[0001] Ein derartiger Sicherheitsschalter bildet mit einem zugeordneten Betätiger eine Sicherheitsschalteranordnung,
die im Bereich der Sicherheitstechnik eingesetzt wird. Für den Einsatz im Bereich
der Sicherheitstechnik, insbesondere im Bereich des Personenschutzes, ist es erforderlich,
dass die Sicherheitsschalteranordnung normative Anforderungen hinsichtlich deren Fehlersicherheit
aufweist, so dass gewährleistet ist, dass mit der Sicherheitsschalteranordnung eine
entsprechend sichere Überwachungsfunktion durchgeführt werden kann. Eine derartige
Sicherheitsschalteranordnung kann typischerweise zur Sicherung des Zugangs zu einem
Gefahrenbereich eingesetzt werden. Beispielsweise kann mit einer Sicherheitsschalteranordnung
eine Verriegelung einer trennenden Schutzeinrichtung, wie einer Schutztür als Zugang
zu einem Gefahrenbereich, abgesichert werden. In diesem Fall wird beispielsweise der
Betrieb einer gefahrbringenden Anlage innerhalb des Gefahrenbereichs nur dann freigegeben,
wenn mit der Sicherheitsschalteranordnung die Schutztür verriegelt ist. Die Freigabe
der Anlage kann über eine Sicherheitssteuerung erfolgen, welcher sicherheitsrelevante
Schaltsignale der Sicherheitsschalteranordnung zugeführt sind.
[0002] Zur Verriegelung der Schutztür wird, wenn sich die Schutztür in ihrer Schließstellung
befindet, der Betätiger in Form eines Riegels oder dergleichen in Eingriff mit dem
Sicherheitsschalter gebracht, indem beispielsweise der Betätiger in eine Aussparung
des Sicherheitsschalters eingefahren wird. Diese Verriegelung wird dadurch kontrolliert,
dass mit einem RFID-Lesegerät im Sicherheitsschalter ein Transponder im Betätiger
erkannt wird.
[0003] Zusätzlich zu dieser Verriegelung kann eine Zuhaltung der Schutztür vorgesehen sein.
Eine derartige Zuhaltung ist beispielsweise aus der
WO 2016/058718 A1 bekannt. Bei dieser Zuhaltung ist ein Zuhaltebolzen vorgesehen, der mittels eines
Elektromotors mit einem Planetengetriebe betätigt wird. Mit dem elektrischen Antrieb
kann der Zuhaltebolzen in eine Sperrstellung verfahren werden, in der der Betätiger
mit dem Zuhaltebolzen zugehalten wird.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Sicherheitsschalter bereitzustellen,
der bei kleiner Baugröße eine zuverlässige Sicherungsfunktion ermöglicht.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale des Anspruchs 1 vorgesehen. Vorteilhafte
Ausführungsformen und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen
Ansprüchen beschrieben.
[0006] Die Erfindung betrifft einen Sicherheitsschalter mit einer Verriegelungseinheit,
mittels derer ein zugeordneter Betätiger in einer Verriegelungsstellung gehalten ist.
Die Verriegelungseinheit weist eine Öffnung und ein Sperrelement auf. In einer Verriegelungsposition
ragt das Sperrelement in die Öffnung und hintergreift einen Betätigerkopf des in der
Verriegelungsstellung befindlichen Betätigers. Das Sperrelement ist mittels eines
Stellelements mit einer Anstellkraft in der Verriegelungsposition gehalten. Bei Ein-
oder Ausführen des Betätigerkopfs über die Öffnung lenkt der Betätigerkopf das Sperrelement
gegen die Anstellkraft aus.
[0007] Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass der Sicherheitsschalter eine kleine
und kompakte Bauform aufweist.
[0008] Der Sicherheitsschalter ist dabei einfach montierbar und kann flexibel in Kombination
mit einem Betätiger zur Ausbildung einer Sicherheitsschalteranordnung eingesetzt werden.
