[0001] Die vorliegende Offenbarung betrifft ein Bestrahlungstarget für eine Versuchskammer
eines elektrischen Triebwerks sowie eine Versuchskammer umfassend ein Bestrahlungstarget.
[0002] Elektrische Triebwerke werden seit einigen Jahrzehnten von verschiedenen Unternehmen
und Universitäten entwickelt, zum Beispiel für die Anwendung in Raumfahrtsystemen.
Hierfür umfassen die elektrostatischen und elektromagnetischen Triebwerke eine Plasmabeschleuniger-Anordnung,
in denen ein Gas oder ein Treibstoff im gasförmigen Zustand ionisiert wird (Plasmaerzeugung)
und anschließend durch elektrische oder elektromagnetische Felder beschleunigt wird,
wodurch eine Schubkraft erzeugt wird.
[0003] Die hohe Energie der Ionen muss innerhalb der Versuchskammer dissipiert werden. Hierfür
ist ein Kontakt mit einem Material notwendig. Durch den Kontakt kommt es an den Oberflächen
zu unerwünschten Beschädigungen. Darüber hinaus steigt die Temperatur des Materials
an. Beispielsweise können die Ionen beim Auftreffen auf insbesondere Metalloberflächen
Sputtering-Effekte auslösen, was zu einem Materialrückwurf in Richtung Triebwerk führen
und auch die Umgebungsbereiche als solche beschädigen bzw. beaufschlagen kann. Dies
ist insbesondere bei Versuchsanordnungen relevant, in denen elektrische Triebwerke
typischerweise innerhalb einer mit einem Vakuum beaufschlagten Versuchskammer angeordnet
sind. In einem solchen Fall können die ausgestoßenen zurück gesputterten Teilchen
das Triebwerk selbst, aber auch die Testinfrastruktur in Form der Versuchskammer,
etwaiger Kaltflächen, Kabeln oder dergleichen beschädigen. Aus diesem Grund sind innerhalb
der Versuchskammer sogenannte Bestrahlungstargets vorgesehen, auf die der Triebwerk-Ionenstrahl
bewusst gerichtet wird, um die unerwünschte Sputtering-Effekte zu reduzieren. Es hat
sich jedoch gezeigt, dass dies mit den bisher verwendeten Ansätzen nur mit einer begrenzten
Zuverlässigkeit möglich ist oder einen komplexen und teuren Versuchskammeraufbau erfordert.
[0004] Es ist daher eine Lösung anzugeben, mit der Beschädigungen einer Versuchsumgebung
von elektrischen Triebwerken zuverlässig und kostengünstig reduziert werden können.
[0005] Hierfür sieht die vorliegende Offenbarung ein Bestrahlungstarget für eine Versuchskammer
eines elektrischen Triebwerks vor, wobei das Bestrahlungstarget eine radiale Abmessung
aufweist und eine im Vergleich geringere axiale Abmessung entlang einer Längsachse,
wobei das Bestrahlungstarget eine Tragestruktur und eine Mehrzahl daran angeordneter
Ringabschnitte mit voneinander unterschiedlichen Durchmessern umfasst, wobei die Ringabschnitte
im Wesentlichen konzentrisch zueinander angeordnet sind und sich radial überlappen.
[0006] Bei der Versuchskammer kann es sich um eine Vakuumkammer handeln. Das Bestrahlungstarget
(im Folgenden auch "Target") kann gegenüberliegend zu dem Triebwerk und/oder in einem
Ionen-Strahlengang des Triebwerks positionierbar sein. Es kann derart bemessen sein,
dass es den sich aufweitenden Ionenstrahl vollständig auffangen kann oder, anders
ausgedrückt, dass ein Durchmesser des Ionenstrahls eine bestrahlbare Fläche des Targets
nicht überschreitet.
[0007] Die Längsachse des Targets kann im Wesentlichen konzentrisch zu dem elektrischen
Triebwerk verlaufen und/oder dieses schneiden. Die Ringabschnitte können konzentrisch
um die Längsachse positioniert sein. Weiterhin überlappen sich die Ringabschnitte
radial, vorzugsweise entlang deren gesamten Umfangs um die Längsachse. Die radiale
Überlappung kann dadurch erreicht werden, dass die Ringabschnitte jeweils Bereiche
umfassen, die sich in einem gemeinsamen radialen Bereich erstrecken und dadurch zum
Beispiel das axial geradlinige Hindurchtreten eines Ionenstrahls verhindern.
