[0001] Die vorliegende Erfindung befasst sich mit einem Fenster- bzw. Türenprofilsystem,
das verwendet werden kann, um Rahmen zu verblenden und insbesondere einen Witterungsschutz
zu bieten.
HINTERGRUND
[0002] Im Fenster- und Türenbau findet neben Metall- und Kunststoffprofilen auch traditionell
Holz Verwendung. Während auf der den Innenräumen zugewandten Seite das Holz unbehandelt
bleiben kann, muss auf der dem Wetter ausgesetzten Seite ein Witterungsschutz angebracht
werden. Dieser muss mehrere Teilbereiche abdecken, hier am Beispiel des unteren horizontalen
Abschlusses betrachtet: Der Bereich des Mauerwerksöffnung, der nicht vom Fenster-
bzw. Türrahmen verdeckt wird, wird üblicherweise von einer Türschwelle oder einem
Fensterbrett überbrückt, um ein Eindringen von Wasser in die Wandung zu verhindern.
Der Rahmen selbst muss bei Holzprofilen mit Schutzanstrichen versehen werden oder
wird mit einem Profil verblendet, das wiederum häufig aus Metall oder Kunststoff gefertigt
wird - im Folgenden als Grundprofil bezeichnet. Der Übergangsbereich, die Fuge zwischen
Rahmen und Mauerwerksöffnung wird häufig mit einem sogenannten Wetterschenkel überbrückt.
Darunter versteht man eine im weitesten Sinne winkelige Blende, die einerseits an
das Grundprofil anschliesst und den Spalt zum Fensterbrett / Türschwelle überbrückt.
Um Einbautoleranzen auszugleichen und gleichzeitig keinen individuellen Anpassungsbedarf
zu generieren, werden Wetterschenkel als an das Grundprofil beweglich ansteckbare
Elemente ausgeführt.
STAND DER TECHNIK
[0003] Im Stand der Technik sind Grundprofile mit Wetterschenkeln bereits bekannt. Sie bringen
den unvermeidlichen Nachteil mit sich, dass das Grundprofil am Rahmen befestigt werden
muss, was traditionell mit Nägeln, Schrauben oder Klammern erfolgt. Für manche dieser
Befestiger müssen im Grundprofil Vorbohrungen oder Markierungen für Setzpunkte angebracht
werden, zudem muss die Montage mit Sorgfalt erfolgen, weil die Befestigungen bei geöffnetem
Fenster / Türe sichtbar sein können. Abgleitende Bohrer oder Setzwerkzeuge können
Beschädigungen hervorrufen, die aufwändig zu kaschieren oder reparieren sind - wenn
überhaupt.
[0004] Die Rahmen selbst werden häufig mit Profilen versehen, also mit Nuten, Stegen, Falzen
oder Rippen, die als Anschläge, Dichtungskanten und Befestigungspunkte dienen. Diese
Profile werden maschinell in die Rahmenbauteile eingefräst.
[0005] Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Fenster- bzw. Türenprofilsystem
vorzuschlagen, welches die vorgenannten Aufgaben erfüllen kann und darüber hinaus
eine vereinfachte, schnelle und sichere Befestigungsmöglichkeit zwischen Grundprofil
und Rahmen erlaubt.
BESCHREIBUNG DER ERFINDUNG
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Fenster- bzw. Türenprofilsystem gelöst mit den Merkmalen
des unabhängigen Anspruchs 1. Ein Montageverfahren ist beschrieben ab Anspruch 12.
Unteransprüche beschreiben weitere nützliche Varianten.
