[0001] Die Erfindung betrifft eine Antennenanordnung für den Empfang zirkular polarisierter
Satellitenfunksignale, insbesondere für die Satellitenfunk-Navigation.
[0002] Insbesondere bei Satelliten-Navigationssystemen kommt es besonders auf die Wirtschaftlichkeit
sowohl bezüglich der vom Satelliten abgestrahlten Sendeleistung als auch auf die Effizienz
der Empfangsantenne an. Satellitenfunksignale werden aufgrund von Polarisationsdrehungen
auf dem Übertragungsweg in der Regel mit zirkular polarisierten elektromagnetischen
Wellen übertragen und werden für alle bekannten Satelliten-Navigationssystemen angewandt.
Moderne Navigationssysteme sehen insbesondere für die globale Erreichbarkeit in Verbindung
mit einer hohen Navigationsgenauigkeit bei der mobilen Navigation vor, die gleichzeitig
empfangenen Funksignale mehrerer Satelliten-Navigationssysteme auszuwerten. Solche
im Verbund empfangenden Systeme sind unter dem Begriff GNSS (Global Navigation Satellite
System) zusammengefasst und beinhalten bekannte Systeme, wie zum Beispiel GPS, GLONASS,
Galileo und Beidou etc. Satellitenantennen für die Navigation auf Fahrzeugen werden
in der Regel auf der elektrisch leitenden Außenhaut der Fahrzeugkarosserie aufgebaut.
Es kommen zirkular polarisierte Satelliten-Empfangsantennen zur Anwendung, wie sie
zum Beispiel aus den Druckschriften
DE-A-10 2009 040 910,
DE-A-40 08 505 und
DE-A-101 63 793 bekannt sind. Für den Aufbau auf Fahrzeugen eignen sich besonders solche Antennen,
welche sich durch eine niedrige Bauhöhe in Verbindung mit kostengünstiger Herstellbarkeit
auszeichnen. Hierzu zählt besonders zum Beispiel die aus der Druckschrift
DE-A-10 2009 040 910 bekannte, als Resonanzstruktur gestaltete kreisförmige, polygonförmige oder quadratische
Ringleitungsantenne mit kleinem Bauvolumen, welches insbesondere für mobile Anwendungen
zwingend gefordert ist. Die Antenne weist eine notwendige leitende Grundfläche von
verhältnismäßig geringer Größe auf und ist mit einer Höhe von weniger als einem Zehntel
der Freiraumwellenlänge sehr niedrig. Als weitere Antennen für die Satelliten-Navigation
auf Fahrzeugen sind nach dem Stand der Technik Patch-Antennen bekannt, welche jedoch
bezüglich des Empfangs unter niedrigem Elevationswinkel weniger leistungsfähig sind.
Eine Herausforderung an die Satellitenantennen für GNSS besteht in der Forderung nach
einer großen Frequenzbandbreite, welche zum Beispiel bei GPS durch das Frequenzband
L1 mit der Mittenfrequenz 1575 MHz (geforderte Bandbreite ca. 80 MHz) und dem Frequenzband
L2 mit der Mittenfrequenz 1227 MHz (geforderte Bandbreite ca. 53 MHz) vorgegeben ist.
Dieser Bedarf wird zum Beispiel durch gesonderte, jeweils einem der beiden Frequenzbänder
L1 bzw. L2 zugeordneten Antennen, oder durch eine beide Frequenzbänder umfassende
Antenne gedeckt. Systeme zur gleichzeitigen Auswertung von Signalinhalten in den Frequenzbändern
L1 und L2 stellen besonders hohe Anforderungen an die Eigenschaften der Antennen,
insbesondere bedingt durch den geringen verfügbaren Bauraum, wie er vor allem im Fahrzeugbau
immer gegeben ist. Die Anwendung getrennter, in enger Nachbarschaft zueinander befindlicher
Antennen für die beiden Frequenzbänder beinhaltet die Problematik der gegenseitigen
elektromagnetischen Verkopplung mit dem Effekt der Beeinflussung der Richtdiagramme
sowie der Polarisationsreinheit und insbesondere der Kreuzpolarisation in Bereichen
niedriger Elevationswinkel. Aufgrund der unter niedrigen Elevationswinkeln einfallenden
Signale der Ortungssatelliten kommt auch bei ausreichendem Antennengewinn in der gewünschten
- zumeist rechtshändig zirkularen (RHCP) - Polarisationsrichtung der Unterdrückung
der entgegengesetzten Polarisationsrichtung - der Kreuzpolarisation (LHCP) - im Hinblick
auf genaue Ortungsergebnisse eine besondere Bedeutung zu. Die Genauigkeit des Ortungsergebnisses
ist somit besonders vom Verhältnis der gewünschten Polarisation zur Kreuzpolarisation
der Satellitenempfangsantenne - also ihrem Kreuzpolarisationsabstand - abhängig.
[0003] Andererseits ist die Realisierung einer Satelliten-Navigationsantenne technisch schwierig,
welche bei einer Mittenfrequenz von etwa 1385 MHz beide Frequenzbänder mit einer Bandbreite
von ca. 360 MHz überdeckt und zusätzlich die zum Teil strengen Anforderungen an den
Kreuzpolarisationsabstand und an den Antennengewinn in Bereichen niedriger Elevationswinkel
erfüllt.
[0004] Für die Anwendung auf Fahrzeugen eignen sich - wie bereits erwähnt - insbesondere
Satellitenempfangsantennen mit kleinem Bauvolumen. Antennen dieser Art nach dem Stand
der Technik sind als Patch-Antennen bekannt. Diese sind jedoch bezüglich des Empfangs
unter niedrigem Elevationswinkel weniger leistungsfähig. Dieser Nachteil wird zum
Teil behoben durch Ringleitungsantennen, wie sie zum Beispiel in der
DE-A-10 2009 040 910 beschrieben sind. Jedoch auch für solche Antennen ist es wünschenswert, den Kreuzpolarisationsabstand
insbesondere im Bereich niedriger Elevationswinkel zu verbessern.