[0008] Allgemein kann die Überlappung derart gewählt sein, dass eine dem Triebwerk-Ionenstrahl
zugewandte Fläche des Targets im Wesentlichen geschlossen ist und/oder kein freies
axiales Hindurchtreten des Ionenstrahls ermöglicht. Andererseits ist es nicht erforderlich
(aber dennoch denkbar), dass die Ringabschnitte sich kontaktieren. Ferner kann ein
Gasdurchtritt durch die radialen Überlappungsbereiche der Ringabschnitte bewusst ermöglicht
werden.
[0009] Das Target oder zumindest eine dem Triebwerk-Ionenstrahl zugewandte Fläche kann allgemein
eine Kugeloberfläche approximieren und/oder allgemein konkav gewölbt sein. Gleiches
gilt für die Tragestruktur, die zusätzlich oder alternativ mehrere sich vorzugsweise
radial erstreckende Tragarme umfassen und/oder allgemein rahmenförmig ausgebildet
sein kann. Die Tragestruktur kann an einer von dem Triebwerk-Ionenstrahl abgewandten
Rückseite des Targets angeordnet sein. Allgemein kann das Target und/oder die Tragestruktur
eine kreisförmige oder auch eine vieleckige Grundfläche aufweisen (z.B. achteckig).
[0010] In einer Weiterbildung weisen die Ringabschnitte jeweils eine Oberflächennormale
auf, die sich in einem gemeinsamen Bereich schneiden, zum Beispiel im Wesentlichen
in einem gemeinsamen Punkt. Der Schnittpunkt oder -bereich kann im Wesentlichen im
Bereich des elektrischen Triebwerks liegen und/oder mit einem Ausgangspunkt des Triebwerk-Ionenstrahls
zusammenfallen. Anders ausgedrückt können die Ringabschnitte derart angeordnet sein,
dass sie im Wesentlichen orthogonal zu dem auftreffenden Ionenstrahl verlaufen. Hierzu
können sie den nachstehend geschilderten Neigungswinkel zur Längsachse aufweisen.
[0011] Allgemein können die Ringabschnitte ein- oder mehrteilig aufgebaut sein. Zusätzlich
oder alternativ können sie einen im Wesentlichen oder vollständig geschlossenen Umfangsbereich
des Targets bilden, insbesondere von einer dem Triebwerk-Ionenstrahl zugewandten Oberfläche
hiervon.
[0012] Gemäß einer Weiterbildung beträgt der Neigungswinkel der Ringabschnitte zu der Längsachse
weniger als 40°, weniger als 30°, weniger als 20°, weniger als 10° oder weniger als
5°. In einer Variante beträgt dieser Winkel weniger als 3° oder im Wesentlichen 0°.
Anders ausgedrückt können die Ringabschnitte möglichst aufrecht bezogen auf die Längsachse
ausgerichtet sein. Bei einer Ausführungsform nimmt der Neigungswinkel der Ringabschnitte,
die weiter von der Längsachse entfernt angeordnet sind, gegenüber den Ringabschnitten
nahe oder im Bereich der Längsachse zu, und vorzugsweise kontinuierlich zu. Mit anderen
Worten kann der Neigungswinkel sich von radial innen nach radial außen vergrößern.
[0013] Die Ringabschnitte können ein kohlenstoffhaltiges Material umfassen oder aus einem
solchen bestehen, zum Beispiel pyrolytisches Graphit. Hierdurch können Sputtering-Effekte
gezielt reduziert werden. Unter einem kohlenstoffhaltigen Material kann auch ein rein
kohlenstoffbasiertes Material verstanden werden.
[0014] Die Ringabschnitte können jeweils eine vieleckige Form aufweisen und beispielsweise
wenigstens fünf-, wenigstens sechs-, wenigstens sieben- oder wenigstens achteckig
ausgebildet sind. Die Anzahl an Ecken kann der Anzahl an Ecken einer Grundform oder
-fläche des Targets entsprechen. Sämtliche Ringabschnitte umfassen vorzugsweise die
gleiche Anzahl an Ecken.
[0015] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Ringabschnitte jeweils aus mehreren Segmenten
zusammengesetzt sind. Die Segmente können sich entlang eines Umfangsabschnitts der
Ringabschnitte erstrecken und/oder einen solchen Umfangsabschnitt bilden. Anders ausgedrückt
können die Segmente in Umfangsrichtung aneinandergereiht sein und/oder gemeinsam eine
im Wesentlichen geschlossene Form des Ringabschnitts bilden.
