[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Still-BH mit einem Rückenteil und einem
Brustteil, die im verbundenen Zustand eine umfängliche Umfassung für den Oberkörper
einer Frau ausbilden. Die umfängliche Umfassung ist bevorzugt an einer Stelle lösbar
und hat hierzu einen Verschluss. Dieser Verschluss kann sich bei dem erfindungsgemäßen
Still-BH zwischen verschiedenen Bereichen des Rückenteils oder des Brustteils oder
zwischen dem Rückenteil und dem Brustteil befinden. Diese Ausgestaltung ermöglicht
es, den Still-BH zunächst um die Brust zu schlingen und danach zu verschließen, um
den Still-BH umfänglich ggf. mit gewisser Vorspannung um den Körper zu legen. Bei
der Ausbildung der umfänglichen Umfassung aus einem elastischen Material kann auch
auf den Verschluss verzichtet werden. Auch eine solche Ausgestaltung, die im gestretchten
Zustand angezogen wird, kann erfindungsgemäß sein. Der erfindungsgemäße Still-BH hat
ferner Schulterträger, die sich zwischen dem Vorderteil und dem Rückenteil erstrecken.
Diese Schulterträger sind an sich in bekannter Weise bevorzugt auch bei dem erfindungsgemäßen
Still-BH, einstellbar. Dementsprechend sind die Schulterträger in der Länge veränderbar.
Der erfindungsgemäße Still-BH hat ferner zwei BH-Cups, die jeweils zur Aufnahme einer
weiblichen Brust angepasst ausgebildet sind. Auch der erfindungsgemäße Still-BH dient
der Stützung der weiblichen Brust. Diese ist in den BH-Cups aufgenommen und über die
umfängliche Umfassung und die Schulterträger gestützt. Der erfindungsgemäße Still-BH
ist nicht auf eine besondere Größe beschränkt und kann durch entsprechenden Zuschnitt
an die jeweiligen individuellen Gegebenheiten der weiblichen Brust angepasst sein.
[0002] Die zuvor diskutierten Merkmale sind bei BHs allgemein üblich. Der erfindungsgemäße
BH hat darüber hinaus die Möglichkeit, jeden der BH-Cups von den Schulterträgern zu
lösen, mit denen die BH-Cups üblicherweise verbunden sind. Die BH-Cups des erfindungsgemäßen
Still-BHs können aus den üblichen BH-Materialien gebildet sein. Sie sind bevorzugt
aus einem Material gebildet, welches die Brust weich und komfortabel einfasst. Denn
insbesondere beim Stillen ist die weibliche Brust mitunter empfindlich, so dass eine
möglichst glatte und für die Haut und die Brustwarzen angenehme Abstützung gewünscht
ist. Der erfindungsgemäße Still-BH hat aber darüber hinaus auch eine zu der Brustwarze
der weiblichen Brust führende Öffnung. Diese Öffnung ist in jedem der beiden BH-Cups
ausgebildet. Dies bietet die Möglichkeit, eine Brusthaube durch den BH-Cup hindurchzuführen,
die die Brustwarze umschließt und sich zum Abpumpen von Muttermilch mit einer entsprechenden
Pumpe eignet.
[0003] Ein solcher Still-BH ist beispielsweise aus der
US 6 227 936 B1 bekannt. Bei diesem Stand der Technik sind die BH-Cups mit einer ausgestanzten Öffnung
versehen, durch die jeweils eine Brusthaube hindurchgeführt werden kann, so dass der
BH während des Abpumpens die Brust und auch die Brusthaube stützt und hält.
[0004] Ein ähnlicher Still-BH ist aus der
US 2007/0161330 A1 bzw. aus der
US 2011/0314587 A1 bekannt. Bei dem zuletzt genannten Stand der Technik, der als gattungsgemäß angesehen
wird, werden die BH-Cups durch jeweils zwei Zuschnitte gebildet, die an ihrer Fügestelle
nicht vollständig miteinander verbunden sind, wodurch die zu der Brustwarze führende
Öffnung gebildet wird. Der vorbekannte Still-BH ist indes so zugeschnitten, dass die
Brustwarze in der Öffnung liegt, wodurch eine zweite äußere Schicht erforderlich wird,
um die Brustwarze abzudecken und zu schützen.
[0005] Die aus der
US 2011/0314587 vorbekannte Lösung ist dabei so ausgebildet, dass auch bei angelegtem BH-Cup Muttermilch
durch die Öffnung abgepumpt werden kann. Darüber hinaus ist der jeweilige BH-Cup lösbar
mit dem zugeordneten Schulterträger verbunden, um zum Stillen zumindest einen BH-Cup
von der Haltevorrichtung zu lösen, um eine Brust freizumachen.
[0006] Die vorliegende Erfindung will einen Still-BH angeben, der eine hohe Funktionalität
bei ansprechender äußerer Erscheinung bietet.
[0007] Zur Lösung des Problems wird mit der vorliegenden Erfindung ein Still-BH mit den
Merkmalen von Anspruch 1 vorgeschlagen. Dieser unterscheidet sich von dem zuvor beschriebenen
bekannten Still-BH dadurch, dass auf der Innenseite des BH-Cups eine Lasche vorgesehen
ist, die die Öffnung verlegt. Die Lasche deckt zumindest die Öffnung innenseitig ab.