[0007] Entgegen der traditionellen Auffassung, dass ein Grundprofil am Rahmen verschraubt,
festgenagelt oder mit Heftklammern befestigt werden muss, gelingt es der vorliegenden
Erfindung mit Hilfe einer Halteklammer eine sichere Verbindung zu schaffen. Die Montage
kann dabei weitgehend ohne Werkzeug und in jedem Falle ohne den Einsatz von mechanischen
Verbindern oder Befestigern wie Schrauben, Nägeln oder Heftklammern erfolgen. In der
vorliegenden Beschreibung wird hierfür der Begriff "invasive mechanische Befestigungsmittel"
benutzt. Mit "invasiv" sind alle Befestiger gemeint, die in den Rahmen / das Rahmenprofil
eingetrieben werden müssen (sprich dessen Oberfläche durchdringen), also Kräfte direkt
ins Innere des Rahmens ableiten.
[0008] Ein Fenster- bzw. Türenprofilsystem gemäss der vorliegenden Erfindung umfasst mindestens
ein Grundprofil 10 mit einer Befestigungsposition 12 für einen Wetterschenkel 14.
Mit Befestigungsposition ist dabei ein Interface, ein Anbindungs- oder Befestigungspunkt
gemeint, der die Verbindung zwischen Grundprofil und Wetterschenkel erlaubt oder erleichtert.
Das Grundprofil 10 wird an einem dafür vorgesehenen Rahmen 16 nur mittels einer Vielzahl
von Halteklammern 18 befestigt ohne ergänzende invasive mechanische Befestigungsmittel
wie Schrauben, Nägel oder Heftklammern. Mit Rahmen sind hierbei fest mit einer Gebäudeöffnung
oder -oberfläche verbundenen Bauteile gemeint, in die z.B. Fenster oder Türen eingefügt
werden.
[0009] Die Befestigungsposition 12 für den Wetterschenkel 14 ist in einer Ausführungsform
als ein längsausgedehntes, im Wesentlichen zylinderförmiges Verbindungselement 30
gestaltet, welches dem Wetterschenkel 14 eine Drehbeweglichkeit um die Längsachse
des Verbindungselements 30 erlaubt. Dazu weist das zylinderförmige Verbindungselement
30 bevorzugt eine axial längsausgedehnte Auskehlung auf.
[0010] Die Halteklammer 18, die in besagtem Profilsystem einsetzbar ist, ist bevorzugt als
einstückiges Stanz-Biegeteil ausgeführt. Sie lässt sich beschreiben als im Querschnitt
grundsätzlich U-förmiger Bügel mit einer Basis 40 und einem ersten (41) und einem
zweiten (42) Schenkel. Die Schenkel sollen dabei nicht ausschliesslich als "geradlinig
geformt" verstanden werden. Die Winkel zwischen Basis und Schenkel sind nicht zwingend
auf 90° festgelegt.
[0011] In einer Ausführungsform der Erfindung umfasst der erste Schenkel 41 im Wesentlichen
ein erstes Federelement 20. Das wird dadurch erzielt, dass der erste Schenkel 41 eine
in Längsausdehnung verlaufende Knickfalte mit Knickwinkel δ aufweist, die den Schenkel
in einen ersten Schenkelabschnitt 45 und einen zweiten Schenkelabschnitt 46 untergliedert.
Technisch betrachtet weist der erste Schenkel somit zwei gewinkelt zueinander angeordnete
Flächenbereiche bzw. Schenkelflächen auf. Die Knickfalte ist parallel zur allgemeinen
Längsrichtung LA der Halteklammer 18 orientiert.
[0012] Die Halteklammer 18 ist weiterhin so ausgebildet, dass der Innenwinkel γ zwischen
der Basis 40 und dem ersten Schenkelabschnitt 45 weniger als 90° beträgt. Mit anderen
Worten, der erste Schenkelabschnitt 45 ist stärker zur Basis geneigt, quasi dem Inneren
des U.
Dadurch ermöglicht die Federwirkung des ersten Federelements 20 im montierten Zustand
eine Haltekraft auf den Rahmen 16 bzw. eine mit der Form des U-Bügels korrespondierende
Profilrippe 17 des Rahmens 16.
