verriegelungsstellung vorgespannt ist. Zum Öffnen der Tür
2 ist das Riegelelement 9 durch nutzerseitige Betätigung des Zuggriffs 4 aus der Verriegelungsstellung
in eine Entriegelungsstellung zu überführen. Beim Schließen der Tür 2 gleitet das
Riegelelement 9 gegen die Kraft der Vorspannfeder durch In-Eingriff-Gelangen der Einlaufschräge
17 mit dem Rahmen aus der Entriegelungsstellung in die Verriegelungsstellung und schnappt
infolge der Federvorspannung wieder in die Verriegelungsstellung zurück, wenn sich
das Riegelelement 9 auf der anderen Seite des Rahmens oder einer daran angebrachten
mit dem Riegelelement 9 zusammenwirkenden Schlossstruktur befindet.
[0022] Die einstellbare Koppelmechanik 10 ist in Figur 7 in einer perspektivischen Explosionsdarstellung
gezeigt. Sie umfasst ein im Kraftfluss auf Seiten der Zugstange 7 angeordnetes und
damit gekoppeltes erstes Nockenelement 18 und ein im Kraftfluss auf Seiten des Riegelelements
9 angeordnetes und damit gekoppeltes zweites Nockenelement 19. Das erste Nockenelement
18 weist eine Drehlagerstruktur 20 auf, mit der es positionsfest aber drehbar an der
Grundplatte 11 gelagert ist. Des Weiteren ist in das erste Nockenelement 18 eine Durchgangsöffnung
21 als Mitnahme oder Koppelstruktur für den Zugstab 7 ausgebildet und exzentrisch
zur Drehlagerstruktur 20 platziert. In dieser ist wiederum eine Innenvierkantaufnahme
22 ausgebildet. Das zweite Nockenelement 19 weist eine in den Figuren nicht gezeigte
Drehlagerstruktur auf, mit der es positionsfest aber drehbar in einer Drehlagerstruktur
31 der Grundplatte 11 gelagert ist. Des Weiteren weist das zweite Nockenelement 19
eine Mitnahme 32 oder Koppelstruktur 32, zum Beispiel in Form eines Zapfens 32, für
den das Riegelelement 9 auf, die exzentrisch zur Drehlagerstruktur 20 platziert ist.
[0023] Auf der dem ersten Nockenelement 18 gegenüberliegenden Seite der Grundplatte 11 ist
ein Drehzapfen 23 angeordnet. Dieser weist einen die Durchgangsöffnung 16 der Grundplatte
11 durchgreifenden Zapfenabschnitt 24 und einen auf Seiten des zweiten Nockenelements
19 daran ausgebildeten Kopfabschnitt 25 auf. Der Zapfenabschnitt 24 ist auf seiner
dem Kopfabschnitt 25 gegenüberliegenden Seite mit einer Koppelgeometrie in Form eines
zum Innenvierkant 22 des ersten Nockenelements 18 passenden Außenvierkants 26 versehen.
Im montierten Zustand stehen der Innenvierkant 22 und der Außenvierkant 26 miteinander
in Eingriff, so dass der Drehzapfen 23 und das erste Nockenelement 18 drehfest miteinander
gekoppelt sind. Der Drehzapfen 23 ist mit einer Schraube 27 am ersten Nockenelement
18 lagegesichert.
[0024] Der Kopfabschnitt 25 des Drehzapfens 23 ist mit einer Koppelgeometrie in Form einer
Außenverzahnung 28 versehen. Wie in der teilgeschnittenen Ansicht der Figur 11 dargestellt
ist, weist das erste Nockenelement 18 eine zur Außenverzahnung 28 passende Innenverzahnung
29 als Koppelgeometrie auf. Die Außenverzahnung 28 weist fünf in Umfangsrichtung gleichmäßig
verteilte Einzelzähne 28a, 28b, 28c, 28d, 28e auf. Die Innenverzahnung 29 weist fünf
in Umfangsrichtung gleichmäßig verteilte Verzahnungssegmente 29a, 29b, 29c, 29d, 29e
auf. Jedes Verzahnungssegment 29a, 29b, 29c, 29d, 29e umfasst sieben Zahnlücken, so
dass das erste Nockenelement 18 gegenüber dem Drehzapfen in sieben unterschiedlichen
Funktionsstellung angeordnet werden kann: In einer Nominalstellung, bei der der entsprechende
Einzelzahn 28 in die jeweils mittlere Zahnlücke eingreift, und jeweils drei beiderseits
der Nominalstellung befindliche Justagestellungen, bei denen der entsprechende Einzelzahn
28 in eine der außermittigen Zahnlücken eingreift. Die Abstände der Zahnlücken zueinander
sind derart beschaffen, dass jede Zahnlücke einem Längenausgleich von 1 mm mit Bezug
auf den Zugstab entspricht. Im montierten Zustand stehen die Außenverzahnung 28 und
die Innenverzahnung 29 miteinander in Eingriff, so dass der Drehzapfen 23 und das
erste Nockenelement 18 drehfest miteinander gekoppelt sind. Der Drehzapfen 23 ist
mit einer Schraube 30 am zweiten Nockenelement 19 lagegesichert.
[0025] Zum Einstellen des erfindungsgemäßen Riegelmechanismus 1 ist die Schraube 30 zu lösen.
