[0001] Die Erfindung geht aus von einem Verfahren zur Beschichtung eines Trockenzylinders
einer Trockenvorrichtung, die Teil einer Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung
einer Faserstoffbahn wie einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn sein kann.
[0002] Gattungsgemäße Trockenzylinder sind mit beschichteten Oberflächen ausgestattet. Ihnen
kann eine Heizvorrichtung zugeordnet sein, mittels der die Trockenzylinder beheizbar
sind, und vor allem zum Glätten und/oder Trocknen der in der Maschine zuvor hergestellten
Faserstoffbahn dienen. Je nach Anwendungsfall unterliegen diese Trockenzylinder einerseits
erheblicher Korrosion infolge der Umgebung, der diese ausgesetzt sind. Sie kommen
direkt oder indirekt mit der Faserstoffbahn und den darin enthaltenen Zusätzen, wie
Chemikalien in Kontakt, sind hohen Umgebungstemperaturen ausgesetzt und müssen eine
überaus hohe Abriebsbeständigkeit aufweisen, da auf ihrem Außenumfang mittelbar oder
unmittelbar die Faserstoffbahn beziehungsweise eine solche Faserstoffbahn führende
Bespannung (z.B. Transportbänder) läuft.
[0003] In letzter Zeit setzen sich neue Verfahren zum Beschichten von Walzenkernen aus Stahl,
Stahlguss oder Gusseisen, z.B. Gusseisen mit Lamellargraphit (GGL) durch, welche eine
metallische, keramische oder Cermet-Spritzschicht mittels Verfahren wie HVOF- oder
Flammspritzen auf dem Walzenkern ausbilden. Dieser Prozess sieht dabei vor, dass zur
Herstellung der entsprechenden Schicht ein Werkstoff als Spritzzusatz, beispielsweise
als Pulver, Draht oder in sonst geeigneter Form mittels Eintrags von thermischer Energie
an- oder komplett aufgeschmolzen und auf den zu beschichtenden Walzenkern kinetisch
beschleunigt wird. Der auftreffende Werkstoff kühlt ab, erstarrt und bildet eine mechanische
wie formschlüssige Verbindung mit dem Walzenkern. Die Eigenschaften und Möglichkeiten
der Spritzprozesse sind im Wesentlichen von dem Verhältnis der kinetischen zur thermischen
Energie vorgegeben. Den Verfahren ist allen samt gemein, dass das darunterliegende
Substrat, also z.B. der Walzenkern des Trockenzylinders nicht aufgeschmolzen wird.
[0004] Die bekannten Verfahren haben den Nachteil, dass für das Aufschmelzen und Beschleunigen
des Spritzzusatzwerkstoffs Brennstoffe in Gasform, wie Sauerstoff und Wasserstoff
nötig sind. Diese müssen in entsprechenden Tanks vorgehalten werden. Im Umgang mit
diesen Stoffen besteht oft akute Explosionsgefahr. Die eingesetzten Spritzbrenner
sind zudem im Betrieb, also während der Beschichtung sehr laut. Auch die durch die
Verbrennung entstehenden Reaktionsgase müssen aufwendig abgesaugt werden. Alles in
allem sind hohe Sicherheitsvorschriften hinsichtlich des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit
für das Bedienpersonal derartiger Beschichtungsanlagen nötig, um Unfälle zu vermeiden.
Zudem sind vergleichsweise hohe kinetische Drücke nötig, um den aufgeschmolzenen Spritzzusatzwerkstoff
zu höheren Ausbringungsrate des Spritzzusatzwerkstoffs hin auf das zu beschichtende
Substrat zu beschleunigen. D.h. es muss mehr Spritzzusatzwerkstoff pro Zeiteinheit
gefördert werden. Eine höhere Zufuhrrate an Spritzzusatzwerkstoff bedingt also grundsätzlich
mehr Spritzzusatzwerkstoff. Insbesondere muss hier eine leistungsmäßig höher dimensionierte
Absaugung nicht aufgeschmolzener oder vom Substrat abgeprallter Partikel an Spritzzusatzwerkstoff
erfolgen. Die erhöhte Ausbringungsrate zieht also wiederum gleichermaßen einen erhöhten
Energieverbrauch nach sich. Zudem kommt, dass das thermische Spritzen aufgrund der
schlechten Auftragseffizienz des Spritzzusatzwerkstoffs hinsichtlich der pro Beschichtungsgang
(µm pro Hub) erzielbaren Schichtdicke und dem Prozentanteil des auf der Walze verbleibenden
Spritzzusatzwerkstoffs kein ökonomisches und auch kein ökologisches Verfahren darstellt.
[0005] Ferner sind einerseits die herkömmlichen thermisch gespritzten Beschichtungen mit
dem beschichteten Substrat, wie dem Trockenzylinder, lediglich mechanisch verklammert.
Daher sind die so erhaltenen Beschichtungen infolge "nur" einer solchen Verklammerung
nicht besonders korrosionsbeständig. Dies ist besonders kritisch beim Einsatz von
Chemikalien, wie eingangs erläutert. Auch die bisher eingesetzten Werkstoffe der Beschichtungen
erreichen zwar enorme eine Abriebsbeständigkeit, sind jedoch wenig duktil und vergleichsweise
spröde. Die Beschichtungen können sich daher vom Substrat lösen. Andererseits mussten
bisher ältere, an die Grenzen der Lebensdauer stoßende Trockenzylinder ausgemustert
werden. Der Grund hierfür ist, dass die bestehende, verschlissene Beschichtung vor
einer Wiederbeschichtung entfernt werden muss. Dazu wird der Trockenzylinder in der
Regel bis auf den Walzenkern, auf dem die Beschichtung aufgebracht ist, heruntergeschliffen.
