[0001] Die Erfindung betrifft ein Anlaufspurelement, einen Baukasten und ein Anlaufspursystem
für eine Skisprungschanze. Insbesondere betrifft die Erfindung ein Anlaufspurelement
zur Ausbildung eines Anlaufspursystems für eine Skisprungschanze, das eine Spur-Aufbauplatte
und zwei Führungsstege aufweist, die sich in eine Erstreckungsrichtung erstrecken
und die Spur-Aufbauplatte lateral als Seitenwände begrenzen, einen entsprechenden
Baukasten und ein entsprechendes Anlaufspursystem. Nach den Normen der FIS (Fédération
Internationale du Ski) liegt der Abstand der Führungsstege senkrecht zu ihrer Erstreckungsrichtung
und somit die Spurbreite bei 130 bis 135mm.
[0002] Anlaufspursysteme für den Skisprungsport weisen mindestens eine Anlaufspur auf, wobei
die Anlaufspur aus einer rechten Einzelspur und einer linken Einzelspur für den rechten
Ski und den linken Ski eines auf der Anlaufspur gleitenden Skispringers aufgebaut
ist. Jede der beiden Einzelspuren und somit die aus den beiden Einzelspuren gebildete
Anlaufspur erstreckt sich entlang der Erstreckungsrichtung in einer Anlaufrichtung
und weist eine Mehrzahl entlang der Anlaufrichtung hintereinander angeordneter Spur-Aufbauplatten
auf. Die Spur-Aufbauplatten sind auf einer statisch tragenden Unterkonstruktion montiert.
Dabei handelt es sich üblicherweise um das Bauwerk in Form der Skisprungschanze, die
beispielsweise Holz, Beton und/oder Stahl aufgebaut ist. Die Spur-Aufbauplatten weisen
eine Mehrzahl von Führungsstegen auf, die sich derart entlang der Anlaufrichtung erstrecken,
dass sie die rechte Einzelspur und die linke Einzelspur lateral als Seitenwände begrenzen.
Die Spur-Aufbauplatte und die Führungsstege erstrecken sich entlang der Erstreckungsrichtung,
die parallel zu der Anlaufrichtung verläuft.
[0003] Aus der
EP2902081A1 ist ein Anlaufspursystem für eine Skisprungschanze mit mindestens einer Anlaufspur
bekannt, die sich mit einer rechten Einzelspur und mit einer linken Einzelspur entlang
einer Anlaufrichtung erstreckt. Dieses Anlaufspursystem weist eine Mehrzahl entlang
der Anlaufrichtung hintereinander angeordneten Spur-Aufbauplatten mit einer Mehrzahl
von Führungsstegen auf, die sich derart entlang der Anlaufrichtung erstrecken, dass
sie die rechte Einzelspur und die linke Einzelspur lateral als Seitenwände begrenzen.
Die Spur-Aufbauplatten weisen eine Mehrzahl an den Spur-Aufbauplatten ausgebildete
Montagevorsprünge auf, die in die lösbar an den Spur-Aufbauplatten befestigten Führungsstege
mechanisch eingreifen. Die Spur-Aufbauplatten und die Führungsstege sind aus Kunststoff
oder Metall gebildet.
[0004] Derartige Anlaufspursysteme sind üblicherweise ganzjährig d.h. sowohl für den Sommersprungbetrieb
als auch für den Wintersprungbetrieb im Einsatz. Sie und ihre Bauteile müssen daher
große Temperaturschwankungen aushalten können, die im Bereich von Wintertemperaturen
bis zu -35°C und Sommertemperaturen bis zu +40°C liegen. Bei der Ausbildung des Anlaufspursystems
aus Kunststoff besteht ein Problem darin, dass bei hohen Lufttemperaturen im Sommer
von über 30°C in Folge der Materialausdehnung die Gefahr von Verwerfungen besteht.
Bei der Ausbildung des Anlaufspursystems aus Metall wie beispielsweise Edelstahl kann
sich das Anlaufspursystem hingegen bei starker Sonneneinstrahlung auch im Winter auf
über +40°C aufheizen, was sich auf die Beständigkeit und Qualität eines Eis- bzw.
Skibelags negativ auswirkt.
[0005] Es ist daher eine Aufgabe der Erfindung, ein Anlaufspurelement, einen Baukasten und
ein Anlaufspursystem bereitzustellen, welche temperaturbelastbar sind. Gleichzeitig
sollen sie kostengünstig herstellbar und leicht montierbar sein.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch ein Anlaufspurelement mit den Merkmalen
des Anspruchs 1, einen Baukasten mit den Merkmalen des Anspruchs 12 und ein Anlaufspursystem
mit den Merkmalen des Anspruchs 14 gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass
- die Spur-Aufbauplatte und die zwei Führungsstege derart integral ausgebildet sind,
dass sie einen einstückigen Spurrinnenkörper ausbilden, welcher die zwei Führungsstege
als Seitenwände sowie zwei Stirnseiten aufweist, dass
- an der einen Stirnseite mindestens ein Kopplungselement an der Spur-Aufbauplatte und/oder
an den zwei Führungsstegen ausgebildet ist und an der anderen Stirnseite mindestens
ein weiteres Kopplungselement an der Spur-Aufbauplatte und/oder an den zwei Führungsstegen
ausgebildet ist, und dass
- der einstückige Spurrinnenkörper aus einem Polymer gebildet ist, das eine Wärmeformbeständigkeitstemperatur
im Bereich von 120 bis 160°C aufweist, gemessen nach Methode A DIN en ISO 75.
