[0001] Die Erfindung betrifft einen Dämmstoffdübel mit den Merkmalen des Oberbegriffs des
Anspruchs 1 und eine Befestigungsanordnung mit diesem Dämmstoffdübel gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 10.
[0002] Aus der Offenlegungsschrift
DE 10 2007 028 190 A1 ist ein gattungsgemäßer Dämmstoffdübel bekannt. Der Dämmstoffdübel dient zum Befestigen
eines Dämmstoffelements wie beispielsweise einer Dämmplatte aus geschäumtem Polystyrol
an einem Verankerungsgrund, beispielsweise einer Wand aus Beton. An seinem vorderen
Ende weist der Dämmstoffdübel einen Verankerungsabschnitt auf, der als Siebhülse ausgebildet
ist, mit der der Dämmstoffdübel in einem Bohrloch im Verankerungsgrund durch Ausfüllen
der Siebhülse mit einem schäumenden Klebstoff, beispielsweise mit Polyurethan-Schaum,
verankert werden kann. In Einbringrichtung hinter der Siebhülse ist ein im Durchmesser
vergrößerter Abschnitt mit Umfangsöffnungen und einer Axialöffnung am hinteren Ende
angeordnet, der ein Verfüllelement bildet. Zum Befestigen des Dämmstoffelements wird
der bekannte Dämmstoffdübel in ein Bohrloch eingebracht, das durch das Dämmstoffelement
hindurch in den Verankerungsgrund gebohrt wurde. Nach dem Einbringen wird das Verfüllelement
durch die axiale Öffnung mit Polyurethan-Schaum verfüllt, der sich durch die Umfangsöffnungen
hindurch mit dem Dämmstoffelement verbindet und das Dämmstoffelement mit dem Dämmstoffdübel
verklebt. Zwischen dem Verankerungsabschnitt und dem Verfüllelement ist eine axiale
Öffnung ausgebildet, sodass der Klebstoff durch das Verfüllelement hindurch zum Verankern
in den Verankerungsabschnitt gelangt und sich mit der Bohrlochwand im Verankerungsgrund
verbindet. Somit ist das Dämmstoffelement durch Verkleben mit dem Dämmstoffdübel und
über den Dämmstoffdübel am Verankerungsgrund befestigt. Die Qualität der Befestigung
hängt direkt mit dem Verbund zwischen dem Dämmstoffelement und dem Dämmstoffdübel
und dieser wiederum direkt von der Fläche ab, die zum Verkleben aktiviert werden kann.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es daher, einen Dämmstoffdübel vorzuschlagen, der so gestaltet
ist, dass beim Verkleben eine möglichst große Fläche aktiviert werden kann.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Dämmstoffdübel mit den Merkmalen des
Anspruchs 1 gelöst. Der erfindungsgemäße Dämmstoffdübel dient zum Befestigen eines
Dämmstoffelements an einem Verankerungsgrund. Bei dem Dämmstoffelement handelt es
sich insbesondere um eine Dämmstoffplatte eines Wärmedämmverbundsystems, beispielsweise
einer Platte aus extrudiertem oder expandiertem Polystyrol, aus einem Holzfasermaterial
oder aus einer Mineralwolle, wobei diese Aufzählung nicht abschließend ist. Der Verankerungsgrund
besteht insbesondere aus einem mineralischen Baustoff, wie beispielsweise Beton, oder
aus Holz. Insbesondere ist der Verankerungsgrund eine Wand eines Gebäudes, an die
das Dämmstoffelement mit seiner dem Verankerungsgrund zugewandten Rückseite flächig
oder punktuell aufgeklebt ist.
[0005] Der erfindungsgemäße Dämmstoffdübel weist einen Verankerungsabschnitt auf, mit dem
der Dämmstoffdübel im Verankerungsgrund verankerbar ist. Der Verankerungsabschnitt
erstreckt sich insbesondere entlang einer Längsachse des Dämmstoffdübels, und ist
vorzugsweise als Spreizabschnitt ausgebildet, insbesondere als geschlitzter Spreizabschnitt,
der durch Eintreiben eines Spreizelements, insbesondere durch Eintreiben einer Schraube
oder eines Nagels, aufspreizbar ist. Durch das Aufspreizen mit dem Spreizelement ist
der Verankerungsabschnitt mechanisch, also form- oder reibschlüssig, verankerbar.