Dadurch wird die Wandung derartiger Trockenzylinder von Beschichtung zu Beschichtung
immer dünner. Besonders problematisch ist dies für mit Öl oder Dampf beheizte oder
beheizbare Trockenzylinder. Denn für diese gelten in der Regel dieselben Sicherheitsvorschriften
wie für Druckbehälter. Ein Unterschreiten der Wandungsstärke unterhalb eines Mindestwerts
hat daher oft die Ausmusterung derartiger Trockenzylinder zur Folge. Mit den bisherigen
thermisch gespritzten Beschichtungen konnte aufgrund der vergleichsweise hohen Sprödigkeit
dieser eine Ausmusterung der Trockenzylinder nicht verhindert werden.
[0006] EP 1 770 209 A1 betrifft das Auftragen und Abrakeln eines Kreppmediums genannt Beschichtung auf einen
Trockenzylinder gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 bzw. 8.
[0007] WO 2016/071299 A1 beschreibt die Ausbringung eines Spritzzusatzwerkstoffs durch Aufschmelzen mittels
Laserquelle auf eine Zylinderoberfläche.
[0008] Die vorliegende Erfindung betrifft derartige gattungsgemäße Gegenstände.
[0009] Es ist dementsprechend Aufgabe der Erfindung, ein alternatives Verfahren zur Beschichtung
eines Trockenzylinders anzugeben, das insbesondere die Nachteile konventioneller,
thermisch gespritzter Beschichtungen vermeidet.
[0010] Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zur Beschichtung eines Trockenzylinders mit
den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0011] Gemäß der vorliegenden Erfindung erfolgt die Beschichtung innerhalb der Trockenvorrichtung
selbst. Dies bedeutet, dass der Trockenzylinder innerhalb der Begrenzung der Trockenvorrichtung
(z.B. innerhalb dessen Gehäuses) selbst, also ohne diesen aus der Trockenvorrichtung
herausnehmen zu müssen, in der Trockenvorrichtung (wieder-) beschichtet wird. Dabei
erfolgt die Beschichtung des Trockenzylinders bevorzugt in einem Nicht-Betriebszustand
der Trockenvorrichtung. Dies kann z.B. dadurch erreicht werden, dass die dazu nötige
Beschichtungsanlage ebenfalls zumindest temporär innerhalb der Begrenzung der Trockenvorrichtung
angeordnet ist oder in eine solche Position bringbar ist. Anders ausgedrückt besteht
dann zumindest temporär ein System aus einer Trockenvorrichtung und der Beschichtungsanlage.
[0012] Wenn gemäß der vorliegenden Erfindung die Rede davon ist, dass das Aufschmelzen zumindest
des ausgebrachten Spritzzusatzwerkstoff mittels eines Strahls erfolgt, dann ist damit
gemeint, dass der Strahl - im Sinne eines Laserspritzens - einerseits nur den Spritzzusatzwerkstoff
aufzuschmelzen vermag oder andererseits, dass die Strahlquelle derart eingerichtet
ist, dass der Strahl - im Sinne des Lasercladdings - neben dem Spritzzusatzwerkstoff
auch gleichzeitig das zu beschichtenden Substrat, also z.B. die Mantelfläche den des
zu beschichtenden Trockenzylinder bzw. den Walzenkörper aufzuschmelzen vermag. Die
Strahlquelle kann hierzu z.B. hinsichtlich ihrer Leistung (z.B. Streckenenergie),
Strahlgeometrie, oder Fokussierung des Strahls entsprechend einstellbar sein. Anders
ausgedrückt könnte man im Falle des Lasercladdings unter nachfolgenden Voraussetzungen
auch sagen: Sind das zu beschichtende Substrat, z.B. der Walzenkörper (bzw. die Mantelfläche
des zu beschichtenden Trockenzylinders) und die darauf aufzubringenden Beschichtung
wenigstens teilweise aus einem Metall, dann können diese infolge des Lasercladdings
eine Legierung bilden: Denn die Energie oder Leistung der Strahlquelle kann so bemessen
sein, dass die Temperatur der Schmelze aus beiden aufgeschmolzenen Metalle oberhalb
der höchsten auftretenden Temperatur der Liquiduslinie in einem Zustandsdiagramm einer
aus diesen beiden Metallen zu bildenden Legierung liegt.
[0013] Eine Strahlquelle ist für das Lasercladding eingerichtet ist, wenn sie im Stande
ist die Mantelfläche, z.B den Walzenkern, die darauf angeordnete Haft- oder Funktionsschicht
bei der Herstellung der erfindungsgemäßen Beschichtung teilweise aufzuschmelzen.
[0014] Mit Ausbreitungsrichtung ist die räumliche Richtung des Strahls, die von der Strahlquelle
weg hin auf die zu beschichtende Mantelfläche verläuft, gemeint. Sie kann durch räumliche
Vektoren in einem z.B. kartesischen Koordinatensystem beschrieben werden. Falls der
Strahl nach dem Verlassen der Strahlquelle in Richtung auf die zu beschichtende Mantelfläche
umgelenkt wird, dann ist unter dem Begriff Ausbreitungsrichtung der tatsächlich zurückgelegte
Weg (Strahlengang) des Strahls gemeint.
[0015] Die Trockenvorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung trocknet und/oder glättet
im bestimmungsgemäßen Betrieb (Betriebszustand) eine Faserstoffbahn. Sie kann Teil
einer eingangs genannten Maschine zur Herstellung und/oder Veredelung einer Faserstoffbahn
wie einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn sein. Dazu weist sie zumindest einen Trockenzylinder
auf. Bevorzugt ist eine Mehrzahl Trockenzylindern vorgesehen. Diese sind in Laufrichtung
der zu trocknenden und/der zu glättenden, durch sie verlaufenden Faserstoffbahn hinsichtlich
ihrer Längsachsen parallel zueinander beabstandet angeordneten. Im letztgenannten
Fall umschlingt die Faserstoffbahn jeweils abwechselnd in Laufrichtung gesehen jeden
einzelnen Trockenzylinder in einem entsprechenden Umschlingungsbereich.
