[0001] Die Erfindung betrifft eine Mikrodosiereinrichtung zur dosierten Abgabe und/oder
Aufnahme von Fluidproben im Mikrovolumenbereich, einem System aus einer solchen Mikrodosiereinrichtung
mit einer Pipettiervorrichtung und einem Verfahren zur dosierten Abgabe und/oder Aufnahme
von Fluidproben im Mikrovolumenbereich.
[0002] Pipettiervorrichtungen sind handgehaltene oder automatisierte Laborgeräte, die üblicherweise
in medizinischen, biologischen, biochemischen, chemischen und anderen Laboratorien
verwendet werden. Sie dienen im Labor der präzisen Dosierung sowie dem Transport von
fluiden Proben mit kleinen Volumina und dem Transfer solcher Volumina zwischen unterschiedlichen
Probenbehältnissen. Bei Pipettiervorrichtungen werden z.B. flüssige Proben mittels
Unterdruck in Pipettenbehälter, z.B. Pipettenspitzen, eingesaugt, dort gelagert, und
am Zielort wieder aus diesen abgegeben.
[0003] Zu den handgehaltenen Pipettiervorrichtungen gehören z.B. handgehaltene Pipetten
und Repetierpipetten, wobei letztere auch als Dispenser bezeichnet werden. Unter einer
Pipette wird ein Gerät verstanden, bei dem mittels einer Bewegungseinrichtung, die
dem Gerät zugeordnet ist und die insbesondere einen Kolben aufweisen kann, eine zu
pipettierende Probe in einen mit der Pipette lösbar verbundenen Pipettierbehälter,
insbesondere eine Pipettenspitze, eingesaugt werden kann. Bei einer Luftpolsterpipette
ist der Kolben dem Gerät zugeordnet und zwischen der zu pipettierenden Probe und dem
Kolbenende befindet sich als druckübertragendes Fluid ein Luftpolster, das beim Aufnehmen
der Probe in den Pipettierbehälter unter einem Unterdruck steht, durch den die Probe
in den Pipettierbehälter gesaugt wird und/oder im Pipettierbehälter gehalten wird.
Unter einem Dispenser wird ein Gerät verstanden, bei dem mittels einer Bewegungseinrichtung,
die insbesondere einen Kolben aufweisen kann, ein zu pipettierendes Volumen eines
flüssigen Fluids in einen mit dem Dispenser verbundenen Pipettierbehälter, insbesondere
eine nach dem Spritzenprinzip ausgestaltete Dispenserspitze, eingesaugt werden kann,
wobei die Bewegungseinrichtung zumindest teilweise dem Pipettierbehälter zugeordnet
ist, indem z.B. der Kolben im Pipettierbehälter angeordnet ist. Beim Dispenser befindet
sich das Kolbenende sehr nahe an der zu pipettierenden Fluidprobe oder in Kontakt
mit dieser, weshalb man den Dispenser auch als Direktverdrängerpipette bezeichnet.
Pipettiervorrichtungen mit einem als Kolben ausgebildeten Verdrängungselement werden
auch als Kolbenhubpipetten bezeichnet.
[0004] Pipettenspitzen oder Dispenserspitzen bestehen insbesondere aus Kunststoff und können
als Einmalartikel nach Gebrauch weggeworfen bzw. durch eine frische Pipettenspitze
oder Dispenserspitze ersetzt werden. Sie können aber auch aus Metall oder Glas bestehen
oder solches Material aufweisen. Pipettenspitzen oder Dispenserspitze werden in verschiedenen
Größen für Dosierungen in verschiedenen Volumenbereichen zur Verfügung gestellt.
[0005] Bei einer Pipettiervorrichtung kann die durch eine einzelne Betätigung abgegebene
Probenmenge der in das Gerät aufgesaugten Probenmenge entsprechen. Es kann aber auch
vorgesehen sein, dass eine mehreren Abgabemengen entsprechende aufgenommene Probenmenge
schrittweise wieder abgegeben wird. Zudem wird zwischen Einkanal-Pipettiervorrichtungen
und Mehrkanal-Pipettiervorrichtungen unterschieden, wobei Einkanal-Pipettiervorrichtungen
nur einen einzigen Abgabe-/Aufnahmekanal enthalten und Mehrkanal-Pipettiervorrichtungen
mehrere Abgabe-/Aufnahmekanäle enthalten, die insbesondere das parallele Abgeben oder
Aufnehmen mehrerer Proben erlauben.
[0006] Beispiele für handgehaltene, elektronische Pipettiervorrichtungen bzw. Pipetten sind
die Eppendorf Xplorer
® und die Eppendorf Xplorer
® plus der Eppendorf AG, Deutschland, Hamburg; Beispiele für handgehaltene, elektronische
Dispenser sind die Multipette
® E3 und Multipette
® E3x der Eppendorf AG, Deutschland, Hamburg. Diese Geräte werden, wie auch die Pipettiervorrichtung
gemäß der vorliegenden Erfindung, elektrisch betrieben, indem das pipettierende bewegbare
Teil, insbesondere der Kolben, durch eine elektrische Motoreinrichtung der Pipettiervorrichtung
bewegt wird. Ein Beispiel für einen Pipettierautomaten ist die Eppendorf epMotion
®.
[0007] Pipettiervorrichtungen dienen der Dosierung und somit der präzisen Abmessung von
Flüssigkeitsvolumina. Beim Dosieren sehr kleiner Flüssigkeitsmengen mit Hilfe einer
Kolbenhubpipette können die systematischen und zufälligen Fehler der Dosierung beträchtlich
anwachsen. Details zum üblichen Vorgehen bei der Fehlerbestimmung und bei der Dosierung
kleiner Volumina, insbesondere durch Wandabgabe im Behälter, finden sich in der DIN
EN ISO 8655. Bei der Abgabe nach der Freistrahlmethode, bei der die Fluidprobe als
Strahl oder freier Tropfen -auch bezeichnet als Jet- den Pipettierbehälter verlässt,
können kleinste Volumina zwischen 0,1 µl und 1,0 µl, vorliegend vorzugsweise zusammengefasst
unter dem Begriff "Mikrovolumina", mit herkömmlichen Pipettiervorrichtungen nicht
mehr ausreichend sicher dosiert werden. Hierfür sind verschiedene physikalische Einflüsse
verantwortlich. Zu diesen Einflüssen gehören unter anderem die Bildung von Satellitentropfen
durch Reflexion des abgegebenen Volumens an der Flüssigkeitsoberfläche, an der sie
auftreffen; der unvollständige Ausstoß des in der Pipettenspitze befindlichen Volumens;
die geometrischen Verhältnisse innerhalb der Pipettenspitze; die Oberflächenspannung
von Flüssigkeiten und Pipettenspitze und das damit verbundene Benetzungsverhalten
bzw. das Auftreten von Kapillarkräften; die elektrostatische Aufladung der Pipettenspitze;
eine zu geringe Strömungsgeschwindigkeit bzw. kinetische Energie der Fluidprobe an
der Austrittsöffnung der Pipettenspitze. Die Abgabe kleinster Volumina wird zudem
dadurch erschwert, dass das Gesamtluftvolumen zwischen Kolben und Probenflüssigkeit
als dämpfendes Element hinter dem auszustoßenden Volumen liegt und der effizienten
Abgabe eines Freistrahls entgegenwirkt.
[0008] Um auch Fluidproben mit geringem Volumen im Freistrahl dosiert abgeben zu können,
wurden im Stand der Technik verschiedene Ansätze verfolgt.
[0009] Die
US9221046B2 beschreibt eine Pipette, die einen in Längsrichtung segmentierten Zylinderkolben
mit Segmenten unterschiedlichen Durchmessers und einen Kolben mit entsprechend in
Längsrichtung verteilten, unterschiedlich dimensionierten Verschlusselementen aufweist.
Durch die unterschiedlichen Durchmesser können größere Volumen und kleinere Volumen
präzise abgegeben bzw. aufgenommen werden. Durch eine geeignete Ausgestaltung wird
von dieser Pipette ein an der Auslassöffnung haftender Tropfen ruckartig per "Blowout"
abgegeben.
[0010] Die
EP0119573A1 beschreibt einen Dispenser zur Abgabe von Mikrotropfen einer Laborprobe. Eine als
elastisches Rohr gebildete Probenkammer mit einer nahe gelegenen Auslassöffnung weist
einen elastischen Abschnitt auf, der durch die Aktuierung eines elektromagnetisch
angetriebenen Ankerbolzens komprimiert wird. Die resultierende Druckwelle wirkt in
Richtung der Auslassöffnung und bewirkt den Auswurf eines Mikrotropfens.
[0011] Die
EP0876219B1 beschreibt einen Pipettierapparat, der eine Dispenserspitze und, mit dieser über
einen Fluidkanal verbunden, einen mit Ventil versehenen Kolbenverdränger aufweist,
mittels dem duch die Pipettenspitze größere Volumina pipettierbar, also ansaugbar
und abgebbar sind. Zwischen der Pipettenspitze und dem Kolbenverdränger ist ein Impulsgenerator
angeordnet, der auf die Flüssigkeit im Fluidkanal einen Impuls ausübt, um einen kleinen
Tropfen definierter Größe aus der Pipettenspitze auszuwerfen. Der Impulsgenerator
kann ein elektromagnetischer Aktuator oder ein Piezoelement sein oder kann eine Ultraschall-
oder Wärmequelle aufweisen.
[0012] Die
EP1206966B1 beschreibt einen Pipettierapparat zur wahlweisen Abgabe größerer Volumina oder kleinster
Volumina für die Life-Science. Hierbei wird ein mittels Spindelantrieb bewegbarer
Zylinderkolbenverschluss in einer Kolbenkammer mit einem Impulsgenerator, hier ein
Piezoelement, versehen. Der Impulsgenerator als Teil des Zylinderkolbens zwischen
dem Zylinderkolbenverschluss und der Kolbenstange angeordnet. Tropfen im Submikroliterbereich
werden durch das piezogesteuerte, abrupte Stoppen des Kolbens genau dosiert abgegeben.
[0013] Die
EP1654068B1 beschreibt eine Mikrodosiervorrichtung mit einer elastisch verformbaren Fluidleitung,
die ein Flüssigkeitsreservoir mit einer Auslassöffnung der Fluidleitung verbindet.
Entlang einer Strecke der Fluidleitung ist ein von einem Piezoaktor angetriebener
Verdränger angeordnet, dessen Längsposition und dessen Hub beim Pressen auf die Fluidleitung
das abzugebende Flüssigkeitsvolumen definiert. Dieses verlässt die Auslassöffnung
als freifliegendes Tröpfchen oder als freifliegender Strahl.
[0014] Die
WO2013167594A1 beschreibt eine Dispensieranordnung zum Dispensieren von Laborproben, mit einem als
Flüssigkeitsreservoir dienenden Kolbenverdränger zur Abgabe und Aufnahme von Flüssigkeit
mittels einer Kolbenbewegung. Ein verjüngter Auslassbereich der Kolbenkammer ist durch
einen Impulsgenerator anregbar, der piezoelektrisch, pneumatisch, elektromagnetisch
oder mittels Ultraschall antreibbar sein kann. Unter Berücksichtigung der mittels
eines Sensors gemessenen Flüssigkeitsmeniskus an der Auslassöffnung wird mittels Impuls
ein Tropfen mit dem gewünschten Volumen von der Auslassöffnung gelöst.
[0015] Die
WO 99/37400 A1 beschreibt eine Dosiervorrichtung für den Nanoliter- bis Mikroliterbereich mit einer
Druckkammer, die von einem Verdränger begrenzt ist, die über einen mit einem Flüssigkeitsreservoir
verbundenen Einlass befüllbar ist und die über einen Auslass entleerbar ist, wobei
das im Freistrahl abgegebene Flüssigkeitsvolumen über die spannungsgesteuerte Auslenkung
des Verdrängers durch einen Piezoaktor dosiert wird. Einen ähnlichen Dosierer verwendet
auch die
WO 99/10099 A1. Die
DE 197 37 173 B4 beschreibt, einen solchen Freistrahldosierer als mikrosystemtechnisches Dosierelement
zu fertigen.
EP 1 488 106 B1 beschreibt ein Dosiermodul mit Dosierkammer, Aktor und Aktormembran, die zur Erzeugung
eines Freistrahls an einer Kammerwand auftrifft.
[0016] DE 100 22 398 B4 beschreibt ein Mikrodosiersystem, bei dem ein Freistrahl mittels eines Gasdruckstoßes
erzeugt und die Größe des abgegebenen Dosiervolumens durch Gasdruckmessungen reguliert
wird.
[0017] Die genannten Ansätze weisen jeweils bestimmte Nachteile auf und sind insbesondere
entweder aufwändig oder voluminös bzw. unflexibel betreffend der Integration in bestehende
Laborgeräte, oder zu unpräzise zur Erzeugung der gewünschten Mikrodosiervolumina.
[0018] DE 10 2007 010 412 A1 beschreibt eine Vorrichtung zum Dosieren von Flüssigkeiten in gasgefüllte Räume,
bei der nach dem Direktverdrängerprinzip ein unter Druck stehender elastischer Flüssigkeitsspeicher
unter Herausdrücken eines definierten Flüssigkeitsvolumens entspannt werden kann.
DE 10 2012 209 314 A1 beschreibt unter anderem Vorrichtungen zur Abgabe eines Flüssigkeitsvolumens im Mikroliterbereich
per Freistrahl, das eine druckabhängig elektronisch gesteuerte Probenabgabe verwendet.
EP 2 412 439 A1 beschreibt eine Pipettiervorrichtung zur Dispensation durch Erhöhung des Drucks eines
Arbeitsfluids, umfassend eine Druckveränderungsvorrichtung zur Veränderung des Drucks
des Arbeitsfluids in einem Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum zu verändern, wobei sich
die Druckänderung im Arbeitsfluid nicht schlagartig, sondern nur allmählich in den
Dosierflüssigkeits-Aufnahmeraum fortsetzt.
[0019] Vor diesem Hintergrund stellt sich die vorliegende Erfindung die Aufgabe, eine effizient
gestaltete Mikrodosiereinrichtung zum präzisen Erzeugen eines Mikrodosiervolumens
einer Fluidprobe in Form eines Mikrofreistrahls bereitzustellen.
[0020] Die Erfindung löst diese Aufgabe durch die Mikrodosiereinrichtung gemäß Anspruch
1, das System gemäß Anspruch 9 und das Verfahren gemäß Anspruch 12. Bevorzugte Ausgestaltungen
sind insbesondere Gegenstände der Unteransprüche.