Alternativ ist der Verankerungsabschnitt als Siebhülse ausgebildet, in die Klebstoff
zur stoffschlüssigen Verankerung in einem Bohrloch eingebracht werden kann. Die Siebhülse
kann zudem auch noch durch das Eintreiben eines Spreizelements aufspreizbar sein.
Ein derartiger Verankerungsabschnitt kann insbesondere in ein Bohrloch im Verankerungsgrund
eingebracht werden, das durch das Dämmstoffelement hindurch gebohrt wurde, wie dies
beispielsweise für eine Wand aus Beton üblich ist. In diesem Fall wird der Dämmstoffdübel
mit dem Verankerungsabschnitt direkt im Verankerungsgrund verankert. Der Verankerungsabschnitt
kann aber auch beispielsweise aus einer Aufnahme oder einer axialen Öffnung bestehen,
in der beispielsweise eine Holzschraube zugfest aufgenommen ist. Die Holzschraube
kann in einen Verankerungsgrund aus Holz eingeschraubt und dadurch der Dämmstoffdübel
indirekt im Verankerungsgrund verankert werden. Grundsätzlich kann die Verankerung
form-, reib- oder stoffschlüssig erfolgen, abhängig davon, welcher Verankerungsgrund
vorhanden und/oder wie der Verankerungsabschnitt ausgestaltet ist.
[0006] Axial, also in Richtung der Längsachse hinter dem Verankerungsabschnitt, ist am erfindungsgemäßen
Dämmstoffdübel ein Verfüllelement angeordnet, das mindestens eine Axialöffnung zum
Einbringen von Klebstoff in das Verfüllelement und mindestens eine Umfangsöffnung
aufweist, durch die der Klebstoff aus dem Verfüllelement austreten kann. Insbesondere
weist das Verfüllelement eine zweite Axialöffnung am Übergang zum Verankerungsabschnitt
auf. Insbesondere weist das Verfüllelement mehrere Umfangsöffnungen auf, derart, dass
der Klebstoff an mehreren Stellen aus dem Verfüllelement austreten kann. Der Klebstoff
kommt somit nicht nur an einem Punkt mit dem Dämmstoff in Kontakt, sondern an mehreren
Punkten flächig, insbesondere, wenn die Umfangsöffnungen dicht beieinander liegen.
Insbesondere sind die mehreren Umfangsöffnungen in Längs- und/oder in Umfangsrichtung
voneinander beabstandet, insbesondere sind sie über einen wesentlichen Teil der Mantelfläche
des Verfüllelements verteilt, insbesondere im Wesentlichen gleichmäßig. Nach dem Einbringen
des Verfüllelements in das Dämmstoffelement wird der Klebstoff durch die Axialöffnung
in das Verfüllelement eingebracht, derart, dass der Klebstoff durch die Umfangsöffnung
aus dem Verfüllelement austritt. Insbesondere wird hierzu das Verfüllelement vollständig
in das Dämmstoffelement eingebracht, was bedeutet, dass die eine Axialöffnung bzw.
alle Axialöffnungen des Verfüllelements vor dem Einbringen des Klebstoffs vollständig
im Dämmstoffelement liegen. Das Einbringen des Klebstoffs kann insbesondere mit einer
rohrförmigen Klebstoffdüse einer handelsüblichen Klebstoffpistole oder Klebstoffdose,
wie diese beispielsweise von handelsüblichem Montageschaum bekannt ist, oder einer
Düse oder eines Statikmischers einer Kartusche erfolgen, wie dies aus der
DE 10 2007 028 190 A1 bekannt ist. Zum Einfüllen kann die Klebstoffdüse im Verfüllelement beispielsweise
bis zu einem vorderen Ende des Verfüllelements eingebracht werden und beim Einfüllen
des Klebstoffs in das Verfüllelement kann die Klebstoffdüse nach hinten, zu einem
hinteren Ende des Verfüllelements bewegt werden. Damit wird beim Vorhandensein mehrerer
in Umfangs- und in Längsrichtung verteilter Umfangsöffnungen erreicht, dass der Klebstoff
gleichmäßig aus den Umfangsöffnungen austritt.
