Vorrichtung für die Mikrofluidik
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf die Gebiete der Mikrosystemtechnik und der Mikrofluidik
und betrifft eine Vorrichtung für die Mikrofluidik, wie sie beispielsweise für aktorische
oder sensorische Lab-on-a-Chip Systeme, die Impedanzspektroskopie, Oberflächenplasmonenresonanz
oder die elektromagnetische Separation in der Medizintechnik oder in der analytischen
Chemie und Biochemie zum Einsatz kommen kann.
[0002] Die Mikrofluidik beschäftigt sich mit dem Verhalten von Flüssigkeiten und Gasen auf
kleinstem Raum (Wikipedia, Suchbegriff "Mikrofluidik"). Die Mikrofluidik wird zunehmend
auch für die Analyse oder Manipulation von Fluiden eingesetzt. Dazu werden mittlerweile
sogenannte Lab-on-a-Chip-Systeme (auch als Mikro-Total-Analyse-Systeme, micro total
analysis systems, µTAS bezeichnet) als mikrofluidische Systeme eingesetzt, welche
die Funktionalität eines makroskopischen Labors auf einem Chipsubstrat vereinen.
[0003] Dazu müssen in allen Lab-on-a-Chip-Systemen auch die nötigen Aufgaben, die im makroskopischen
Maßstab realisiert werden, ebenfalls ausgeführt werden können. Dazu gehören beispielsweise
Mischen, Abmessen, zur Reaktion bringen, Transportieren, Analysieren (zum Beispiel
optisch, elektrisch oder akustisch), usw.
[0004] Derartige Lab-on-a-Chip-Systeme bestehen typischerweise aus zwei Hauptkomponenten,
die für die Grundoperationen notwendig sind. Die eine Hauptkomponente ist die passive
Komponente, die einfache Techniken realisiert und ohne äußere Energiezufuhr auskommt,
wie Ausnutzung der Kapillareffekte zum Ansaugen von Flüssigkeit in Kanäle oder Vliese,
oder Ausnutzung von Farbumschlagreaktionen bei Drogen-/Schwangerschaftstests, wie
Mischen oder Transportieren der Fluide aus Kanälen, Reaktionskammern und vorgelagerten
Reagenzien. Die entsprechenden Vorrichtungselemente sind meist Testträger oder Einwegkartuschen.
Die zweite Hauptkomponente ist die aktive Komponente, die einen zusätzlichen Energieeintrag
in das System (zum Beispiel magnetisch, elektrisch, akustisch, thermisch oder optisch)
benötig und die vielfältige Sensorik-/Aktorikmöglichkeiten realisiert, wie Impedanzspektroskopie,
Flüssigkeitserwärmung bei der Polymerase-Kettenreaktion, SAW-Zerstäuben, usw.. Die
zweite Komponente ermöglicht es, die Prozesse für die Analyse von Fluiden automatisiert
ablaufen zu lassen.
[0005] Für Anwendungen in der Mikrofluidik sind aus dem Stand der Technik verschiedene Vorrichtungen
bekannt.
[0006] So ist ein Si/SiO
x-Mikro-Refraktometer auf einem Si-Substrat bekannt (
A. Bernardi et al: Applied Physics Letters 93, 094106 (2008)). Danach wird ein Mikroröhrchen mit einem Durchmesser von 2 - 3 µm und einer Länge
von 100 µm bis 1 mm, welches aus einer aufgerollten Si/SiO
x-Bischicht besteht, mit einer Flüssigkeit gefüllt. Mittels Mikrophotolumineszenz-Spektroskopie
wird durch Anregung mittels eines Lasers der Brechungsindex der Flüssigkeit ermittelt.
[0007] Ebenfalls bekannt sind optofluidische Ringresonatorstrukturen als Mikrostrukturen
(
K. Scholten et al: Applied Physics Letters 99, 141108 (2011)). Derartige Ringresonatorstrukturen werden als Sensoren für die biomedizinische
Analyse benötigt. Diese Ringresonatorstrukturen bestehen aus kleinen Kapillaren, durch
die die Analyseflüssigkeit fließt. Derartige Resonatorstrukturen lassen sich aufgrund
ihrer Herstellung entweder nur schlecht in "lab-on-a-chip"-Mikrosysteme integrieren
oder sie weisen vergleichsweise schlechte Eigenschaften (Q-Faktoren) auf.
[0008] Aus der
DE 10 2012 206 042 A1 ist ein mikrofluidisches mikrochemomechanisches System mit integrierten aktiven Elementen
bekannt, welche frei von Hilfsenergie durch beeinflussbare Umgebungsgrößen aktivierbar
ist und durch die Änderung ihres Quellungszustandes oder ihrer mechanischen Eigenschaften
aktive Funktionen bewirken. Das System enthält zumindest einen Strukturträger mit
zumindest einem ersten Kanal, eine Abdeckung, welche den Strukturträger zumindest
teilweise abdeckt und zumindest einen zweiten Kanal, wobei der zweite Kanal auf dem
Strukturträger oder der Abdeckung angeordnet ist. Die Kanäle bilden jeweils durch
aktive Elemente begrenzte Reservoirräume aus, die so angeordnet sind, dass sie zueinander
mindestens einen Überlagerungsbereich aufweisen und zusammen eine Reaktionskammer
bilden.
[0009] Weiterhin bekannt aus der
DE 10 2011 112 638 A1 ist ein mikrofluidischer Chip, der mindestens ein mikrofluidisches Kanalsystem, welches
mindestens einen horizontalen Kanal und mindestens eine horizontale Kammer umfasst,
wobei der mindestens eine Kanal und die mindestens eine Kammer durch eine Membran
getrennt sind und der mindestens eine Kanal von einer zellhaltigen Flüssigkeit durchströmt
werden kann, und eine Breite von mindestens 10 µm und höchstens 300 µm und eine Tiefe
von mindestens 10 µm und höchstens 100 µm aufweist. Die mindestens eine Kammer kann
unabhängig von dem mindestens einen Kanal gefüllt werden. Der Kanal kann oben und
die Kammer unten, oder der Kanal unten und die Kammer oben liegen. Der Eingangs- und
der Ausgangsbereich des mindestens einen Kanals sind trichterförmig ausgestaltet.