[0021] Durch das schlagartige Öffnen des ersten Ventils wird eine sehr effiziente Beschleunigung
eines Mikroluftvolumens aus dem ersten Luftkanalabschnitt heraus in den zweiten Luftkanalabschnitt
bewirkt, was wiederum effiziente Beschleunigung eines Mikroluftvolumens aus dem zweiten
Luftkanalabschnitt und der zweiten Öffnung heraus bewirkt. Auf diese Weise ist die
Mikrodosiereinrichtung besonders geeignet zur Erzeugung eines Mikrofludijets, vorliegend
auch bezeichnet als Mikrofreistrahl. Ein Mikrofreistrahl ist ein Fluidvolumen im Mikroliterbereich
oder Submikroliterbereich, das als Strahl oder freier Tropfen -auch bezeichnet als
Jet- die Auslassöffnung eines Fluidkanals oder Fluidtransferbehälters verlässt. Die
Dosierung ist insbesondere unabhängig vom Vorgang der Herstellung eines Überdrucks
im ersten Luftkanalabschnitt. Da das aus dem ersten Luftkanalabschnitt austretende
Mikroluftvolumen die Größe des abgegebenen Mikrodosiervolumens bestimmt, ist ein präzise
Dosierung im Mikrovolumenbereich möglich.
[0022] Das in der Mikrodosiereinrichtung bewegte Mikroluftvolumen liegt vorzugsweise im
Submikroliterbereich, also kleiner als 1 µl. Dementsprechend liegt das von der Mikrodosiereinrichtung
abgegebenen Mikrodosiervolumens im Submikroliterbereich. Das als Freistrahl von einer
Mikrodosiereinrichtung erzeugte Mikrodosiervolumen entspricht vorzugsweise im Wesentlichen
dem -insbesondere von einem Verdrängungselement verdrängten- Mikroluftvolumen, insbesondere
ist das Mikrodosiervolumen im Betrag identisch zu dem Mikroluftvolumen. Insbesondere
durch wiederholte Abgabe eines Mikrodosiervolumens kann ein durch die sukzessive abgegebenen
Mikrodosiervolumina gebildetes Gesamtabgabevolumen auch größer als 1 µl sein, und
liegt vorzugsweise im Bereich von 0,1 µl bis 10,0 µl, insbesondere 0,1 µl bis 5,0
µl, insbesondere 0,1 µl bis 2,5 µl, insbesondere 0,1 µl bis 1,5 µl.
[0023] In einer bevorzugten Ausgestaltung sind zur Erzeugung des Überdrucks im ersten Luftkanalabschnitt
vorgesehen: eine Luftkammer, die mit der ersten Öffnung verbindbar ist oder verbunden
ist, ein Verdrängungselement, das zur Verdrängung eines Mikrovolumens (V) der Luftkammer
eingerichtet ist, und ein Antrieb, um die Auslenkung des Verdrängungselements anzutreiben,
wodurch im ersten Zustand des ersten Ventils der Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt
erzeugbar ist. Diese Komponenten können Bestandteil der Mikrodosiereinrichtung sein,
oder können Bestandteile einer externen Vorrichtung sein, insbesondere einer externen
Pipettiervorrichtung, deren Arbeitskonus mit der ersten Öffnung luftdicht verbindbar
ist, so dass mittels der externen Pipettiervorrichtung im ersten Zustand des ersten
Ventils der Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt erzeugbar ist. Da das Mikroluftvolumen
(V) durch das vom Verdrängungselement bestimmte Volumen genau festgelegt wird, sind
insbesondere keine Drucksensoren in der Luftkammer oder im ersten Luftkanalabschnitt
erforderlich, um eine präzise Dosierung zu erreichen.
[0024] Die Pipettiervorrichtung ist vorzugsweise eine -nach dem Luftpolsterprinzip arbeitende-Luftpolsterpipette,
insbesondere eine kommerziell erhältliche Pipette oder ein Dispenser, die/der insbesondere
zur Steuerung der Mikrodosiereinrichtung angepasst sein kann. Beispiele für derartige
kommerziell erhältliche Pipettiervorrichtungen wurden oben genannt. Die Steuerung
der Mikrodosiereinrichtung kann aber auch zumindest teilweise oder vollständig in
der Mikrodosiereinrichtung angeordnet sein. Sie ist vorliegend eine elektrische Steuereinrichtung
der Mikrodosiereinrichtung. Durch Kombination mit einer herkömmlichen Pipette ist
die Mikrodosiereinrichtung besonders flexibel einsetzbar.
[0025] Vorzugsweise ist die Mikrodosiereinrichtung als Modul ausgebildet. Dazu weist die
Mikrodosiereinrichtung vorzugsweise einen Verbindungsabschnitt auf, der mit einem
korrespondierenden Verbindungsabschnitt einer externen Pipettiervorrichtung verbindbar
-und wieder- lösbar ist. Dieser Verbindung ist vorzugsweise eine formschlüssige Steckund
Klemmverbindung, bei der insbesondere der Arbeitskonus einer Pipettiervorrichtung
in einen passenden Aufnahmeabschnitt der Mikrodosiereinrichtung eingesteckt wird.
Die Steuerung der Mikrodosiereinrichtung kann in diesem Fall über einen Datenaustausch
der Mikrodosiereinrichtung mit der Pipettiervorrichtung erfolgen, insbesondere über
eine drahtgebundene oder drahtlose Verbindung mit der Pipettiervorrichtung. Die Steuerung
kann aber auch unabhängig von der Pipettiervorrichtung erfolgen, und kann insbesondere
in die Mikrodosiereinrichtung integriert sein, und kann teilweise manuell steuerbar
sein.
[0026] Das Verdrängungselement ist vorzugsweise ein Kolbenelement, insbesondere ein Kolbenelement
einer kommerziell erhältlichen Pipettiervorrichtung. Das Kolbenelement ist vorzugsweise
zur Verdrängung von Mikroluftvolumina und von Makroluftvolumina eingerichtet. Ein
Makroluftvolumen ist größer als das Mikroluftvolumen. Ein Makroluftvolumen ist insbesondere
ein solches Luftvolumen, das typischerweise mit herkömmlichen kommerziell erhältlichen
Pipettiervorrichtungen pipettierbar ist. Ein Makroluftvolumen kann demnach insbesondere
ein Luftvolumen größer als 2 µl sein, insbesondere kleiner oder gleich 10µl, 50µl,
100µl, 300µl oder 500µl.Vorzugsweise ist die Mikrodosiereinrichtung, oder eine Pipettiervorrichtung,
die das Verdrängungselement, insbesondere das Kolbenelement, aufweist, bzw. das Verdrängungselement
dazu eingerichtet, im ersten Zustand des ersten Ventils das Mikroluftvolumen (V) zu
verdrängen und insbesondere auch dazu eingerichtet, im zweiten Zustand des ersten
Ventils ein Makroluftvolumen zu verdrängen.
[0027] Die Mikrodosiereinrichtung, und/oder eine mit der ersten Öffnung verbindbare Pipettiervorrichtung,
ist vorzugsweise dazu eingerichtet, dass das vom Verdrängungselement zu verdrängende
Mikroluftvolumen vom Benutzer auswählbar ist, insbesondere mittels einer Benutzerschnittstelleneinrichtung,
die Bestandteil der Mikrodosiereinrichtung oder der Pipettiervorrichtung sein kann.
[0028] Die erste Öffnung der Mikrodosiereinrichtung ist vorzugsweise mit dem Arbeitskonus
einer Pipettiervorrichtung so verbindbar, dass -mittels des Verdrängungselements bzw.
mittels der Pipettiervorrichtung- im ersten Luftkanalabschnitt der gewünschte Überdruck
einstellbar ist. Dazu kann die Mikrodosiereinrichtung einen Öffnungsabschnitt aufweisen,
der die erste Öffnung beinhaltet. Der Öffnungsabschnitt der Mikrodosiereinrichtung
kann luftdicht mit einem Öffnungsabschnitt der Luftkammer verbindbar sein, z.B. durch
eine formschlüssige Klemmverbindung. Der Öffnungsabschnitt der Luftkammer kann ein
Arbeitskonus der Pipettiervorrichtung sein.
[0029] Vorzugsweise weist der erste Luftkanalabschnitt eine verschliessbare dritte Öffnung
auf, die den ersten Luftkanalabschnitt mit dem Außenraum verbindet, und insbesondere
ein steuerbares zweites Ventil auf, das dazu eingerichtet ist, die dritte Öffnung
des Luftkanals wahlweise, in einem ersten Zustand, geschlossen zu halten, um den Überdruck
im ersten Luftkanalabschnitt gegenüber dem zweiten Luftkanalabschnitt zu ermöglichen,
oder, in einem zweiten Zustand, geöffnet zu halten, sowie einen Wechsel vom ersten
in den zweiten Zustand zur Herbeiführung eines Druckausgleichs im ersten Luftkanalabschnitt
zum Außenraum zu ermöglichen.
[0030] Das erste Ventil, insbesondere auch das zweite Ventil oder mindestens ein weiteres
Ventil der Mikrodosiereinrichtung oder des Systems weist jeweils vorzugsweise auf:
einen Ventilkörper, an dem ein Ventilstößel beweglich angeordnet ist, der mittels
mindestens eines FGL-Aktuators des Ventils auslenkbar ist. Der Ventilstößel ist in
seinem ersten Zustand insbesondere durch ein Federelement vorgespannt und schließt
eine Durchlassöffnung, und ist in seinem zweiten Zustand insbesondere ausgelenkt,
wodurch die Durchlassöffnung geöffnet ist. Durch die elektrische Aktivierbarkeit des
FGL-Aktuators ist das Ventil steuerbar. Weitere Details des erfindungsgemäßen Ventils
können aus der Beschreibung der erfindungsgemäßen Mikrodosiereinrichtung und deren
bevorzugten Ausgestaltungen abgeleitet werden.
[0031] Das erste Ventil weist einen elektrisch steuerbaren Aktuator auf. Das Ventil, insbesondere
der Aktuator, ist für ein schlagartiges Öffnen eingerichtet. Der Aktuator ist ein
Formgedächtnislegierungs(FGL)-Aktuator.
[0032] Der Erfindung liegen bezüglich dieser Mikrodosiereinrichtung insbesondere Resultate
von Messungen an Ventilen mit Aktuatoren aus einer Formgedächtnislegierung zugrunde,
die zeigen, dass sich bereits mit sehr kompakt ausgebildeten Formgedächtnismaterial-Aktuatoren
sehr präzise und effizient eine Ventilöffnung und damit eine Probenabgabe nach dem
Freistrahlprinzip verwirklichen lässt. Formgedächtnislegierungen (FGL) zeigen aufgrund
eines Phasenübergangs ein spezielles Verhalten, das als Formgedächtniseffekt bekannt
ist. Unterhalb einer materialspezifischen kritischen Temperatur befindet sich ein
FGL-Bauteil insbesondere in der Martensit-Phase und lässt sich bereits durch geringe
Kräfte (scheinbar) plastisch verformen. Beim Aufheizen auf eine weitere kritische
Temperatur wird jedoch innerhalb von Millisekunden die ursprüngliche Bauteilgestalt
wiederhergestellt, das Material verhält sich dann wie ein gewöhnliches Metall entsprechend
dem Hookschen Gesetz. Von den Erfindern wurde festgestellt, dass sich solche Formgedächtnismaterial-Bauteile
aufgrund der mit diesen Bauteilen realisierbaren Kraft-Auslenkungs-Kennlinien besonders
zur Erzeugung eines Mikrofluidfreistrahls eignen. Bevorzugte Ausgestaltungen eines
Formgedächtnismaterial-Aktuators werden nachfolgend noch beschrieben.
[0033] Ein Aktuator der Mikrodosiereinrichtung ist ein Formgedächtnismaterial-Aktuator.
[0034] Für die Aktuierung werden im Rahmen dieser Erfindung Aktuatoren verwendet, die zumindest
abschnittsweise oder vollständig aus einer Formgedächtnislegierung (FGL) bestehen
oder diese aufweisen. Diese werden als Formgedächtnismaterial-Aktuatoren oder FGL-Aktuatoren
bezeichnet. Im Vergleich zu anderen Aktuatoren besitzen FGL-Aktuatoren eine besonders
hohe Energiedichte, so dass bereits sehr kompakte Aktuatoren zum Antrieb der hier
definierten Mikrodosiereinrichtungen geeignet sind. Ein weiterer entscheidender Vorteil
beim Einsatz der FGL-Aktuatoren, insbesondere gegenüber piezoelektrischen Aktuatoren
ist, dass der Betrieb der FGL-Aktuatoren bei einer relativ geringen Spannung erfolgen
kann, die insbesonder zwischen 3 V und 10 V, insbesondere bei 5 V liegt. Die erforderlichen
Spannungsquellen sind kompakt, so dass sich die vorliegenden Mikrodosiereinrichtungen
insbesondere für die Konstruktion portabler Dosiervorrichtungen, insbesondere Pipettiervorrichtungen
und Mikrodosiervorrichtungen eignen.
[0035] Vorzugsweise weist der Formgedächtnismaterial-Aktuator eine NiTi-Legierung auf oder
besteht aus dieser. Eine NiTi-Legierung (auch bekannt unter dem Handelsnamen Nitinol)
ist insbesondere biokompatibel. Sie ermöglicht Formänderungen von insbesondere bis
zu 8%, wodurch sich insbesondere in effizienter Weise Mikrodosierkammern mit verdrängten
Mikrovolumina im Mikroliterbereich und im Submikroliterbereich erzeugen lassen. Besonders
bevorzugt weist der Formgedächtnismaterial-Aktuator eine Legierung auf der Basis von
TiNiCu auf. Diese ist im Vergleich zum herkömmlichen NiTi besonders ermüdungsresistent
und garantiert deshalb insbesondere eine hohe Zuverlässigkeit der Mikrodosiereinrichtung
über deren gesamte Lebensdauer. Die Phasenübergangs- oder Schalttemperaturen des Materials
lassen sich mittels Dynamischer Differenzkalorimetrie (engl. DSC) bestimmen, siehe
Figur 6. In dieser Messung erscheint der für die Aktuierung wichtige Phasenübergang
als Peak. Aus dem Diagramm lässt sich entnehmen, dass für ein Schalten eines NiTi-Aktuators
die Temperatur auf mindestens 67 °C erhöht werden muss; für das Zurückstellen muss
die Temperatur wiederum auf höchstens 50 °C gesenkt werden.