Die Lasche ist üblicherweise so ausgebildet, dass die Brustwarze bei Aufnahme in dem
BH-Cup von einem weichen, nahtfreien Material umgeben ist, welches üblicherweise zwischen
der Brustwarze und der Öffnung vorgesehen ist, indes aus dieser Ausgangslage in eine
Benutzungslage gebracht werden kann, in welcher die Brustwarze durch die Öffnung hindurch
erreicht werden kann. Die Lasche kann fest oder lösbar mit dem Cup-Element verbunden
sein. So kann die Lasche beispielsweise über einen Klettverschluss mit dem Cup-Element
verbunden sein. Das Cup-Element kann ein- oder mehrteilig ausgebildet sein. Bei einer
einteiligen Ausgestaltung ist das Cup-Element bevorzugt zur Formgebung gemoldet. Das
Cup-Element besteht üblicherweise aus einem gepolsterten weichen Material. Aus einem
solchen gepolsterten Material besteht bevorzugt auch die Lasche. Die Lasche kann insbesondere
mit dem Material des BH-Cups vernäht sein. Dabei kann die Lasche im Falle eines mehrteiligen
BH-Cups aus einem einen Teilbereich des BH-Cup bildenden Zuschnitt einteilig ausgeschnitten
sein, sodass es über einen anderen den BH-Cup mit ausbildenden Zuschnitt reicht, um
die Öffnung zu überdecken.
[0008] Der erfindungsgemäße Still-BH kann auch als Body, Nachthemd, Bikini, Badeanzug ausgebildet
sein.
[0009] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist die äußere Lage
durch eine Dekorlage ausgebildet. Die Dekorlage kann dabei selbst nach Art eines BH
zugeschnitten sein. Auch die Dekorlage kann jedenfalls zugeordnet dem jeweiligen BH-Cup
als einteilig gemoldeter Zuschnitt verwirklicht sein. Die Dekorlage hat dabei üblicherweise
aber lediglich dekorierende Funktion und keine Haltefunktion. Die Dekorlage kann aber
auch so ausgebildet sein, dass durch die Dekorlage lediglich Teile des BH-Cups und/oder
der umfänglichen Umfassung und/oder der Schulterträger abgedeckt sind. Die Dekorlage
kann auch für sich erfinderisch sein, d.h. einen Still-BH mit den oberbegrifflichen
Merkmalen von Anspruch 1 weiterbilden.
[0010] Der erfindungsgemäße Still-BH kann durch die Dekorlage wie ein üblicher BH mit ansprechendem
Erscheinungsbild ausgebildet sein. Die Dekorlage kann beispielsweise eine zumindest
teilweise dekorative und/oder durchbrochene Schicht bestehend aus Garn oder Garn-
und textilem Material aufweisen oder ganz darauf ausgebildet sein. Insbesondere kann
die Dekorlage aus Spitze gebildet sein.
[0011] Durch dieses ansprechende Erscheinungsbild verliert aber der erfindungsgemäße Still-BH
nicht seine Funktionalität. Die Dekorlage kann lediglich lose über den BH-Cups hängen,
so dass für das Abpumpen von Muttermilch die in dem BH-Cup ausgebildete Öffnung freigelegt
werden kann, um eine Brusthaube mit ihrer rohrförmigen Öffnung durch die Öffnung des
BH-Cups hindurchzuführen und Milch abzupumpen.
[0012] Im Hinblick auf eine Anmutung des erfindungsgemäßen Still-BHs entsprechend einem
üblichen die Brust konturfolgend umschließenden BHs wird gemäß einer bevorzugten Weiterbildung
der vorliegenden Erfindung vorgeschlagen, die äußere Lage, bevorzugt die Dekorlage
lösbar mit den Schulterträgern zu verbinden. Die Dekorlage erscheint dementsprechend
wie die übliche ggf. einzige Lage eines normalen BHs. Die Dekorlage ist üblicherweise
formgebend zugeschnitten, so dass sie die Kontur der weiblichen Brust konturfolgend
umschließt und stützt. Entsprechendes gilt für die BH-Cups, so dass bei an den Schulterträgern
befestigter Dekorlage der Eindruck eines die Brust konturfolgend umschließenden BHs
entsteht. Die Dekorlage bildet hierbei eine äußere Dekorschicht aus, die die BH-Cups
üblicherweise vollflächig abdeckt und deren Form folgt. Dementsprechend ist die Dekorlage
bevorzugt so zugeschnitten wie die BH-Cups. Es versteht sich, dass das die Dekorlage
bildende Material als äußere Schicht der umfänglichen Umfassung oder als alleiniger
textiler Werkstoff zur Ausbildung des Rückenteils und des Brustteils vorgesehen sein
kann, um ein möglichst einheitliches Erscheinungsbild zu schaffen. So kann das äußere
Erscheinungsbild des erfindungsgemäßen Still-BHs stofflich einheitlich und/oder farbig
und/oder strukturell einheitlich gestaltet sein. Als strukturell einheitliche Gestaltung
wird insbesondere eine einheitlich an der Außenseite des Still-BHs vorgesehene Struktur
verstanden. Diese Struktur kann beispielsweise eine Spitze sein. Es kann auch ein
dekorativ gewebter und/oder mit einem Dessin versehener Stoff sein. Das Grundmaterial
des erfindungsgemäßen Still-BHs kann Baumwolle oder Kunstfaser oder auch eine Kombination
von beiden sein. Der BH-Cup ist üblicherweise mehrlagig ausgebildet und hat beispielsweise
eine versteifende Lage, speziell aus Schaumstoff oder einem anderen textilen Material
mit höherer Steifigkeit und Dicke, dem auch eine gewisse polsternde Wirkung zukommt.
