[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Fadenheften gefalzter
Druckbogen, bei denen einzelne gefalzte Druckbogen nacheinander flach aneinander gereiht
und mit zumindest einer Nähnadel sowie mit zumindest einer Hakennadel zu einem Buchblock
vernäht werden.
[0002] Dazu bringt die zumindest eine Nähnadel einen Bindefaden von außen durch den Falz
eines zu vernähenden Druckbogens nach innen, zwischen dessen Schenkel ein und erzeugt
dabei auf einer Außenseite des Falzes eine erste, einsträngige Naht. Sodann wird der
Bindefaden zwischen den Schenkeln des gefalzten Druckbogens bevorratet und ausgehend
von der Nähnadel in Form einer Fadenschlaufe so weit in Richtung einer Bewegungsbahn
der Hakennadel transportiert, dass sich ein geschlossenes Ende der Fadenschlaufe über
diese Bewegungsbahn hinaus erstreckt. Danach taucht die zumindest eine Hakennadel
durch eine auf der Außenseite des Falzes beim Vernähen des vorherigen Druckbogens
entstandene Öse des gleichen Bindefadens und durch den Falz des zu vernähenden Druckbogens
nach innen, zwischen dessen Schenkel in die zuvor gebildete Fadenschlaufe ein, erfasst
diese während eines Rückhubwegs und befördert sie von innen durch den Falz des zu
vernähenden Druckbogens sowie durch die sich auf der Außenseite des Falzes befindliche
Öse nach außen. Dabei wird auf der Außenseite des Falzes eine von der ersten, einsträngigen
Naht beabstandete zweite, doppelsträngige Naht erzeugt. Die eine einen zur Aufnahme
des Bindefadens dienenden Haken bildende, einseitige Ausnehmung aufweisende Hakennadel
wird zum Vernähen des Druckbogens um ihre Längsachse gedreht und ihr Haken dabei in
unterschiedlichen Drehpositionen positioniert.
[0003] Aus der
CH24452 und der
CH55948 sind Fadenheftmaschinen mit Vorstechnadeln, jeweils paarweise zusammenwirkenden, auf-
und abwärts bewegbaren Nähnadeln und Hakennadeln sowie jeweils einem zwischen einer
Nähnadel und einer Hakennadel hin und her bewegbaren Fadenleger bekannt. Beim Betrieb
solcher Fadenheftmaschinen werden nacheinander mehrere lose, stehend und mit ihrer
Breitseite in Stapelform aneinandergereihte, gefalzte Druckbogen einzeln mit zumindest
zwei aus dem jeweils gleichen Bindefaden bestehenden Nähten zu Buchblocks verbunden.
Dazu wird jeder der nacheinander bereitgestellten Druckbogen zunächst mittels zwei
beabstandet voneinander und zwischen seinen beiden Schenkeln, d.h. von einer Innenseite
das Falzes her herangeführten Vorstechnadeln an seinem Falz durchstochen. Nach dem
Zurückziehen der Vorstechnadeln wird von der Außenseite des Falzes her durch das erste
der beiden von den Vorstechnadeln gebildeten Löcher eine ein Nadelöhr aufweisende
Nähnadel und durch das zweite Loch eine mit einem einseitigen, nach oben offenen Haken
ausgestattete Hakennadel geführt. Dabei wird mit der Nähnadel ein im Nadelöhr befindlicher,
beispielsweise von einer Fadenspule zugeführter und ggf. bereits mit dem vorherigen
Druckbogen vernähter Bindefaden zwischen die Schenkel des Druckbogens eingebracht
und in diesem Innenraum des zu vernähenden Druckbogens ein Fadenvorrat angelegt. Dadurch
wird an der Außenseite des Falzes eine erste, einsträngige Naht gebildet oder eine
solche, bereits an der Außenseite des Falzes zumindest eines vorher gehefteten (synonym:
vernähten) Druckbogens gebildete Naht fortgesetzt.
[0004] Der nun innerhalb des zu heftenden (synonym: des zu vernähenden) Druckbogens bevorratete
Bindefaden wird vom Fadenleger in Form einer Schlaufe in Richtung der Hakennadel transportiert
und dort deren Bewegungsbahn übergreifend positioniert. Bei ihrer Abwärtsbewegung
taucht die Hakennadel durch die vom Fadenleger bereitgestellte Schlaufe des Bindefadens
hindurch. Danach wird diese Fadenschlaufe um die Hakennadel straff gezogen und bei
deren anschließender Aufwärtsbewegung mittels des Hakens erfasst. Die Fadenschlaufe
wird sodann nach oben, durch das zweite Loch des Falzes des zu heftenden Druckbogens
und durch eine die Hakennadel umgebende, aus der Fadenschlaufe des vorher gehefteten
Druckbogens gebildete Öse hindurchgezogen. Auf diese Weise wird an der Außenseite
des Falzes eine zweite, doppelsträngige Naht gebildet oder eine solche, an der Außenseite
des Falzes zumindest eines bereits zuvor gehefteten Druckbogens gebildete Naht fortgesetzt.
Mit dem Eintauchen der Nähnadel und der Hakennadel in die beiden Löcher des nächsten
zum Fadenheften bereitgestellten Druckbogens beginnt der zuvor beschriebene Prozess
erneut, was je nach herzustellendem Buchblock mehrfach wiederholt werden kann.
[0005] Beim Nähvorgang erfolgt eine zweimalige Drehung der Hakennadel von 180° um ihre Längsachse,
wozu entsprechend ausgebildete Steuerkurven oder Kurvenscheiben verwendet werden.
Zu Beginn der Abwärtsbewegung wird die Hakennadel derart gedreht, dass sich der Haken
anschliessend auf ihrer von den bereits gehefteten Druckbogen entfernten Seite befindet.
Damit wird ein Aushaken der aus der Fadenschlaufe des vorher gehefteten Druckbogens
gebildeten Öse verhindert. Spätestens bei der Aufwärtsbewegung der Hakennadel, also
auf deren Rückhubweg, erfolgt eine zweite Drehung derart, dass sich der Haken auf
ihrer den bereits gehefteten Druckbogen zugewandten Seite befindet. Damit wird sichergestellt,
dass die aktuell gebildete Schlaufe des Bindefadens vom Haken erfasst und durch die
Öse des vorher gehefteten Druckbogens geführt wird, ohne letztere dabei mitzunehmen.