[0010] Weiterhin bekannt aus der
DE 10 2006 020 716 A1 ist ein Mikrofluidik-Prozessor mit integrierten steuerbaren Elementen zur Handhabung
von Prozessmedien, mit auf temperatursensitiven Hydrogelen basierenden Elementen,
deren zur Medienhandhabung relevanten Sensibilitäten sich durch gezielt veränderbare
Umgebungstemperatur ändern, wobei die Umgebungstemperatur über elektrische oder elektronikkompatible
Schnittstellen steuerbar ist. Die integrierten Polymernetzwerk-basierten Elemente
sind hardwaremäßig in einer logischen Grundkonfiguration zusammengeschaltet und über
die Schnittstellen durch ein übergeordnetes System kontrollierbar. Der Mikrofluidik-Prozessor
weist mindestens eine fluidische Mischeinheit auf, welche über ausgangsseitig zusammengeschaltete
Hydrogelaktor-basierte Pumpen verfügt und für verschiedene Prozessmedien Mischungsverhältnisse
herstellt, die durch die jeweiligen Volumina der Pumpenkammern der Pumpen konstruktiv
vorgebbar sind und die entstandene Mischung in Reaktions- oder Analyseeinheiten befördern.
[0011] Aus der
DE 10 2012 201 713 A1 ist ein Verfahren für die Positionierung von Mikrostrukturelementen bekannt. Dabei
werden auf ein Substrat mindestens zwei Polymerschichten mindestens teilweise übereinander
aufgebracht, die nachfolgend in mindestens eine Plattform mit einem darauf oder darum
befindlichen Rahmen strukturiert werden, der Rahmen an mindestens teilweise und mindestens
an gegenüberliegenden Seiten der Plattform eine größere Höhe als die Plattform aufweist
und das Mikrostrukturelement innerhalb des Rahmens, mindestens zwischen die Teile
des Rahmens, die über die Plattform hinausragen, auf der Plattform mindestens positioniert
wird.
[0012] Des Weiteren ist aus der
DE 10 2012 201 714 A1 ein Verfahren zur Herstellung von Mikrofluidsystemen bekannt. Dabei wird auf einem
Substrat mindestens an den Positionen von Verbindungselementen mindestens eine Polymerschicht
aufgebracht und nachfolgend das Verbindungselement in die Position auf der Polymerschicht
gebracht. Anschließend wird mindestens eine weitere Polymerschicht mindestens teilweise
über das Verbindungselement mindestens mit einer Dicke aufgebracht, die mindestens
größer ist als die Höhe des Verbindungselementes, und danach wird eine Strukturierung
und Aushärtung mindestens der mindestens zweiten Polymerschicht realisiert.
[0013] Aus der
WO 2015 / 099 162 A1 ist ein Flüssigkeitsprobensensor bekannt, der einen Filter aufweist, der eine Flüssigkeitsprobe
filtert, einen ersten Kanal, der stromabwärts relativ zum Filter angeordnet ist und
aus einer Kapillare gebildet wird, einen zweiten Kanal, der stromabwärts relativ zum
Filter angeordnet ist und aus einer Kapillare gebildet ist, und a Sensorelement, das
sich im zweiten Kanal befindet und ein Signal entsprechend einem Bestandteil der Flüssigkeitsprobe
ausgibt.
[0014] Aus der
US 2010 / 2010 05 A1 ist ein mikrofluidische Komponente bekannt, umfassend mindestens eine erste Polymerschicht,
die mit einer Mikrostruktur für mindestens eine Flüssigkeit versehen ist; und mindestens
eine zweite Polymerschicht, wobei mindestens eine Halbleiterkomponente auf mindestens
einer der ersten Polymerschicht und der zweiten Polymerschicht angeordnet ist.
[0015] Aus der
WO 2009 / 062940 A1 ist eine in einen Analysator einsetzbare Sensorkassette mit einem durchgehenden Messkanal
zur Aufnahme fluidischer Medien und mit sensorischen Elementen zur Bestimmung von
chemischen und/oder physikalischen Parametern der fluidischen Medien bekannt, die
aus zumindest zwei fest miteinander verbundenen Modulen bestehen, welche jeweils ein
Gehäuse und einen Messkanalabschnitt aufweisen, wobei die Messkanalabschnitte benachbarter
Module durch eine fluidische Kopplung zum durchgehenden Messkanal verbunden sind.
Zumindest eines der miteinander verbundenen Module ist als Sensormodul ausgeführt
und ein Sensorarray mit zumindest zwei sensorischen Elementen aufweist und der Sensorkassette
ein Speicherelement zugeordnet ist, auf welchem für die Sensorkassette spezifische
Informationen, insbesondere zu deren Aufbau aus den jeweiligen Modulen, gespeichert
sind.
[0016] Aus der
US 6 772 513 B1 ist ein Verfahren zur Herstellung einer elektrofluidischen Verbindung in einer Mikrofluidvorrichtung
bekannt, die eine schematischen Querschnittsdarstellung eines mikroanalytischen Systems
offenbart, mit einzelnen Mikrochips der mikroanalytischen Komponente, die separat
hergestellt und auf einem mikrofluidischen Substrat zusammengebaut sind und elektrische
Verbindungen mit der Trägerelektronik als auch fluidische Verbindungen zwischen den
mikroanalytischen Komponenten bereitstellen. Die Fluidverbindungen können eingebettete
Strömungskanäle umfassen. Das mikrofluidische Substrat kann ferner einen Verteiler
für den Probeneinlass und Probenauslass oder elektrische Verbindungen zu einer separaten
PWB-Platine mit der Trägerelektronik umfassen.
[0017] Und bekannt aus der
WO 2014 / 165 559 A2 sind mikrofluidischen Anordnungen mit Modulen, die fluidische Grundoperationen in
Kombination mit Polydimethylsiloxan (PDMS) durchführen. Die verschiedenen Module sind
in einer Anordnung zusammengefasst und weisen untereinander unterschiedliche Verbindungsstellen
der fluidführenden Einrichtungen auf.
