(19)
(11) EP 3 470 572 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.04.2019  Patentblatt  2019/16

(21) Anmeldenummer: 18200411.9

(22) Anmeldetag:  15.10.2018
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
D06F 81/08(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
KH MA MD TN

(30) Priorität: 16.10.2017 DE 102017123989

(71) Anmelder: Leifheit AG
56377 Nassau (DE)

(72) Erfinder:
  • FISCHER, Klaus Jürgen
    56379 Holzappel (DE)
  • ZENS, Detlef
    57632 Burglahr (DE)
  • LINK, Jan
    56068 Koblenz (DE)
  • SCHAAF, Uwe
    64665 Alsbach-Hähnlein (DE)

(74) Vertreter: Bungartz Christophersen Partnerschaft mbB Patentanwälte 
Im Mediapark 6A
50670 Köln
50670 Köln (DE)

   


(54) BÜGELTISCH


(57) Die Erfindung betrifft einen Bügeltisch mit einer Bügelfläche (1) zum Auflegen von zu bügelnden Wäschestücken und wenigstens einem, unterhalb der Bügelfläche (1) angeordneten Innenvolumen (2), das über eine Ventilatorvorrichtung (3) derart mit einem Arbeitsdruck beaufschlagbar ist, dass der Druck im Innenvolumen (2) relativ zum Umgebungsdruck erhöht ist.
Die bekannten Bügeltische haben den Nachteil, dass die Wäschestücke auf der Bügeltischplatte lose aufliegen und von dem Bügeleisen (7) beim Bügeln vor dem Bügeleisen (7) her geschoben werden, so dass sich die Gefahr einer Faltenbildung ergibt.
Dies verbessert die Erfindung dadurch, dass die Bügelfläche (1) aus einem elastischen Material gefertigt ist und zumindest partiell dampfdicht ausgebildet ist, wobei die Bügelfläche (1) über den Arbeitsdruck kissenartig aufblähbar ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft einen Bügeltisch nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

[0002] Ein gattungsgemäßer Bügeltisch ist aus der DE 195 16 219 A1 als Komfort-Bügeltisch bekannt. Dieser weist neben weiteren Verbesserungen ein auf die Bügeltischplatte aufsteckbares und aufblasbares Kissen auf, das zum Beispiel die Form eines Hemdes haben kann. Hierüber kann der Benutzer die effektive Fläche der Bügelfläche vergrößern und das Kleidungsstück spannend aufblasen.

[0003] Der Nachteil dieser Vorrichtung besteht aber darin, dass eine separate Zufuhr für die Bereitstellung des Innendrucks in Form einer Pumpe vorhanden sein muss und dass der Benutzer im Bedarfsfall den Bezug auf die Bügeltischplatte aufziehen muss.

[0004] Weiterhin ist aus der DE 10 2015 106 908 A1 ein Dampfbügeltisch bekannt. Solche Dampfbügeltische weisen eine dampfdurchlässige Bügeltischplatte auf, die eine darunterliegende Wanne abdeckt, wobei über die Ventilatorvorrichtung, die üblicherweise am hinteren Ende der Wanne angeordnet ist, entweder Umgebungsluft in die Wanne eingesaugt und durch die Bügelplatte hindurchgefördert wird oder alternativ Dampf aus der Wanne abgesaugt und infolge der Dampfdurchlässigkeit der Bügeltischplatte und des Unterdrucks in der Wanne durch das Wäschestück und den ebenfalls dampfdurchlässigen Bezug der Bügeltischplatte gesogen wird.

[0005] Obwohl Dampfbügeltische ein gutes Bügelergebnis durch den Dampf erzeugen, haben sie, wie auch konventionelle Bügeltische, den Nachteil, dass die Wäschestücke auf der Bügeltischplatte lose aufliegen und von dem Bügeleisen beim Bügeln vor dem Bügeleisen her geschoben werden, so dass sich die Gefahr einer Faltenbildung ergibt.

[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Bügelunterlage zu schaffen, die mit möglichst geringem Aufwand ein möglichst faltenfreies Bügeln ermöglicht.

[0007] Diese Aufgabe wird nach der Erfindung durch einen Bügeltisch nach Anspruch 1 gelöst.