Die so gebildete Sicherheitsschalteranordnung kann allgemein im Bereich der Sicherheitstechnik
eingesetzt werden, insbesondere zur Sicherung des Zugangs zu einem Gefahrenbereich.
[0009] Das Funktionsprinzip der Verriegelungseinheit des erfindungsgemäßen Sicherheitsschalters
ist derart, dass das Sperrelement in seiner Verriegelungsposition in die Öffnung der
Verriegelungseinheit ragt, sodass damit eine verkleinerte Öffnung vorliegt. Das vordere
Ende des Betätigers weist eine Querschnittsfläche auf, die größer ist als diese verkleinerte
Öffnung, jedoch kleiner als die Öffnung alleine. Wird daher der Betätiger mit seinem
vorderen freien Ende durch die verkleinerte Öffnung der Verriegelungseinheit geführt,
wird das Sperrelement gegen die Anstellkraft ausgelenkt und kann so die Öffnung passieren.
Sobald der Betätiger in seine Verriegelungsstellung eingeführt ist, wird durch die
Anstellkraft das Sperrelement wieder in die Verriegelungsposition überführt und ragt
in die Öffnung, wodurch das Sperrelement das vordere Ende des Betätigers hintergreift,
wodurch eine formschlüssige Verriegelung und Rastung des Betätigers gewährleistet
ist.
[0010] Besonders vorteilhaft ist der Betätiger derart an die Verriegelungseinheit des Sicherheitsschalters
angepasst, dass dieser einen Betätigerkopf aufweist, der über ein Verbindungselement
mit einem Grundkörper des Betätigers verbunden ist. Die Längsachse des Verbindungselements
ist vorteilhaft in einer stabilen Grundstellung senkrecht zur Oberfläche des Grundkörpers
orientiert und weist in axialer Richtung eine hohe Steifigkeit auf. Damit kann der
Betätigerkopf mit Anpressdruck gegen das in die Öffnung ragende Sperrelement geführt
werden, wodurch das Sperrelement gegen die Anstellkraft ausgelenkt wird und der Betätiger
in die Verriegelungsstellung überführt wird. In der Verriegelungsstellung des Betätigers
ist dann durch die Anstellkraft das Sperrelement in die Verriegelungsposition überführt
und hintergreift den Betätiger so, dass dieser in der Verriegelungsstellung gehalten
und eingerastet ist.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform ist das Sperrelement von einer Klinke gebildet.
[0012] Dabei ist die Klinke mit ihrem unteren Ende in Eingriff mit dem Stellelement. In
der Verriegelungsposition ragt das obere Ende der Klinke in die Öffnung, Das obere
Ende weist einen kreisförmigen Rand auf, dessen Krümmungsradius dem Radius der Öffnung
entspricht.
[0013] Die Klinke bildet ein kostengünstiges mechanisches Bauteil, das nur eine kleine Bauform
aufweist.
[0014] Durch den kreisbogenförmigen Rand des oberen Endes der Klinke ist gewährleistet,
dass dann, wenn der Betätigerkopf in der Öffnung eingeschoben wird und dadurch die
Klinke aus der Verriegelungsposition ausgelenkt wird, der Rand der Klinke in näherungsweise
oder exakt mit einem Randbereich der Öffnung zusammenfällt, sodass die Klinke die
Öffnung völlig freigibt und der Betätigerkopf ohne Behinderung durch die Öffnung geschoben
werden kann.
[0015] Generell ist die Öffnung nicht auf eine kreisförmige Kontur eingeschränkt, sondern
kann beliebige Konturen aufweisen. Dementsprechend ist der Rand der Klinke allgemein
an die Kontur der Öffnung angepasst.
[0016] An die Ausbildung des Sperrelements angepasst ist das Stellelement von einer Wippe
gebildet.
[0017] Dabei weist die Wippe ein balkenförmiges Ende des Wippenelements auf. An einem ersten
längsseitigen Ende des Wippenelements ist eine Schwenklagerung vorgesehen. An der
Unterseite des Wippenelements liegt eine Feder an, welche die Anstellkraft für das
Sperrelement generiert.