[0016] Im bestimmungsgemäßen Betrieb ist also der zumindest eine Trockenzylinder von der
Faserstoffbahn wenigstens teilweise umschlungen. Unter Trockenzylinder im Sinne der
vorliegenden Erfindung ist ein beheizbarer oder beheizter Trockenzylinder, wie Yankee-Zylinder
gemeint. Unter den Begriff Trockenzylinder kann jedoch auch eine Kalanderwalze fallen.
Ein fabrikneuer, erstmalig hergestellter Trockenzylinder weist in der Regel einen
Walzenkern und eine unmittelbar darauf aufgebrachte Beschichtung auf. Die Beschichtung
verschleißt mit der Zeit, sodass eine Wiederbeschichtung nötig wird. Wenn gemäß der
Erfindung also von Trockenzylinder die Rede ist, ist damit stets ein Trockenzylinder
mit einem Walzenkern und einer (neuen oder bestehenden, z.B. teilweise verschlissenen)
Beschichtung gemeint. Derartige Trockenzylinder zur Behandlung einer Faserstoffbahn
messen sowohl in Länge als auch im Durchmesser mehrere Meter.
[0017] In einem Nicht-Betriebszustand der Trockenvorrichtung, also bei Außerbetriebnahme
der Trockenvorrichtung beispielsweise mit dem Ziel der Wartung, ist eine Trocknung
und/oder Glättung der Faserstoffbahn nicht möglich. Die Faserstoffbahn wird nicht
mehr um den Trockenzylinder herum geführt und umschlingt diesen nicht mehr. Die erfindungsgemäße
Beschichtung des Trockenzylinders wird im Nicht-Betriebszustand der Trockenvorrichtung
durchgeführt. In diesem Zustand weist die erfindungsgemäße Beschichtungsanlage ihren
bestimmungsgemäßen Zustand (Betriebszustand der Beschichtungsanlage) auf. Hingegen
befindet sich die Beschichtungsanlage ihrerseits in einem Nicht-Betriebszustand, wenn
die Trockenvorrichtung sich in ihrem Betriebszustand befindet. Beschichtungsanlage
und Trockenvorrichtung werden jeweils in ihrem bestimmungsgemäßen Betrieb gesehen
somit gegenläufig zueinander betrieben.
[0018] Im Umschlingungsbereich steht die Faserstoffbahn während des Betriebszustands der
Trockenvorrichtung direkt oder indirekt (z.B. über eine Bespannung) in Kontakt mit
dem Trockenzylinder. Die Faserstoffbahn läuft in derselben Drehrichtung des um dessen
Längsachse drehangetriebenen Trockenzylinders zusammen mit diesem um. Bei der erfindungsgemäßen
Trockenvorrichtung ist der Umschlingungsbereich jener Abschnitt des Kreisbogens des
Trockenzylinders - jeweils ausgehend von einem ruhenden Betrachter der in Seitenansicht
auf die Drehachse des Trockenzylinders schaut - der von der Faserstoffbahn (wenigstens
teilweise) umschlungen wird. Der Umschlingungsbereich kann von zwei Abnahmestellen,
an denen die Faserstoffbahn im bestimmungsgemäßem Betrieb des Trockenzylinders einerseits
auf den Trockenzylinder aufgegeben und andererseits wieder von ihm abgenommen wird,
begrenzt werden. Die wenigstens eine Abnahmestelle kann von einem Pressnip gebildet
werden, die eine Presswalze und der Trockenzylinder miteinander ausbilden. Eine der
beiden Abnahmestellen kann auch durch einen Kreppschaber gebildet werden, der an die
Mantelfläche des Trockenzylinders - bei Ausbildung des Trockenzylinders als Yankee-Zylinder
- gedrückt wird, um die Faserstoffbahn von dem Trockenzylinder abzunehmen (zu kreppen).
[0019] Ein sich außerhalb des Umschlingungsbereichs der Faserstoffbahn befindlicher Bereich
des Trockenzylinders wird nachfolgend auch Beschichtungausbringungsbereich genannt.
Im Beschichtungausbringungsbereich ist die Faserstoffbahn nicht im Kontakt mit dem
Trockenzylinder. Es ist - in Draufsicht auf die Längsachse des Trockenzylinders gesehen
- z.B. jener verbleibende Teil des Kreisbogens des Trockenzylinders, der sich bevorzugt
nach Abzug des durch den Umschlingungsbereich begrenzten Teilkreisbogens vom Vollkreis
des Trockenzylinders ergibt, jeweils in der genannten Seitenansicht gesehen. Zum Beispiel
kann der Beschichtungausbringungsbereich jener Bereich sein, der dem Kreisbogen entspricht,
der in Drehrichtung des Trockenzylinders gesehen von der Faserstoffbahn überstrichen
wird. Dies ist in der Regel - in der genannten Draufsicht gesehen - der Kreisbogen,
der in Drehrichtung des Trockenzylinders zwischen den beiden oben genannten Abnahmestellen
(Pressnip und Kreppschaber) aufgespannt wird. Die Faserstoffbahn wird ihrer Länge
nach durch die Trockenvorrichtung geführt wird. Sie stützt sich über ihrer gesamten
Breite im Umschlingungsbereich am Trockenzylinder ab. Ausgehend hiervon entspricht
gemäß der vorgenannten Draufsicht eines stehenden Betrachters auf die Längsachse des
Trockenzylinders der Umschlingungsbereich folglich - in Umfangsrichtung gesehen -
einem Teil der vollen Mantelfläche des Trockenzylinders. Hingegen entspricht der Beschichtungausbringungsbereich
der Differenz des Teils der vom Umschlingungsbereich aufgespannten Mantelfläche von
der vollen Mantelfläche des Trockenzylinders. Der Beschichtungausbringungsbereich
ist auch jener räumliche Bereich, auf den der Strahl im bestimmungsgemäßen Betrieb
der Beschichtungsanlage gerichtet ist bzw. mit diese die erfindungsgemäße Beschichtung
auf den Trockenzylinder aufgebracht wird. Durch diese Anordnung der Beschichtungsanlage
innerhalb der Trockenvorrichtung ergibt sich der Vorteil, dass die Beschichtungsanlage
auch in ihrem Nicht-Betriebszustand (also im Betriebszustand der Trockenvorrichtung)
innerhalb der Trockenvorrichtung verbleiben kann, ohne dass sie die Behandlung der
Faserstoffbahn stört. Hierdurch entfallen entsprechende Umbauarbeiten, welche zu einem
Stillstand der Trockenvorrichtung führen würden, wodurch die Betriebskosten der Trockenvorrichtung
reduziert werden. Andererseits ist für eine spätere Wiederbeschichtung die Beschichtungsanlage
wieder sofort einsetzbar.
