[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Vorbereitung eines Rohrendes zum Gleitziehen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Vorbereitung eines Rohrendes
zum Gleitziehen.
[0002] Um Rohre mittels Gleitziehen umzuformen, muss ein Ende des Rohres zur Verbindung
mit einer Ziehzange entsprechend vorbereitet werden. Beim Gleitziehen mit einem gleitenden
Dorn ist zudem dieser Dorn in den Anfangsbereich des Rohres lokalisiert einzubringen.
Im Regelfall werden solche vorbereitenden Maßnahmen weitgehend händisch und mit keinem
oder geringem Automatisierungsgrad durchgeführt.
[0003] Aus der Praxis des Gleitziehens sind Lösungen bekannt, bei denen gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 der gleitende Dorn automatisiert zunächst in das Rohr eingeführt wird,
wonach gleichzeitig jeweils eine Eindellung vor und hinter dem eingeführten Dorn in
den Rohrmantel eingebracht wird. Vor der Einführung des Dorns sind dabei hohe Anforderungen
an eine rechtwinkelige Zurichtung des Rohrendes zu erfüllen, die oft händisch vorgenommen
werden muss.
[0004] DE 27 58 137 B1 beschreibt eine Vorrichtung zur Ausbildung einer Rohrangel zum Ziehen von Metallrohren.
Bei dem fraglichen Ziehverfahren kommt kein schwimmender Dorn zum Einsatz. Vielmehr
geht es überhaupt nur um das Ausformen der Rohrangel bzw. des Rohrendstücks. Das Einsetzen
eines schwimmenden Dorns für den nachfolgenden, eigentlichen Ziehvorgang des gesamten
Werkstücks ist nicht thematisiert.
[0005] US 1,982,544 A beschreibt eine Vorrichtung zur Aufweitung eines Rohres mittels eines gezogenen Dorns,
der als Kopf auf einer Stange bzw. als Dornstange ausgebildet ist. Ein schwimmender
Dorn ist nicht beschrieben.
[0006] DE 197 56 293 A1 beschreibt eine handgeführte Vorrichtung zur Aufweitung eines Rohrendes.
[0007] AT 291 161 B, welche die Basis für den Oberbegriff des Anspruchs 1 bildet, beschreibt eine Vorrichtung
zum automatisierten Vorbereiten eines Rohrendes zum Ziehen mit einem fliegenden Dorn
in Olivenform. Der Dorn wird dabei unmittelbar in das zuvor nicht geweitete Rohrende
eingeführt.
[0008] EP 0 189 293 A2 beschreibt bestimmte Weiterentwicklungen von Dornen zum Ziehen von Rohren in Verbindung
mit einer Schmiermittelzuführung.
[0009] Die Verwendung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung betrifft bevorzugt, aber nicht
notwendig Rohre aus einem relativ weichen Metall wie zum Beispiel Kupfer. Entsprechend
der Verwendung eines gleitenden Dorns in dem Rohr wird bei dem der Vorbereitung nachfolgenden
Gleitziehen das Rohr unter Verringerung der Wandstärke, aber unter Beibehaltung oder
Ausformung eines definierten Innendurchmessers geformt.
[0010] Es ist die Aufgabe der Erfindung, eine Vorrichtung zur Vorbereitung eines Rohrendes
zum Gleitziehen anzugeben, die eine einfache und zuverlässige Positionierung des gleitenden
Dorns in dem Rohrende ermöglicht.
[0011] Diese Aufgabe wird für eine eingangs genannte Vorrichtung erfindungsgemäß mit den
kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0012] Durch die automatisierte Weitung mittels des Aufweitdorns kann nachfolgend der schwimmende
Dorn einfach und sicher in das Rohrende eingeführt werden.