[0016] In einer Variante sind die Ringsegmente trapezförmig ausgebildet. Dabei können sie
eine parallele Unter- und Oberseite umfassen, die von zueinander geneigten Seiten
verbunden sind. Die Oberseite, die weiter von der Längsachse beabstandet sein kann
als die Unterseite, kann länger als die Unterseite sein. Radial nach außen betrachtet
können die geneigten Seiten auseinanderlaufen bzw. voneinander weg gespreizt sein.
[0017] Die Anzahl der Segmente kann einer Anzahl der Eckpunkte der Ringabschnitte entsprechen.
In einer Variante sind die Ringabschnitte achteckig und jeweils aus acht Segmenten
zusammengesetzt. Ein Eckpunkt der Ringabschnitte kann jeweils durch einen Eckpunkt
der Segmente gebildet werden.
[0018] Eine Weiterbildung sieht vor, dass die Ringabschnitte in axial voneinander beabstandeten
Positionen in der Tragestruktur des Bestrahlungstargets aufgenommen sind. Mit anderen
Worten können die Ringabschnitte axial gestaffelt sein, zumindest bezüglich ihrer
in der Tragestruktur aufgenommenen Bereiche. Dabei können die radial innenliegenden
Ringabschnitte axial weiter innen und/oder von dem elektrischen Triebwerk weiter beabstandet
positioniert sein als die radial außenliegenden Ringabschnitte.
[0019] Das Bestrahlungstarget kann einen Zentralabschnitt umfassen, der konzentrisch zu
den Ringabschnitten angeordnet ist und mit der Längsachse überlappt. Der Zentralabschnitt
kann eine geschlossene Fläche umfassen. Ein radial angrenzender Ringabschnitt kann
den Zentralabschnitt umgeben und/oder in sich aufnehmen. Zusätzlich oder alternativ
kann der Ringabschnitt mit dem Zentralabschnitt radial überlappen, vorzugsweise entlang
dessen gesamtem Umfang.
[0020] In einer Variante sind die Ringabschnitte an der Tragestruktur mittels Schraubverbindungen
befestigt, insbesondere wobei die Schraubverbindungen an einer dem elektrischen Triebwerk
zugewandten Seite Graphitmuttern umfassen. Durch Verwenden von Graphitmuttern können
unerwünschte Sputtering-Effekte weiter reduziert werden. Die Schraubverbindungen können
ferner Schraubbolzen umfassen, die in die Tragestruktur eingesetzt sind.
[0021] Die Erfindung betrifft ferner eine Versuchskammer, umfassend ein Bestrahlungstarget
nach einem der vorangehenden Aspekte, insbesondere wobei das Bestrahlungstarget derart
angeordnet ist, dass dessen Längsachse dass elektrische Triebwerk schneidet (zum Beispiel
in einem Strahlaustrittsbereich hiervon). Die Versuchskammer kann im Wesentlichen
geschlossen sein und/oder sowohl das Bestrahlungstarget als auch das elektrische Triebwerk
in sich aufnehmen.
[0022] Die Versuchskammer kann ferner wenigstens eine Vakuumpumpe umfassen, insbesondere
eine Kryopumpe, die auf einer von dem elektrischen Triebwerk abgewandten Seite des
Bestrahlungstargets angeordnet ist.
[0023] Weitere Vorteile, Einzelheiten und Merkmale der hier beschriebenen Lösung ergeben
sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen sowie aus den Figuren.
Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Teilschnittansicht einer Versuchskammer gemäß der vorliegenden Erfindung;
- Fig. 2
- eine seitliche Einzelteildarstellung des Bestrahlungstargets aus Figur 1;
- Fig. 3
- eine Ansicht der dem elektrischen Triebwerk zugewandten Vorderseite des Bestrahlungstargets
aus Figur 1; und
- Fig. 4
- eine Ansicht der von dem elektrischen Triebwerk abgewandten Rücksei-te des Bestrahlungstargets
aus Figur 1.
[0024] Im Folgenden werden verschiedene Ausführungsbeispiele erläutert. Gleichartige oder
gleichwirkende Merkmale sind dabei teilweise mit gleichen Bezugszeichen versehen.
[0025] In Figur 1 ist eine perspektivische Teilschnittansicht einer Versuchskammer 1 gemäß
einem Ausführungsbeispiel der Erfindung gezeigt. Die Versuchskammer 1 ist hohlzylindrisch
aufgebaut und als Vakuumkammer ausgebildet. In ihrem Innenraum ist in einem ersten
Zylinderendbereich ein elektrisches Triebwerk 2 herkömmlicher Bauart angeordnet. In
einem gegenüberliegenden Zylinderendbereich der Versuchskammer 1 ist ein Bestrahlungstarget
10 positioniert.