[0005] Eine für die Anwendung auf Fahrzeugen spezifische Anforderung an die Gestaltung des
Antennensystems ergibt sich vielfach auch aus der Beschränkung des verfügbaren Bauraums,
welcher häufig durch eine azimutal ungleichförmige Umgebung der Satelliten-Navigationsantenne
gekennzeichnet ist. Satellitenantennen werden in der Regel auf horizontalen Flächen
der elektrisch leitenden Außenhaut eines Fahrzeugs aufgebaut. Als ein fahrzeugtechnisch
bevorzugter Anbringungsort einer derartigen Satellitenempfangsantenne auf dem elektrisch
leitenden Fahrzeugdach wird zum Beispiel die unmittelbare Nachbarschaft zum oberen
Rand des Ausschnitts des Heckfensterscheibe - also die hintere Dachkante - häufig
vorgegeben. In vielen Fällen ist das Fahrzeugdach zum Fensterrand hin gekrümmt und
abfallend gestaltet, so dass die Satellitenantenne nicht auf einer azimutal ebenen
und vollkommen horizontalen leitenden Grundfläche aufgebaut ist. Dies wirkt sich nachteilig
sowohl auf das azimutale Runddiagramm wie auch in besonderem Maße azimutal richtungsabhängig
auf den Kreuzpolarisationsabstand und den Gewinn insbesondere bei niedrigen Elevationswinkeln
aus. Diese Störung der Empfangseigenschaften der Satellitenantenne ergibt sich stets
in den Fällen, in denen die Antenne teilweise in der Nähe des Randbereichs der horizontalen
Karosseriefläche aufgebaut ist.
[0006] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Antennenanordnung mit niedriger Bauhöhe auf
einem Fahrzeug für zirkular polarisierte Satellitenfunksignale anzugeben, welche bei
ausreichendem Gewinn bei niedrigen Elevationswinkeln der Strahlungscharakteristik
einen hohen Kreuzpolarisationsabstand aufweist.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Patentanspruchs 1 gelöst.
[0008] Erfindungsgemäß umfasst eine Antennenanordnung (1) für den Empfang zirkular polarisierter
Satellitenfunksignale mit der Freiraumwellenlänge λ und der Frequenz f, wenigstens
eine über einer elektrisch leitenden Grundfläche (3) positionierte, zirkular polarisierte
Satellitenempfangsantenne (2), insbesondere für die Satellitennavigation mit einer
relativen Antennenhöhe ha/λ < 0.15, deren Grundriss einem Kreis K um ihr Phasenzentrum
PZ mit dem relativen Antennenradius ra/λ < 0,15 einbeschrieben ist. Es ist ferner
ein Direktor (4) vorhanden, der einen horizontalen elektrischen Leiter (5) mit zwei
Leiterenden (11) umfasst, welcher über eine Direktorlänge Ld in einer Direktorhöhe
hd über der leitenden Grundfläche (3) geführt ist, und zwar zumindest angenähert an
eine Mantelfläche Mz eines zur leitenden Grundfläche senkrecht orientierten Zylinders
mit einem Zylinderradius rz und einer zentralen Achse Z durch das Phasenzentrum PZ
der Satellitenempfangsantenne (2), wobei der horizontale elektrische Leiter (5) an
seinen beiden Leiterenden (11) abgewinkelt ist und von dort als vertikaler Leiter
(6) jeweils zur leitenden Grundfläche (3) hin verläuft und mit dieser elektrisch leitend
verbunden ist. Der Direktor (4) kann durch Gestaltung der Direktorlänge Ld, der Direktorhöhe
hd und der vertikalen Leiter (6) in der Weise abgestimmt sein, dass seine Eigenresonanzfrequenz
in der Frequenznähe der Frequenz f eingestellt ist.
[0009] Vorteilhafte Ausführungsformen können wie folgt gestaltet sein:
Es kann sein, dass
- die relative Direktorlänge im Bereich 0,2 < Ld /λ < 0,4 gewählt ist
- die relative Direktorhöhe im Bereich 0,03 < hd /λ < 0,15 gewählt ist
- der relative Zylinderradius im Bereich 0,15 < rz/λ < 0,5 gewählt ist.
[0010] Es kann sein, dass der längsgestreckte horizontale elektrische Leiter 5 in Annäherung
an die gekrümmte Mantelfläche Mz des Zylinders in Draufsicht entweder gekrümmt oder
aber sekantenartig geradlinig gestaltet ist.
[0011] Es kann sein, dass die Direktorlänge Ld etwas kürzer als die Resonanzlänge, also
etwa unter 90 % der halben Freiraumwellenlänge λ und der Zylinderradius rz etwa 20%
der Freiraumwellenlänge λ gewählt sind.
[0012] Es kann sein, dass zur Verkleinerung der Kreuzpolarisation bei niedrigen Elevationswinkeln
über den gesamten Azimut-Winkelbereich mindestens drei Direktoren 4 azimutal gleichförmig
um die Satellitenempfangsantenne 2 angeordnet sind und der Zylinderradius rz nicht
mehr als eine halbe Freiraumwellenlänge gewählt ist.
[0013] Es kann sein, dass zur Kompensation einer durch azimutal sektoral ungleichförmige
Umgebung verursachten Beeinträchtigung des azimutalen Richtdiagramms sowie des Kreuzpolarisationsabstands
insbesondere bei Elevationswinkeln um 30° der mindestens eine Direktor 4 zur gezielten
ungleichförmigen Veränderung der horizontalen Richtcharakteristik in einem Abstand
von nicht mehr als einer halben Freiraumwellenlänge λ vom Phasenzentrum PZ entfernt
azimutal entsprechend positioniert ist.
[0014] Es kann sein, dass eine auf der elektrisch leitenden Außenhaut des Fahrzeugs aufliegende
elektrisch leitende Masseplatte 3a als mechanischer Träger der Satellitenempfangsantenne
2 und des mindestens einen Direktors 4 vorhanden ist, auf welcher die Massepunkte
zum elektrisch wirksamen Anschluss des Direktors 4 an die leitende Grundfläche 3 gebildet
sind.
[0015] Es kann sein, dass der Direktor 4 drahtförmig ausgebildet ist.
[0016] Es kann sein, dass die Masseplatte 3a zumindest teilweise aus einer elektrisch leitenden
Blechfläche gestaltet ist, und der Direktor 4 als Blech-streifen 21 aus dieser Blechfläche
bis auf einen Verbindungssteg 26 als Masse-punkt 8 ausgeschnitten und aus der Blechfläche
um den Ausbiegewinkel 10 ausgebogen ist.
[0017] Es kann sein, dass zur azimutal sektoralen Anhebung des Antennengewinns für niedrige
Elevationswinkel mindestens zwei Direktoren 4 zueinander dicht benachbart entlang
dem Zylindermantel Mz angeordnet sind und die zueinander benachbarten Leiterenden
11 der längsgestreckten horizontalen elektrischen Leiter 5 kapazitiv miteinander verkoppelt
sind.