[0018] Nachteilig ist, dass die Kontaktierung beispielsweise der elektrischen und fluidischen
Elemente bei bekannten Vorrichtungen für die Mikrofluidik aufwendig ist und eine zu
geringe Flexibilität bei sich ändernden Anwendungen aufweisen.
[0019] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist die Angabe einer Vorrichtung für die Mikrofluidik,
die einfach aufgebaut ist und eine verbesserte Flexibilität zur Anpassung an geänderte
Anwendungen aufweist.
[0020] Die Aufgabe wird durch die in den Ansprüchen angegebene Erfindung gelöst. Vorteilhafte
Ausgestaltungen sind Gegenstand der Unteransprüche, wobei die Erfindung auch Kombinationen
der einzelnen abhängigen Ansprüche im Sinne einer und-Verknüpfung mit einschließt,
solange sie sich nicht gegenseitig ausschließen.
[0021] Die erfindungsgemäße Vorrichtung für die Mikrofluidik enthält mindestens ein Funktionselement,
welches mindestens ein aktives und passives Teil aufweist, und ein mit dem passiven
Teil des Funktionselementes gas- und/oder flüssigkeitsdicht verbundenes fluidisches
Bauelement, und ein mit dem aktiven Teil des Funktionselementes elektrisch leitend
verbundenes elektrisches Bauelement, wobei die Elemente der Vorrichtung über die gas-
und/oder flüssigkeitsdichten und elektrisch leitenden Verbindungsstellen als Module
austauschbar angeordnet sind.
[0022] Vorteilhafterweise weist das Funktionselement und/oder die Vorrichtung als Substrat
oder Trägerelement ein Substrat oder eine Platte oder einen Mikrochip aus Silizium,
Glas/Gläsern, Keramik/Keramiken, Piezoelektrika oder Polymeren oder aus SiO
2, Al
2O
3, LiNbO
3, LiTaO
3, AIN, ZnO, Si und/oder GaAs oder aus Kombinationen dieser Materialien auf.
[0023] Erfindungsgemäß ist als passiver Teil des Funktionselementes mindestens ein Mikrostrukturelement
vorhanden, dass Mikrokanäle, Verbindungselemente oder Reservoire sein können.
[0024] Auch vorteilhafterweise sind Mikrostrukturelemente aus und/oder in Polydimethylsiloxan,
Polystyrol, Polycaprolacton, Polycarbonat, Cyclo-Olefin-Copolymer, Polymethylmethacrylat,
Polyimid, Polyetheretherketon, Glas, Silizium, Metallen, Keramiken und/oder fotolithographisch
strukturierten Polymeren, wie SU-8 oder KMPR Fotolack, vorhanden.
[0025] Erfindungsgemäß werden als aktiver Teil des Funktionselementes Sensor- und/oder Aktorelemente
in Form eines Interdigitalwandlers zur Vermessung und/oder Manipulation elektrischer,
akustischer, magnetischer, thermischer, optischer und/oder chemischer Eigenschaften
des Fluids eingesetzt.
[0026] Noch vorteilhafterweise bestehen die Sensor- und/oder Aktorelemente in Form von Elektroden
oder elektrischen Kontakten oder elektrisch angesteuerte Elemente aus Cr, Ag, Au,
AI, Ti, W, Ru, Mo, Cu, Ta, Pt, Pd oder eine Kombination dieser Materialien.
[0027] Vorteilhafterweise sind zwischen den Bauelementen und/oder zwischen dem Funktionselement
und dem Substrat mechanische Dämpfungselemente angeordnet und/oder weisen die Bauelemente
Oberflächenstrukturierungen zur ortsfesten Positionierung untereinander auf.
[0028] Auch vorteilhafterweise weist das fluidische Bauelement mindestens eine, noch vorteilhafterweise
zwei oder mehr Fluidführungseinrichtungen auf.
[0029] Weiter vorteilhafterweise ist das fluidische Bauelement aus einem Polymermaterial,
insbesondere aus PEEK, PTFE, PC, PP, PE hergestellt.
[0030] Vorteilhafterweise sind im und/oder am fluidischen Bauelement aktive und/oder passive
Fluidkomponenten, wie eine oder mehrere Mikropumpen, Mikromembranen, Elektroosmosepumpen,
Ventile, fluidische Umschalter, GMR-Sensoren, Reservoire und/oder magnetische Teile,
vorhanden.
[0031] Ebenfalls vorteilhafterweise weist das elektrische Bauelement eine elektrische Leiterplatte,
ein oder mehrere Logikelemente, insbesondere ein oder mehrere Ansteuerungselemente,
ein oder mehrere Ein-/Ausgabeschnittstellen, ein oder mehrere Auswerteelemente oder
ein oder mehrere Displays oder beliebige Kombinationen dieser Baugruppen auf.
[0032] Erfindungsgemäß ist das elektrische Bauelement mit dem Funktionselement mittels elektrisch
leitfähigen Kontaktstiften, Klemmen und/oder Federkontaktstiften elektrisch kontaktiert.
[0033] Weiter sind vorteilhafterweise das elektrische Bauelement und das fluidische Bauelement
als ein Vorrichtungsbestandteil ausgeführt.
[0034] Erfindungsgemäß sind die Verbindungsstellen der Elemente der Vorrichtung Mittel zum
Positionieren des Funktionselementes, des fluidischen Bauelementes und/oder des elektrischen
Bauelementes zueinander.
[0035] Und ebenfalls erfindungsgemäß sind die Mittel zum Positionieren Führungsstifte, Führungsbolzen,
Strukturen, Bohrungen, Federkontaktstifte, Klemmen und/oder Kontaktstifte.
[0036] Erfindungsgemäß wird eine Vorrichtung für die Mikrofluidik bereitgestellt, die einfach
aufgebaut ist und eine verbesserte Flexibilität zur Anpassung an geänderte Anwendungen
aufweist.