[0007] Der Klebstoff ist insbesondere ein expandierender Klebstoff, insbesondere ein expandierender
Schaum, insbesondere ein Polyurethan (PU)-Schaum, insbesondere ein handelsüblicher
PU-Schnellmontageschaum, beispielsweise ein "fischer 1K Premium Pistolenschaum". "Expandierend"
meint hier, dass der Klebstoff beim, beziehungsweise nach dem Ausbringen aus seiner
Verpackung, insbesondere aus einer Schaumdose, und vor dem vollständigen Aushärten
sein Volumen vergrößert, wie dies von handelsüblichen PU-Pistolenschäumen bekannt
ist. Insbesondere vergrößert sich das Volumen des Klebstoffs beim Ausbringen und/oder
nach dem Ausbringen und vor oder während des Aushärtens um ein Mehrfaches. Insbesondere
wird ein Brandschutzschaum verwendet. Als "Brandschutzschaum" wird hier ein Klebstoff
bezeichnet, der schwer entflammbar ist und den Dämmstoffdübel im Brandfall temporär
vor einem Versagen durch Verbrennen oder Schmelzen schützt. Ein Brandschutzschaum
im Sinne der Erfindung ist beispielsweise der "fischer 1K Premium B1 Pistolenschaum
PUP B1 750". (Die konkreten Produktbeispiele beziehen sich auf den "
fischer Hauptkatalog Befestigungssyteme" 03/2017 der fischerwerke GmbH & Co. KG, 72178
Waldachtal.)
[0008] Erfindungsgemäß weist das Verfüllelement mindestens ein Abstandselement auf, das
Teil des Verfüllelements ist, dessen radial äußerer Rand über den radial äußeren Rand
der Umfangsöffnung übersteht, insbesondere in Umfangsrichtung und/oder axial, und
insbesondere von diesem beabstandet ist, insbesondere in Umfangsrichtung und/oder
axial. Das bedeutet, dass der radial äußere Rand des Abstandselements den Außendurchmesser
des Verfüllelements definiert, und nicht der radial äußere Rand der Umfangsöffnung.
Mit "Außendurchmesser" ist hier der Durchmesser eines Umkreises gemeint, der das Verfüllelement
in einer Radialebene zur Längsachse umschreibt. Insbesondere sind mehrere Abstandselemente
über den Umfang und/oder axial verteilt am Verfüllelement angeordnet. Mit dem "radial
äußeren Rand der Umfangsöffnung" ist dessen radial außen liegender Übergang zur umgebenden
Kontur gemeint. Soll das Abstandselement direkt an die Umfangsöffnung anschließen,
so ist mit dem "radial äußeren Rand der Umfangsöffnung" eine geschlossene gedachte
Linie gemeint, die im Wesentlichen auf einer gedachten, zur Längsachse des Dämmstoffdübels
konzentrischen, zylindrischen Mantelfläche liegt. Das Abstandselement kann insbesondere
eine Rippe oder ein umlaufender Bund oder ein Abschnitt eines umlaufenden Bunds sein.
Befindet sich der erfindungsgemäße Dämmstoffdübel mit seinem Verfüllelement innerhalb
eines Dämmstoffelements, so ist das Abstandselement erfindungsgemäß mit seinem radial
äußeren Rand derart am Dämmstoffelement angeordnet, dass das Abstandselement das Dämmstoffelement
von der Umfangsöffnung zumindest in Teilbereichen auf Abstand hält und somit das Dämmstoffelement
nicht vollständig am äußeren Rand der Umfangsöffnung anliegt. Dadurch entsteht zwischen
dem äußeren Rand der Umfangsöffnung und dem Dämmstoffelement ein Verfüllraum, der
durch Klebstoff ausfüllbar ist. Das Dämmstoffelement kommt hierdurch nicht nur lokal
im Bereich der Umfangsöffnung mit dem Klebstoff in Kontakt, sondern über einen größeren
Bereich, nämlich der gesamten Außenfläche des an das Dämmstoffelement angrenzenden
Verfüllraums.