[0018] Die Wippe weist einen einfachen Aufbau mit nur wenigen Einzelteilen auf. Das so gebildete
Stellelement kann in kleinen Bauformen realisiert werden. Die Anstellkraft wird mit
der auf das Wippenelement wirkenden Feder mit sehr einfachen Mitteln realisiert.
[0019] Bei dieser Ausführungsform wird das Sperrelement durch eine Schwenkbewegung in die
Verriegelungsposition geführt. Generell sind auch Stellelemente denkbar die durch
Schubbewegungen oder dergleichen das Sperrelement in die Verriegelungsposition überführen.
[0020] Um eine gute Übertragung der Anstellkraft auf das Sperrelement zu gewährleisten,
ist es zweckmäßig, dass die Feder in einem zentralen Bereich des Wippenelements an
dessen Unterseite anliegt. In diesem Bereich liegt das untere Ende der Klinke auf
der Oberseite des Wippenelements auf.
[0021] Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Anstellkraft durch Vorspannen der Feder
einstellbar ist.
[0022] Damit ist eine einfache Anpassung an unterschiedliche Applikationen, insbesondere
unterschiedliche Betätiger, möglich.
[0023] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist der Verriegelungseinheit
eine Zuhalteeinheit zugeordnet. Mittels der Zuhalteeinheit ist das Sperrelement in
seiner Verriegelungsposition zugehalten.
[0024] Mit dieser Zuhaltung wird eine weitere Sicherheitsfunktion des Sicherheitsschalters
bereitgestellt.
[0025] Vorteilhaft weist die Zuhalteeinheit einen Klappankermagneten auf, welcher einen
Elektromagneten und einen mit dem Elektromagneten auslenkbaren Anker aufweist. Der
Anker ist in eine Zuhaltestellung einbringbar. In der Zuhaltestellung verriegelt der
Anker die Wippe.
[0026] Der Klappankermagnet bildet eine kompakte Einheit, mit der eine zuverlässige Zuhaltung
bewirkt werden kann. Die Zuhaltung erfolgt auf einfache Weise dadurch, dass der Anker
des Klappankermagnets in Eingriff mit der Wippe gebracht wird.
[0027] Dies lässt sich besonders einfach dadurch realisieren, dass die Wippe an ihrem zweiten
freien Ende eine Rastnase aufweist. Der Anker ist in der Zuhaltestellung in Eingriff
mit dieser Rastnase.
[0028] Besonders vorteilhaft ist der Anker um eine Schwenkachse schwenkbar. Ein Schwenkarm
bildet einen Hebel aus, der in Eingriff mit der Wippe gebracht werden kann. Ein zweiter
Schwenkarm bildet ein Gegengewicht. Mittels des Gegengewichts wird eine verbesserte
Schockstabilität erzielt.
[0029] Durch die verbesserte Schockstabilität bleibt die Funktion des Klappankermagnets
bei Einwirkung äußerer Kräfte weitgehend unbeeinflusst.
[0030] Der erfindungsgemäße Sicherheitsschalter bildet mit dem Betätiger eine Sicherheitsschalteranordnung
für den Einsatz im Bereich der Sicherheitstechnik.
[0031] Vorteilhaft ist der Betätigerkopf kugelförmig ausgebildet.
[0032] Dabei weist der Betätiger einen Grundkörper auf, der über ein Verbindungselement
mit dem Betätigerkopf verbunden ist, wobei die Querschnittsfläche des Verbindungselements
kleiner ist als die Querschnittsfläche des Betätigerkopfs.
[0033] Die Konstruktionen des Sicherheitsschalters und des Betätigers sind aufeinander abgestimmt
um eine optimale Funktion zu gewährleisten. Insbesondere ist die Geometrie der Öffnung
an die Form des Betätigerkopfs angepasst.
[0034] Weiterhin ist die Verriegelungsstellung des Betätigers dadurch überwacht, dass Signale
eines Transponders im Betätiger in einer Leseeinheit des Sicherheitsschalters erfasst
werden.