[0013] Erfindungsgemäß umfasst die Vorrichtung ein Zuführglied zum Einführen des schwimmenden
Dorns in das Rohrende und ein Pressglied zum Anbringen von zumindest einer Eindellung
zur Halterung des schwimmenden Dorns, Erfindungsgemäß wird dabei das Rohrende automatisiert
zunächst mittels des konischen Aufweitdorns geweitet, bevor das Zuführglied den schwimmenden
Dorn in das Rohrende einführt.
[0014] Ein Aufweitdorn kann auf einfache Weise ein unter geeignetem Winkel konisch zulaufender
Dorn sein. Unter einem automatisierten Vorgang im Sinne der Erfindung wird bevorzugt
verstanden, dass zwischen den Schritten des automatisierten Vorgangs keine manuellen
Eingriffe an dem Rohrende erfolgen.
[0015] Unter einem Pressglied wird im Sinne der Erfindung bevorzugt eine Zange oder eine
Mehrzahl von Zangen verstanden, mittels der eine lokale Umformkraft zur Ausbildung
von radial gerichteten Eindellungen ausgeübt wird. Die Eindellungen verengen dabei
den Rohrquerschnitt lokal, so dass sie insbesondere bis zum Beginn eines Ziehvorgangs
eine freie Bewegung des gleitenden Dorns limitieren. Im Rahmen eines nachfolgenden
Ziehvorgangs sind die mittels einer Ziehzange und eines Ziehsteins auftretenden Kräfte
dann so groß, dass der schwimmende Dorn über eine jeweilige Eindellung hinweg gedrückt
wird.
[0016] Die lösbare Halterung zum zentrierten Halten des Rohrendes kann im Sinne der Erfindung
verschieden ausgebildet sein. Bei einer ersten Möglichkeit kann es sich um eine zu
dem Pressglied separate Vorrichtung handeln. Eine solche Halterung kann insbesondere
beabstandet von dem Pressglied angeordnet sein. Die Halterung und
das Pressglied können dabei bevorzugt relativ zueinander bewegbar sein. Besonders
bevorzugt kann dabei das Pressglied auf das gehaltene Rohrende zubewegt werden, oder
das in der Halterung aufgenommene Rohrende kann dem Pressglied zugeführt werden.
[0017] Bei einer hierzu alternativen Detailgestaltung der Erfindung kann die Halterung mit
dem Pressglied als integrale Einheit ausgebildet sein. So kann wenigstens ein Presszapfen
des Pressglieds zum Beispiel als eines von mehreren Auflagern zur Halterung des Rohrendes
ausgebildet sein. Je nach Anforderungen kann der Presszapfen dabei als relativ zu
der übrigen Halterung separat bewegbares Element vorliegen. Dies erlaubt es, zunächst
eine deformationsfreie Halterung des Rohrendes zu erlangen um nachfolgend durch Betätigung
des wenigstens einen Presszapfens eine (oder mehrere) Eindellungen einzubringen. Der
Presszapfen kann bei einer besonders einfachen Konstruktion aber auch als fester Vorsprung
im Bereich einer entsprechend kräftig ausgelegten, zum Beispiel zangenartig schließbaren
Halterung vorgesehen sein. Bei einer solchen Lösung werden die Schritte des Haltens
und des Einbringens einer Eindellung simultan ausgeführt.
[0018] Erfindungsgemäß weist der Aufweitdorn einen Injektor zur Einbringung von Ziehöl in
das Rohr auf. Hierdurch werden das Aufweiten und ein vor dem Einbringen des gleitenden
Dorns notwendiges Schmieren zusammengefasst. Der Injektor kann insbesondere als separat
verfahrbare Leitung in einer zentralen Bohrung des Aufweitdorns ausgebildet sein.
[0019] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung kann das Pressglied
eine erste, vor dem Dorn positionierte Eindellung und eine zweite, hinter dem Dorn
positionierte Eindellung separat voneinander einbringen. Besonders bevorzugt kann
dabei das Rohr mittels der ersten Eindellung in einer Rohrlängsrichtung formschlüssig
gehalten sein, wenn der Aufweitdorn das Rohrende aufweitet. Hierdurch werden die hohen
axialen Kräfte während der Aufweitung effektiv abgefangen. Der gleitende Dorn kann
nachfolgend problemlos eingeführt werden, da die zweite Eindellung zunächst noch nicht
bestanden hat.
