[0001] Die Erfindung Verfahren zum Verbinden, insbesondere Verschweissen und/oder Verlöten,
mindestens zweier mehrdrähtiger Litzen mittels Ultraschalls.
[0002] Ein gattungsgemässes Verfahren ist beispielsweise in der
DE 197 23 215 A1 beschrieben, die Verbindungsverfahren und Verbindungsanordnungen für isolierte Leitungen
oder Kabel offenbart. Hierbei werden zwei isolierte Leitungen unter einem Kreuzungswinkel
gekreuzt, zwischen zwei Harzplättchen eingeklemmt und anschliessend mit Ultraschall
beaufschlagt. Hierdurch sollen die Kerndrähte ausgezeichnet voneinander gelöst oder
aufgelockert und die voneinander gelösten oder aufgelockerten Kerndrähte allmählich
in eine flache Form aufgespreizt werden, und die Leitungsdrahtteile von beiden isolierten
Leitungen sollen an mehreren Stellen in Kontakt miteinander sein, wodurch ein Verbindungszustand
mit einer ausgezeichneten elektrischen Stromleiteigenschaft und mit einem niedrigen
Kontaktwiderstand erhalten werden sollen. Ähnliche Verfahren sind auch in
DE 197 23 242 A1 und
DE 198 39 220 A1 offenbart.
[0003] Die in den genannten Dokumenten beschriebenen Verfahren resultieren zwar in einer
Verbindung zweier Litzen an einem Verbindungsknoten. Dieser Verbindungsknoten ist
jedoch aufgrund der ihn umschliessenden Harzplättchen elektrisch isoliert, kann also
nicht mehr mit weiteren elektrischen Leitern elektrisch verbunden werden.
[0004] Die
WO 2015/007619 A1 offenbart ein Verfahren zum Herstellen eines Knotens durch Schweissen von zumindest
einer Einzeldrähte umfassenden ersten Litze mit zumindest einer Einzeldrähte umfassenden
zweiten Litze unterschiedlicher Materialien in einem in Höhe und Breite verstellbaren
Verdichtungsraum einer Ultraschallschweissvorrichtung. Die zumindest eine erste Litze
wird in den Verdichtungsraum eingelegt und deren Einzeldrähte sodann zu einem Teilknoten
verschweisst. Anschliessend wird der Verdichtungsraum geöffnet, die zumindest eine
zweite Litze in den Verdichtungsraum auf den Teilknoten gelegt und sodann nach Schliessen
des Verdichtungsraums die zumindest eine zweite Litze mit dem Teilknoten verschweisst.
[0005] In einem in
WO 2015/007619 A1 beschriebenen Ausführungsbeispiel wird eine erste Litze ohne besondere Vorbehandlung
in den Verdichtungsraum eingelegt und dann dessen Breite eingestellt, wodurch die
erste Litze in horizontaler Richtung komprimiert wird. Durch diese horizontale Kompression
wird jedoch die ebenfalls im Wesentlichen horizontale Verbindungsfläche reduziert,
an der die beiden Litzen in Kontakt miteinander geraten und miteinander verschweisst
werden. Zudem kann es passieren, dass die erste Litze bei der horizontalen Kompression
in unkontrollierter Weise in vertikaler Richtung ausfranst, wodurch die Schweissenergie
nicht zuverlässig homogen eingeleitet werden kann. Die Folge sind Verbindungen mit
Abzugskräften und Schälkräften, die niedrig sind und zudem deutlichen Schwankungen
unterliegen. Insgesamt ist dieses Verfahren daher auch fehleranfällig.
[0006] Es ist daher eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Verfahren zum Verbinden
mindestens zweier mehrdrähtiger Litzen mittels Ultraschalls bereitzustellen, durch
das die oben genannten Nachteile zumindest teilweise ausgeräumt werden. Insbesondere
sollen der zwischen den Litzen entstehende Verbindungsknoten nicht elektrisch isoliert
werden und/oder Abzugskräfte und Schälkräfte erreicht werden, die möglichst gross
sind und zudem nur möglichst kleinen Schwankungen unterliegen. Dies soll insbesondere
für möglichst grosse Litzenquerschnitte möglich sein.