[0009] Vorzugsweise erstreckt sich das Abstandselement in Längsrichtung, insbesondere in
der Form einer lang gestreckten Rippe. Das Abstandselement muss nicht ausschließlich
in Längsrichtung verlaufen, sondern kann auch zur Längsrichtung geneigt oder geschwungen
sein. So ist beispielsweise eine schräg gestellte gerade Rippe oder eine zickzack-
oder bogenförmig geschwungene Rippe, beispielsweise in S-Form, möglich. Eine derartige
Rippe, die nicht ausschließlich in Längsrichtung verläuft, bildet ein Formschlusselement,
das durch den aushärtenden beziehungsweise ausgehärteten Klebstoff umschlossen wird.
Ein derartiger Formschluss verbessert den Verbund zwischen Klebstoff und Dämmstoffdübel
bei Zugbelastung, beispielsweise, wenn der Dämmstoffdübel das Dämmstoffelement bei
Windsogbelastung am Gebäude halten muss.
[0010] In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Dämmstoffdübels umfasst
das Abstandselement ein in Umfangs- und/oder in Längsrichtung verlaufendes Flächenelement,
das Teil des Abstandselements ist. Das Flächenelement bildet insbesondere den radial
äußeren Rand des Abstandselements und ist insbesondere derart gestaltet, dass es in
Umfangsrichtung flächig am Dämmstoffelement anliegt und dieses zur Umfangsöffnung
auf Abstand hält. Auch in diesem Fall kann die Umfangs- oder Längsrichtung durch eine
weitere Richtungskomponente überlagert sein. So kann das Flächenelement beispielsweise
in Umfangsrichtung und radial nach außen verlaufen. Das Flächenelement dient zur flächigen
Anlage am Dämmstoffelement, sodass auch ein Dämmstoffelement aus einem relativ weichen
Dämmstoff durch das am Abstandselement angeordnete Flächenelement auf Abstand zur
Umfangsöffnung gehalten wird. Insbesondere bildet das Abstandselement mit dem Flächenelement
ein Element mit T-förmigem Querschnitt, wobei das Flächenelement den Querstrich des
"Ts" bildet, der radial außen angeordnet ist. Durch das Flächenelement wird verhindert,
dass das Abstandselement in das Dämmstoffelement einschneidet und somit das Dämmstoffelement
nicht auf Abstand zur Umfangsöffnung halten kann.
[0011] Sind an dem erfindungsgemäßen Dämmstoffdübel mehrere Abstandselemente angeordnet,
so kann insbesondere nur an einem Teil der Abstandselemente ein Flächenelement ausgebildet
sein, damit die mögliche Kontaktfläche zwischen Klebstoff und Dämmstoffelement nicht
durch eine zu große Anzahl an Flächenelementen oder durch Flächenelemente, die eine
zu große Fläche einnehmen, so sehr reduziert wird, dass der Verbund zwischen Klebstoff
und Dämmstoffelement beeinträchtigt ist. Beispielsweise kann nur jedes zweite Abstandselement
ein Flächenelement aufweisen. Zudem oder alternativ kann es von Vorteil sein, wenn
das Flächenelement eines Abstandselements Unterbrechungen und/oder Öffnungen aufweist,
durch die Klebstoff durchtreten kann, oder wenn an einem Abstandselement eine Vielzahl
kleiner Flächenelemente angeordnet sind, zwischen denen Klebstoff durchtreten und
mit dem Dämmstoffelement in Kontakt treten kann.
[0012] Weiterhin ist bevorzugt, dass das Verfüllelement mehrere Umfangsöffnungen aufweist,
die in mindestens zwei axial verlaufenden Reihen angeordnet sind, zwischen denen mindestens
ein Abstandselement angeordnet ist. Auch hierdurch wird erreicht, dass eine möglichst
große Kontaktfläche zwischen Klebstoff und dem Dämmstoffelement vorhanden ist.
