[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen von
Ionen aus einer Restgasatmosphäre mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und ein Verfahren
hierfür mit den Merkmalen des Anspruchs 10.
[0002] Aus dem Stand der Technik sind bereits Vorrichtungen und Verfahren zum Erzeugen von
Ionen aus eine Restgasatmosphäre bekannt. Physikalisch wird hierzu meist der Effekt
der Stoßionisation eingesetzt, bei dem Elektronen auf die Teilchen der Restgasatmosphäre
treffen und diese dabei ionisieren.
[0003] Bei einem ersten, als EBIT (electron beam ion trap) bekannten und z.B. in dem US-Patent
US 6,717,155 offenbarten Verfahren wird ein Elektronenstrahl zur Ionenerzeugung eingesetzt. Dabei
kommen hochenergetische Elektronen zur Anwendung, wobei mit Beschleunigungsspannungen
im Bereich von mehr als 15 kV und Elektronenströmen von mehr als 20 mA gearbeitet
wird. Zur Fokussierung des Elektronenstrahls auf einen möglichst geringen und scharf
gebündelten Strahlquerschnitt sind aufwändig gestaltete Magnetfelder mit den entsprechenden
Spulenvorrichtungen notwendig, die eine Magnetfeldstärke im Bereich von mehr als 200
mT gewährleisten müssen. Die Erzeugung der Ionen aus den neutralen Gasteilchen erfolgt
dabei im Elektronenstrahl durch den bekannten Prozess der Stoßionisation. Die Speicherung
der dabei erzeugten Ionen erfolgt in einem zylindersymmetrischen Aufbau, wobei der
Einschluss der Ionen in radialer Richtung über Raumladungskräfte und in axialer Richtung
über zusätzliche Elektroden erfolgt.
[0004] Das EBIT-Verfahren weist eine Reihe von Nachteilen auf. Ein erster Nachteil besteht
in dem erheblichen apparativen Aufwand zur Erzeugung und Bündelung des Elektronenstrahls,
der insbesondere in der Magnetfeldvorrichtung zum Ausdruck kommt. EBIT-Vorrichtungen
nehmen daher einen verhältnismäßig großen Raum ein und sind wegen der hohen Magnetfeldstärken
nicht ohne weiteres mit Vorrichtungen in der Nähe der Anlage kombinierbar, die empfindlich
gegenüber magnetischen Umgebungsfeldern sind. Es sind somit entsprechende Abschirmung
oder ein baulicher Mindestabstand erforderlich, wodurch der Platzbedarf der Vorrichtung
entsprechend weiter zunimmt.
[0005] Zudem werden bei dem EBIT-Verfahren auf Grund der hochenergetischen Elektronen vorwiegend
mehrfach ionisierte Ionen erzeugt, wobei die in der Restgasatmosphäre vorhandenen
Moleküle außerdem zu einem erheblichen Teil in kleinere Bruchstücke zerlegt werden.
Solche mehrfach geladenen Ionen und Molekülbruchstücke sind jedoch für nachgeschaltete
analytische Verfahren, insbesondere zum Zwecke einer Restgasanalyse, ein nicht unerhebliches
Problem. Denn die ionisierten Molekülbruchstücke befinden sich in einem angeregten,
mehrfach ionisierten Zustand. Deren Eigenschaften können daher nicht ohne weiteres
durch einen Vergleich mit dem in einschlägigen Datenbanken gespeicherten Datenbestand
verglichen werden. Außerdem werden beim Zerlegen ursprünglicher Verbindungen im Restgas
die dort vorhandenen ursprünglichen molekularen Aggregate zerstört, sodass sich diese
nicht mehr direkt, sondern nur noch indirekt nachweisen lassen. Dies bedingt eine
gewisse analytische Nachweisunsicherheit. Ein weiterer Nachteil ist der hohe benötigte
Emissionsstrom von >20mA. Durch die zum Erzeugen dieses Emissionsstroms benötigte
hohe Heizleistung erfolgt ein hoher Leistungs- und Hitzeeintrag in die gesamte Anordnung
und die angrenzende Vakuumkammer.
[0006] Bei einem weiteren, aus dem US-Patent
US 4,904,872 bekannten Verfahren wird ebenfalls ein Elektronenstrahl zur Ionisation verwendet.
Die Fokussierung des Elektronenstrahls erfolgt dort über eine Anordnung von Repellerelektroden.
Zur Speicherung der Ionen kommt dort eine zusätzliche Elektrodenanordnung zur Anwendung,
die ein für Ionen attraktives Potential mittels einer zusätzlichen Speicherelektrode
innerhalb des Ionisationsvolumens und insbesondere innerhalb des Ionenspeicherraums
erzeugt. Das dort offenbarte Verfahren hat den Nachteil, dass die erzeugten Ionen
eine nur kurze Lebensdauer aufweisen können, da sie von der Speicherelektrode angezogen
und neutralisiert werden. Damit sind die erzeugbaren Ionenströme, d.h. letztlich die
Anzahl der gespeicherten Ionen proportional vom Druck der Restgasatmosphäre abhängig.
Die dort offenbarte Anordnung ist zwar magnetfeldfrei, jedoch zeichnet sich auch die
dort gezeigte Anordnung durch einen komplizierten Speicherelektrodenaufbau aus, wobei
die dort notwendigen Beschleunigungsspannungen an der Elektronenquelle im Bereich
von 500 bis 1000 V liegen.
[0007] Bei beiden bekannten Verfahren kommt es außerdem dazu, dass den erzeugten Ionen eine
Energieverteilung aufgeprägt ist, die deutlich höher ist als die thermische Verteilung
in der Restgasatmosphäre. Dies ist insbesondere auch in Hinblick auf eine nachgeschaltete
Restgasanalyse über z.B. eine Flugzeitmessung des Ionenpaketes nachteilig, da die
einzelnen massenseparierten Ionenpakete während der Flugzeit räumlich stark divergieren,
wodurch das Auflösungsvermögen der Apparatur im Allgemeinen sich verringert bzw. längere
Flugstrecken benötigt werden.
[0008] EP 0 676 792 A2 offenbart eine Vorrichtung zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen von Ionen aus einer
Restgasatmosphäre umfassend eine Elektronenquelle zum Freisetzen von Elektronen und
einen lonen-Speicherraum der ausschließlich infolge der durch die Elektronen erzeugten
negativen Raumladungsverteilung eine für die durch Ionisation der Restgasatmosphäre
erzeugten Ionen attraktive räumliche Potentialverteilung aufweist, wobei durch die
negative Raumladung die Teilchen des Restgases ionisierbar sind und ein attraktives
Potential für die gebildeten positiven Ionen ausbildbar ist. Die Ionen werden nach
einer vorbestimmten Zeit durch eine Elektrode extrahiert.
[0009] Dieses Verfahren ist für kleine Partialdrucke nicht immer ausreichend empfindlich.
[0010] Es besteht somit die Aufgabe, den genannten Nachteilen abzuhelfen. Insbesondere sollen
ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen von Ionen
aus einer Restgasatmosphäre angegeben werden, bei dem die Zahl der erzeugten Ionen
vom Druck der Restgasatmosphäre im Wesentlichen unabhängig ist. Das Verfahren soll
auch bei einem niedrigen Druck im Restgas noch ausführbar sein und dabei möglichst
große Ionenmengen für einen gesicherten Ionennachweis liefern. Die Anordnung zum Ausführen
des Verfahrens soll einen einfachen Aufbau aufweisen und ohne den zusätzlichen Einfluss
von Magnetfeldern ausgeführt werden können.
[0011] Darüber hinaus soll das Verfahren eine möglichst thermische Energieverteilung innerhalb
der erzeugten Ionenmenge sicherstellen. Der Energieverteilung der Ionen soll somit
durch den Vorgang der Ionenerzeugung selbst keine verfälschende und zusätzliche Signatur
aufgeprägt werden. Schließlich sollen das gesuchte Verfahren zur Ionenerzeugung und
die dabei verwendete Vorrichtung die Moleküle innerhalb der Restgasatmosphäre auch
während der Ionisierung möglichst intakt lassen, es sollen dabei möglichst nur einfach
geladene Ionen erzeugt werden.
[0012] Die genannten Aufgaben werden mit einer Vorrichtung zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen
von Ionen aus einer Restgasatmosphäre mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und mit einem
entsprechenden Verfahren zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen von Ionen aus einer
Restgasatmosphäre mit den Merkmalen des Anspruchs 10 gelöst. Die Unteransprüche enthalten
zweckmäßige bzw. vorteilhafte Ausgestaltungen der Vorrichtung und des Verfahrens.
[0013] Die erfindungsgemäß beanspruchte Vorrichtung zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen
von Ionen aus einer Restgasatmosphäre umfasst eine Elektronenquelle zum Freisetzen
von Elektronen, eine für die von der Elektronenquelle freigesetzten Elektronen durchlässige
Anode mit einer durch die Elektronen gebildeten negativen Raumladungsverteilung innerhalb
eines von der Anode mindestens teilweise umgebenen Ionen-Speicherraums und einer von
der Anode elektrisch isolierten Pulselektrode zum Extrahieren der Ionen aus dem Speicherraum.
Erfindungsgemäß befinden sich innerhalb des Ionen-Speicherraumes keine weiteren Elektroden
und der Ionen-Speicherraum weist ausschließlich infolge der durch die Elektronen erzeugten
negativen Raumladungsverteilung eine für die durch Ionisation der Restgasatmosphäre
erzeugten Ionen attraktive räumliche Potentialverteilung auf und speichert Ionen.
