[0001] Die Erfindung betrifft eine Kreiselpumpe mit einem Pumpengehäuse, dessen Pumpenkammer
ein Laufrad umschließt und einen Einlass- und Auslasskanal aufweist, wobei die Pumpenkammer
und der Einlass- und Auslasskanal mit schützendem Kunststoff ausgekleidet sind und
das Laufrad überwiegend aus Kunststoff besteht, und wobei die hintere, dem Pumpenkammereinlass
abgewandte Radscheibe des Laufrades einen inneren stützenden Kern aufweist.
[0002] Eine Kreiselpumpe mit innerer Kunststoffauskleidung und einem Kunststofflaufrad mit
durch Metalleinlage verstärkter hinterer Radscheibe ist aus der
EP 0 797 736 B1 bekannt. Bei dieser bekannten Pumpe ist die Stabilität des Kunststofflaufrades verbessert.
Dennoch ist das Laufrad sehr hohen hydraulischen Leistungen nicht gewachsen. Die dynamischen
und statischen Belastungen des Laufrades unter Druck, Temperatur und hoher Drehzahl
können die Streckgrenze des Kunststoffs überschreiten und einen Bruch des Laufrades
verursachen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Kreiselpumpe der eingangs genannten Art so zu
verbessern, dass sie sehr hohe hydraulische Leistungen übertragen kann.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die vordere Deckscheibe und
die Laufradschaufeln, die die Radscheibe und die vordere Deckscheibe miteinander verbinden,
jeweils einen inneren stützenden Kern aus Metall oder aus einem Kunststoff aufweisen,
der einen höheren Festigkeitswert aufweist als der der Kunststoffauskleidung.
[0005] Ein solcher, in dem Kunststofflaufrad angeordneter fester Kern aus Metall oder aus
einem hochfesten Kunststoff erzeugt eine verstärkende Unterstützung von der Wellen-Naben-Verbindung
der Pumpenwelle zur Radscheibe zu den Pumpenschaufeln und bis zur vorderen Deckscheibe,
so dass hohe hydraulische Belastungen übertragen und hohe Drehzahlen erreicht werden
können. Alle hydraulischen Kräfte werden auf dem kürzesten Weg in den stützenden Kern
eingeleitet und damit der Kunststoff des Laufrades entlastet. Durch die deutliche
Erhöhung der übertragenen Leistung werden die Einsatzgrenzen für kunststoffausgekleidete
Kreiselpumpen im Hinblick auf Förderhöhe, Fördermenge und Temperatur deutlich erweitert.
Hierbei ist der stützende Kern der vorderen Deckscheibe, mit dem stützenden Kern der
Radscheibe über die stützenden Kerne der Laufradschaufeln stoffschlüssig oder formschlüssig
verbunden.
[0006] Vorzugsweise wird vorgeschlagen, dass die stützenden Kerne der Radscheibe, der vorderen
Deckscheibe und der Laufradschaufeln miteinander ein stützendes Gerüst bilden. Dabei
ist das stützende Gerüst einstückig ausgebildet.
[0007] Ein optimaler Kräfteverlauf wird erreicht, wenn die stützenden Kerne die Konturen
der Deckscheibe, der Radscheibe und der Schaufeln partiell oder vollständig formgetreu
wiedergeben.
[0008] Eine robuste Verklammerung des Kunststoffs des Laufrades mit den stützenden Kernen
wird erreicht, wenn die stützenden Kerne Verklammerungsbohrungen und/oder Verklammerungsnuten
aufweisen, die vom Kunststoff des Laufrades ausgefüllt sind.
[0009] Auch wird vorgeschlagen, dass der innere Kern der Radscheibe form- oder kraftschlüssig
mit der Pumpenantriebswelle verbunden ist.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird
im Folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- einen axialen Schnitt durch ein erfindungsgemäßes Laufrad,
- Fig. 2
- einen Schnitt durch das erfindungsgemäße Laufrad in Höhe der Laufradschaufeln.
[0011] Die Kreiselpumpe weist ein Pumpengehäuse aus zwei Teilen auf, deren Teilungsebene
durch die Pumpenkammer verläuft, so dass die Innenwände der Pumpenkammer und des Einlass-
und Auslasskanals mit geringem Aufwand mit einer Auskleidung aus einem die Innenwände
schützenden Kunststoff versehen werden können. Das Pumpengehäuse besteht aus Metall
oder aus einem Kunststoffverbundsystem. Als Kunststoff der Auskleidung und des Laufrads
1 wird ein voll fluorierter, teil fluorierter oder nicht fluorierter Kunststoff verwendet,
um einen höherwertigen Korrosions- oder Reinheitsschutz zu den druck- und kraftübertragenden
Pumpenteilen zu erhalten.
[0012] Das in der Pumpenkammer einliegende Laufrad 1 aus Kunststoff weist eine hintere kreisrunde
Radscheibe 2 auf, die auf einem Ende der Welle eines Elektromotors oder einer Magnetkupplung
aufsitzt. Ferner besitzt das Laufrad eine vordere kreisringförmige Deckscheibe 3,
die mittig einen Saugmund 4 bildet und über Laufradschaufeln 5 mit der Radscheibe
2 verbunden ist.