[0007] Diese und weitere Aufgaben werden durch ein erfindungsgemässes Verfahren zum Verbinden
mindestens zweier mehrdrähtiger Litzen mittels Ultraschalls gelöst, welches die folgenden
Schritte enthält:
- a) Auffächern mindestens einer der Litzen, bevorzugt sämtlicher Litzen, in einer Auffächerungsebene,
- b) vor, während und/oder nach Schritt a): Einlegen der Litzen in einen Verdichtungsraum
einer Ultraschallverbindungsvorrichtung, so dass mindestens zwei der Litzen im Wesentlichen
entlang der Auffächerungsebene in Kontakt miteinander sind,
- c) Verbinden, insbesondere Verschweissen und/oder Verlöten, der aufgefächerten Litzen
mittels Ultraschalls.
[0008] Unter einem Auffächern einer Litze im Schritt a) wird hier und im Folgenden verstanden,
dass eine parallel zur Auffächerungsebene verlaufende Breite des Litzenquerschnitts
der Litze vergrössert wird, beispielsweise um mindestens 10 %, bevorzugt mindestens
20 %, besonders bevorzugt mindestens 25 %.
[0009] Aufgrund des Auffächerns im Schritt a) wird im Gegensatz zur oben erwähnten
WO 2015/007619 A1 eine vergrösserte Verbindungsfläche erreicht, an der die mindestens zwei Litzen in
Kontakt miteinander geraten und im späteren Schritt c) miteinander verbunden werden
können. Ausserdem gestaltet sich die Positionierung der Litzen im Verdichtungsraum
einfacher und definierter, als es beispielsweise bei Litzen möglich ist, die einen
im Wesentlichen kreisförmigen Querschnitt aufweisen und im Verdichtungsraum übereinander
gestapelt werden. Zudem können sich die Einzeldrähte der aufgefächerten Litzen beim
Verbinden im Schritt c) miteinander verzahnen, was zusätzlich zur Erhöhung der Stabilität
der Verbindung beiträgt.
[0010] Vor, während oder nach Schritt a) werden die Litzen in einen Verdichtungsraum einer
Ultraschallverbindungsvorrichtung eingelegt, so dass mindestens zwei der Litzen im
Wesentlichen entlang der Auffächerungsebene in Kontakt miteinander sind. Die Ultraschallverbindungsvorrichtung
kann eine Ultraschallschweissvorrichtung sein. In einer Variante werden die Litzen
zunächst in den Verdichtungsraum eingelegt und dann aufgefächert. Hierzu kann ein
Werkzeug verwendet werden, welches direkt in den Verdichtungsraum eingeführt werden
kann. Dabei ist es denkbar, dass zunächst nur eine erste Litze in den Verdichtungsraum
eingelegt wird und dann dort aufgefächert wird und anschliessend eine zweite Litze
in den Verdichtungsraum und auf die erste bereits aufgefächerte Litze gelegt und sodann
ebenfalls aufgefächert wird. In einer anderen Variante werden die Litzen zunächst
aufgefächert und dann in den Verdichtungsraum eingelegt. Ausserdem liegt es im Rahmen
der Erfindung, dass eine erste Litze nach dem Einlegen in den Verdichtungsraum aufgefächert
wird und eine zweite Litze bereits vor dem Einlegen in den Verdichtungsraum aufgefächert
wird.
[0011] Durch dieses erfindungsgemässe Verfahren können die Litzen mit einer sehr homogenen
Verteilung der Verbindungsenergie, insbesondere der Schweissenergie und/oder der Lötenergie,
verbunden werden. Hierdurch ergeben sich hohe und auch gleichmässig hohe Abzugskräfte
und Schälkräfte, wie in einer optionalen, nachfolgenden Qualitätsbeurteilung festgestellt
werden kann. Beispielsweise konnten in einigen Versuchen mit dem erfindungsgemässen
Verfahren die Abzugskräfte um bis zu 30 % erhöht werden. Das Verfahren ist damit insgesamt
weniger fehleranfällig. Auch optisch hat die erzielte Verbindung eine hohe Qualität.