[0013] Bei einer weiteren bevorzugten Ausgestaltungsform des erfindungsgemäßen Dämmstoffdübels
ist an der Umfangsöffnung mindestens ein Leitelement zum Leiten des aus der Umfangsöffnung
austretenden Klebstoffs angeordnet. Das Leitelement hat die Funktion, den Klebstoff
beim Austritt aus der Umfangsöffnung in eine bestimmte Richtung zu lenken beziehungsweise
es verhindert, dass sich der Klebstoff in eine bestimmte Richtung bewegt. Das Leitelement
kann gleichzeitig Abstandselement sein. Umgekehrt kann ein Abstandselement ein Leitelement
sein. Beispielsweise ist das Leitelement gewölbt, insbesondere als eine Schale ausgebildet
oder als Teilfläche einer Schale. Das Leitelement kann aber auch nur als schräg gestellte
Rippe ausgebildet sein.
[0014] Das Leitelement ist vorzugsweise zwischen zwei Umfangsöffnungen angeordnet, insbesondere
zwischen zwei Umfangsöffnungen, die in Längsrichtung hintereinander angeordnet sind.
Das Leitelement trennt diese insbesondere voneinander, so dass der aus einer ersten
Umfangsöffnung austretende Klebstoff den Austritt des aus der zweiten Umfangsöffnung
austretenden Klebstoffs nicht behindert. Insbesondere bildet das Halteelement ein
Formschlusselement, das durch den aushärtenden beziehungsweise den ausgehärteten Klebstoff
umschlossen wird, was den Verbund zwischen Klebstoff und Dämmstoffdübel verbessert.
[0015] Der erfindungsgemäße Dämmstoffdübel weist vorzugsweise ein Dämmstoffhalteelement
zur Anlage am und/oder im Dämmstoffelement auf, mit dem das Dämmstoffelement mechanisch,
insbesondere formschlüssig, gehalten werden kann. Das Dämmstoffhalteelement kann am
Verfüllelement angeordnet sein, insbesondere in Form einer Dämmstoffwendel und/oder
in Einbringrichtung hinter dem Verfüllelement, insbesondere in Form eines Dämmstofftellers.
Das Dämmstoffhalteelement weist einen Durchmesser auf, der um ein Mehrfaches größer
als der Durchmesser des Verankerungsabschnitts ist. Bezogen auf den Verankerungsabschnitt
ist der Durchmesser des Dämmstoffhalteelements mindestens um den Faktor fünf, insbesondere
mindestens um den Faktor sechs größer. Der Durchmesser des Verankerungsabschnitts
beträgt im Regelfall sechs bis zehn, insbesondere acht Millimeter. Dagegen weist das
Dämmstoffhalteelement einen Durchmesser von mindestens 40 Millimeter, insbesondere
von mindestens 60 Millimeter auf.
[0016] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von zwei in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0017] Es zeigen:
- Figur 1
- einen ersten erfindungsgemäßen Dämmstoffdübel in einer Seitenansicht;
- Figur 2
- eine vereinfachte Darstellung eines Schnitts durch den ersten erfindungsgemäßen Dämmstoffdübel
im eingebauten Zustand entlang der Linie II-II; und
- Figur 3
- einen zweiten erfindungsgemäßen Dämmstoffdübel in einer Seitenansicht.
[0018] In den Figuren 1 und 2 ist ein erster erfindungsgemäßer Dämmstoffdübel 1 dargestellt,
der sich entlang einer Längsachse L erstreckt. Der Dämmstoffdübel 1 dient zum Befestigen
eines Dämmstoffelements 2 an einem Verankerungsgrund (nicht dargestellt). Zur Verankerung
in einem Verankerungsgrund weist der Dämmstoffdübel 1 in Einbringrichtung E vorne
einen Verankerungsabschnitt 3 in der Form einer Spreizhülse 4 auf, die durch Eintreiben
einer nicht dargestellten Schraube aufspreizbar ist. Die Schraube wirkt als Spreizelement,
durch das die Spreizhülse 4 radial zur Längsachse L auseinandergedrückt und somit
aufgespreizt und der Verankerungsabschnitt 3 im Verankerungsgrund mechanisch durch
Form- und/oder Reibschluss verankert wird. An den Verankerungsabschnitt 3 schließt
sich entgegen der Einbringrichtung E ein Verfüllelement 5 an, das sich bis zu einem
Dämmstoffteller 6 erstreckt, der das hintere Ende des Dämmstoffdübels 1 bildet. Der
Dämmstoffteller 6 weist als Dämmstoffhalteelement 7 zur Anlage an einer dem Verankerungsgrund
abgewandten Außenseite eines Dämmstoffelements 2 einen Durchmesser auf, der um ein
Mehrfaches größer als der Durchmesser des Verankerungsabschnitts 3 ist. Bei dem dargestellten
erfindungsgemäßen Dämmstoffdübel 1 ist der Durchmesser des Dämmstofftellers 7 mit
60 Millimeter um das 7,5-fache größer als der Durchmesser des Verankerungsabschnitts
3, der 8 Millimeter beträgt. Mit dem Dämmstoffteller 6 kann ein Dämmstoffelement 2
durch das Hintergreifen der Außenseite des Dämmstoffelements 2 formschlüssig an einem
Verankerungsgrund befestigt werden.