[0006] Die
EP832758 A2 offenbart ein ähnliches Verfahren zur Herstellung fadengehefteter Buchblocks aus
einem Stapel flach aneinandergereihter Druckbogen, bei dem jedoch statt eines mechanischen
Fadenlegers ein Gasstrom zum Transport des schlaufenförmigen Bindefadens von der Nähnadel
zur Hakennadel verwendet wird. Dabei erfolgt die Abwärtsbewegung der Hakennadel gegenüber
der Abwärtsbewegung der Nähnadel zeitlich versetzt, d.h. später. Auch bei dieser Lösung
wird die Hakennadel für die Abwärtsbewegung und die Aufwärtsbewegung jeweils um 180°
gedreht. Dies erfolgt mittels eines Hydraulikzylinders, welcher ebenfalls wie die
in der
CH24452 verwendeten Steuerkurven oder wie die Kurvenscheiben gemäß der
CH55948 genau zwei Drehwinkel von 180°, d.h. zwei entsprechende Drehpositionen des Hakens
der Hakennadel zulässt. Als Stellelement zur Kraftübertragung vom Antrieb zu der zu
drehenden Hakennadel wird bei den genannten Lösungen des Standes der Technik jeweils
eine Zahnstange verwendet.
[0007] Eine solche, immer gleiche Drehung der Hakennadel um 180° ist einfach zu realisieren
und erweist sich als vorteilhaft, wenn die Buchblocks stets aus gleich dicken Druckbogen
gebildet werden. Sobald aufeinander folgende Buchblocks unterschiedlich dicke Druckbogen
aufweisen, insbesondere jedoch bei Verwendung dünner Druckbogen, besteht die Gefahr,
dass der Haken der Hakennadel die aus der Fadenschlaufe des vorher gehefteten Druckbogens
gebildete Öse verletzt, d.h. diese aufspleißt, anreißt oder gar durchtrennt. Diese
unerwünschte Wirkung kann aufgrund von Fertigungstoleranzen der Hakennadel, insbesondere
bereits durch eine geringfügig abweichende Drehposition des Hakens, noch verstärkt
werden.
[0008] Sollen zur Herstellung relativ dicker Buchblocks Druckbogen aus dünnem Material verwendet
werden, hat dies den Nachteil, dass der Bindefaden in ungewünschter Weise aufträgt.
Beim Fadenheften wird deshalb in einem solchen Fall statt des Normalstichs, bei dem
die Schlaufe des Bindefadens ausgehend von der Nähnadel immer in die gleiche Richtung
ausgebildet wird, häufig der Wechselstich eingesetzt, bei dem die Fadenschlaufe wechselweise
nach rechts oder nach links gebildet wird. Bei einer solchen Lösung vergrößert sich
jedoch die Gefahr der Verletzung der aus der Fadenschlaufe des vorher gehefteten Druckbogens
gebildete Öse noch, weil diese bei dünnen Druckbogen einen geringeren Abstand zum
Haken der Hakennadel aufweist als bei dicken Druckbogen. Außer der Art der Stiche
und damit der unterschiedlichen Richtung der Schlaufenbildung, sind zur Vermeidung
von Verletzungen der Ösen bereits zuvor gehefteter Druckbogen auch die unterschiedliche
Trennung aufeinander folgender Buchblocks oder Korrekturen beim Fadenheften entstandener
Fehler zu beachten.
[0009] Daher war es Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Fadenheften
gefalzter Druckbogen zu schaffen, mit denen die Qualität der herzustellenden Buchblocks
erhöht und insbesondere die Gefahr der Verletzung der jeweils aus der Fadenschlaufe
eines zuvor gehefteten Druckbogens gebildeten Öse auch bei Verwendung dünner Druckbogen
reduziert werden kann.
[0010] Diese Aufgabe wird durch ein Verfahren gelöst, gemäß dem die Hakennadel vor dem von
innen nach außen erfolgenden Durchdringen des Falzes des zu vernähenden Druckbogens
sowie der Öse des zuvor vernähten Druckbogens derart um ihre Längsachse gedreht wird,
dass ihr Haken in einer vertikalen Symmetrieebene dieser Öse und auf einer dem zuvor
vernähten Druckbogen zugewandten Seite der Hakennadel positioniert ist. Mit diesem
Verfahren kann der Haken der Hakennadel rechtzeitig vor dem von innen nach außen erfolgenden
Durchdringen der aus der Fadenschlaufe des zuvor vernähten Druckbogens gebildeten
Öse soweit wie möglich von dieser Öse entfernt positioniert werden. Daher kann die
Gefahr einer Verletzung der Öse minimiert werden. Zudem ist sichergestellt, dass die
Öse vom Haken der Hakennadel nicht nochmals aufgenommen wird. Auf diese Weise kann
auch die Qualität der Buchblocks gegenüber solchen nach dem Stand der Technik hergestellten
Buchblocks erhöht werden.
[0011] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird die zumindest eine
Hakennadel vor dem Erfassen der Fadenschlaufe derart um ihre Längsachse gedreht, dass
der Haken dieser Hakennadel auf ihrer der Nähnadel entgegengesetzten Seite positioniert
ist. Durch diese Drehung der Hakennadel und die entsprechende Positionierung des Hakens
kann die Fadenschlaufe während des Rückhubwegs der Hakennadel mit dem Haken sicher
erfasst werden. Somit kann eine hohe Qualität der herzustellende Buchblocks gewährleistet
werden.
[0012] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird die zumindest
eine Hakennadel vor dem Erfassen der Fadenschlaufe derart um ihre Längsachse gedreht,
dass ihr Haken anschliessend in einen Winkel von +/- 85°, bevorzugt in einen Winkel
von +/- 50° und besonders bevorzugt in einen Winkel von +/- 15° gegenüber einer ersten
vertikalen Ebene durch den Falz des zu heftenden Druckbogens positioniert ist. Damit
sind vorteilhafte Bereiche für die Drehung der Hakennadel bzw. für die Positionierung
des Hakens angegeben.