[0013] Ähnlich dem ersten Schenkel 41 weist der zweite Schenkel 42 ebenfalls zwei flächige
Schenkelbereiche 43 und 44 auf, die zueinander um einen Winkel β gewinkelt angeordnet
sind und in Längsrichtung orientiert sind. Diese Schenkelbereiche werden nachfolgend
auch als Anlagebereiche bezeichnet, was ihre Funktion / Aufgabe umreisst, da sie als
Kontaktflächen zum Rahmen 16 dienen sollen. Einer der Anlagebereiche weist darüber
hinaus ein zweites Federelement 22 auf. Das Federelement weist bevorzugt eine Federzunge
23 auf, die um einen Winkel α gegenüber der Ebene des Anlagebereichs 44 des zweiten
Schenkels 42 abknickt. Diese Federzunge könnte realisiert werden durch ein Stück gewinkeltes
Blech, das flächig auf den Anlagebereich 44 punktverschweisst wird. Alternativ kann
eine Rechteckfläche im Anlagebereich 44 definiert werden und dann entlang von drei
Seiten das Material linienförmig durchtrennt. Über die verbleibende vierte Seite wird
das Material um den Winkel α abgekantet, so dass die Federzunge aus dem Material der
Anlagefläche 44 heraus gebildet wird.
[0014] Die Federzunge 23 des zweites Federelements 22 rastet im montierten Zustand in eine
Aussparung oder Kehle 32 des Grundprofils 10 ein und fixiert dadurch das Grundprofil
10 in seiner Sollposition am Rahmen 16.
[0015] Passend hierzu kann ein Verfahren zur Montage eines Fenster- bzw. Türenprofilsystems
mit folgenden Schritten beschrieben werden::
- a) Bereitstellen eines profilierten Rahmens 16
- b) Anbringen von Halteklammern 18 am Rahmen 16
- c) Befestigen eines Grundprofils 10 auf dem Rahmen 16 durch Aufschieben des Grundprofils
auf den Rahmen 16 und Verrasten mit den Halteklammern 18 ohne Verwendung von invasiven
mechanischen Befestigungsmitteln wie Schrauben, Nägel oder Heftklammern in allen diesen
Montageschritten.
[0016] Montageschritt (b) umfasst insbesondere das Aufschieben einer Halteklammer 16 auf
eine dafür am Rahmen 16 vorgesehene Profilrippe 17, anschliessend das parallele Ausrichten
von mindestens 2 Flächenbereichen (40, 43 oder 44) auf korrespondierende Flächen bzw.
Anlagebereiche (47, 48 bzw. 49) des Rahmens 16. Danach erfolgt ein Verankern der Halteklammer
18 am Rahmen 16 durch die Federwirkung des ersten Federelementes 20, z.B. durch Andrücken
der Halteklammer 18 bis die Flächenbereiche und Anlagebereiche in Kontakt kommen.
[0017] Ferner kann Montageschritt (c) umfassen das Aufschieben des Grundprofils 10 auf den
Rahmen 16 derart, dass bestimmte Anlageflächen (34, 35, 36) des Grundprofils 10 parallel
zu Aussenflächen (37, 38, 39) des Rahmens 16 ausgerichtet werden und damit eine Innenfläche
33 des Grundprofils 10 über dem zweiten Federelement 20 zu liegen kommt. In einem
weiteren Schritt rasten Federzungen 23 der Halteklammern 18 in eine Kehle 32 des Grundprofils
10 ein.
[0018] Materialien für Rahmen 16 und Fenster bzw. Türflügel 19, Grundprofil 10 sind aus
dem Stand der Technik bekannt, darunter Holz, Kunststoff (insbesondere PVC), Aluminium.
Das Material der Halteklammer ist bevorzugt Metallblech, könnte aber ebenfalls aus
Kunststoff bestehen.