[0019] Zusätzlich zu dieser formschlüssigen Befestigung wird der Dämmstoffdübel 1 mit dem
Dämmstoffelement 2 verklebt. Hierzu weist das Verfüllelement 5, in das Klebstoff 11
durch eine Axialöffnung 8 eingebracht werden kann, mehrere Umfangsöffnungen 9 auf,
die einen hohlzylindrischen Grundkörper 10 des Verfüllelements 5 radial durchdringen.
Die Umfangsöffnungen 9 sind in vier axial verlaufenden Reihen angeordnet. Zwischen
jeweils zwei der Reihen ist jeweils ein Abstandselement 12, 12a angeordnet. Diese
vier in Längsrichtung verlaufenden und in Umfangsrichtung um 90° zueinander versetzt
angeordneten Abstandselemente 12, 12a haben die Form von parallel zur Längsachse L
verlaufenden, durchgehenden Rippen, wobei zwei sich gegenüberliegende Abstandselemente
12a jeweils ein flächiges, in Umfangs- und in Längsrichtung verlaufendes Flächenelement
13 aufweisen. Die Abstandselemente 12a mit den Flächenelementen 13 weisen einen T-förmigen
Querschnitt auf, wobei das Flächenelement 13 vom Grundkörper 10 beabstandet ist. Die
radial äußeren Ränder der Abstandselemente 12, 12a definieren den Durchmesser des
Verfüllelements 5, der größer ist als der Durchmesser des Grundkörpers 10. Die radial
äußeren Ränder 14, 14a der Abstandselemente 12, 12a stehen über die radial äußeren
Ränder 15 der Umfangsöffnungen 9 radial über und sind von diesen in Umfangsrichtung
beabstandet, so dass Klebstoff 11 beim Austreten zunächst in Umfangsrichtung und radial
nach außen aus einer Umfangsöffnung austreten kann, ohne von einem Abstandselement
12, 12a behindert zu werden. Nach dem Einfüllen von Klebstoff 11 durch die Axialöffnung
8 tritt der Klebstoff 11 durch die Umfangsöffnungen 9 aus dem Verfüllelement 5 aus,
was in Figur 2 mit Pfeilen 19 veranschaulicht ist, und verklebt den Dämmstoffdübel
1 mit dem Dämmstoffelement 2. Dabei verhindern die Abstandselemente 12, 12a ein Anliegen
des Dämmstoffelements 2 an den äußeren Rändern 15 der Umfangsöffnungen 9. Dadurch,
dass das Dämmstoffelement 2 durch die Abstandselemente 12, 12a auf Abstand zum Grundkörper
10 und damit zu den Umfangsöffnungen 9 gehalten wird, entstehen Verfüllräume 16 zwischen
dem Grundkörper 10 und dem Dämmstoffelement 2, in die der Klebstoff 11 eindringen
und mit dem Dämmstoffelement 2 flächig in Kontakt treten kann. Dabei ist die Außenfläche
eines jeden Verfüllraums 16, der an das Dämmstoffelement 2 grenzt, größer als die
Fläche einer der Umfangsöffnungen 9, sodass durch die Abstandselemente 12, 12a eine
größere Fläche zur Verfügung steht, an der der Klebstoff 11 mit dem Dämmstoffelement
2 in Kontakt treten kann. Hierdurch wird die Verklebung des Dämmstoffdübels 1 mit
dem Dämmstoffelement 2 verbessert, da die vorhandene Kontaktfläche vergrößert ist.