[0037] Erfindungsgemäß erreicht wird dies durch eine Vorrichtung für die Mikrofluidik, bei
der die Bauelemente als Module flexibel auf geänderte Anwendungen austauschbar einsetzbar
sind. Damit ist ein schneller und zeitsparender Austausch der Elemente der Vorrichtung
realisierbar. Zudem ist mit der Vorrichtung eine sichere, jederzeit reproduzierbare
mechanische, elektrische und fluidische Verbindung der einzelnen Module sichergestellt.
[0038] Unter "Module" sollen im Rahmen der Erfindung einzelne Bauelemente einer Vorrichtung
verstanden werden, die austauschbar sind und aus der Vorrichtung entnommen oder in
die Vorrichtung eingesetzt werden können und mindestens teilweise über entsprechende
Verbindungstellen miteinander interagieren können. Die einzelnen Module können industriell
in großen Stückzahlen vorgefertigt sein, sodass die Module vor Ort für die jeweilige
Anwendung ausgewählt und zur erfindungsgemäßen Vorrichtung zusammengebaut oder der
erfindungsgemäßen Vorrichtung entnommen und durch ein dazu passendes anderes Bauelement
ersetzt werden können.
[0039] Dabei enthält die erfindungsgemäße Vorrichtung für die Mikrofluidik mindestens ein
Funktionselement, welches mindestens ein aktives und passives Teil aufweist, und ein
mit dem passiven Teil des Funktionselementes gas- und/oder flüssigkeitsdicht verbundenes
fluidisches Bauelement, und ein mit dem aktiven Teil des Funktionselementes elektrisch
leitend verbundenes elektrisches Bauelement, wobei die Elemente der Vorrichtung über
die gas- und/oder flüssigkeitsdichten und elektrisch leitenden Verbindungsstellen
als Module austauschbar angeordnet sind.
[0040] Das erfindungsgemäße Funktionselement, welches aus mindestens einem aktiven und passiven
Teil besteht, und die gesamte Vorrichtung können auf einem Trägerelement oder Substrat
angeordnet sein, welche beispielweise eine Platte oder ein Mikrochip, beispielsweise
aus Glas/Gläsern, Silizium, Piezoelektrika, Keramik oder Polymer oder aus SiO
2, Al
2O
3, LiNbO
3, LiTaO
3, AIN, ZnO, Si und/oder GaAs oder aus Kombinationen dieser Materialien besteht.
[0041] Vorteilhaft ist, wenn insbesondere das Substrat oder Trägerelement aus kostengünstigen
Materialien besteht, die auch einfach in der Bearbeitung sind und zudem ein geringes
Gewicht aufweisen, was insbesondere für den mobilen Feldeinsatz der erfindungsgemäßen
Vorrichtung von Bedeutung ist. Als besonderer Vorteil bei Einsatz eines Substrates
oder Trägerelementes gilt, dass es leicht austauschbar und preislich günstig ist,
und somit als Wegwerfartikel für "single use" eingesetzt werden kann.
[0042] Der passive Teil des Funktionselementes ist mindestens ein Mikrostrukturelement,
wobei das Mikrostrukturelement Mikrokanäle, Verbindungselemente, Reservoire, oder
fotolithografisch strukturierte Polymermikrokanäle sein können, die beispielsweise
aus und/oder in Polydimethylsiloxan, Polystyrol, Polycaprolacton, Polycarbonat, Cyclo-Olefin-Copolymer,
Polymethylmethacrylat, Polyimid, Polyetheretherketon, Glas, Silizium, Metallen, Keramiken
und/oder fotolithographisch strukturierten Polymeren (beispielsweise SU-8 oder KMPR
Fotolack) vorhanden sind. Diese Mikrostrukturelemente weisen mindestens fluidische
Verbindungsstellen auf, über die die gas- und/oder flüssigkeitsdichte Verbindung mit
dem fluidischen Bauelement realisiert ist. Für eine sichere gas- und/oder flüssigkeitsdichte
Verbindung von fluidem Bauelement und dem passiven Teil des Funktionselementes können
vorteilhafterweise zusätzlich Dichtelemente angeordnet sein.
[0043] Das Funktionselement weist außerdem mindestens einen aktiven Teil auf, wobei als
aktiver Teil des Funktionselementes beispielsweise Sensor- und/oder Aktorelemente
in Form eines Interdigitalwandlers zur Vermessung und/oder Manipulation elektrischer,
akustischer, magnetischer, thermischer, optischer und/oder chemischer Eigenschaften
des Fluids eingesetzt werden.
[0044] Diese können Elektroden und elektrische Kontakte oder elektrisch angesteuerte Elemente
aufweisen. Das Material der Elektroden und der elektrischen Kontakte kann beispielsweise
Cr, Ag, Au, Al, Ti, W, Ru, Mo, Cu, Ta, Pt, Pd oder eine Kombination dieser Materialien
sein. Der aktive Teil des Funktionselementes kann auch als elektrisch ansteuerbare
Sensor- und/oder Aktorelemente ausgebildet sein. Derartige Sensor- und/oder Aktorelemente
können beispielsweise optische Sensoren für die Analyse von Fluiden, elektromagnetische
Aktoren, Heizelemente, oder auch SAW-Bauelemente für die Zerstäubung von Fluiden oder
für akustische Pinzetten sein.
[0045] Die Vorrichtung weist ein Trägerelement auf, auf dem insbesondere das Funktionselement
angeordnet ist. Durch das Trägerelement werden beispielsweise die darauf angeordneten
Bauelemente aufgenommen und/oder auch eine jederzeit reproduzierbare Positionierung
der Bauelemente zueinander und/oder beispielsweise auf einem Wafer oder anderen Bauteilen
sichergestellt. So kann eine Oberfläche des Trägerelementes strukturiert sein, wodurch
beispielsweise das auf dem Trägerelement angeordnete Funktionselement ortsfest und
in seiner Lage ausgerichtet in der realisierten Struktur der Oberfläche des Trägerelementes
angeordnet ist. Damit wird sichergestellt, dass das auf dem Trägerelement angeordnete
Funktionselement stets an einer vorbestimmten Position und in einer vorbestimmten
Lage positioniert ist und im Falle des Austausches von Modulen das nachfolgend angeordnete
Modul wieder die gleiche Position und Lage auf dem Trägerelement aufweist.