[0012] Weiterhin können aufgrund des Auffächerns die für das Verbinden benötigte Verbindungskraft
und Verbindungsenergie reduziert werden, da während des Auffächerns bereits ein Teil
der Deformationsarbeit in die Litzen eingetragen wurde. Eine Reduktion der zum Verbinden
benötigten Verbindungskraft und Verbindungsenergie ist insbesondere für Litzen mit
grossen Litzenquerschnitten von Vorteil. Beispielsweise kann mindestens eine der Litzen,
bevorzugt sämtliche Litzen einen Litzenquerschnitt von mehr als 1 mm
2, bevorzugt mehr als 10 mm
2, besonders bevorzugt mehr als 25 mm
2 aufweisen. Der Gesamtlitzenquerschnitt der Litzen kann mehr als 4 mm
2, bevorzugt mehr als 40 mm
2, besonders bevorzugt mehr als 100 mm
2 betragen. Alternativ kann bei Beibehaltung der Verbindungsenergie, insbesondere der
Schweissenergie, die Verfahrensdauer reduziert werden.
[0013] Vorteilhafterweise wird im Schritt a) mindestens eine der Litzen, bevorzugt sämtliche
Litzen zusätzlich komprimiert. Unter einem Komprimieren der Litze wird hier und im
Folgenden verstanden, dass eine senkrecht zur Auffächerungsebene verlaufende Höhe
des Litzenquerschnitts der Litze reduziert wird, beispielweise um mindestens 10 %,
bevorzugt mindestens 20 %, besonders bevorzugt mindestens 25 %. Durch dieses Komprimieren
erhalten die Litzen eine Form, die noch kleineren Toleranzen unterliegt, wodurch noch
homogenere Eigenschaften der entstehenden Verbindungsknoten erreicht werden können.
Die Kompression kann senkrecht oder schräg zur Auffächerungsebene erfolgen.
[0014] Zum Auffächern und optional zum Komprimieren im Schritt a) kann ein an sich bekanntes
Werkzeug verwendet werden, wie beispielsweise eine Presse, die gegebenenfalls einen
geeigneten Werkzeugaufsatz enthalten kann. Bei der Presse kann es sich um eine pneumatisch
angetriebene Presszange handeln. Das Werkzeug kann an oder in der Ultraschallverbindungsvorrichtung
installiert sein. Es kann sich aber auch um ein separates Werkzeug handeln.
[0015] Mindestens eine der Litzen, bevorzugt sämtliche Litzen können aus Aluminium oder
Kupfer oder einem anderen Buntmetall bestehen. Insbesondere kann mindestens eine erste
Litzen aus Kupfer bestehen und mindestens eine zweite Litze aus Aluminium.
[0016] In einer baulich einfachen und effektiven Ausführungsform wird der Verdichtungsraum
begrenzt durch eine Arbeitsfläche einer zu Ultraschallschwingungen anregbaren Sonotrode,
eine Arbeitsfläche eines Ambosses und Seitenflächen zweier Seitenbegrenzungselemente.
Besonders bevorzugt werden die Litzen derart in den Verdichtungsraum eingelegt, dass
die Auffächerungsebene parallel zur Arbeitsfläche der Sonotrode und zur Arbeitsfläche
des Ambosses verläuft. Wenn die Sonotrode und der Amboss im Schritt c) mit einer Verbindungskraft
gegeneinander gepresst werden, die senkrecht zu ihren Arbeitsflächen verläuft, so
verläuft die Verbindungskraft auch senkrecht zur Auffächerungsebene. Hierdurch ergibt
sich eine besonders stabile Verbindung. Eine besonders stabile Verbindung ergibt sich
weiterhin, wenn zumindest im Schritt c) sämtliche Litzen entlang einer senkrecht zur
Auffächerungsebene verlaufenden Richtung angeordnet sind. Somit sind also beispielsweise
keine zwei Litzen in einer parallel zur Auffächerungsebene verlaufenden Richtung benachbart.