[0018] Es kann sein, dass zur azimutal unabhängigen Anhebung des Antennengewinns und zur
weiteren Verbesserung des Kreuzpolarisationsabstands die Satellitenempfangsantenne
2 in azimutal symmetrischer Form vollständig von zueinander benachbarten und bezüglich
ihrer Leiterenden 11 kapazitiv miteinander verkoppelten Direktoren 4 umfangen ist.
[0019] Es kann sein, dass die Direktoren 4 aus elektrisch leitendem Blech bestehen und jeweils
an den Leiterenden 11 des längsgestreckten elektrischen Leiters 5 in der Weise eckig
ausgeformt und gebogen sind, dass jeweils eine Blechfahne 12 gebildet ist und durch
die parallel zueinander stehenden Fahnenflächen der jeweils zueinander benachbarten
Direktoren 4 die kapazitive Kopplung bewirkt ist.
[0020] Es kann sein, dass die ringförmig angeordneten Direktoren 4 zusammenhängend zu einem
mechanisch zusammenhängenden Ring aus Blech zusammengefasst sind, wobei die Verbindung
der Direktoren 4 miteinander über insbesondere kurze Verbindungsstege 26 gegeben ist,
welche auf der Masseplatte 3a aufgesetzt und mit dieser an den Massepunkten 8 elektrisch
leitend verbunden sind.
[0021] Es kann sein, dass die Satellitenempfangsantenne 2 in einer zirkular polarisierten
Ringleitungsantenne 13 mit einer relativen Höhe ha/λ ∼ 0,1 besteht und ihre vertikale
Projektion einem Kreis mit dem relativen Antennenradius ra/λ ∼ 0,13 um ihr Phasenzentrum
PZ einbeschrieben ist und
die relative Direktorlänge Ld /λ ∼ 0,3 sowie
die relative Direktorhöhe hd /λ ∼ 0,07 und
der relative Zylinderradius im Bereich rz/λ ∼ 0,2 gewählt sind.
[0022] Es kann sein, dass die Satellitenempfangsantenne 2 als zirkular polarisierte Patchantenne
14 gebildet ist.
[0023] Mit einer Antennenanordnung 1 nach der Erfindung ist der Vorteil verbunden, dass
bei Einsatz einer vorgegebenen, für den Empfang der Ortungssatelliten geeigneten,
jedoch nicht näher spezifizierten Satellitenempfangsantenne 2 die Strahlungseigenschaften
durch die erfindungsgemäße Gestaltung und Platzierung der Direktoren 4 bezüglich Gewinn
und Kreuzpolarisationsunterdrückung gezielt verbessert werden können.
[0024] Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht auch darin, dass sie es ermöglicht,
bei azimutal ungleichförmiger Umgebung der Antennenanordnung 1 die dadurch bewirkte
Störung ihrer omnidirektionalen Strahlungscharakteristik in Bezug auf Gewinn und Kreuzpolarisationsabstand
zu beheben.
[0025] Ein weiterer Vorteil einer Antennenanordnung 1 nach der Erfindung ist die besonders
einfache Herstellbarkeit und Anbringungsmöglichkeit der Direktoren 4, welche die Realisierung
auch durch einfache gebogene Blech- oder Drahtstrukturen ermöglicht.
[0026] Gemäß der Erfindung umfasst eine Antennenanordnung 1 für den Empfang zirkular polarisierter
Satellitenfunksignale der Freiraumwellenlänge λ mit wenigstens einer über einer im
Wesentlichen horizontal orientierten, als elektrisch leitende Grundfläche 3 dienende
Außenhaut eines Fahrzeugs 7 angeordneten zirkular polarisierten Satellitenempfangsantenne
2 mit Phasenzentrum PZ. Diese besitzt eine relative Antennenhöhe ha/λ< 0.15 und ist
mit ihrer vertikalen Projektion einem Kreis K mit dem relativen Antennenradius ra/λ
< 0.15 um ihr Phasenzentrum PZ einbeschrieben. Es ist mindestens ein Direktor 4 vorhanden,
welcher aus einem im Wesentlichen längsgestreckten horizontalen elektrischen Leiter
5 gebildet ist und welcher über die Direktorlänge Ld unter der Direktorhöhe hd über
der leitenden Grundfläche 3 im annähernd entlang der Mantelfläche eines senkrecht
orientierten Zylinders mit Zylinderradius rz und zentraler Achse Z durch das Phasenzentrum
PZ der Satellitenantenne 2 geführt ist. Der horizontale elektrische Leiter 5 ist an
beiden Enden der Länge L abgeknickt und verläuft als vertikaler Leiter 6 jeweils zur
leitenden Grundfläche 3 hin und ist mit dieser leitend verbunden. Die relative Direktorlänge
Ld ist im Bereich 0,2 < Ld/λ < 0,4 gewählt. Die relative Direktorhöhe hd ist im Bereich
0,03 < hd/λ < 0,15 gewählt. Der relative Zylinderradius ist im Bereich 0,15 < rz/λ
< 0,4 gewählt.
[0027] Die Erfindung wird im Folgenden anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert.
Die zugehörigen Figuren zeigen im Einzelnen:
Fig. 1:
Räumliche Darstellung einer Antennenanordnung 1 nach der Erfindung mit elektrisch
kleiner Satellitenempfangsantenne 2 mit Phasenzentrum PZ im Zentrum Z auf der Außenhaut
eines Fahrzeugs 7 als elektrisch leitende Grundfläche 3, azimutal umgeben von erfindungsgemäßen
Direktoren 4. Diese bestehen beispielhaft jeweils aus einem geradlinigen horizontalen
elektrischen Leiter 5 der Länge Ld, welcher unter einer Höhe hd geführt ist und welcher
sich an seinen beiden Enden jeweils mit einem zur leitenden Grundfläche 3 hin führenden
vertikalen Leiter 6 fortsetzt, dessen unteres Ende über einen Massepunkt 8 mit der
leitenden Grundfläche 3 leitend verbunden ist. Die horizontalen Leiter 5 sind geradlinig
annähernd entlang der Mantelfläche Mz eines senkrecht orientierten Zylinders mit Zylinderradius
rz geführt. Die elektrisch kleine Satellitenempfangsantenne 2 ist einem Bauraum der
Höhe ha und dem Kreis K mit dem Antennenradius ra um ihr Zentrum Z einbeschrieben.