Erfindungsgemäß liegen die Anode und die Pulselektrode während des Speichervorgangs
auf einem gleichen Potential.
[0014] Erfindungsgemäß sind durch die negative Raumladung die Teilchen des Restgases ionisierbar
und es wird ein attraktives Potential für die gebildeten positiven Ionen ausgebildet,
wobei die negative Raumladung einen Speicherbereich für die erzeugten Ionen bildet.
[0015] Als erfindungswesentlicher Bestandteil der Vorrichtung ist außerdem ein Mittel zum
Regeln des Zeitintervalls zwischen aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen der Pulselektrode
auf eine fest vorgegebene Stärke des gemessenen freigesetzten Ionenpaketes vorgesehen.
[0016] Die Vorrichtung zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen von Ionen aus einer Restgasatmosphäre
umfasst somit eine Elektronenquelle zum Freisetzen von Elektronen und eine für die
von der Elektronenquelle freigesetzten Elektronen durchlässige Anode mit einer durch
die Elektronen gebildeten negativen Raumladung innerhalb eines von der Anode mindestens
teilweise umgebenen Ionen-Speicherraums.
[0017] Dabei weist der Ionen-Speicherraum für die durch Ionisation der Restgasatmosphäre
erzeugten Ionen infolge der negativen Raumladung eine attraktive räumliche Potentialverteilung
auf. Weiterhin ist eine in Emissionsrichtung den Ionenspeicherraum abschließendes,
auf ein elektrisches Potential schaltbare und perforierte Pulselektrode zum Freisetzen
eines Ionenpaketes aus dem Ionenspeicherraum vorgesehen.
[0018] Der erfindungsgemäßen Vorrichtung liegt der Gedanke zugrunde, die Teilchen des Restgases
im attraktiven Potential einer negativen Raumladungswolke zu ionisieren und zu speichern.
Im Gegensatz zu dem bekannten EBIT-Verfahren, bei dem ein durch ein Magnetfeld stark
kollimierter Elektronenstrahl verwendet wird, ist die negative Raumladungswolke bzw.
Elektronendichte ohne weitere Bündelung oder Kollimierung ausgebildet und ohne die
Zunahme von zusätzlichen Elektroden in axialer Richtung. Zum Formen der negativen
Raumladungswolke dient die für die emittierten Elektronen durchlässige Anode. Die
emittierten Elektronen sammeln sich im Bereich der durchlässigen Anode und bilden
die Raumladungswolke insbesondere in deren Innenbereich aus.
[0019] Die negative Raumladungswolke erfüllt eine Doppelfunktion: Sie ionisiert erstens
die Teilchen des Restgases und bildet zweitens ein attraktives Potential für die darin
gebildeten positiven Ionen aus. Die positiven Ionen sammeln sich in diesem attraktiven
Potential an, sodass die negative Raumladungswolke einen Speicherbereich für die erzeugten
Ionen bildet.
[0020] Bei einer Ausführungsform liegen die Anode und die Pulselektrode während des Speichervorgangs
auf dem gleichen Potential.
[0021] Bei einer Ausführungsform der Vorrichtung ist die Elektronenquelle als eine die elektronendurchlässige
Anode umgebende Glühkathode in Form eines Ringfilamentes ausgebildet. Hierdurch wird
die elektronendurchlässige Anode von allen Seiten mit den aus dem Ringfilament emittierten
Elektronen beaufschlagt. Denkbar sind auch andere Ausgestaltungen der Elektronenquelle
bei denen die Elektronen aus einem oder mehreren Quellen emittiert werden und die
Anode an entsprechenden Stellen beaufschlagen. Entscheidend ist am Ende die erzeugte
negative Raumladungsverteilung innerhalb der Anode.
[0022] Im Vergleich zu den bekannten Verfahren aus dem Stand der Technik kann die Beschleunigungsspannung
für die Elektronen deutlich reduziert werden. Bei einer Ausführungsform beträgt die
an der Glühkathode anliegende für die emittierten Elektronen wirksame Beschleunigungsspannung
maximal 200 Volt.
[0023] Im Vergleich zu den bekannten EBIT-Verfahren kann der Elektronenstrom deutlich reduziert
werden. Bei einer Ausführungsform beträgt der aus der Glühkathode austretende Elektronenstrom
nicht mehr als 10mA, insbesondere sind 2mA für typische Anwendungen ausreichend. Damit
werden die Leistungsaufnahme und der Hitzeeintrag im Sensor deutlich reduziert.
[0024] Bei einer Ausführungsform ist eine die Elektronenquelle umgebende elektrostatische
Anordnung aus Fokussierelektroden und/oder einem Repeller für ein zusätzliches Ausrichten
und Formen der Elektronenemission vorgesehen. Die Fokussierelektroden und/oder der
Repeller dienen insbesondere dazu, die nicht in Richtung der elektronendurchlässigen
Anode emittierten Elektronen in Richtung der elektronendurchlässigen Anode zu lenken
somit die Herausbildung der negativen Raumladung zu unterstützen.
[0025] Die negative Raumladungsverteilung bildet während des Speichervorgangs eine Potentialmulde
bezüglich des Anoden- und Pulselektrodenpotentials, die, wenn die negative Raumladungsverteilung
nicht mit Ionen kompensiert ist, auf Ionen im Ionisationsvolumen attraktiv wirkt,
und bildet eine in alle Richtungen wirkende elektrostatische Austrittsbarriere für
Ionen und ermöglicht somit eine Speicherung von Ionen bis zur Kompensation der negativen
Raumladung.
[0026] Zur Ionenextraktion ist die Pulselektrode auf ein im Vergleich zur Anode negatives
Potential schaltbar, wobei die gesammelten Ionen in Richtung der Pulselektrode extrahierbar
sind.
[0027] Die Frequenz zum Schalten der Pulselektrode beträgt zweckmäßigerweise minimal 0.1
Hz und maximal 1 MHz, insbesondere minimal 1Hz, und maximal 100 kHz.
[0028] Insbesondere beträgt der durch die Elektronenquelle erzeugte Elektronenstrom minimal
1µA und maximal 15 mA, insbesondere minimal 5µA und maximal 2mA.
[0029] Die für die an der Elektronenquelle (1) erzeugten Elektronen auf Grund der Potentialdifferenz
zwischen Elektronenquelle (1) und Anode (2) wirksame Beschleunigungsspannung beträgt
minimal 30V und maximal 400V, insbesondere minimal 70V und maximal 150V.
[0030] Bei einer weiteren Ausführungsform weist die für die emittierten Elektronen durchlässige
Anode einen zylindersymmetrischen Aufbau auf. Hierbei kann die Mantelfläche des Zylinders
parallel zu dem umlaufenden Ringfilament der Elektronenquelle ausgebildet sein, während
die Pulselektrode eine der beiden Deckflächen der zylindersymmetrischen Anode bildet.
Der zylindersymmetrische Aufbau begünstigt das mehrfache Passieren der Elektronen
durch den Ionisationsraum, womit die Elektronenausbeute im Vergleich zu gerichteten
Strahlgängen gesteigert wird und die speicherbare Ladung bei gleichem Emissionsstrom
auf Grund der gesteigerten Raumladung im Speicherraum gesteigert wird.
[0031] Ergänzend kann ein in Flugrichtung der Ionen angeordneter Detektor zur Messung des
Ionenstroms vorgesehen sein.
[0032] Das Verfahren zum Erzeugen, Speichern und gepulsten Freisetzen von Ionen aus einer
Restgasatmosphäre erfolgt mit den folgenden erfindungswesentlichen Verfahrensschritten:
Es erfolgt ein Emittieren von Elektronen aus einer Elektronenquelle und deren Beschleunigung
in Richtung des Ionisationsraumes durch die durchlässige Anodenanordnung.
[0033] Es erfolgt eine Erzeugung einer negativen Raumladungswolke innerhalb des Ionisationsraumes
aufgrund der sich durch den Ionisationsraum bewegenden Elektronen
[0034] Erfindungsgemäß erfolgt ein Anlegen der Anodenanordnung und einer Pulselektrode während
des Speichervorgangs auf ein gleiches Potential.
[0035] Es erfolgt eine Stoßionisation von Gasmolekülen und/oder Gasatomen innerhalb des
Ionisationsraumes und ein Speichern der erzeugten positiv geladenen Ionen im attraktiven
Potential der negativ geladenen Raumladungswolke als ein positiv geladener Ionenvorrat.
[0036] Es erfolgt sodann ein Schalten der Pulselektrode auf ein Potential bezüglich des
Anodenpotentials und ein Beschleunigen des im Potential der Raumladungswolke befindlichen
Ionenvorrats aus dem Ionisationsraum heraus.
[0037] Hierdurch erfolgt eine Extraktion mindestens eines Teils des gespeicherten Ionenvorrates
in Form eines Ionenpaketes.
[0038] Es wird als Bestandteil des erfindungsgemäßen Verfahrens im Zusammenhang damit eine
Bestimmung eines Totaldruckes ausgeführt. Dabei wird das Zeitintervall zwischen aufeinanderfolgenden
Schaltvorgängen der Pulselektrode auf eine fest vorgegebene Stärke des gemessenen
freigesetzten Ionenpaketes geregelt, wobei das Zeitintervall zwischen aufeinanderfolgenden
Schaltvorgängen der Pulselektrode ein Maß des zu messenden Totaldrucks ist.