[0020] Bei einer einfachen baulichen Realisierung hat das Pressglied dabei zumindest zwei
in Rohrlängsrichtung voneinander beabstandete Presszapfen, die unabhängig voneinander
gegen das Rohrende pressbar sind. Bei hierzu Alternativen Lösungen kann aber auch
ein relativ zu dem Rohr verfahrbares Pressglied vorgesehen sein, so dass die erste
und die zweite Eindellung eingebracht mittels desselben Presszapfens werden können.
[0021] Das Einbringen von zwei Eindellungen zur formschlüssigen Begrenzung des schwimmenden
Dorns ist vorteilhaft, aber im Sinne der Erfindung nicht notwendig. Es kann auch nur
eine bzw. die erste Eindellung vorgesehen sein. Dabei wird bevorzugt durch entsprechende
Reibkräfte ein Herausfallen des Dorns aus dem Rohrende verhindert.
[0022] Bei einer allgemein vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung umfasst die Vorrichtung
eine Anspitzpresse, mittels der das Rohrende nach dem Einbringen des schwimmenden
Dorns für eine Ziehzange angespitzt wird. Dies erlaubt eine integrierte, vollständige
Vorbereitung des Rohrendes vor dem Einbringen in eine Ziehvorrichtung. Bevorzugt erfolgt
das Anspitzen ebenso automatisiert, so dass von dem zentrierten Haltern des Rohres
über das Aufweiten und Einbringen des schwimmenden Dorns bis zum Anspitzen des Rohrendes
keine händischen Manipulationen Eingriffe an dem Rohr vorgenommen werden müssen.
[0023] Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt es zudem vorteilhaft, dass das Rohrende
eine nicht rechtwinkelige, insbesondere undefinierte, Schnittkante aufweist, wobei
der Aufweitdorn ohne Berichtigung der Schnittkante in das Rohrende eingreift. Rohre
können dabei zum Beispiel Winkel von Schnittkanten von mehr als 30° gegenüber einer
Rohrlängsachse aufweisen und dennoch zuverlässig und automatisiert mit der erfindungsgemäßen
Vorrichtung vorbereitet werden.
[0024] Die Aufgabe der Erfindung wird zudem gelöst durch ein Verfahren zur Vorbereitung
eines Rohrendes zum Gleitziehen, gemäß Anspruch 5.
[0025] Erfindungsgemäß werden sämtliche Schritte eines erfindungsgemäßen Verfahrens automatisiert
und ohne manuelle Interaktion gemeinsam durchgeführt. Allenfalls kann es dabei vorgesehen
sein, dass ein erstes Zuführen des Rohrendes zu der Halterung noch manuell erfolgt.
Je nach Automatisierungsgrad der Gesamtanlage zum Rohrziehen kann aber auch diese
Übergabe automatisiert erfolgen.
[0026] Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfasst das Verfahren zudem den Schritt:
e. Einbringen einer zweiten Eindellung mittels des Pressglieds, wobei der schwimmende
Dorn zwischen den beiden Eindellungen gefangen ist.
[0027] Hierdurch wird der Dorn in beide Richtungen formschlüssig und besonders sicher in
dem Rohrende fixiert.
[0028] Besonders bevorzugt wird das Verfahren mittels einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
durchgeführt.
[0029] Weitere Vorteile und Merkmale ergeben sich aus dem nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiel
sowie aus den abhängigen Ansprüchen.
[0030] Nachfolgend wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung beschrieben und
anhand der anliegenden Zeichnungen näher erläutert.
- Fig. 1
- zeigt eine seitliche Aufsicht auf eine Teilansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung.