[0026] Das elektrische Triebwerk 2 und das Bestrahlungstarget 10 liegen einander entlang
einer Zylinderlängsachse der Versuchskammer 1 gegenüber, welche auch eine Längsachse
L des Bestrahlungstargets 10 bildet. Eine nicht gesondert dargestellte radiale Achse
und eine entsprechende radiale Abmessungen des Bestrahlungstargets 10 erstrecken sich
orthogonal zu der Längsachse L (sh. a. Figur 2). Weiterhin ist in Figur 1 ein Strahlkegel
des Triebwerk-Ionenstrahls 3 angedeutet, der sich entlang der Längsachse L erstreckt
und in Richtung des Bestrahlungstargets 10 aufweitet.
[0027] Aus Figur 1 wird eine konkav gewölbte Form der dem elektrischen Triebwerk 2 zugewandten
Vorderseite des Bestrahlungstargets 10 ersichtlich. Anders ausgedrückt weist das Bestrahlungstarget
10 in einem die Längsachse L enthaltenden Schnitt betrachtet im Wesentlichen eine
C-Form auf, sodass eine Kugeloberfläche approximiert wird, in deren Ursprung das Treibwerk
2 sitzt. Dies verdeutlicht sich ferner aus Figur 2, aus der auch die allgemein flache
Form des Bestrahlungstargets 10 ersichtlich wird. Genauer gesagt erkennt man, dass
ein Durchmesser R (oder eine Höhe) eine axiale Abmessung A (oder eine Tiefe) des Bestrahlungstargets
10 überschreitet.
[0028] Erfindungsgemäß und nicht auf das vorliegende Ausführungsbeispiel beschränkt sind
hierbei Überschreitungen mit mehr als einem Faktor von 2, mehr als einem Faktor von
4 oder mehr als einem Faktor von 6 vorgesehen.
[0029] Weiterhin erkennt man, dass das Bestrahlungstarget 10 eine in der Schnittansicht
kegelförmige Tragestruktur 12 mit mehreren Radialsegmenten oder, anders ausgedrückt,
radialen Tragarmen 14 aufweist (siehe ebenso Figur 1). In den Tragarmen 14 sind in
regelmäßigen axialen Abständen stufenförmige Ausnehmungen 16 vorgesehen. Nicht sämtliche
Tragarme 14 und Ausnehmungen 16 sind dabei mit einem entsprechenden Bezugszeichen
versehen.
[0030] Wie aus den Figuren 1 und 2 ersichtlich, sind in den Ausnehmungen 16 jeweils einzelne
Ringabschnitte 18 aufgenommen, die konzentrisch um die Längsachse L positioniert sind.
Im Bereich der Längsachse L ist ein Zentralabschnitt 20 angeordnet, der mit einer
geschlossenen Grundfläche ausgebildet ist.
[0031] Man erkennt, dass in der gezeigten Ausführungsform vier Ringabschnitte 18 vorgesehen
sind, die voneinander abweichende Außen- und Innendurchmesser aufweisen. Weiterhin
sind die Ringabschnitte 18 aber auch der Zentralabschnitt 20 axial voneinander beabstandet
in den Ausnehmungen 16 der Tragestruktur 14 aufgenommen. Insbesondere aus Figur 2
wird ersichtlich, dass die radial äußeren und mit größeren Durchmessern ausgebildeten
Ringabschnitte 18 dabei axial weiter außen (das heißt, näher an dem elektrischen Triebwerk
2 aus Figur 1) angeordnet sind als die radial inneren und einen kleineren Durchmesser
aufweisenden Ringabschnitte 18. Genauer gesagt sind die Ringabschnitte 18 derart in
Tragestuktur 14 aufgenommen, dass deren Innen- und Außendurchmesser von axial innen
nach außen (bzw. von in Figur 2 rechts nach links) zunehmen.