[0039] Es erfolgt somit ein Emittieren von Elektronen aus einer Elektronenquelle und ein
Beschleunigen der Elektronen in Richtung der durchlässigen Anodenanordnung. Die Elektronen
passieren, falls sie nicht am Anodengitter verenden, dabei den Ionisationsraum (u.U.
mehrfach) und bilden dabei eine negativ geladene Raumladungswolke aus.
[0040] Unter anderem innerhalb der negativen Raumladungswolke erfolgt gleichzeitig eine
Stoßionisation von Gasmolekülen und/oder Gasatomen. Die dabei erzeugten positiv geladenen
Ionen werden im attraktiven Potential der negativ geladenen Raumladungswolke gesammelt
und bilden einen dort gespeicherten positiv geladenen Ionenvorrat.
[0041] Es erfolgt im Anschluss daran ein Schalten einer ionendurchlässigen Pulselektrode
auf ein negatives Potential und ein Beschleunigen des im Potential der Raumladungswolke
befindlichen Ionenvorrats in Richtung der Pulselektrode. In Verbindung damit erfolgt
ein Freisetzen mindestens eines im Feld der Pulselektrode aus dem attraktiven Potential
heraus beschleunigten Teils des Ionenvorrates in Form eines Ionenpaketes durch das
Pulsgitter.
[0042] Grundgedanke des Verfahrens ist es, eine negative, aus freigesetzten Elektronen gebildete
Raumladungswolke zum einen für die Stoßionisation von neutralen Gasteilchen zu nutzen,
und andererseits das negative Potential der Raumladungswolke gleichzeitig zum Sammeln
und Speichern der erzeugten Ionen zu verwenden. Dieses negative Potential wird somit
nach und nach mit den erzeugten positiven Ionen aufgefüllt, bis dieses Potential im
Wesentlichen ausgeglichen ist. Weil die Tiefe des negativen Potentials im Wesentlichen
nicht vom Druck der umgebenden Gasatmosphäre abhängig ist und dieses Potential im
Verlauf der Ionisierung der Gasteilchen stets aufgefüllt wird, ist die Anzahl der
ionisierten Gasteilchen im negativen Potential weitgehend unabhängig vom Druck der
Gasatmosphäre, sodass auch ein vom Druck unabhängiges Ionenpaket freigesetzt werden
kann. Die Energieverteilung der Ionen innerhalb des Speicherpotentials ist im Wesentlichen
thermisch, die Ionen selbst sind in der Regel aufgrund der schwachen geringen kinetischen
Elektronenenergie nur einfach positiv geladen, wobei größere Moleküle im Wesentlichen
nicht in kleinere Bruchstücke aufgespalten werden. Das Verfahren kommt ohne aufwändige
magnetische Fokussierungen eines Elektronenstrahls aus und kann im Vergleich zum Stand
der Technik bei verhältnismäßig geringen Elektronenenergien betrieben werden. Ebenso
entfallen aufwändige Speicherelektroden zum Sammeln der erzeugten Ionen.
[0043] Das Emittieren der Elektronen aus der Elektronenquelle erfolgt bei einer vorteilhaften
Ausführung des Verfahrens aus einer ringförmig die transmissive Anodenanordnung umgebenden
Glühkathode, wobei die Elektronen im Feld der transmissiven Anodenanordnung beschleunigt
werden und die negative Raumladungswolke ausbilden. Die transmissive Anodenanordnung
verfolgt somit nur den Zweck, die emittierten Elektronen in einem bestimmten Raumbereich
zu konzentrieren und dabei die ionisierende und gleichzeitig speichernde Raumladungswolke
zu erzeugen.
[0044] Bei einer Ausführungsform des Verfahrens wird die Stärke des freigesetzten Ionenimpulses
über ein Zeitintervall zwischen aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen der Pulselektrode
eingestellt, sodass die Stärke des Ionenimpulses proportional zur Länge des Zeitintervalls
ist.
[0045] Bei einer Abwandlung des Verfahrens kann neben dem Freisetzen des Ionenpakets auch
eine Bestimmung eines Totaldruckes ausgeführt werden. Dabei wird bei einem fest vorgegebenen
Zeitintervall zwischen aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen der Pulselektrode eine
Stärke des freigesetzten Ionenstromes gemessen, wobei die Stärke des Ionenstroms als
ein Maß des zu messenden Totaldrucks verwendet wird.
[0046] Erfindungswesentlich wird als Teil des Verfahrens neben dem Freisetzen des Ionenpakets
auch eine Bestimmung eines Totaldruckes ausgeführt. Dabei wird wie erwähnt das Zeitintervall
zwischen aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen der Pulselektrode auf eine fest vorgegebene
Stärke des gemessenen freigesetzten Ionenpaketes geregelt, wobei das Zeitintervall
zwischen aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen der Pulselektrode ein Maß des zu messenden
Totaldrucks ist. Aufgrund der vom Druck unabhängigen Stärke des Ionenpaketes kann
die Ionenquelle in einem sehr weiten Druckbereich von 1e-12 mbar bis 2e-2 mbar betrieben
werden.
[0047] Die Vorrichtung und das Verfahren sollen nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
näher erläutert werden. Zur Verdeutlichung dienen die Figuren 1 bis 14. Es werden
für gleiche bzw. gleichwirkende Teile dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0048] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine Gesamtdarstellung der Vorrichtung zu Ionenerzeugung, -speicherung und -freisetzung
im Schnitt,
- Fig. 2
- eine Darstellung der Vorrichtung aus Fig. 1 in einer perspektivischen Ansicht,
- Fig. 3
- eine Darstellung des Vorgangs der Ionenerzeugung, -speicherung und - freisetzung in
der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 4a und 4b
- verschiedene Darstellungen einer beispielhaften Pulselektrode mit einem Pulsgitter,
- Fig. 5
- eine beispielhafte Darstellung der Vorrichtung zur Ionenerzeugung in Verbindung mit
einer Sensorik für eine Flugzeit-Spektroskopie,
- Fig. 6
- eine beispielhafte Darstellung verschiedener Potentialverteilungen im Ionenspeicherraum
infolge der durch die Elektronen bewirkten negativen Raumladung,
- Fig. 7
- eine Darstellung der Abhängigkeit der Anzahl der speicherbaren Ionen vom Emissionsstrom
an der Elektronenquelle für zwei verschiedene auf die Elektronen wirkende Beschleunigungsspannungen,
- Fig. 8
- eine Darstellung der Abhängigkeit der speicherbaren Ladung vom Emissionsstrom an der
Elektronenquelle für zwei verschiedene auf die Elektronen wirkende Beschleunigungsspannungen,
- Fig. 9
- eine Darstellung des zeitlichen Füllvorgangs für das attraktive Potential in Abhängigkeit
von zwei verschiedenen Drücken,
- Fig. 10
- eine Darstellung der simulierten Fülldauer in Abhängigkeit vom Druck,
- Fig. 11
- eine Darstellung eines simulierten Sammeleffektes und einer sich daraus ergebenden
Fülldauer für einen Druck von 10-5 mbar,
- Fig. 12
- eine Darstellung der experimentell bestimmten Fülldauer in Abhängigkeit vom Druck,
- Fig. 13
- beispielhafte Bestimmungen der gesammelten Ladung in Abhängigkeit vom der Sammelzeit
und des Totaldrucks über eine Auswertung eines Integrals über ein Messsignal in einem
Faraday-Becher,
- Fig. 14
- eine Darstellung der Flugzeiten von Ionen unterschiedlicher Massen.
[0049] Fig. 1 zeigt eine Gesamtdarstellung der Vorrichtung zu Ionenerzeugung, - speicherung
und -freisetzung im Schnitt. Die Vorrichtung enthält eine Elektronenquelle 1, die
in dem hier vorliegenden Beispiel als eine Glühkathode in Form eines Ringfilamentes
ausgebildet ist. Das Ringfilament umgibt eine für Elektronen durchlässige Anode 2.
Innerhalb der Anode und im Raumbereich des Ringfilamentes wird durch die emittierten
Elektronen eine negative ionisierende Raumladung 3 erzeugt, die in der hier vorliegenden
Figur durch eine gestrichelte Linie angedeutet ist. Die negative Raumladung reicht
insbesondere in einen Ionen-Speicherraum 4 hinein, der sich im Inneren der Anode 2
befindet. Die Anode 2 ist von der Pulselektrode 5 elektrisch isoliert.
[0050] Bei dem hier gegebenen Beispiel ist die Anordnung zusätzlich von Fokussierelektroden
6 umgeben und nach außen hin abgeschirmt. Die Fokussierelektroden bewirken insbesondere
ein Ausrichten der von der Elektronenquelle emittierten Elektronen in Richtung der
für die Elektronen durchlässigen Anode 2.
[0051] Fig. 2 zeigt die in Fig. 1 gezeigte Anordnung in einer perspektivischen Darstellung.
Die für Elektronen durchlässige Anode 2 ist hier zylindersymmetrisch aufgebaut. Sie
enthält eine Mantelfläche 7, die als ein hinreichend feinmaschiges Gitter, Sieb oder
leitfähiges Gewebe ausgebildet ist. Die Stirnseite der Mantelfläche 7, d.h. eine der
Grundflächen der zylindrischen Anode, wird durch die Pulselektrode 8 gebildet.
[0052] Die gesamte Anodenanordnung, einschließlich der Mantelfläche 7 und der Pulselektrode
8, ist gasdurchlässig und gleichzeitig für Elektronen teilweise transparent.