- Fig. 2
- zeigt eine Draufsicht einer Detailvergrößerung der Vorrichtung aus Fig. 1 nach einem
ersten Bearbeitungsschritt eines Rohres.
- Fig. 3
- zeigt die Detailvergrößerung der Vorrichtung aus Fig. 2 während eines zweiten Bearbeitungsschritts
des Rohres.
- Fig. 4
- zeigt die Detailvergrößerung der Vorrichtung aus Fig. 2 vor einem Einführen eines
schwimmenden Dorns in das Rohr.
- Fig. 5
- zeigt die Detailvergrößerung aus Fig. 2 nach einem Einführen des Dorns.
- Fig. 6
- zeigt die Detailvergrößerung der Vorrichtung aus Fig. 2 nach einem weiteren Bearbeitungsschritt
des Rohres.
- Fig. 7
- zeigt eine weitere Teilansicht der Vorrichtung aus Fig. 1 nach einem Anspitzen des
Rohres.
[0031] Die in Fig. 1 gezeigte Vorrichtung umfasst einen Rahmen 1, an dem mehrere bewegbar
verfahrbare Elemente aufgenommen sind. An dem Rahmen 1 ist eine lösbare Halterung
2 zur Aufnahme eines Rohrs 3 angeordnet. Dabei wirkt eine Klemme 2a beschädigungsarm
auf einen Umfang des Rohrs 3.
[0032] Das Rohr 3 ist bevorzugt aus einem weichen Metall, zum Beispiel Kupfer. Es weist
ein Ende mit einer in Winkel und Orientierung weitgehend undefinierten Schnittkante
auf. Der überwiegende Teil des Rohrs 3 ist in einer Trommel (nicht dargestellt) aufgenommen,
mittels der es nach der Vorbereitung eines Rohrendes 4 zu einer Ziehstation verbracht
wird. Alternativ hierzu kann auch die erfindungsgemäße Vorrichtung insgesamt bewegbar
ausgebildet sein und zur Vorbereitung zu einem jeweiligen Rohr verfahren werden.
[0033] Nach der Aufnahme der Rohrendes 4 in der Halterung 2 fährt ein Pressglied 5 über
das Rohrende 4. Das Pressglied 5 umfasst zwei voneinander beabstandet angeordnete
Presszapfen 6, 7, die jeweils mittels eines separaten Hydraulikzylinders 6a, 7a ansteuerbar
sind. Die Presszapfen 6, 7 sind vorliegend jeweils als gegenüberliegende bzw. gegeneinander
wirkende Paare von Zapfen angeordnet. Alternative Anordnungen mit jeweils nur einem
einzelnen Presszapfen 6, 7 und einem entsprechendem Widerlager sind ebenfalls möglich.
[0034] Das Pressglied 5 ist an einem an dem Rahmen 1 gehaltenen Schwenkarm 8 angeordnet,
der mittels eines Aktuators 8a um eine Achse 8b auf das Rohrende 4 zu oder von diesem
weg geschwenkt werden kann. Außer dem Pressglied 5 ist an dem Schwenkarm 8 zudem noch
ein Halteglied 9 mit einer klemmenden Halterung 9a für das Rohrende 4 angeordnet.
[0035] Ein Aufweitdorn 10 ist in einer an dem Rahmen verfahrbaren Dornhalterung 11 aufgenommen.
Die Dornhalterung 11 ist automatisiert entlang des Rahmens 1 verfahrbar, um den Aufweitdorn
10 auf die Höhe des Rohrendes 4 zu bringen (siehe Fig. 2). Sodann ist der Aufweitdorn
10 automatisiert in Längsrichtung des Rohres, vorliegend in der Waagerechten, vortreibbar.
Der Aufweitdorn tritt dabei in das Rohrende 4 ein und weitet dieses auf (siehe Fig.
3).