[0017] Besonders effizient ist es, wenn vor Schritt c) keine der Litzen geschweisst oder
gelötet wird. Die Litzen werden also ausschliesslich im Schritt c) miteinander verschweisst
und/oder verlötet, was zu kürzeren Verfahrensdauern führt.
[0018] Die Litzen können zumindest im Schritt c) unter einem Winkel angeordnet und miteinander
verbunden werden, der kleiner als 30°, bevorzugt kleiner als 15°, besonders bevorzugt
kleiner als 5° ist.
[0019] Nachfolgende wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen und Zeichnungen
näher erläutert. Dabei zeigen
- Figur 1:
- vier ohne erfindungsgemässes vorheriges Auffächern verbundene Litzen sowie vier nach
erfindungsgemässem vorherigem Auffächern verbundene Litzen, jeweils in einer ersten
Anordnung, in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 2a:
- die vier ohne erfindungsgemässes vorheriges Auffächern verbundene Litzen gemäss Figur
1 in einer Schnittansicht durch einen Verbindungsknoten;
- Figur 2b:
- die vier nach erfindungsgemässem vorherigem Auffächern verbundene Litzen gemäss Figur
1 in einer Schnittansicht durch einen Verbindungsknoten;
- Figur 3:
- vier ohne erfindungsgemässes vorheriges Auffächern verbundene Litzen in einer zweiten
Anordnung, in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 4:
- die vier ohne erfindungsgemässes vorheriges Auffächern verbundenen Litzen gemäss Figur
3 in einer Schnittansicht durch einen Verbindungsknoten;
- Figur 5:
- ein Werkzeug zum erfindungsgemässen Auffächern einer darin eingelegten Litze vor dem
Auffächern;
- Figur 6:
- das Werkzeug mit der darin eingelegten Litze nach dem Auffächern.
[0020] In Figur 1 sind links und rechts jeweils vier Litzen 30 dargestellt, die jeweils
alle entlang einer Richtung angeordnet sind und parallele Längsachsen aufweisen, also
unter einem Winkel von 0° zueinander angeordnet sind. Die Litzen 30 können beispielsweise
aus Aluminium oder Kupfer oder einem anderen Buntmetall bestehen und einen Litzenquerschnitt
von 25 mm
2 aufweisen, so dass sich jeweils ein Gesamtlitzenquerschnitt von 100 mm
2 ergibt.
[0021] In den Figuren 2a, 2b und 4 ist eine an sich bekannte Ultraschallschweissvorrichtung
10 zum Schweissen der Litzen 30 dargestellt. Diese enthält einen Verdichtungsraum
11, der von der Arbeitsfläche 13 einer Sonotrode 12, der Arbeitsfläche 15 eines Ambosses
14 sowie von Seitenflächen 18 zweier Seitenbegrenzungselemente 16, 17 begrenzt ist.
Das linke Seitenbegrenzungselement 16 ist in horizontaler Richtung relativ zur Sonotrode
12 verschiebbar angeordnet, während das rechte Seitenbegrenzungselement 17 in vertikaler
Richtung relativ zur Sonotrode 12 verschiebbar angeordnet ist. Der Amboss 14 ist in
horizontaler Richtung relativ zum rechten Seitenbegrenzungselement 17 verschiebbar
angeordnet. Hierdurch können in an sich bekannter Weise eine Breite und eine Höhe
des Verdichtungsraums 11 eingestellt werden.
[0022] Die vier in Figur 1 links und in Figur 2a gezeigten Litzen 30 wurden gemäss einem
herkömmlichen Verfahren nicht zuvor aufgefächert und haben daher noch ihren ursprünglichen,
im Wesentlichen kreisförmigen Litzenquerschnitt. In dieser Form und Anordnung sind
die Litzen nur schwierig, jedenfalls aber nicht zuverlässig in definierter Weise im
Verdichtungsraum 11 positionierbar. Zudem ist die Verbindungsfläche, an der die Litzen
30 in Kontakt miteinander geraten und miteinander verschweisst werden, nur sehr klein.