[0053] Als Elektronenquelle dient im hier vorliegenden Beispiel ein Ringfilament 9 in Form
einer parallel zur Mantelfläche 7 in einem gewissen Abstand verlaufenden ringförmigen
Glühkathode, die bei hoher Temperatur mittels thermischer Emission Elektronen emittiert.
[0054] Die aus der Glühkathode emittierten Elektronen werden allseitig u.a. in Richtung
der Mantelfläche 7 der Anode emittiert und beschleunigt und durchdringen die Mantelfläche
7, wobei diese in den Innenraum der Anode eindringen und die dort vorhandenen Gasteilchen
über den Prozess der Stoßionisation ionisieren. Zugleich bilden die Elektronen eine
negative Raumladungswolke aus, die für die positiv geladenen Ionen ein attraktives
Potential darstellt. Die Ionen werden somit in diesem attraktiven Potential innerhalb
des Ionen-Speicherraums 4 der Anode gesammelt. Über ein Schalten der Pulselektrode
8 auf ein negatives Potential können nun die Ionen aus dem Ionen-Speicherraum nach
außen durch das Pulsgitter hindurch beschleunigt werden. Es wird dabei ein Ionenpaket
extrahiert. Die Extraktionsrichtung des Ionenpakets ist durch einen Pfeil verdeutlicht.
[0055] In einer alternativen Ausführungsform kann die Pulselektrode auf ein im Vergleich
zur Anode positives Potential schaltbar sein, um die gesammelten Ionen entgegen der
Richtung der Pulselektrode zu beschleunigen. Ist in diesem Fall zusätzlich der in
Flugrichtung der Ionen liegende Teil der Anode für die Ionen durchlässig ausgeführt,
können die gesammelten Ionen aus dem Ionenspeicherraum entgegen der Richtung der Pulselektrode
durch eine abstoßende elektrostatische Wechselwirkung extrahiert werden. Die Pulselektrode
kann in einem solchen Fall undurchlässig für die Ionen ausgebildet sein und treibt
die positiven Ionen durch den Körper der Anode nach außen.
[0056] Fig. 3 zeigt den Prozess der Ionenerzeugung und Speicherung in einer Reihe von Verfahrensschritten
A bis D. Im Zustand A ist die Elektronenquelle 1 inaktiv. Die Anode 2 befindet sich
auf einem positiven Potential V
AN, das über dem Querschnitt der Anode in deren im Inneren gelegenen Ionen-Speicherraum
4 im Wesentlichen ortsunabhängig und konstant ist.
[0057] Im Zustand A sind Anode und Pulselektrode auf dem gleichen Potential V
AN, so dass sich im Ionisationsvolumen ein konstantes Potential V
AN einstellt.
[0058] Im Zustand B wird die Elektronenquelle 1 aktiviert. Die emittierten Elektronen durchdringen
die Anode und bilden insbesondere im Ionen-Speicherraum 4 eine negative Raumladungswolke
3 aus. Hierdurch nimmt das Potential innerhalb der Anode einen ortsabhängigen Wert
an. Im zentralen Bereich der Raumladungswolke und damit auch des Ionen-Speicherraums
bildet sich eine Potentialmulde mit einem lokalen Potentialminimum V
min aus.
[0059] Zustand C berücksichtigt die Stoßionisation der im Ionen-Speicherraum 4 vorhandenen
Gasteilchen durch den Einfluss der emittierten Elektronen. Die positiv geladenen Ionen
werden in das lokale Minimum des Potentials im Ionen-Speicherraum bewegt und sammeln
sich innerhalb der negativen Raumladungswolke an. Aufgrund der attraktiven Potentialmulde
werden die Ionen innerhalb des Ionisationsvolumens gehalten, können nicht mit den
den Ionisationsraum umgebenden Elektroden zusammenstoßen und neutralisiert werden.
Das Potential wird mit fortlaufender Zeit ausgeglichen, die Tiefe des lokalen Potentialminimums
innerhalb des Ionen-Speicherraums nimmt dabei ab und das Potentialminimum wird zunehmend
flacher.
[0060] Im Zustand D ist das Potentialminimum durch die positiven Ionen aufgefüllt. Die negative
Raumladung der Elektronen ist vollständig durch die positiven angesammelten Ionen
kompensiert. Es stellt sich nun in Hinblick auf das Potential im Inneren der Anode
ein Verhältnis ein, wie er im Zustand A vorgelegen hat: ein im Wesentlichen ortsunabhängiges
konstantes elektrostatisches Potential im Inneren der Anode. Die dort gespeicherten
Ionen können nun unter dem attraktiven Einfluss der nun aktivierten Pulselektrode
8 zur Pulselektrode hin beschleunigt und nach außen als ein Ionenpaket abgegeben werden.
Hierzu wird die Pulselektrode vom Anodenpotential V
AN auf ein negativeres Potential geschaltet, wodurch die erzeugten Ionen aus dem Ionen-Speicherraum
abgezogen werden.
[0061] Infolgedessen wird wieder der Zustand B eingenommen, bei dem innerhalb des Ionen-Speicherraums
ein leeres ungefülltes Potentialmiminum vorliegt und das bei einem erneuten Durchlaufen
der Zustände C und D erneut gefüllt und von den dort gespeicherten Ionen entleert
werden kann. Dieser zyklische Betrieb erlaubt es somit, Ionenpakete bzw. Ionenpulse,
d.h. räumlich begrenzte Ionenansammlungen, zu generieren. Die Zeit von Zustand B bis
zur vollständigen Raumladungskompensation im Zustand D wird im folgendem als die Fülldauer
bezeichnet. Aus der positiven Ionen-Ladung, welche im Zustand D gespeichert ist, ergibt
sich die Speicherkapazität der Ionenquelle.
[0062] Die Figuren 4a und 4b zeigen eine Darstellung der Pulselektrode 8 mit einem darin
eingearbeiteten Pulsgitter 5. Als Grundlage der Pulselektrode 8 dient hier eine Blechscheibe.
In die Innenfläche der Blechscheibe ist im hier vorliegenden Beispiel eine sechseckige
Wabenstruktur 10 eingearbeitet, insbesondere mittels Laserstrahlung hinein geschnitten,
die einen Durchmesser D
PG aufweist. Diese erhöht die Durchlässigkeit des Pulsgitters und gewährleistet eine
ausreichende Abschirmung vor externen Feldern.
[0063] Über metallische Zuführungen kann die Pulselektrode elektrisch kontaktiert werden.
Die Pulselektrode kann somit über eine externe Beschaltung aktiviert werden. Dabei
ist es zum einen erforderlich, die Pulselektrode auf einem konstanten Potential V
PG = V
AN gemäß der Darstellung aus Fig. 3 zu halten, um die Ausbildung des Potentialminimums
im Anodenraum zu gewährleisten. Zum anderen werden auch die attraktiven Pulse V
Puls eines hier nicht dargestellten Pulsgenerators, die zur Extraktion der akkumulierten
Ionen benötigt werden, auf die Pulselektrode übertragen.
[0064] Fig. 4b zeigt eine Detailansicht einer beispielhaften Gitterstruktur des Pulsgitters
5. Die Gitterstruktur 10 besteht im hier gegebenen Beispiel aus wabenartig angeordneten
hexagonalen Durchbrüchen 11, die durch Stege 12 voneinander getrennt sind. Die geometrischen
Maße der Gitterstruktur des Pulsgitters werden dabei so gewählt, dass eine möglichst
verlustfreie Extraktion der Ionen aus dem Anodenraum, bei optimaler Abschirmung vor
externen Feldern gewährleistet ist. Entsprechende Transmissionsverluste, die dadurch
zustande kommen, dass sich Ionen an den Gitterstegen neutralisieren, können durch
eine entsprechende Dimensionierung der Stegweite S und der Maschenweite G der hexagonalen
Durchbrüche 11 minimiert werden.
[0065] Nachfolgend soll die Funktionsweise der Vorrichtung und des Verfahrens näher erläutert
werden. Die nachfolgende Erläuterung der Ionenquelle erfolgt dabei in Verbindung mit
der Erläuterung einer flugszeitspektroskopischen Vorrichtung.
[0066] Der in Fig. 5 dargestellte schematische Aufbau der zylindersymmetrischen Anordnung
aus der Ionenquelle und der flugzeitspektroskopischen Vorrichtung besteht im Wesentlichen
aus drei Baugruppen. Bei diesen Baugruppen handelt es sich um die Ionenquelle, bestehend
aus der Elektronenquelle 1, der Anode 2 und der Pulselektrode 8. Vorgesehen ist weiterhin
ein Repeller 13 sowie als zweite Baugruppe ein sich an die Ionenquelle anschließender
Flugzeit (time of flight, TOF)-Massenseparator 14 mit einer Detektor-Einheit als dritter
Baugruppe, die hier als ein Farady-Cup 15 ausgebildet ist. Die gesamte Anordnung weist
dabei die kompakte Bauform konventioneller Ionisations-Vakuummeter auf.
[0067] Aus dem bspw. ringförmigen Filament der Elektronenquelle werden durch thermische
Emission Elektronen freigesetzt, die aufgrund des anziehenden Potentials der Anode
in den Anodenraum im Inneren gelenkt werden. Daraufhin entstehen durch Stöße der Elektronen
mit den neutralen Restgasteilchen positive Ionen, die wie erwähnt bis zu einem bestimmen
Maß in der Anode akkumuliert werden können.