[0020] Unter einer Faserstoffbahn im Sinne der Erfindung ist ein Gelege bzw. Gewirre von
Fasern, wie Cellulosefasern, Kunststofffasern, Glasfasern, Kohlenstofffasern, Zusatzstoffen,
Additiven oder dergleichen zu verstehen. So kann die Faserstoffbahn beispielsweise
als Papier-, Karton- oder Tissuebahn ausgebildet sein. Sie kann im Wesentlichen Cellulosefasern
umfassen, wobei geringe Mengen anderer Fasern oder auch Zusatzstoffe und Additive
vorhanden sein können. Dies bleibt je nach Einsatzfall dem Fachmann überlassen.
[0021] Die erfindungsgemäße Beschichtung ist bevorzugt dauerhaft ausgeführt. Eine dauerhafte
Beschichtung im Sinne der Erfindung ist eine im Betriebszustand der Trockenvorrichtung
im festen Zustand (erstarrte) und bevorzugt einteilig mit dem Trockenzylinder ausgeführte
Beschichtung. Nicht unter den Begriff dauerhaft fallen somit im Betriebszustand der
Trockenvorrichtung in flüssiger oder pastöser Form, nicht einteilig mit dem Trockenzylinder
(dauerhaft) verbundene temporäre Beschichtungen wie Anstriche, Lasuren oder Lacke,
die z.B. durch chemische Bindung an dem Trockenzylinder (temporär) haften. Vielmehr
ergibt sich erfindungsgemäß infolge des Lasercladding eine stoffschlüssige Verbindung
(Legierung) zwischen Trockenzylinder bzw. dessen Walzenkern und der Beschichtung.
Dauerhaft bedeutet auch, dass die Beschichtung über deren Lebensdauer im Betriebszustand
der Trockenvorrichtung gesehen fest mit dem Trockenzylinder bzw. dessen Walzenkern
verbunden bleibt, und das über eine Vielzahl von Umdrehungen des Trockenzylinders.
Dauerhaft bedeutet also, dass über die Lebensdauer gesehen nicht nach jeder vollen
Umdrehung des Trockenzylinders die Beschichtung neu aufgebracht werden muss. Die Beschichtung
kann derart ausgewählt sein, dass sie eine derart verhältnismäßig hohe Abriebsbeständigkeit
gegen mit ihr in Reibschluss tretende Gegenstände, wie die Faserstoffbahn, eine die
Faserstoffbahn tragende Bespannung oder ein an der Mantelfläche des Trockenzylinders
anliegender Reinigungs- oder Kreppschaber aufweist. Die Abriebsbeständigkeit kann
so hoch gewählt sein, dass im bestimmungsgemäßem Betriebszustand der Trockenvorrichtung
mit der Beschichtung des Trockenzylinders eine Lebensdauer von mehreren hundert Stunden
erzielt wird. Und dies ohne, dass die Beschichtung erneuert werden muss.
[0022] Das erfindungsgemäße Beschichten erfolgt innerhalb der Trockenvorrichtung, also in-situ.
Letzteres kann bedeuten, dass die Beschichtung des Trockenzylinders bevorzugt innerhalb
der geometrischen Begrenzung der Trockenvorrichtung, innerhalb der Gehäusewandung
der Trockenvorrichtung erfolgt. Eine erfindungsgemäße Beschichtungsanlage ist z.B.
entsprechend innerhalb der Gehäusewandung der Trockenvorrichtung untergebracht. Dies
hat den Vorteil, dass der Trockenzylinder zu dessen Wiederbeschichtung nicht aus der
Trockenvorrichtung ausgebaut werden muss. Er verbleibt vielmehr an seinem Platz, den
er im Betriebszustand der Trockenvorrichtung ohnehin einnimmt.
[0023] Unter Werkstoff im Sinne der vorliegenden Erfindung wird grundsätzlich das Ausgangsmaterial,
aus dem die Beschichtung, z.B. die Haft- oder Funktionsschicht hergestellt werden
soll, verstanden. Dabei ist unter Spritzzusatzwerkstoff jenes Ausgangsmaterial gemeint,
das zum Zwecke der Herstellung der entsprechenden Schicht auf das zu beschichtende
Substrat (hier den Walzenkern bzw. die Mantelfläche des Trockenzylinders) aufgebracht
wird.
[0024] Mit Hauptausbringungsrichtung des Spritzzusatzwerkstoffs ist jene Richtung gemeint,
welche der (statistisch am häufigsten auftretenden) Hauptbewegungskomponente des der
Mantelfläche des Trockenzylinders zugeführten Spritzzusatzwerkstoffs entspricht. Im
Falle von Pulvern ist es die vorherrschende Richtung des Großteils der Teilchen des
Spritzzusatzwerkstoffs bei für die Spritztechnik üblichen Spritzbrennern zum erfindungsgemäßen
Laser- oder Elektronenstrahlbeschichten, die entsprechend bekannte räumliche Verteilungen
der aus ihnen ausgebrachten Teilchen aufweisen. Die Hauptbewegungskomponente eines
so beschleunigten Teilchens an Spritzzusatzwerkstoff ist in einem kartesischen Koordinatensystem
jene der drei räumlichen Bewegungskomponenten des Teilchens, die den größten Betrag
aufweist.