[0036] Das Rohrende 4 kann dabei, wie in Fig. 3 und Fig. 4 angedeutet, eine schräg verlaufende
Schnittkante 4a mit undefiniertem Winkel aufweisen, wobei durch die flache Konizität
des Aufweitdorns 10 dennoch eine ausreichende Führung und Aufweitung sichergestellt
wird.
[0037] Um eine gute Halterung und Abstützung des Rohres 3 in Rohrlängsrichtung während des
Aufweitens zu erreichen, wird vor einem Vortrieb des Aufweitdorns eine erste Eindellung
4b mittels des ersten Presszapfens 6 in das Rohr 3 eingebracht. Der Presszapfen 6
verbleibt dabei zunächst in der eingesenkten Stellung in der Eindellung 4b , so dass
in Rohrlängsrichtung eine formschlüssige Halterung erzielt wird (siehe Position der
Presszapfen 6, 7 in Fig. 2). Die in Rohrlängsrichtung wirkenden Kräfte des Aufweitdorns
10 werden somit überwiegend durch den ersten Presszapfen 6 bzw. das Pressglied 5 über
den Schwenkarm 8 in den Rahmen 1 eingeleitet. Ein Abrutschen oder Wandern des Rohrs
3 während des Aufweitens ist wirksam verhindert. Eine Eindellung des Rohrendes 4 durch
den zweiten Presszapfen 7 erfolgt zu dieser Zeit noch nicht.
[0038] Der Aufweitdorn hat zudem einen zentralen Kanal 11, der als Injektor der Zuführung
von Ziehöl in das Innere des Rohres 3 in seinem Endbereich dient. Das Ziehöl wird
zweckmäßig während des Aufweitens injiziert, so dass auch die Reibung des Aufweitdorns
reduziert werden kann.
[0039] Weiterhin dient das Ziehöl dem Gleiten eines schwimmenden Dorns 12, der nach dem
Aufweiten in das Rohrende 4 eingeführt wird.
[0040] Der schwimmende Dorn 12 ist an einem lanzenförmigen Zuführglied 13 lösbar angeordnet.
Das Zuführglied 13 ist parallel zu dem Aufweitdorn an einem gegenüber dem Rahmen 1
verfahrbaren Träger 14 aufgenommen. Der Träger 14 nimmt dabei sowohl die Dornhalterung
11 des Aufweitdorns 10 als auch das Zuführglied 13 des schwimmenden Dorn 12 auf.
[0041] Nach dem vorstehend beschriebenen Vorgang des Aufweitens wird der Aufweitdorn 10
wieder zurückgezogen und der Träger 14 fährt in eine Position, in der der schwimmende
Dorn 12 auf Höhe mit dem nun aufgeweiteten Rohrende 4 liegt. Der Dorn 12 wird nun
mit dem Zuführglied 13 in das Rohrende 4 eingeführt (siehe Fig. 5). Dabei kommt der
Dorn 12 letztlich vor der ersten Eindellung 4b zu liegen.
[0042] Nachfolgend wird eine zweite Eindellung 4c mittels der zweiten Presszapfen 7 in das
Rohr 3 eingebracht, so dass der schwimmende Dorn 12 zwischen der ersten, vor dem Dorn
12 positionierten Eindellung 4a und der zweiten, hinter dem Dorn positionierten Eindellung
4b gefangen ist (siehe Fig. 6). Das Zuführglied 13 wird nun von dem Dorn 12 gelöst
und zurückgezogen.
[0043] Nachfolgend fährt eine ebenfalls an dem Rahmen 1 bewegbar gehaltene Anspitzpresse
15 in Position und verpresst das Ende des Rohres 3 zu einem verringerten Durchmesser.
Dieser Vorgang wird auch als Anspitzen des Rohrendes 4 bezeichnet.
[0044] Das so vorbereitete Rohrende 4 kann mit einer Ziehzange (nicht dargestellt) im angespitzten
Bereich gefasst und durch einen Ziehstein gezogen werden. Dabei wird der schwimmende
Dorn auf bekannte Weise mitgeführt.