[0068] Durch das Schalten der Pulselektrode auf ein für die Ionen attraktives Potential
V
Puls werden die akkumulierten Ionen aus der Anode gezogen. Es entsteht ein für die positiven
Ionen attraktives Potential, das die gesammelten Ionen in den Flugzeit-Massenseparator
hinaus extrahiert und beschleunigt. In diesem werden die Ionen entsprechend ihrer
Masse nach dem Prinzip der TOF Massenspektroskopie voneinander getrennt.
[0069] Sind die Ionen entsprechende ihrer Masse getrennt, können am Detektor, der hier in
Form eines Faraday-Cups 15 ausgebildet ist, zeitlich getrennte Signale detektiert
werden.
[0070] Der Vorteil der Flugzeitmassenseparation liegt darin, dass es damit möglich ist,
mit einem einzelnen Ionenpuls ein gesamtes Massenspektrum mit ein und demselben Detektor
aufzunehmen. Gemessen wird dabei die Zeit t
TOF, die für die Ionen benötigt wird, um eine gegebene Flugstrecke S
TOF zwischen dem Freisetzen des Ionenpulses und dem Auftreffen auf dem Detektor zurückzulegen.
Weil sämtliche Ionen die gleiche Ladung aufweisen und für alle Ionen das beschleunigende
Potential gleich ist, kann davon ausgegangen werden, dass sämtliche Ionen die gleiche
kinetische Energie aufweisen. Massereichere Ionen werden hierbei eine geringere Geschwindigkeit
als masseärmere Ionen aufweisen und somit später, d.h. nach den masseärmeren Ionen,
am Detektor eintreffen. Nach einer zeitaufgelösten Detektion am Faraday-Cup wird nun
den jeweiligen Flugzeiten eine Masse zugeordnet und somit einen Rückschluss auf die
in der Vakuumkammer vorherrschende Restgaszusammensetzung gezogen.
[0071] Die auf der Flugzeitstrecke entsprechend ihrer Masse getrennten Ionen können auch
mit anderen Detektortypen elektrisch nachgewiesen werden. Ein Faraday-Cup bietet hier
den Vorteil eines einfachen Aufbaus. Dieser besteht aus einem metallischen Becher
15c, der auf einem konstanten Potential V
FC = 0V gehalten wird. Im Inneren des Bechers befindet sich das Metallplättchen 15b.
Ein auf das Metallplättchen auftreffendes positives Ion erzeugt nun eine zusätzliche
Nettoladung. Diese positive Ladung wird anschließend durch ein zum Metallplättchen
hin fließendes Elektron neutralisiert. Der Strom I
FC, der während der Entladung des Metallplättchens fließt, ist somit direkt proportional
zur Anzahl der auftreffenden Ionen.
[0072] Wie bereits oben beschrieben werden durch den Flugzeit-Massenseparator leichte Ionen
von den schwereren getrennt. Da leichte Ionen stärker beschleunigt werden erreichen
diese den Faraday-Cup zu einem früheren Zeitpunkt. Dabei werden entsprechend der zeitlichen
Detektion am Faraday-Cup einzelne Peaks sichtbar. Unterscheiden sich einzelne Massen
ausreichend, werden die entsprechenden Signale zeitlich getrennt im Spektrum dargestellt,
andernfalls werden sie sich zum Teil überlagern.
[0073] Die Summe über das gesamte zeitliche Signal eines Ionenpulses am Detektor liefert
eine Aussage über den Totaldruck innerhalb der Kammer, während die Analyse der einzelnen
Signalpeaks einen Rückschluss auf den jeweiligen Partialdruck erlaubt.
[0074] Nachfolgend soll nun eine theoretische Charakterisierung der Ionenquelle erfolgen.
Dazu wird in den nächsten Abschnitten eine rechnerische Abschätzung von ausgewählten
charakteristischen Größen, wie bspw. der Feldverteilung innerhalb der Anode, der Speicherkapazität
oder des Ionenstroms und der somit resultierenden Druck-abhängigen Fülldauer ausgeführt.
[0075] Da die Anode auf einem konstanten positiven Potential V
AN gehalten wird, werden die Elektronen, wie bereits erläutert, aufgrund des für sie
attraktiven Potentials in die Anode gelenkt. Hier verursachen sie aufgrund von negativen
Raumladungseffekten ein Potentialminimum, das das anfänglich konstante Potential verzerrt.
[0076] Die negative Raumladung wird nachfolgend vereinfacht als eine Elektronendichte mit
einem gegebenen Radius r
0 angenommen. Die Feldverteilung in Anwesenheit der Elektronendichte zerfällt hierbei
in zwei Bereiche. Der erste Bereich wird durch den Raum innerhalb der Elektronendichte
mit dem Radius r < r
0 gebildet, der zweite Bereich wird durch die außerhalb der Elektronendichte liegende
Umgebung mit r
0 < r < r
AN gebildet, wobei als Randbedingung V (r = r
AN) = V
AN gilt. Die Potentialverteilung V (r) für diese beiden Bereiche lässt sich dabei in
Abhängigkeit von r berechnen. Für einen gegebenen Abstand r
AN lässt sich das Potential in Fig. 6 gezeigt graphisch darstellen.
[0077] Das vom Radius r abhängende Potential lässt sich durch folgenden Verlauf annähernd
darstellen:
Innerhalb der Elektronendichte mit dem Radius r
0 nimmt das Potential für r < r
0 folgenden Verlauf an:

[0078] Außerhalb der Elektronendichte, für r ≥ r
0, kann das Potential wie folgt angesetzt werden:

[0079] Es ist deutlich zu sehen, dass die Tiefe des Potentialminimums stark von Radius der
Elektronendichte abhängig ist. So resultiert bspw. bei einer Elektronendichte vom
Radius r
0 = 6mm ein Potentialminimum von V
AN von ca. 2V, wohingegen eine auf den Radius r
0 = 1mm fokussierte Elektronendichte bereits ein Potentialminimum von V
AN von ca. 8V generiert. Es ist somit eine vorteilhafte Ausgestaltung, die vom Filament
emittierten Elektronen in einem ausreichenden Maße zu fokussieren, um eine wirksame
Speicherung der Ionen innerhalb des Potentialminimums zu gewährleisten. In Fig. 1
sind die Fokussierelektroden 6 schematisch angedeutet. Wird die Fokussierelektrode
6 auf ein Potential kleiner und gleich der Potential der Elektronenquelle 1 gelegt,
werden die aus der Elektronenquelle 1 austretenden Elektronen in Richtung der Anode
fokussiert.
[0080] Zur rechnerischen Abschätzung der maximal speicherbaren Anzahl an Ionen, d.h. der
Speicherkapazität N
+ der Speicherionenquelle, kann in guter Näherung davon ausgegangen werden, dass eine
Elektronendichte der Stromdichte j
e = ρ
e · v
e eine negative Ladung von Q
e = ρ
e ·V innerhalb eines Volumens V = A · ΔL enthält. A ist hierbei die Gitterfläche, durch
die die Elektronen in den Anodenraum gelangen können, und ΔL entsprechend die Länge,
die durch die Elektronen innerhalb der Anode zurückgelegt wird.
[0081] Zieht man die kinetische Energie der Elektronen nach Verlassen des Filamentes in
Betracht, lässt sich die Ladungsdichte der Elektronen schreiben zu:

[0082] Dabei ist V
e = V
AN - V
Fil die auf die Elektronen wirkende Beschleunigungsspannung aufgrund des Potentialunterschiedes
zwischen Anode und Filament. Weiterhin gilt für die negative Ladungsdichte:

[0083] Werden beiden Gleichungen gleichgesetzt und nach der Anzahl der Elektronen N
e aufgelöst, so erhält man:

[0084] Die maximale Speicherkapazität ergibt sich dann, wenn die Anzahl der erzeugten Ionen
N+ gleich der Anzahl der Elektronen N
e ist und somit N+ = N
e gilt. Fig. 7 zeigt hier die Abhängigkeit der Anzahl der speicherbaren Ionen Q
+ = N+e vom Emissionsstrom I
e für zwei verschiedene auf die Elektronen wirkende Beschleunigungsspannungen. Der
obere Graph zeigt den Verlauf für eine Spannung von V
e = 70 V, der untere Graph für eine Spannung von V
e = 120 V.
[0085] Wie aus Gleichung (A) abzulesen ist, ist die Speicherkapazität N+ der Speicherionenquellen
vom Emissionsstrom I
e abhängig. Durch eine Erhöhung des Emissionsstroms vergrößert sich die Raumladungsdichte,
wodurch sich mehr Ionen im negativen Raumladungspotential speichern lassen. Dieser
Zusammenhang ist für die sich ergebende speicherbare Ladung Q
+ = N+e in Abhängigkeit von zwei verschiedenen Beschleunigungsspannungen der Elektronen
V
e in Fig. 8 graphisch dargestellt.
[0086] Bei einem Emissionsstrom von I
e = 1mA, einer Beschleunigungsspannung der Elektronen von V
e = 70V und einer Länge des Speichervolumens von L = 1 cm ergibt sich somit die Anzahl
der speicherbaren Ionen zu N+ ≈ 1.3 · 10
7. Das entspricht einer Ladung von Q
+ = N+ e ≈ 2.0 · 10
-12 C, die innerhalb einer Elektronendichte mit einer Stromstärke von I
e = 1mA maximal gespeichert werden kann. Allgemein beträgt der durch die Elektronenquelle
1 erzeugte Elektronenstrom minimal 1µA und maximal 15 mA, insbesondere minimal 5µA
und maximal 2mA. Die zum Erzeugen dieser Emissionsströme benötigte Heizleistung ist
hinreichend gering, um lediglich einen geringen Leistungs- und Hitzeeintrag in die
gesamte Anordnung und die angrenzende Vakuumkammer zu bewirken. Die erzeugten Ladungsmengen
von Q
+ ≈ 2.0 · 10
-12 C sind hinreichend hoch, um von einfachen Detektoren (bspw. nach Art eines Faraday-Cup)
mit hinreichendem Signal-Rausch-Abstand detektiert zu werden.