[0008] Das Anlaufspurelement weist den einstückigen Spurrinnenkörper mit einem für eine
Einzelspur einer Anlaufspur erforderlichen u-förmigen Querschnitt auf. Die Führungsstege
weisen dabei eine Höhe von bevorzugt 0,5 bis 5cm über der Spur-Aufbauplatte auf. Zum
einen ist dieses Anlaufspurelement leicht - auch bei Selbstmontage durch einen Nutzer
beispielsweise einen Skisprungschanzenbetreiber- montierbar. Der Nutzer braucht nur
die Kopplungselemente und die weiteren Kopplungselemente mehrerer Anlaufspurelemente
mechanisch zu koppeln, um die Einzelspur kettenförmig aufzubauen. Zum anderen ist
das Anlaufspurelement temperaturbelastbarer d.h. auch bei Temperaturschwankungen im
Bereich von -35°C bis 40°C auch bei starker Sonneneinstrahlung hinreichend formstabil
und zeigt daher für den praktischen Sprungbetrieb vernachlässigbare Verwerfungen.
[0009] Unter der Formbeständigkeit bei Aufheizung ist eine Fähigkeit eines Prüfkörpers zu
verstehen, unter einer bestimmten Belastungsbedingung seine Form bis zu einer bestimmten
Temperatur beizubehalten bzw. bei festgelegter Prüftemperatur einen vorgegebenen Verformungsbetrag
nicht zu überschreiten. Die Wärmeformbeständigkeit kann nach verschiedenen genormten
Prüfmethoden bestimmt werden, unter anderem Vicat und Wärmeformbeständigkeitstemperatur.
Hier vorliegend wird die Wärmeformbeständigkeitstemperatur nach Methode A DIN en ISO
75 bestimmt. Diese Materialprüfung untersucht die Formbeständigkeit von Kunststoffen
in Abhängigkeit von der Temperatur. Bei der Methode A liegt im Probekörper eine maximale
Biegespannung von 1,80 N·mm
-2 vor.
[0010] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Polymer eine Wärmeformbeständigkeitstemperatur
im Bereich von 130 bis 150°C, bevorzugter 140 bis 145°C, auf, gemessen nach Methode
A DIN en ISO 75. Weiterhin weist das Polymer bevorzugt einen Schmelzflussindex bzw.
eine Schmelze-Volumenfließrate bei einer Prüftemperatur von 230°Cund einer Masse von
2,16 kg, gemessen nach ISO 1133, im Bereich von 2,0 bis 5,0, bevorzugt 3,0 bis 4,0,
g/10min auf.
[0011] Bei Betrieb eines Anlaufspursystems ist das Anlaufspurelement hohen mechanischen
Belastungen ausgesetzt, wenn ein Skispringer auf der Anlaufspur hinabgleitet. Neben
einer Druckbelastung treten auch eine Zugbelastung sowie eine Biegebeanspruchung auf
- und zwar in dem Temperaturbereich von -35°C bis +40°C. Weiterhin ist zu beachten,
dass eine Sprödigkeit eines Polymers unter -10°C logarithmisch zunehmen kann und auch
durch Umweltfaktoren wie hohe Temperaturen und Sonneneinstrahlung insbesondere UV-Strahlen
gefördert wird. Hohe Lufttemperaturen von über 30°C können zudem Verwerfungen bedingt
durch Materialausdehnung verursachen. Bevorzugt weist das Polymer daher einen oder
mehrere der nachstehend genannten Parametern in den angegebenen Bereichen auf: Bevorzugt
weist das Polymer eine Zugfestigkeit (5mm/min), gemessen nach ISO 527, im Bereich
von 70 bis 100, bevorzugt 80 bis 90, N/mm
2 auf. In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Polymer ein Elastizitätsmodul,
gemessen nach ISO 527, im Bereich von 5500 bis 7500, bevorzugt 6000 bis 6500, N/mm
2 auf. Bevorzugt weist das Polymer eine Schlagzähigkeit (23°C), gemessen nach ISO 180/1A,
im Bereich von 5,0 bis 15,0 bevorzugt 7,5 bis 11,5, kJ/m
2 auf. Bevorzugt weist das Polymer eine Charpy-Kerbschlagzähigkeit (23°C), gemessen
nach ISO 179/1eA im Bereich von 5,0 bis 15,0, bevorzugt 7,5 bis 12,5, kJ/m
2 auf. Bevorzugt weist das Polymer eine Charpy-Schlagzähigkeit (23°C), gemessen nach
ISO 179, im Bereich von 30 bis 60, bevorzugt 35 bis 50, kJ/m
2 auf. Bevorzugt weist das Polymer eine Verarbeitungsschwindung, gemessen nach DIN
EN 1842, im Bereich von 0,2 bis 0,8, bevorzugt 0,3 bis 0,5, % auf. Mit einem oder
mehrere dieser Parameter weist das Polymer eine ausreichende Steifigkeit aber auch
eine gewünschte Elastizität auf. Es erfüllt die hohen Anforderungen hinsichtlich Belastbarkeit
wie Bruch- und Schlagzähigkeit in einem Temperaturbereich von -30°C bis 45°C.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Polymer ein Thermoplast bevorzugt ein
Polyamid oder Polyolefin. Der Thermoplast ist bevorzugt faserverstärkt wie glasfaser-
oder carbonfaserverstärkt. Bevorzugter ist das Polymer ein faserverstärktes Polyolefin.