[0035] Durch diese Überwachungsfunktion können Fehler bei der Verriegelung des Betätigers
aufgedeckt werden. Dies stellt eine wesentliche Maßnahme zur Erfüllung des für den
Einsatz der Sicherheitsschalteranordnung im Bereich der Sicherheitstechnik geforderten
Sicherheitsniveaus dar.
[0036] Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Zeichnungen erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Sicherheitsschalteranordnung mit einem Sicherheitsschalter
und einem Betätiger.
- Figur 2 a - c
- Unterschiedliche Zustände der Verriegelungseinheit und Zuhalteeinheit des Sicherheitsschalter
der Sicherheitsschalteranordnung gemäß Figur 1 bei Einführen des Betätigers in eine
Verriegelungsstellung.
[0037] Figur 1 zeigt schematisch ein Ausführungsbeispiel einer Sicherheitsschalteranordnung
1 mit einem Sicherheitsschalter 2 und einem Betätiger 3.
[0038] Mit dieser Sicherheitsschalteranordnung 1 erfolgt beispielsweise die Sicherung einer
Schutztür als Zugang zu einem Gefahrenbereich. Der Betätiger 3 kann an der Schutztür
angeordnet sein, der Sicherheitsschalter 2 kann an einen die Türöffnung, die mit der
Schutztür verschlossen wird, begrenzenden Rahmen angeordnet werden.
[0039] Die Komponenten des Sicherheitsschalters 2 sind in einem Gehäuse 4 integriert, an
dem ein Kabelanschluss 5 zum Anschluss an externe Einheiten ausmündet.
[0040] Wie aus Figur 1 ersichtlich, weist der Betätiger 3 einen Grundkörper 6 auf, in welchem
ein Verbindungselement 7 gelagert ist. Das Verbindungselement 7 ist von einem langgestreckten
Körper gebildet, dessen Querschnitt über seine gesamte Länge zumindest näherungsweise
konstant ist.
[0041] Das Verbindungselement 7 ist mit seinem ersten freien Ende so im Grundkörper 6 gelagert,
dass die Längsachse des Verbindungselements 7 senkrecht zur Oberfläche des Grundkörpers
6 orientiert ist. Am anderen Ende des Verbindungselements 7 ist ein Betätigerkopf
8 gelagert. Der Betätigerkopf 8 ist im vorliegenden Fall kugelförmig ausgebildet.
Prinzipiell kann der Betätigerkopf 8 auch von einem anderen rotationssymmetrischen
Körper gebildet sein. Prinzipiell kann der Betätigerkopf 8 auch einen ovalen oder
polygonalen Querschnitt aufweisen. In jedem Fall weist der Betätigerkopf 8 eine größere
Querschnittsfläche als das Verbindungselement 7 auf, so dass der Betätigerkopf 8 in
seiner gesamten Querschnittsebene über das Verbindungselement 7 hervorsteht.
[0042] Allgemein besteht das Verbindungselement 7 aus einem Werkstoff, der eine hohe Steifigkeit
des Verbindungselements 7 in axialer Richtung gewährleistet und der das Verbindungselement
7 in der in Figur 1 dargestellten Grundstellung, insbesondere bei Einwirken der Schwerkraft
hält.
[0043] An einer Seitenwand des Sicherheitsschalters 2 ist eine Öffnung 9 vorgesehen, an
welcher ein Hohlraum im Sicherheitsschalter 2 ausmündet, in welchen der Betätigerkopf
8 eingeführt werden kann, sodass sich dann der Betätiger 3 in seiner Verriegelungsstellung
befindet.
[0044] Die Öffnung 9 ist kreisförmig ausgebildet. Im Randbereich der Seitenwand, die die
Öffnung 9 begrenzt ist eine Lesespule 10 vorgesehen. Die Lesespule 10 ist auf einer
nicht gesondert dargestellten Leiterplatte gelagert und bildet eine Leseeinheit, spezifisch
eine RFID-Leseeinheit aus. Korrespondierend hierzu ist im Betätigerkopf 8 ein Transponder
11 gelagert. Generell kann der Transponder 11 auch im Grundkörper 6 des Betätigers
3 vorgesehen sein.