[0036] Vorzugsweise werden Film-basierte FGL-Aktuatoren verwendet. Die FGL liegt dabei als
Film vor, der eine Dicke zwischen 5 µm und 50 µm, insbesondere zwischen 10 und 30
µm, insbesondere ca. 20 µm aufweist. Diese ermöglicht ein Einstellen der Kräfte und
Stellwege durch Anpassung der zweidimensionalen Geometrie. Die im Verhältnis zum Volumen
sehr große Oberfläche bleibt dabei erhalten und sorgt für eine schnelle Wärmeabgabe
bzw. Rückstellung des FGL-Aktuators im stromlosen Zustand.
[0037] Vorzugsweise ist ein FGL-Aktuator in langgestreckter Form, insbesondere drahtförmig
oder stegförmig, und insbesondere aus einem FGL-Film gefertigt, ausgebildet. Die Enden
des FGL-Aktuators werden elektrisch kontaktiert. Ein FGL-Aktuator wird vorzugsweise
so am Ventil angeordnet, dass die Belastung des FGL-Aktuators im Wesentlichen eine
Zugbelastung ist. Ein langgestreckter FGL-Aktuator kann in der nicht-aktivierten Form
in einer gekrümmten Geometrie angeordnet werden. Die aktivierte Form kann eine weniger
gekrümmte Form oder eine gerade Ausrichtung aufweisen, insbesondere kann der langgestreckte
FGL-Aktuator in der aktivierten, geraden Form eine geringere Länge aufweisen als in
der nicht aktivierten, stärker gekrümmten Form. Durch die Kontraktion bei Aktivierung
kann eine Kraft auf einen Ventilstößel ausgeübt werden, wenn die Enden des Aktuators
an einem Basiskörper des Ventils verankert sind. Der FGL-Aktuator wird vorzugsweise
so angeordnet, dass der Krümmungsradius stets mindestens dem 50-fachen des Durchmessers
senkrecht zur Längsrichtung des langgestreckten Aktuators entspricht, um das Risiko
einer Beschädigung des FGL-Aktuators zu reduzieren. Der Durchmesser bzw. die benötigte
Stegbreite eines stegförmigen FGL-Aktuators wird vorzugsweise auf den Bedarf an Stellkraft
angepasst, der für die Realisierung des gewünschten Ventils erforderlich ist. Kraft-Auslenkungs-Kennlinien
von FGL-Aktuatoren sind mittels einer Zugprüfmaschine bestimmbar. Der FGL-Aktuator
kann insbesondere auch als Feder geformt sein, insbesondere Schrauben-, Spiral- oder
Biegefeder. Eine solche Feder kann in der ersten Position entspannt sein und in der
zweiten Position gespannt sein.
[0038] Das Ventil kann mehr als einen Aktuator aufweisen, insbesondere mindestens zwei Aktuatoren,
die zur Auslenkung eines Ventilstößels angeordnet sind. Insbesondere können zwei FGL-Aktuatoren
verwendet werden.
[0039] Mittels des mindestens einen Aktuators bzw. der Aktuatoreinrichtung wird die Auslenkung
des Ventilstößels aus einer ersten in eine zweite Position bewirkt, wobei das Ventil
in der zweiten Position geöffnet ist, also die Durchlassöffnung des Luftkanals öffnet.
[0040] Vorzugsweise weist das Ventil eine Aktuatoreinrichtung auf. Diese weist vorzugsweise
einen oder mehrere Aktuatoren auf, darunter jedenfalls einen FGL-Aktuator, insbesondere
genau zwei Aktuatoren oder mehr als zwei Aktuatoren, insbesondere FGL-Aktuatoren.
Vorzugsweise werden zwei langgestreckte, insbesondere stegförmige, vorzugsweise auf
Film-Basis hergestellte FGL-Aktuatoren einander überkreuzend, also kreuzförmig bzw.
X-förmig, oberhalb eines Verdrängungselements angeordnet. Die Kreuzungsstelle der
FGL-Aktuatoren ist vorzugsweise zentral oberhalb eines Auflageabschnitts des Ventilstößels
angeordnet, wobei die Enden der FGL-Aktuatoren an einem Basiskörper des Ventils verankert
sind. Die FGL-Aktuatoren sind vorzugsweise oberhalb der Auflagestelle so gespannt,
dass die Kreuzungsstelle jeweils eine Krümmungsstelle des FGL-Aktuators bildet. Dadurch
wird, wie in den Figuren 3a, 3b und 3c beispielhaft dargestellt ist, ein schalenartiger
Bereich der Aktuatoranordnung gebildet, durch die sich die Aktuatoranordnung oberhalb
der Auflagestelle zentriert und eine präzise entlang der linearen Bewegungsrichtung
zwischen der ersten und zweiten Position nach unten gerichtete Kraft erzeugt, die
eine entsprechend präzise Auslenkung des Ventilstößels zur Folge hat.
[0041] Falls mehrere FGL-Aktuatoren vorgesehen sind, können diese durch ein Verbindungsglied
gekoppelt sein. Dadurch wird die Auslenkung der Aktuatoren weiter synchronisiert und
der Kraftvektor der so gebildeten Aktuatoreinrichtung wird beeinflusst. Bei einer
X-förmigen Anordnung kann ein Verbindungsglied an der Kreuzungsstelle vorgesehen sein;
dadurch wird der bei Kontraktion der FGL-Aktuatoren senkrecht nach unten wirkende
Kraftvektor ausgerichtet, und die FGL-Aktuatoren werden an der Kreuzungsstelle in
Position gehalten. Das Verbindungsglied kann auch so gestaltet sein, dass die FGL-Aktuatoren
einander nicht mechanisch kontaktieren und insbesondere durch das Verbindungsglied
elektrisch voneinander isoliert sind.
[0042] Vorzugsweise weist die Aktuatoreinrichtung mindestens ein Kopplungselement auf, um
den FGL-Aktuator mit dem Ventilstößel und/oder einem Basiskörper des Ventils zu verbinden.
Der Ventilstößel ist gegenüber dem Basiskörper insbesondere beweglich angeordnet.
Ein FGL-Aktuator kann durch eine oder mehrere Verbindungseinrichtungen mit dem Basiskörper
verbunden sein. Insbesondere kann ein FGL-Aktuator mit dem Basiskörper oder mit einem
am Basiskörper befestigten Bauteil, z.B. einer Platine des Ventils, stoffschlüssig
verbunden sein, insbesondere verlötet sein. Ein FGL-Aktuator ist vorzugsweise gegenüber
dem Basiskörper und vorzugsweise gegenüber anderen FGL-Aktuatoren und anderen Teilen
elektrisch isoliert, während vorzugsweise seine Enden mit einer Spannungsquelle verbunden
bzw. verbindbar sind.
[0043] Die lineare Bewegung des Ventilstößels erfolgt vorzugsweise so, dass der Ventilstößel
bei seiner Auslenkung von der ersten in die zweite Position von der Durchlassöffnung
weg bewegt wird, und umgekehrt, bei der Rückbewegung in die erste Position in Richtung
der Durchlassöffnung bewegt wird.
[0044] Die Mikrodosiereinrichtung bzw. ein Ventil, insbesondere das erste und/oder das zweite
Ventil, weist vorzugsweise einen Basiskörper auf. Der Basiskörper ist vorzugsweise
integral gebildet, kann aber auch mehrteilig ausgebildet sein. Er besteht vorzugsweise
aus Metall, Kunststoff oder Keramik, oder weist solche Werkstoffe auf. Der Basiskörper
bildet insbesondere den Luftkanal aus. Es ist auch bevorzugt, dass der Luftkanal durch
mindestens ein rohrförmiges Bauteil gebildet ist. Vorzugsweise weist das Ventil eine
Membran auf, die im ersten Zustand des Ventils von einem Ventilstößel ausgelenkt ist
und die Durchlassöffnung luftdicht verschließt, um die Ausbildung des Überdrucks in
dem ersten Luftkanalabschnitt gegenüber dem zweiten Luftkanalabschnitt zu ermöglichen.
[0045] Der Basiskörper kann ein erstes Teil aufweisen, das den Luftkanal bildet. Ein zweites
Teil des Basiskörpers kann vorgesehen sein, um mit dem ersten Teil verbunden zu werden.
Der zweite Teil kann insbesondere mindestens einen Führungsabschnitt oder Führungskanal
aufweisen, um den Ventilstößel bei der Auslenkung zu führen und an einer Längsrichtung
des Ventils des Ventils auszurichten. Zwischen dem ersten und zweiten Teil kann die
Membran angeordnet werden, insbesondere befestigt werden, insbesondere durch Klemmen
zwischen dem ersten und zweiten Teil befestigt werden. Die Membran kann insbesondere
die Durchgangsöffnung abdichten und/oder kann insbesondere als Rückstellelement für
das Rückstellen des Ventilstößels von der zweiten in die erste Position dienen. Das
zweite Teil, oder eine darauf angeordnete Platine, kann insbesondere als Träger für
die Aktuatoreinrichtung bzw. den einen oder die mehreren Aktuatoren eingerichtet sein,
die insbesondere am zweiten Teil oder der Platine verankert sein können.
[0046] Der Ventilstößel ist insbesondere ein Kolben-artiges Teil. Die Form des Ventilstößels
ist vorzugsweise an seine Auslenkung mithilfe einer Führungseinrichtung angepasst.
Insbesondere kann der Ventilstößel zylinderförmig sein oder einen oder mehrere zylinderförmige
Abschnitte aufweisen.
[0047] Vorzugsweise weist das Ventil eine Membran auf. Eine als Dichtungselement und/oder
als Rückstellelement dienende Membran besteht vorzugsweise aus Polydimethylsiloxan
(PDMS), insbesondere flexiblen oder hochflexiblem PDMS oder Silikon, oder weist solches
Material auf. Die Dicke der Membran beträgt vorzugsweise zwischen 50 µm und 500 µm,
vorzugsweise zwischen 100 µm und 300 µm, vorzugsweise zwischen 150 µm und 250 µm,
und vorzugsweise etwa 200 µm.
[0048] Vorzugsweise weist das Ventil ein Rückstellelement auf, das elastisch verformbar
ist und das durch die Auslenkung gespannt wird, und mit dem auf den Ventilstößel eine
Rückstellkraft ausübbar ist, um diesen nach der Auslenkung von der ersten Position
in die zweite Position zurückzustellen. Insbesondere kann eine als Dichtungselement
dienende Membran auch als Rückstellelement dienen. Vorzugsweise ist das Rückstellelement
eine Feder, die zwischen Basiskörper und Ventilstößel angeordnet ist. Ferner kann
das Rückstellelement ein Aktuator sein, der insbesondere von der elektrischen Steuereinrichtung
angesteuert wird. Ein elastisch verformbares Bauteil, insbesondere eine Feder, kann
auch als Antriebselement der Auslenkung angeordnet werden, das vom Aktuator gespannt
wird - in diesem Fall wird die Durchlassöffnung z.B, durch Lösen einer Rastverbindung,
die den Ventilstößel in der ersten Position hält, geöffnet.
[0049] Vorzugsweise weist die Mikrodosiereinrichtung die dritte Öffnung auf, die insbesondere
als ein verschließbarer Bypasskanal ausgebildet sein kann, der im geöffneten Zustand
den ersten Luftkanalabschnitt mit dem Außenraum verbindet, insbesondere dem Umgebungsdruck.
Die dritte Öffnung bzw. der Bypasskanal dient insbesondere zum Ventilieren des ersten
Luftkanalabschnitts bzw. zum Druckausgleich des mit dem Bypasskanal fluidisch verbundenen
bzw. wahlweise verbindbaren ersten Luftkanalabschnitts.
[0050] In weiteren bevorzugten Ausführungsformen ist die Mikrodosiereinrichtung zur wiederholten
Abgabe eines Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe eingerichtet. Die Mikrodosiereinrichtung
kann so als Dispensiervorrichtung bzw. in einem Dispensiermodus betrieben werden.
Ein erfindungsgemäßes System weist insbesondere eine erfindungsgemäße Mikrodosiereinrichtung
und eine Pipettiervorrichtung auf, und/oder mindestens ein Gerät, mittels dessen Steuereinrichtung
die Mikrodosiereinrichtung, insbesondere deren erstes und/oder zweites Ventil steuerbar
sind.
[0051] In bevorzugten Ausführungsformen ist eine erfindungsgemäße Mikrodosiereinrichtung
auch zur Aufnahme einer Fluidprobe eingerichtet, indem eine Fluidprobe im zweiten
Zustand des ersten Ventils -und falls vorgesehen: im ersten Zustand des zweiten Ventilsdurch
das Verdrängungselement in den Fluidtransferbehälter angesaugt wird.
[0052] Vorzugsweise ist die Mikrodosiereinrichtung als eine Pipettiereinrichtung ausgebildet,
mit der über den Fluidkanal eine Fluidprobe ansaugbar und abgebbar ist. Das Ansaugen
kann durch ein (herkömmliches) Kolbenelement einer handgehaltenen Kolbenhubpipette
bzw. Luftpolsterpipette oder eines Dispensers erfolgen. Vorzugsweise ist die Mikrodosiereinrichtung
dazu ausgebildet, dass das Verdrängungselement wahlweise ein Mikroluftvolumen ansaugt
oder verdrängt.
[0053] Eine erfindungsgemäße Pipettiervorrichtung, insbesondere eine mit der Mikrodosiereinrichtung
versehene kommerzielle Pipettiervorrichtung, zur dosierten Aufnahme und Abgabe von
Fluidproben, weist vorzugsweise auf: eine Kolbenkammer, die die Luftkammer bildet,
einen in der Kolbenkammer angeordneten, beweglichen Kolben, der das Verdrängungselement
bildet, zum Ansaugen von Luft in die Kolbenkammer und zur Abgabe der Luft aus der
Kolbenkammer, einen Pipettierkanal, der die Kolbenkammer mit dem Außenraum der Kolbenkammer
verbindet. Erfindungsgemäß ist eine derartige Pipettiervorrichtung versehen mit einer
erfindungsgemäßen Mikrodosiereinrichtung, deren erste Öffnung mit der Kolbenkammer
und/oder dem Pipettierkanal verbindbar ist, so dass von der Pipettiervorrichtung mittels
der Mikrodosiereinrichtung ein Mikrodosiervolumen einer Fluidprobe dosierbar und in
Form eines Mikrofluidjets über den Pipettierkanal an den Außenraum abgebbar ist.