Noch bevorzugter ist das Polymer glasfaserverstärktes Polypropylen. Derartige Polymere
eignen sich besonders gut für die Herstellung des Anlaufspurelements mittels eines
Spritzguss-Verfahrens und sind daher kostengünstig herstellbar. Alternativ kann das
Anlaufspurelement aber auch aus einem Polymerblock heraus gefräst oder 3d-gedruckt
sein. Der Faseranteil in dem Polymer liegt bevorzugt in dem Bereich von 20 bis 50,
bevorzugter 25 bis 35, Gew.-%, bezogen auf die Gesamtzusammensetzung des Polymers.
Das Polymer insbesondere in Form von Polyolefinen und speziell Polypropylen weisen
eine außerordentlich gute thermische Belastbarkeit insbesondere bei Kälte auf. Insbesondere
glasfaserverstärktes Polypropylen weist ein geringes Schwindungsverhalten auf, und
es weist weiterhin eine Langzeit-UV-Beständigkeit auf, wodurch eine Versprödungsgefahr
zumindest vermindert ist. Diese Erkenntnisse sind das Ergebnis vieler Versuche und
Tests, um für den Einsatz im Skisprungbetrieb optimierte Polymerfamilien zu identifizieren.
[0013] Unabhängig von der gewählten Herstellungsmethode des Anlaufspurelements ist immer
ein Polymermaterial für den Aufbau vorgesehen, das sich einfach und effizient als
Vollmaterial einfärben lässt. Dadurch kann den Anlaufspuren eine wunschgemäße und
dauerhaft stabile optische Anmutung verliehen werden. Im Bereich des Sprungtisches
einer Skisprungschanze ist ohnehin zum Ende der Anlaufspur hin ein gelb und ein rot
eingefärbter Bereich vorgeschrieben.
[0014] Das Kopplungselement und das weitere Kopplungselement können als Steckelemente und/oder
Aufnahmeelemente für das Steckelement ausgebildet sein. Beispielsweise ist das Steckelement
als Vorsprung und das Aufnahmeelement als Aussparung ausgebildet, wobei das Steckelement
und das Aufnahmeelement als Stecker-Steckeraufnahme-Kombination und mit bevorzugt
komplementär zueinander ausgebildeten Strukturen. Wenn das Kopplungselement und das
weitere Kopplungselement eines Anlaufspurelements jeweils als Steckelement oder als
Aufnahmeelement ausgebildet sind, kann es mit zwei weiteren Anlaufspurelementen mit
zueinander geometrisch passend ausgebildeten Kopplungselementen und weiteren Kopplungselementen
mechanisch gekoppelt werden. Dann werden zur Montage des Anlaufspursystems jedoch
zwei unterschiedlich ausgebildete Anlaufspurelemente benötigt, eine Anlaufspurelementart
mit Steckelementen und eine Anlaufspurelementart mit Aufnahmeelementen.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform ist das mindestens eine Kopplungselement als
ein Steckelement ausgebildet und das mindestens eine weitere Kopplungselement als
ein Aufnahmeelement ausgebildet. In diesem Fall sind zur Montage des Anlaufspursystems
nur identisch ausgebildete Anlaufspurelemente erforderlich, was den Montageaufwand
gering hält und auch den Herstellungsaufwand verringert, weil nur eine Art an Anlaufspurelementen
hergestellt werden muss.
[0016] In einer bevorzugten Ausführungsform weist jeder Führungssteg jeweils ein Kopplungselement
und ein weiteres Kopplungselement auf. Bevorzugt weisen beide Führungsstege an einem
Ende d.h. an der Stirnseite jeweils ein Aufnahmeelement und an ihrem anderen Ende
d.h. der anderen Stirnseite jeweils ein Steckelement auf. Dadurch sind mehrere Anlaufspurelemente
leicht miteinander mechanisch koppelbar.
[0017] Bevorzugt ist in der Spur-Aufbauplatte und/oder in den zwei Führungsstegen mindestens
eine Verankerungsöffnung ausgebildet, welche ausgebildet ist, ein Verankerungselement
zur Verankerung des Anlaufspurelements auf einer Skisprungschanze aufzunehmen. Die
Spur-Aufbauplatte und/oder die Führungsstege sind mittels der Verankerungsöffnung
auf einer statisch tragenden Unterkonstruktion wie dem Bauwerk in Form der Skisprungschanze,
die beispielsweise Holz, Beton und/oder Stahl aufgebaut ist, mittels des Verankerungselements
wie beispielsweise einer Schraube montierbar.
[0018] Alternativ oder zusätzlich weist jeder Führungssteg mindestens einen Montagevorsprung
auf, welcher quer zur Erstreckungsrichtung (E) von der Spur-Aufbauplatte vorspringend
ausgebildet ist und mindestens eine Montageöffnung aufweist. Die Führungsstege sind
mittels der Montageöffnung auf der statisch tragenden Unterkonstruktion mittels eines
Montageelements wie beispielsweise einer Schraube montierbar. Die Vorsprünge sind
bevorzugt ausgehend von einem Boden der Führungsstege ausgebildet, bezogen auf die
betriebsgemäße Aufstellposition des Anlaufspurelements.