[0046] Außerdem weist die erfindungsgemäße Vorrichtung Verbindungsstellen zwischen den einzelnen
Elementen der Vorrichtung auf, die Mittel zum Positionieren, wie beispielsweise Führungsstifte,
Führungsbolzen, Strukturen, Bohrungen, Federkontaktstifte, Klemmen und/oder Kontaktstifte
sind. Mit diesen Mitteln zum Positionieren wird einerseits erreicht, dass ein zeitsparender
Zusammenbau der einzelnen Bauelemente als Module der erfindungsgemäßen Vorrichtung
möglich ist. Außerdem wird erreicht, dass ein nachträgliches Ausrichten der einzelnen
Module beim Zusammenbau der Vorrichtung entfällt, da durch die Mittel zum Positionieren
eine selbstausrichtende Montage realisiert werden kann (Self-Alignment).
[0047] Des Weiteren weist die erfindungsgemäße Vorrichtung ein fluidisches Bauelement auf.
Das fluidische Bauelement ist mit dem passiven Teil des Funktionselementes gas- und/oder
flüssigkeitsdicht verbunden. Durch die gas- und/oder flüssigkeitsdichte Verbindung
können Fluide zugeführt und/oder abgeführt werden können. Dazu sind beispielsweise
zwei Fluidführungseinrichtungen vorhanden, die die Zu- und Abführung von Fluiden zum
und vom fluidischen Bauelement realisieren.
[0048] Das fluidische Bauelement kann beispielsweise aus den gleichen Materialien, wie der
passive Teil des Funktionselementes bestehen und auch mit den gleichen Verfahren hergestellt
werden, und/oder aus Polymermaterial, insbesondere aus PEEK, PTFE, PC, PP, PE hergestellt
sein. Dabei ist zu beachten, dass die Materialien des fluidischen Bauelementes in
jedem Fall kompatibel mit den eingesetzten Fluiden, insbesondere hinsichtlich ihrer
chemischen Stabilität sein müssen.
[0049] Am und/oder im fluidischen Bauelement können vorteilhafterweise aktive und passive
Fluidkomponenten, wie eine oder mehrere Mikropumpen, Mikromembranen, Ventile, Fluidische
Umschalter, Elektroosmosepumpen, GMR-Sensoren, Reservoire und/oder magnetische Teile
vorhanden sein.
[0050] Außerdem weist die erfindungsgemäße Vorrichtung ein elektrisches Bauelement auf,
das mit dem aktiven Teil des Funktionselementes elektrisch leitend verbunden ist.
Die elektrisch leitende Verbindung ist über elektrisch leitende Kontaktstifte, Klemmen
und/oder Federstifte realisiert, die beispielsweise auf dem Funktionselement oder
auf dem elektrisch leitenden Bauelement angeordnet sind. Über die elektrischen Kontakte
werden die für die Anwendung erforderlichen elektrischen Signale auf den aktiven Teil
des Funktionselementes übertragen und Informationen vom Funktionselement beispielsweise
zu einer Auswerteeinheit oder einem Display übertragen.
[0051] Das elektrische Bauelement ist beispielsweise eine elektrische Leiterplatte, ein
oder mehrere Logikelemente, insbesondere ein oder mehrere Ansteuerungselemente, ein
oder mehrere Ein-/Ausgabeschnittstellen, ein oder mehrere Auswerteelemente oder ein
oder mehrere Displays oder beliebige Kombinationen dieser Baugruppen.
[0052] Vorteilhafterweise können erfindungsgemäß das elektrische Bauelement und das fluidische
Bauelement als ein Vorrichtungsbestandteil ausgeführt sein.
[0053] Die Anordnung und Positionierung des elektrischen Bauelementes erfolgt über Verbindungsstellen
zwischen den einzelnen Elementen der Vorrichtung, die Mittel zum Positionieren, wie
elektrisch leitfähigen Kontaktstifte, Klemmen und/oder Federkontaktstifte, aufweisen.
[0054] Die mechanische Belastung aufgrund der mechanischen und elektrischen Kontaktierung
des elektrischen Bauelementes mit dem Funktionselement kann dadurch verringert, vorteilhafterweise
gezielt eingestellt, werden, dass die Vorrichtung Federelemente aufweist. So kann
oder können beispielsweise auf der Oberfläche des Trägerelementes oder auf der Fläche
des Funktionselementes, die mit dem Trägerelement kontaktiert ist, ein der mehrere
Federelemente als Dämpfungselemente angeordnet sein. Das oder die Federelemente können
beispielsweise ein geschäumtes Polymermaterial, eine Feder, ein Federkontaktstift
oder eine Elastomermaterial sein. Durch das Anordnen der Federelemente beispielsweise
zwischen dem Trägerelement und dem auf dem Trägerelement angeordneten Funktionselement
wird einerseits eine sichere mechanische Kontaktierung des Trägerelementes mit dem
Funktionselement realisiert. Andererseits wird die mechanische Belastung durch die
mechanische Kontaktierung des elektrischen Bauelementes mit dem Funktionselement wesentlich
verringert. Derartige Dämpfungselemente können auch zwischen den anderen Elementen
der Vorrichtung angeordnet sein.
[0055] Außerdem ist es möglich, dass die elektrisch leitenden Kontakte des elektrischen
Bauelementes als Federelemente ausgeführt sind. Eine Ausführung der elektrisch leitenden
Kontakte als Federelemente führt zu einer sicheren elektrischen Verbindung beider
Bauelemente sowie zu einer mechanischen Entlastung des Funktionselementes im Bereich
der Kontaktierung mit dem elektrischen Bauelement.
[0056] Mit der erfindungsgemäßen Lösung wird erstmals eine, auch für die Massenindustrie
einsetzbare Vorrichtung bereitgestellt, die sich durch eine mehrfach verwendbare Peripherie,
beispielsweise eines Trägerelementes, auszeichnet und in einfacher Weise durch die
austauschbaren Bauelemente als Module montiert und demontiert werden kann. Gleichzeitig
wird eine sichere und reproduzierbare Vorrichtung für die Mikrofluidik bereitgestellt,
die sich durch kompatible und austauschbare Bauelemente als Module flexibel an die
jeweilige Anwendung anpassen lässt.