[0045] Mit der Lesespule 10 können Signale des Transponders 11 im Betätigerkopf 8 erfasst
werden, wenn der Betätiger 3 in die Verriegelungsstellung im Sicherheitsschalter 2
eingefahren ist, wodurch die Verriegelungsstellung des Betätigers 3 überprüfbar ist.
[0046] Zur sicheren Verriegelung und Rastung des Betätigers 3 in seiner Verriegelungsstellung
weist der Sicherheitsschalter 2 eine Verriegelungseinheit 12 auf. Die Verriegelungseinheit
12 weist ein Sperrelement in Form einer Klinke 13 auf, die mit ihrem oberen Ende in
den Bereich der Öffnung 9 eingefahren werden kann.
[0047] Die Klinke 13 besteht aus einem flächigen Bauteil, welches an seinem oberen Ende
mit einem kreisbogenförmigen Rand 13a abgeschlossen ist. Am unteren Rand ist ein konvexes
Auflageelement 13b vorgesehen. Dieses bildet eine mechanische Ankopplung zu einem
Stellelement aus. Die Klinke 13 ist in axialer Richtung, das heißt in vertikaler Richtung,
verschiebbar gelagert. Vorzugsweise sind hierzu nicht dargestellte Führungen vorgesehen.
[0048] Das Stellelement ist in Form einer Wippe 14 ausgebildet, die ein balkenförmiges Wippenelement
15 aufweist. An einem ersten längsseitigen Ende des Wippenelements 15 ist eine Schwenklagerung
16 vorgesehen, sodass das Wippenelement 15 um eine durch die Schwenklagerung 16 verlaufende
Schwenkachse schwenkbar ist. Am zweiten längsseitigen Ende des Wippenelements 15 ist
eine Rastnase 15a vorgesehen.
[0049] Der so ausgebildeten Wippe 14 ist eine Feder 17 zugeordnet, deren Längsachse in vertikaler
Richtung verläuft und deren unteres Ende auf einer stationären Unterlage gelagert
ist. Das obere Ende der Feder 17 liegt in einem zentralen Bereich des Wippenelements
15 an dessen Unterseite an. Das Auflageelement 13b der Klinke 13 liegt im selben Bereich
des Wippenelements 15 auf dessen Oberseite auf. Wie aus Figur 1 ersichtlich ist das
Auflageelement 13b entlang der Längsachse der Feder 17 angeordnet. Die Federkraft
der Feder 17 bewirkt eine Anstellkraft, die vom Wippenelement 15 auf die Klinke 13
übertragen wird, sodass die Klinke 13 nach oben gedrückt wird und mit ihrem oberen
Rand 13a in die Öffnung 9 ragt. Diese in Figur 1 dargestellte Position ist die Rast-
und Verriegelungsposition der Klinke 13.
[0050] Durch ein geeignetes Vorspannen der Feder 17 kann die Anstellkraft eingestellt werden.
[0051] Dieser Verriegelungseinheit 12 ist eine Zuhalteeinheit 18 zugeordnet, mittels derer
eine Zuhaltung der Klinke 13 bewirkt werden kann.
[0052] Die Zuhalteeinheit 18 weist einen Klappankermagneten 19 auf, welcher einen Elektromagneten
20 und einen Anker 21 aufweist. Der Anker 21 ist in Form eines Hebels ausgebildet,
der einen Schwenkarm 21a ausbildet, der um eine Schwenklagerung 22 geschwenkt werden
kann. Die Anordnung kann von einem zweiten, nicht dargestellten Schwenkarm erweitert
sein, der ein Gegengewicht zum Hebel bildet und so zu einer verbesserten Schockstabilität
des Klappankermagneten 19 führt. Der Klappankermagnet 19 weist weiterhin ein auf einem
Führungssegment 23 des Elektromagneten 20 gelagertes Federelement 24 auf. Damit kann
durch Bestromen des Elektromagneten 20 der Anker 21 ausgelenkt werden. Eine Zuhaltung
der Verriegelungseinheit 12 wird dadurch bewirkt, dass der Anker 21 ausgelenkt wird,
sodass er an der Rastnase 15a des Wippenelements 15 einrastet. Der Klappankermagnet
19 kann generell in unterschiedlichen Ausführungsformen ausgebildet sein und nach
dem Arbeitsstromprinzip oder Ruhestromprinzip arbeiten. Auch ist die Ausbildung als
bistabiler Magnet möglich.