[0019] In einer bevorzugten Ausführungsform ist in der Spur-Aufbauplatte und in den zwei
Führungsstegen jeweils mindestens eine Verankerungsöffnung ausgebildet. In einer alternativ
bevorzugten Ausführungsform ist in den zwei Führungsstegen jeweils mindestens eine
Verankerungsöffnung ausgebildet und weist jeder Führungssteg mindestens einen Montagevorsprung
auf, welcher quer zur Erstreckungsrichtung von der Spur-Aufbauplatte vorspringend
ausgebildet ist und mindestens eine Montageöffnung aufweist. Dadurch kann das Anlaufspurelement
sicher an der Unterkonstruktion befestigt werden.
[0020] Ein Boden des Anlaufspurelements ist bevorzugt als rippenförmige Struktur ausgebildet,
während eine Oberseite des Anlaufspurelements als u-förmige Platte ausgebildet ist,
wobei sich die Positions- und Richtungsangaben auf die betriebsgemäße Aufstellposition
des Anlaufspurelements beziehen und das Anlaufspurelement eine oder mehrere Öffnungen,
Aussparungen und dergleichen aufweisen kann, wie beispielsweise die hier vorstehend
und nachstehend beschriebenen.
[0021] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Anlaufspurelement mindestens eine
Aussparung auf, welche in betriebsgemäßer Aufstellposition des Anlaufspurelements
einen Durchgang unter, durch oder in einen Boden des Anlaufspurelements ausbildet.
Dadurch ist ein Querträger unter, durch oder in dem Boden anordnbar. Wenn das Anlaufspursystem
aus mehreren Anlaufspurelementen montiert ist, kann ein Querträger stegartig in den
Aussparungen angeordnet sein. Dieser Querträger dient gleichzeitig in einer Winteranlaufspur,
die benachbart zu der aus dem Anlaufspurelement gebildeten Sommeranlaufspur verläuft,
zum mechanischen Zurückhalten von Schnee und Eis, das bei der Präparation der Winterspur
lose in dies eingebracht wird. Wenn die Führungsstege die vorstehend beschriebenen
Montagevorsprünge aufweisen, welche quer zur Erstreckungsrichtung von der Spur-Aufbauplatte
vorspringend ausgebildet sind, sind bevorzugt Aussparungen benachbart zu den Vorsprüngen
ausgebildet. Die Aussparung kann als Öffnung oder bevorzugt als Vertiefung ausgebildet
sein. Wenn der Boden des Anlaufspurelements als rippenförmige Struktur ausgebildet
ist, weisen Rippen der Führungsstege und ggf. der Spur-Aufbauplatte die den Durchgang
unter, ebenfalls durch oder in dem Boden des Anlaufspurelements ausbildende Aussparung
auf.
[0022] Bevorzugt weist die Spur-Aufbauplatte ein Düsenaufnahmeelement auf, welches ausgebildet
ist, Flüssigkeit der Oberseite der Spur-Aufbauplatte zuzuführen, bezogen auf die betriebsgemäße
Aufstellposition des Anlaufspurelements. Wenn das Anlaufspursystem aus mehreren Anlaufspurelementen
montiert ist, kann insbesondere bei Betrieb eine Flüssigkeit wie Wasser auf die Oberseite
der Spur-Aufbauplatte aufgebracht werden und auf ihr entlangfließen. Bevorzugt ist
das Düsenaufnahmeelement von einem Abdeckelement bedeckt, das in die Oberseite der
Spur-Aufbauplatte integriert ist. Das Abdeckelement ist bevorzugt eine Abdeckplatte,
die bei Bedarf beispielsweise mittels eines Schraubenziehers von der Spur-Aufbauplatte
lösbar ist. Bevorzugt sind das Düsenaufnahmeelement und das Abdeckelement in einer
Senke der Spur-Aufbauplatte angeordnet, so dass die bei Betrieb angeordnete Düse keinen
Schaden durch auf der Spur-Aufbauplatte entlanggleitende Skier nimmt.
[0023] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Führungsstege von oben auf das Spurplatten-Aufbauelement
betrachtet hinterschnitten ausgebildet und/oder weist eine die Seitenwand bildende
Oberfläche der Führungsstege, die zu dem Spurplatten-Aufbauelement weist, periodische
Strukturen auf. Dadurch besteht zwischen vom Spurplatten-Aufbauelement nach oben hin
verlaufenden Oberflächen der Führungsstege und den Seitenkanten der Skier, die mit
der Oberfläche der Führungsstege in Kontakt kommen, eine vergleichsweise geringe Gleitreibung.
Die periodischen Strukturen liegen bevorzugt im Millimeter oder Submillimeterbereich.
Alternativ oder zusätzlich zur Oberflächenstrukturierung ist eine Kante der Führungsstege,
die zu der Spur-Aufbauplatte weist, hinterschnitten also nicht senkrecht d.h. in einem
Winkel von 90° sondern mit einem Winkel zwischen 80 und 90° zur Oberseite der Spur-Aufbauplatte
angeordnet. Dadurch reiben die Seitenkanten der Skier nicht vollflächig an den Oberflächen
der Führungsstege sondern treten nur ein einem kleinen Abschnitt in mechanischen Gleitreibungskontakt.