[0054] Die Erfindung betrifft ferner eine Pipettiervorrichtung mit einer erfindungsgemäßen
Mikrodosiereinrichtung zum Erzeugen eines Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe in
Form eines Mikrofreistrahls, aufweisend eine Luftkammer, ein Verdrängungselement,
insbesondere ein Kolbenelement, das zur Auslenkung zwischen einer ersten Position
und einer zweiten Position und zum Verdrängen eines Mikrovolumens der Luftkammer eingerichtet
ist, wobei die Pipettiervorrichtung vorzugsweise einen Formgedächtnismaterial-Aktuator
aufweist, der insbesondere zur Auslenkung des Verdrängungselements angeordnet ist,
wobei die Pipettiervorrichtung einen Kolbenantrieb aufweist, insbesondere einen elektrischen
Motor, der das Kolbenelement antreibt, wobei die Luftkammer die Kolbenkammer zur Aufnahme
des innerhalb der Kolbenkammer beweglich angeordneten Kolbens bildet, so dass insbesondere
Kolben und Kolbenkammer nach Art einer konventionellen Kolbenhubpipette oder nach
Art eines konventionellen Dispensers arbeiten. Das mittels FGL-Aktuator betriebene
erste Ventil erlaubt hier in Kombination mit dem Kolbenantrieb wahlweise eine sehr
genaue Mikrodosierung oder eine Dosierung größerer Volumina, wodurch die Pipettiervorrichtung
flexibel einsetzbar ist. Wird der Formgedächtnismaterial-Aktuator vorgesehen, kann
die Pipettiervorrichtung dazu eingerichtet sein, die Aufnahme und/oder Kompression
von Mikrovolumina mittels einer durch den FGL-Aktuator bewirkten Bewegung des Verdrängungselements
durchzuführen. Alternativ oder zusätzlich kann die Aufnahme und/oder Kompression der
Mikrovolumina durch den Kolbenantrieb bewirkt werden. Im zweiten, geöffneten Zustand
des ersten Ventils kann das Pipettieren von insbesondere größeren Volumina (größer
gleich 2 µm) mittels des Kolbenantriebs erfolgen, also durch konventionelle Mittel
bewirkt werden.
[0055] Das Verdrängungselement kann insbesondere mittels eines FGL-Aktuators angetrieben
sein, der Bestandteil der Mikrodosiereinrichtung oder der Pipettiervorrichtung sein
kann.
[0056] Eine typische Verwendung der Mikrodosiereinrichtung liegt in der Dosierung von biologischen,
biochemischen, chemischen oder medizinischen Fluidproben in einem Labor.
[0057] Die Mikrodosiereinrichtung, oder die Mikrodosiervorrichtung oder die Pipettiervorrichtung,
die eine Mikrodosiereinrichtung aufweist, oder ein externes Gerät weist eine elektrische
Steuereinrichtung auf, um das mindestens eine steuerbare Ventil, insbesondere das
erste Ventil, das einen FGL-Aktuator aufweist, und/oder das zweite Ventil, insbesondere
einen Aktuator bzw. diesen FGL-Aktuator zu steuern. Es handelt sich insbesondere um
eine interne Steuereinrichtung, wenn diese nicht in einem externen Gerät angeordnet
ist. Die Mikrodosiereinrichtung weist vorzugsweise eine elektrische Spannungsquelle,
insbesondere eine Batterie auf, um den Aktuator bzw. den FGL-Aktuator mit Energie
zu versorgen. Alternativ oder zusätzlich ist eine Schnittstelle zum Anschluss einer
externen Spannungsquelle vorgesehen. Ein externes Gerät oder externes Teil ist kein
Bestandteil der Mikrodosiereinrichtung und kann insbesondere durch eine Verbindungseinrichtung,
z.B. Kabel, mit der Mikrodosiereinrichtung verbindbar oder verbunden sein. Die Steuereinrichtung
ist vorzugsweise dazu eingerichtet, das mindestens eine Ventil zu steuern, insbesondere
um die Auslenkung des Ventilstößels von der ersten Position in die zweite Position
zu bewirken. Sie kann zusätzlich oder alternativ auch dazu eingerichtet sein, die
Auslenkung des Verdrängungselements zu steuern. Dabei ist die Steuereinrichtung vorzugsweise
dazu eingerichtet, dass der Aktuator eine Kraft auf den Ventilstößel ausübt, die diesen
von der ersten Position in die zweite Position bewegt, insbesondere schlagartig beschleunigt.
Vorzugsweise wird der Aktuator von der Steuereinrichtung so gesteuert, dass der Aktuator
eine Kraft auf den Ventilstößel auch dann ausübt, nachdem der Ventilstößel die zweite
Position erreicht hat, insbesondere an einem Anschlag des Basiskörpers des Ventils
anschlägt.
[0058] Alternativ kann die Mikrodosiereinrichtung ein elastisch verformbares Antriebselement
aufweisen, insbesondere eine Feder, das durch den Aktuator gespannt wird, insbesondere
elastisch komprimiert oder expandiert wird, und das durch seine Entspannung die Kraft
auf den Ventilstößel ausübt, die diesen von der ersten Position in die zweite Position
bewegt. Dabei kann der Ventilstößel in der zweiten Position durch eine Fixierungseinrichtung
lösbar fixiert sein, insbesondere verrastet sein. Es kann eine Auslöseeinrichtung
vorgesehen sein, um die Fixierung zu lösen, damit das Antriebselement die Auslenkung
durchführt.
[0059] Die Steuereinrichtung ist insbesondere dazu eingerichtet, die Auslenkung eines FGL-Aktuators
von der ersten in die zweite Position zu steuern. Dazu ist der FGL-Aktuator insbesondere
an einer ersten Kontaktstelle und einer zweiten Kontaktstelle elektrisch kontaktiert,
um bei Anliegen einer elektrischen Spannung zwischen den beiden Kontaktstellen von
einem Strom durchflossen zu werden, der den FGL-Aktuator erwärmt, um durch den Formgedächtniseffekt
(FGE) die Auslenkung zu bewirken. Die Steuereinrichtung ist insbesondere dazu eingerichtet,
um den zeitlichen Verlauf und die Amplitude der am FGL-Aktuator angelegten Spannung
vorzugeben. Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung dazu eingerichtet, den FGL-Aktuator
mit einem sehr kurzen Spannungs- bzw. Stromimpuls zu aktivieren. Die Zeitspanne beträgt
vorzugsweise einige 10 Millisekunden (ms), vorzugsweise 1 ms bis 100 ms, vorzugsweise
10 ms bis 100 ms, insbesondere etwa 10 ms. Dadurch wird ein schnelles Auslenken des
FGL-Aktuators erreicht. Vorzugsweise ist die Steuereinrichtung dazu eingerichtet,
den FGL-Aktuator, insbesondere nach einer Zeitspanne des Aktivierens, durch eine Pulsweitenmodulation
anzusteuern. Dies erfolgt insbesondere so, dass die effektive Spannung soweit gedrosselt
wird, dass die Schaltposition bzw. die mechanische Spannung des FGL-Aktuators gerade
gehalten werden kann.
[0060] Die Steuereinrichtung weist insbesondere eine elektronische Datenverarbeitungseinrichtung
auf, insbesondere eine CPU oder einen Mikroprozessor. Die Steuereinrichtung kann programmgesteuert
sein, insbesondere mittels Programmparameter, die Zeitpunkt und/oder Art der Auslenkung
des Verdrängungselements der Mikrodosiereinrichtung festlegen. Es ist aber auch möglich,
die Steuerung der Mikrodosiereinrichtung durch analogelektronische Ansteuerung des
Aktuators zu realisieren, also ohne eine Datenverarbeitungseinrichtung.
[0061] Die Mikrodosiereinrichtung, oder die Mikrodosiervorrichtung oder die Pipettiervorrichtung,
die eine Mikrodosiereinrichtung aufweist, oder ein externes Gerät, weist vorzugsweise
eine Benutzerschnittstelleneinrichtung auf, mit der ein Benutzer die elektrische Steuereinrichtung
steuert, insbesondere indem er die zur Steuerung der Mikrodosiereinrichtung verwendeten,
insbesondere Steuersignale erzeugenden, Programmparameter durch Benutzereingaben beeinflusst
oder indem er, im Fall einer analogelektronischen Steuerung, die Abgabe oder Aufnahme
des gewünschten Mikrodosiervolumens und die Erzeugung der Steuersignale auslöst, die
den Aktuator des mindestens einen Ventils aktivieren und/oder deaktivieren. Die Benutzerschnittstelleneinrichtung
kann jeweils einen oder mehrere elektrische Schalter, Knöpfe und/oder Sensoren aufweisen,
und kann Ausgabeeinrichtungen, z.B. Anzeigen, insbesondere ein Display aufweisen.
[0062] Die Steuereinrichtung kann mindestens eine elektrische Schnittstelle aufweisen, mit
der Steuersignale austauschbar sind, insbesondere mit einem externen Gerät austauschbar
sind. Insbesondere kann die Steuereinrichtung dazu eingerichtet sein, von einem externen
Gerät gesteuert zu werden, so dass die Steuereinrichtung, und damit die Mikrodosiereinrichtung
oder Mikrodosiervorrichtung von einem externen Gerät mittels der elektrischen Schnittstelle
steuerbar ist. Die Steuereinrichtung kann insbesondere als Steuerungsschnittstelle
zwischen der Steuereinrichtung eines externen Geräts und mindestens einer Mikrodosiereinrichtung
bzw. einer Mikrodosiervorrichtung ausgebildet sein. Die Steuerungsschnittstelle kann
eine elektrische Schaltung aufweisen, um mindestens einen Aktuator der aus mindestens
einer Mikrodosiereinrichtung in Abhängigkeit von einem Steuersignal mit Spannung zu
beaufschlagen. Das Steuersignal kann dabei von einer internen Steuereinrichtung oder
einer externen Steuereinrichtung erzeugt werden. Die Spannungsversorgung für mindestens
einen Aktuator aus mindestens einer Mikrodosiereinrichtung kann in die Steuereinrichtung
integriert sein oder kann über die mindestens eine elektrische Schnittstelle realisiert
werden.
[0063] Die elektrische Schnittstelle kann zum Senden und/oder Empfangen von elektrischen
Signalen, insbesondere von Daten, ausgebildet sein. Der Signalaustausch kann über
eine drahtgebundene oder drahtlose Verbindungseinrichtung erfolgen. Insbesondere wenn
eine interne Steuereinrichtung über eine elektrische Schnittstelle mit dem Gerät,
insbesondere der Pipettiervorrichtung, mittels einer Verbindungseinrichtung verbindbar
oder temporär verbunden ist, so wird dieses Gerät als externes Gerät bezeichnet.
[0064] Das externe Gerät kann eine Pipettiervorrichtung sein, insbesondere eine portable,
handgehaltene Pipettiervorrichtung bzw. eine handgehaltene Pipette oder ein handgehaltener
Dispenser. Falls die Mikrodosiereinrichtung in eine Piepttiervorrichtung integriert
ist, wird die Pipettiervorrichtung nicht als externes Gerät bezeichnet. Die Mikrodosiereinrichtung
oder eine Mikrodosiervorrichtung kann ein eigenständiges bzw. autonom arbeitendes
Gerät sein, das grundsätzlich ohne Vermittlung eines externen Gerätes betrieben werden
kann. Die Mikrodosiereinrichtung kann aber auch als Modul eines externen Gerätes ausgebildet
sein. Das Modul ist ein wahlweise mit dem externen Gerät verbindbares, eigenständiges
Zubehörteil. Das Modul kann sich dadurch auszeichnen, dass es -insbesondere ausschließlich-
in Abhängigkeit vom externen Gerät betrieben wird bzw. betreibbar ist, indem insbesondere
eine Steuereinrichtung des externen Geräts die Auslenkung mindestens eines Verdrängungselementes
mindestens einer Mikrodosiereinrichtung steuert.
[0065] Die Erfindung betrifft ferner ein
System zum Erzeugen eines Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe in Form eines Mikrofreistrahls,
beinhaltend eine erfindungsgemäße Mikrodosiereinrichtung und eine konventionelle oder
zur Steuerung der Mikrodosiereinrichtung eingerichtete Pipettiervorrichtung, die dazu
dient, diesen Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt zu erzeugen, wobei die erste
Öffnung der Mikrodosiereinrichtung mit einer Luftkammer der Pipettiervorrichtung verbindbar
ist oder verbunden ist, die zudem aufweist: ein Verdrängungselement, das zur Verdrängung
eines Mikrovolumens (V) der Luftkammer eingerichtet ist, und einen Antrieb, um die
Auslenkung des Verdrängungselements anzutreiben, wodurch im ersten Zustand des ersten
Ventils der Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt erzeugbar ist.
[0066] Die Erfindung betrifft ferner ein
Verfahren zum Erzeugen eines Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe in Form eines Mikrofreistrahls
mittels einer Mikrodosiereinrichtung, insbesondere einer erfindungsgemäßen Mikrodosiereinrichtung,
aufweisend den Schritt (Abgabeschritt), dass das erste Ventil so gesteuert wird, dass
die Durchlassöffnung mittels des ersten Ventils schlagartig geöffnet wird, wodurch,
bedingt durch den Druckausgleich zwischen dem ersten und zweiten Luftkanalabschnitt,
ein Mikroluftvolumen aus dem ersten Luftkanalabschnitt austritt und ein Mikroluftvolumen
(V) den Luftkanal durch die zweite Öffnung verlässt, so dass ein durch das Mikrovolumen
(V) bestimmtes Mikrodosiervolumen der im Fluidtransferbehälter gehaltenen Fluidprobe
verdrängt wird und in Form eines Mikrofreistrahls aus dem Fluidtransferbehälter in
den Außenraum abgegeben wird.
[0067] Vorzugsweise weist das Verfahren die Schritte auf, dass mittels einer Pipettiervorrichtung,
die eine mit der ersten Öffnung verbundene Luftkammer und ein Verdrängungselement
aufweist, durch Verdrängung eines Mikrovolumens (V) in der Luftkammer ein Überdruck
in dem ersten Luftkanalabschnitt hergestellt wird, bevor der Abgabeschritt erfolgt.
[0068] Das Verfahren kann Schritte beinhalten, die einem Pipettiervorgang realisieren, d.h.
der Abgabe des zuvor aufgenommenen Volumens der Fluidprobe. Das Verfahren kann auch
Schritte beinhalten, die einen Dispensiervorgang realisieren, d.h. der schrittweisen
Abgabe von Teilvolumina des zuvor aufgenommenen Volumens der Fluidprobe.