Fig.1a
Draufsicht auf eine Antennenanordnung 1 nach der Erfindung, wie in Fig. 1a, zur Darstellung
der Anordnung der in Draufsicht gekrümmten Direktoren 4 mit jeweils einem entlang
der Mantelfläche Mz unter der Höhe hd gekrümmt verlaufenden horizontalen Leiter 5
als Segment einer kreisförmigen Höhenlinie der Mantelfläche Mz des senkrecht orientierten
Zylinders mit dem Zylinderradius rz.
Fig. 2:
Draufsicht auf eine Antennenanordnung 1 nach der Erfindung, wie in Fig. 1, zur Darstellung
der Anordnung der Direktoren 4 mit jeweils einem unter der Höhe hd geradlinig verlaufenden
horizontalen Leiter 5 im Wesentlichen als Sekante einer kreisförmigen Höhenlinie der
Mantelfläche Mz des senkrecht orientierten Zylinders mit Zylinderradius rz.
Fig. 3:
Gegenüberstellung des vertikalen Richtdiagramms in Fig. 3a einer Satellitenempfangsantenne
2 und des vertikalen Richtdiagramms in Fig. 3b derselben Satellitenempfangsantenne
2 in einer Antennenanordnung 1 nach der Erfindung jeweils für die gewünschte zirkulare
Polarisationsrichtung RHCP und die Kreuzpolarisationsrichtung LHCP jeweils mit Kennzeichnung
der Einfallsrichtung unter dem Elevationswinkel von 20° (Zenitwinkel 70°) und dem
Elevationswinkel von 5° (Zenitwinkel 85°).
Es ergeben sich bei Bandmitte im Band L1 (f = 1.565 MHz): Antennengewinn unter Elevationswinkel
20°: RHCP Fall a) 0dB, Fall b) 2dB Antennengewinn unter Elevationswinkel 20°: LHCP
Fall a) -8dB, Fall b) -1.5dB Antennengewinn unter Elevationswinkel 5°: RHCP Fall a)
-4dB, Fall b) 0dB Antennengewinn unter Elevationswinkel 5°: LHCP Fall a) -5,2dB, Fall
b) -0,5dB Resultat: Der RHCP-Antennengewinn der Antennenanordnung 1 nach der Erfindung
übertrifft den Antennengewinn der Einzelantenne um 4dB bei einem Elevationswinkel
von 5° und um ca. 2 dB bei einem Elevationswinkel von 20°.
Fig. 4:
Vergleich der Azimutaldiagramme in Entsprechung der vertikalen Richtdiagramme in Fig.
3 in Frequenzbandmitte von L1 (f = 1.565MHz).
Elevationswinkel = 20°.
- a) Satellitenempfangsantenne 2 b) Antennenanordnung 1 nach der Erfindung. Resultat:
mit der Antennenanordnung 1 nach der Erfindung wird bei einem Elevationswinkel von
20° eine deutliche Erhöhung um ca. 2dB erzielt.
Fig. 5:
Vergleich der vertikalen Richtdiagramme wie in Fig. 3, jedoch bei Bandmitte im Band
L2 (f = 1.225 MHz):
- a) Satellitenempfangsantenne 2 b) Antennenanordnung 1 nach der Erfindung Resultat:
Der RHCP-Antennengewinn der Antennenanordnung 1 nach der Erfindung übertrifft den
Antennengewinn der Einzelantenne um 1,5dB bei einem Elevationswinkel von 5° und um
ca. 0,7dB bei einem Elevationswinkel von 20°.
Fig. 6:
Vergleich der Azimutaldiagramme wie in Fig. 5 bei Bandmitte im Band L2 (f = 1.225
MHz):
- a) Satellitenempfangsantenne 2 b) Antennenanordnung 1 nach der Erfindung Resultat:
Mit der Antennenanordnung 1 nach der Erfindung wird bei einem Elevationswinkel von
20° eine Erhöhung um ca. 0,7 dB erzielt.
Fig. 7:
Vertikale Richtdiagramme der Antennenanordnung 1 nach der Erfindung an den Frequenzbandgrenzen
des Frequenzbandes L2.
- a) bei der unteren Frequenzbandgrenze (f = 1200 MHz) und
- b) der oberen Frequenzbandgrenze (f = 1250 MHz) des Navigations-Frequenzbandes L2.
Fig. 8:
Räumliche Darstellung einer Antennenanordnung 1 nach der Erfindung wie in Fig. 1,
jedoch mit aus elektrisch leitendem Blech bestehenden Direktoren 4. Die auf der Fahrzeug-
Außenhaut aufliegende Masseplatte 3a als mechanischer Träger des Satellitenempfangsantenne
2 und der Direktoren 4 ist im Beispiel als Blechfläche 3a dargestellt. Die Direktoren
4 sind aus dieser Blechfläche 3a bis auf einen, die Masseanbindung bildenden Verbindungssteg
26 als Drehpunkt - welcher auch als Massepunkt 8 wirkt - ausgeschnitten und aus der
Blechfläche 3a um den Ausbiegewinkel 10 ausgebogen.
Fig. 9:
Darstellung der aus fahrzeugtechnischer Sicht bevorzugten Bauräume Br1 - Br 7 für
Satelliten-Empfangsantennen 2 auf der elektrisch leitenden Außenhaut eines Kraftfahrzeugs
7. Der als Br0 gekennzeichnete Ort in der Mitte des Fahrzeugdaches 16 ist aus antennentechnischer
Sicht zu bevorzugen, scheidet jedoch im Allgemeinen aus fahrzeugtechnischer Sicht
aus. Die aus fahrzeugtechnischer Sicht akzeptierten Bauräume Br1- Br6 befinden sich
sämtlich im Randbereich des Fahrzeugdaches 17 mit den bekannten nachteiligen Einflüssen
der seitlichen Dachkante 17, der vorderen Dachkante 18a und der hinteren Dachkante
18 bezüglich des Strahlungsdiagramms von Satelliten-Empfangsantennen 2 mit Rundstrahlcharakteristik.
Wenig geeignet sind auch Bauräume auf dem Heckdeckel 19, zum Beispiel Br7, aufgrund
der die Strahlung abschattenden Wirkung des Fahrzeug-Oberbaus.