Alternativ oder ergänzend zur Hinterschnitt-Geometrie und/oder der Oberflächenstrukturierung
ist die mit den Sprungski-Kanten in Kontakt tretende Oberfläche der Führungsstege
mit einer gleitreibungsreduzierenden Beschichtung versehen. Das Vorsehen einer Beschichtung
kann auch durch das Applizieren geeigneter Wachsmaterialien auf diesen polymeren Oberflächen
realisiert sein.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform weist das Anlaufspurelement Gleitnoppenöffnungen,
welche zur Aufnahme und Fixierung von Gleitnoppen ausgebildet sind. Bevorzugt weist
das Anlaufspurelement Gleitnoppen insbesondere aus Keramik in Form von Porzellan oder
aus Edelstahl auf, die in den Gleitnoppenöffnungen fixiert sind.
[0025] Das Anlaufspurelement weist in die Erstreckungsrichtung bevorzugt eine Länge im Bereich
von 50 bis 75 cm auf. Die Spurbreite des Spurrinnenkörpers liegt vorzugsweise im Bereich
von 12,5 bis 13,5 cm. In diesen Dimensionen lässt sich das Polymer gut spritzgießen,
ohne sich zu sehr zu verziehen, wobei nach dem Spritzguss das Anlaufspurelement oder
zumindest die Oberseite der Anlauf-Spurplatte poliert werden, damit das Anlaufspurelement
insbesondere beim Einsatz faserverstärkter Polymere eine zufrieden stellende Glattheit
aufweist.
[0026] Die Erfindung betrifft ferner einen Baukasten, der mehrere Anlaufspurelemente gemäß
einer oder mehrerer der vorangehend beschriebenen Ausführungsformen aufweist. In einer
bevorzugten Ausführungsform weist der Baukasten mehrere Anlaufspurelemente auf, deren
jeweiliges Kopplungselement als Steckelement und deren jeweiliges weiteres Kopplungselement
als Aufnahmeelement ausgebildet ist. Bevorzugt weist der Baukasten mehrere Anlaufspurelemente
auf, die identisch ausgebildet sind.
[0027] In einer bevorzugten Ausführungsform weist der Baukasten weiterhin ein Dichtungselement
auf, das derart ausgebildet ist, dass es zwischen Stirnseiten zweier Anlaufspurelemente
dichtend anordnbar ist.
[0028] Die Erfindung betrifft weiterhin ein Anlaufspursystem für eine Skisprungschanze mit
mindestens einer Einzelspur, die sich entlang einer Anlaufrichtung erstreckt, aufweisend:
eine Mehrzahl entlang der Anlaufrichtung hintereinander angeordnete Anlaufspurelemente
nach einer oder mehrerer der vorstehend beschriebenen Ausführungsformen, wobei das
Kopplungselement und das weitere Kopplungselement entlang der Anlaufrichtung Stoßkanten
zwischen benachbarten Anlaufspurelementen mechanisch koppeln. Die Anlaufrichtung und
die Erstreckungsrichtung sind parallel zueinander. Mehrere kettenförmig hintereinander
angeordnete und mechanisch gekoppelte Anlaufspurelemente bilden die Einzelspur.
[0029] Das Anlaufspursystem ist unkompliziert montierbar und auch zur Selbstmontage durch
einen Betreiber der Skisprungschanze geeignet. Die Herstellungskosten sowie der Wartungs-
und Unterhaltungsaufwand sind gering, während die Langlebigkeit aufgrund der Temperaturbelastbarkeit
der Anlaufspurelemente vergleichsweise groß ist.
[0030] In einer bevorzugten Ausführungsform ist zwischen benachbarten und mechanisch gekoppelten
Anlaufspurelementen ein Dichtungselement angeordnet.
[0031] Bevorzugt sind Gleitnoppen in den Gleitnoppenöffnungen des Anlaufspurelements angeordnet.
Bevorzugt sind die Gleitnoppen aus Keramik wie Porzellan oder aus Edelstahl.
[0032] Bevorzugt weist das Anlaufspursystem zwei Einzelspuren auf. Bevorzugt ist das Anlaufspursystem
eine Sommerspur einer Skisprunganlage. Die Sommerspur kann Teil eines Anlaufspursystems
sein, das als Doppelspursystem eine Sommerspur und eine Winterspur als integrierte
Einheit aufweist.
[0033] Nachfolgend werden beispielhaft mögliche Ausführungsformen des Anlaufspursystems
anhand der Figuren beschrieben.
[0034] Es zeigen schematisch und nicht-maßstabsgerecht:
- Fig. 1
- eine Draufsicht auf ein Anlaufspurelement in einer ersten Ausführungsform;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht des in Fig. 1 gezeigten Anlaufspurelements;
- Fig. 3
- eine weitere Draufsicht auf das in Fig. 1 gezeigte Anlaufspurelement;
- Fig. 4
- eine perspektivische Ansicht eines Anlaufspurelements in einer zweiten Ausführungsform;
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf das in Fig. 4 gezeigte Anlaufspurelement;
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf ein Anlaufspursystem; und
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf ein weiteres Anlaufspursystem.
[0035] Fig. 1 zeigt eine Draufsicht auf ein Anlaufspurelement in einer ersten Ausführungsform.