[0025] Der Begriff "im Wesentlichen entgegen der Schwerkraft" soll heißen, dass die Ausbreitungsrichtung
des Strahls und/oder die Hauptausbringungsrichtung des Spritzzusatzwerkstoffs derart
gewählt ist/sind, dass sie der Schwerkraftrichtung entgegengesetzt ist/sind, auch
hinsichtlich nur einer Bewegungskomponente. Letzteres bedeutet, dass der kleinste
Winkel, z.B. der von Ausbreitungsrichtung des Strahls und/oder Hauptausbringungsrichtung
und Schwerkraftrichtung eingeschlossen wird, zwischen 0° und ≤ 90° bevorzugt zwischen
0° und 45° beträgt. Anders ausgedrückt bedeutet dies, dass zwei jeweils in z.B. Hauptausbringungsrichtung
und Schwerkraftrichtung verlaufende Geraden ein kleinsten Winkel zwischen sich einschließen,
der zwischen 0° und kleiner 90° bzw. 0° und 45° liegt, bei jeweils gegenläufigen Richtungen
von Hauptausbringungsrichtung und Schwerkraftrichtung gesehen. Gleiches gilt für die
Ausbreitungsrichtung des Strahls entsprechend. Bezogen auf die Beschichtungsanlage
kann diese relativ zu der Trockenvorrichtung derart angeordnet oder eingerichtet sein,
dass diese in ihrer für den Betrieb der Beschichtungsanlage vorgesehenen Einbauposition
(Einbaulage) den Spritzzusatzwerkstoff in Hauptausbringungsrichtung auf den genannten
Beschichtungsbereich beschleunigt. Anders umschrieben bedeutet der erfindungsgemäße
Begriff, dass der Strahl (in seiner Verlängerung in Ausbreitungsrichtung) und/oder
der Spritzzusatzwerkstoff stets unterhalb der Drehachse des Trockenzylinders auf die
Mantelfläche desselben auftrifft/auftreffen.
[0026] Mit dem Begriff Funktionsschicht im Sinne der vorliegenden Erfindung ist eine Schicht
gemeint, welche direkt mit der Faserstoffbahn oder indirekt, beispielsweise über eine
zwischen Faserstoffbahn und Funktionsschicht liegende Transportbänder, wie auf ihnen
umlaufende Bespannungen oder Siebe, in Kontakt kommt. Die Funktionsschicht weist damit
Eigenschaften auf, die besonders Korrosion und Abrieb in höchstem Maße vermindern.
[0027] Im Sinne der vorliegenden Erfindung wird unter Haftschicht eine Schicht verstanden,
welche der Haftvermittlung zwischen einerseits dem Walzenkern und einer Funktionsschicht
dient.
[0028] Damit sind sowohl Haftschicht als auch Funktionsschicht Teil der auf den Trockenzylinder
aufgebrachten, bevorzugt dauerhaften im Festzustand vorliegenden Beschichtung, die
bei der Herstellung sukzessive auf den Walzenkern aufgebracht wird. Funktions- und/oder
Haftschicht können dabei aus einer Mehrzahl von Einzelschichten aufgebaut sein.
[0029] Grundsätzlich wird im Sinne der Erfindung unter Substrat - je nach Stadium der hergestellten
Beschichtung - bevorzugt das radial äußerste, unmittelbar zu beschichtende Material,
wie der Walzenkern, die Haftschicht, die Funktionsschicht oder wo dies Sinn macht,
eine Kombination hiervon verstanden.
[0030] Bei dem Begriff Legierungsbereich wird eine infolge des Aufschmelzens (mit anschließendem
Abkühlen) zumindest zweier wenigstens teilweise metallischer Werkstoffe erhaltene
metallische Bindung zwischen diesen unter Ausbildung eines kristallischen Gitters
verstanden. Beispielsweise kann die aufgebrachte Beschichtung eine metallische Verbindung
mit dem Walzenkern des Trockenzylinders bilden. Ferner können die Werkstoffe der Haftschicht
und des Walzenkerns so ausgewählt sein, dass sie einen solchen Legierungsbereich bilden,
wenn sie bei der Herstellung der Beschichtung infolge von Aufschmelzen durch Wärmezufuhr
nach dem Erstarren miteinander bilden. Grundsätzlich können die Werkstoffe der Haftschicht
und der Funktionsschicht derart gewählt sein, dass diese keinen solchen Legierungsbereich
miteinander ausbilden.
[0031] Mit Strahlquelle ist eine Quelle gemeint, die kohärentes Licht oder Teilchen, wie
Elektronen, emittiert, welches/welche zu einem Strahlenbündel fokussiert werden kann/können.
Strahlenquellen im Sinne der Erfindung sind damit Laser und Elektronenstrahlquellen.
Laser verschiedener Typen wie CO
2-Laser, HDPL (High Power Diode Laser) oder DDL (Direct Diode Laser) oder Kombinationen
hiervon sind möglich.