[0013] Gemäß einer nächsten vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens wird die zumindest
eine Hakennadel vor dem von außen nach innen erfolgenden Durchdringen der Öse des
vorherigen Druckbogens sowie des Falzes des zu vernähenden Druckbogens derart um ihre
Längsachse gedreht, dass ihr Haken in einer zweiten vertikalen sowie rechtwinklig
zum Falz des zu vernähenden Druckbogens ausgerichteten, gedachten Ebene, auf einer
vom zuvor vernähten Druckbogen abgewandten Seite der Hakennadel in einer Start-Drehposition
positioniert ist. Mit dieser Position ist eine Drehung der Hakennadel und eine Positionierung
des Haken in einer ersten Drehposition definiert, welche dann vorteilhaft als Start-Drehposition
für die weitere Drehung der Hakennadel bzw. für die weitere Positionierung des Hakens
verwendet werden kann. Zudem können die damit drei zur Verfügung stehenden und individuell
verstellbaren Drehpositionen besser als die beiden aus dem Stand der Technik bekannten
fixen Drehpositionen auf die drei kritischen Verfahrensschritte des Fadenheftens,
nämlich das von außen nach innen erfolgende Einführen der Hakennadeln durch den Falz
des zu vernähenden Druckbogens, das Erfassens der Fadenschlaufen mit den Haken der
Hakennadeln und das von innen nach außen erfolgende Durchdringen der Haken der Hakennadeln
durch die jeweils auf der Außenseite des Falzes befindliche Öse des vorherigen Druckbogens,
aufgeteilt werden.
[0014] Nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens werden für jeden
zu vernähenden Druckbogen, basierend auf in einer Maschinensteuerung einer Vorrichtung
zum Fadenheften abgelegten oder auf zumindest einem der zu vernähenden Druckbogen
aufgebrachten Informationen zur Art der beim Fadenheften der Druckbogen eines Fertigungsauftrags
vorzunehmenden Stiche und zur Trennung der herzustellenden Buchblocks, ausgehend von
der Start-Drehposition des Hakens der zumindest einen Hakennadel, entsprechende Drehwinkel
der zumindest einen Hakennadel um ihre Längsachse ermittelt, die zumindest eine Hakennadel
wird entsprechend der ermittelten Drehwinkel gedreht und ihr Haken entsprechend positioniert.
Dabei kann es sich bei der auf zumindest einem der zu vernähenden Druckbogen aufgebrachten
Information beispielsweise um eine Kennzeichnung mittels eines Barcodes, eines RFID-Transponders
oder einer Druckmarke handeln. Auf diese Weise kann vorteilhaft sowohl auf die Papierdicke
und auf weitere Papiereigenschaften als auch auf die Fadendicke und auf weitere Fadeneigenschaften
reagiert werden.
[0015] Nach einer nächsten vorteilhaften Ausführungsform des Verfahrens erfolgt die Drehung
der zumindest einen Hakennadel um den ermittelten Drehwinkel und die entsprechende
Positionierung des Hakens mit einem Antrieb, insbesondere mit einem Servomotor. Mit
einem solchen Antrieb und insbesondere mit einem Servomotor kann prinzipiell jede
Drehung der Hakennadel und damit jede Positionierung des Hakens sehr genau und schnell
realisiert werden. Dadurch kann die Hakennadel bei jedem Teilprozess des Fadenheftens
so gedreht werden, dass ihr Haken optimal positioniert ist.
[0016] Die Aufgabe wird zudem durch eine Vorrichtung gelöst, bei der die Hakennadel in einem
beliebigen Drehwinkel um ihre Längsachse drehbar und der Haken in einer beliebigen
Drehposition positionierbar ausgebildet ist. Mit einer solchen Vorrichtung kann der
Haken der Hakennadel stets optimal positioniert und dadurch die Qualität der herzustellenden
Buchblocks erhöht werden. Insbesondere kann die Gefahr der Verletzung der jeweils
aus der Fadenschlaufe eines zuvor gehefteten Druckbogens gebildeten Öse auch bei Verwendung
dünner Druckbogen reduziert werden.
[0017] Gemäß einer vorteilhaften Ausführungsform besitzt diese Vorrichtung eine mit einer
Maschinensteuerung wirkverbundene Einrichtung zum Drehen der zumindest einen Hakennadel
um ihre Längsachse, wobei die Einrichtung eine Halterung für die zumindest eine Hakennadel,
ein Stellelement zum Drehen der zumindest einen Hakennadel und einen Antrieb für das
Stellelement aufweist. Bei Verwendung einer solchen Vorrichtung kann mittels eines
einzigen Antriebs vorteilhaft eine große Anzahl von Hakennadeln gedreht werden.
[0018] Gemäß einer weiteren Ausführungsform der Vorrichtung weist der Antrieb einen Servomotor
auf. Mit einem solchen Servomotor kann vorteilhaft jede Drehung der Hakennadel und
damit jede Positionierung des Hakens realisiert werden.
[0019] Entsprechend einer nächsten Ausführungsform der Vorrichtung ist das Stellelement
mit einer Zahnstange ausgestattet. Eine solche Zahnstange stellt ein einfaches, kostengünstiges
und bei derartigen Anwendungen bewährtes Bauteil zur Übertragung des Drehmoments vom
Antrieb zu den Hakennadeln dar.
[0020] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher beschrieben.
Dabei zeigen:
- Fig. 1 - 4
- eine schematische Darstellung des aus dem Stand der Technik bekannten Nähprinzips
einer im Normalstich arbeitenden Vorrichtung,
- Fig. 5
- eine schematische Draufsicht auf die Näh- und Hakennadel der Vorrichtung gemäß Fig.
1, mit den beiden Drehpositionen der Hakennadel bzw. ihres Hakens,
- Fig. 6
- eine schematische Seitenansicht der Näh- und Hakennadeln einer für den Wechselstich
vorgesehenen Vorrichtung zum Fadenheften des Standes der Technik, mit einer darunter
abgebildeten schematischen Draufsicht auf fünf mit dieser Vorrichtung vernähte Druckbogen,
- Fig. 7
- eine schematische Schnittdarstellung der Hakennadel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Fadenheften, welche die Hakennadel mit ihrem Haken in einer erfindungsgemäßen
Drehposition beim Durchdringen einer nach rechts ausgerichteten Öse eines vorherigen
Druckbogens sowie eine links von der Hakennadel angeordnete Nähnadel zeigt,
- Fig. 8
- eine Darstellung der gleichen Hakennadel wie in Fig. 7, welche jedoch in einer anderen
erfindungsgemäßen Drehposition beim Durchdringen einer nach links ausgerichteten Öse
eines vorherigen Druckbogens sowie mit einer rechts von der Hakennadel angeordneten
Nähnadel gezeigt ist,
- Fig. 9
- eine schematische Draufsicht auf die Näh- und Hakennadel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
zum Fadenheften, mit weiteren erfindungsgemäßen Drehpositionen der Hakennadel und
ihres Hakens zum Erfassen einer von links zugeführten Fadenschlaufe,
- Fig. 10
- eine schematische Darstellung analog Fig. 9, jedoch mit weiteren erfindungsgemäßen
Drehpositionen der Hakennadel und ihres Hakens zum Erfassen einer von rechts zugeführten
Fadenschlaufe, und
- Fig. 11
- eine schematische Darstellung einer Einrichtung zum Drehen von Hakennadeln einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung zum Fadenheften.