Gezeigt ist die Draufsicht auf eine Oberseite des Anlaufspurelements, bezogen auf
die betriebsgemäße Aufstellposition des Anlaufspurelements. Das Anlaufspurelement
weist eine Spur-Aufbauplatte 1 und zwei Führungsstege 2, 3 auf, die sich alle drei
in eine Erstreckungsrichtung E erstrecken und die Spur-Aufbauplatte 1 lateral als
Seitenwände begrenzen. Die Spur-Aufbauplatte und die zwei Führungsstege 2, 3 sind
derart integral ausgebildet, dass sie einen u-förmigen einstückigen Spurrinnenkörper
ausbilden, welcher die zwei Führungsstege 2, 3 als Seitenwände sowie zwei Stirnseiten
4, 5 aufweist. Die Oberseite 16 des Spurrinnenkörpers ist als u-förmige Platte ausgebildet.
Ein Boden 13, der in dieser Ansicht nicht sichtbar ist, aber als rippenartige Struktur
ausgebildet ist, ist gestrichelt gezeichnet.
[0036] An der einen Stirnseite 4 ist ein Kopplungselement 21 an dem Führungssteg 2 und ein
Kopplungselement 31 an dem Führungssteg 3 ausgebildet. Die Kopplungselemente 21, 31
sind hier als einfache Steckelemente in Form von Vorsprüngen mit im Wesentlichen rechteckigem
Querschnitt ausgebildet. An der anderen Stirnseite 5 ist ein weiteres Kopplungselement
22 an dem Führungssteg 2 und ein weiteres Kopplungselement 32 an dem Führungssteg
2, 3 ausgebildet. Die weiteren Kopplungselemente 22, 32 sind als Aufnahmeelemente
in Form von Aussparungen ausgebildet. Die Steckelemente und Aussparungen sind als
Stecker-Steckeraufnahme-System mit komplementärer geometrischer Struktur zueinander
ausgebildet, sodass sie mit zwei weiteren Anlaufspurelementen mit identisch ausgebildeten
Kopplungselementen und weiteren Kopplungselementen mechanisch koppelbar sind.
[0037] Der einstückige Spurrinnenkörper ist aus glasfaserverstärktem Polypropylen gebildet,
das eine Wärmeformbeständigkeitstemperatur von 142°C aufweist, gemessen nach Methode
A DIN en ISO 75, sodass das Anlaufspurelement temperaturbelastbar ist.
[0038] In der Spur-Aufbauplatte 1 sind - rein beispielhaft zwei - Verankerungsöffnungen
11 ausgebildet. Auch in den zwei Führungsstegen 2, 3 sind jeweils - rein beispielhaft
zwei - Verankerungsöffnungen 24, 34 ausgebildet. Die Verankerungsöffnungen 11, 24,
34 sind jeweils ausgebildet, ein Verankerungselement, beispielsweise eine Schraube
(nicht gezeigt), zur Verankerung des Anlaufspurelements an einer statisch tragenden
Unterkonstruktion der Skisprungschanze (nicht gezeigt) aufzunehmen.
[0039] Das Spur-Anlaufspurelement 1 weist ein Düsenaufnahmeelement 14 auf, welches ausgebildet
ist, Flüssigkeit einer Oberseite 16 der Spur-Aufbauplatte 1 von unten her zuzuführen,
bezogen auf die betriebsgemäße Aufstellposition des Anlaufspurelements. Das Düsenaufnahmeelement
14 ist gestrichelt gezeichnet, weil es in dieser Draufsicht von einem Abdeckelement
15 bedeckt ist, das in die Oberseite 16 der Spur-Aufbauplatte 1 integriert ist und
bei Bedarf mittels eines Schraubenziehers von der Spur-Aufbauplatte 1 lösbar ist.
[0040] Das Anlaufspurelement weist weiterhin Gleitnoppenöffnungen 12 auf, welche zur Aufnahme
in Fixierung von Gleitnoppen (nicht gezeigt) für den Sommerspurbetrieb ausgebildet
sind.
[0041] Fig. 2 zeigt eine perspektivische Ansicht des in Fig. 1 gezeigten Anlaufspurelements.
Gleiche Bauelemente sind mit gleichen Bezugszeichen versehen und die vorangehend gemachten
Ausführungen gelten entsprechend. Das Anlaufspurelement weist Aussparungen 25 in Form
einer Vertiefung auf. Ferner sind beide Führungsstege 3 leicht hinterschnitten angeordnet.
Alternativ oder zusätzlich kann eine die Seitenwand bildende Oberfläche 36 des Führungsstegs
3, die zu dem Spurplatten-Aufbauelement 1 weist, periodische Strukturen zur Gleitreibungsreduktion
beim Kontakt mit den Längskanten von Skiern aufweisen.
[0042] Fig. 3 zeigt eine weitere Draufsicht auf das in Fig. 1 gezeigte Anlaufspurelement.
Gleiche Bauelemente sind mit gleichen Bezugszeichen versehen und die vorangehend gemachten
Ausführungen gelten entsprechend. Gezeigt ist die Draufsicht auf den Boden des Anlaufelements,
bezogen auf die betriebsgemäße Aufstellposition des Anlaufspurelements. Auch der Führungssteg
3 weist mehrere Aussparungen 35 in Form von Vertiefungen auf. Die Aussparungen 25,
35 bilden in betriebsgemäßer Aufstellposition des Anlaufspurelements einen Durchgang
unter bzw. in dem Boden 13 des Anlaufspurelements aus. Die Aussparungen 25, 35 sind
derart ausgebildet und angeordnet, dass sie die Anordnung des Anlaufspurelements auf
einem Querträger in Form eines Stegs (nicht gezeigt), der quer zur Erstreckungsrichtung
orientiert und auf der Skisprungschanze montiert ist. erlauben. Der Boden 13 ist als
rippenartige Struktur ausgebildet, die integral mit der plattenförmigen Oberseite
16 ausgebildet ist.