[0045] Es versteht sich, dass der gesamte vorstehend beschriebene Vorgang ausgehend von
einem ersten Haltern des Rohrendes 4 bis zum Abschluss des Anspitzens durchgängig
und automatisiert, insbesondere rechnergesteuert, abläuft.
[0046] Entsprechend der vorstehend beschriebenen einzelnen Stationen und Abläufe umfasst
ein Verfahren zur Vorbereitung des Rohrendes 4 folgende automatisiert aufeinanderfolgende
Schritte:
- Zentrierte Halterung des Rohrendes (4) in der Halterung (2) (siehe Fig. 1);
- Einbringen der ersten Eindellung (4b) mittels des Pressglieds (5, 6) (siehe Fig. 2);
- Aufweiten des Rohrendes (4) mittels des konischen Aufweitdorns (10), wobei das Rohrende
(4) in einer Rohrlängsrichtung über das Pressglied (5, 6) und die erste Eindellung
(4b) gehalten ist (siehe Fig. 3);
- Einführen des schwimmenden Dorns (12) in das Rohrende (4) bis vor die erste Eindellung
(4b) (siehe Fig. 5);
- Einbringen der zweiten Eindellung (4c) mittels des Pressglieds (5, 7), wobei der schwimmende
Dorn (12) zwischen den beiden Eindellungen (4b, 4c) gefangen ist (siehe Fig. 6); und
- Anspitzen des Rohrendes 4 mittels der Anspitzpresse (15) (siehe Fig. 7).
[0047] Bei dem vorstehend beschriebenen Beispiel sind die Halterung 2 und das Pressglied
5 als separate und beabstandet voneinander angeordnete Einheiten ausgebildet. Bei
alternativen, nicht dargestellten Ausführungsformen der Erfindung können die Halterung
und das Pressglied auch als eine integrale Einheit ausgebildet sein. Je nach Detailgestaltung
kann das Pressglied dabei ähnlich dem beschriebenen Beispiel einen oder mehrere separat
betätigbare Presszapfen aufweisen. In besonders einfacher Gestaltung kann zumindest
einer der Presszapfen dabei als fester Vorsprung in der Halterung ausgebildet sein,
so dass ein Schließen der Halterung zugleich eine Eindellung des Rohrendes bewirkt.
In diesem Umfang werden die Schritte des Halterns des Rohrendes und des Einbringens
einer Eindellung nicht automatisiert nacheinander, sondern automatisiert simultan
ausgeführt.
Bezugszeichenliste
[0048]
- 1
- Rahmen der Vorrichtung
- 2
- Halterung für ein Rohrende
- 2a
- Klemme der Halterung
- 3
- Rohr
- 4
- Rohrende
- 4a
- Schnittkante des Rohrendes
- 4b
- erste Eindellung des Rohrendes
- 4c
- zweite Eindellung des Rohrendes
- 5
- Pressglied
- 6
- erster Presszapfen
- 7
- zweiter Presszapfen
- 6a
- erster Hydraulikzylinder
- 7a
- zweiter Hydraulikzylinder
- 8
- Schwenkarm
- 8a
- Aktuator
- 8b
- Achse
- 9
- Halteglied für das Rohrende
- 9a
- klemmende Halterung des Halteglieds 9
- 10
- Aufweitdorn
- 10a
- Kanal, Injektor
- 11
- Dornhalterung Aufweitdorn
- 12
- schwimmender Dorn
- 13
- Zuführglied für schwimmenden Dorn
- 14
- verfahrbarer Träger
- 15
- Anspitzpresse
1. Vorrichtung zur Vorbereitung eines Rohrendes (4) zum Gleitziehen mit einem schwimmenden
Dorn (12), umfassend
eine lösbare Halterung (2) zum zentrierten Halten des Rohrendes (4),
ein Pressglied (5) zum Anbringen von zumindest einer Eindellung (4b, 4c) zur Halterung
des schwimmenden Dorns (12),
den schwimmenden Dorn (12) sowie ein Zuführglied (13) zum Einführen des schwimmenden
Dorns (12) in das Rohrende (4),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Vorrichtung einen konischen Aufweitdorn (10) aufweist mittels dem das Rohrende
(4) automatisiert geweitet wird und der Aufweitdorn (10) einen Injektor (10a) zur
Einbringung von Ziehöl in das Rohr (3) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung dazu ausgebildet ist, das Rohr (3) mittels der ersten Eindellung