[0069] Das erfindungsgemäße Verfahren wird insbesondere bei einer Mikrodosiereinrichtung
angewandt, die eine Luftkammer aufweist, die mit der ersten Öffnung verbunden ist,
ein Verdrängungselement, das zur Verdrängung eines Mikrovolumens (V) der Luftkammer
eingerichtet ist, und einen Antrieb, um die Auslenkung des Verdrängungselements anzutreiben,
wodurch im ersten Zustand des ersten Ventils der Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt
erzeugbar ist.
[0070] Das Verfahren wird besondere bei einer Mikrodosiereinrichtung angewandt, bei der
der erste Luftkanalabschnitt eine verschließbare dritte Öffnung aufweist, die den
ersten Luftkanalabschnitt mit dem Außenraum verbindet, und ein steuerbares zweites
Ventil aufweist, das dazu eingerichtet ist, die dritte Öffnung des Luftkanals wahlweise,
in einem ersten Zustand, geschlossen zu halten, um den Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt
gegenüber dem zweiten Luftkanalabschnitt zu ermöglichen, oder, in einem zweiten Zustand,
geöffnet zu halten, sowie einen Wechsel vom ersten in den zweiten Zustand zur Herbeiführung
eines Druckausgleichs im ersten Luftkanalabschnitt zum Außenraum zu ermöglichen.
[0071] Das Verfahren weist vorzugsweise den Schritt auf, dass ein Fluidprobe, insbesondere
eine Flüssigkeit, z.B. eine flüssige Laborprobe, in einen mit der Mikrodosiereinrichtung
verbundenen Fluidtransferbehälter, z.B. eine Pipettenspitze, aufgenommen wird. Zur
Aufnahme der Fluidprobe wird das Verdrängungselement, insbesondere ein Kolbenelement,
von einer ersten in eine zweite Position bewegt.
[0072] Bei einem Pipettiervorgang sieht das Verfahren zur Aufnahme der Fluidprobe durch
Ansaugen vorzugsweise mindestens einen der nachfolgend genannten Schritte vor, insbesondere
in dieser Reihenfolge: dass das erste und das zweite Ventil geschlossen sind und das
Verdrängungselement in der ersten Position ist; dass das erste Ventil geöffnet wird,
um die Durchlassöffnung zu öffnen; dass das Verdrängungselement von der ersten in
die zweite Position bewegt wird; dass das erste Ventil und damit die Durchlassöffnung
wieder geschlossen wird. Die Fluidprobe, insbesondere mit dem gewünschten Mikrodosiervolumen,
ist nun im Fluidtransferbehälter und wird dort durch den leichten Unterdruck/Kapillarkräfte
in üblicher Weise gehalten.
[0073] Das Verfahren zur Abgabe der Fluidprobe sieht vorzugsweise mindestens einen der nachfolgend
genannten Schritte vor, insbesondere in dieser Reihenfolge: dass das Verdrängungselement
sich in der zweiten Position befindet und dass das erste und das zweite Ventil geschlossen
sind (Ausgangssituation); dass das Verdrängungselement in die erste Position bewegt
wird, während die Ventile geschlossen sind, wodurch das Luftvolumen in Luftkammer
und im ersten Luftkanalabschnitt komprimiert wird, so dass der Überdruck erzeugt wird;
dass das erste Ventil geöffnet wird, nachdem das Verdrängungselement die erste Position
erreicht hat - dadurch entspannt sich die komprimierte Luft sofort und beschleunigt
die Fluidprobe mit maximaler Geschwindigkeit. Die Fluidprobe mit dem gewünschten Mikrodosiervolumen
tritt aus der Öffnung des Fluidtransferbehälters aus. Vorzugsweise ist auch der Schritt
vorgesehen, einen Überhub des Verdrängungselements durchzuführen, um einen "Blowout"
des gesamten Restes der im Fluidtransferbehälter eventuell noch enthaltenen Fluidprobe
durchzuführen. Dies erfolgt durch weiteres Bewegen (in derselben Richtung des Verdrängungselements,
die der Richtung der Bewegung von der zweiten in die erste Position entspricht) des
Verdrängungselements aus der ersten Position in eine weitere Abgabe-Position. Alternativ
kann der Überhub auch gleich mit dem erstgenannten Abgabeschritt durchgeführt werden,
dies bewirkt eine weitere (höhere) Beschleunigung der Fluidprobe.
[0074] Bei einem Dispensiervorgang sieht das Verfahren zur Aufnahme der Fluidprobe durch
Ansaugen vorzugsweise mindestens einen der nachfolgend genannten Schritte vor, insbesondere
in dieser Reihenfolge: dass das erste und das zweite Ventil geschlossen sind und das
Verdrängungselement in der ersten Position ist; dass das erste Ventil geöffnet wird,
um die Durchlassöffnung zu öffnen; dass das Verdrängungselement von der ersten in
die zweite Position bewegt wird; dass das erste Ventil und damit die Durchlassöffnung
wieder geschlossen wird. Die Fluidprobe, insbesondere mit dem gewünschten Gesamtvolumen,
ist nun im Fluidtransferbehälter und wird dort durch den leichten Unterdruck/Kapillarkräfte
in üblicher Weise gehalten.
[0075] Das Gesamtvolumen beinhaltet das Dosiervolumen und ein Zusatzvolumen. Mittels des
Zusatzvolumens kann ein Restvolumen oder ein Verwerfvolumen vorgesehen werden. Das
Restvolumen verbleibt nach Abgabe aller Teilvolumina im Fluidtransferbehälter und
stellt sicher, dass auch für den letzten Abgabeschritt mindestens das gewünschte Teilvolumen
verfügbar ist. Der Verwerfhub dient dazu, vor der Abgabe der Teilvolumina nach dem
Freistrahlprinzip eine erste Abgabemenge gemäß Verwerfhub zu erzeugen, so dass der
Meniskus der Fluidprobe an der Abgabeöffnung des Fluidtransferbehälters bei allen
darauffolgenden Schritten in gleicher Weise definiert ist-der Meniskus kann bei der
ersten Abgabe, also direkt nach der Aufnahme, anders sein als nach einem Abriss gemäß
Freistrahlprinzip. Die zweite Position des Verdrängungselements wird insbesondere
dem Gesamtvolumen entsprechend eingestellt.
[0076] Beim Dispensiervorgang sieht das Verfahren zur Abgabe der Fluidprobe ohne Vorsehen
eines Verwerfhubes vorzugsweise mindestens einen der nachfolgend genannten Schritte
vor, insbesondere in dieser Reihenfolge: dass das Verdrängungselement sich in der
zweiten Position befindet und dass das erste und das zweite Ventil geschlossen sind
(Ausgangssituation); dass das zweite Ventil geöffnet wird, wodurch der erste Luftkanalabschnitt
ventiliert wird; dass das Verdrängungselement um die Strecke des Zusatzhubes in Richtung
der ersten Position bewegt wird, wodurch insbesondere ein mögliches Spiel der Antriebsmechanik
kompensiert wird, die das Verdrängungselement antreibt; dass das zweite Ventil wieder
geschlossen wird; dass das Verdrängungselement um die Strecke eines gewünschten Teilvolumens
in Richtung der ersten Position zu einer Zwischenposition bewegt wird, dadurch wird
die Luft im ersten Luftkanalabschnitt komprimiert, so dass der Überdruck erzeugt wird;
dass das erste Ventil geöffnet wird, nachdem das Verdrängungselement die Zwischenposition
erreicht hat - dadurch entspannt sich die komprimierte Luft sofort und beschleunigt
die Fluidprobe mit maximaler Geschwindigkeit, die Fluidprobe mit dem gewünschten Mikrodosier-Teilvolumen
tritt hierbei aus der Öffnung des Fluidtransferbehälters aus und das erste Ventil
wird dann wieder geschlossen (Abgabe des Teilvolumens); dass der letztgenannte Schritt
der Abgabe des Teilvolumens in gewünschter Weise wiederholt wird, beim letzten Abgabeschritt
kann sich das Verdrängungselement in der ersten Position befinden. Vorzugsweise ist
auch der Schritt vorgesehen, einen Überhub des Verdrängungselements durchzuführen,
um einen "Blowout" des gesamten Restvolumens der im Fluidtransferbehälter eventuell
noch enthaltenen Fluidprobe durchzuführen. Dies erfolgt durch weiteres Bewegen (in
derselben Richtung des Verdrängungselements, die der Richtung der Bewegung von der
zweiten in die erste Position entspricht) des Verdrängungselements aus der ersten
Position in eine weitere Abgabe-Position.
[0077] Beim Dispensiervorgang sieht das Verfahren zur Abgabe der Fluidprobe mit Vorsehen
eines Verwerfhubes vorzugsweise mindestens einen der nachfolgend genannten Schritte
vor, insbesondere in dieser Reihenfolge: dass das Verdrängungselement sich in der
zweiten Position befindet und dass das erste und das zweite Ventil geschlossen sind
(Ausgangssituation); dass das Verdrängungselement um die Strecke des Zusatzhubes in
Richtung der ersten Position bis zu einer Ausgangsposition bewegt wird, dadurch wird
die Luft im ersten Luftkanalabschnitt komprimiert, so dass der Überdruck erzeugt wird,
und es wird insbesondere ein mögliches Spiel der Antriebsmechanik kompensiert, die
das Verdrängungselement antreibt; dass das erste Ventil geöffnet wird, nachdem das
Verdrängungselement die Ausgangsposition erreicht hat - dadurch entspannt sich die
komprimierte Luft sofort und beschleunigt die Fluidprobe mit maximaler Geschwindigkeit,
der Verwerfhub verlässt nach dem Freistrahlprinzip den Fluidtransferbehälter und der
Meniskus an dessen Abgabeöffnung wird definiert; dass das erste Ventil wieder geschlossen
wird; dass das Verdrängungselement um die Strecke eines gewünschten Teilvolumens in
Richtung der ersten Position zu einer Zwischenposition bewegt wird, dadurch wird die
Luft im ersten Luftkanalabschnitt komprimiert, so dass der Überdruck erzeugt wird;
dass das erste Ventil geöffnet wird, nachdem das Verdrängungselement die Zwischenposition
erreicht hat - dadurch entspannt sich die komprimierte Luft sofort und beschleunigt
die Fluidprobe mit maximaler Geschwindigkeit, die Fluidprobe mit dem gewünschten Mikrodosier-Teilvolumen
tritt hierbei aus der Öffnung des Fluidtransferbehälters aus und das erste Ventil
wird dann wieder geschlossen (Abgabe des Teilvolumens); dass der letztgenannte Schritt
der Abgabe des Teilvolumens in gewünschter Weise wiederholt wird, beim letzten Abgabeschritt
kann sich das Verdrängungselement in der ersten Position befinden. Vorzugsweise ist
auch der Schritt vorgesehen, einen Überhub des Verdrängungselements durchzuführen,
um die Abgabe des letzten Teilvolumens schrittgleich mit dem "Blowout" eines möglichen
geringen Restvolumens der im Fluidtransferbehälter eventuell noch enthaltenen Fluidprobe
durchzuführen. Dies erfolgt durch weiteres Bewegen (in derselben Richtung des Verdrängungselements,
die der Richtung der Bewegung von der zweiten in die erste Position entspricht) des
Verdrängungselements aus der ersten Position in eine weitere Abgabe-Position.
[0078] Weitere bevorzugte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Mikrodosiereinrichtung,
des Systems und des Verfahrens und weitere Aspekte der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung der Ausführungsbeispiele in Zusammenhang mit den Figuren.
Gleiche Bezugszeichen bezeichnen im Wesentlichen gleiche Bauteile.
[0079] Es zeigen:
Fig. 1a zeigt in einer seitlichen Querschnittsansicht eine erfindungsgemäße Mikrodosiereinrichtung
gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel.
Fig. 1b zeigt in einer seitlichen Querschnittsansicht ein erfindungsgemäßes Ventil
einer Mikrodosiereinrichtung wie in Fig. 1a gezeigt, gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel.
Fig. 1c zeigt in einer seitlichen Querschnittsansicht ein zweites Ventil der Mikrodosiereinrichtung
aus Fig. 1a.
Fig. 2 zeigt in einer perspektivischen Ansicht die Mikrodosiereinrichtung der Fig.
1a.
Fig. 3a zeigt in einer schematischen Perspektivansicht eine Aktuatoreinrichtung auf
Basis einer Formgedächtnislegierung, in einer ersten nicht-ausgelenkten Position.
Fig. 3b zeigt die Aktuatoreinrichtung der Fig. 3a, in einer zweiten ausgelenkten Position.
Fig. 3c zeigt in einer schematischen Perspektivansicht eine weitere Aktuatoreinrichtung
auf Basis einer Formgedächtnislegierung, in einer ersten nicht-ausgelenkten Position.
Fig. 4 zeigt in einer schematischen Perspektivansicht eine Aktuatoreinrichtung der
Fig. 3a mit angeschlossener elektrischer Steuereinrichtung.
Fig. 5 zeigt eine typische Kraft-Auslenkungs-Kennlinie eines FGL-Aktuators, der mit
einer erfindungsgemäßen Mikrodosiereinrichtung in einem Ausführungsbeispiel verwendet
wird.
Fig. 6 zeigt ein Diagramm des Ergebnisses einer Dynamischen Differenzkalorimetrie
(engl. DSC) zur Bestimmung der Phasenübergangs- oder Schalttemperaturen eines in einer
erfindungsgemäßen Mikrodosiereinrichtung gemäß einem Ausführungsbeispiel verwendeten
NiTi-Formgedächtnismaterials.
[0080] Figur 1a zeigt die Mikrodosiereinrichtung 1, verbunden auf der einen Seite mit einem
Verbindungsabschnitt 100, der als Arbeitskonus dient und auf dem eine Pipettenspitze
99 aufgesteckt ist, und verbunden auf der anderen Seite mit einem Verbindungsabschnitt
200 einer konventionellen Pipette. Die Mikrodosiereinrichtung 1 dient dem Erzeugen
eines Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe in Form eines Mikrofreistrahls. Sie weist
einen Luftkanal 10 auf, der eine Durchlassöffnung 14 aufweist, die einen ersten Luftkanalabschnitt
11 und einen zweiten Luftkanalabschnitt 12 des Luftkanals 10 verbindet. Der erste
Luftkanalabschnitt 11 weist eine erste Öffnung 21 auf und der zweite Luftkanalabschnitt
12 weist eine zweite Öffnung 22 auf, mit welcher der die Fluidprobe enthaltende Fluidtransferbehälter
99 durch eine Steck-Klemmverbindung verbunden ist. Die Mikrodosiereinrichtung 1 weist
ein steuerbares erstes Ventil 31 auf, das dazu eingerichtet ist, die Durchlassöffnung
14 des Luftkanals wahlweise, in einem ersten Zustand, geschlossen zu halten, um einen
Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt 11 gegenüber dem zweiten Luftkanalabschnitt
12 zu ermöglichen, oder, in einem zweiten Zustand, geöffnet zu halten, sowie einen
schlagartigen Wechsel vom ersten in den zweiten Zustand zu ermöglichen.