[0013] Die Radscheibe 2 besitzt einen inneren koaxialen, kreisrunden, stützenden Kern ("hinterer
Kern") 6 aus Metall oder aus Kunststoff, der eine höhere Festigkeit aufweist als die
Festigkeit des Kunststoffs der Kunststoffauskleidung der Pumpenkammer. Hierbei ist
der kreisscheibenförmige hintere Kern 6 allseitig vom Kunststoff der Radscheibe 2
umgeben, bis auf eine hintere mittige Sackbohrung 7, in der das Ende der Antriebswelle
einsitzt.
[0014] In der vorderen Deckscheibe 3 liegt auch ein innerer koaxialer stützender Kern ("vorderer
Kern") 8 ein aus Metall oder aus Kunststoff, der eine höhere Festigkeit aufweist,
als die Festigkeit des Kunststoffs der Kunststoffauskleidung der Pumpenkammer. Hierbei
ist der kreisringförmige vordere Kern 8 auch allseitig vom Kunststoff der vorderen
Deckscheibe 3 umgeben.
[0015] Ferner liegt in jeder Laufradschaufel 5 ein innerer stützender Kern ("Laufrad-Kern")
9 ein aus Metall oder aus Kunststoff, der eine höhere Festigkeit aufweist, als die
Festigkeit des Kunststoffs der Kunststoffauskleidung der Pumpenkammer. Hierbei ist
der Laufrad-Kern 9 allseitig vom Kunststoff der Laufradschaufeln 5 umgeben.
[0016] Die Kerne 6, 8 und 9 sind in einer Ausführung voneinander getrennte Teile. Vorzugsweise
bestehen aber alle Kerne aus demselben Metall oder demselben Kunststoff hoher Festigkeit
und sind miteinander stoffschlüssig oder formschlüssig verbunden, so dass der stützende
Kern 8 der vorderen Deckscheibe 3 mit dem stützenden Kern 6 der Radscheibe 2 über
die stützenden Kerne 9 der Laufradschaufeln 5 stoffschlüssig oder formschlüssig verbunden
ist. Hierdurch bilden alle Kerne 6, 8 und 9 miteinander ein stützendes, einstückiges
Gerüst aus Metall oder hochfestem Kunststoff, das vom Kunststoff des Laufrades umgeben
insbesondere umspritzt ist. Dabei geben die stützenden Kerne 6, 8, 9 die Konturen
der Scheiben 2, 3 und der Schaufeln 5 partiell oder vollständig formgetreu wieder.
[0017] Um einen innigen Halt zwischen dem äußeren Kunststoff des Laufrades 1 und den Kernen
zu erreichen, weisen die Kerne 6, 8 und 9 jeweils nicht dargestellte Verklammerungsbohrungen
und/oder Verklammerungsnuten auf, die vom Kunststoff des Laufrades 1 durchdrungen
sind.
[0018] Für das Laufrad wird vorzugsweise ein voll- oder teilfluorierter Kunststoff verwendet,
wie Perfluoralkoxylalkan (PFA) oder Polytetrafluorethylen
(PFAPVDF).
1. Kreiselpumpe mit einem Pumpengehäuse, dessen Pumpenkammer ein Laufrad (1) umschließt
und einen Einlass- und Auslasskanal aufweist, wobei die Pumpenkammer und der Einlass-
und Auslasskanal mit schützendem Kunststoff ausgekleidet sind und das Laufrad überwiegend
aus Kunststoff besteht, und wobei die hintere, dem Pumpenkammereinlass abgewandte
Radscheibe (2) des Laufrades (1) einen inneren stützenden Kern (6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die vordere Deckscheibe (8) und die Laufradschaufeln (5), die die Radscheibe und
die vordere Deckscheibe miteinander verbinden, jeweils einen inneren stützenden Kern
(8, 9) aus Metall oder aus einem Kunststoff aufweisen, der einen höheren Festigkeitswert
aufweist als der Kunststoff des Laufrades.
2. Kreiselpumpe nach Anspruch 1,dadurch gekennzeichnet, dass der stützende Kern (8) der vorderen Deckscheibe (3) mit dem stützenden Kern (6) der
Radscheibe (2) über die stützenden Kerne (9) der Laufradschaufeln (5) stoffschlüssig
oder formschlüssig verbunden ist.
3. Kreiselpumpe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch
gekennzeichnet, dass die stützenden Kerne (6, 8, 9) der Radscheibe (2), der vorderen Deckscheibe (3) und
der Laufradschaufeln (5) miteinander ein stützendes Gerüst bilden.
4. Kreiselpumpe nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das stützende Gerüst einstückig ist.
5. Kreiselpumpe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die stützenden Kerne (6, 8, 9) die Konturen der Deckscheibe (3) der Radscheibe (2)
und der Schaufeln (5) partiell oder vollständig formgetreu wiedergeben.
6. Kreiselpumpe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die stützenden Kerne (6, 8, 9) Verklammerungsbohrungen und/oder Verklammerungsnuten
aufweisen, die vom Kunststoff des Laufrades (1) ausgefüllt sind.
7. Kreiselpumpe nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Kern (6) der hinteren Deckscheibe (2) form- oder kraftschlüssig mit der
Pumpenantriebswelle verbunden ist.