[0019] In einem Profilsystem wie oben beschrieben würden die Abmessungen der Halteklammer
18 passend zum Anforderungsprofil gewählt werden, um die Federwirkungen einerseits
und die Haltekräfte andererseits aufzubringen. Die Länge der Schenkel richtet sich
hierbei nach dem Profil des Rahmens 16 und dem Grundprofil 10. Die Winkel α, β, δ
werden im gezeigten Ausführungsbeispiel bevorzugt wie folgt gewählt: Knickwinkel δ
zwischen erstem und zweitem Schenkelabschnitt (44, 45) zwischen 10° und 45°; Winkel
α zwischen 10° und 60°; Winkel β zwischen 70° und 90°.
BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0020]
Figur 1 zeigt eine Schnittansicht auf ein erfindungsgemässes Profilsystem im montierten
Zustand
Figur 2 ist eine perspektivische Draufsicht auf eine Halteklammer
Figur 3 zeigt eine detaillierte Schnittansicht durch eine Halteklammer gemäss Erfindung
Figur 4 zeigt ein Rahmenprofil mit einer eingebrachten Halteklammer.
Figur 5 zeigt einen Schnitt durch ein Grundprofil.
Figur 6 zeigt eine Montagesituation eines Rahmenprofils mit Grundprofil und angedeutetem
Wetterschenkel und Fensterbrett sowie einem Fenster/Türflügel.
[0021] Figur 1 zeigt ein Profilsystem in einer verbauten Situation. Ein Rahmen 16 ist mit
verschiedenen Anbauten versehen, darunter ein Fensterbrett 15, welches im Zusammenhang
mit der Erfindung nur der Vollständigkeit halber gezeigt wird, um die Wirkung des
Wetterschenkels 14 zu illustrieren. Im Bild ist die Wetterseite links; das Grundprofil
10 bedeckt einen Teil der Vorder-/Oberseite des Rahmens 16. Die detaillierte Ausführung
des Grundprofils 10, die z.B. in Kunststoff oder Aluminium als extrudiertes bzw. stranggepresstes
Längsprofil erfolgen kann, erlaubt zum einen die Verankerung selbst über Schlitze,
Falze und Profilrippe(n) 17 im/am Rahmen 16. Zum anderen kann das Grundprofil 10 dadurch
Anbaupositionen zur Verfügung stellen, z.B. für eine Dichtung 25 oder via die hier
gezeigte Befestigungsposition 12 für den Wetterschenkel 14. Die Halteklammer 18 ist
in Figur 1 durch das Grundprofil 10 überdeckt. Ein Vorteil der Erfindung liegt somit
auch darin, dass eine Trennung der Funktionalität stattfindet. Die Halteklammer 18
kann als kleinformatiges Stanz-Biegeteil ausgeführt werden, welches funktionell optimal
auf die Haltewirkung zwischen Grundprofil 10 und Rahmen 10 ausgelegt werden kann.
Profil 10 und speziell Rahmen 18 können vereinfacht werden, was wiederum Werkzeugkosten
senken hilft.
[0022] Der Aufbau einer Klammer 18 lässt sich am besten mit einem gemeinsamen Blick auf
die Figuren 2 und 3 verstehen. Sie untergliedert sich im Wesentlichen in einen U-förmigen
Bügel mit einer Basis 40 und einem ersten (41) und einem zweiten (42) in Längsrichtung
geknickten Schenkel. Die Längserstreckung oder Längsrichtung ist mit LA für Längsachse
gekennzeichnet.
[0023] Der erste Schenkel 41 weist eine in Längsausdehnung verlaufende Knickfalte mit Knickwinkel
δ auf, die den Schenkel in einen ersten Schenkelabschnitt 45 und einen zweiten Schenkelabschnitt
46 untergliedert. Die Knicklinie, die in Figur 2 und 3 mit 51 bezeichnet ist, erstreckt
sich ebenfalls in der Längsrichtung LA. Figur 3 zeigt, dass der Innenwinkel γ zwischen
Basis 40 und dem ersten Schenkelabschnitt 45 weniger als 90° beträgt. Knickwinkel
δ ist im vorliegenden Fall als Aussenwinkel definiert, wie in Figur 3 illustriert.