[0023] Hingegen wurden die vier in Figur 1 rechts und in Figur 2b zu sehenden Litzen 30
gemäss dem erfindungsgemässen Verfahren in einem Schritt a) zuvor in einer hier vertikal
angeordneten Auffächerungsebene E aufgefächert und komprimiert, beispielsweise mit
einem in den Figuren 5 und 6 gezeigten Werkzeug 50; d. h. eine parallel zur Auffächerungsebene
E verlaufende Breite b des Litzenquerschnitts der Litze 30 wurde vergrössert, und
eine senkrecht zur Auffächerungsebene E verlaufende Höhe h des Litzenquerschnitts
der Litzen 30 wurde reduziert. Die Litzen 30 wurden in einem Schritt b) derart auf
die Arbeitsfläche 13 der Sonotrode 12 aufgelegt, dass die Auffächerungsebene E parallel
zur Arbeitsfläche 13 der Sonotrode 12 und zur Arbeitsfläche 15 des Ambosses 14 verläuft.
Die Sonotrode 12 und der Amboss 14 werden im Schritt c) mit einer Verbindungskraft
gegeneinander gepresst, die senkrecht zu ihren Arbeitsflächen 13, 15 verläuft, sodass
die Verbindungskraft auch senkrecht zu den Auffächerungsebenen E verläuft. Sämtliche
vier Litzen 30 sind entlang dieser Richtung der Verbindungskraft angeordnet.
[0024] Wie durch Vergleich der Figuren 2a und 2b zu entnehmen ist, ist die Verbindungsfläche,
an der die Litzen 30 in Kontakt miteinander geraten und miteinander verschweisst werden,
deutlich grösser, wenn die Litzen 30 wie in Figur 2b vorher aufgefächert wurden. Die
von der Sonotrode 12 eingebrachten Ultraschallschwingungen können somit effizienter
und homogener in den Verbund der Litzen 30 eindringen und diesen durchdringen. Hierdurch
können die Litzen 30 mit einer sehr homogenen Verteilung der Schweissenergie verbunden
werden. Folglich ergeben sich hohe und auch gleichmässig hohe Abzugskräfte und Schälkräfte,
wie in einer optionalen, nachfolgenden Qualitätsbeurteilung festgestellt werden kann.
Das Verfahren ist damit insgesamt weniger fehleranfällig. Weiterhin können aufgrund
des Auffächerns die für das Verschweissen benötigte Verbindungskraft und Schweissenergie
reduziert werden, was insbesondere für Litzen 30 mit grossen Litzenquerschnitten von
Vorteil ist. Auch optisch hat die erzielte Verbindung eine hohe Qualität.
[0025] In Figur 3 sind vier Litzen 30 in einer zweiten Anordnung dargestellt, in der zwei
untere Litzen 30 nebeneinander und darüber zwei obere Litzen 30 nebeneinander angeordnet
sind. Analog zu den Figuren 1 links und 2a wurden die vier in den Figuren 3 und 4
gezeigten Litzen 30 gemäss einem herkömmlichen Verfahren nicht zuvor aufgefächert
und haben daher noch ihren ursprünglichen, im Wesentlichen kreisförmigen Litzenquerschnitt.
Die in Figur 4 jeweils nebeneinander dargestellten Litzen 30 werden nur unzureichend
miteinander verbunden, da ihre Verbindungsflächen parallel zur Richtung der Verbindungskraft
verlaufen, in der die Sonotrode 12 und der Amboss 14 gegeneinander gepresst werden.
Zudem befindet sich zwischen den Litzen 30 eine Lücke 31. An dieser Stelle kann die
Schweissverbindung besonders instabil werden.