Das erste Nockenelement 18 ist dann vom Kopfabschnitt 25 des Drehzapfens 23 abzuziehen,
wobei die Innenverzahnung 29 und die Außenverzahnung 28 außer Eingriff gelangen. Dann
wird die relative Ausrichtung von erstem Nockenelement 18 und Drehzapfen 23 entsprechend
der durchzuführenden Einstellung oder Nachstellung geändert, das erste Nockenelement
18 in der geänderten Position wieder auf den Kopfabschnitt 25 aufgeschoben, wobei
die Außenverzahnung 28 und die Innenverzahnung 29 wieder in Eingriff gelangen und
das erste Nockenelement 18 mit der Verschraubung 30 am Drehzapfen 23 lagegesichert.
Bezugszeichenliste
[0026]
- 1, 101
- Riegelmechanismus
- 2, 102
- Tür
- 3, 103
- Betätigungseinheit, Betätigungseinrichtung
- 4, 104
- Zuggriff
- 5, 105
- Riegeleinheit
- 6, 106
- Riegeleinheit
- 7, 107
- Zugstab, Zug-Druck-Element
- 8, 108
- Nockenelement
- 9, 109
- Riegelelement
- 10
- einstellbare Koppelmechanik
- 11
- Grundplatte
- 12
- Durchgangsöffnung
- 13
- Linearführung
- 14
- Bewegungsrichtung des Riegelelements 9
- 15
- Verschraubung
- 16
- Durchgangsöffnung
- 17
- Einlaufschräge
- 18
- erstes Nockenelement
- 19
- zweites Nockenelement
- 20
- Drehlagerstruktur
- 21
- Durchgangsöffnung, Mitnahme
- 22
- Innenvierkant, Koppelgeometrie
- 23
- Drehzapfen
- 24
- Zapfenabschnitt
- 25
- Kopfabschnitt
- 26
- Außenvierkant, Koppelgeometrie
- 27
- Schraube
- 28
- Außenverzahnung, Koppelgeometrie
- 29
- Innenverzahnung, Koppelgeometrie
- 30
- Schraube
- 31
- Drehlagerstruktur
- 32
- Zapfen, Mitnahme
1. Riegelmechanismus (1) für eine Tür (2), aufweisend zumindest ein Riegelelement (9)
zur Verriegelung der Tür (2) in einer geschlossenen Stellung und eine Betätigungseinrichtung
(3) zum nutzerseitigen Überführen des Riegelelements (9) aus einer Verriegelungsstellung
in eine Entriegelungsstellung und/oder aus der Entriegelungsstellung in die Verriegelungsstellung,
wobei das Riegelelement (9) und die Betätigungseinrichtung (3) mittels eines Zug-Druck-Elements
(7) mechanisch miteinander gekoppelt sind, dadurch gekennzeichnet, dass der Riegelmechanismus (1) eine einstellbare Koppelmechanik (10) aufweist zum einstellbaren
Koppeln des Zug-Druck-Elements (7) mit dem Riegelelement (9) und/oder der Betätigungseinrichtung
(3).
2. Riegelmechanismus (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelmechanik (10) ein erstes mit dem Zug-Druck-Element (7) gekoppeltes Nockenelement
(18) und ein zweites mit dem Riegelelement (9) gekoppeltes Nockenelement (19) aufweist,
wobei das erste Nockenelement (18) und das zweite Nockenelement (19) miteinander in
einer Mehrzahl unterschiedlicher Relativstellungen zueinander koppelbar sind.
3. Riegelmechanismus (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelmechanik (10) eine Koppelgeometrie (22, 26, 28, 29) insbesondere in Form
einer Verzahnung (28, 29) oder eines Mehrkants (22, 26) aufweist, mittels der das
erste Nockenelement (18) und das zweite Nockenelement (19) miteinander koppelbar sind.
4. Riegelmechanismus (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Koppelmechanik (10) einen Drehzapfen (23) aufweist, der einerseits rotationsfest
mit einem der Nockenelemente (18, 19) gekoppelt ist und andererseits über die Koppelgeometrie
(22, 26, 28, 29) mit dem anderen Nockenelement (18, 19) gekoppelt ist.
5. Riegelmechanismus (1) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehzapfen (23) das Riegelelement (9) durchgreift und das erste Nockenelement
(18) und das zweite Nockenelement (19) auf einander gegenüberliegenden Seiten des
Riegelelements (9) angeordnet sind.
6. Riegelelement (1) nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Drehzapfen (23) eine mit einem Innengewinde versehene Öffnung aufweist und mit
einer eines der Nockenelemente (18, 19) durchgreifenden Schraube (27, 30) an diesem
lagefixiert ist.
7. Riegelelement (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass dieses eine Grundplatte (11) mit einer Linearführung (13) zur linearpositionierbaren
Führung des Riegelelements (9) und/oder mit einer Lagerstruktur (20) zur drehpositionierbaren
Lagerung zumindest eines der Koppelelemente (18, 19) und/oder des Drehzapfens (23)
umfasst.
8. Riegelelement (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Nockenelement (18) eine mit dem Riegelelement (9) in Eingriff stehende
exzentrische Mitnahme (32) aufweist.
9. Riegelelement (1) nach einem der Ansprüche 2 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Nockenelement (19) eine mit dem Zug-Druck-Element (7) in Eingriff stehende
exzentrische Mitnahme (21) aufweist.
10. Riegelelement (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Zug-Druck-Element (7) ein Stab (7) ist.