Fig. 10:
Anbringung der Antennenanordnung 1 nach der Erfindung mit den angegebenen Abmessungen
für GNSS- Anwendungen zum Beispiel am Bauraum Br2 in Fig. 9. Der die Rundstrahlung
einschränkende Effekt der hinteren Dachkante 18 sowie der Krümmung des Fahrzeugdachs
16 mithilfe der im Wesentlichen parallel zur hinteren Dachkante 18 verlaufenden Direktoren
4 wird erfindungsgemäß durch Anhebung des Antennengewinns in Fahrtrichtung für niedrige
Strahlungs-Elevationswinkel wesentlich gemildert. Eine zum Beispiel seitlich am Bauraum
Br6 angebrachte Satelliten-Empfangsantenne 23 für den Empfang von Satelliten-Rundfunksignalen
bei der Frequenz von ca. 2,3 GHz wird in sehr vorteilhafter Weise bezüglich ihrer
Strahlungseigenschaften durch die Antennenanordnung 1 nach der Erfindung praktisch
nicht beeinträchtigt. Der nach rechts weisende Pfeil bezeichnet die Fahrtrichtung.
Fig. 11:
Anbringung der Satellitenempfangsantenne 2 am Bauraum Br2 und der Empfangsantenne
23 am Bauraum Br 6 wie in Fig. 10, jedoch mit azimutal rundum angeordneten Direktoren
4 zur Anhebung des Antennengewinns für Rundstrahlung bei niedrigen Elevationswinkeln.
Die Strahlungseigenschaften der Satellitenempfangsantennen 23 sind bei geeigneter
Wahl der Direktorhöhe hd und des Ausbiegewinkels 10 durch die Anwesenheit der Antennenanordnung
1 nach der Erfindung praktisch nicht beeinträchtigt.
Fig. 12:
Antennenanordnung 1 nach der Erfindung mit zueinander dicht benachbart - als Segmente
entlang dem Zylindermantel - angeordneten Direktoren 4, welche ringförmig um die Satellitenempfangsantenne
2 angeordnet sind. Die zueinander benachbarten Leiterenden 11 der längsgestreckten
horizontalen Leiter 5 sind kapazitiv miteinander verkoppelt. Die Direktoren 4 sind,
wie in Fig. 8 als Blechstreifen 9 aus der Blechfläche der Masseplatte 3a ausgeschnitten
und um den Ausbiegewinkel 10 von 90° ausgebogen. Die Leiterenden 11 der längsgestreckten
elektrischen Leiter 5 sind in der Weise eckig ausgeformt und bezogen auf das Zentrum
Z radial nach außen gebogen, dass jeweils eine Blechfahne 12 gebildet ist und die
kapazitive Kopplung durch die parallel zueinanderstehenden Fahnenflächen der jeweils
einander benachbarten Direktoren 4 bewirkt ist.
Fig. 13:
Antennenanordnung 1 nach der Erfindung wie in Fig. 12 mit dem Unterschied, dass zur
Verringerung des Platzbedarfs die Blechfahnen 12 zur Bildung der kapazitiven Kopplung
- bezogen auf das Zentrum Z - radial nach innen gebogen sind.
Fig. 14:
- a) Gestaltung der die Satellitenempfangsantenne 2 umringenden Direktoren 4, wie in
Fig. 13, jedoch als zusammenhängend, aus einem Blech geschnittener und geformter Blechring
25. Die dabei entstandenen Verbindungsstege 26 an den unteren Enden der vertikalen
Leiter 6 bilden durch Aufsetzen des Blechrings 25 auf die Masseplatte 3a und mit deren
elektrischen Verbindung die Massepunkte 8. die vertikalen Pfeile beschreiben die Richtung,
in welcher der Blechring 25 auf die Masseplatte 3a aufgesetzt wird. Die Satellitenantenne
2 ist in dieser Figur nicht gezeigt.
- b) Darstellung der Antennenanordnung 1 nach der Erfindung mit einem auf der Masseplatte
3a aufgesetzten und mit dieser an den Massepunkten 8 elektrisch leitend verbundenen
Blechring 25 wie unter a) mit der Satellitenempfangsantenne 2 im Zentrum zum Beispiel
am Bauraum Br 2. Die weitere Satellitenempfangsantenne 23 ist, wie in den Fig. 10
und 11, am Bauraum 6 angebracht.
[0028] Die Erfindung geht aus von einer zirkular polarisierten, über einer elektrisch leitenden
Grundfläche 3 befindlichen Satellitenempfangsantenne 2, deren auf die Freiraumwellenlänge
λ bezogene relative Antennenhöhe ha/λ kleiner ist als 0,15. Mit dieser extrem kleinen
Höhe ha der Antenne ist die problematische Eigenschaft verbunden, dass ihr Strahlungsgewinn
zu kleineren Elevationswinkeln hin sehr schnell abnimmt. Dies ist ebenfalls verbunden
mit einer verstärkten Abnahme des Kreuzpolarisationsabstands. Dieser Effekt kann durch
die Anwesenheit der Direktoren 4 so weit gemildert werden, dass eine Satellitenempfangsantenne
2 mit dem vorgegebenen Bauvolumen auf der elektrisch leitenden Außenhaut eines Fahrzeugs
7 auch für qualifizierte Ortsbestimmung mit Hilfe der Satellitennavigation eingesetzt
werden kann. Dabei sind Satellitenempfangssignale für die Navigation auszuwerten,
welche unter dem niedrigen Elevationswinkel von 20° bis hin zu einem Elevationswinkel
von 5° einfallen. Das extrem starke Abfallen des Antennengewinns bei solch niedrigen
Elevationswinkeln für die gewünschte Polarisationsrichtung einer derart niedrigen
Satellitenempfangsantenne 2 über einer leitenden Grundfläche 3 beruht auf der Schwäche
der horizontalen Komponente ihres elektrischen Strahlungsfeldes. Diese Schwäche wird
erfindungsgemäß durch den Einsatz der Direktoren 4 um die Satellitenempfangsantenne
2 gemildert und es gelingt die Anhebung des Antennengewinns für niedrige Elevationswinkel.
[0029] Die Direktoren bilden bezogen auf die Grundfläche einen Bogen bzw. ein (U-förmiges)
Tor (vgl. Fig. 1), das aus dem vertikalen Leiter 5 und den beiden vertikalen Leitern
6 besteht.