[0021] Fig. 1 bis 4 zeigen eine schematische Darstellung des aus dem Stand der Technik bekannten
Nähprinzips einer für den Normalstich vorgesehenen Vorrichtung 1 zum Fadenheften.
In Fig. 1 ist ein aus zwei gefalzten, flach aneinander gereihten und bereits mittels
eines Bindefadens 2 in Form von zwei voneinander beabstandeten Nähten 3, 4 miteinander
vernähten Druckbogen 5 gebildeter Buchblock 6 dargestellt. Die dazu jeweils einzeln
nacheinander in einer Zuführrichtung 7 zu einem nicht dargestellten Heftsattel geförderten,
gefalzten Druckbogen 5 weisen jeweils einen ersten Schenkel 8 und einen zweiten Schenkel
9 sowie einen diese verbindenden Falz 10 auf.
[0022] Weiter dargestellt ist ein dritter, gefalzter Druckbogen 5, welcher in Zuführrichtung
7 zum Buchblock 6 transportiert, mit seinem ersten Schenkel 8 flach an den Buchblock
6 angelegt und damit zum Vernähen mit diesem Buchblock 6 bereitgestellt worden ist.
Zum besseren Verständnis des Nähprinzips ist dieser weitere, auf dem nicht dargestellten
Heftsattel aufliegende Druckbogen 5 an seinem Falz 10 durchgeschnitten dargestellt,
d.h. es ist lediglich der erste Schenkel 8 des dritten Druckbogens 5 gezeigt, während
sein zweiter Schenkel 9 weggelassen worden ist. Zudem sind zwei beabstandet voneinander
angeordnete Vorstechnadeln 11, eine ein Nadelöhr 12 aufweisende Nähnadel 13, eine
in Richtung des Falzes 10 des dritten gefalzten Druckbogens 5 beabstandet von der
Nähnadel 13 angeordnete Hakennadel 14 mit einer an deren Umfang befindlichen, einen
Haken 15 bildenden Ausnehmung 16 (s. auch Fig. 7, Fig. 8) sowie eine auf der von der
Hakennadel 14 entfernten Seite der Nähnadel 13 angeordnete und als Transportelement
für den Bindefaden 2 ausgebildete Blasluftdüse 17 sowie eine Kulisse 18 der Vorrichtung
1 dargestellt.
[0023] Beim Betrieb der Vorrichtung 1 durchstechen zunächst die beiden Vorstechnadeln 11
den Falz 10 des zu vernähenden Druckbogens 5 von innen in Richtung der dargestellten
Bewegungspfeile und bilden dabei in diesem Falz 10 zwei voneinander beabstandete Löcher
19 aus (Fig. 1). Nachdem die Vorstechnadeln 11 entgegen der Bewegungspfeile zurückgezogen
worden sind, wird die zunächst auf einer Außenseite 20 des Falzes 10 positionierte,
den beispielsweise von einer nicht dargestellten Fadenspule bereitgestellten Bindefaden
2 in ihrem Nadelöhr 12 führende Nähnadel 13 durch ein erstes der beiden Löcher 19
in einen zwischen den beiden Schenkeln 8, 9 des zu vernähenden Druckbogens 5 befindlichen
Innenraum 21 eingeführt. Dabei ist ein auf einer ersten Seite des Nadelöhrs 12 befindlicher
erster Abschnitt 2a des Bindefadens 2 mit einer auf der Außenseite 20 des Falzes 10
ausgebildeten ersten, einsträngigen Naht 3 des Buchblocks 6 verbunden, während ein
auf einer zweiten Seite des Nadelöhrs 12 befindlicher zweiter Abschnitt 2b des Bindefadens
2 mit der nicht dargestellten Fadenspule verbunden ist. Zu diesem Zeitpunkt befindet
sich die Hakennadel 14 noch auf der Außenseite 20 des Falzes 10 des zu vernähenden
Druckbogens 5 und ist dort von einer aus einer Fadenschlaufe des zum Vernähen des
vorherigen Druckbogens 5 verwendeten Bindefadens 2 gebildeten Öse 22 umgeben (Fig.
2).
[0024] Die beiden Abschnitte 2a, 2b des Bindefadens 2 werden anschließend mittels eines
durch die Blasluftdüse 17 erfolgenden Luftstoßes 23 beaufschlagt und in Richtung einer
gestrichelt dargestellten Bewegungsbahn 24 der Hakennadel 14 transportiert. Dabei
bildet sich eine Fadenschlaufe 25 mit einem geschlossenen Ende 26 aus (Fig. 3). Diese
Fadenschlaufe 25 wird in die Kulisse 18 geführt und dabei so positioniert, dass sich
ihr geschlossenes Ende 26 schließlich über die Bewegungsbahn 24 der Hakennadel 14
hinaus, auf die der Nähnadel 13 abgewandte Seite dieser Bewegungsbahn 24 erstreckt.
Natürlich kann statt eines als Blasluftdüse 17 ausgebildeten, pneumatischen Transportelements
für den Bindefaden 2 auch ein an sich bekanntes, als Fadenleger ausgebildetes, mechanisches
Transportelement verwendet werden.
[0025] Danach taucht die auf der Außenseite 20 des Falzes 10 von der Öse 22 umgebene Hakennadel
14 von außen durch das zweite, von den Vorstechnadeln 11 gebildete Loch 19 in den
sich zwischen den Schenkeln 8, 9 befindlichen Innenraum 21 des zu vernähenden Druckbogens
5 ein und tritt schließlich auch durch die Fadenschlaufe 25 hindurch. Auf dem Rückhubweg
der Hakennadel 14 wird die zwischenzeitlich um letztere straff gezogenen Fadenschlaufe
25 vom Haken 15 der Hakennadel 14 erfasst und durch das zweite Loch 19 des Falzes
10 sowie durch die auf dessen Aussenseite 20 befindliche Öse 22 geführt. Dabei wird
auf dieser Außenseite 20 des Falzes 10 eine zweite, doppelsträngige Naht 4 ausgebildet,
welche in Richtung dieses Falzes 10 beabstandet von der ersten, einsträngigen Naht
3 angeordnet ist (Fig. 4). Nach Bereitstellung eines nächsten, zu vernähenden Druckbogens
5 beginnt der oben beschriebene Vorgang des Fadenheftens erneut.