[0008] Der erfindungsgemäße Bügeltisch schafft nun auf einfache Weise ein flexibles Kissen im Bereich der Bügelfläche, das entweder mit Luft oder mit einem anderen, durch das Bügeleisen verdrängbaren und hitzebeständigen Material gefüllt ist. Ein solches Kissen könnte in dem Bezug für den Bügeltisch eingearbeitet sein. Wesentlich vorteilhafter ist es jedoch, die Ventilatorvorrichtung zu nutzen, um den Innendruck im Innenvolumen aufzubauen, so dass das Innenvolumen dann dieses Kissen bilden kann.

[0009] Um das Innenvolumen als Kissen nutzen zu können, wird die Ventilatorvorrichtung strömungstechnisch derart ausgerichtet, dass sie von außen einen Luftstrom in das Innenvolumen fördert, also für einen konstanten Überdruck als Arbeitsdruck sorgt. Auch hier gibt es wieder unterschiedliche Möglichkeiten, um diesen Luftstrom zur Erzeugung des unterhalb der Bügelfläche angeordneten Kissens zu nutzen. Zum einen kann ein geschlossenes Innenvolumen vorliegen, das mit Ausnahme des Einlasses für die einströmende Luft ansonsten luftdicht ausgebildet ist. Dieses Innenvolumen kann dann kontinuierlich von der Ventilatorvorrichtung mit Druck versorgt werden, so dass in diesem Fall dann der Ventilator gegen den Rückstromdruck arbeitet und den Innendruck im Innenvolumen konstant hält, auch wenn der Benutzer mit dem Bügeleisen auf das Kissen drückt.

[0010] Im Falle einer anderen Ausgestaltung ist das Innenvolumen nicht vollständig luftdicht ausgebildet, was jedoch nicht bedeuten muss, dass das erfindungsgemäße Kissen über die Ventilatorvorrichtung nicht erzeugt werden könnte. In diesem Fall ist die Förderleistung des Ventilators größer als die Verlustleistung durch die aus den Undichtigkeiten herausströmende Luft. Die letztgenannte Ausgestaltung hat zum einen den Vorteil, dass das Innenvolumen vergleichsweise einfach hergestellt werden kann, ohne dass aufwendig für absolute Luftdichtigkeit gesorgt werden müsste. Dies ist insbesondere in Verbindung mit handelsüblichen Bügeltischen oder Dampfbügeltischen interessant. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass in Verbindung mit dem Dampfbügeltisch auch die aus dem Dampfbügeln bekannte Absaugfunktion für aus dem Bügeleisen austretenden Dampf weiterbenutzt werden kann, wenn der Bezug trotz der erfindungsgemäßen Ausgestaltung eine gewisse Dampfdurchlässigkeit besitzt.

[0011] Im oben genannten Fall des dampfdurchlässigen Bezuges kann dann im Absaugbetrieb die Ventilatorvorrichtung Dampf durch den Bezug absaugen, wie es im klassischen Dampfbügelbetrieb üblicherweise der Fall ist. Wird dagegen die Kissenfunktion benötigt, wird die Strömungsrichtung der Ventilatorvorrichtung umgekehrt und gegebenenfalls gleichzeitig die Leistung des Ventilators erhöht. In diesem Fall fördert dann der Ventilator so viel Luft in das Innenvolumen, dass sich dieses kissenartig aufblähen kann, obwohl ein Teil der Luft durch den Bezug und das Wäschestück austritt.

[0012] Da der Bügeltisch ein üblicher Dampfbügeltisch ist, ist bereits unterhalb des Bügeltisches eine Wanne vorhanden, die über die Ventilatorvorrichtung mit einem Überdruck versorgt werden kann. Der Bügeltisch selbst weist eine poröse, formstabile Platte auf, auf der wiederum der Bezug angeordnet ist. Sofern der Bezug einen erhöhten Strömungswiderstand für die Durchführung der Luft aufweist oder gar dampf- oder luftdicht ausgebildet ist, wird nun das Innenvolumen zwischen dem Bezug und der formstabilen Platte aufgebaut. Damit sich die Verlustleistung in Grenzen hält, kann der Rand des Bezuges über weitere Maßnahmen abgedichtet sein.

[0013] Die Erfindung nutzt die beim Dampfbügeltisch vorhandene Ventilatorvorrichtung aus, um alternativ zur Absaugfunktion, mit der Dampf vom Dampfbügeleisen durch die Wäsche und den Bezug in die Wanne abgesaugt wird, die erfindungsgemäße Kissenfunktion bereitzustellen. Hierzu kann der das Innenvolumen aufweisende Bezug ein geschlossenes Innenvolumen mit einem Anschlusskanal für den Überdruck aufweisen.