[0043] Fig. 4 zeigt eine perspektivische Ansicht eines Anlaufspurelements in einer zweiten
Ausführungsform. Das in Fig. 4 gezeigte Anlaufspurelement entspricht dem in Fig. 2
gezeigten Anlaufspurelement mit dem Unterschied, dass das Anlaufspurelement anstelle
der Verankerungsöffnungen 11 Montagevorsprünge 23, 33 mit jeweils einer Montageöffnung
231, 331 aufweist. Die Führungsstege 2, 3 des Anlaufelements weisen - rein beispielhaft
jeweils zwei - Montagevorsprünge 23, 33 auf, welche quer zur Erstreckungsrichtung
E von der Spur-Aufbauplatte 1 vorspringend ausgebildet sind und jeweils - rein beispielhaft
eine - Montageöffnung 231, 331 aufweisen.
[0044] Fig. 5 zeigt eine Draufsicht auf das in Fig. 4 gezeigte Anlaufspurelement. Gezeigt
ist die Draufsicht auf den Boden des Anlaufspurelements. Die Vorsprünge 23, 33 sind
am Boden 13 benachbart zu den Aussparungen 25, 35 ausgebildet.
[0045] Fig. 6 zeigt eine schematische Draufsicht auf ein Anlaufspursystem. Das Anlaufspursystem
weist eine Einzelspur 6 und eine Einzelspur 7 auf. Jede Einzelspur 6, 7 weist eine
Mehrzahl entlang der Anlaufrichtung hintereinander angeordnete identische Anlaufspurelemente
auf, die wie in Fig. 1 gezeigt ausgebildet sind, aber Gleitnoppen aufweisen. Hier
ist eine Draufsicht auf die Stirnseiten 5 gezeigt, die ein Ende der Einzelspuren 6,
7, gebildet aus Anlaufspurelementen, darstellt. Die beiden Anlaufspurelemente entsprechen
dem in Fig. 1 gezeigtem Anlaufspurelement, bei dem die weiteren Kopplungselemente
22, 32 der Führungsstege 2, 3 sichtbar sind. Der Spur-Aufbauplatte 1 und die Führungsstege
2, 3 bilden jeweils die Einzelspuren 6, 7 aus, in denen Skier (nicht gezeigt) gleiten
können. Die Einzelspuren 6, 7 bilden zusammen eine Sommerspur.
[0046] Fig. 7 zeigt eine schematische Draufsicht auf ein weiteres Anlaufspursystem. Das
in Fig. 7 gezeigte Anlaufspursystem entspricht dem in Fig. 6 gezeigten Anlaufspursystem
mit dem Unterschied, es neben den Sommerspuren in Form der Sommer-Einzelspuren 6,
7 zwei weitere als Winterspuren vorgesehene Winter-Einzelspuren 8, 9 aufweist, die
von links in der Abfolge Winter-Einzelspur 8, Sommer-Einzelspur 6, Winter-Einzelspur
9 und Sommer-Einzelspur 7 verschränkt ineinander angeordnet sind. Die weitere Winter-Einzelspur
9 wird durch den rechten Führungssteg 2 der Sommer-Einzelspur 6 und den linken Führungssteg
3 der Sommer-Einzelspur 7 lateral als Seitenwände begrenzt. Ein Boden (nicht gezeigt)
dieser weiteren Winter-Einzelspur 9 ist beispielsweise durch eine statisch tragende
Unterkonstruktion der Skisprungschanze realisiert, die hier der Übersichtlichkeit
halber nicht gezeigt ist. Die weitere Winter-Einzelspur 8 wird auf ihrer rechten Seite
durch den linken Führungssteg 3 der Sommer-Einzelspur 6 und auf ihrer linken Seite
durch einen separaten Führungssteg 10 mit einem an einer von der Einzelspur 6 abgewandten
Seite des Führungsstegs 10 ausgebildeten Montagevorsprung 11 lateral als Seitenwände
begrenzt. Der separate Führungssteg 10 ist über einer in dem Montagevorsprung 11 ausgebildeten
Öffnung (nicht gezeigt) an der statisch tragenden Unterkonstruktion der Skisprungschanze
montierbar. Das in Fig. 7 gezeigte Anlaufspursystem weist daher eine Kombination der
in Fig. 6 gezeigten Sommerspur mit der Winterspur auf.