[0081] Die Mikrodosiereinrichtung 1 und die Pipettiervorrichtung (symbolisiert durch ihren
Verbindungsabschnitt 200, 200', bildet ein erfindungsgemäßes System zum Erzeugen eines
Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe in Form eines Mikrofreistrahls.
[0082] Die Mikrodosiereinrichtung weist eine Kabelverbindung 50 auf, die insbesondere Bestandteil
des Systems 400 ist, durch welche die Ventile 31, 32 jeweils mit der elektrischen
Steuereinrichtung der Pipettiervorrichtung verbunden sind und dadurch von dieser steuerbar
sind. Hier weist die Pipettiervorrichtung (nicht vollständig gezeigt) eine Luftkammer
auf, die mit der ersten Öffnung über den Verbindungsabschnitt 200 verbunden ist, ein
Verdrängungselement, das zur Verdrängung eines Mikrovolumens (V) der Luftkammer eingerichtet
ist, und einen Antrieb, um die Auslenkung des Verdrängungselements anzutreiben, wodurch
im ersten Zustand des ersten Ventils der Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt erzeugbar
ist. Das Mikrovolumen V ist hier identisch mit dem bei einem Pipettiervorgang abzugebenden
Mikrodosiervolumen. Das Verdrängungselement der Pipettiervorrichtung ist ein Kolbenelement,
das zur vom Anwender auswählbaren Verdrängung von Mikrovolumina und von Volumina größer
als 2 µl, und insbesondere kleiner oder gleich 100 µl eingerichtet ist. Die erste
Öffnung 21 der Mikrodosiereinrichtung 1 ist mit dem Arbeitskonus 201 der Pipettiervorrichtung
über eine Steck-/Klemmverbindung verbindbar, so dass mittels der Pipettiervorrichtung
im ersten Luftkanalabschnitt 11 der gewünschte Überdruck einstellbar ist.
[0083] Die Mikrodosiereinrichtung 1 kann aber auch eine eigene Steuereinrichtung haben (nicht
gezeigt), die unabhängig von der Steuereinrichtung der Pipettiervorrichtung arbeitet.
In diesem Fall wird der Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt durch die Pipettiervorrichtung
erzeugt, und der Anwender löst insbesondere die Öffnung des ersten Ventils manuell
aus. Die Mikrodosiereinrichtung kann ferner auch so ausgebildet sein (nicht gezeigt),
dass diese auch die Luftkammer, z.B. eine Kolbenkammer, das Verdrängungselement, z.B.
ein Kolbenelement, und/oder den Antrieb mit optional Antriebsmechanik aufweist. Dadurch
wird aus der Mikrodosiereinrichtung eine eigenständige Vorrichtung, die vollständig
unabhängig von einer externen Pipettiervorrichtung betreibbar ist.
[0084] Die elektrische Steuereinrichtung, insbesondere eine elektrische Steuereinrichtung
der Mikrodosiereinrichtung, ist dazu eingerichtet, das erste Ventil 31 so zu steuern,
dass die Durchlassöffnung 14 mittels des ersten Ventils 31 schlagartig geöffnet wird,
wodurch, bedingt durch den Druckausgleich zwischen dem ersten 11 und zweiten Luftkanalabschnitt
12, ein Mikroluftvolumen aus dem ersten Luftkanalabschnitt 11 austritt und ein Mikroluftvolumen
(V) den Luftkanal 10 durch die zweite Öffnung 22 verlässt, so dass ein durch das Mikroluftvolumen
(V) bestimmtes Mikrodosiervolumen der im Fluidtransferbehälter 99 gehaltenen Fluidprobe
verdrängt wird und in Form eines Mikrofreistrahls aus dem Fluidtransferbehälter in
den Außenraum abgegeben wird.
[0085] Der erste Luftkanalabschnitt 11 weist eine verschließbare dritte Öffnung 23 auf,
die den ersten Luftkanalabschnitt 11 mit dem Außenraum verbindet, und ein steuerbares
zweites Ventil 32, das dazu eingerichtet ist, die dritte Öffnung 23 des Luftkanals
10 wahlweise, in einem ersten Zustand, geschlossen zu halten, um den Überdruck im
ersten Luftkanalabschnitt 11 gegenüber dem zweiten Luftkanalabschnitt zu ermöglichen,
oder, in einem zweiten Zustand, geöffnet zu halten, sowie einen Wechsel vom ersten
in den zweiten Zustand zur Herbeiführung eines Druckausgleichs im ersten Luftkanalabschnitt
11 zum Außenraum zu ermöglichen.
[0086] Der Luftkanal 10 mit seinem ersten 11 und zweiten 12 Abschnitt ist in einem Basiskörper
40 der Mikrodosiereinrichtung 1 ausgebildet. Der Luftkanal 10 verläuft im Wesentlichen
linear. Zur Realisierung der Durchlassöffnung 14 ist der Luftkanal in Höhe der Durchlassöffnung
14 durch eine Wand verschlossen. Durch einen Bypassabschnitt 15, der im Basiskörper
ausgebildet ist, wird der erste Abschnitt 11 des Luftkanals 10 zur Durchlassöffnung
14 umgelenkt, von dort beginnt der zweite Luftkanalabschnitt 12, der über den Bypassabschnitt
15 wieder in den linear verlaufenden Bereich übergeht. Die Durchlassöffnung 14 ist
durch die Membran 49 verschließbar, wenn diese durch den mittels der Feder gespannten
Ventilstößel des ersten Ventils 31 gegen die Durchlassöffnung 14 gepresst wird. Zum
Öffnen des Ventils wird der Ventilstößel mittels einer Aktuatoreinrichtung schlagartig
ausgelenkt. Die Aktuatoreinrichtung weist zwei kreuzweise angeordnete FGL-Aktuatoren
auf, deren Kreuzungspunkt oberhalb des Ventilstößels zentriert ist. Die Aktivierung
dieser Aktuatoren mittels dem von der Steuereinrichtung gesteuertem Strom wird aufrecht
erhalten, solange die Öffnung des Ventils gewünscht oder vorbestimmt ist.
[0087] Der Rahmen Y markiert das zweite Ventil 32, das dem Ventilieren des ersten Luftkanalabschnitts
dient. In Fig. 1c ist ein Querschnitt durch ein Ventil gezeigt, dass wie das zweite
Ventil 32 aufgebaut ist. In Fig. 1b ist ein Querschnitt durch ein Ventil gezeigt,
dass wie das erste Ventil 31 aufgebaut ist.
[0088] Die Ventile 31, 32 weisen jeweils, wie anhand des Ventils 31 in Fig. 1b exemplarisch
gezeigt ist, einen Ventilstößel 36a, eine Ventilfeder 36b und einem Klemmstift 36d
auf. Der Klemmstift dient zur Vorspannungsjustage des Formgedächtnismaterial-Aktuators
36e. Die Ventilführung 37 ist in eine Aussparung des Basiskörpers eingepasst, zwischen
Ventilführung 37 und Basiskörper ist die Membran 49 (36c) eingeklemmt, die als Verschlusselement
für beide Ventile 31, 32 eingesetzt wird. Ein Deckelteil 42 deckt die Ventilführung
37 über dem Basiskörper 40 ab, ist an diesem befestigt und dient als Widerlager der
Feder 36b, die zwischen Deckelteil und dem Flansch des Ventilstößels 36a eingespannt
ist. Über dem Deckelteil ist die Platine 41 befestigt. Auf dieser sind die FGL-Aktuatoren
durch Verlöten befestigt, um bei Kontraktion den Klemmstift 36d und den mit diesem
verbundenen Ventilstößel 36a auszulenken, um das Ventil zu öffnen.
[0089] In der Figur 1b ist der erste, geschlossene Zustand des Ventils 31 zu sehen, bei
dem die Durchlassöffnung 14 verschlossen ist. In der Figur 1c ist der geschlossene
Zustand des zweiten Ventils 32 zu sehen, bei dem mittels der Membran 49 die dritte
Öffnung 23, nämlich die Durchlassöffnung 23 verschlossen ist, die den mit der Umgebung
verbundenen Bypasskanal 43 mit dem ersten Luftkanalabschnitt 11 verbindet.
[0090] Fig. 3a bis 3c zeigen exemplarisch, wie ein bewegliches Element, z.B. ein Verdrängungselement
oder ähnlich auch ein Ventilstößel, ausgelenkt werden können.
[0091] Eine Kontraktion des Formgedächtnismaterial-Aktuator 85 führt dazu, siehe Fig. 3a
und 3b, dass das bewegliche Element 83' in kürzester Zeit, also impulsartig bzw. schlagartig,
von der ersten P1 in die zweite Position P2 bewegt wird.
[0092] Das Formgedächtnismaterial-Aktuator ist eine Legierung auf Basis von TiNiCu, die
im Vergleich zum herkömmlichen NiTi noch ermüdungsresistenter ist und damit eine vorteilhafte
Langzeitstabilität und Zuverlässigkeit des Formgedächtnismaterial-Aktuators bietet.
Die Phasenübergangs- oder Schalttemperaturen des Materials werden mittels Dynamischer
Differenzkalorimetrie (engl. DSC) bestimmt, siehe Diagramm der Fig. 6. In dieser Messung
erscheint der für die Aktuierung wichtige Phasenübergang als Peak. Aus dem Diagramm
lässt sich entnehmen, dass für ein Schalten des Aktuators die Temperatur des Aktuators
auf mindestens 67 °C erhöht werden muss; für das Zurückstellen muss die Temperatur
wiederum auf höchstens 50 °C gesenkt werden. Unterhalb der materialspezifischen kritischen
Temperatur 50 °C befindet sich der Formgedächtnismaterial-Aktuator insbesondere in
der Martensit-Phase und lässt sich bereits durch geringe Kräfte (scheinbar) plastisch
verformen. In diesem Zustand befindet sich der Formgedächtnismaterial-Aktuator in
der in Fig. 3a gezeigten ersten Position des beweglichen Elements. Der Formgedächtnismaterial-Aktuator
kann in der ersten Position insbesondere so angeordnet sein, dass er unter einer mechanischen
Spannung steht. Er kann aber auch entspannt sein. Beim Aufheizen auf die weitere kritische
Temperatur 67°C wird innerhalb von Millisekunden die ursprüngliche Bauteilgestalt
wiederhergestellt, das Material verhält sich dann wie ein gewöhnliches Metall entsprechend
dem Hookschen Gesetz. Die kritischen Temperaturen des Formgedächtnismaterial-Aktuators
sind einstellbar, indem ein elektrischer Strom I das Formgedächtnismaterial-Aktuator
durchfliesst. Dazu ist eine Spannungsversorgung vorgesehen, mit der sich ein durch
den Formgedächtnismaterial-Aktuator führender Stromkreis wahlweise zum Aufheizen schließen
lässt (Fig. 3b) oder zum Abkühlen des Formgedächtnismaterial-Aktuator öffnen lässt
(Fig. 3a). Es wird zwischen beweglichem Element und Aktuator vorzugsweise eine Kugel
83b' oder ein Halterungselement 85a' eingesetzt, die/das sich unter dem X-förmigen,
taschen-artig gekrümmten Aktuatoreinrichtung 85 selbst zentriert.
[0093] Die Figuren 3a und 3b zeigen die X-förmig angeordnete, taschen-artig gebildete Aktuatoreinrichtung
85, wobei in Fig. 3a eine erste Position gezeigt ist, in der das bewegliche Element
vom Rückstellelement, also z.B. einer Feder, in der ersten Position gehalten wird,
und wobei in Fig. 3b die zweite Position gezeigt ist, in der die Aktuatoreinrichtung
85 aktiviert wurde und das bewegliche Element ausgelenkt wurde bis zur zweiten Position
in den Anschlag. Die Aktuatoreinrichtung 85 weist zwei Formgedächtnismaterial-Aktuatoren
auf Basis einer NiCuTi-Legierung auf, nämlich zwei langgestreckte, stegförmige, auf
Basis von gesputtertem Film hergestellte Formgedächtnismaterial-Aktuatoren, die einander
überkreuzend, also X-förmig, zentral oberhalb der Kugel des beweglichen Elements 83'
angeordnet sind. Die Verwendung Filmbasierter Aktuatoren ermöglicht ein Einstellen
der Kräfte und Stellwege durch Anpassung der zweidimensionalen Geometrie. Die im Verhältnis
zum Volumen sehr große Oberfläche bleibt dabei erhalten und sorgt für eine schnelle
Wärmeabgabe bzw. Rückstellung des Aktuators im stromlosen Zustand.
[0094] Die Enden der Formgedächtnismaterial-Aktuatoren sind am Basiskörper 86, 40 bzw. an
der Platine der Mikrodosiereinrichtung 80 jeweils an den beiden Kopplungsstellen 88
(Fig. 3a) verankert. Die Formgedächtnismaterial-Aktuator sind oberhalb der Auflagestelle
so gespannt, dass die Kreuzungsstelle 85a jeweils eine Krümmungsstelle des Formgedächtnismaterial-Aktuators
bildet. Dadurch wird, wie in den Figuren 3a, 3b und 3c beispielhaft dargestellt ist,
ein schalenartiger Bereich der Aktuatoreinrichtung gebildet, durch die sich die Aktuatoreinrichtung
oberhalb der Auflagestelle zentriert und eine präzise entlang der linearen Bewegungsrichtung
zwischen der ersten und zweiten Position nach unten gerichtete Kraft erzeugt, die
eine entsprechend präzise Auslenkung zur Folge hat. Die zwei Formgedächtnismaterial-Aktuatoren
können durch ein Verbindungsglied (nicht gezeigt) gekoppelt sein. Während in Fig.
3a bis 3c das bewegliche Element 83' aus quaderförmigen Abschnitten aufgebaut ist,
kann es auch anders geformt sein, insbesondere mit zylinderförmigen Abschnitten, sowie
mit einer Kugel als Auflagefläche für die Aktuatoreinrichtung 85.