[0014] Der Dampfbügeltisch wiederum ist, so wie dies zum Beispiel von Staubsaugern bekannt ist, mit einem abnehmbaren oder anschließen Druckkanal versehen, so dass der Benutzer wahlweise die Wanne oder eine Strömungsleitung, die zum Anschlusskanal des Innenvolumens führt, mit der Ventilatorvorrichtung in Strömungsverbindung bringen kann. Hierzu kann beispielsweise eine Steckmöglichkeit für eine flexible Leitung vorgesehen sein, so dass der Benutzer diese Leitung entweder mit der Wanne oder mit dem Anschlusskanal kontaktieren kann. Damit bei dieser Ausgestaltung die Kissenfunktion realisiert werden kann, ist die Ventilatorvorrichtung entsprechend regelbar, so dass er von einem Saugmodus, bei dem er Dampf aus der Wanne abzieht in einen Druckmodus umschaltbar ist, bei dem er dann einen Überdruck zum Aufblasen des Innenvolumens bereitstellt.

[0015] Die oben beschriebene Doppelfunktion der Ventilatorvorrichtung mit einem Druckmodus und einem Saugmodus lässt sich in Verbindung mit dem auf jedem Dampfbügeltisch üblicherweise vorhandenen Bezug verwenden. Hierzu kann, wie oben beschrieben, über die Strömungswiderstände sowohl die Absaug- als auch die Aufblasfunktion realisiert werden. Alternativ kann der Benutzer aber auch einen separaten, zusätzlichen Bezug mit dem Innenvolumen auf den eigentlichen Bezug des Dampfbügeltisches auflegen, wobei dies kein umlaufender Bezug sein muss, sondern auch nur ein aufblasbares Kissen sein kann.

[0016] Eine Möglichkeit zur Abdichtung des Randes kann zum Beispiel darin bestehen, dass der Bezug auf die Unterseite des Bügeltisches gezogen und über ein Zugmittel an der Unterseite verspannt ist. Dieser Bezug kann beispielsweise einen Randbereich aufweisen, der sich fest um den Rand des Bügeltisches anlegen kann, während die Oberseite des Bügeltisches nur lose mit dem Material des Bezuges belegt ist. Dies ermöglicht es, dass sich hier bei auftretendem Überdruck das Innenvolumen mit der Kissenfunktion aufbaut. Hierzu kann dann der feste Rand so ausgebildet sein, dass er den Rand des Bügeltisches weitgehend formstabil umgreift und so dichtend umspannt.

[0017] Alternativ kann der Rand des Bügeltisches auch eine nutartige Einsenkung aufweisen, in der dann das als Seil oder Gummizug ausgebildete Zugmittel zusammen mit einem doppelwandigen Bereich des Randbereiches des Bezuges angeordnet ist. Auf diese Weise wird der Rand des Bezuges in den nutartigen Bereich eingezogen, was eine gewisse Abdichtungsfunktion mit sich bringt.

[0018] Alle Abdichtungsmöglichkeiten können durch entsprechende Beschichtungen des Bezuges an der Unterseite optimiert werden. So kann zum Beispiel hierzu der Bezug an seiner Unterseite mit einer adhäsiven Schicht oder auch mit einer leicht klebrigen Gummierung versehen sein, die auf den Stoff oder die Folie des Bezugs auskaschiert sein kann. Der Bezug selbst kann aus ein- oder mehrlagigem Stoff, dann entsprechend dicht gewebt oder imprägniert, oder auch aus einem Verbund- oder Folienmaterial bestehen.

[0019] Das Innenvolumen zur Bildung des Kissens, kann sich über den vollständigen oder annähernd vollständigen Bereich der Bügeltischplatte erstrecken. Alternativ kann der Bezug aber auch so ausgebildet sein, dass nur ein Teil der Bügeltischplatte von dem Innenvolumen abgedeckt ist, so dass sich nebeneinander ein Bereich mit an der Bügeltischplatte anliegendem Bezug und ein weiterer Bereich mit kissenartig aufgeblähtem Bezug ergibt. Eine solche Ausgestaltung erlaubt es auch, die erfindungsgemäße Verwendung des kissenartigen Aufblähen in Verbindung mit der Dampfabsaugung zu verwenden.