[0032] Aufgrund der Positionierung der Ausnehmungen 16 liegen die Ringabschnitte 18 ferner
nicht aneinander an, sodass Atome zwischen benachbarten Ringabschnitten 18 hindurchtreten
können (siehe insbesondere Abstände in Figur 2). Andererseits überlappen sich benachbarte
Ringabschnitte 18 jeweils derart in radialer Richtung, dass sie frontal betrachtet
und/oder in Verlaufsrichtung des Triebwerk-Ionenstrahls 3 betrachtet eine geschlossene
Fläche bilden. Eine Rückströmung der Ionen in Längsrichtung wird durch die Überlappung
der Ringabschnitte verhindert. Anders ausgedrückt bilden die Ringabschnitte 18 aufgrund
ihrer radialen Überlappungen eine axial geschlossene Fläche, wobei die einzelnen Ringabschnitte
18 aufgrund ihrer Abstände zueinander durchlässig für Atome werden können. Dieser
Umstand verdeutlicht sich ferner aus den Vorder- und Rückansichten des Bestrahlungstargets
10 in den Figuren 3 und 4.
[0033] Weiterhin wird aus den Figuren 1 und 2 ersichtlich, dass die Ringabschnitte 18 derart
ausgerichtet sind, dass deren Oberflächennormalen N1, N2 sich in einem gemeinsamen
Punkt schneiden. Dies ist schematisch für die Oberflächennormalen N1, N2 der beiden
radial äußeren Ringabschnitte 18 angedeutet, wobei in Figur 2 eine Darstellung des
gemeinsamen Schnittpunktes aus Platzgründen weggelassen ist. Folglich trifft der Triebwerk-Ionenstrahl
3 im Wesentlichen orthogonal auf einen jeweiligen Ringabschnitt 18. Es hat sich gezeigt,
dass hierdurch Sputtering-Effekte besonders zuverlässig reduziert werden können. Diese
Reduzierungen wird im vorliegenden Ausführungsbeispiel ferner dadurch verbessert,
dass die Ringabschnitte 18 jeweils aus pyrolytischem Graphit ausgebildet sind.
[0034] Schließlich erkennt man in Figur 2, dass die Ringabschnitte 18 jeweils zu der Längsachse
L geneigt sind. Genauer gesagt sind sie in Richtung des elektrischen Triebwerks 2
gekippt, wohingegen der Zentralabschnitt 20 im Wesentlichen senkrecht zu der Längsachse
L verläuft. Für den radial äußeren Ringabschnitt 18 ist in Figur 2 beispielhaft ein
entsprechender Neigungswinkel α zur Längsachse L eingetragen, der weniger als 30°
beträgt. Insgesamt nimmt der Neigungswinkel α ausgehend von den radial inneren Ringabschnitte
18 hin zu den radial äußeren Ringabschnitten 18 kontinuierlich zu.
[0035] Aus der Figur 3 (dem Triebwerk 2 zugewandte Vorderseite) und der Figur 4 (von dem
Triebwerk 2 abgewandte Rückseite) wird ferner der achteckige Umriss des Bestrahlungstargets
10 ersichtlich. Erneut erkennt man die radialen Tragarme 14, die ausgehend von einem
mittigen Bereich des Bestrahlungstargets 10 radial nach außen zu einem jeweiligen
Eckpunkt verlaufen. Nicht sämtliche der acht Tragarme 14 sind dabei mit einem entsprechenden
Bezugszeichen versehen.
[0036] Weiterhin erkennt man, dass jeder Ringabschnitt 18 mehrteilig aufgebaut ist und jeweils
acht trapezförmige Segmente 22 umfasst. Jedes der Segmente 22 erstreckt sich zwischen
zwei Eckpunkten des Bestrahlungstargets 10 und/oder zwischen zwei benachbarten Tragarmen
14. In Figur 3 sind aus Übersichtsgründen nur die Segmente 22 des radial äußersten
Ringabschnitts 18 mit einem entsprechenden Bezugszeichen versehen. Für ein ausgewähltes
aus diesen Segmenten 22 sind ferner eine radial äußere Oberseite 24 und eine radial
innere Unterseite 26 markiert, wobei die Oberseite länger als die Unterseite ist.
Die Seiten 24, 26 sind durch zwei radial verlaufende Seiten 28 verbunden, die sich
radial nach außen öffnen.
[0037] Prinzipiell ist jedes Segment 22 der jeweiligen Ringabschnitte 18 mit einer derartigen
Trapezform und entsprechenden Seiten 22, 24, 26 ausgebildet, was jedoch nicht zwingend
ist. Der Zentralabschnitt 20 weist hingegen im Wesentlichen eine vollständig geschlossene
achteckige Form auf (siehe Figur 4). Die Segmente 22 wie auch der Zentralabschnitt
20 sind jeweils mit der Tragestruktur 14 verschraubt und weisen an der Vorderseite
(Fig. 3) hierfür nicht gesondert markierte Graphitmuttern auf. An der Rückseite (Fig.