[0095] Die Membran 49 besteht aus hochflexiblem PDMS der Dicke 200 µm und ist im stromlosen
Zustand der Formgedächtnismaterial-Aktuatoren vorausgelenkt, um die Ventilöffnung
zu schließen.
[0096] Die Aktuatoren der Aktuatoreinrichtung 85 sind beispielsweise jeweils paarweise auf
eine Trägerplatte bzw. Platine mit integrierten Leiterbahnen aufgebracht und elektrisch
kontaktiert, siehe Fig. 3a, 3b. Die elektrische Ansteuerung der Formgedächtnismaterial-Aktuator
erfolgt über eine elektrische Steuereinrichtung, die dazu eingerichtet ist, eine Spannung
gleichzeitig an beider Formgedächtnismaterial-Aktuatoren anzulegen und diese synchron
zu kontrahieren. Beispielsweise werden über ein dreiadriges Kabel beide Aktuatoren
an eine Stromquelle angeschlossen. Eine mittlere Ader dient dabei als gemeinsame Masse-Elektrode.
Für ein möglichst schnelles Schalten werden die Aktuatoren im Betrieb mit einem sehr
kurzen Spannungs- bzw. Stromimpuls aktiviert, der einige 10 ms dauert, und anschließend
die effektive Spannung durch Pulsweitenmodulation soweit gedrosselt, dass die Schaltposition
der Formgedächtnismaterial-Aktuatoren gerade gehalten werden kann.
[0097] Für ein möglichst schnelles Schalten der Formgedächtnismaterial-Aktuatoren werden
die Versorgungsspannung auf 4 V, die Dauer des initialen Spannungspulses auf 10 ms,
sowie die Pulsweitenmodulation beispielsweise auf einen Duty Cycle von 1/128 eingestellt.
Die tatsächliche Schaltzeit wird z.B. durch Beobachtung des Aktors (bzw. der darunterliegenden
Kugel) mit einer Hochgeschwindigkeitskamera bestimmt. Ein Formgedächtnismaterial-Aktuator
benötigt insbesondere weniger als 2 ms für das Zurücklegen des Hubes. Die Kraft-Auslenkungs-Kennlinien
der FGL-Aktuatoren lassen sich mittels einer Zugprüfmaschine bestimmen.
[0098] Die Steuerung dieser Verfahren zum Betreiben des Moduls 1 sind vorzugsweise durch
eine in gewünschter Weise eingerichtete, insbesondere programmierte, elektrische Steuereinrichtung
350 implementiert (Fig. 4). Die Steuereinrichtung 350 kann Bestandteil des Moduls
1 sein. Alternativ kann die Steuereinrichtung 350 ein externes Gerät oder dessen Bestandteil
sein. Insbesondere kann die Steuereinrichtung 350 Bestandteil einer modifizierten
Pipettiervorrichtung sein, insbesondere eine um die Steuereinrichtung 350 ergänzte
konventionelle Pipettiervorrichtung.
1. Mikrodosiereinrichtung (1) zum Erzeugen eines Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe
in Form eines Mikrofreistrahls, aufweisend
einen Luftkanal (10), der eine Durchlassöffnung (14) aufweist, die einen ersten Luftkanalabschnitt
(11) und einen zweiten Luftkanalabschnitt (12) des Luftkanals verbindet, wobei der
erste Luftkanalabschnitt (11) eine erste Öffnung (21) aufweist und der zweite Luftkanalabschnitt
(12) eine zweite Öffnung (22) aufweist, mit der ein die Fluidprobe enthaltender Fluidtransferbehälter
(99) verbindbar ist,
ein steuerbares erstes Ventil (31), das dazu eingerichtet ist, die Durchlassöffnung
(14) des Luftkanals (10) wahlweise, in einem ersten Zustand, geschlossen zu halten,
um einen Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt (11) gegenüber dem zweiten Luftkanalabschnitt
(12) zu ermöglichen, oder, in einem zweiten Zustand, geöffnet zu halten, sowie einen
schlagartigen Wechsel vom ersten in den zweiten Zustand zu ermöglichen,
eine elektrische Steuereinrichtung,
wobei die elektrische Steuereinrichtung dazu eingerichtet ist, das erste Ventil (31)
so zu steuern, dass die Durchlassöffnung (14) mittels des ersten Ventils schlagartig
geöffnet wird, wodurch, bedingt durch den Druckausgleich zwischen dem ersten (11)
und zweiten Luftkanalabschnitt (12), ein Mikroluftvolumen aus dem ersten Luftkanalabschnitt
austritt und ein Mikroluftvolumen (V) den Luftkanal (10) durch die zweite Öffnung
(22) verlässt, so dass ein durch das Mikroluftvolumen (V) bestimmtes Mikrodosiervolumen
der im Fluidtransferbehälter (99) gehaltenen Fluidprobe verdrängt wird und in Form
eines Mikrofreistrahls aus dem Fluidtransferbehälter in einen Außenraum abgegeben
wird,
wobei das erste Ventil einen Formgedächtnislegierungs(FGL)-Aktuator aufweist.
2. Mikrodosiereinrichtung gemäß Anspruch 1, wobei die erste Öffnung der Mikrodosiereinrichtung
mit einer Luftkammer einer Pipettiervorrichtung verbindbar ist.
3. Mikrodosiereinrichtung gemäß Anspruch 1, wobei die Mikrodosiereinrichtung eine Luftkammer
aufweist, die mit der ersten Öffnung verbunden ist, ein Verdrängungselement, das zur
Verdrängung eines Mikrovolumens (V) der Luftkammer eingerichtet ist, und einen Antrieb,
um die Auslenkung des Verdrängungselements anzutreiben, wodurch im ersten Zustand
des ersten Ventils der Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt erzeugbar ist.
4. Mikrodosiereinrichtung gemäß Anspruch 3, wobei das Verdrängungselement ein Kolbenelement
ist, das dazu eingerichtet ist, im ersten Zustand des ersten Ventils (31) das Mikroluftvolumen
(V) zu verdrängen und das dazu eingerichtet ist, im zweiten Zustand des ersten Ventils
ein Makroluftvolumen zu verdrängen.
5. Mikrodosiereinrichtung gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei die erste Öffnung
der Mikrodosiereinrichtung mit dem Arbeitskonus einer Pipettiervorrichtung verbindbar
ist, so dass mittels der Pipettiervorrichtung im ersten Luftkanalabschnitt der gewünschte
Überdruck einstellbar ist.
6. Mikrodosiereinrichtung gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei der erste Luftkanalabschnitt
eine verschließbare dritte Öffnung (23) aufweist, die den ersten Luftkanalabschnitt
mit dem Außenraum verbindet, und ein steuerbares zweites Ventil (32) aufweist, das
dazu eingerichtet ist, die dritte Öffnung des Luftkanals wahlweise, in einem ersten
Zustand, geschlossen zu halten, um den Überdruck im ersten Luftkanalabschnitt gegenüber
dem zweiten Luftkanalabschnitt zu ermöglichen, oder, in einem zweiten Zustand, geöffnet
zu halten, sowie einen Wechsel vom ersten in den zweiten Zustand zur Herbeiführung
eines Druckausgleichs im ersten Luftkanalabschnitt zum Außenraum zu ermöglichen.
7. Mikrodosiereinrichtung gemäß einem der vorherigen Ansprüche, wobei das zweite Ventil
einen FGL-Aktuator aufweist.
8. Mikrodosiereinrichtung gemäß einem der vorherigen Ansprüche, die eine elektrische
Steuereinrichtung aufweist, die dazu eingerichtet ist, das erste Ventil (31) so zu
steuern, dass die Durchlassöffnung (14) mittels des ersten Ventils schlagartig geöffnet
wird, wodurch, bedingt durch den Druckausgleich zwischen dem ersten (11) und zweiten
Luftkanalabschnitt (12), ein Mikroluftvolumen aus dem ersten Luftkanalabschnitt austritt
und ein Mikroluftvolumen (V) den Luftkanal (10) durch die zweite Öffnung (22) verlässt,
so dass ein durch das Mikroluftvolumen (V) bestimmtes Mikrodosiervolumen der im Fluidtransferbehälter
(99) gehaltenen Fluidprobe verdrängt wird und in Form eines Mikrofreistrahls aus dem
Fluidtransferbehälter in den Außenraum abgegeben wird.
9. System (400) zum Erzeugen eines Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe in Form eines
Mikrofreistrahls, beinhaltend eine Mikrodosiereinrichtung gemäß einem der vorherigen
Ansprüche und eine Pipettiervorrichtung, die dazu dient, diesen Überdruck im ersten
Luftkanalabschnitt zu erzeugen, wobei die erste Öffnung der Mikrodosiereinrichtung
mit einer Luftkammer der Pipettiervorrichtung verbindbar ist oder verbunden ist, die
zudem aufweist: ein Verdrängungselement, das zur Verdrängung eines Mikrovolumens (V)
der Luftkammer eingerichtet ist, und einen Antrieb, um die Auslenkung des Verdrängungselements
anzutreiben, wodurch im ersten Zustand des ersten Ventils der Überdruck im ersten
Luftkanalabschnitt erzeugbar ist.
10. System gemäß Anspruch 9, wobei die Pipettiervorrichtung insbesondere eine kommerziell
erhältliche Pipettiervorrichtung ist, wobei die Pipettiervorrichtung eine elektrische
Steuereinrichtung aufweist, die dazu eingerichtet ist, das erste Ventil (31) so zu
steuern, dass die Durchlassöffnung (14) mittels des ersten Ventils schlagartig geöffnet
wird, wodurch, bedingt durch den Druckausgleich zwischen dem ersten (11) und zweiten
Luftkanalabschnitt (12), ein Mikroluftvolumen aus dem ersten Luftkanalabschnitt austritt
und ein Mikroluftvolumen (V) den Luftkanal (10) durch die zweite Öffnung (22) verlässt,
so dass ein durch das Mikroluftvolumen (V) bestimmtes Mikrodosiervolumen der im Fluidtransferbehälter
(99) gehaltenen Fluidprobe verdrängt wird und in Form eines Mikrofreistrahls aus dem
Fluidtransferbehälter in den Außenraum abgegeben wird.
11. System gemäß Anspruch 9 oder 10, mit einer Kabelverbindung, welche die Mikrodosiereinrichtung
mit einer elektrischen Steuereinrichtung der Pipettiervorrichtung verbindet, so dass
das mindestens eine Ventil der Mikrodosiereinrichtung durch die elektrischen Steuereinrichtung
steuerbar ist, insbesondere um das erste Ventil (31) so zu steuern, dass die Durchlassöffnung
(14) mittels des ersten Ventils schlagartig geöffnet wird, wodurch, bedingt durch
den Druckausgleich zwischen dem ersten (11) und zweiten Luftkanalabschnitt (12), ein
Mikroluftvolumen aus dem ersten Luftkanalabschnitt austritt und ein Mikroluftvolumen
(V) den Luftkanal (10) durch die zweite Öffnung (22) verlässt, so dass ein durch das
Mikroluftvolumen (V) bestimmtes Mikrodosiervolumen der im Fluidtransferbehälter (99)
gehaltenen Fluidprobe verdrängt wird und in Form eines Mikrofreistrahls aus dem Fluidtransferbehälter
in den Außenraum abgegeben wird.
12. Verfahren (500) zum Erzeugen eines Mikrodosiervolumens einer Fluidprobe in Form eines
Mikrofreistrahls mittels einer Mikrodosiereinrichtung gemäß einem der vorangehenden
Ansprüche, aufweisend den Schritt (Abgabeschritt), dass das erste Ventil so gesteuert
wird, dass die Durchlassöffnung mittels des ersten Ventils schlagartig geöffnet wird,
wodurch, bedingt durch den Druckausgleich zwischen dem ersten und zweiten Luftkanalabschnitt,
ein Mikroluftvolumen aus dem ersten Luftkanalabschnitt austritt und ein Mikroluftvolumen
(V) den Luftkanal durch die zweite Öffnung verlässt, so dass ein durch das Mikroluftvolumen
(V) bestimmtes Mikrodosiervolumen der im Fluidtransferbehälter gehaltenen Fluidprobe
verdrängt wird und in Form eines Mikrofreistrahls aus dem Fluidtransferbehälter in
den Außenraum abgegeben wird.
13. Verfahren gemäß Anspruch 12, aufweisend die Schritte, dass mittels einer Pipettiervorrichtung,
die eine mit der ersten Öffnung verbundene Luftkammer und ein Verdrängungselement
aufweist, durch Verdrängung eines Mikrovolumens (V) in der Luftkammer ein Überdruck
in dem ersten Luftkanalabschnitt hergestellt wird, bevor der Abgabeschritt erfolgt.
14. Verfahren gemäß Anspruch 12 oder 13, aufweisend Schritte, die der Aufnahme und/oder
Abgabe der Fluidprobe bei einem Pipettier- oder Dispensiervorgang dienen.
15. Verwendung der Mikrodosiereinrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 8, des Systems
gemäß einem der Ansprüche 9 bis 11 oder des Verfahrens gemäß einem der Ansprüche 12
bis 14 zur Erzeugung eines Mikrodosiervolumens einer Laborprobe im Freistrahl, insbesondere
einer wässrigen Laborprobe, insbesondere einer biologischen, medizinischen, chemischen,
biochemischen, pharmazeutischen oder forensischen Probe.
1. Microdosing device (1) for generating a microdosing volume of a fluid sample in the
form of a microjet, comprising
an air duct (10) that comprises a passage opening (14), which connects a first air
duct section (11) and a second air duct section (12) of the air duct, wherein the
first air duct section (11) comprises a first opening (21) and the second air duct
section (12) comprises a second opening (22), to which a fluid transfer container
(99) containing the fluid sample can be connected,
a controllable first valve (31) that is configured to selectively keep the passage
opening (14) of the air duct (10) in a first state closed, in order to allow for an
overpressure in the first air duct section (11) relative to the second air duct section
(12), or in a second state open, and to allow for an abrupt switching from the first
to the second state,
an electric control device,
in which the electrical control device is configured to control said first valve (31)
in such a way that said passage opening (14) is opened abruptly by means of the first
valve, whereby, due to the pressure equalization between said first (11) and said
second air duct (12), a microvolume of air exits the first air duct section and a
microvolume of air (V) exits said air duct (10) through said second opening (22),
so that a microdosing volume, with that volume being determined by the microvolume
of air (V), of the fluid sample contained in the fluid transfer container (99) is
displaced and emitted in the form of a microjet from the fluid transfer container
into an external volume,
wherein the first valve (31) comprises a shape-memory alloy (SMA) actuator.