Bezugszeichenliste:
[0047]
- 1
- Spur-Aufbauplatte
- 11
- Verankerungsöffnung
- 12
- Gleitnoppenöffnung
- 13
- Boden
- 14
- Flüssigkeitsanschluss
- 15
- Abdeckelement
- 16
- Oberseite
- 2
- Führungssteg
- 21
- Kopplungselement
- 22
- weiteres Kopplungselement
- 23
- Montagevorsprung
- 231
- Montageöffnung
- 24
- Verankerungsöffnung
- 25
- Aussparung
- 26
- Oberfläche
- 3
- Führungssteg
- 31
- Kopplungselement
- 32
- weiteres Kopplungselement
- 33
- Montagevorsprung
- 331
- Montageöffnung
- 34
- Verankerungsöffnung
- 35
- Aussparung
- 36
- Oberfläche
- 4, 5
- Stirnseiten
- 6, 7
- Sommer-Einzelspuren
- 8, 9
- Winter-Einzelspuren
- 10
- Führungssteg
- 11
- Montagevorsprung
1. Anlaufspurelement zur Ausbildung eines Anlaufspursystems für eine Skisprungschanze,
aufweisend eine Spur-Aufbauplatte (1) und zwei Führungsstege (2, 3), die sich in eine
Erstreckungsrichtung (E) erstrecken und die Spur-Aufbauplatte (1) lateral als Seitenwände
begrenzen,
dadurch gekennzeichnet, dass
- die Spur-Aufbauplatte (1) und die zwei Führungsstege (2, 3) derart integral ausgebildet
sind, dass sie einen einstückigen Spurrinnenkörper ausbilden, welcher die zwei Führungsstege
(2, 3) als Seitenwände sowie zwei Stirnseiten (4, 5) aufweist, dass
- an der einen Stirnseite (4) mindestens ein Kopplungselement (21, 31) an der Spur-Aufbauplatte
(1) und/oder an den zwei Führungsstegen (2, 3) ausgebildet ist und an der anderen
Stirnseite (5) mindestens ein weiteres Kopplungselement (22, 32) an der Spur-Aufbauplatte
(1) und/oder an den zwei Führungsstegen (2, 3) ausgebildet ist, und dass
- der einstückige Spurrinnenkörper aus einem Polymer gebildet ist, das eine Wärmeformbeständigkeitstemperatur
im Bereich von 120 bis 160°C aufweist, gemessen nach Methode A DIN en ISO 75.
2. Anlaufspurelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer eine Wärmeformbeständigkeitstemperatur im Bereich von 130 bis 150°C,
bevorzugt 140 bis 145°C, aufweist, gemessen nach Methode A DIN en ISO 75.
3. Anlaufspurelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Polymer ein faserverstärktes Polyolefin, bevorzugt glasfaserverstärktes Polypropylen,
ist.
4. Anlaufspurelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das mindestens eine Kopplungselement (21, 31) als ein Steckelement ausgebildet ist
und das mindestens eine weitere Kopplungselement (22, 32) als ein Aufnahmeelement
für das Steckelement ausgebildet ist.
5. Anlaufspurelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Führungssteg (2, 3) jeweils ein Kopplungselement (21, 31) und ein weiteres
Kopplungselement (22, 32) aufweist.
6. Anlaufspurelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der Spur-Aufbauplatte (1) und/oder in den zwei Führungsstegen (2, 3) mindestens
eine Verankerungsöffnung (11, 24, 34) ausgebildet ist, welche ausgebildet ist, ein
Verankerungselement zur Verankerung des Anlaufspurelements auf einer Skisprungschanze
aufzunehmen.
7. Anlaufspurelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder Führungssteg (2, 3) mindestens einen Montagevorsprung (23, 33) aufweist, welcher
quer zur Erstreckungsrichtung (E) von der Spur-Aufbauplatte (1) vorspringend ausgebildet
ist und mindestens eine Montageöffnung (231, 331) aufweist.
8. Anlaufspurelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens eine Aussparung (25, 35), welche in betriebsgemäßer Aufstellposition des
Anlaufspurelements einen Durchgang unter, durch oder in einen Boden (13) des Anlaufspurelements
ausbildet.
9. Anlaufspurelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Spur-Aufbauplatte (1) ein Düsenaufnahmeelement (14) aufweist, welches ausgebildet
ist, Flüssigkeit einer Oberseite der Spur-Aufbauplatte (1) zuzuführen, bezogen auf
die betriebsgemäße Aufstellposition des Anlaufspurelements.
10. Anlaufspurelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsstege (2,3) von oben auf das Spurplatten-Aufbauelement (1) betrachtet
hinterschnitten ausgebildet sind und/oder dass eine die Seitenwand bildende Oberfläche
(26, 36) der Führungsstege (2, 3), die zu dem Spurplatten-Aufbauelement (1) weist,
periodische Strukturen aufweist.
11. Anlaufspurelement nach einem der vorangehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch Gleitnoppenöffnungen (12), welche zur Aufnahme und Fixierung von Gleitnoppen ausgebildet
sind.
12. Baukastensystem, aufweisend mehrere Anlaufspurelemente gemäß einem der vorangehenden
Ansprüche.
13. Baukastensystem nach Anspruch 12, gekennzeichnet durch ein Dichtungselement, das derart ausgebildet ist, dass es zwischen Stirnseiten zweier
Anlaufspurelemente dichtend anordnbar ist.
14. Anlaufspursystem für eine Skisprungschanze mit mindestens einer Einzelspur (6, 7),
die sich entlang einer Anlaufrichtung erstreckt, aufweisend: eine Mehrzahl entlang
der Anlaufrichtung hintereinander angeordnete Anlaufspurelemente nach einem der Ansprüche
1 bis 11, wobei das Kopplungselement (21, 31) und das weitere Kopplungselement (22,
32) entlang der Anlaufrichtung an Stoßkanten zwischen benachbarten Anlaufspurelementen
mechanisch koppeln.
15. Anlaufspursystem gemäß Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen benachbarten und mechanisch gekoppelten Anlaufspurelementen ein Dichtungselement
angeordnet ist.