Denkbar für die Herstellung des erfindungsgemäßen Still-BHs sind auch elastische oder
unelastische gewobene, gestrickte, verzierte oder bedruckte Materialien, wobei verzierte
und bedruckte Materialien insbesondere zur Ausbildung der Dekorlage zum Einsatz kommen.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist die äußere Lage
lösbar mit dem Schulterträger verbunden. So besteht die Möglichkeit, für das Abpumpen
von Milch mittels einer Brusthaube die Dekorlage zu entfernen und dementsprechend
die Öffnung des zugeordneten BH-Cups freizulegen. Die nachstehende Beschreibung diskutiert
jeweils Weiterbildungen der äußeren Lage bzw. der Dekorlage und bezieht sich auf die
Weiterbildung der äußeren Lage bzw. der Dekorlage zu einem einzigen BH-Cup. Es versteht
sich, dass diese Weiterbildung regelmäßig für beide BH-Cups gilt, da die geforderten
Funktionalitäten und Weiterbildungen an beiden Cups in identischer Weise vorgesehen
sein sollten.
[0014] Durch die lösbare äußere Lage kann dementsprechend zum Abpumpen von Muttermilch die
äußere Lage in eine definierte Lage gebracht werden, bei welcher die Öffnung freiliegt.
Üblicherweise ist die äußere Lage mit der umfänglichen Umfassung verbunden, so dass
die äußere Lage beim Abpumpen von Muttermilch nach dem Lösen der äußere Lage von den
Schulterträgern nach unten herunterhängt.
[0015] Jede andere Ausgestaltung ist aber ebenfalls denkbar. So kann die äußere Lage beispielsweise
eine eher vertikale verlaufende Verbindung mit dem BH-Cup bzw. der umfänglichen Umfassung
bzw. dem Schulterträger haben, um seitlich weggeklappt zu werden. Dabei werden zwei
Abschnitte der äußeren Lage beispielsweise mittig d.h. im Bereich des Brustbeines
miteinander verbunden, wenn der BH als solches getragen wird, ohne dass Muttermilch
abgepumpt wird. Die äußere Lage kann dabei unmittelbar an den Schulterträgern befestigt
sein, d.h. bis zu den Schulterträgern reichen und über ein lösbares Befestigungsmittel
mit den Schulterträgern verbunden sein. Eine Verbindung mit den Schulterträgern kann
aber auch mittelbar erfolgen, regelmäßig durch Anbindung der äußere Lage an die umfängliche
Umfassung und/oder den BH-Cup. Dabei kann die äußere Lage über eine Lasche, einen
Druckknopf, eine Clip-Verbindung, eine Klettverbindung oder jede andere Art der Verbindungen,
die in der Textiltechnik üblich sind, mit dem BH-Cup und/oder der umfänglichen Umfassung
verbunden sein. Es kommt lediglich darauf an, dass durch die mittelbare oder unmittelbare
Anbindung der äußere Lage an den zugeordneten Schulterträger der Eindruck eines einheitlichen,
ästhetisch ansprechenden BHs geschaffen werden kann.
[0016] Entsprechendes gilt für die BH-Cups, die mittelbar oder unmittelbar über die zuvor
genannten Verbindungsmittel mit den Schulterträgern verbunden sind. Gemäß einer bevorzugten
Weiterbildung sind der jeweilige BH-Cup und die zugehörige äußere Lage sowohl unabhängig
voneinander von den Schulterträgern mittelbar oder unmittelbar lösbar als auch gemeinschaftlich
hiervon lösbar. So besteht die Möglichkeit, den BH-Cup und die äußere Lage gemeinschaftlich,
d.h. in einer einzigen Handbewegung von den Schulterträgern zu lösen, um für das Stillen
die weibliche Brust freizulegen.
[0017] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung besteht jeder BH-Cup
aus einem Zuschnitt, der zumindest zwei Cup-Elemente umfasst, wobei die Öffnung, die
Zugang zu der Brustwarze bietet, im Bereich der Fügestelle zwischen den beiden Cup-Elementen
ausgebildet ist. Die Fügestelle ist dabei bevorzugt so ausgebildet, dass das den BH-Cup
bildende Material die Brustwarze überdeckt und schützt. Der erfindungsgemäße Still-BH
ist dementsprechend bevorzugt so ausgebildet, dass trotz Bestehens einer Öffnung die
Brustwarze jedenfalls beim Tragen des BHs von der inneren Schicht, d.h. dem BH-Cup
abgedeckt ist.
[0018] Die Lasche ist dabei bevorzugt einteilig an einem der Cup-Elemente vorgesehen, üblicherweise
aus dem das jeweilige Cup-Element bildenden Material herausgeschnitten. Die Lasche
erstreckt sich dabei über die Fügestelle zwischen den beiden Cup-Elementen. Die Lasche
liegt üblicherweise vor der Innenfläche des die Lasche nicht aufweisenden Cup-Elementes.
Bevorzugt liegt die Lasche gegen die Innenfläche dieses Cup-Elementes an. Die Lasche
ist bevorzugt stoffidentisch zu dem Material des BH-Cups ausgebildet. Die BH-Cups
sind bevorzugt aus dem gleichen Material gebildet.
[0019] Die Lasche ist dabei so ausgebildet und bemessen, dass die Lasche zum Einführen eines
rohrförmigen Endes der Brusthaube von der Öffnung weggeklappt werden kann, um die
Öffnung freizulegen, wenn das rohrförmige Ende der Brusthaube von der Innenseite durch
die Öffnung hindurch nach außen geführt wird. Die Lasche wird hierbei bevorzugt elastisch
verformt, ohne dass hiermit bevorzugt eine Verformung des BH-Cups einhergeht. Mit
anderen Worten erfolgt der Zuschnitt so, dass beim Hindurchführen des rohrförmigen
Abschnitts der Brusthaube allein die Lasche verformt wird, der zugeordnete BH-Cup
aber zumindest im Wesentlichen seine der Brust folgende Form beibehält.