[0053] Die Funktionsweise der Verriegelung und Zuhaltung der Sicherheitsschalteranordnung
1 wird anhand der Figuren 2 a - c erläutert.
[0054] Im Ausgangszustand, beispielsweise bei geöffneter Schutztür, liegt der Betätiger
3 in Abstand zur Schutztür. Bei Schließen der Schutztür wird der Betätiger 3 in eine
Verriegelungseinheit 12 im Sicherheitsschalter 2 eingefahren.
[0055] Hierzu wird der Betätiger 3 mit dem Betätigerkopf 8 gegen die Öffnung 9 im Sicherheitsschalter
2 gefahren, wobei sich in diesem Ausgangszustand die Klinke 13 in der Verriegelungsposition
befindet und in die Öffnung 9 ragt.
[0056] Bei Einführen des Betätigerkopfs 8 in die Öffnung 9 des Sicherheitsschalters 2 wird
durch die Anpresskraft des Betätigerkopfs 8 die Klinke 13 aus der Verriegelungsposition
nach unten gedrückt, da der Durchmesser des Betätigerkopfs 8 an den Innendurchmesser
der Öffnung 9 angepasst ist und diese nahezu vollständig ausfüllt. Diese Situation
ist in Figur 2a dargestellt. Der Betätigerkopf 8 liegt in der Öffnung 9, die Klinke
13 ist aus der Verriegelungsposition gegen die Federkraft der Feder 17 nach unten
geschoben, sodass der obere kreisförmig gebogene Rand 13a im Randbereich der Öffnung
9 liegt. Hier ist vorteilhaft, dass der Krümmungsradius des oberen Randes 13a der
Klinke 13 dem Radius der Öffnung 9 entspricht, sodass die Randkontur der Klinke 13
näherungsweise oder exakt der Randkontur der Öffnung 9 entspricht. Generell kann die
Öffnung auch eine nicht kreisförmige Kontur aufweisen, wobei auch dann der Rand 13a
an diese Kontur angepasst ist.
[0057] Der Betätiger 3 wird dann weiter in eine Verriegelungsstellung eingeschoben, sodass
der Betätigerkopf 8 vollständig in dem an die Öffnung 9 anschließenden Hohlraum liegt.
Dann liegt, wie Figur 2b zeigt, das Verbindungselement 7 im Bereich der Öffnung 9.
Da der Durchmesser des Verbindungselements 7 kleiner ist als der Durchmesser des Betätigerkopfs
8, wird nun durch die Federkraft der Feder 17 die Klinke 13 nach oben in die Verriegelungsposition
geschoben (Figur 2b) und sichert und rastet den Betätigerkopf 8 in der Verriegelungsstellung.
Durch Lesen der Signale des Transponders 11 in der Leseeinheit ist die Rast- und Verriegelungsstellung
des Betätigers 3 überwacht. In der Rast- und Verriegelungsstellung hintergreift die
Klinke 13 den Betätigerkopf 8 und hält somit den Betätiger 3 in der Verriegelungsstellung.
[0058] Die Zuhaltung ist bei der in Figur 2b dargestellten Situation noch nicht aktiviert,
das heißt der Anker 21 des Klappankermagneten 19 ist auch nicht in Eingriff mit der
Rastnase 15a des Wippenelements 15 der Wippe 14. Somit ist ein Entriegeln des Betätigers
3 noch möglich, das heißt der Betätiger 3 kann unter Krafteinwirkung aus der Rast-
und Verriegelungsstellung herausgezogen werden, wobei dann, wenn der Betätigerkopf
8 die Öffnung 9 des Sicherheitsschalters 2 passiert, die Klinke 13 gegen die Federkraft
aus der Verriegelungsposition nach unten gedrückt wird.