[0087] Ferner zeigt Fig. 8, dass bei einer Vergrößerung der Beschleunigungsspannung von
70 V auf 130 V die Speicherkapazität verkleinert wird, da die schnelleren Elektronen
eine geringere negative Raumladung erzeugen. Außerdem kann bei den gewählten Beschleunigungsspannungen
mit einem Emissionsstrom im Bereich 10µA bis 5mA eine Ladung von ca. 10
-14 C bis 10
-11 C gespeichert werden. Diese Ladungsmengen können ohne zusätzliche aufwendige Apparaturen,
wie z.B. einem Sekundärelektronenvervielfacher, mit einem einfachen Faraday-Cup bei
einem guten Signal-Rauschabstand detektiert werden.
[0088] Die Fülldauer, d.h. die Zeit in der die negativen Elektronenraumladung vollständig
durch gespeicherte Ionen kompensiert ist, ist abhängig von dem vorherrschendem Totaldruck
in der Vakuumkammer. Variiert man die Sammelzeit t
Sammel, d.h. die Zeit in der Ionensammelprozess ungehindert stattfindet, so wird sich ein
von dieser Sammelzeit abhängiges Signal einstellen, das mit fortschreitender t
Sammel entsprechend ansteigen wird, bis die Fülldauer t
Füll erreicht ist, wie in Fig. 10 dargestellt.
[0089] Ab einem bestimmten Zeitpunkt t
Füll ist das Potentialminimum vollständig mit positiven Ladungen kompensiert und das Messsignal
V
FC nimmt einen konstanten Wert an.
[0090] Ferner ist die Füllzeit t
Füll auch vom vorherrschenden Druck p abhängig, da bei höheren Drücken entsprechend mehr
Neutralgasteilchen vorhanden sind, die nach der Ionisation das Potentialminimum schneller
auffüllen können. Bei einem zunehmenden Druck p
1 > p
2 ist somit eine abnehmende Fülldauer t
Füll,
1 < t
Füll,
2 zu beobachten, wobei sich der qualitative Verlauf dieser Kurven ähneln wird.
[0091] An dieser Stelle ist zu betonen, dass die maximale Anzahl der bei einem Puls freigesetzten
Ionen nur sehr schwach vom Druck abhängt. Denn die Speicherkapazität der Ionenquelle
wird ausschließlich durch die Tiefe des von der negativen Raumladung gebildeten Potentials
bestimmt. Wie in den experimentellen Daten aus Fig. 13 zu sehen ist, ändert sich die
maximal speicherbare Ladung um die ca. die Hälfte, während der Druck um ca. 3 Dekaden
von ca. 5E-6 mbar zu ca. 5E-9 mbar variiert wird. Weiterhin nimmt die Änderung der
speicherbaren Ladung mit sinkendem Druck ab. Das ermöglicht die Nutzung der Ionenquelle
über einen sehr weiten Druckbereich ohne signifikanten Verlust der Messempfindlichkeit.
[0092] Nach dem Auffüllen der Potentialmulde bilden sich weitere Ionen, die die bereits
gespeicherten Ionen verdrängen. Dabei lassen sich Ionen höherer Massezahl im Allgemeinen
schwerer verdrängen als Ionen kleiner Massenzahl. Deshalb kommt es zu einer Anreicherung
von schweren Ionen und einer Verdrängung von leichten Ionen, wobei die Summe der Ionen
und die gespeicherte Ladung erhalten bleiben. Einerseits kann dieser Effekt ausgenutzt
werden, um die Nachweisfähigkeit der Anordnung für Ionen höherer Massezahl zu erhöhen.
Andererseits kann dieser Effekt minimiert werden, indem die Ionenextraktion erfolgt,
bevor die Potentialmulde vollständig aufgefüllt ist.
[0093] Zur theoretischen Abschätzung der oben erwähnten Fülldauer t
Füll kann man sich erneut grundlegender Zusammenhänge bedienen. Ausgangspunkt ist wieder
die elektrische Stromdichte j, die das Verhältnis der Stromstärke I zu einer ihr zur
Verfügung stehenden Querschnittsfläche A beschreibt. Weiterhin lässt sich die Stromdichte
über die Raumladungsdichte ρ = n · e und die mittlere Driftgeschwindigkeit v der jeweiligen
Ladungsträger ausdrücken. Bezogen auf die vom Filament mit V
Fil in Richtung Anode emittierten Elektronen, kann man mithilfe der Beziehung

also schreiben:

[0094] Stellt man obige Gleichung nach n
e um und multipliziert mit dem Volumen V erhält man die Anzahl freier Elektronen N
e innerhalb des betrachteten Volumens. Diese generieren, wie weiter oben beschrieben,
eine negative Ladung Q
e = N
e e. Um diese Ladung mit einer entsprechend positiven Ladung Q
+ zu kompensieren, d.h. das Potentialminimum aufzufüllen, muss über eine entsprechende
Zeit t der positive Ionenstrom I+ fließen. Es lässt sich somit zusammenfassen:

[0095] Die Zeit t
Füll, die benötigt wird, um die negative Ladung der Elektronen mit entsprechend positiven
Ionen aufzufüllen beträgt damit:

[0096] Somit wird die Abhängigkeit der Fülldauer von Totaldruck deutlich. Eine graphische
Darstellung dieser Abhängigkeit ist in Fig. 11 dargestellt.
[0097] Für die Druck-abhängige Fülldauer wird ersichtlich, dass bei Druckbereichen von p
= 10
-7 ... 10
-3 mbar Ionenströme von etwa I+ = 10
-10 ... 10
-6 A zu erwarten sind. Bei einem Emissionsstrom von I
e = 1 mA wird also nach etwa t
Füll =10
-3 ... 10
-7 s das Potentialminimum im Anodenraum aufgefüllt sein.
[0098] Durch das Schalten der Pulselektrode vom Anodenpotential auf ein bspw. negatives
Extraktionspotential wird das elektrische Feld innerhalb der Anode so manipuliert,
dass die gesammelten Ionen aus dem Ionisationsvolumen heraus beschleunigt und am Faraday
Becher detektiert werden. Wird die Pulselektrode zurück auf das Anodenpotential geschaltet,
stellt sich der ursprüngliche Zustand ein: Elektronen erzeugen ein Potentialminimum
in dem Ionen generiert und gesammelt werden. Die Zeitdauer, wie lange Ionen gesammelt
werden, bis sie durch das Schalten der Pulselektrode extrahiert werden, ist die Sammelzeit.
[0099] Trägt man, wie in Fig. 11, die gespeicherte Ionenladung über der zugehörigen Sammelzeit
auf, so bestätigt sich die Annahme, dass bei einem definiertem Druck eine entsprechenden
Anzahl an generierten Ionen die negative Ladung Q
e ≈ -1·10
-12 C des Potentialminimums mit fortschreitender Sammelzeit langsam auffüllen. Die gesammelte
positive Ionenladung Q
+ nimmt somit stetig zu und geht ab einer entsprechenden Zeit t
Füll in einen konstanten Wert über. Bei dem hier gewählten Beispiel kann man somit aus
dem Diagramm in Fig. 11 die Fülldauer zu t
Füll ≈ 50 µs bestimmen.
[0100] Mit der hier entwickelten Speicherionenquelle ist es möglich, unterschiedlich starke
Ionenpulse in Abhängigkeit von der Sammelzeit in der Anode zu generieren. Die Speicherung
wurde dadurch realisiert, dass eine niederenergetische Elektronendichte aufgrund von
Raumladungseffekten ein ausreichend tiefes Potentialminimum innerhalb der, ansonsten
auf dem konstanten Potential V
AN liegenden, Anode bewirkt.
[0101] In fortführenden Versuchen konnte die klare Abhängigkeit der, bis zur vollständigen
Kompensation des Potentialminimums mit positiven Ionen, andauernden Zeit, der sog.
Fülldauer, vom vorherrschenden Druck gezeigt werden, wie in Fig. 12 gezeigt ist.
[0102] Daraus ergibt sich die Möglichkeit, die Speicherionenquelle als einen Totaldrucksensor
zu nutzen und als Maß für den Druck die messtechnisch einfach zugängliche benötigte
Fülldauer heranzuziehen. Wie in Fig. 13 zu sehen ist, gibt es einen bei gleichbleibenden
Betriebsparametern eineindeutigen Zusammenhang zwischen der Zeit zwischen zwei Extraktionspulsen,
der in dieser Zeit gesammelten Ionenladung und dem vorherrschenden Totaldruck. Über
eine entsprechende Auswerteelektronik kann daher aus der gesamten extrahierten Ionenladung
und der eingestellten Zeit zwischen den Extraktionspulsen ein Rückschluss auf den
vorherrschenden Totaldruck gezogen werden.