[0020] Bevorzugt hat die Lasche eine pilzkopfartige Gestaltung, wobei der sich zu dem anderen
Cup-Element erstreckende Bereich der Lasche eine konvexe Endfläche ausbildet, deren
Scheitel über eine Tangente angenähert werden kann, die sich im Wesentlichen parallel
zu der Phasengrenze zwischen den beiden Cup-Elementen erstreckt. Diese konvexe Endfläche
mag an den Rändern des eigentlichen Pilzkopfes in eine konkave Fläche übergehen. Der
Pilzkopf wird jedenfalls durch aufeinander zulaufende Randabschnitte begrenzt, die
von der Endfläche abgehen und aufeinander zulaufen. Diese Randabschnitte erstrecken
sich üblicherweise parallel zu der Phasengrenze der beiden Cup-Elemente und sind über
eine die beiden Cup-Elemente verbindenden Naht an den BH-Cup angebunden. Da die Lasche
auch bei dieser Ausgestaltung bevorzugt einteilig aus dem das eine Cup-Element bildenden
Material geschnitten ist, bedeutet "Anbindung" in diesem Sinne lediglich eine Lagefixierung
der Randabschnitte an dem BH-Cup über die Naht. Die Randabschnitte enden dementsprechend
bevorzugt an einer Grenzfläche der beiden Cup-Elemente, wo diese über eine Naht miteinander
verbunden sind, wobei durchaus die Lasche einteilig an einem der Cup-Elemente ausgebildet
ist und über die Naht lediglich eine definierte Gestaltung der Lasche definiert wird,
ohne dass diese hierbei mit dem ihr zugehörigen Cup-Element verbunden wird. Diese
Naht oder eine weitere Naht kann aber das die Lasche aufweisende Cup-Element mit dem
von der Lasche überdeckten Cup-Element verbinden.
[0021] Bei dieser pilzkopfartigen Ausgestaltung kann eine die Lasche an das zugeordnete
Cup-Element verbindende Laschenbasis sich zwischen den beiden Randabschnitten befinden.
Als Laschenbasis wird dabei jede Verbindung zwischen einer irgendwie gearteten Lasche
und dem zugeordneten Cup-Element verstanden. Die Laschenbasis verbindet die üblicherweise
aus dem Material des Cup-Elementes verbundene Lasche mit demjenigen Material, welches
als Teil des BH-Cups die Brust abformt. Mit Blick auf eine denkbare Stützfunktion
der Brusthaube beim Abpumpen wird gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden
Erfindung vorgeschlagen, dass die mit dem Cup-Element verbundene Laschenbasis sich
zwischen der Öffnung und dem Brustteil befindet. Bei dieser Anordnung liegt die Laschenbasis
nach Anziehen des Still-BHs unterhalb der Brustwarze und kann dementsprechend sich
als umfänglich an die Brusthaube, speziell an einen an die Brust konturfolgend anlegbaren
Trichterabschnitt der Brusthaube angelegt werden. Dies verbessert die Stützung der
Brusthaube jedenfalls beim Anlegen bis ein hinreichender Saugdruck beim Abpumpen von
Muttermilch geschaffen ist, durch den die Brusthaube gegen die weibliche Brust unter
Unterdruck angelegt wird.
[0022] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung stoßen die Cup-Elemente
unter einem Winkel aneinander an. Über die Länge der Grenzfläche der beiden Cup-Elemente
kann dieser Winkel variieren. Der Scheitelpunkt der Grenzfläche und dementsprechend
der kleinste Winkel bei Abtragung auf der Innenseite der Cup-Elemente ist durch die
Form der weiblichen Brust bestimmt und kann variieren. Durch den Winkel wird den beiden
Cup-Elementen eine gewisse Form vorgegeben. Unter diesem Winkel und mittels einer
Naht werden die Cup-Elemente in Form gehalten, so dass die Naht als "formgebende Naht"
angesehen werden kann. Die äußere Lage bzw. die Dekorlage weist bei dieser bevorzugten
Weiterbildung der vorliegenden Erfindung bevorzugt im Bereich der Öffnung eine der
formgebenden Naht folgende Dekornaht auf. Die Dekornaht folgt bevorzugt dem Lauf der
formgebenden Naht. Die Zuschnitte sind bevorzugt so gewählt, dass eine Art formschlüssige
Verbindung und/oder Zentrierung der äußeren Lage bzw. der Dekorlage aufgrund der Naht
relativ zu den formstabileren BH-Cups erfolgt. So ergibt sich ein optisch ansprechendes
äußeres Erscheinungsbild.