[0030] Eine Plausibilitätsbetrachtung kann die Wirkungsweise der Direktoren 4 anhand der
räumlichen Darstellung der Antennenanordnung 1 nach der Erfindung in Fig. 1 und deren
Draufsicht in den Figuren 1a und 2 angenähert erläutern. Hierbei führt die azimutal
nahezu vollständige Umfassung der Satellitenempfangsantenne 2 mit Direktoren 4 zu
der gewünschten Anhebung des Antennengewinns bei Rundstrahlung. Die für zirkulare
Polarisation ausgelegte Satellitenempfangsantenne 2 erregt mit den auf ihr fließenden
Strömen die elektrischen Leiter der Direktoren 4. Die Leiterenden 11 der horizontalen
elektrischen Leiter 5 sind über die vertikalen Leiter 6 jeweils mit einem Massepunkt
8 mit der leitenden Grundfläche 3 verbunden. Somit bilden sich auf dem elektrisch
erregten Direktor 4 und insbesondere auch auf dem horizontalen elektrischen Leiter
5 Sekundärströme aus, welche bei geeigneter Wahl der Direktorlänge im Bereich 0,2
< Ld/λ < 0,45, der Direktorhöhe im Bereich 0,03 < hd/λ < 0,15 sowie des Zylinderradius
im Bereich 0,15 < rz/λ < 0,5, welcher den Abstand der Direktoren 4 vom Zentrum Z der
Antennenanordnung 1 bestimmt, ein Strahlungsfeld erzeugen. Dieses überlagert sich
dem Strahlungsfeld der Satellitenempfangsantenne 2 in der Weise, dass sich die gewünschte
Anhebung des Antennengewinns insbesondere für niedrige Elevationswinkel einstellt.
Besonders wirkungsvoll zeigt sich eine Direktorlänge Ld, welche kürzer ist als eine
halbe Freiraumwellenlänge λ, das heißt, dass die Eigenresonanzfrequenz des Direktors
4 etwas niedriger gewählt ist als die Satellitenempfangsfrequenz f. Die gering gewählte
Abweichung der Satellitenfrequenz f von der Eigenresonanzfrequenz des Direktors 4
begründet den damit verbundenen Anstieg der Ströme auf dem Direktor 4 und in Kombination
mit dem geeignet eingestellten Zylinderradius rz die daraus resultierende, in Bezug
auf die Phasenlage konstruktive Überlagerung des Direktor-Strahlungsfeldes mit dem
Strahlungsfeld der Satellitenempfangsantenne 2 im Sinne der zu lösenden Aufgabe. Die
horizontalen elektrischen Leiter 5 über der elektrisch leitenden Grundfläche 3 unter
der Direktorhöhe hd bilden jeweils eine an beiden Leiterenden 11 über die vertikalen
Leiter 6 abgeschlossene elektrische Leitung mit dem Wellenwiderstand ZL, dessen Größe
von der Leiterbreite 27 bzw. der Blechstreifenbreite 21 und dem Leiterabstand 28 des
horizontalen elektrischen Leiters 5 von der leitenden Grundfläche 3 gegeben ist. Bei
Gestaltung eines Direktors 4 zum Beispiel aus Draht kann durch Einstellung der laufenden
Kapazität und der laufenden Induktivität des horizontalen elektrischen Leiters 5,
z. B. mithilfe einer mäanderförmigen Verlegung, der Wellenwiderstand ZL in weiten
Grenzen variiert werden. Eine Feineinstellung des Abstands rz des Direktors 4 vom
Zentrum Z sowie die Wahl eines geeigneten Wellenwiderstandes ZL als auch der Eigeninduktivät
der vertikalen Leiter 6 ermöglicht die Optimierung des Strahlungsdiagramms der Antennenanordnung
1 im Sinne der Aufgabe der Erfindung.
[0031] In den Figuren 3 bis 7 sind beispielhaft Messergebnisse in Form von vertikalen und
horizontalen Schnitten von Strahlungsdiagrammen von Antennenanordnungen 1 nach der
Erfindung dargestellt und mit entsprechenden Messergebnissen einer Satellitenantenne
2 über einer leitenden Grundfläche 3 ohne erfindungsgemäße Direktoren 4 verglichen.
Die erzielten Verbesserungen im Bereich niedriger Elevationswinkel sind im Einzelnen
im Zusammenhang mit den obigen Beschreibungen der Figuren angegeben.
[0032] Für den Einsatz im Fahrzeugbau sind die Herstellungskosten sowie die einfache Implementierbarkeit
essenziell. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist, wie in Fig. 8
dargestellt, die auf der Außenhaut des Fahrzeugs 7 aufliegende Masseplatte 3a als
mechanischer Träger der Satellitenempfangsantenne 2 und der Direktoren 4 gestaltet
und aus Blech hergestellt. Als besonderer Vorteil ergibt sich hierbei die Möglichkeit,
erfindungsgemäß die Direktoren 4 aus dem Blech zu schneiden und aus diesem um den
Ausbiegewinkel 10 auszubiegen. Die hierfür notwendigen Schneide-und Biegevorgänge
können extrem preisgünstig in Massenproduktion mit sehr guter Reproduzierbarkeit durchgeführt
werden.
[0033] Aus fahrzeugtechnischer Sicht stehen für die Anbringung einer Satellitenempfangsantenne
2 in der Hauptsache Bauräume - Br1 - Br6 in Fig. 9 - in den Randzonen auf dem Fahrzeugdach
zur Verfügung. Als Folge der bereits erwähnten azimutal ungleichförmigen Umgebung
ergibt sich eine nennenswerte Beeinträchtigung des azimutalen Richtdiagramms sowie
des Kreuzpolarisations-abstands. Ebenso ergibt sich eine das Navigationsergebnis verschlechternde
Verschiebung des Phasenzentrums PZ der Antennenanordnung 1 in Abhängigkeit vom Raumwinkel
der einfallenden Satellitenempfangssignale.
[0034] Insbesondere bei Elevationswinkeln um 20° kann bereits mit einem gezielt platzierten
Direktor 4 der ungleichförmigen Veränderung der horizontalen Richtcharakteristik entgegengewirkt
werden. Besonders hilfreich ist diese erfindungsgemäße Maßnahme bei Wahl der fahrzeugtechnisch
bevorzugten Bauräume Br1, Br2, und Br6 auf dem Fahrzeugdach 16, bei denen aufgrund
des abrupten Abbrechens der leitenden Grundfläche 3 an der hinteren Dachkante 18 am
oberen Rand der Rückfensterscheibe 15 und der dort häufig vorhandenen Krümmung des
Fahrzeugdaches 16 die Strahlungscharakteristik einer Satellitenempfangsantenne 2 in
der Regel stark beeinträchtigt ist.