2. Microdosing device according to claim 1, in which the first opening of the microdosing
device can be connected to an air chamber of a pipetting apparatus.
3. Microdosing device according to claim 1, in which the microdosing device comprises
an air chamber that is connected to the first opening, a displacement element that
is configured for displacing a microvolume (V) of the air chamber, and a drive system
for driving the deflection of the displacement element, whereby an overpressure can
be generated in said first air duct section when said first valve is in said first
state.
4. Microdosing device according to claim 3, in which the displacement element is a piston
element that is configured to displace the microvolume (V) when the first valve (31)
is in the first state, and that is configured to displace a macrovolume of air when
the first valve is in the second state.
5. Microdosing device according to any one of the preceding claims, in which the first
opening of the microdosing device can be connected to the nose cone of a pipetting
apparatus, so that the desired overpressure can be adjusted in the first air duct
section by means of the pipetting apparatus.
6. Microdosing device according to any one of the preceding claims, in which the first
air duct section comprises a closable third opening (23) that connects said first
air duct section with the external volume, and a controllable second valve (32) that
is configured to selectively keep the third opening of the air duct in a first state
- closed - in order to allow for the overpressure in the first air duct section relative
to the second air duct section, or in a second state - open -, and to allow for switching
from the first to the second state in order to achieve a pressure equalization between
the first air duct section and the external volume.
7. Microdosing device according to any one of the preceding claims, in which the second
valve comprises a SMA actuator.
8. Microdosing device according to any one of the preceding claims that comprises an
electrical control device, which is configured to control said first valve (31) such
that said passage opening (14) is opened abruptly by means of said first valve, whereby,
due to the pressure equalization between said first (11) and said second air duct
section (12), a microvolume of air exits said first air duct section and a microvolume
of air (V) exits said air duct (10) through the second opening (22), so that a microdosing
volume, with that volume being determined by the microvolume of air (V), of the fluid
sample contained in the fluid transfer container (99) is displaced and emitted in
the form of a microjet from the fluid transfer container into the external space.
9. System (400) for generating a microdosing volume of a fluid sample in the form of
a microjet, comprising a microdosing device according to any one of the preceding
claims and a pipetting apparatus, which has the purpose of generating said overpressure
in said first air duct section, in which the first opening of the microdosing device
can be connected or is connected to an air chamber of the pipetting apparatus, and
which comprises furthermore: a displacement element that is configured to displace
a microvolume (V) of the air chamber, and a drive system for driving the deflection
of said displacement element, whereby an overpressure can be generated in said first
air duct section when said first valve is in said first state.
10. System according to claim 9, in which the pipetting apparatus is in particular a commercially
available pipetting apparatus, in which the pipetting apparatus comprises an electrical
control device that is configured to control the first valve (31) in such a way that
the passage opening (14) is opened abruptly by means of said first valve whereby,
due to the pressure equalization between said first (11) and said second air duct
section (12), a microvolume of air exits said first air duct section and a microvolume
of air (V) exits said air duct (10) through the second opening (22), so that a microdosing
volume, with that volume being determined by the microvolume of air (V), of the fluid
sample contained in the fluid transfer container (99) is displaced and emitted in
the form of a microjet from the fluid transfer container into the external space.
11. System according to claim 9 or 10, comprising a cable connection that connects the
microdosing device with an electrical control device of the pipetting apparatus, so
that said at least one valve of the microdosing device can be controlled by the electrical
control device, in particular for controlling said first valve (31) such that the
passage opening (14) is opened abruptly by means of said first valve, whereby, due
to the pressure equalization between said first (11) and said second air duct section
(12), a microvolume of air exits said first air duct section and a microvolume of
air (V) exits said air duct (10) through the second opening (22), so that a microdosing
volume, with that volume being determined by the microvolume of air (V), of the fluid
sample contained in the fluid transfer container (99) is displaced and emitted in
the form of a microjet from the fluid transfer container into the external space.
12. Procedure (500) for generating a microdosing volume of a fluid sample in form of a
microjet by means of a microdosing device according to any one of the preceding claims,
comprising the step (release step) of controlling said first valve such that the passage
opening is opened abruptly by means of said first valve, whereby, due to the pressure
equalization between the first and the second air duct section, a microvolume of air
exits said first air duct section and a microvolume of air (V) exits said air duct
(10) through the second opening, so that a microdosing volume, with that volume being
determined by the microvolume of air (V), of the fluid sample contained in the fluid
transfer container is displaced and emitted in the form of a microjet from the fluid
transfer container into the external space.
13. Procedure according to claim 12, comprising the steps of generating an overpressure
in the first air duct section by means of a pipetting apparatus, which comprises an
air chamber connected to the first opening and a displacement element, and with the
overpressure being generated by displacing a microvolume (V) in the air chamber before
the release step occurs.
14. Procedure according to claim 12 or 13, comprising steps that serve for the uptake
and/or the release of a fluid sample in a pipetting- or dispensing process.
15. Usage of the microdosing device according to any one of the claims 1 through 8, of
the system according to any one of the claims 9 through 11, or of the procedure according
to any one of the claims 12 through 14 for generating a microdosing volume of a laboratory
sample in a jet, in particular of an aqueous laboratory sample, in particular of a
biological, medical, chemical, biochemical, pharmaceutical, or forensic sample.
1. Dispositif de microdosage (1) pour produire un microvolume dosé d'un échantillon de
fluide sous forme d'un microjet libre, présentant
un canal d'air (10), qui présente une ouverture de passage (14), qui relie une première
partie de canal d'air (11) et une deuxième partie de canal d'air (12) du canal d'air,
dans lequel la première partie de canal d'air (11) présente une première ouverture
(21) et la deuxième partie de canal d'air (12) présente une deuxième ouverture (22),
à laquelle un récipient de transfert de fluide (99) contenant l'échantillon de fluide
peut être relié,
une première soupape (31) pouvant être commandée, qui est conçue pour maintenir fermée
l'ouverture de passage (14) du canal d'air (10) sélectivement, dans un premier état,
afin de permettre une surpression dans la première partie de canal d'air (11) par
rapport à la deuxième partie de canal d'air (12), ou, dans un deuxième état, pour
la maintenir ouverte, ainsi que pour permettre un passage brusque du premier dans
le deuxième état,
un dispositif de commande électrique,
dans lequel le dispositif de commande électrique est conçu pour commander la première
soupape (31), de sorte que l'ouverture de passage (14) est ouverte brusquement au
moyen de la première soupape, ce qui a pour effet, provoqué par la compensation de
pression entre la première (11) et la deuxième partie de canal d'air (12), qu'un microvolume
d'air sort de la première partie de canal d'air et qu'un microvolume d'air (V) quitte
le canal d'air (10) par la deuxième ouverture (22), de sorte qu'un microvolume dosé
de l'échantillon de fluide retenu dans le récipient de transfert de fluide (99) défini
par le microvolume d'air (V) est refoulé et distribué à partir du récipient de transfert
de fluide dans un espace extérieur sous forme d'un microjet libre,
dans lequel la première soupape comprend un actionneur en alliage à mémoire de forme
(FGL).
2. Dispositif de microdosage selon la revendication 1, dans lequel la première ouverture
du dispositif de microdosage peut être reliée à une chambre d'air d'un dispositif
de pipetage.
3. Dispositif de microdosage selon la revendication 1, dans lequel le dispositif de microdosage
présente une chambre d'air, qui est reliée à la première ouverture, un élément de
refoulement, qui est conçu pour le refoulement d'un microvolume (V) de la chambre
d'air, et un entraînement, afin d'entraîner la déviation de l'élément de refoulement,
ce qui a pour effet que dans le premier état de la première soupape, la surpression
dans la première partie de canal d'air peut être produite.
4. Dispositif de microdosage selon la revendication 3, dans lequel l'élément de refoulement
est un élément piston, qui est conçu, dans le premier état de la première soupape
(31), pour refouler le microvolume d'air (V) et qui est conçu, dans le deuxième état
de la première soupape, pour refouler un macrovolume d'air.
5. Dispositif de microdosage selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel la première ouverture du dispositif de microdosage peut être reliée au cône
de travail d'un dispositif de pipetage, de sorte que la surpression souhaitée peut
être réglée dans la première partie de canal d'air au moyen du dispositif de pipetage.
6. Dispositif de microdosage selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel la première partie de canal d'air présente une troisième ouverture (23) pouvant
être fermée, qui relie la première partie de canal d'air à l'espace extérieur, et
une deuxième soupape (32) pouvant être commandée, qui est conçue pour maintenir fermée
la troisième ouverture du canal d'air sélectivement, dans un premier état, afin de
permettre la surpression dans la première partie de canal d'air par rapport à la deuxième
partie de canal d'air, ou, dans un deuxième état, de la maintenir ouverte, ainsi que
pour permettre un passage du premier dans le deuxième état pour provoquer une compensation
de pression dans la première partie de canal d'air par rapport à l'espace extérieur.
7. Dispositif de microdosage selon l'une quelconque des revendications précédentes, dans
lequel la deuxième soupape présente un actionneur FGL.
8. Dispositif de microdosage selon l'une quelconque des revendications précédentes, qui
présente un dispositif de commande électrique, qui est conçu pour commander la première
soupape (31) de sorte que l'ouverture de passage (14) est ouverte brusquement au moyen
de la première soupape, ce qui a pour effet, provoqué par la compensation de pression
entre la première (11) et la deuxième partie de canal d'air (12), qu'un microvolume
d'air sort de la première partie de canal d'air et qu'un microvolume d'air (V) quitte
le canal d'air (10) par la deuxième ouverture (22), de sorte qu'un microvolume dosé
de l'échantillon de fluide retenu dans le récipient de transfert de fluide (99) défini
par le microvolume d'air (V) est refoulé et distribué à partir du récipient de transfert
de fluide dans l'espace extérieur sous forme d'un microjet libre.
9. Système (400) pour produire un microvolume dosé d'un échantillon de fluide sous forme
d'un microjet libre, comportant un dispositif de microdosage selon l'une quelconque
des revendications précédentes et un dispositif de pipetage, qui sert à produire cette
surpression dans la première partie de canal d'air, dans lequel la première ouverture
du dispositif de microdosage peut être reliée ou est reliée à une chambre d'air du
dispositif de pipetage, qui présente en outre : un élément de refoulement, qui est
conçu pour le refoulement d'un microvolume (V) de la chambre d'air, et un entraînement,
afin d'entraîner la déviation de l'élément de refoulement, ce qui a pour effet que
dans le premier état de la première soupape, la surpression dans la première partie
de canal d'air peut être produite.
10. Système selon la revendication 9, dans lequel le dispositif de pipetage est en particulier
un dispositif de pipetage disponible à la vente, dans lequel le dispositif de pipetage
présente un dispositif de commande électrique, qui est conçu pour commander la première
soupape (31), de sorte que l'ouverture de passage (14) est ouverte brusquement au
moyen de la première soupape, ce qui a pour effet, provoqué par la compensation de
pression entre la première (11) et la deuxième partie de canal d'air (12), qu'un microvolume
d'air sort de la première partie de canal d'air et qu'un microvolume d'air (V) quitte
le canal d'air (10) par la deuxième ouverture (22), de sorte qu'un microvolume dosé
de l'échantillon de fluide retenu dans le récipient de transfert de fluide (99) défini
par le microvolume d'air (V) est refoulé et distribué à partir du récipient de transfert
de fluide dans l'espace extérieur sous forme d'un microjet libre.
11. Système selon la revendication 9 ou 10, avec une liaison par câble, laquelle relie
le dispositif de microdosage à un dispositif de commande électrique du dispositif
de pipetage, de sorte que la au moins une soupape du dispositif de microdosage peut
être commandée par le dispositif de commande électrique, en particulier afin de commander
la première soupape (31) de sorte que l'ouverture de passage (14) est ouverte brusquement
au moyen de la première soupape, ce qui a pour effet, provoqué par la compensation
de pression entre la première (11) et la deuxième partie de canal d'air (12), qu'un
microvolume d'air sort de la première partie de canal d'air et qu'un microvolume d'air
(V) quitte le canal d'air (10) par la deuxième ouverture (22), de sorte qu'un microvolume
dosé de l'échantillon de fluide retenu dans le récipient de transfert de fluide (99)
défini par le microvolume d'air (V) est refoulé et distribué à partir du récipient
de transfert de fluide dans l'espace extérieur sous forme d'un microjet libre.
12. Procédé (500) pour produire un microvolume dosé d'un échantillon de fluide sous forme
d'un microjet libre au moyen d'un dispositif de microdosage selon l'une quelconque
des revendications précédentes, présentant l'étape (étape de distribution) selon laquelle
la première soupape est commandée de sorte que l'ouverture de passage est ouverte
brusquement au moyen de la première soupape, ce qui a pour effet, provoqué par la
compensation de pression entre la première et deuxième partie de canal d'air, qu'un
microvolume d'air sort de la première partie de canal d'air et qu'un microvolume d'air
(V) quitte le canal d'air par la deuxième ouverture, de sorte qu'un microvolume dosé
de l'échantillon de fluide retenu dans le récipient de transfert de fluide défini
par le microvolume d'air (V) est refoulé et distribué à partir du récipient de transfert
de fluide dans l'espace extérieur sous forme d'un microjet libre.
13. Procédé selon la revendication 12, présentant les étapes selon lesquelles au moyen
d'un dispositif de pipetage, qui présente une chambre d'air reliée à la première ouverture
et un élément de refoulement, par refoulement d'un microvolume (V) dans la chambre
d'air, une surpression est établie dans la première partie de canal d'air, avant que
l'étape de distribution ne s'effectue.
14. Procédé selon la revendication 12 ou 13, présentant les étapes qui servent à la réception
et/ou distribution de l'échantillon de fluide lors d'une opération de pipetage ou
de distribution.
15. Utilisation du dispositif de microdosage selon l'une quelconque des revendications
1 à 8, du système selon l'une quelconque des revendications 9 à 11 ou du procédé selon
l'une quelconque des revendications 12 à 14 pour la production d'un microvolume dosé
d'un échantillon de laboratoire dans le jet libre, en particulier d'un échantillon
de laboratoire aqueux, en particulier d'un échantillon biologique, médical, chimique,
biochimique, pharmaceutique ou médico-légal.