[0023] Nach der obigen Beschreibung gibt die vorliegende Erfindung dementsprechend einen
Still-BH an, der in der Lage ist, die Brusthaube zu tragen und dementsprechend das
Abpumpen von Muttermilch erlaubt, ohne das die Notwendigkeit besteht, die Milchflasche,
die Brusthaube und/oder die Pumpe zu halten. Vielmehr kann das Abpumpen "handsfree"
erfolgen. Die BH-Cups haben jeweils eine Öffnung, die sich einfach durch die Klappe
verschließen lässt, welche die Brustwarze zusätzlich schützt und insbesondere verhindert,
dass sich die Brustwarze an Rändern der Öffnung reibt. So ergibt sich ein Still-BH
der keine Einschränkungen auf den Tragekomfort mit sich bringt auch wenn die Möglichkeit
besteht, Muttermilch durch die Öffnung abzupumpen. Die äußerliche Gestaltung kann
beliebig gewählt werden, abhängig von der konkreten Gestaltung der äußeren Lage. Diese
hat im Wesentlichen die Funktion, als äußere Schicht die BH-Cups ganz oder teilweise
abzudecken. Jedenfalls überdeckt die Dekorlage die Öffnung, so dass dieser Bereich
der BH-Cups dekorativ verdeckt ist. Eine schöne Optik kann dabei insbesondere dadurch
erreicht werden, dass die Dekorlage aus Spitze hergestellt wird. So lässt sich der
Still-BH auch als Alltags-BH nutzen. Die äußere Lage bzw. die Dekorlage ist bevorzugt
von den Schulterträgern mittelbar oder unmittelbar lösbar, um die Öffnung freizugeben.
Die äußere Lage bzw. die Dekorlage ist aber vorzugsweise auch zusammen mit dem BH-Cup
lösbar, um das Stillen eines Säuglings bei freigelegter Brust zu ermöglichen.
[0024] Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung der vorliegenden Erfindung ist die die Cup-Elemente
verbindende formgebende Naht als verstärkendes Element ausgebildet. Das Nahtmaterial
kann beispielsweise eine höhere Steifigkeit haben als der das Cup-Element bildende
Zuschnitt. Alternativ kann das Nahtmaterial für sich keine verstärkte stützende Wirkung
haben, vielmehr aber mehrfach über der Fügestelle der beiden Cup-Elemente ausgeführt
sein, um im Bereich der Fügestelle und aufgrund der Gestaltung der formgebenden Naht
eine Erhöhung der Steifigkeit des BH-Cups zu bewirken. Diese Ausgestaltung bietet
die Möglichkeit, den die einzelnen Cup-Elemente ausbildenden Zuschnitt aus einem relativ
weichen Material auszuformen, indes im Bereich der Naht und durch die Naht dem BH-Cup
eine erhöhte Steifigkeit aufzuprägen, sodass die Formgebung der Naht ganz überwiegend
oder gar ausschließlich durch die Naht, deren Gestaltung und/oder die Festigkeit des
gewählten Nahtmaterials vorgegeben ist.
[0025] Weitere Einzelheiten und Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung.
In dieser zeigen:
- Fig. 1
- eine rückseitige Ansicht eines Ausführungsbeispiels des erfindungsgemäßen Still-BHs;
- Fig. 2
- eine vorderseitige Ansicht des in Fig. 1 gezeigten Ausführungsbeispiels ohne Dekorlage;
- Fig. 3
- die vorderseitig auf die BH-Cups des Ausführungsbeispiels aufgebrachte Dekorlage;
- Fig. 4
- Details der Verbindung zwischen einem Schulterträger und einem BH-Cup des Ausführungsbeispiels;
- Fig. 5
- eine rückseitige Ansicht des BH-Cups des Ausführungsbeispiels;
- Fig. 6
- ein erstes Ausführungsbeispiel eines Damenhemdchen;
- Fig. 7
- ein Ausführungsbeispiel eines zweiten Schnitts;
- Fig. 8
- ein Ausführungsbeispiel eines dritten Schnitts;
- Fig. 9
- ein Ausführungsbeispiel eines vierten Schnitts;
- Fig. 10
- ein Ausführungsbeispiel eines fünften Schnitts;
- Fig. 11
- Ausführungsbeispiel eines sechsten Schnitts;
- Fig. 12
- ein zweites Ausführungsbeispiel eines Still-BHs bei der Nutzung als All-tags-BH;
- Fig. 13
- das in Fig. 12 gezeigte Ausführungsbeispiel bei freigelegter linker Brust.
[0026] Die Figuren 1 und 2 zeigen den grundsätzlichen Aufbau des mit Bezugszeichens 2 gekennzeichneten
Still-BH, der eine umfänglich Umfassung 4 aufweist, die durch ein Rückenteil 6 und
ein damit im Umfangsrichtung verbundenes Brustteil 8, welches vorliegend im Wesentlichen
durch ein eng an der Rippenlage unterhalb der weiblichen Brust anliegendes Unterbrust-Pannel
gebildet ist. Von dem in Figur 2 gezeigten Brustteil 8 gehen Schulterträger 10 ab,
die über die beiden Schultern der Frau geführt und zur vertikalen Stabilisierung von
mit Bezugszeichen 12 gekennzeichneten BH-Cups 12 vorgesehen sind. Die beiden BH-Cups
(12) sind dreidimensional geformt und dienen der Aufnahme der weiblichen Brüste. Bei
dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Rückenteil 6 mittig getrennt und hat zur
Weitenregulierung der umfänglichen Umfassung 4 in an sich bekannter Weise unterschiedlich
weit entfernte Ösen, in welche an dem gegenüberliegenden Teilabschnitt des Rückenteils
6 angeordnete Haken eingreifen können, um Rückenteil 6 und Brustteil 8 umfänglich
zu schließen. In gleicherweise ist eine Feineinstellung der Länge der Schulterträger
10 über nicht detaillierte dargestellte Verstelleinrichtungen möglich. So kann beispielsweise
der Schulterträger 10 jeweils als Schlaufe durch einen in Figur 4 gekennzeichneten
Haken 14 hindurchgeführt und mit seinem freien Ende gegen den über die Schulter umlaufenden
Teil des Schulterträgers 10 verschieblich festlegbar sein, um unterschiedliche Längen
zu verwirklichen.