[0020] Der flach auf dem Bügeltisch auf liegende Bezugsbereich kann luft- und/oder dampfdurchlässig sein, so dass sich bei entsprechender Förderrichtung der Ventilatorvorrichtung durch diesen Bereich der Dampf des Dampfbügeleisens absaugen lässt. Der benachbarte Bereich ist dann mit einem erhöhten Strömungswiderstand versehen oder dampfdicht, so dass hier nach Richtungsumkehr der durch die Ventilatorvorrichtung erzeugten Strömung das Kissen entsteht.

[0021] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnungen.

[0022] In den Zeichnungen zeigt:
Fig. 1
eine erste Ausgestaltung einer als Dampfbügeltisch ausgebildeten Bügelunterlage,
Fig. 2
eine weitere Ausgestaltung einer als Dampfbügeltisch ausgebildeten Bügelunterlage,
Fig. 3
den vorderen Bereich der Bügeltischplatte mit einer nutförmigen Einsenkung zur Abdichtung des Bezuges und
Fig. 4
eine Bügelunterlage, die in Verbindung mit handelsüblichen Bügeltischen verwendet werden kann.


[0023] In Figur 1 ist eine erste Ausgestaltung der Erfindung dargestellt. Die Bügelunterlage in Form des Bügeltisches ist von einem klassischen Dampfbügeltisch gebildet, der hier schematisch dargestellt ist. Der Dampfbügeltisch weist im hinteren Bereich eine Ablage für ein Bügeleisen 7 auf, die oberhalb einer Wanne 8 angeordnet ist. Die Wanne 8 ihrerseits ist hier über ein Gestell 6 auf den Boden eines Raumes aufstellbar. Oberhalb einer im Wesentlichen von einer Decke 4 gebildeten Bügeltischplatte ist die Bügelfläche 1 vorgesehen, die hier von der Oberseite eines Bezugs 5 gebildet ist.

[0024] Vor dem Ablagebereich für das Bügeleisen 7 ist die Decke 4 der Bügeltischplatte durch kleine Kanäle 13 für eine Dampf- bzw. Luftströmung durchlässig. Dies wird üblicherweise bei Dampfbügeltischen zum Absaugen des vom Bügeleisen 7 emittierten Dampfers genutzt, wobei hierzu im rückwärtigen Bereich der Wanne 8 die Ventilatorvorrichtung 3 vorgesehen ist, die im Absaugmodus Luft aus der Wanne 8 heraus fördert. Erfindungsgemäß wird nun die Förderleistung der Ventilatorvorrichtung 3 in Pfeilrichtung umgekehrt, so dass die Ventilatorvorrichtung 3 in der Wanne 8 einen Überdruck bereitstellt.

[0025] Der Bezug 5 ist hier um die seitlich über die Wanne 8 überkragende Bügeltischplatte herum gezogen und von einem Zugmittel 9 gehalten. Das Zugmittel 9 besteht im Wesentlichen aus einer Schnur mit einem Befestigungsmittel, so dass nach Zuziehen der schlaufenartigen Schnur der Bezug 5 an der Bügeltischplatte befestigt ist. Der Bezug 5 muss nicht notwendigerweise bis zur Unterseite eines die Wanne 8 überkragenden Teils der Bügeltischplatte herumgezogen sein, es wäre auch ausreichend, den Bezug 5 zum Beispiel mit der Seitenwandung der Bügeltischplatte zu verspannen. Eine solche Ausgestaltung ist in Figur 3 dargestellt. Hier können natürlich alle Formen der Befestigung, die einen gewissen Strömungswiderstand mit sich bringen, verwendet werden.

[0026] Beim Betrieb des Dampfbügeltisches nach Figur 1 wird nun die Ventilatorvorrichtung 3 zunächst in der Wanne 8 einen Überdruck erzeugen. Durch die als Kanal 13 ausgebildeten Öffnungen in der Decke 4 des Bügeltisches wird dieser Innendruck als Arbeitsdruck in das Innenvolumen 2 zwischen der Decke 4 und der Unterseite des Bezuges 5 übertragen. Da der Bezug 5 einen derartigen Strömungswiderstand bietet, so dass die von der Ventilatorvorrichtung 3 geförderte Menge an Luft nicht durch mögliche Strömungslecks abströmen kann, wird hierdurch der Bezug 5 im Bereich des Innenvolumens 2 kissenartig aufgebläht.