[0026] Fig. 5 zeigt eine schematische Draufsicht auf eine Nähnadel 13 mit dem stets gleich
ausgerichteten Nadelöhr 12 und auf eine mit der Nähnadel 13 zusammenwirkende Hakennadel
14. Dargestellt sind hier insbesondere die beiden aus dem Stand der Technik bekannten
Drehpositionen der Hakennadel 14 bzw. ihres Hakens 15 in Bezug auf den Falz 10 des
zu vernähenden Druckbogens 5. Sowohl bei der Bewegung der Hakennadel 14 von der Außenseite
20 des Falzes 10 bis in den Innenraum 21 des zu vernähenden Druckbogens 5 als auch
während ihres Rückhubwegs wird die Hakennadel 14 jeweils 180° um ihre Längsachse 27
gedreht. Dabei ist es unerheblich, ob die Drehung in oder entgegen Uhrzeigerrichtung
erfolgt. Wie dies beispielhaft anhand eines ersten und eines zweiten Bewegungspfeils
28, 29 verdeutlicht wird, weisen Hakennadel 14 und Haken 15 dementsprechend eine erste
Drehposition 30 bzw. eine zweite Drehposition 31 auf. In seiner ersten Drehposition
30 befindet sich der Haken 15 in einer zweiten vertikalen sowie rechtwinklig zum Falz
10 des zu vernähenden Druckbogens 5 ausgerichteten, gedachten Ebene 32 und dort auf
einer vom zuvor vernähten Druckbogen 5 abgewandten Seite der Hakennadel 14. Dies ist
auch in Fig. 3 dargestellt. Vor ihrem auf dem Rückhubweg erfolgenden Durchtritt durch
den Falz 10 des zu vernähenden Druckbogens 5 sowie durch die Öse 22 des zuvor vernähten
Druckbogens 5 wird die Hakennadel 14 und damit ihr Haken 15 beispielsweise gemäß des
zweiten Bewegungspfeils 29 in die zweite Drehposition 31 gedreht. Der Haken 15 liegt
dann ebenfalls in der zweiten vertikalen Ebene 32, jedoch auf einer dem zuvor vernähten
Druckbogen 5 zugewandten Seite der Hakennadel 14. Diese Position des Hakens 15 kann
auch der Fig. 4 entnommen werden, wobei die Hakennadel 14 dort allerdings bereits
nach dem Durchdringen des Falzes 10 und der Öse 22 gezeigt ist.
[0027] Zur Drehung der Hakennadel 14 wird ein entsprechend ausgebildeter, nicht dargestellter
Hydraulikzylinder verwendet, dessen erste Endstellung der ersten Drehposition 30 der
Hakennadel 14 bzw. ihres Hakens 15 und dessen zweite Endstellung der zweiten Drehposition
31 der Hakennadel 14 bzw. ihres Hakens 15 entspricht. Bei der Bewegung der Hakennadel
14 von außen nach innen befindet sich diese und damit auch ihr Haken 15 in ihrer ersten
Drehposition 30. Diese Drehposition 30 des Hakens 15 auf der von den bereits gehefteten
Druckbogen 5 entfernten Seite der Hakennadel 14 wird zumindest solange eingehalten,
wie sich der Haken 15 noch teilweise auf der Außenseite 20 des Falzes 10 befindet
(vgl. Fig. 2, Fig. 3). Damit wird ein zu frühes Aushaken der aus der Fadenschlaufe
des zuvor vernähten Druckbogens 5 gebildeten Öse 22 aus dem Haken 15 verhindert. Nach
Durchdringen des Falzes 10, jedoch spätestens bevor der Haken 15 bei der von innen
nach außen erfolgenden Bewegung der Hakennadel 14 die Fadenschlaufe 25 erreicht, wird
die Hakennadel 14 dagegen so gedreht, dass sich ihr Haken 15 in seiner zweiten Drehposition
31, d.h. auf der dem zuvor vernähten Druckbogen 5 zugewandten Seite der Hakennadel
14 befindet (vgl. Fig. 5 oben). Damit wird sichergestellt, dass die aktuell gebildete
Fadenschlaufe 25 des Bindefadens 2 vom Haken 14 erfasst und durch den Falz 10 des
zu vernähenden Druckbogens 5 sowie durch die Öse 22 des zuvor vernähten Druckbogens
5 geführt wird, ohne letztere dabei mitzunehmen (vgl. Fig. 4). Die nächste 180°-Drehung
der Hakennadel 14 und damit ihres Hakens 15, beispielsweise in Richtung des ersten
Bewegungspfeils 28, erfolgt vor deren erneuter Bewegung von außen nach innen, also
vor dem Vernähen eines folgenden Druckbogens 5. Zur Drehung der Hakennadel 14 kann
entsprechend des Standes der Technik auch eine Steuerkurve oder eine Kurvenscheibe
Verwendung finden.
[0028] Je nach Ausbildung des herzustellenden Buchblocks 6 können weitere Druckbogen 5 auf
die gleiche Art und Weise hinzugefügt werden. Obwohl in den Fig. 1 - 5 jeweils lediglich
eine einzige Nähnadel 13 und eine einzige Hakennadel 14 dargestellt sind, kann - abhängig
von der Länge des Falzes 10 der zu vernähenden Druckbogen 5 und von der jeweils vorgesehenen
Art der mit den Näh- und Hakennadeln 13, 14 erzeugten Stiche - natürlich auch eine
größere Anzahl solcher Nadeln zum Einsatz kommen.
[0029] Abweichend vom in den Fig. 1 - 5 dargestellten Normalstich, bei dem der Bindefaden
2 stets ausgehend von einer auf der gleichen Seite der Hakennadel 14 beabstandeten
Nähnadel 13 zur Hakennadel 14 transportiert wird, kann eine Vorrichtung 1 zum Fadenheften
gefalzter Druckbogen 5 natürlich auch für den Wechselstich vorgesehen sein oder auf
diesen umgestellt werden. Um diese Art der Stiche realisieren zu können, ist beidseitig
der jeweiligen Hakennadel 14 und im gleichen Abstand zu dieser jeweils eine Nähnadel
13 angeordnet, wobei die in Form der Fadenschlaufe 25 erfolgende Zufuhr des Bindefadens
2 zur Hakennadel 14 abwechselnd von der einen und der anderen Nähnadel 13 ausgehend
realisiert wird. In Fig. 6 oben sind beispielhaft drei Nähnadeln 13 und zwei Hakennadeln
14 einer solchen für den Wechselstich geeigneten Vorrichtung 1 des Standes der Technik
gezeigt, während in Fig. 6 unten eine schematische Draufsicht auf fünf damit jeweils
an ihrem Falz 10 im Wechselstich zu einem Buchblock 6 vernähte Druckbogen 5 dargestellt
ist. Deutlich erkennbar ist dabei, dass die Ösen 22 der zweiten, doppelsträngigen
Naht 4, je nachdem von welcher Nähnadel 13 und damit von welcher Seite der Bindefaden
2 zur Hakennadel 14 geführt worden ist, anders ausgerichtet sind.