[0027] Der in Figur 4 gezeigte Haken 14 hat einen Verriegelungsvorsprung 16, welcher im
gefügten Zustand eine Öffnung einer mit Bezugszeichen 18 gekennzeichneten Öse durchragt.
Die Öse 18 ist unmittelbar mit dem oberen Ende eines zugeordneten BH-Cups (in Figur
4 nicht gezeigt) und über einen Bandring 20 mit einem offenen Haken 22 verbunden,
der an dem oberen freien Ende einer mit Bezugszeichen 24 gekennzeichneten Dekorlage
verbunden ist.
[0028] Aufgrund dieser Ausgestaltung kann der BH-Cup 12 mit der dazugehörigen Dekorlage
24 in einem von dem Schulterträger 10 durch Aushängen der Öse 18 gelöst werden, um
die Brust für das Stillen eines Kindes freizulegen, wie dies bei Still-BHs 2 allgemein
üblich ist. Die vorliegende Erfindung ist allerdings nicht auf die gezeigte Ausführungsform
beschränkt. Es kommt lediglich darauf an, dass der BH-Cup 12 und die zugehörige Dekorlage
24 mittelbar oder unmittelbar mit dem Schulterträger 10 lösbar verbunden sind, um
beide im üblichen Gebrauchszustand über der weiblichen Brust befindlichen Lagen gemeinschaftlich
und in einem von der Brust zu entfernen (vgl. Fig. 12).
[0029] Die Figur 3 zeigt ein erstes Beispiel einer solchen Dekorlage 24 in Form einer im
Wesentlichen vollflächigen Auflageschicht 26, die sich auf der Außenseite des BH-Cups
12 befindet. Die Auflageschicht 26 erstreckt sich auch über das Brustteil 8, so dass
der Still-BH 2 von vorne ein einheitliches Dessin aufweist. Über eine Dekornaht 28
ist die Auflageschicht 26 über dem BH-Cup 12 gegenüber dem Brustteil 8 optisch abgesetzt.
Die Auflageschicht 26 hat beispielsweise an den sich gegenüberliegenden Rändern der
BH-Cups 12 eine Spitze 30, die die seitlichen Ränder der BH-Cups 12 überragt und diese
verdeckt.
[0030] Durch Lösen des offenen Hakens 22 von dem Bandring 20 kann die Auflageschicht 26
von dem zugeordneten BH-Cup 12 entfernt werden, so dass die Außenfläche des BH-Cups
12 temporär die Außenfläche des Still-BHs 2 bildet. Der Still-BH 2 hat im Bereich
der BH-Cups 12 jeweils eine Öffnung 32, die als Auslassung einer Fügenaht 34 gebildet
ist, die Fügenaht 34 fügt zwei in Figur 2 mit Bezugszeichen 36 gekennzeichnete Cup-Elemente
36.
[0031] Die Öffnung 32 wird durch Auslassen der Fügenaht 34 über eine Länge L von zwischen
3 cm und 6 cm gebildet. Die Brustwarze befindet sich üblicherweise mittig zu der Öffnung
32, kann aber auch ein wenig außermittig nach oben oder unten relativ zu dem Mittelpunkt
der Öffnung 32 versetzt vorgesehen sein. Diese Vorgaben gelten für jedwede Fügenaht
34 ungeachtet ihrer konkreten Orientierung. Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Figuren
1 bis 5 ist diese Fügenaht 34 im Wesentlichen sich vertikal erstreckend ausgebildet.
Sie kann aber auch horizontal oder schrägverlaufend ausgebildet sein.
[0032] Etwa zwei Drittel der Gesamtlänger der geschlossenen Naht von dem lösbaren Haken
14 bis zu dem Unterbrust-Pannel liegen zwischen dem Haken 14 und dem oberen Rand der
Öffnung 32. Etwa ein Drittel der Gesamtlänge der Fügenaht 34 liegt unterhalb der Öffnung
32, d.h. zwischen dem unteren Rand der Öffnung 32 und dem Unterbrust-Pannel, d.h.
dem Brustteil 8.
[0033] Die Fügenaht 34 ist eine formgebende Naht. Dementsprechend stoßen die Cup-Elemente
36 unter einem gewissen Winkel in der Fügenaht 34 gegeneinander. Aufgrund dieser Ausgestaltung
befindet sich die Öffnung 32 an der am weitesten von dem Rippenbogen entfernten Stelle,
was das Einführen einer Brusthaube zum Abpumpen von Muttermilch erleichtert. Die Dekornaht
28 fügt Zuschnitte der Dekorlage in Form, Verlauf und Kontur wie die Fügenaht 34,
so dass die BH-Cups 12 bei aufgelegter Dekorlage 24 von dieser konturfolgend und mit
gleichem Schnitt abgedeckt sind.
[0034] Die Figur 5 verdeutlicht die Ausgestaltung des BH-Cups 12 auf dessen Innenseite.
Das linke Cup-Element 36.1 weist eine Lasche 38 auf, die über eine durchgängige Laschenbasis
40 mit dem das linke Cup-Element 36.1 bildenden Stoffelement einteilig verbunden ist.
Die Laschenbasis 40 ist zwischen einem oberen Randabschnitt 42 und einem unterem Randabschnitt
44 der Lasche 38 vorgesehen, wobei die oberen und unteren Randabschnitte 42, 44 über
die Fügenaht 34 mit dem linken und dem rechten Cup-Element 36.1, 36.2 vernäht und
damit verbunden sind. Dementsprechend wird zwischen den oberen und unteren Randabschnitten
42, 44 auf der gegenüberliegenden Außenseite die Öffnung 32 ausgebildet. Durch Wegklappen
der Lasche 38 von der inneren Oberfläche des rechten Cup-Elementes 36.2 kann die Öffnung
32 an der Innenseite freigelegt werden.