(4b) in einer Rohrlängsrichtung formschlüssig während des Aufweitens des Rohrendes
(4) mittels des Aufweitdorns (10) zu halten.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Pressglied (5) zumindest zwei in Rohrlängsrichtung voneinander beabstandete Presszapfen
(6, 7) aufweist, die unabhängig voneinander gegen das Rohrende (4) pressbar sind,
um eine erste, vor dem Dorn (12) positionierte Eindellung (4b) und eine zweite, hinter
dem Dorn (12) positionierte Eindellung (4c) separat voneinander einzubringen.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung eine Anspitzpresse (15) umfasst, mittels der das Rohrende (4) nach
dem Einbringen des schwimmenden Dorns (12) für eine Ziehzange angespitzt wird.
5. Verfahren zur Vorbereitung eines Rohrendes (4) zum Gleitziehen mittels einer Vorrichtung
nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei sämtliche Schritte des Verfahrens automatisiert
und ohne manuelle Interaktion gemeinsam durchgeführt werden, umfassend die Schritte:
a. zentrierte Halterung des Rohrendes (4) in einer Halterung (2);
b. Einbringen zumindest einer ersten Eindellung (4b) mittels eines Pressglieds (5,
6);
c. Aufweiten des Rohrendes (4) mittels eines konischen Aufweitdorns (10), wobei das
Rohrende (4) in einer Rohrlängsrichtung über das Pressglied (5, 6) und die erste Eindellung
(4b) gehalten ist;
d. Einbringung von Ziehöl in das Rohr (3) über einen Injektor (10a) des Aufweitdorns
(10); und
e. Einführen eines schwimmenden Dorns (12) in das Rohrende (4) bis vor die erste Eindellung
(4b).
6. Verfahren nach Anspruch 5, gekennzeichnet durch den Schritt:
Einbringen einer zweiten Eindellung (4c) mittels des Pressglieds (5, 7), wobei der
schwimmende Dorn (12) zwischen den beiden Eindellungen (4b, 4c) gefangen ist.
1. Device for preparing a tube end (4) for drawing by a floating mandrel (12), comprising
a releasable holder (2) for centred holding of a tube end (4),
a pressing element (5) for application of at least one indentation (4b, 4c) for holding
the floating mandrel (12),
the floating mandrel (12) as well as a feed element (13) for introducing the floating
mandrel (12) into the tube end (4),
characterised in that
the device comprises a conical expansion mandrel (10) by means of which the tube end
(4) is automatically expanded and the expansion mandrel (10) comprises an injector
(10a) for introduction of drawing oil into the tube (3).
2. Device according to claim 1, characterised in that the device is constructed for the purpose of mechanically positively holding the
tube in a tube length direction by means of the first indentation (4b) during expansion
of the tube end (4) by way of the expansion mandrel (10).
3. Device according to claim 1 or 2, characterised in that the pressing element (5) comprises at least two press studs (6, 7) which are spaced
from one another in the tube length direction and which can be pressed independently
of one another against the tube end (4) in order to form, separately from one another,
a first indentation (4b) positioned in front of the mandrel (12) and a second indentation
(4c) positioned behind the mandrel (12).
4. Device according to any one of claims 1 to 3, characterised in that the device comprises a pointing press (15) by means of which the tube end (4) after
introduction of the floating mandrel (12) is pointed for drawing pliers.