[0026] In den Figuren 5 und 6 ist ein zum erfindungsgemässen Auffächern und Komprimieren
geeignetes Werkzeug 50 dargestellt. Dieses enthält ein Stativ 51 mit einer Auflagefläche
52 für eine oder mehrere Litzen 30 und einen Pressstempel 53 mit einer parallel zur
Auflagefläche 52 angeordneten Pressfläche 54. Der Pressstempel 53 ist pneumatisch
relativ zum Stativ 51 in einer Richtung R verfahrbar, die unter einem Winkel β zur
Auflagefläche 52 und zur Pressfläche 54 verläuft. Hierdurch wird im erfindungsgemässen
Verfahrensschritt a) die Litze 30 zwischen der Auflagefläche 52 und der Pressfläche
54 eingeklemmt und somit in einer durch die Auflagefläche 52 und die Pressfläche 54
definierten Auffächerungsebene E aufgefächert und unter einem Winkel β dazu komprimiert.
1. Verfahren zum Verbinden mindestens zweier mehrdrähtiger Litzen (30) mittels Ultraschalls,
enthaltend die Schritte:
a) Auffächern mindestens einer der Litzen (30), bevorzugt sämtlicher Litzen (30),
in einer Auffächerungsebene (E),
b) vor, während und/oder nach Schritt a): Einlegen der Litzen (30) in einen Verdichtungsraum
(11) einer Ultraschallverbindungsvorrichtung (10), so dass mindestens zwei der Litzen
(30) im Wesentlichen entlang der Auffächerungsebene (E) in Kontakt miteinander sind,
c) Verbinden, insbesondere Verschweissen und/oder Verlöten, der aufgefächerten Litzen
(30) mittels Ultraschalls.
2. Verfahren gemäss Anspruch 1,
wobei im Schritt a) mindestens eine der Litzen (30), bevorzugt sämtliche Litzen (30)
zusätzlich komprimiert werden.
3. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei im Schritt a) eine senkrecht zur Auffächerungsebene (E) verlaufende Höhe (h)
des Litzenquerschnitts mindestens einer der Litzen (30), bevorzugt sämtlicher Litzen
(30) um mindestens 10 %, bevorzugt mindestens 20 %, besonders bevorzugt mindestens
25 % reduziert wird.
4. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei im Schritt a) eine parallel zur Auffächerungsebene (E) verlaufende Breite (b)
des Litzenquerschnitts mindestens einer der Litzen (30), bevorzugt sämtlicher Litzen
(30), um mindestens 10 %, bevorzugt mindestens 20 %, besonders bevorzugt mindestens
25 % vergrössert wird.
5. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei mindestens eine der Litzen (30), bevorzugt sämtliche Litzen (30) einen Litzenquerschnitt
von mehr als 1 mm2, bevorzugt mehr als 10 mm2, besonders bevorzugt mehr als 25 mm2 aufweisen.
6. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei mindestens eine der Litzen (30), bevorzugt sämtliche Litzen (30) aus Aluminium
oder Kupfer oder einem anderen Buntmetall bestehen.
7. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei der Verdichtungsraum (11) begrenzt wird durch eine Arbeitsfläche (13) einer
zu Ultraschallschwingungen anregbaren Sonotrode (12), eine Arbeitsfläche (15) eines
Ambosses (14) und Seitenflächen (18) zweier Seitenbegrenzungselemente (16, 17).
8. Verfahren gemäss Anspruch 7,
wobei die Auffächerungsebene (E) parallel zur Arbeitsfläche (13) der Sonotrode (12)
und zur Arbeitsfläche (15) des Ambosses (14) verläuft.
9. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei zumindest im Schritt c) sämtliche Litzen (30) entlang einer senkrecht zur Auffächerungsebene
(E) verlaufenden Richtung angeordnet sind.
10. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei vor Schritt c) keine der Litzen (30) geschweisst oder gelötet wird.
11. Verfahren gemäss einem der vorangehenden Ansprüche,
wobei die Litzen (30) zumindest im Schritt c) unter einem Winkel angeordnet und miteinander
verbunden werden, der kleiner als 30°, bevorzugt kleiner als 10°, besonders bevorzugt
kleiner als 5° ist.