[0027] Durch das Luftpolster unterhalb des Bezuges 5 wird es nun für den Benutzer möglich, ein Wäschestück auf die Bügelfläche 1 aufzulegen und beim Bügeln durch das Bügeleisen 7 leicht herunterzudrücken. Durch dieses Herunterdrücken der Fläche unterhalb des Bügeleisens 7 wird der Bereich rund um das Bügeleisen 7 dann nach oben gedrückt, wodurch die Bereiche des Wäschestückes, die in Bewegungsrichtung des Bügeleisens 7 liegen, flächig an der aufgeblähten Bügelfläche 1 anliegen. Dies reduziert die Gefahr, dass der Stoff beim Verschieben des Bügeleisens 7 umschlägt, so dass das Bügeleisen 7 über diesen gefalteten Bereich bewegt wird, was üblicherweise zur gefürchteten Bügelfalte führt.

[0028] In Figur 2 ist eine ähnliche Ausgestaltung wie in Figur 1 gezeigt. Der Bügeltisch weist auch hier eine Wanne 8 mit einer dampfdurchlässigen Decke 4 auf. Insoweit unterscheidet sich diese Ausgestaltung nicht von der in Figur 1 dargestellten Variante. Allerdings ist hier der Bezug 5 auf eine Rolle 12 aufgewickelt und kann vom Benutzer bei Bedarf von dieser Rolle abgezogen werden. Auf der Bügelfläche kann ein dampfdurchlässiger Unterbezug 10 vorgesehen sein, so dass dieser Bügeltisch ohne den Bezug 5 wie ein herkömmlicher Dampfbügeltisch benutzt werden kann.

[0029] Sofern der Benutzer die zusätzliche Funktion der kissenartigen Unterstützung des aufgeblähten Innenvolumens 2 (hier nicht sichtbar) wünscht, kann er den Bezug 5 von der Rolle 12 abwickeln und über die Bügeltischplatte spannen. Hierzu weist auch dieser Bezug 5 ein Zugmittel 9 auf, das als Gummizug oder auch Seilzug ausgebildet sein kann. Auch hier sind in der Decke 4 Kanäle 13 vorgesehen, durch die der erhöhte Druck in der Wanne 8 bei aufgespanntem Bezug 5 in das dann zwischen dem Bezug 5 und der Decke 4 entstehende Innenvolumen übertragen wird. Die Rolle 12 ist hier zumindest abschnittsweise so unterhalb eines kleinen, nach hinten hervorspringenden Vorsprungs der Bügeltischplatte angeordnet, dass der Bezug 5 zunächst ein kleines Stück nach hinten und erst dann, nach einer Richtungsumkehr am oberen, hinteren Rand der Bügeltischplatte in Richtung des vorderen Bereich der Bügeltischplatte verläuft. Durch diese Richtungsumkehr ergibt sich eine definierte Anlagekante im hinteren Bereich der Bügeltischplatte, die in Verbindung mit der Spannkraft eine dichtende Wirkung bereitstellt. Der Bezug 5 ist dabei gegen die Kraft einer Rückzugsfeder von der Rolle 12 abrollbar, so dass diese Rückzugsfeder gleichzeitig auch die zum Abdichten notwendige Spannung aufbringt. Abdichten bedeutet in diesem Zusammenhang nicht notwendigerweise ein vollständiges Dichten, sondern nur eine Strömungsbehinderung in einem derartigen Umfang, dass der Strömungswiderstand durch eventuelle Strömungslecks so groß ist, dass sich im Innenvolumen der Überdruck aufbauen kann.

[0030] In Figur 3 ist der vordere Bereich einer Bügeltischplatte dargestellt, so wie sie zum Beispiel in Verbindung mit der in Figur 1 dargestellten Variante der Erfindung benutzt werden könnte. Zu erkennen ist hier die nutförmigen Einsenkung 14, in die der Bezug 5 zusammen mit dem Zugmittel 9 eingelegt ist, wobei die nutförmige Einsenkung 14 derart dimensioniert ist, dass das Zugmittel 9 das Material des Bezugs 5 in den Spalt der nutförmigen Einsenkung 14 hineinzieht und so die notwendige Dichtwirkung erzeugt. Das Zugmittel 9 kann ein Gummizug oder ein Seilzug sein, wobei letzterer dann über Spannmittel gespannt werden kann.