5. Method for preparing a tube end (4) for drawing by means of a device according to
any one of the preceding claims, wherein all steps of the method are carried out in
common automatically and without manual interaction, comprising the steps:
a. centred holding of the tube end (4) in a holder (2);
b. forming at least one first indentation (4b) by means of a pressing element (5,
6);
c. expanding the tube end (4) by means of a conical expansion mandrel (10), wherein
the tube end (4) is held in a tube length direction by way of the pressing element
(5, 6) and the first indentation (4b);
d. introducing drawing oil into the tube (3) by way of an injector (10a) of the expansion
mandrel (10); and
e. inserting a floating mandrel (12) into the tube end (4) up to in front of the first
indentation (4b).
6. Method according to claim 5, characterised by the step:
forming a second indentation (4c) by means of the pressing element (5, 7), wherein
the floating mandrel (12) is caught between the two indentations (4b, 4c).
1. Dispositif destiné à la préparation d'une extrémité de tube (4) à des fins d'étirage
avec un mandrin flottant (12), qui comprend :
un support amovible (2) destiné au maintien centré de l'extrémité de tube (4) ;
un organe de presse (5) destiné à l'application d'au moins une dépression (4b, 4c)
pour le maintien du mandrin flottant (12) ;
le mandrin flottant (12) de même qu'un organe d'acheminement (13) destiné à l'introduction
du mandrin flottant (12) dans l'extrémité de tube (4) ;
caractérisé
en ce que le dispositif présente un mandrin conique d'expansion (10) au moyen duquel l'extrémité
de tube (4) est élargie d'une manière automatisée et le mandrin d'expansion (10) présente
un dispositif d'injection (10a) destiné à introduire un lubrifiant d'étirage dans
le tube (3).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif est réalisé dans le but de maintenir le tube (3) au moyen de la première
dépression (4b) par complémentarité de forme dans une direction longitudinale du tube,
au cours de l'élargissement de l'extrémité de tube (4) au moyen du mandrin d'expansion
(10).
3. Dispositif selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que l'organe de presse (5) présente au moins deux tourillons de presse (6, 7) qui sont
espacés l'un de l'autre dans la direction longitudinale du tube, qui peuvent être
comprimés contre l'extrémité de tube (4) d'une manière respectivement indépendante,
afin d'introduire une première dépression (4b) disposée avant le mandrin (12) et une
deuxième dépression (4c) derrière le mandrin (12) d'une manière respectivement indépendante.
4. Dispositif selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le dispositif comprend une presse d'appointage (15) au moyen de laquelle l'extrémité
de tube (4) est soumise à un appointage après l'introduction du mandrin flottant (12),
pour une pince à étirer.
5. Procédé destiné à la préparation d'une extrémité de tube (4) à des fins d'étirage
au moyen d'un dispositif en conformité avec l'une quelconque des revendications précédentes
; dans lequel la totalité des étapes du procédé sont mises en oeuvre de manière automatisée
et de manière conjointe en l'absence d'une interaction manuelle, qui comprend les
étapes :
a. le maintien centré de l'extrémité de tube (4) dans un support (2) ;
b. l'introduction d'au moins une première dépression (4b) au moyen d'un organe de
presse (5, 6) ;
c. l'élargissement de l'extrémité de tube (4) au moyen d'un mandrin conique d'expansion
(10) ; dans lequel l'extrémité de tube (4) est maintenue dans une direction longitudinale
du tube par l'intermédiaire de l'organe de presse (5, 6) et de la première dépression
(4b) ;
d. l'introduction d'un lubrifiant d'étirage dans le tube (3) par l'intermédiaire d'un
dispositif d'injection (10a) du mandrin d'expansion (10) ; et
e. l'incorporation d'un mandrin flottant (12) dans l'extrémité de tube (4) jusque
devant la première dépression (4b).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé par l'étape dans laquelle :
on introduit une deuxième dépression (4c) au moyen de l'organe de presse (5, 7) ;
dans lequel le mandrin flottant (12) est saisi entre les deux dépressions (4b, 4c).