[0030] Die aus dem Stand der Technik bekannte und in Fig. 5 dargestellte zweite Drehposition
31 der Hakennadel 14 bzw. ihres Hakens 15 beim Durchdringen des Falzes 10 und insbesondere
der Ösen 22 des jeweils zuvor vernähten Druckbogens 5 erweist sich deshalb als nachteilig,
weil einerseits die Ausrichtung der Ösen 22 derart von dem in dieser zweiten Drehposition
31 befindlichen Haken 15 der Hakennadel 14 abweicht, dass der Bindefaden 2 der Ösen
22 durch den Haken 15 verletzt werden kann und weil sich andererseits die Ausrichtung
der Ösen 22 entsprechend der Art der Stiche (s. Fig. 2 und Fig. 6) ändern kann, was
die Gefahr des Reißens des Bindefadens 2 noch vergrößern kann.
[0031] Fig. 7 zeigt in einer schematischen Darstellung einen Schnitt durch eine Hakennadel
14 und durch eine mit der Hakennadel 14 zusammenwirkende, links von dieser angeordnete
Nähnadel 13 einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 zum Fadenheften. Die ebenfalls dargestellte
Fadenschlaufe 25 des Bindefadens 2 ist somit von links nach rechts gebildet worden.
Diese Figur zeigt die Hakennadel 14 und den Haken 15 jeweils in einer erfindungsgemäßen
Drehposition beim Durchdringen der auf dem hier nicht dargestellten Falz 10 des aktuell
zu vernähenden Druckbogens 5 aufliegenden und hier gestrichelt dargestellten Öse 22
des Bindefadens 2 des zuvor vernähten Druckbogens 5. Dazu ist die Hakennadel 14 derart
um ihre Längsachse 27 gedreht worden, dass ihr Haken 15 in einer vertikalen Symmetrieebene
33 dieser Öse 22 angeordnet und auf einer dem zuvor vernähten Druckbogen 5 zugewandten
Seite der Hakennadel 14 positioniert ist.
[0032] In Fig. 8 zeigt in schematischer Darstellung einen Schnitt durch dieselbe Hakennadel
14 wie in Fig. 7, jedoch mit einer anderen, rechts von der Hakennadel 14 angeordneten,
mit dieser zusammenwirkenden Nähnadel 13. Die ebenfalls dargestellte Fadenschlaufe
25 des Bindefadens 2 ist somit von rechts nach links gebildet worden. Diese Figur
zeigt die Hakennadel 14 und den Haken 15 jeweils in einer weiteren erfindungsgemäßen
Drehposition beim Durchdringen der auf dem hier nicht dargestellten Falz 10 des aktuell
zu vernähenden Druckbogens 5 aufliegenden Öse 22 des Bindefadens 2 des zuvor vernähten
Druckbogens 5. Dazu ist die Hakennadel 14 derart um ihre Längsachse 27 gedreht worden,
dass ihr Haken 15 in einer vertikalen Symmetrieebene 33 dieser gegenüber Fig. 7 anders
ausgerichteten Öse 22 angeordnet und auf einer dem zuvor vernähten Druckbogen 5 zugewandten
Seite der Hakennadel 14 positioniert ist.
[0033] Damit sind in Fig. 7 und in Fig. 8 zwei verschiedene erfindungsgemäße Drehpositionen
der Hakennadel 14 bzw. ihres Hakens 15 dargestellt, welche davon abhängig sind, welche
Ausrichtung die auf dem Falz 10 des aktuell zu vernähenden Druckbogens 5 aufliegenden
Öse 22 des Bindefadens 2 des zuvor vernähten Druckbogens 5 hat. Neben der Art der
beim Vernähen des jeweiligen Druckbogens 5 verwendeten Stiche, also ob beispielsweise
im Normal- oder im Wechselstich gearbeitet wird, hat u.a. auch die Trennung eines
aktuell zu vernähenden Druckbogens 5 vom zuletzt vernähten Druckbogen 5 eines vorherigen
Buchblocks 6 sowie die Art des verwendeten Materials für die Druckbogen 5 und für
den Bindefaden 2 einen Einfluss auf die Ausrichtung der Öse 22 des vorherigen Druckbogens
5 und damit auf die tatsächlich einzunehmende erfindungsgemäße Drehposition der Hakennadel
14 bzw. ihres Hakens 15 beim von innen nach außen erfolgenden Durchdringen der Öse
22 des Bindefadens 2 des zuvor vernähten Druckbogens 5.
[0034] Bezüglich der ebenfalls aus dem Stand der Technik bekannten und in Fig. 5 dargestellten
ersten Drehposition 30 der Hakennadel 14 bzw. ihres Hakens 15 hat es sich gezeigt,
dass diese zum Erfassen der Fadenschlaufe 25 nicht optimal ausgerichtet ist. Demgegenüber
stellen Fig. 9 und Fig. 10 jeweils eine schematische Draufsicht auf die Nähnadel 13
und auf die Hakennadel 14 einer erfindungsgemäßen Vorrichtung 1 zum Fadenheften, mit
weiteren erfindungsgemäßen Drehpositionen der Hakennadel 14 bzw. ihres Hakens 15 zum
Erfassen einer von links (Fig. 9) bzw. einer von rechts (Fig. 10) zugeführten Fadenschlaufe
25 dar. Demnach wird die Hakennadel 14 vor dem Erfassen der Fadenschlaufe 25 derart
um ihre Längsachse 27 gedreht, dass der Haken 15 der Hakennadel 14 auf ihrer der Nähnadel
13 entgegengesetzten Seite positioniert ist. Der Haken 15 wird dabei um einen Winkel
von +/- 85°, bevorzugt um einen Winkel von +/- 50° und besonders bevorzugt um einen
Winkel von +/- 15° gegenüber einer ersten vertikalen Ebene 34 durch den Falz 10 des
zu heftenden Druckbogens 5 gedreht. Mit einer derartige Drehposition der Hakennadel
14 bzw. ihres Hakens 15 kann das Erfassen der Fadenschlaufe 25 durch diesen Haken
15 gegenüber dem Stand der Technik verbessert werden. Dabei ist die jeweils erreichbare
Drehposition der Hakennadel 14 bzw. ihres Hakens 15 ein Kompromiss zwischen der in
Millisekunden bemessenen, zum Drehen der Hakennadel 14 zur Verfügung stehender Zeit
und dem optimalen Erfassen der Fadenschlaufe 25 durch den Haken 15.