[0035] Die Lasche 38 überragt das linke Cup-Element 36.1 pilzkopfartig. Der Scheitelpunkt
der im Grunde konvexen Ausformung einer Endfläche 45 der Lasche 38 liegt in Verlängerung
der Laschenbasis 40. Randbereiche des Pilzkopfes können konvex oder konkav gekrümmt
sein, um sich mit dieser Krümmung dem oberen bzw. unteren Randabschnitt 42, 44 anzunähern,
die an der Grenzfläche der beiden Cup-Elemente 36.1 bzw. 36.2 enden.
[0036] Die Lasche 38 ist vorzugsweise so zugeschnitten, dass nach Hindurchführen des rohrförmigen
Abschnitts einer Brusthaube die von dem BH-Cup 12 innenseitig abragende Lasche 38
teilumfänglich an dem trichterförmigen Abschnitt der Brusthaube anliegt und hier eine
gewisse Stützfunktion bewirkt. Die Lasche 38 der erfindungsgemäßen Lösung hat danach
zwei verschiedene Funktionen. Zuvorderst deckt sie die Öffnung 32 ab, so dass die
Brustwarze nicht an Rändern der Öffnung reibt. Vielmehr ist die Brustwarze in einem
kontinuierlichen und absatzfreien ausgekleideten Innenbereich des BH-Cups 12 aufgenommen.
Beim Abpumpen von Muttermilch über die Brusthaube vermittelt die Lasche 38 eine gewisse
Stützfunktion zumindest solange, bis durch den wirkenden Ansaugdruck des trichterförmigen
Abschnitts der Brusthaube sich an der Oberfläche der Brust festgesaugt und damit eine
Lagepositionierung stattgefunden hat.
[0037] Die Figur 6 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel, bei welcher die Dekorlage
24 teilweise fest auf der Außenfläche des BH-Cups 12 vernäht ist. Die Naht (28 bzw.
34) erstreckt sich schräg nach oben von dem Zentrum des Brustteiles 8 in Richtung
auf den äußeren seitlichen Rand des BH-Cups 12, der oberhalb der umfänglichen Umfassung
4 liegt. Die Figur 6 zeigt rechts die Verdeckung des BH-Cups 12 durch die Dekorlage
24 und für den linken BH-Cup 12 die von dem BH-Cup 12 abgenommene Dekorlage 24 zur
Freilegung der Öffnung 32. Die formgebende Fügenaht 34 verläuft hier ebenfalls schräg,
jedoch steiler als die Naht der Dekorlage nach oben. Die Lasche 38 ist strichpunktiert
angedeutet. Wie der rechte Teil von Figur 6 verdeutlicht, verläuft die Fügenaht 34
auch hier streng parallel zu der Dekornaht 28.
[0038] Ein entsprechendes Bild ergibt sich für Figur 7, die ein anderes Ausführungsbeispiel
verdeutlicht. Dort ist für beide BH-Cups 12 eine einheitliche Fügenaht 34 vorgesehen,
die sich in etwa horizontal erstreckt. Die Lasche 38, die für diese Vorderansicht
strichpunktiert angedeutet ist, liegt unterhalb der Fügenaht 34 und damit zwischen
dem Brustteil 8 und der Fügenaht 34. Die Dekorlage 24 ist mit ihrem oberen Rand fest
mit den BH-Cups 12 verbunden, insbesondere vernäht und kann zur Freilegung der Öffnung
32 angehoben werden, wie dies in Figur 7 links angedeutet ist. Die Dekorlage 24 kann
über Klettverschlüsse oder dergleichen mit dem Brustteil 8 verbunden sein, um möglichst
konturfolgend an der Außenfläche des eigentlichen BH-Cups 12 anzuliegen. Die Dekorlage
24 kann aber auch frei von dem oberen Bereich der BH-Cups 12 herabhängen.
[0039] Die Figur 8 zeigt ein alternatives Ausführungsbeispiel, bei welcher die Dekorlage
24 als schmaler Dekorstreifen 46 lediglich über einen gewissen Höhenbereich der Fügenaht
34 angeordnet ist und diesen verdeckt. Da jeder Dekorstreifen 46 nicht vollflächig
mit der Außenfläche des BH-Cups 12 verbunden ist, kann die Öffnung 32 durch Anheben
des Dekorstreifens 46 freigelegt werden.
[0040] Die Figur 9 verdeutlicht ein weiteres Ausführungsbeispiel, bei welchem die Fügenaht
34 einen Verlauf in etwa entsprechend Figur 8 hat. Die bei jedem BH-Cup 12 vorgesehene
Fügenaht 34 erstreckt sich schräg nach oben zur Brustmitte. Die Dekorlage 28 deckt
die BH-Cups 12 außenseitig im Grunde vollflächig ab. Sie ist zum äußeren Rand hin
gegen die BH-Cups 12 bzw. die umfängliche Umfassung 4 fixierbar, beispielsweise über
einen Klettverschluss und kann durch Abheben und Verschwenken nach innen die Öffnung
32 freilegen.