[0059] Figur 2c schließlich zeigt die Situation, wenn der Betätiger 3 in die Verriegelungsstellung
eingeführt ist und die Zuhaltung aktiviert ist. In der Verriegelungsstellung hintergreift
die Klinke 13 in der Verriegelungsposition den Betätigerkopf 8 und hält den Betätiger
3 in der Verriegelungsstellung.
[0060] Die Zuhaltung ist derart aktiviert, dass mittels des Elektromagneten 20 der Anker
21 ausgelenkt ist und in die Rastnase 15a der Wippe 14 greift. Damit ist die Wippe
14 fixiert. Durch die fixierte Wippe 14 kann sich der Betätiger 3 nicht mehr aus der
Verriegelungsstellung bewegen, da die Wippe 14 die Klinke 13 gegen eine Bewegung aus
der Verriegelungsposition heraus sichert. Ein Herauslösen des Betätigers 3 ist somit
erst dann wieder möglich, wenn die Zuhaltung deaktiviert ist, das heißt der Anker
21 nicht mehr in Eingriff mit der Rastnase 15a ist.
[0061] Bei einer Sicherung einer Schutztür als Zugang zu einem Gefahrenbereich mittels der
erfindungsgemäßen Sicherheitsschalteranordnung 1 kann der Sicherheitsschalter 2 dann,
wenn eine Verriegelung und Zuhaltung des Betätigers 3 gegeben ist, ein Schaltsignal
ausgeben, das zur Freigabe des Betriebes einer gefahrbringenden Anlage im Gefahrenbereich
genutzt werden kann.
Bezugszeichenliste
[0062]
- (1)
- Sicherheitsschalteranordnung
- (2)
- Sicherheitsschalter
- (3)
- Betätiger
- (4)
- Gehäuse
- (5)
- Kabelanschluss
- (6)
- Grundkörper
- (7)
- Verbindungselement
- (8)
- Betätigerkopf
- (9)
- Öffnung
- (10)
- Lesespule
- (11)
- Transponder
- (12)
- Verriegelungseinheit
- (13)
- Klinke
- (13a)
- Rand
- (13b)
- Auflageelement
- (14)
- Wippe
- (15)
- Wippenelement
- (15a)
- Rastnase
- (16)
- Schwenklagerung
- (17)
- Feder
- (18)
- Zuhalteeinheit
- (19)
- Klappankermagnet
- (20)
- Elektromagnet
- (21)
- Anker
- (21a)
- Schwenkarm
- (22)
- Schwenklagerung
- (23)
- Führungssegment
- (24)
- Federelement
1. Sicherheitsschalter (2) mit einer Verriegelungseinheit (12), mittels derer ein zugeordneter
Betätiger (3) in einer Verriegelungsstellung gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinheit (12) eine Öffnung (9) und ein Sperrelement aufweist, wobei
in einer Verriegelungsposition das Sperrelement in die Öffnung (9) ragt und einen
Betätigerkopf (8) des in der Verriegelungsstellung befindlichen Betätigers (3) hintergreift,
dass das Sperrelement mittels eines Stellelements mit einer Anstellkraft in der Verriegelungsposition
gehalten ist, und dass bei Ein- oder Ausführen des Betätigerkopfs (8) über die Öffnung
(9) der Betätigerkopf (8) das Sperrelement gegen die Anstellkraft auslenkt.
2. Sicherheitsschalter (2) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement von einer Klinke (13) gebildet ist.
3. Sicherheitsschalter (2) nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Klinke (13) mit ihrem unteren Ende in Eingriff mit dem Stellelement ist, und
dass in der Verriegelungsposition das obere Ende der Klinke (13) in die Öffnung (9)
ragt, wobei das obere Ende einen kreisförmigen Rand (13a) aufweist, der an die Kontur
der Öffnung (9) angepasst ist.