[0035] Fig. 11 zeigt in einer schematischen Darstellung eine mit einer Maschinensteuerung
35 verbundene Einrichtung 36 zum Drehen der Hakennadeln 14 einer erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 zum Fadenheften. Dargestellt ist hier beispielhaft eine Vorrichtung
1 mit vier Hakennadeln 14, wobei die mit den Hakennadeln 14 zusammenwirkenden Nähnadeln
13 aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen worden sind. Die Einrichtung 36 zum
Drehen der Hakennadeln 14 besitzt eine Halterung 37 zur drehbaren Aufnahme der Hakennadeln
14, ein eine Zahnstange 38 aufweisendes Stellelement 39 zum Drehen der Hakennadeln
14 um ihre Längsachse 27 sowie einen einen Servomotor 40 aufweisenden Antrieb 41 zur
entsprechenden Betätigung des Stellelements 39. Die Hakennadeln 14 und damit auch
ihr jeweiliger Haken 15 sind damit prinzipiell in einem beliebigen Drehwinkel α um
ihre Längsachse 27 drehbar ausgebildet und können in einer beliebigen Dreh-Position
angehalten werden.
[0036] Beim Betrieb dieser Vorrichtung 1 sind die Hakennadeln 14 zum Vernähen eines dem
nicht dargestellten Heftsattel zugeführten Druckbogens 5 zunächst jeweils in einer
Ausgangs-Drehposition, welche der aus dem Stand der Technik bekannten und in den Fig.
1 bis 3 und 5 gezeigten ersten Drehposition 30 entspricht. Mit anderen Worten befinden
sich die Haken 15 dabei jeweils in der zweiten vertikalen sowie rechtwinklig zum Falz
10 des zu vernähenden Druckbogens 5 ausgerichteten Ebene 32 und dort auf der von den
zuvor vernähten Druckbogen 5 abgewandten Seite ihrer Hakennadel 14, wie dies schematisch
auch in Fig. 6 oben und Fig. 11 gezeigt ist.
[0037] Nach Ausbildung und Positionierung der jeweiligen Fadenschlaufe 25 im Innenraum 21
des zu vernähenden Druckbogens 5 sowie nach Eintauchen der Hakennadeln 14 in diesen
Innenraum 21, wie dies auch für eine einzelne Hakennadel 14 des Standes der Technik
bereits oben zu den Fig. 1 bis 4 beschrieben ist, werden die drehbar in der Halterung
37 befindlichen Hakennadeln 14 und damit auch deren Haken 15 aus ihrer Ausgangs-Drehposition
nach entsprechender Beaufschlagung durch den Antrieb 41 und das Stellelement 39, erfindungsgemäss
entweder in eine der in Fig. 9 oder in eine der in Fig. 10 dargestellten zweiten Drehpositionen
gedreht. Dies geschieht je nachdem, ob die Fadenschlaufe 25 von einer links oder von
einer rechts der jeweiligen Hakennadel 14 befindlichen Nähnadel 13 zugeführt wird.
Während ihres Rückhubwegs erfassen die Haken 15 der derart positionierten Hakennadeln
14 die jeweilige Fadenschlaufe 25 und führen diese jeweils durch das zweite Loch 19
des Falzes 10 des zu vernähenden Druckbogens 5 nach außen.
[0038] Spätestens bevor die Haken 15 der Hakennadeln 14 jeweils durch die auf der Aussenseite
20 dieses Falzes 10 befindliche Öse 22 des Bindefadens 2 des zuvor vernähten Druckbogens
5 bewegt werden, werden diese Hakennadeln 14 und damit deren Haken 15 mittels des
Antriebs 41 beispielsweise in eine in den Fig. 7 oder 8 dargestellte dritte Drehposition
gedreht. Weil sich die Haken 15 in dieser dritten Drehposition auf einer dem zuvor
vernähten Druckbogen 5 zugewandten Seite der Hakennadeln 14 und in der Symmetrieebene
33 der jeweiligen Öse 22 und damit relativ weit entfernt von deren Bindefaden 2 befinden,
ist sichergestellt, dass diese Ösen 22 durch den sie jeweils durchdringenden Haken
15 nicht verletzt werden. Anschliessend, jedoch spätestens vor dem zum Vernähen eines
nächsten gefalzten Druckbogens 5 erfolgenden Bewegen der Hakennadeln 14 von der Außenseite
20 des Falzes 10 dieses Druckbogens 5 in dessen Innenraum 21 werden die Hakennadeln
14 und damit deren Haken 15 wieder in die bereits oben beschriebenen Ausgangs-Drehposition
gedreht.
[0039] Mit diesem Verfahren und der entsprechenden Vorrichtung 1 wird - gegenüber dem bekannten
Stand der Technik mit zwei fixen, jeweils um 180° versetzten Drehpositionen - eine
weitere Drehposition der Hakennadeln 14 sowie ihres jeweiligen Hakens 15 hinzugefügt.
Die drei nunmehr zur Verfügung stehenden Drehpositionen können besser auf die drei
kritischen Verfahrensschritten des Fadenheftens, nämlich das von außen nach innen
erfolgende Einführen der Hakennadeln 14 durch den Falz 10 des zu vernähenden Druckbogens
5, das Erfassen der Fadenschlaufen mit den Haken 15 der Hakennadeln 14 und das von
innen nach außen erfolgende Durchdringen der Haken 15 der Hakennadeln 14 durch die
jeweils auf der Außenseite 20 des Falzes 10 befindliche Öse 22 des vorherigen Druckbogens
5, aufgeteilt werden. Zudem können mit der erfindungsgemäßen Lösung zwei der drei
Drehpositionen individuell und damit flexibel an die jeweilige Arbeitssituation beim
Fadenheften gefalzter Druckbogen 1 angepasst werden, weshalb einerseits die Qualität
der hergestellten Buchblocks 6 erhöht und andererseits die Verletzungsgefahr des dazu
verwendeten Bindefadens 2 reduziert werden kann.