[0020] Zusätzlich ist an jeder der Umfangsöffnungen 9 ein Leitelement 17 angeordnet. Die
Leitelemente 17 befinden sich jeweils in Einbringrichtung E vor der zugehörigen Umfangsöffnung
9 und sind schalenartig nach außen und hinten gekrümmt, so dass Klebstoff 11, der
aus einer Umfangsöffnung 9 austritt, nach hinten, weg von der davor liegenden Umfangsöffnung
9, geleitet wird. Zudem verhindern die Leitelemente 17, dass Klebstoff 11, der aus
einer Umfangsöffnung 9 austritt, zu der dahinter liegenden Umfangsöffnung 9 gelangt.
Die Leitelemente 17 und die axial durchlaufenden Abstandselemente 12, 12a verhindern
somit, dass der austretende Klebstoff von einer Umfangsöffnung 9 zu einer benachbarten
Umfangsöffnung 9 gelangen kann und dort den Austritt des Klebstoffs 11 behindert,
oder dass es zu einer unerwünschten Ungleichverteilung von Klebstoff 11 um den Verfüllkörper
5 kommt, was zu einer unvollständigen und gestörten Verklebung zwischen dem Dämmstoffdübel
1 und dem Dämmstoffelement 2 führen würde. Durch die Ausbildung der Abstandselemente
12, 12a und der Leitelemente 17 wird die Verklebung zwischen Dämmstoffelement 2 und
Verfüllelement 5 stark verbessert.
[0021] Daher weist der Verfüllraum 5' des in Figur 3 dargestellten zweiten erfindungsgemäßen
Dämmstoffdübels 1' eine Oberfläche und einen Querschnitt auf, der dem des Verfüllraums
5 des ersten erfindungsgemäßen Dämmstoffdübels 1 entspricht. Der Verfüllraum 5' des
zweiten erfindungsgemäßen Dämmstoffdübels 1' unterscheidet sich vom Verfüllraum 5
des ersten erfindungsgemäßen Dämmstoffdübels 1 nur durch seine axiale Länge, beziehungsweise
darin, dass pro axialer Reihe von Umfangsöffnungen 9 nur vier statt elf Umfangsöffnungen
9 ausgebildet sind. Der zweite erfindungsgemäße Dämmstoffdübel 1' weist zudem kein
Dämmstoffhalteelement auf, sodass die Befestigung eines Dämmstoffelements 2 mit dem
Dämmstoffdübel 1' an einem Verankerungsgrund nur durch die Verklebung mit dem Klebstoff
11 erfolgt. Der Verankerungsabschnitt 3' des Dämmstoffdübels 1' der Figur 3 ist eine
Siebhülse 18, in die der Klebstoff 11 durch das Verfüllelement 5' eingefüllt wird
und durch das der Klebstoff 11 zum Verkleben mit einer Wand eines in einem Verankerungsgrund
gebohrten Bohrlochs austritt und die Siebhülse 18 mit der Wand des Bohrlochs verklebt.
Die Befestigung eines Dämmstoffelements 2 mittels des zweiten erfindungsgemäßen Dämmstoffdübels
1' erfolgt somit ausschließlich durch eine Verklebung.