[0032] Gemäß der vorliegenden Erfindung wird unter dem Begriff Lasercladding oder einem
diesen gleich kommenden Verfahren ein Beschichtungsverfahren verstanden, mittels welchem
es möglich ist die zu beschichtende Oberfläche - also das Substrat - selbst (zumindest
oberflächennah) anzuschmelzen. Ein solch hoher Wärmeintrag ist bei den bekannten thermischen
Spritzverfahren selbst, wie beispielsweise dem Flamm-, Hochgeschwindigkeitsflamm-,
Lichtbogen-, oder Plasmaspritzen, der zur An- oder Aufschmelzung des Substrats führt,
nicht möglich. Ein An- oder Aufschmelzen beim Lasercladding kann beispielsweise durch
Zufuhr von thermischer Energie zu dem zu beschichtenden Substrat erfolgen und kann
bevorzugt durch Strahlung, wie Laserstrahlung verwirklicht werden. So wird grundsätzlich
beim Lasercladding in den Strahlengang des Lasers der Werkstoff der Haft- oder Funktionsschicht
(Spritzzusatzwerkstoff) eingebracht, aufgeschmolzen und auf das Substrat aufgebracht.
Gleichzeitig schmilzt der Laserstrahl die Oberfläche des Substrats hinsichtlich der
radialen Dicke zumindest teilweise an. Der Vorteil dieses Verfahrens ist, wenn es
vor allem für beheizte oder beheizbare Trockenzylinder eingesetzt wird, dass die Lebensdauer
des Trockenzylinders verlängert werden kann. Denn mittels des Lasercladdings kann
bei entsprechender Wahl des Spritzzusatzwerkstoffs - z.B. das gleiche Material wie
das des Walzenkerns (oder ein dazu kompatibles Material) - die Wandstärke eines eigentlich
ausgedienten Trockenzylinders wieder aufgebaut werden. Ist z.B. der Werkstoff des
Walzenkerns des Trockenzylinders zumindest teilweise ein Metall z.B. Stahl oder Gusseisen,
so kann der Spritzusatzwerkstoff entsprechend gewählt sein und auch zumindest teilweise
ein solches Metall sein. Der Spritzzusatzstoff und das Substrat, hier der Walzenkern
des Trockenzylinders, werden zusammen aufgeschmolzen, vermischen sich und bilden nach
deren Abkühlung eine Art Schweißraupe (Auftragslage) miteinander aus. So kann die
Wanddicke eines alten, benutzten Trockenzylinders wieder gesteigert werden, sodass
dieser wieder den Sicherheitsanforderungen an Druckbehälter entspricht. Hiernach kann
dieser wiederum entsprechend gemäß der Erfindung beschichtet werden. Obwohl der Begriff
Lasercladding den Einsatz eines Lasers als Strahlquelle impliziert, ist auch die Verwendung
eines einen Elektronenstrahls emittierenden Strahlquelle denkbar.
[0033] Ein weiterer Vorteil der Beschichtung eines Trockenzylinders gemäß dem erfindungsgemäßen
Verfahren ist, dass nunmehr auf einen hochexplosiven Brennstoffs in Gasform, wie Sauerstoff
oder Wasserstoff, verzichtet werden kann. Denn sowohl das Aufschmelzen des Substrats
als auch des Spritzzusatzwerkstoffs erfolgt nun alternativ mittels Laserstrahl. Dadurch
kann einerseits die Lautstärke des Beschichtungsverfahrens im Gegensatz zu den bisherigen
bekannten thermischen Spritzverfahren mit Brennern erheblich reduziert werden. Andererseits
sind keine verhältnismäßig hohen Anforderungen an die Absaugung der Reaktionsgase
sowie der Überreste des Spritzzusatzwerkstoffs mehr erforderlich, denn es kann mit
vergleichsweise niedrigeren Ausbringungsraten gearbeitet werden, sodass weniger Spritzzusatzwerkstoff
pro Zeiteinheit gefördert werden kann. Somit gelangt weniger Spritzzusatzwerkstoff,
der nicht aufgeschmolzen wird, in die Trockenvorrichtung, sodass auch der Reinigungsaufwand
nach einer solchen Beschichtung erheblich reduziert werden kann.
[0034] Eine sukzessive Herstellung der Beschichtung erfolgt dann, wenn die gesamte Mantelfläche
des Trockenzylinders nach und nach, beispielsweise in einer kontinuierlichen Spirallinie
beschichtet wird. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Fläche, über die der
Wärmeeintrag erfolgt, deutlich kleiner ist, als die gesamte zu beschichtende Fläche
des Trockenzylinders. Dies ist bei den gattungsgemäßen Trockenzylindern, wenn sie
beispielsweise in einer Papiermaschine eingesetzt werden, grundsätzlich der Fall.
Denn hier ist der ausgebrachte Spritzzusatzwerkstoffvolumenstrom in Breitenrichtung
gesehen geringer als die Gesamtbreite des Trockenzylinders.
[0035] Zur Verbesserung der Haftung der Funktionsschicht auf dem Walzenkern des Trockenzylinders
kann gemäß einer Ausführungsform die Funktionsschicht auf eine in Radialrichtung darunterliegende
Haftschicht aufgebracht werden. Die Haftschicht kann dann mit dem Walzenkern bei entsprechender
Werkstoffpaarung von Walzenkern und Haftschicht einen Legierungsbereich mit dem Walzenkern
ausbilden. Andererseits kann bei der anschließenden Herstellung der Funktionsschicht
die in Radialrichtung gesehen unmittelbar darunterliegende Haftschicht wenigstens
teilweise aufgeschmolzen werden, sodass Funktionsschicht und Haftschicht im Bereich
ihres Übergangs wiederum miteinander einen Legierungsbereich ausbilden.
[0036] Die Funktionsschicht und/oder die Haftschicht können aus einer Mehrzahl von Einzelschichten
aufgebaut sein. Der Spritzzusatzwerkstoff zur Herstellung der einzelnen Funktionsschichten
und/oder Haftschichten kann untereinander derart ausgewählt sein, dass sich die Schichten
unterscheiden. Dadurch können besonders auf den gewünschten Anwendungsfall zugeschnittene
Beschichtungen erzielt werden.