[0103] Ebenso ist aus Fig. 13 ersichtlich, dass die benötigte Sammelzeit um bspw. 25 nVs
Signal am Detektor zu erzeugen weniger als1 ms für Drücke p≥ 1E-7 mbar beträgt. Damit
ist diese Vorrichtung zur Anwendung als "schneller" Totaldrucksensor zur Detektion
schneller Druckänderungen mit Reaktionszeiten < 1 ms geeignet.
[0104] Wie in Fig. 14 dargestellt, ist es möglich das Helium-Signal von den anderen Restgasbestanteilen
zeitlich zu trennen. Daher ist es möglich den Totaldrucksensor zeitgleich als ein
Helium-Detektor zu nutzen, womit auch eine Heliumdichtheitsprüfung möglich ist. Dabei
beträgt die den Messwerten in Fig. 14 zu Grunde liegende Flugstrecke nur 2 cm, so
dass der Sensor eine hohe Kompaktheit aufweist.
[0105] Die hier behandelte Vorrichtung weist eine hohe Kompaktheit, eine zuverlässige Totaldruck-Bestimmung
und eine Helium-Massenseparation auf. Dabei entspricht die Abmessung des Sensors der
eines konventionellen Ionisations-Vakuummeters.
[0106] Durch die Möglichkeit einer nachfolgenden Datenverarbeitung kann des Weiteren durch
die Bestimmung des Integrals über die gesamte Mess-Kurve direkt auf die gespeicherte
Ionenladung je Puls zurückgerechnet werden, wodurch der Vergleich und die Bewertung
unterschiedlicher Spektren bei divergierenden experimentellen Parametern erheblich
erleichtert wird.
[0107] Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das erfindungsgemäße Verfahren wurden anhand
beispielhafter Ausführungsformen erläutert. Im Rahmen fachmännischer Handlungen sind
weitere Ausgestaltungen, im Schutzbereich der Ansprüche, möglich. Diese ergeben sich
ebenso aus den Unteransprüchen.
Bezugszeichenliste
[0108]
- 1
- Elektronenquelle
- 2
- Für Elektronen durchlässige Anode
- 3
- Negative ionisierende Raumladung
- 4
- Ionen-Speicherraum
- 5
- Pulsgitter
- 6
- Fokussierelektrode
- 7
- Mantelfläche
- 8
- Pulselektrode
- 9
- Ringfilament
- 10
- Wabenstruktur
- 11
- Hexagonale Durchbrüche
- 12
- Stege
- 13
- Repeller
- 14
- Flugzeit-Massenseparator
- 15
- Faraday-Cup bzw. -Becher
- 15a
- Schirmungsgitter
- 15b
- Metallplättchen
- 15c
- metallischer Becher
1. Vorrichtung zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen von Ionen aus einer Restgasatmosphäre,
umfassend eine Elektronenquelle (1) zum Freisetzen von Elektronen, eine für die von
der Elektronenquelle (1) freigesetzten Elektronen durchlässige Anode (2) mit einer
durch die Elektronen gebildeten negativen Raumladungsverteilung (3) innerhalb eines
von der Anode (2) mindestens teilweise umgebenen Ionen-Speicherraums (4) und einer
von der Anode (2) elektrisch isolierten Pulselektrode (8) zum Extrahieren der Ionen
aus dem Speicherraum, wobei sich innerhalb des Ionen-Speicherraumes (4) keine weiteren
Elektroden befinden und der Ionen-Speicherraum (4) ausschließlich infolge der durch
die Elektronen erzeugten negativen Raumladungsverteilung eine für die durch Ionisation
der Restgasatmosphäre erzeugten Ionen attraktive räumliche Potentialverteilung aufweist
und Ionen speichert und die Anode (2) und die Pulselektrode (8) während des Speichervorgangs
auf einem gleichen Potential liegen,
wobei durch die negative Raumladung die Teilchen des Restgases ionisierbar sind und
ein attraktives Potential für die gebildeten positiven Ionen ausbildbar ist, wobei
die negative Raumladung einen Speicherbereich für die erzeugten Ionen bildet, mit
einem Mittel zum Regeln des Zeitintervalls zwischen aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen
der Pulselektrode auf eine fest vorgegebene Stärke des gemessenen freigesetzten Ionenpaketes.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die negative Raumladungsverteilung während des Speichervorgangs eine Potentialmulde
bezüglich des Anoden- und Pulselektrodenpotentials bildet, die, wenn die negative
Raumladungsverteilung nicht mit Ionen kompensiert ist, auf Ionen im Ionisationsvolumen
attraktiv wirkt und eine in alle Richtungen eine elektrostatische Austrittsbarriere
für Ionen bildet und somit eine Speicherung von Ionen bis zur Kompensation der negativen
Raumlaudung ermöglicht.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Ionenextraktion die Pulselektrode (8) auf ein im Vergleich zur Anode negatives
Potential schaltbar ist, wodurch die gesammelten Ionen mindestens teilweise in Richtung
der Pulselektrode extrahierbar sind.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Frequenz zum Schalten der Pulselektrode (8) minimal 0.1 Hz und maximal 1 MHz,
insbesondere minimal 1Hz, und maximal 100 kHz, beträgt.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
der durch die Elektronenquelle (1) erzeugte Elektronenstrom minimal 1µA und maximal
15 mA, insbesondere minimal 5µA und maximal 2mA , beträgt.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Elektronenquelle (1) als eine die elektronendurchlässige Anode (2) umgebende Glühkathode
in Form eines Ringfilamentes (9) ausgebildet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine die Elektronenquelle (1) umgebende elektrostatische Anordnung aus Fokussierelektroden
(6) und/oder einem Repeller (13) für ein zusätzliches Ausrichten und Formen der Elektronenemission
vorgesehen ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
die für die emittierten Elektronen durchlässige Anode (2) einen zylindersymmetrischen
Aufbau aufweist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
ein in Flugrichtung der Ionen angeordneter Detektor zur Messung des Ionenstroms vorgesehen
ist.
10. Verfahren zum Erzeugen, Speichern und gepulsten Freisetzen von Ionen aus einer Restgasatmosphäre
mit den Verfahrensschritten:
- Emittieren von Elektronen aus einer Elektronenquelle (1) und Beschleunigung in Richtung
des Ionisationsraumes (4) durch die durchlässige Anodenanordnung (2),
- Erzeugung einer negativen Raumladungswolke innerhalb des Ionisationsraumes aufgrund
der sich durch den Ionisationsraum (4) bewegenden Elektronen,
- Anlegen der Anodenanordnung (2) und einer Pulselektrode (8) während des Speichervorgangs
auf ein gleiches Potential,
- Stoßionisation von Gasmolekülen und/oder Gasatomen innerhalb des Ionisationsraumes
(4) und Speichern der erzeugten positiv geladenen Ionen im attraktiven Potential der
negativ geladenen Raumladungswolke als ein positiv geladener Ionenvorrat,
- Schalten der Pulselektrode (8) auf ein Potential bezüglich des Anodenpotentials
und Beschleunigen des im Potential der Raumladungswolke befindlichen Ionenvorrats
heraus aus dem Ionisationsraum,
- Extraktion mindestens eines Teils des gespeicherten Ionenvorrates in Form eines
Ionenpaketes,
wobei eine Bestimmung eines Totaldruckes ausgeführt wird,
bei der das Zeitintervall zwischen aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen der Pulselektrode
auf eine fest vorgegebene Stärke des gemessenen freigesetzten Ionenpaketes geregelt
wird, wobei das Zeitintervall zwischen aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen der Pulselektrode
ein Maß des zu messenden Totaldrucks ist.
11. Verfahren nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
das Emittieren der Elektronen aus der Elektronenquelle aus einer ringförmig die transmissive
Anodenanordnung umgebenden Glühkathode erfolgt, wobei die Elektronen im Feld der transmissiven
Anodenanordnung beschleunigt werden, die Anode mehrfach passieren und die negative
Raumladungswolke im Ionisationsraum (4) ausbilden.
12. Verfahren nach einem der Ansprüche 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die elektrische Ladung des freigesetzten Ionenpaketes über ein Zeitintervall zwischen
aufeinanderfolgenden Schaltvorgängen der Pulselektrode eingestellt wird, wobei die
elektrische Ladung des Ionenpaketes proportional zur Länge des Zeitintervalls ist.
13. Verwenden einer Vorrichtung zum Erzeugen, Speichern und Freisetzen von Ionen aus einer
Restgasatmosphäre nach Anspruch 1 und eines Verfahrens nach Anspruch 10 zur Bestimmung
eines Totaldruckes.
14. Verwenden einer Vorrichtung nach Anspruch 13 als Helium-Detektor, wobei ein Helium
Signal von den anderen Restgasbestandteilen getrennt und detektiert wird.
1. Device for generating, storing and releasing ions from a residual gas atmosphere,
comprising
an electron source (1) for releasing electrons,
an anode (2) permeable to the electrons released by the electron source (1) with a
negative space charge distribution (3) formed by the electrons within an ion storage
space (4) at least partially surrounded by the anode (2) and a pulse electrode (8)
electrically insulated from the anode (2) for extracting the ions from the storage
space, wherein no further electrodes are located within the ion storage space (4)
and the ion storage space (4) has a spatial potential distribution which is attractive
for the ions generated by ionization of the residual gas atmosphere solely as a result
of the negative space charge distribution generated by the electrons and stores ions
and the anode (2) and the pulse electrode (8) are at the same potential during the
storage process,
wherein
the particles of the residual gas can be ionized by the negative space charge and
an attractive potential can be formed for the positive ions formed, wherein the negative
space charge forms a storage area for the ions generated,
with a means for regulating the time interval between successive switching operations
of the pulse electrode to a fixed predetermined strength of the measured released
ion packet.