[0041] Bei dem in Figur 10 gezeigten Ausführungsbeispiel ist die Dekornaht 28 länger als
die Fügenaht 34. Aber auch hier verlaufen beide Nähte 28, 34 parallel zueinander,
und zwar - wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel gemäß den Figuren 1 bis 5 - im Wesentlich
vertikal. Das Ausführungsbeispiel nach Figur 10 wie auch das nach Figur 11 ist als
Damenhemdchen ausgebildet, so dass der Still-BH 2 als Teil einer dem überwiegenden
Oberkörper im Wesentlichen abdeckenden Textilie ausgebildet ist. Die Dekorlage 24
kann beliebig weit nach unten ragen, ggf. die Vorderseite des Damenhemdchens ganz,
ggf. auch die Rückseite bedecken. Bei dem Ausführungsbeispiel nach Figur 10 endet
die Dekorlage 24 leicht unterhalb der BH-Cups 12 als sich im Wesentlichen horizontal
erstreckender Dekorstreifen 46. Wie bei dem ersten Ausführungsbeispiel ist die Dekorlage
24 über die Öse 18 mit dem Schulterträger 10 verbindbar und hiervon lösbar. Das untere
Ende der Dekorlage 24 ist im Bereich der umfänglichen Umfassung 4 fest mit dem BH-Teil
des Damenhemdchens verbunden, wie die rechte Seite von Figur 10 verdeutlicht.
[0042] Anders bei der Ausführungsform nach Figur 11, bei welcher die Dekorlage 24 an ihrem
oberen Ende fest mit den Schulterträgern 10 verbunden ist und angehoben werden kann,
um die Öffnung 32 freizulegen.
Bezugszeichen
[0043]
- 2
- Still-BH
- 4
- umfängliche Umfassung
- 6
- Rückenteil
- 8
- Brustteil
- 10
- Schulterträger
- 12
- BH-Cups
- 14
- Haken
- 16
- Verriegelungsvorrichtung
- 18
- Öse
- 20
- Bandring
- 22
- offener Haken
- 24
- Dekorlage
- 26
- Auflageschicht
- 28
- Dekornaht
- 30
- Spitze
- 32
- Öffnung
- 34
- Fügenaht
- 36
- Cup-Element
- 38
- Lasche
- 40
- Laschenbasis
- 42
- oberer Randabschnitt
- 44
- unterer Randabschnitt
- 45
- Endfläche
- 46
- Dekorstreifen
1. Still-BH (2) mit einem Rückenteil (6) und einem Brustteil (8), die im verbundenem
Zustand eine umfängliche Umfassung (4) für den Oberkörper ausbilden, mit Schulterträgern
(10), die sich zwischen dem Brustteil (8) und dem Rückenteil (6) erstrecken und mit
zwei BH-Cups (12), die jeweils zur Aufnahme einer weiblichen Brust angepasst ausgebildet,
jeweils lösbar mit den Schulterträgern (10) verbunden sind und jeweils eine zu der
Brustwarze der weiblichen Brust führende Öffnung (32) aufweisen,
die außenseitig von einer äußeren Lage (24) abgedeckt ist, die von der Öffnung (32)
entfernbar ist, dadurch gekennzeichnet, dass eine auf der Innenseite des BH-Cups (12) vorgesehene Lasche (38) die Öffnung (32)
verdeckt.
2. Still-BH (2) nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Lage (24) lösbar mit den Schulterträgern (10) verbunden ist.
3. Still-BH (2) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die BH-Cups (12) und die äußere Lage (24) unabhängig voneinander und gemeinschaftlich
von den Schulterträgern (10) lösbar sind.
4. Still-BH (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Lage als Dekorlage (24) ausgebildet ist.
5. Still-BH (2) nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorlage (24) die BH-Cups (12) vollflächig abdeckt.
6. Still-BH (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jeder der BH-Cups (12) aus einem Zuschnitt umfassend zumindest zwei Cup-Elemente
(36.1, 36.2) gebildet ist und dass die Öffnung (32) im Bereich der Fügestelle (34)
zwischen den beiden Cup-Elementen (36.1, 36.2) ausgebildet ist.
7. Still-BH (2) nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Lasche (38) einteilig an einem der Cup-Elemente (36.1) vorgesehen ist.
8. Still-BH (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Lasche (38) pilzkopfartig mit einer zumindest teilweise konvex geformten Endfläche
(45) ausgebildet ist, von deren Enden aufeinander zulaufende Randabschnitte (42, 44)
abgehen.
9. Still-BH (2) nach Anspruch 6 und 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Randabschnitte (42, 44) an einer Grenzfläche der beiden Cup-Elemente (36.1, 36.2)
enden.
10. Still-BH (2) nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine mit dem Cup-Element (36.1) verbundene Laschenbasis (40) zwischen der Öffnung
(32) und dem Brustteil (8) angeordnet ist.
11. Still-BH (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Cup-Elemente (36.1, 36.2) unter einem Winkel aneinanderstoßen und mit einer formgebenden
Naht (34) verbunden sind und dass die äußere Lage (24) zumindest im Bereich der Öffnung
(32) eine der formgebenden Naht (34) folgende Dekornaht (28) aufweist.
12. Still-BH (2) nach einem der vorherigen Ansprüche, soweit von Anspruch 4 abhängig,
dadurch gekennzeichnet, dass die Dekorlage (24) und die Außenflächen der umfänglichen Umfassung (4) in einer einheitlich
farbigen und/oder Stoff- und/oder strukturierten Gestaltung ausgebildet sind.
13. Still-BH nach einem der vorherigen Ansprüche soweit von Anspruch 11 abhängig, dadurch gekennzeichnet, dass die formgebende Naht als ein die Cup-Elemente (36.1, 36.2) verstärkendes Element
ausgebildet ist.