Durch diese Auslegung bildet der erste Schenkel ein Federelement 20. Die Knicklinie
51 liegt im montierten Zustand am Profil 17 an, weil wegen γ<90°der erste Schenkel
zusammen mit dem zweiten Schenkel eine Klammerwirkung auf das Profil 16 ausübt, genauer
auf die Profilrippe 17.
[0024] Der zweite Schenkel 42 umfasst zwei zueinander gewinkelt angeordnete, in Längsrichtung
LA orientierte Anlagebereiche 43, 44. Der Begriff Anlagebereich soll hierbei ausdrücken,
dass die zugeordneten Flächenareale im verbauten Zustand am Rahmen 16 anliegen, insbesondere
an Oberflächenbereichen der Profilrippe 17. In Figur 3 ist der Knickwinkel zwischen
den beiden Anlagebereichen 43 und 44 mit β bezeichnet und beträgt ca. 90°. Aus dem
Anlagebereich 44 herausgearbeitet ist ein zweites Federelement 22, das im bevorzugten
Fall als Federzunge 23 ausgebildet ist. Diese kann z.B. durch Anbringen einer Trennlinie
und Hochbiegen des dadurch entstandenen Flächenstücks (Federzunge 23) aus dem Anlagebereich
44 gebildet werden.
[0025] Figur 4 zeigt die Situation von Figur 1 in grösserem Detail unter Weglassung der
Anbauteile Grundprofil 10, Wetterschenkel 14 und Fensterbrett 15. Die Halteklammer
18 ist in montiertem Zustand am Rahmen 16 gezeigt. Die relative Ausrichtung von Halteklammer
18 und Profilrahmen 16 erfolgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel anhand einer am
Rahmen 16 vorgesehenen Profilrippe 17, auf der die Halteklammer aufsitzt. Diese Rippe
weist im gezeigten Beispiel drei nach aussen weisende Anlageflächen 47, 48, 49, 50
auf. Die Bereiche 47, 48 dienen dem zweiten Schenkel als Anlagefläche(n), der Anlagebereich
50 für den ersten Schenkel 41. Der oben beschriebene Klammereffekt durch das erste
Federelement 20 wird erkennbar.
[0026] Der Rahmen 16 kann noch weitere Profilelemente aufweisen, die dem Grundprofil als
Stützflächen bzw. Haltelemente dienen können. Diese sind in Figur 4 als profilierte
Aussenflächen gezeigt mit den Referenzzeichen 37 bis 39.
[0027] In Figur 5 wird das Grundprofil, wie aus Figur 1 bekannt, im Detail gezeigt ohne
den Rahmen 16 und die Halteklammer 18. Der Wetterschenkel 14 ist nur teilweise angedeutet.
Die Anlageflächen 34 und 35 korrespondieren, im vorliegenden Ausführungsbeispiel,
montiert mit den Flächen 37 und 38. Die Aussenfläche 39 des Rahmens 16 dient als Anschlag
für die Anlagefläche 36 des Grundprofils. Im Grundprofil 10 ist ein Innenbereich 33
vorgesehen, der eine Kehle 32 aufweist. Diese ist vorgesehen, im verbauten Zustand
die Federzunge 23 aufzunehmen. Ausgehend von einer vormontierten Halteklammer 18 wie
in Figur 4 gezeigt, würde das Grundprofil 10 von links aufgeschoben. Die Federzunge
23 wird dabei von der Feder 52 niedergedrückt und schnappt bei Erreichen der Anschlagsposition
des Grundprofils 10 auf dem Rahmen 16 in der Kehle 32 ein. Dadurch fixiert die Halteklammer
18 die relative Position von Grundprofil und Rahmen. Gleichwohl ist diese Befestigung
reversibel, weil, wie in dem gezeigten Ausführungsbeispiel vorgeführt, der erste Schenkel
41 nicht vom Grundprofil überdeckt wird. Durch ein geeignetes Werkzeug lässt sich
die Halteklammer von der Profilrippe 17 lösen und sowohl der Rahmen 16 wie auch das
Grundprofil 10 lassen sich unbeschädigt voneinander trennen.