2. Device according to claim 1,
characterized in that
the negative space charge distribution during the storage process forms a potential
well with respect to the anode and pulse electrode potential which, if the negative
space charge distribution is not compensated with ions, acts attractively on ions
in the ionization volume and forms an electrostatic exit barrier for ions in all directions
and thus enables ions to be stored until the negative space charge is compensated.
3. Device according to one of the preceding claims,
characterized in that
for ion extraction the pulse electrode (8) can be switched to a negative potential
compared to the anode, whereby the collected ions can be at least partially extracted
in the direction of the pulse electrode.
4. Device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the frequency for switching the pulse electrode (8) is at least 0.1 Hz and at most
1 MHz, in particular at least 1 Hz, and at most 100 kHz.
5. Device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the electron current generated by the electron source (1) is at least 1 µA and at
most 15 mA, in particular at least 5 µA and at most 2 mA.
6. Device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the electron source (1) is designed as a glow cathode surrounding the electron-permeable
anode (2) in the form of a ring filament (9).
7. Device according to claim 1,
characterized in that
an electrostatic arrangement of focusing electrodes (6) and/or a repeller (13) surrounding
the electron source (1) is provided for additional alignment and shaping of the electron
emission.
8. Device according to one of the preceding claims,
characterized in that
the anode (2), which is permeable to the emitted electrons, has a cylindrically symmetrical
structure.
9. Device according to one of the preceding claims,
characterized in that
a detector arranged in the direction of flight of the ions is provided for measuring
the ion current.
10. Method for the generating, storing and pulsed releasing of ions from a residual gas
atmosphere, comprising the method steps of:
- emitting electrons from an electron source (1) and accelerating them in the direction
of the ionization space (4) through the permeable anode arrangement (2),
- generating a negative space charge cloud within the ionization space due to the
electrons moving through the ionization space (4),
- applying the anode arrangement (2) and a pulse electrode (8) to the same potential
during the storage process,
- impact ionization of gas molecules and/or gas atoms within the ionization space
(4) and storage of the generated positively charged ions in the attractive potential
of the negatively charged space charge cloud as a positively charged ion supply,
- switching the pulse electrode (8) to a potential with respect to the anode potential
and accelerating the ion supply located in the potential of the space charge cloud
out of the ionization space,
- extracting at least part of the stored ion supply in the form of an ion packet,
wherein a determination of a total pressure is carried out,
in which the time interval between successive switching operations of the pulse electrode
is regulated to a fixed predetermined strength of the measured released ion packet,
wherein the time interval between successive switching operations of the pulse electrode
is a measure of the total pressure to be measured.
11. Method according to claim 10,
characterized in that
the electrons are emitted from the electron source from a glow cathode surrounding
the transmissive anode arrangement in the form of a ring, wherein the electrons are
accelerated in the field of the transmissive anode arrangement, pass the anode several
times and form the negative space charge cloud in the ionization space (4).
12. Method according to one of claims 10 or 11,
characterized in that
the electrical charge of the released ion packet is adjusted over a time interval
between successive switching operations of the pulse electrode, wherein the electrical
charge of the ion packet is proportional to the length of the time interval.
13. Use of a device for generating, storing and releasing ions from a residual gas atmosphere
according to claim 1 and a method according to claim 10 for determining a total pressure.
14. Use of a device according to claim 13 as
a helium detector, wherein a helium signal is separated from the other residual gas
components and detected.
1. Dispositif de génération, de stockage et de libération d'ions à partir d'une atmosphère
de gaz résiduel,
comprenant
une source d'électrons (1) destinée à libérer des électrons,
une anode (2) perméable aux électrons libérés par la source d'électrons (1), avec
une distribution de charge d'espace négative (3) formée par les électrons à l'intérieur
d'un espace de stockage d'ions (4) entouré au moins partiellement par l'anode (2),
et
une électrode à impulsions (8) isolée électriquement de l'anode (2) pour extraire
les ions de l'espace de stockage,
dans lequel
aucune autre électrode ne se trouve à l'intérieur de l'espace de stockage d'ions (4),
et
exclusivement en raison de la distribution de charge d'espace négative, générée par
les électrons, l'espace de stockage d'ions (4) présente une distribution spatiale
du potentiel, attractive pour les ions générés par l'ionisation de l'atmosphère de
gaz résiduel, et stocke des ions, et
l'anode (2) et l'électrode à impulsions (8) sont à un même potentiel pendant l'opération
de stockage,
grâce à la charge d'espace négative, les particules de gaz résiduel peuvent être ionisées
en permettant de former un potentiel attractif pour les ions positifs formés, la charge
d'espace négative formant une zone de stockage pour les ions générés,
comprenant un moyen pour réguler l'intervalle de temps, défini entre des opérations
de commutation successives de l'électrode à impulsions, à une intensité prédéterminée
fixe du paquet d'ions libéré mesuré.
2. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
pendant l'opération de stockage, la distribution de charge d'espace négative forme
un puits de potentiel par rapport au potentiel de l'anode et de l'électrode à impulsions,
qui, lorsque la distribution de charge d'espace négative n'est pas compensée par des
ions, a un effet attractif sur les ions dans le volume d'ionisation, et forme une
barrière de sortie électrostatique pour les ions dans toutes les directions, permettant
ainsi le stockage des ions jusqu'à la compensation de la charge d'espace négative.
3. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
pour l'extraction des ions, l'électrode à impulsions (8) peut être commutée à un potentiel
négatif par rapport à l'anode, ce qui permet d'extraire les ions collectés au moins
partiellement en direction de l'électrode à impulsions.
4. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la fréquence de commutation de l'électrode à impulsions (8) est au minimum de 0,1
Hz et au maximum de 1 MHz, en particulier au minimum de 1 Hz et au maximum de 100
kHz.
5. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
le flux d'électrons généré par la source d'électrons (1) est au minimum de 1 µA et
au maximum de 15 mA, en particulier au minimum de 5 µA et au maximum de 2 mA.
6. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
la source d'électrons (1) est conçue comme une cathode incandescente, entourant l'anode
(2) perméable aux électrons, sous la forme d'un filament annulaire (9).
7. Dispositif selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
il est prévu un agencement électrostatique qui entoure la source d'électrons (1) et
qui est constitué d'électrodes de focalisation (6) et/ou d'un élément répulsif (13)
pour une orientation et une mise en forme supplémentaires de l'émission d'électrons.
8. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
l'anode (2) perméable aux électrons émis présente une structure à symétrie cylindrique.
9. Dispositif selon l'une des revendications précédentes,
caractérisé en ce que
il est prévu un détecteur disposé dans la direction de vol des ions pour mesurer le
flux ionique.
10. Procédé de génération, de stockage et de libération pulsée d'ions à partir d'une atmosphère
de gaz résiduel, comprenant les étapes de procédé consistant à :
- émettre des électrons à partir d'une source d'électrons (1) et les accélérer en
direction de l'espace d'ionisation (4) à travers l'ensemble anodique perméable (2),
- générer un nuage de charge d'espace négatif à l'intérieur de l'espace d'ionisation
en raison des électrons se déplaçant à travers l'espace d'ionisation (4),
- appliquer l'ensemble anodique (2) et une électrode à impulsions (8) à un même potentiel
pendant l'opération de stockage,
- ioniser par impact des molécules de gaz et/ou des atomes de gaz à l'intérieur de
l'espace d'ionisation (4) et stocker les ions générés chargés positivement dans le
potentiel attractif du nuage de charge d'espace chargé négativement, à titre de réserve
d'ions chargée positivement,
- commuter l'électrode à impulsions (8) à un potentiel par rapport au potentiel de
l'anode et accélérer la réserve d'ions, se trouvant au potentiel du nuage de charge
d'espace, hors de l'espace d'ionisation,
- extraire au moins une partie de la réserve d'ions stockée sous la forme d'un paquet
d'ions,
dans lequel on procède à une détermination d'une pression totale, où l'intervalle
de temps entre des opérations de commutation successives de l'électrode à impulsions
est régulé sur une intensité prédéterminée fixe du paquet d'ions libéré mesuré, l'intervalle
de temps entre des opérations de commutation successives de l'électrode à impulsions
étant une mesure de la pression totale à mesurer.
11. Procédé selon la revendication 10,
caractérisé en ce que
l'émission des électrons de la source d'électrons s'effectue à partir d'une cathode
incandescente qui entoure de manière annulaire l'ensemble anodique transmissif,
les électrons dans le champ de l'ensemble anodique transmissif sont accélérés, passent
plusieurs fois par l'anode et formant le nuage de charge d'espace négatif dans l'espace
d'ionisation (4).
12. Procédé selon l'une des revendications 10 ou 11,
caractérisé en ce que
la charge électrique du paquet d'ions libéré est ajustée sur un intervalle de temps
entre des opérations de commutation successives de l'électrode à impulsions, la charge
électrique du paquet d'ions étant proportionnelle à la longueur de l'intervalle de
temps.
13. Utilisation d'un dispositif de génération, de stockage et de libération d'ions à partir
d'une atmosphère de gaz résiduel selon la revendication 1 et d'un procédé selon la
revendication 10 pour déterminer une pression totale.
14. Utilisation d'un dispositif selon la revendication 13 à titre de détecteur d'hélium,
où un signal d'hélium est séparé des autres composants du gaz résiduel et est détecté.