[0031] Figur 4 zeigt eine weitere Ausgestaltung der Erfindung, wobei hier die Bügelunterlage in Form des Bezuges 5 selbst ausgebildet ist. Dieser Bezug 5 ist zwei- oder mehrlagig ausgebildet, wobei zwischen zwei Lagen des Bezuges 5 das Innenvolumen 2 vorgesehen ist. Auch dieser Bezug 5 weist ein Zugmittel 9 auf, über das der Bezug 5 zum Beispiel auf die Streckmetallplatte eines üblichen Bügeltisches aufgespannt werden könnte. Alternativ kann der Bezug 5 natürlich auch in Verbindung mit einem normalen Tisch als Einrichtungsgegenstand verwendet werden.

[0032] Bei der in Figur 4 gezeigten Ausgestaltung ist die Ventilatorvorrichtung 3 als separates Bauteil ausgebildet, wie hier schematisch dargestellt ist. Die Ventilatorvorrichtung 3 ist über eine Schlauchleitung 11 in Strömungsverbindung mit dem Innenvolumen 2, so dass der Ventilator der Ventilatorvorrichtung 3 den Überdruck im Innenvolumen 2 herstellen kann.

[0033] Als Nachrüstsatz für herkömmliche Bügeltische kann beispielsweise die Ventilatorvorrichtung 3 über Befestigungsmittel an dem Gestell 6 oder der Unterseite der Bügeltischplatte befestigt werden. Ferner ist es möglich, dass die Ventilatorvorrichtung 3 auch als Aufsatz oder als Bauteil zum Unterhängen an die Geräteablage im hinteren Bereich des Bügeltisches ausgebildet ist. Auf diese Weise kann die Erfindung als Nachrüstsatz Verwendung finden.

Bezugszeichenliste:



[0034] 
1
Bügelfläche
2
Innenvolumen
3
Ventilatorvorrichtung
4
Decke
5
Bezug
6
Gestell
7
Bügeleisen
8
Wanne
9
Zugmittel
10
Dampfdurchlässiger Unterbezug
11
Schlauchleitung
12
Rolle
13
Luftkanal
14
Nutartige Einsenkung



Ansprüche

1. Bügeltisch mit einer Bügeltischplatte einem an der Bügeltischplatte befestigten Gestell (6) zum Aufstellen des Bügeltisches auf einen Untergrund, einem auf der Bügeltischplatte angeordnetem, elastischem Bezug (5), dessen Oberseite eine Bügelfläche (1) zum Auflegen von zu bügelnden Wäschestücken bildet, wobei wenigstens ein, unterhalb der Bügelfläche (1) angeordnetes, aufblasbares Innenvolumen (2) vorgesehen ist, das derart mit einem Arbeitsdruck beaufschlagbar ist, dass der Druck im Innenvolumen (2) relativ zum Umgebungsdruck erhöht ist, und wobei der elastische Bezug (5) zumindest im Bereich der Bügelfläche (1) aus einem elastischen Material gefertigt und derart ausgebildet ist, dass der von der Ventilatorvorrichtung (3) in dem Innenvolumen (2) erzeugte Arbeitsdruck die Bügelfläche (1) kissenartig aufzublähen vermag, dadurch gekennzeichnet, dass
der Bügeltisch ein Dampfbügeltisch ist, der eine Wanne (8) und die mit der Wanne (8) zusammenwirkende der Ventilatorvorrichtung (3) aufweist, wobei die formstabile Decke (4) der Wanne (8) dampfdurchlässig ist und die Bügeltischplatte bildet und der elastische Bezug (5) um die Bügeltischplatte oder den darunter liegenden Bereich der Wanne (8) mit einem Halteabschnitt umgelegt ist und im Bereich des Randes der Bügeltischplatte derart ausgebildet ist, dass der Bezug (5) längs des Randes und um die Decke (4) der Wanne herum dichtend gespannt ist und im Bereich der Bügelfläche (1) zur Bildung des aufblähbaren Innenvolumens (2) nicht gespannt ist, und wobei über die Ventilatorvorrichtung (3) der Innendruck in der Wanne (8) und in dem von dem elastischen Bezug (5) und der Decke (4) begrenzten Innenvolumen (2) im Vergleich zum Umgebungsdruck erhöhbar ist, so dass bei erhöhtem Innendruck in der Wanne (8) und in dem Innenvolumen (2) der Bezug (5) von der Decke (4) kissenartig abzuheben vermag.
 
2. Bügeltisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der elastische Bezug (5) im Bereich des Innenvolumens (2) nur in einem solchen Maß dampfdurchlässig ist, dass der Widerstand, gegen den Überdruck aus dem Innenvolumen (2) nach außen zu strömen vermag, derart groß ist, dass durch den von der Ventilatorvorrichtung (3) erzeugten Druck das Innenvolumen (2) kissenartig aufblähbar ist.
 
3. Bügeltisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der elastische Bezug (5) abschnittsweise, insbesondere im Bereich der Bügelfläche dampf- oder luftdicht ausgebildet ist.
 
4. Bügeltisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug (5) ein umlaufendes, elastisches oder manuell spannbares Zugmittel (9) aufweist, über das der Bezug (5) an den Rand der Wanne (8) oder der Decke (4) anlegbar ist.
 
5. Bügeltisch nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Bügeltischplatte einen umlaufenden Seitenrand mit einer umlaufenden, nutartigen Einsenkung (14) aufweist, wobei der Bezug (5) über das Zugmittel (9) derart befestigbar ist, dass sich bei Spannen des Zugmittels (9) das Zugmittel (9) durch die Spannkraft selbsttätig in die nutartige Einsenkung (14) dichtend einzieht.
 
6. Bügeltisch nach Anspruch 1, 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug (5) um die Bügeltischplatte mit einem Halteabschnitt umlegbar ist, wobei der Halteabschnitt zumindest in dem Bereich, der bei bestimmungsgemäßer Montage an der Bügeltischplatte mit der Bügeltischplatte in Kontakt kommt, wenigstens abschnittsweise mit einer adhäsiven Oberfläche versehen ist.
 
7. Bügeltisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die Decke (4), bevorzugt die ganze Wanne (8) aus bei der von einem handelsüblichen Bügeleisen abgegebenen Wärme formbeständigem Kunststoff, insbesondere aus expandiertem Polypropylen (EPP), gefertigt ist.
 
8. Bügeltisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug (5) über einen zumindest an einer vorderen Längsseite und einer hinteren Längsseite, bevorzugt umlaufend an der Außenseite der Wanne (8) nach außen hervorspringenden Halterand gezogen ist und den Halterand mit einem Randbereich untergreift, wobei der Bezug (5) derart ausgebildet ist, dass er sich durch den Druck einer elastischen Spannkraft an den Rand der Wanne (8) und/oder den Halterand dichtend anzulegen vermag.
 
9. Bügeltisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug (5) derart ausgebildet ist, dass er bei erhöhtem Druck im Innenvolumen (2) an einer ersten Stelle der Bügelfläche (1) flach und eben anliegt, während an einer zweiten Stelle der Bügelfläche (1) der Bezug (5) kissenartig aufgebläht ist.
 
10. Bügeltisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der elastische Bezug (5) aus einem dehnbaren Material, insbesondere aus einem, an der Unterseite mit einem gummielastischen Material kaschierten, dehnbaren Stoff oder Kunststofffasergewebe oder aus einer Kunststofffolie gefertigt ist.
 
11. Bügeltisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Bügeltischplatte eine Aufrollmechanik für den Bezug (5) aufweist, wobei der Bezug (5) durch den Benutzer von einer Rolle (12) der Aufrollmechanik abrollbar und spannend sowie dichtend auf die Bügeltischplatte auflegbar ist.
 
12. Bügeltisch nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Rolle (12) gegen die Rückstellkraft zumindest einer Rückzugsfeder beweglich ist.
 
13. Bügeltisch nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ventilatorvorrichtung (3) schaltbar ist und wahlweise in der Wanne (8) einen Überdruck oder einen Unterdruck zu erzeugen vermag.
 
14. Bügeltisch nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zwei elastische Bezüge (5) vorgesehen sind, wobei einer der elastischen Bezüge dampfdicht oder soweit dampfdicht ausgebildet ist, dass die Förderleistung der Ventilatorvorrichtung (3) ausreichend ist, um das Innenvolumen (2) kissenartig aufzublähen und ein weiterer elastischer Bezug (5) derart dampfdurchlässig ist, dass von einem als Dampfbügeleisen ausgebildeten Bügeleisen (7) abgegebener Dampf von der Ventilatorvorrichtung (3) durch den Bezug (5) in die Wanne (8) gesaugt werden kann.
 




Zeichnung







Recherchenbericht









Recherchenbericht




Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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In der Beschreibung aufgeführte Patentdokumente