4) sind aus Fig. 2 schematisch ersichtliche Schraubbolzen vorgesehen, die dem Ionenstrahl
3 entsprechend nicht direkt ausgesetzt sind.
[0038] Nicht dargestellt in Figur 1 ist schließlich, dass in dem von dem elektrischen Triebwerk
1 abgewandten Rückraum des Bestrahlungstargets 10 eine Kryopumpe vorgesehen sein kann.
[0039] Insgesamt wird mit der gezeigten Ausführungsform ein besonders effektives Unterdrücken
unerwünschter Sputtering-Effekte bei einem zuverlässigen und kostengünstigen Aufbau
des Targets 10 ermöglicht. Dies wird durch Verwenden von pyrolytischem Graphit als
Material für die Ringabschnitte 18 ermöglicht. Ebenso trägt hierzu die zum Ionenstrahl
jeweils orthogonale Ausrichtung der Ringabschnitte 18 bei. Der Aufbau des Targets
10 wird durch Verwenden der Ringabschnitte 18 verbessert, insbesondere wenn diese
segmentförmig aufgebaut sind.
1. Bestrahlungstarget (10) für eine Versuchskammer eines elektrischen Triebwerk (2),
wobei das Bestrahlungstarget (10) eine radiale Abmessung aufweist und eine im Vergleich
geringere axiale Abmessung entlang einer Längsachse (L),
wobei das Bestrahlungstarget (10) eine Tragestruktur (14) und eine Mehrzahl daran
angeordneter Ringabschnitte (18) mit voneinander unterschiedlichen Durchmessern umfasst,
und
wobei die Ringabschnitte (18) im Wesentlichen konzentrisch zueinander angeordnet sind
und sich radial überlappen.
2. Bestrahlungstarget (10) nach Anspruch 1,
wobei die Ringabschnitte jeweils eine Oberflächennormale aufweisen, die sich in einem
gemeinsamen Bereich schneiden.
3. Bestrahlungstarget (10) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei der Winkel Neigungswinkel der Ringabschnitte (18) zu der Längsachse (L) weniger
als 40°, weniger als 30°, weniger als 20°, weniger als 10° oder weniger als 5° beträgt.
4. Bestrahlungstarget (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Ringabschnitte (18) ein kohlenstoffhaltiges Material umfassen, zum Beispiel
pyrolytisches Graphit.
5. Bestrahlungstarget (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Ringabschnitte (18) jeweils eine vieleckige Form aufweisen und beispielweise
wenigstens fünf-, wenigstens sechs-, wenigstens sieben- oder wenigstens achteckig
ausgebildet sind.
6. Bestrahlungstarget (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Ringabschnitte (18) jeweils aus mehreren Segmenten (22) zusammengesetzt
sind.
7. Bestrahlungstarget (10) nach Anspruch 6,
wobei die Segmente (22) trapezförmig ausgebildet sind
8. Bestrahlungstarget (10) nach Anspruch 5 und einem der Ansprüche 6 oder 7,
wobei die Anzahl der Segmente (22) einer Anzahl der Eckpunkte der Ringabschnitte (18)
entspricht.
9. Bestrahlungstarget (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Ringabschnitte (18) in axial voneinander beabstandeten Positionen in der
Tragestruktur (14) des Bestrahlungstargets (10) aufgenommen sind.
10. Bestrahlungstarget (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei das Bestrahlungstarget (10) einen Zentralabschnitt (20) umfasst, der konzentrisch
zu den Ringabschnitten (18) angeordnet ist und mit der Längsachse (L) überlappt.
11. Bestrahlungstarget (10) nach einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Ringabschnitte (18) an der Tragestruktur (14) mittels Schraubverbindungen
befestigt sind, und insbesondere wobei die Schraubverbindungen an einer dem elektrischen
Triebwerk (2) zugewandten Seite Graphitmuttern umfassen.
12. Versuchskammer (1) für ein elektrisches Triebwerk (2),
umfassend ein Bestrahlungstarget (10) nach einem der Ansprüche 1-11, insbesondere
wobei Bestrahlungstarget (10) derart angeordnet ist, dass dessen Längsachse (L) das
elektrische Triebwerk (2) schneidet.
13. Versuchskammer (10) nach Anspruch 12,
umfassend wenigstens eine Vakuumpumpe, insbesondere eine Kryopumpe, die auf einer
von dem elektrischen Triebwerk (2) abgewandten Seite des Bestrahlungstargets (10)
angeordnet ist.