[0035] Mit wachsender Anzahl der Satellitenfunkdienste für die Satelliten-Navigation und
dem Satelliten-Rundfunk sind die Bauräume dichter gesteckt und die Strahlungscharakteristiken
durch elektromagnetische Verkopplung beeinträchtigt. In dem bereits oben beschriebenen
Beispiel in Fig. 10 ist die Satellitenempfangs-antenne 2 für GNSS in einer Anordnung
nach der Erfindung mit zwei einander gegenüberliegenden Direktoren 4 am Bauraum Br2
und die Satellitenempfangsantenne 23 für den Rundfunkempfang bei ca. 2,3 GHz am Bauraum
Br6 angebracht. Beide Antennen sind im Beispiel als Ringleitungsantennen 13 ausgeführt.
Hierbei zeigt sich sehr vorteilhaft, dass die strengen Anforderungen an die Strahlungscharakteristik
der Satellitenrundfunk-Empfangsantenne 23 durch das Vorhandensein der erfindungsgemäßen
Direktoren 4 nicht beeinträchtigt werden. Aufgrund des großen Abstands zwischen der
Eigenresonanzfrequenz der Direktoren 4 und der Frequenz des Satellitenrundfunks sind
die Sekundärströme, welche die Satelliten-Rundfunkantenne 23 auf den Direktoren 4
hervorruft hinreichend gering, dass ihre Wirkung auf die Strahlungscharakteristik
der Satelliten-Rundfunkantenne 23 vernachlässigbar ist. Dieser Effekt ist in der Weise
ausgeprägt, dass die Störung der Strahlungseigenschaften der Satelliten-Rundfunkantenne
23 in Fig. 11 selbst dann gering ist, wenn die Satellitenempfangsantenne 2 für GNSS
vollständig von Direktoren 4 umgeben ist.
[0036] Ähnlich wie in Fig. 11 ist die Satellitenempfangsantenne 2 in Fig. 12 vollständig
von Direktoren 4 umringt, welche jedoch - mehr noch als in Fig. 11 in einer weiteren
vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung - in dichter Reihenfolge aufeinander,
also in dichtem Abstand entlang dem Zylindermantel ZM angeordnet sind. Die zueinander
benachbarten Leiterenden 11 der längsgestreckten horizontalen elektrischen Leiter
5 sind kapazitiv miteinander verkoppelt. Mit dieser Verkopplung wird eine weitere
Verbesserung des Kreuzpolarisationsabstands und der azimutalen Unabhängigkeit des
Phasenzentrums bei niedrigen Elevationswinkeln erreicht. Sie ergibt sich aus einer
zusätzlichen Belegung mit Sekundärströmen auf den horizontalen elektrischen Leitern
5, welche sich aus der kapazitiven Überbrückung der Spannungsdifferenzen zwischen
den benachbarten Leiterenden 11 einstellen, die sich über die vertikalen elektrischen
Leiter 6 ausbilden. Die mit dem azimutalen Winkel sich ändernden Phasen der Ströme
auf der Satellitenempfangsantenne 2 bewirken die Erregung von Sekundärströmen mit
unterschiedlichen Phasen in den unterschiedlichen Direktoren 4. Diese Sekundärströme
erzeugen an den induktiven Wirkungen der einander benachbarten vertikalen elektrischen
Leiter 6 unterschiedliche Spannungen, deren Differenz über die kapazitive Verkopplung
die gewünschte Wirkung der Verbesserung des Kreuzpolarisationsabstands hervorruft.
[0037] Wie im Zusammenhang mit Fig. 11 beschrieben, sind die Direktoren 4 aus der blechförmigen
Masseplatte 3a bis auf die kurzen Verbindungsstege 26 ausgeschnitten und längs der
Biegelinie 24 aus der blechförmigen Masseplatte 3a ausgebogen, wobei der Ausbiegewinkel
10 zu 90° gewählt ist. Zur Intensivierung der kapazitiven Koppelung sind die Leiterenden
11 des längsgestreckten elektrischen Leiters 5 in der Weise flächig und eckig ausgeformt,
dass jeweils eine Blechfahne 12 gebildet ist. Die Blechfahnen 12 sind - bezogen auf
das Zentrum Z - in der Weise nach außen radial ausgebogen, dass die Flächen zweier
benachbarter Blechfahnen 12 im Wesentlichen parallel zueinander ausgerichtet sind
und somit die erhöhte kapazitive Kopplung erreicht ist. Obgleich die dargestellte
Realisierung einer Antennenanordnung 1 nach der Erfindung augenscheinlich kompliziert
erscheint, so kann sie doch extrem kostengünstig durch Stanz- und Biegetechnik in
Serienfertigung hergestellt werden. Zur Verkleinerung der Querausdehnung der Antennenanordnung
1 können die in der Fig. 12 dargestellten Blechfahnen 12 - bezogen auf das Zentrum
Z - radial nach innen gebogen sein, wie es aus Fig. 13 hervorgeht.
[0038] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind in Fig. 14a die
Direktoren ringförmig zusammenhängend zu einem mechanisch zusammenhängenden Ring aus
Blech zusammengefasst. Sie sind über kurze Verbindungsstege 26 miteinander verbunden.
Es ist vorgesehen, den aus Blech hergestellten Ring auf die Masseplatte 3a aufzusetzen
- wie es die vertikalen Pfeile andeuten - und die Verbindungsstege 26 mit den auf
der Massefläche 3 befindlichen Massepunkten 8 elektrisch leitend zu verbinden, wie
es aus Fig. 14b hervorgeht.