1. Verfahren zum Fadenheften, bei dem einzelne gefalzte Druckbogen (5) nacheinander flach
aneinander gereiht und mit zumindest einer Nähnadel (13) sowie mit zumindest einer
Hakennadel (14) zu einem Buchblock (6) vernäht werden, wobei
• die zumindest eine Nähnadel (13) einen Bindefaden (2) von außen durch den Falz (10)
eines zu vernähenden Druckbogens (5) nach innen, zwischen dessen Schenkel (8, 9) einbringt
und dabei auf einer Außenseite (20) des Falzes (10) eine erste, einsträngige Naht
(3) erzeugt,
• der Bindefaden (2) zwischen den Schenkeln (8, 9) des gefalzten Druckbogens (5) bevorratet
und ausgehend von der Nähnadel (13) in Form einer Fadenschlaufe (25) so weit in Richtung
einer Bewegungsbahn (24) der Hakennadel (14) transportiert wird, dass sich ein geschlossenes
Ende (26) der Fadenschlaufe (25) über diese Bewegungsbahn (24) hinaus erstreckt,
• die zumindest eine Hakennadel (14) durch eine auf der Außenseite (20) des Falzes
(10) beim Vernähen des vorherigen Druckbogens (5) entstandene Öse (22) des gleichen
Bindefadens (2) und durch den Falz (10) des zu vernähenden Druckbogens (5) nach innen,
zwischen dessen Schenkel (8, 9) in die zuvor gebildete Fadenschlaufe (25) eintaucht,
diese während eines Rückhubwegs erfasst, von innen durch den Falz (10) des zu vernähenden
Druckbogens (5) sowie durch die sich auf der Außenseite (20) des Falzes (10) befindliche
Öse (22) nach außen befördert und dabei auf der Außenseite (20) des Falzes (10) eine
von der ersten, einsträngigen Naht (3) beabstandete zweite, doppelsträngige Naht (4)
erzeugt,
• die Hakennadel (14) eine einen zur Aufnahme des Bindefadens (2) dienenden Haken
(15) bildende, einseitige Ausnehmung (16) aufweist, zum Vernähen des Druckbogens (5)
um ihre Längsachse (27) gedreht und der Haken (15) dabei in unterschiedlichen Drehpositionen
positioniert wird,
dadurch gekennzeichnet, dass die Hakennadel (14) vor dem von innen nach außen erfolgenden Durchdringen des Falzes
(10) des zu vernähenden Druckbogens (5) sowie der Öse (22) des zuvor vernähten Druckbogens
(5) derart um ihre Längsachse (27) gedreht wird, dass ihr Haken (15) in einer vertikalen
Symmetrieebene (33) dieser Öse (22) und auf einer dem zuvor vernähten Druckbogen (5)
zugewandten Seite der Hakennadel (14) positioniert ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Hakennadel (14) vor dem Erfassen der Fadenschlaufe (25) derart
um ihre Längsachse (27) gedreht wird, dass der Haken (15) dieser Hakennadel (14) auf
ihrer der Nähnadel (13) entgegengesetzten Seite positioniert ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, die zumindest eine Hakennadel (14) vor dem Erfassen der Fadenschlaufe (25) derart
um ihre Längsachse (27) gedreht wird, dass ihr Haken (15) in einen Winkel von +/-
85°, bevorzugt in einen Winkel von +/- 50° und besonders bevorzugt in einen Winkel
von +/- 15° gegenüber einer ersten vertikalen Ebene (34) durch den Falz (10) des zu
heftenden Druckbogens (5) positioniert ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3 dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Hakennadel (14) vor dem von außen nach innen erfolgenden Durchdringen
der Öse (22) des vorherigen Druckbogens (5) sowie des Falzes (10) des zu vernähenden
Druckbogens (5) derart um ihre Längsachse (27) gedreht wird, dass ihr Haken (15) in
einer zweiten vertikalen sowie rechtwinklig zum Falz (10) des zu vernähenden Druckbogens
(5) ausgerichteten Ebene (32), auf einer vom zuvor vernähten Druckbogen (5) abgewandten
Seite der Hakennadel (14) in einer Start-Drehposition positioniert ist.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden zu vernähenden Druckbogen (5) basierend auf in einer Maschinensteuerung
(35) einer Vorrichtung (1) zum Fadenheften abgelegten oder auf zumindest einem der
zu vernähenden Druckbogen (5) aufgebrachten Informationen zur Art der beim Fadenheften
der Druckbogen (5) eines Fertigungsauftrags vorzunehmenden Stiche und zur Trennung
der herzustellenden Buchblocks (6) ausgehend von der Start-Drehposition des Hakens
(15) der zumindest einen Hakennadel (14) entsprechende Drehwinkel (α) der zumindest
einen Hakennadel (14) um ihre Längsachse (27) ermittelt werden, die zumindest eine
Hakennadel (14) entsprechend der ermittelten Drehwinkel (α) gedreht und ihr Haken
(15) entsprechend positioniert wird.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Drehung der zumindest einen Hakennadel (14) um die ermittelten Drehwinkel (α)
und die jeweilige Positionierung des Hakens (15) mit einem Antrieb (41), insbesondere
mit einem Servomotor (40) erfolgt.
7. Vorrichtung zum Fadenheften, bei dem einzelne gefalzte Druckbogen (5) nacheinander
flach aneinander gereiht und mit einem Bindefaden (2) zu einem Buchblock (6) vernäht
werden, wobei die Vorrichtung (1) zumindest eine Nähnadel (13) mit einem Nadelöhr
(12) und zumindest eine beabstandet von der Nähnadel (13) angeordnete Hakennadel (14)
mit einer einen zur Aufnahme des Bindefadens (2) dienenden Haken (15) bildenden, einseitigen
Ausnehmung (16) aufweist und zum Vernähen eines Druckbogens (5) um ihre Längsachse
(27) drehbar ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Hakennadel (14) in einem beliebigen Drehwinkel (α) um ihre Längsachse (27) drehbar
und der Haken (15) in einer beliebigen Drehposition positionierbar ausgebildet ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) eine mit einer Maschinensteuerung (35) wirkverbundene Einrichtung
(36) zum Drehen der zumindest einen Hakennadel (14) um ihre Längsachse (27) besitzt,
wobei die Einrichtung (36) eine Halterung (37) für die zumindest eine Hakennadel (14),
ein Stellelement (39) zum Drehen der zumindest eine Hakennadel (14) und einen Antrieb
(41) für das Stellelement (39) aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Antrieb (41) einen Servomotor (40) aufweist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement (39) eine Zahnstange (38) aufweist.