[0028] Figur 6 zeigt ergänzend die gesamte Einbausituation eines Rahmens mit einem Fenster-
oder Türflügel. Der untere Teil von Figur 6 ist ähnlich Figur 1 und zeigt an den Rahmen
16 angebaut ein Grundprofil 10, gehalten von einer (nicht mehr sichtbaren) Halteklammer
18. Zur Wetterseite hin sind angeschnitten angedeutet ein Wetterschenkel 14 sowie
ein Fensterbrett 15. Die bereits in Figur 1 gezeigte Dichtung 25 ist hier im Zusammenwirken
mit dem Fensterflügel 19 gezeigt. Diese Dichtung ist so ausgelegt, dass sie einerseits
mit dem Grundprofil verbunden werden kann und andererseits die Profilrippe 17 mit
der Halteklammer 18 überbrückt.
[0029] Die in der vorstehenden Beschreibung, in den Zeichnungen sowie in den Ansprüchen
offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger, jedoch
technisch sinnvoller bzw. vorteilhafter Kombination für die Verwirklichung der Erfindung
wesentlich sein. Eine nicht-explizite Darstellung einer Kombination von Merkmalen
bedeutet nicht, dass eine solche Kombination nicht sinnvoll oder nicht möglich ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0030]
- 10
- Grundprofil
- 12
- Befestigungsposition für einen Wetterschenkel
- 14
- Wetterschenkel
- 15
- Fensterbrett
- 16
- Rahmen, Profilrahmen
- 17
- Profilrippe
- 18
- Halteklammern
- 19
- Fensterflügel, Türflügel
- 20
- erstes Federelement
- 22
- zweites Federelement
- 23
- Federzunge
- 24
- Trennlinie
- 25
- Dichtung
- 30
- (längsausgedehntes, i. W. zylinderförmiges) Verbindungselement
- 31
- Auskehlung
- 32
- Kehle
- 33
- Innenfläche (Grundprofil), Flächenbereich, Innenbereich
- 34, 35, 36
- Anlagefläche(n) (Grundprofil 10)
- 37, 38, 39
- Aussenfläche(n) von Rahmen 16
- 40
- Basis, Flächenbereich
- 41
- erster Schenkel
- 42
- zweiter Schenkel
- 43, 44
- Anlagebereich(e), Flächenbereich(e)
- 45
- erster Schenkelabschnitt
- 46
- zweiter Schenkelabschnitt
- 47, 48, 49, 50
- Anlagebereich(e)
- 51
- Knick(linie)
- 52
- Feder
1. Fenster- bzw. Türenprofilsystem mit mindestens einem Grundprofil (10) mit einer Befestigungsposition
(12) für einen Wetterschenkel (14), dadurch gekennzeichnet, dass das Grundprofil (10) an einem dafür vorgesehenen Rahmen (16) nur mittels einer Vielzahl
von Halteklammern (18) befestigt wird ohne ergänzende invasive mechanische Befestigungsmittel
wie Schrauben, Nägel oder Heftklammern.
2. Profilsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungsposition (12) für den Wetterschenkel (14) als ein längsausgedehntes,
im Wesentlichen zylinderförmiges Verbindungselement (30) gestaltet ist, welches dem
Wetterschenkel (14) eine Drehbeweglichkeit um die Längsachse des Verbindungselements
(30) erlaubt.
3. Profilsystem nach Anspruch 1-2, dadurch gekennzeichnet, dass das zylinderförmige Verbindungselement (30) eine axial längsausgedehnte Auskehlung
(31) aufweist.
4. Profilsystem nach Anspruch 1-3, dadurch gekennzeichnet, dass eine Halteklammer (18) als einstückiges Stanz-Biegeteil ausgeführt ist, umfassend
einen im Querschnitt im Wesentlichen U-förmigen Bügel mit einer Basis (40) und einem
ersten (41) und einem zweiten (42) Schenkel.