Liste der Bezeichnungen
[0039]
Antennenanordnung 1
Satellitenempfangsantenne 2
elektrisch leitende Grundfläche 3
Masseplatte 3a
Direktor 4
horizontaler elektrischen Leiter 5
vertikaler Leiter 6
Außenhaut eines Fahrzeugs 7
Massepunkte 8
Blechstreifen 9
Ausbiegewinkel 10
Leiterenden 11
Blechfahne 12
Ringleitungsantenne 13
Patchantenne 14
Heckfensterscheibe 15
Fahrzeugdach 16
seitliche Dachkante 17
hintere Dachkante 18
vordere Dachkante 18a
Heckdeckel 19
Frontdeckel 20
Blechstreifenbreite 21
Schnittlinien 22
weitere Satellitenempfangsantenne 23
Biegelinie 24
Blechring 25
Verbindungsstege 26
Leiterbreite 27
Leiterabstand 28
Freiraumwellenlänge λ
Antennenhöhe ha
Phasenzentrum PZ
Antennenradius ra
Zylinderradius rz
zentraler Achse Z
Direktorlänge Ld
Direktorhöhe hd
Kreis K
Zylindermantel Mz
Bauraum Br1 - Br7
Wellen Widerstand ZL
1. Antennenanordnung (1) für den Empfang zirkular polarisierter Satellitenfunksignale
mit der Freiraumwellenlänge λ und der Frequenz f, umfassend wenigstens eine über einer
elektrisch leitenden Grundfläche (3) positionierte, zirkular polarisierte Satellitenempfangsantenne
(2), insbesondere für die Satellitennavigation mit einer relativen Antennenhöhe ha/λ
< 0.15, deren Grundriss einem Kreis K um ihr Phasenzentrum PZ mit dem relativen Antennenradius
ra/λ < 0,15 einbeschrieben ist,
gekennzeichnet durch die folgenden Merkmale:
es ist ein Direktor (4) vorhanden, der einen horizontalen elektrischen Leiter (5)
mit zwei Leiterenden (11) umfasst, welcher über eine Direktorlänge Ld in einer Direktorhöhe
hd über der leitenden Grundfläche (3) geführt ist, und zwar zumindest angenähert an
eine Mantelfläche Mz eines zur leitenden Grundfläche senkrecht orientierten Zylinders
mit einem Zylinderradius rz und einer zentralen Achse Z durch das Phasenzentrum PZ
der Satellitenempfangsantenne (2), wobei der horizontale elektrische Leiter (5) an
seinen beiden Leiterenden (11) abgewinkelt ist und von dort als vertikaler Leiter
(6) jeweils zur leitenden Grundfläche (3) hin verläuft und mit dieser elektrisch leitend
verbunden ist;
der Direktor (4) ist durch Gestaltung der Direktorlänge Ld, der Direktorhöhe hd und
der vertikalen Leiter (6) in der Weise abgestimmt, dass seine Eigenresonanzfrequenz
in der Frequenznähe der Frequenz f eingestellt ist.
2. Antennenanordnung (1) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Direktorlänge im Bereich 0,2 < Ld /λ < 0,45 gewählt ist,
die Direktorhöhe hd im Bereich 0,03 < hd /λ < 0,15 gewählt ist, und der Zylinderradius
im Bereich 0,15 < rz/λ < 0,5 gewählt ist.
3. Antennenanordnung (1) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
der horizontale elektrische Leiter (5) geradlinig gestaltet ist, wobei insbesondere
die beiden vertikalen Leiter (6) im Bereich der Mantelfläche Mz angeordnet sind.
4. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Direktorlänge Ld kürzer als etwa 90 % der halben Freiraumwellenlänge λ, und der
Zylinderradius rz etwa 20% der Freiraumwellenlänge λ gewählt sind.
5. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Verkleinerung der Kreuzpolarisation bei niedrigen Elevationswinkeln über den gesamten
Azimut-Winkelbereich mindestens drei Direktoren (4) azimutal gleichförmig um die Satellitenempfangsantenne
(2) angeordnet sind, wobei insbesondere der Zylinderradius rz nicht größer als eine
halbe Freiraumwellenlänge gewählt ist.
6. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur Kompensation einer durch azimutal sektoral ungleichförmige Umgebung verursachten
Beeinträchtigung des azimutalen Richtdiagramms sowie des Kreuzpolarisationsabstands,
insbesondere bei Elevationswinkeln um 30°, der mindestens eine Direktor (4) zur gezielten
ungleichförmigen Veränderung der horizontalen Richtcharakteristik in einem Abstand
von nicht mehr als einer halben Freiraumwellenlänge λ vom Phasenzentrum PZ entfernt
positioniert ist.
7. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine elektrisch leitende Masseplatte (3a) als mechanischer Träger der Satellitenempfangsantenne
(2) und des mindestens einen Direktors (4) vorhanden ist, auf welcher Massepunkte
(8) zum elektrisch wirksamen Anschluss des Direktors (4) gebildet sind.
8. Antennenanordnung (1) nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
dass die Masseplatte (3a) zumindest teilweise aus einer elektrisch leitenden Blechfläche
gestaltet ist, und der Direktor (4) als Blechstreifen (21) aus dieser Blechfläche
bis auf einen Verbindungssteg (26) als Massepunkt (8) ausgeschnitten und aus der Blechfläche
um einen Ausbiegewinkel (10) ausgebogen ist.
9. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Direktor (4) drahtförmig ausgebildet ist.
10. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur azimutal sektoralen Anhebung des Antennengewinns für niedrige Elevationswinkel
mindestens zwei Direktoren (4) zueinander dicht benachbart entlang dem Zylindermantel
Mz angeordnet sind und die zueinander benachbarten Leiterenden (11) der horizontalen
elektrischen Leiter (5) kapazitiv miteinander verkoppelt sind.
11. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
zur azimutal unabhängigen Anhebung des Antennengewinns und zur weiteren Verbesserung
des Kreuzpolarisationsabstands die Satellitenempfangsantenne (2) in azimutal symmetrischer
Form vollständig von zueinander benachbarten und bezüglich ihrer Leiterenden (11)
kapazitiv miteinander verkoppelten Direktoren (4) umgeben ist.
12. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8 und 10 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Direktoren (4) vorgesehen sind, die aus elektrisch leitendem Blech bestehen
und jeweils an den Leiterenden (11) des längsgestreckten elektrischen Leiters (5)
in der Weise eckig ausgeformt und gebogen sind, dass jeweils eine Blechfahne (12)
gebildet ist, wobei durch parallel zueinander stehende Fahnenflächen der jeweils zueinander
benachbarten Direktoren (4) eine kapazitive Kopplung bewirkt ist.
13. Antennenanordnung (1) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Direktoren (4) zusammenhängend zu einem mechanisch zusammenhängenden Ring aus
Blech zusammengefasst sind, wobei die Verbindung der Direktoren (4) über Verbindungsstege
(26) gegeben ist, welche auf einer Masseplatte (3a) aufgesetzt und mit dieser an Massepunkten
(8) elektrisch leitend verbunden sind.
14. Antennenanordnung (1) nach Ansprüchen 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Satellitenempfangsantenne (2) eine zirkular polarisierte Ringleitungsantenne (13)
mit einer relativen Höhe ha/λ ∼ 0,1 ist und ihre vertikale Projektion einem Kreis
mit dem relativen Antennenradius ra/λ ∼ 0,13 um ihr Phasenzentrum PZ einbeschrieben
ist, und
die Direktorlänge Ld /λ ∼ 0,3,
die Direktorhöhe hd /λ ∼ 0,07, und
der Zylinderradius im Bereich rz/λ ∼ 0,2 gewählt sind.
15. Antennenanordnung (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Satellitenempfangsantenne (2) als zirkular polarisierte Patchantenne (14) gebildet
ist.