4. Sicherheitsschalter (2) nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement von einer Wippe (14) gebildet ist.
5. Sicherheitsschalter (2) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Wippe (14) ein balkenförmiges Wippenelement (15) aufweist, wobei an einem ersten
längsseitigen Ende des Wippenelements (15) eine Schwenklagerung (16) vorgesehen ist,
und wobei an der Unterseite des Wippenelements (15) eine Feder (17) anliegt, welche
die Anstellkraft für das Sperrelement generiert.
6. Sicherheitsschalter (2) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder (17) in einem zentralen Bereich des Wippenelements (15) an dessen Unterseite
anliegt, und dass in diesem Bereich das untere Ende der Klinke (13) auf der Oberseite
des Wippenelements (15) aufliegt.
7. Sicherheitsschalter (2) nach einem der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Anstellkraft durch Vorspannen der Feder (17) einstellbar ist.
8. Sicherheitsschalter (2) nach einem der Ansprüche 1 - 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Geometrie der Öffnung (9) an die Form des Betätigerkopfs (8) angepasst ist, wobei
insbesondere der Betätigerkopf (8) kugelförmig ausgebildet ist oder einen ovalen oder
polygonalen Querschnitt aufweist.
9. Sicherheitsschalter (2) nach einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Verriegelungseinheit (12) eine Zuhalteeinheit (18) zugeordnet ist, mittels derer
das Sperrelement in seiner Verriegelungsposition zugehalten ist.
10. Sicherheitsschalter (2) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuhalteeinheit (18) einen Klappankermagneten (19) aufweist, welcher einen Elektromagneten
(20) und einen mit dem Elektromagneten (20) auslenkbaren Anker (21) aufweist, wobei
der Anker (21) in eine Zuhaltestellung einbringbar ist, in welcher der Anker (21)
die Wippe (14) blockiert.
11. Sicherheitsschalter (2) nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Wippe (14) an ihrem zweiten freien Ende eine Rastnase (15a) aufweist, wobei der
Anker (21) in der Zuhaltestellung in Eingriff mit dieser Rastnase (15a) ist.
12. Sicherheitsschalter (2) nach einem der Ansprüche 10 oder 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (21) um eine Schwenkachse schwenkbar ist, wobei ein Schwenkarm (21a) einen
Hebel ausbildet, der in Eingriff mit der Wippe (14) gebracht werden kann, und wobei
ein zweiter Schwenkarm ein Gegengewicht bildet, mittels dessen eine verbesserte Schockstabilität
erzielt wird.
13. Sicherheitsschalteranordnung (1) mit einem Sicherheitsschalter (2) und einem Betätiger
(3), wobei der Sicherheitsschalter (2) eine Verriegelungseinheit (12) aufweist, mittels
derer der Betätiger (3) in einer Verriegelungsstellung gehalten ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungseinheit (12) eine Öffnung (9) und ein Sperrelement aufweist, wobei
in einer Verriegelungsposition das Sperrelement in die Öffnung (9) ragt und einen
Betätigerkopf (8) des in der Verriegelungsstellung befindlichen Betätigers (3) hintergreift,
dass das Sperrelement mittels eines Stellelements mit einer Anstellkraft in der Verriegelungsposition
gehalten ist und dass bei Ein- oder Ausführen des Betätigerkopfs (8) über die Öffnung
(9) der Betätigerkopf (8) des Sperrelements gegen die Anstellkraft auslenkt.
14. Sicherheitsschalteranordnung (1) nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Betätiger (3) einen Grundkörper (6) aufweist, der über ein Verbindungselement
(7) mit dem Betätigerkopf (8) verbunden ist, wobei die Querschnittsfläche des Verbindungselements
(7) kleiner ist als die Querschnittsfläche des Betätigerkopfes (8).
15. Sicherheitsschalteranordnung (1) nach einem der Ansprüche 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Verriegelungsstellung des Betätigers (3) dadurch überwacht ist, dass Signale
eines Transponders (11) im Betätiger (3) in einer Leseeinheit des Sicherheitsschalters
(2) erfasst werden.