Bezugszeichenliste
Dämmstoffdübel und Befestigungsanordnung
[0022]
- 1, 1'
- Dämmstoffdübel
- 2
- Dämmstoffelement
- 3, 3'
- Verankerungsabschnitt
- 4
- Spreizhülse
- 5, 5'
- Verfüllelement
- 6
- Dämmstoffteller
- 7
- Dämmstoffhalteelement
- 8
- Axialöffnung
- 9
- Umfangsöffnung
- 10
- Grundkörper des Verfüllelements 5, 5'
- 11
- Klebstoff
- 12, 12a
- Abstandselement
- 13
- Flächenelement
- 14, 14a
- äußerer Rand des Abstandselements 12, 12a
- 15
- äußerer Rand der Umfangsöffnung 9
- 16
- Verfüllraum
- 17
- Leitelement
- 18
- Siebhülse
- 19
- Pfeile zur Darstellung des Fließwegs des Klebstoffs 11
- E
- Einbringrichtung
- L
- Längsachse
1. Dämmstoffdübel (1, 1') zum Befestigen eines Dämmstoffelements (2) an einem Verankerungsgrund,
wobei der Dämmstoffdübel (1, 1') einen Verankerungsabschnitt (3, 3') aufweist, der
sich insbesondere entlang einer Längsachse (L) des Dämmstoffdübels (1, 1') erstreckt,
und mit dem der Dämmstoffdübel (1, 1') im Verankerungsgrund verankerbar ist, und
wobei am Dämmstoffdübel (1, 1') ein Verfüllelement (5, 5') mit mindestens einer Axialöffnung
(8) und mit mindestens einer Umfangsöffnung (9) angeordnet ist, in das nach dem Einbringen
des Verfüllelements (5, 5') in das Dämmstoffelement (2) ein Klebstoff (11) durch die
Axialöffnung (8) eingebracht werden kann, derart, dass der Klebstoff (11) durch die
Umfangsöffnung (9) aus dem Verfüllelement (5, 5'), austritt,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfüllelement (5, 5') mindestens ein Abstandselement (12, 12a) aufweist, dessen
radial äußerer Rand (14, 14a) über den radial äußeren Rand (15) der Umfangsöffnung
(9) übersteht und insbesondere von diesem beabstandet ist.
2. Dämmstoffdübel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandselement (12, 12a) sich in Längsrichtung erstreckt.
3. Dämmstoffdübel nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandselement (12a) ein in Umfangs- und/oder Längsrichtung verlaufendes Flächenelement
(13) umfasst, das insbesondere den radial äußeren Rand (14a) des Abstandselements
(12a) bildet.
4. Dämmstoffdübel nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfüllelement (5, 5') mehrere Umfangsöffnungen (9) aufweist, die in mindestens
zwei axial verlaufenden Reihen angeordnet sind, zwischen denen mindestens ein Abstandselement
(12, 12a) angeordnet ist.
5. Dämmstoffdübel nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der Umfangsöffnung (9) mindestens ein Leitelement (17) zum Leiten des aus der
Umfangsöffnung (9) austretenden Klebstoffs (11) angeordnet ist.
6. Dämmstoff nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Verfüllelement (5, 5') mindestens zwei Umfangsöffnungen (9) aufweist, zwischen
denen ein Leitelement (17) angeordnet ist.
7. Dämmstoffdübel nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Verankerungsabschnitt (3) durch Eintreiben eines Spreizelements aufspreizbar
und durch das Aufspreizen im Verankerungsgrund mechanisch verankerbar ist.
8. Dämmstoffdübel nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Verankerungsabschnitt (3') eine Siebhülse (18) ist, in die Klebstoff (11) zum
Verankern eingebracht werden kann.
9. Dämmstoffdübel nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Dämmstoffdübel (1) ein Dämmstoffhalteelement (7) zur Anlage am und/oder im Dämmstoffelement
(2) aufweist, mit einem einen Durchmesser, der um ein Mehrfaches größer als der Durchmesser
des Verankerungsabschnitts (3) ist.
10. Befestigungsanordnung mit einem Dämmstoffdübel (1, 1') nach einem der Ansprüche 1
bis 9 und einem Dämmstoffelement (2), wobei sich das Verfüllelement (5, 5') innerhalb
des Dämmstoffelements (2) befindet, dadurch gekennzeichnet, dass das Abstandselement (12, 12a) mit seinem radial äußeren Rand (14, 14a) derart am
Dämmstoffelement (2) angeordnet ist, dass das Dämmstoffelement (2) nicht vollständig
am äußeren Rand (15) einer Umfangsöffnung (9) des Verfüllelements (5, 5') anliegt,
so dass ein Verfüllraum (16) zwischen der Umfangsöffnung (3) und dem Dämmstoffelement
(2) angeordnet ist, der durch Klebstoff (11) ausfüllbar oder ausgefüllt ist.