5. Profilsystem nach Anspruch 1-4, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Schenkel (41) im Wesentlichen ein erstes Federelement (20) umfasst.
6. Profilsystem nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Schenkel (41) eine in Längsausdehnung verlaufende Knickfalte mit Knickwinkel
δ aufweist, die den Schenkel in einen ersten Schenkelabschnitt (45) und einen zweiten
Schenkelabschnitt (46) untergliedert.
7. Profilsystem nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenwinkel γ zwischen Basis (40) und dem ersten Schenkelabschnitt (45) weniger
als 90° beträgt.
8. Profilsystem nach Anspruch 1-7, dadurch gekennzeichnet, dass der zweite Schenkel (42) zwei zueinander um einen Winkel β gewinkelt angeordnete,
in Längsrichtung orientierte Anlagebereiche (43, 44) aufweist und einer der Anlagebereiche
darüber hinaus ein zweites Federelement (22) aufweist.
9. Profilsystem nach Anspruch 1-8, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Federelement (22) eine Federzunge (23) aufweist, die um einen Winkel α
gegenüber der Ebene des Anlagebereichs (44) des zweiten Schenkels (42) abknickt.
10. Profilsystem nach Anspruch 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Federwirkung des ersten Federelements (20) im montierten Zustand eine Haltekraft
auf den Rahmen (16) bzw. eine mit der Form des Bügels (24) korrespondierende Profilrippe
(17) des Rahmens (16) ausübt.
11. Profilsystem nach Anspruch 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Federzunge (23) des zweites Federelements (22) im montierten Zustand in eine
Aussparung oder Kehle (32) des Grundprofils (10) einrastet und dadurch das Grundprofil
(10) in seiner Sollposition am Rahmen (16) hält.
12. Verfahren zur Montage eines Fenster- bzw. Türenprofilsystems mit folgenden Schritten:
a) Bereitstellen eines profilierten Rahmens (16)
b) Anbringen von Halteklammern (18) am Rahmen (16)
c) Befestigen eines Grundprofils (10) auf dem Rahmen (16) durch Aufschieben des Grundprofils
auf den Rahmen (16) und Verrasten mit den Halteklammern (18)
ohne Verwendung von invasiven mechanischen Befestigungsmitteln wie Schrauben, Nägel
oder Heftklammern in allen diesen Montageschritten.
13. Verfahren nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass Montageschritt (b) umfasst:
- Aufschieben einer Halteklammer (16) auf eine dafür am Rahmen (16) vorgesehene Profilrippe
(17),
- Paralleles Ausrichten von mindestens 2 Flächenbereichen (40, 43 oder 44) auf korrespondierende
Flächen bzw. Anlagebereiche (47, 48, 49) des Rahmens (16)
- Verankern der Halteklammer (18) am Rahmen (16) durch die Federwirkung des ersten
Federelementes (20)
14. Verfahren nach Anspruch 12-13,
dadurch gekennzeichnet, dass Montageschritt (c) umfasst:
- Aufschieben des Grundprofils (10) auf den Rahmen (16) derart, dass Anlageflächen
(34, 35, 36) des Grundprofils (10) parallel zu Aussenflächen (37, 38, 39) des Rahmens
(16) ausgerichtet sind und
- eine Innenfläche (33) des Grundprofils (10) über dem zweiten Federelement (20) zu
liegen kommt und
- Federzungen (23) der Halteklammern (18) in eine Kehle (32) des Grundprofils (10)
einrasten
15. Profilsystem nach Anspruch 1-11,
dadurch gekennzeichnet, dass
- der Knickwinkel δ zwischen erstem (44) und zweitem (45) Schenkelabschnitt zwischen
10° und 45° beträgt;
- der Winkel α zwischen 10° und 60° beträgt;
- der Winkel β zwischen 70° und 90° beträgt.