[0057] Zudem ermöglicht die Vorrichtung eine Integration von Logikelementen, Ansteuer- und
Auswerteelektronik, Displays oder anderen aktiven oder passiver Elektronikkomponenten
in das elektrische Bauelement, wodurch im Feldeinsatz eine umfangreiche Analyse und
Auswertung von Daten von Fluiden vorgenommen werden kann.
[0058] Die Erfindung wird anhand des nachfolgenden Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Ausführungsbeispiel 1
[0059] Ein Trägerelement aus Al weist eine CNC-gefräste Oberflächenstrukturierung mit den
Abmessungen 10.05 mm x 20.05 mm x 0.5 mm (BHT) auf, in der ein Funktionselement in
Form eines Mikrochips angeordnet ist. Der Mikrochip besteht aus LiNbO
3 mit einer Orientierung 128°YX und hat die Abmessungen 10 mm x 20 mm x 0.5 mm (BHT).
Auf der Oberfläche des Mikrochips ist mittels lithographischer Verfahren ein abgedeckter
Mikrofluidkanal als passiver Teil des Funktionselementes mit einer Kanalgeometrie
von 100 x 100 x 5000 µm
3 (BHT) und einer Wand-/Deckelstärke von 100 µm/10 µm appliziert, dessen beide Enden
jeweils eine Öffnung aufweisen. Außerdem sind auf der Oberfläche des Mikrochips zwei
Interdigitalwandler (IDT, λ/4, 100 µm Wellenlänge, 1 mm Apertur) aus einer Ti/Al-Schichtfolge
als aktiver Teil des Funktionselementes angeordnet. Mit den Fingerelektroden der IDT
sind durch Leitbahnen jeweils zwei elektrische Kontaktflächen mit einer Größe von
1 mm x 1 mm verbunden. Der Mikrofluidkanal ist zwischen den IDT angeordnet, wodurch
im Fluid im Kanal bei Anlegen eines Hochfrequenzsignales an die IDT eine teilweise
stehende akustische Welle angeregt wird. Auf den beiden Kanalöffnungen sind zwei Dichtungsringe
aus EPDM mit den Abmessungen 0,74 x 1,02 (Innendurchmesser x Schnurstärke in mm) angeordnet,
die einen gas- und flüssigkeitsdichten Zu- und Abfluss des Fluides in und aus dem
Mikrofluidkanal gewährleisten, sobald das fluidische Bauelement aufgedrückt wird.
[0060] Auf dem Mikrochip ist dann ein fluidisches Bauelement aus PEEK mit den Abmessungen
10 mm x 20 mm x 3 mm (BHT) angeordnet. Das fluidische Bauelement weist im Inneren
einen Fluidzuführkanal und einen weiteren Fluidabführkanal auf. Weiterhin befindet
sich in der Mitte des fluidischen Bauelements eine Öffnung zur optischen Inspektion
des Kanals mit 5 mm Durchmesser und vier Öffnungen (Durchführungen) für die elektrische
Kontaktierung des Mikrochips. Die Enden der beiden Kanäle sind um jeweils um 90° abgewinkelt
und weisen jeweils eine Öffnung auf, die jeweils mit den Dichtungsringen auf dem Mikrochip
gas- und flüssigkeitsdicht verbunden sind.
[0061] Auf dem fluidischen Bauelement ist ein elektrisches Bauelement in Form einer Leiterplatte
mit 50 Ohm-angepassten Leitbahnen (Wellenleiter) positioniert. Die Leiterplatte weist
eine Abmessung von 10 mm x 20 mm x 1 mm (BHT) auf. Weiterhin befindet sich in der
Mitte der Leiterplatte eine Öffnung zur optischen Inspektion des Kanals mit 5 mm Durchmesser.
Auf der Unterseite der Leiterplatte in Richtung des fluidischen Bauelementes sind
vier elektrisch leitende, vergoldete Federkontaktstifte angeordnet, die mit den elektrischen
Kontaktflächen auf der Oberfläche des Mikrochips durch Durchführungen im fluidischen
Bauelement in mechanischen und elektrischen Kontakt stehen.
[0062] Das elektrische Bauelement weist zudem elektrische Anschlüsse für den Anschluss einer
elektrischen Signalquelle und Auswerteeinheit auf.
[0063] Die Positionierung des fluidischen Bauelementes auf dem Funktionselement und die
Positionierung des elektrischen Bauelementes auf dem fluidischen Bauelement erfolgt
über zwei auf dem Trägerelement vorgesehene Positionierstifte, die einen positionsgenauen
Zusammenbau der einzelnen Bauelemente über Durchführungen zur Herstellung der erfindungsgemäßen
Vorrichtung ermöglichen.
[0064] Mit dieser Vorrichtung können Partikel im Mikrokanal manipuliert, sortiert oder aufkonzentriert
werden.
[0065] Sofern eine andere Anwendung gefordert wird, kann beispielsweise das Funktionselement
einfach aus der Vorrichtung entfernt und durch ein anderes Funktionselement, beispielsweise
für die Analyse der Zusammensetzung eines Fluides ersetzt werden. Abmessungen und
Verbindungsstellen des anderen Funktionselementes sind identisch mit dem ersten Funktionselement,
so dass das andere Funktionselement passgenau eingesetzt werden kann und sofort funktionsfähig
ist.