[0037] Der Spritzzusatzwerkstoff zur Herstellung der Funktionsschicht kann zumindest teilweise
ein Metall oder eine technische Keramik, wie Oxidkeramik sein. Die Oxidkeramik enthält
Metalloxide, die ausgewählt sind aus Chromoxid (Cr
2O
3), Titanoxid (TiO
2), Aluminiumoxid (Al
2O
3), Zirkoniumoxid (ZrO
2), Siliziumoxid (SiO
2), Yttriumoxid (Y
2O
3) oder Mischungen daraus. Dadurch kann eine besonders abrasionsbeständige Beschichtung
angegeben werden.
[0038] Der Spritzzusatzwerkstoff zur Herstellung der Haftschicht kann zumindest teilweise
ein Metall und bevorzugt eine Nickel-Aluminium-Legierung sein, bevorzugt mit einem
Mischungsverhältnis von 95% Nickel und 5% Aluminium, jeweils bezogen auf das Gewicht
der Mischung. Dieser Werkstoff bzw. Mischungsverhältnis ermöglicht eine besonders
duktil reagierende Beschichtung, was für den genannten Anwendungszweck der Erfindung
wichtig ist.
[0039] Der Beschichtungsanlage kann ein eigener Antrieb zugeordnet sein, um den zu beschichtenden
Trockenzylinder zumindest während der Beschichtung und bevorzugt auch während der
bevorzugt spanenden Oberflächenbearbeitung an seiner Einbauposition in der Trockenvorrichtung
drehanzutreiben. Dies hat den Vorteil, dass eine Beschichtung autark und ohne den
bestehenden Antrieb des Trockenzylinders erfolgen kann. Dies kann dann wichtig sein,
wenn die Beschichtung des Trockenzylinders bei gleichzeitiger Wartung des Antriebs
der Trockenvorrichtung erfolgen soll. Dies hat den Vorteil, dass der Trockenzylinder
nicht ausgebaut werden muss.
[0040] Der Beschichtungsanlage kann eine Einrichtung zur Oberflächenbearbeitung der Mantelfläche
des Trockenzylinders, bevorzugt zum Entfernen einer bestehenden Beschichtung des Trockenzylinders
oder zum Bearbeiten der erfindungsgemäß hergestellten Beschichtung, zugeordnet sein.
Der Vorteil hiervon ist, dass auch die genannte Bearbeitung der Beschichtung leicht
in-situ in der Trockenvorrichtung erfolgen kann, ohne dass der Trockenzylinder hierzu
aus der Trockenvorrichtung entfernt werden muss.
[0041] Ferner betrifft die Erfindung eine Beschichtungsanlage sowie ein System aus Beschichtungsanlage
und Trockenvorrichtung und ein Verfahren zum Umrüsten oder Herstellen einer Trockenvorrichtung
gemäß den unabhängigen Ansprüchen. Das Umrüsten erfolgt dabei im Nicht-Betriebszustand
der Trockenvorrichtung. Durch das Umrüsten wird das erfindungsgemäße System aus Beschichtungsanlage
und Trockenvorrichtung hergestellt. Wird das Umrüsten durch Entfernen der Beschichtungsanlage
aus der Trockenvorrichtung rückgängig gemacht, so wird das System aus Beschichtungsanlage
und Trockenvorrichtung wieder aufgelöst. Die Beschichtungsanlage kann damit lediglich
temporär und bevorzugt für die Dauer der Beschichtung bzw. Oberflächenbehandlung innerhalb
der Trockenvorrichtung verbleiben. Dies ist besonders einfach und mit wenig Aufwand
durchführbar, wenn die Beschichtungsanlage lösbar mit der Trockenvorrichtung verbindbar
ausgeführt ist. Dazu kann gemäß einer Ausführungsform die Beschichtungsanlage Mittel
umfassen, um lösbar mit der zu beschichtenden Trockenvorrichtung verbindbar zu sein.
Diese Mittel können derart eingerichtet sein, dass die Beschichtungsanlage im direkten
Kontakt mit der Trockenvorrichtung, z.B. an einem Bauteil der Trockenvorrichtung abgestützt
oder befestigt ist, oder sich indirekt z.B. über den Boden, auf dem die Trockenvorrichtung
steht an letzterer abstützt. Diese Mittel können z.B. Traversen sein, auf denen die
Beschichtungsanlage entlang der Längsachse des zu beschichtenden Trockenzylinders
verschiebbar angeordnet ist.
[0042] Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung eine Maschine zur Herstellung und/oder
Veredelung einer Faserstoffbahn wie einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn umfassend
eine Beschichtungsanlage sowie ein System aus Beschichtungsanlage und Trockenvorrichtung.
Diese Maschine wird jedoch nicht von den Patentansprüchen erfasst.
[0043] Weitere vorteilhafte Ausführungsformen der Erfindung gehen aus den Unteransprüchen
hervor.
[0044] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen ohne Einschränkung
der Allgemeinheit näher beschrieben. In den Figuren zeigen:
- Fig. 1a und 1b
- eine stark schematisierte Darstellung zweier für die Erfindung geeigneter Trockenvorrichtungen
in Seitenansicht, deren Trockenzylinder beschichtet werden können;
- Fig. 2a und 2b
- eine Weiterbildung der Ausführungsform des Gegenstand der Fig. 1a;
- Fig. 3
- eine stark schematisierte Draufsicht auf ein System aus Trockenvorrichtung und Beschichtungsanlage;
- Fig. 4
- eine Ausführungsform in einer stark schematisierten, geschnittenen Ansicht durch eine
erfindungsgemäße Beschichtung.
[0045] Fig. 1a und 1b zeigen zwei Ausführungsformen der Erfindung in einer schematischen
Seitenansicht eines Betriebszustands der Trockenvorrichtung. In beiden Figuren ist
jeweils ein Teil einer Trockenvorrichtung einer Maschine zur Herstellung und/oder
Veredelung einer Faserstoffbahn F, wie einer Papier-, Karton- oder Tissuebahn, dargestellt.