1. Vorrichtung für die Mikrofluidik, mindestens enthaltend ein auf einem Trägerelement
angeordnetes Funktionselement, welches mindestens ein aktives und passives Teil aufweist,
und ein mit dem passiven Teil des Funktionselementes gas- und/oder flüssigkeitsdicht
verbundenes fluidisches Bauelement, und ein mit dem aktiven Teil des Funktionselementes
elektrisch leitend verbundenes elektrisches Bauelement, wobei die Elemente der Vorrichtung
über die gas- und/oder flüssigkeitsdichten und elektrisch leitenden Verbindungsstellen
als Module austauschbar angeordnet sind, und wobei die Verbindungsstellen der Elemente
der Vorrichtung Mittel zum Positionieren des Funktionselementes, des fluidischen Bauelementes
und/oder des elektrischen Bauelementes zueinander sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Funktionselement ein Mikrochip ist, der als aktives Teil SAW-Bauelemente zur
Manipulation elektrischer und/oder akustischer Eigenschaften eines Fluids und als
passives Teil mindestens ein Mikrostrukturelement in Form von Mikrokanälen, Verbindungselementen
oder Reservoiren aufweist, wobei zwischen den Bauelementen mechanische Dämpfungselemente
angeordnet sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das Funktionselement ein Mikrochip aus Silizium,
Glas/Gläsern, Keramik/Keramiken, Piezoelektrika oder Polymeren oder aus SiO2, Al2O3, LiNbO3, LiTaO3, AlN, ZnO, Si und/oder GaAs oder aus Kombinationen dieser Materialien ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, bei der die Vorrichtung als Trägerelement ein
Substrat oder eine Platte oder einen Mikrochip aus Silizium, Glas/Gläsern, Keramik/Keramiken,
Piezoelektrika oder Polymeren oder aus SiO2, Al2O3, LiNbO3, LiTaO3, AIN, ZnO, Si und/oder
GaAs oder aus Kombinationen dieser Materialien aufweist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der Mikrostrukturelemente aus und/oder in Polydimethylsiloxan,
Polystyrol, Polycaprolacton, Polycarbonat, Cyclo-Olefin-Copolymer, Polymethylmethacrylat,
Polyimid, Polyetheretherketon, Glas, Silizium, Metallen, Keramiken und/oder fotolithographisch
strukturierten Polymeren, wie SU-8 oder KMPR Fotolack, vorhanden sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der als aktiver Teil des Funktionselementes Sensorelemente
zur Vermessung elektrischer, akustischer, magnetischer, thermischer, optischer und/oder
chemischer Eigenschaften des Fluids eingesetzt werden.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Sensor- und/oder Aktorelemente in Form von
Elektroden oder elektrischen Kontakten oder elektrisch angesteuerte Elemente aus Cr,
Ag, Au, AI, Ti, W, Ru, Mo, Cu, Ta, Pt, Pd oder eine Kombination dieser Materialien
bestehen.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der zwischen dem Funktionselement und dem Trägerelement
mechanische Dämpfungselemente angeordnet sind und/oder die Bauelemente Oberflächenstrukturierungen
zur ortsfesten Positionierung untereinander aufweisen.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das fluidische Bauelement mindestens eine, vorteilhafterweise
zwei oder mehr Fluidführungseinrichtungen aufweist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das fluidische Bauelement aus einem Polymermaterial,
insbesondere aus PEEK, PTFE, PC, PP, PE hergestellt ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der im und/oder am fluidischen Bauelement aktive
und/oder passive Fluidkomponenten, wie eine oder mehrere Mikropumpen, Mikromembranen,
Elektroosmosepumpen, Ventile, fluidische Umschalter, GMR-Sensoren, Reservoire und/oder
magnetische Teile, vorhanden sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das elektrische Bauelement eine elektrische Leiterplatte,
ein oder mehrere Logikelemente, insbesondere ein oder mehrere Ansteuerungselemente,
ein oder mehrere Ein-/Ausgabeschnittstellen, ein oder mehrere Auswerteelemente oder
ein oder mehrere Displays oder beliebige Kombinationen dieser Baugruppen aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das elektrische Bauelement mit dem Funktionselement
mittels elektrisch leitfähiger Kontaktstifte, Klemmen und/oder Federkontaktstifte
elektrisch kontaktiert ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der das elektrische Bauelement und das fluidische
Bauelement als ein Vorrichtungsbestandteil ausgeführt sind.
14. Vorrichtung nach Anspruch 1, bei der die Mittel zum Positionieren Führungsstifte,
Führungsbolzen, Strukturen, Bohrungen, Federkontaktstifte, Klemmen und/oder Kontaktstifte
sind.
1. Microfluidic device at least comprising a functional element which is disposed on
a carrier element and has at least an active portion and a passive portion, and a
fluidic component connected in a gas- and/or liquid-tight manner to the passive portion
of the functional element, and an electrical component connected in an electrically
conductive manner to the active portion of the functional element, wherein the elements
of the device are in an interchangeable arrangement as modules via the gas- and/or
liquid-tight and electrically conductive connection sites, and wherein the connection
sites of the elements of the device are means of positioning the functional element,
the fluidic component and/or the electrical component relative to one another,
characterized in that the functional element is a microchip that has, as its active portion, SAW components
for manipulation of electrical and/or acoustic properties of a fluid and, as its passive
portion, at least one microstructure element in the form of micro-channels, connecting
elements or reservoirs, wherein mechanical damping elements are disposed between the
components.
2. Device according to Claim 1, in which the functional element is a microchip made of
silicon, glass(es), ceramic (s), piezoelectrics or polymers, or from SiO2, Al2O3, LiNbO3, LiTaO3, AlN, ZnO, Si and/or GaAs, or of combinations of these materials.
3. Device according to Claim 1 or 2, in which the device includes, as carrier element,
a substrate or a plate or a microchip made of silicon, glass(es), ceramic (s), piezoelectrics
or polymers, or from SiO2, Al2O3, LiNbO3, LiTaO3, AlN, ZnO, Si and/or GaAs, or of combinations of these materials.
4. Device according to Claim 1, in which microstructure elements composed of and/or in
polydimethylsiloxane, polystyrene, polycaprolactone, polycarbonate, cycloolefin copolymer,
polymethylmethacrylate, polyamide, polyetheretherketone, glass, silicon, metals, ceramics
and/or photolithographically structured polymers, such as SU-8 or KMPR photoresist,
are present.
5. Device according to Claim 1, in which active portions used in the functional element
are sensor elements for measurement of electrical, acoustic, magnetic, thermal, optical
and/or chemical properties of the fluid.
6. Device according to Claim 1, in which the sensor and/or actuator elements in the form
of electrodes or electrical contacts or electrically actuated elements consist of
Cr, Ag, Au, Al, Ti, W, Ru, Mo, Cu, Ta, Pt, Pd or a combination of these materials.
7. Device according to Claim 1, in which mechanical damping elements are disposed between
the functional element and the carrier element and/or the components have surface
structuring for positioning at a fixed location with respect to one another.
8. Device according to Claim 1, in which the fluidic component has at least one and advantageously
two or more fluid conduction unit(s).
9. Device according to Claim 1, in which the fluidic component has been produced from
a polymer material, especially from PEEK, PTFE, PC, PP, PE.
10. Device according to Claim 1, in which, in and/or on the fluidic component, there are
active and/or passive fluid components such as one or more micro-pumps, micro-membranes,
electroosmotic pumps, valves, fluidic switches, GMR sensors, reservoirs and/or magnetic
parts.
11. Device according to Claim 1, in which the electrical component has an electrical printed
circuit board, one or more logic elements, especially one or more actuating elements,
one or more input/output interfaces, one or more evaluation elements or one or more
displays, or any combinations of these assemblies.
12. Device according to Claim 1, in which the electrical component is electrically contacted
with the functional element by means of electrically conductive contact pins, terminals
and/or spring contact pins.
13. Device according to Claim 1, in which the electrical component and the fluidic component
are executed as one device constituent.
14. Device according to Claim 1, in which the means of positioning are guide pins, guide
bolts, structures, holes, spring contact pins, terminals and/or contact pins.
1. Dispositif pour la microfluidique, contenant au moins un élément fonctionnel agencé
sur un élément support, qui comprend au moins une partie active et une partie passive,
et un composant fluidique relié de manière étanche aux gaz et/ou aux liquides avec
la partie passive de l'élément fonctionnel, et un composant électrique relié de manière
électriquement conductrice avec la partie active de l'élément fonctionnel, les éléments
du dispositif étant agencés de manière remplaçable en tant que modules par l'intermédiaire
des emplacements de liaison étanches aux gaz et/ou aux liquides et électriquement
conducteurs, et les emplacements de liaison des éléments du dispositif étant des moyens
pour le positionnement de l'élément fonctionnel, du composant fluidique et/ou du composant
électrique les uns par rapport aux autres,
caractérisé en ce que l'élément fonctionnel est une micropuce, qui comprend en tant que partie active des
composants SAW pour la manipulation de propriétés électriques et/ou acoustiques d'un
fluide et en tant que partie passive au moins un élément microstructural sous la forme
de microcanaux, d'éléments de liaison ou de réservoirs, des éléments d'amortissement
mécaniques étant agencés entre les composants.
2. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel l'élément fonctionnel est une micropuce
en silicium, verre/verres, céramique/céramiques, matériaux piézoélectriques ou polymères
ou en SiO2, Al2O3, LiNbO3, LiTaO3, AlN, ZnO, Si et/ou GaAs ou en combinaisons de ces matériaux.
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, dans lequel le dispositif comprend en tant
qu'élément support un substrat ou une plaque ou une micropuce en silicium, verre/verres,
céramique/céramiques, matériaux piézoélectriques ou polymères ou en SiO2, Al2O3, LiNbO3, LiTaO3, AIN, ZnO, Si et/ou GaAs ou en combinaisons de ces matériaux.
4. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel les éléments microstructuraux sont
présents en et/ou dans du polydiméthylsiloxane, du polystyrène, de la polycaprolactone,
du polycarbonate, du copolymère de cyclooléfine, du polyméthacrylate de méthyle, du
polyimide, de la polyétheréthercétone, du verre, du silicium, des métaux, des céramiques
et/ou des polymères structurés par photolithographie, tels que de la photorésine SU-8
ou KMPR.
5. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel, en tant que partie active de l'élément
fonctionnel, des éléments capteurs pour la mesure de propriétés électriques, acoustiques,
magnétiques, thermiques, optiques et/ou chimiques du fluide sont utilisés.
6. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel les éléments capteurs et/ou actionneurs
sous la forme d'électrodes ou de contacts électriques ou d'éléments commandés électriquement
sont constitués de Cr, Ag, Au, Al, Ti, W, Ru, Mo, Cu, Ta, Pt, Pd ou d'une combinaison
de ces matériaux.
7. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel des éléments d'amortissement mécaniques
sont agencés entre l'élément fonctionnel et l'élément support et/ou les composants
comprennent des structurations de surface pour le positionnement fixe les uns par
rapport aux autres.
8. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel le composant fluidique comprend au
moins un, avantageusement deux appareils de guidage de fluide ou plus.
9. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel le composant fluidique est fabriqué
en un matériau polymère, notamment en PEEK, PTFE, PC, PP, PE.
10. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel des composants fluidiques actifs
et/ou passifs, tels qu'une ou plusieurs micropompes, une ou plusieurs micromembranes,
une ou plusieurs pompes d'électro-osmose, une ou plusieurs soupapes, un ou plusieurs
commutateurs fluidiques, un ou plusieurs capteurs GMR, un ou plusieurs réservoirs
et/ou une ou plusieurs parties magnétiques, sont présents dans et/ou sur le composant
fluidique.
11. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel le composant électrique comprend
une plaque conductrice électrique, un ou plusieurs éléments logiques, notamment un
ou plusieurs éléments de commande, une ou plusieurs interfaces d'entrée/de sortie,
un ou plusieurs éléments d'exploitation ou un ou plusieurs affichages ou des combinaisons
quelconques de ces unités.
12. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel le composant électrique est en contact
électrique avec l'élément fonctionnel au moyen de broches de contact électriquement
conductrices, de bornes et/ou de broches de contact à ressort.
13. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel le composant électrique et le composant
fluidique sont configurés en tant qu'un constituant de dispositif.
14. Dispositif selon la revendication 1, dans lequel les moyens pour le positionnement
sont des broches de guidage, des boulons de guidage, des structures, des alésages,
des broches de contact à ressort, des bornes et/ou des broches de contact.