In beiden Fällen wird die Faserstoffbahn F in der Maschine formiert, entwässert und
zu deren Trocknung und/oder Glättung anschließend an die Trockenvorrichtung übergeben.
[0046] In Fig. 1a ist der Trockenzylinder 1 als Yankee-Zylinder ausgeführt. Die in der Maschine
formierte Faserstoffbahn F wird hier von einem Transportband mittels einer Presswalze
10 an einer ersten Abnahmestelle an die Trockenvorrichtung übergeben. Die erste Abnahmestelle
wird hier durch einen Pressnip gebildet, den die Presswalze 10 und der Trockenzylinder
1 miteinander ausbilden. Der Trockenzylinder 1 ist beheizt ausgeführt. Ferner ist
ihm eine Trockenhaube 11 zugeordnet, um die Faserstoffbahn F zusätzlich zu trocknen.
Nachdem die Faserstoffbahn F die Trockenhaube 11 verlassen hat, wird sie an einer
zweiten Abnahmestelle vom Trockenzylinder 1 abgenommen. Dies erfolgt durch in diesem
Fall durch einen Kreppschaber 12, der an die Mantelfläche des Trockenzylinders gedrückt
wird. Der Kreppschaber 12 ist in Laufrichtung der Faserstoffbahn F durch die Trockenvorrichtung
(bzw. in Drehrichtung der Trockenzylinders 1) gesehen hinter der Presswalze 10 angeordnet.
In der weiteren Folge wird die gekreppte Faserstoffbahn F aufgewickelt. Die Faserstoffbahn
ist in der Blickrichtung in Figur 1a somit stets nur innerhalb des gestrichelt dargestellten
Umschlingungsbereichs in direktem Kontakt mit dem sich drehenden Trockenzylinder bzw.
seiner Mantelfläche. Anders ausgedrückt wird der Umschlingungsbereich somit in Drehrichtung
des Trockenzylinders von der ersten Abnahmestelle und der zweiten Abnahmestelle begrenzt.
[0047] Gemäß der Fig. 1b wird die Faserstoffbahn F über mehrere, in Laufrichtung der Faserstoffbahn
F hintereinander angeordnete Trockenzylinder 1 geführt. Letztere sind hinsichtlich
ihrer Längsachsen parallel und beanstandet zueinander angeordnet. Im vorliegenden
Fall sind die direkt zueinander benachbarten Trockenzylinder horizontal als auch vertikal
voneinander beabstandet. In der Regel kommt die Faserstoffbahn F nicht direkt mit
den Trockenzylindern 1 in Kontakt, sondern wird von einer (nicht dargestellten) Bespannung
getragen. In diesem Fall liegt die Bespannung direkt auf dem jeweiligen Trockenzylinder
1 auf. Auch hier umschlingt die Faserstoffbahn F in jeweils einem Umschlingungsbereich
(gestrichelt dargestellt) teilweise den jeweiligen Trockenzylinder 1.
[0048] Die Erfindung wird nun anhand der Ausführungsform der Fig. 1a näher erläutert. Prinzipiell
gelten die gemachten Ausführungen auch auf die Ausführungsform der Fig. 1b entsprechend.
Dazu sind in der Fig. 2a der Betriebszustand und in Fig. 2b der Nicht-Betriebszustand
der Trockenvorrichtung dargestellt. Im letztgenannten Fall durchläuft die Faserstoffbahn
F nicht, wie dies in Fig. 2a gezeigt ist, den Trockenzylinder 1. Vielmehr ist lediglich
der Weg, den die Faserstoffbahn F im Betriebszustand der Trockenvorrichtung zurücklegt,
gestrichelt angedeutet.
[0049] Um den Trockenzylinder 1 zu beschichten, ohne diesen aus der Trockenvorrichtung zu
entfernen, wird dieser in der Trockenvorrichtung selbst beschichtet. Dazu wird die
Trockenvorrichtung in den Nicht-Betriebszustand gemäß der Fig. 2b versetzt und eventuell
erstmalig entsprechend für die Beschichtung umgerüstet. Für die Umrüstung wird die
Trockenvorrichtung mit einer Beschichtungsanlage 13 versehen. Letztere wird an einer
Einbauposition in der Trockenvorrichtung angeordnet, die außerhalb des im Betriebszustand
der Trockenvorrichtung vorliegenden Umschlingungsbereichs der Faserstoffbahn F - also
nahe des Beschichtungausbringungsbereichs - hier also unterhalb des Trockenzylinders
1 zwischen den beiden ersten Abnahmepositionen, nämlich dem Kreppschaber 12 und der
Presswalze 10 liegt. Wird die Beschichtungsanlage 13 an die genannte Stelle in die
Trockenvorrichtung eingebaut, so wird das erfindungsgemäße System aus beiden erzielt.
Die Beschichtungsanlage 13 kann somit nachträglich in bestehende Trockenvorrichtungen
eingebaut werden. Sie kann dort auf Dauer verbleiben oder aber nur temporär für die
Dauer der Beschichtung bzw. einer davor durchgeführten bzw. sich danach anschließenden
Oberflächenbehandlung des Trockenzylinders 1. Im letztgenannten Fall ist es vorteilhaft,
wenn die Beschichtungsanlage 13 über Mittel lösbar mit der Trockenvorrichtung verbindbar
ist. Zu diesen Mitteln gehört z.B. die Traverse 14, an der sich die Beschichtungsanlage
13 abstützt. Die Traverse 14 kann sich indirekt, z.B. über den Boden, auf dem die
Trockenvorrichtung steht, an dieser abstützen. Die Traverse 14 könnte jedoch auch
fest, also unlösbar mit dem Boden oder der Trockenvorrichtung verbunden sein, also
Teil der Trockenvorrichtung sein.
[0050] Um gleichzeitig innerhalb der Trockenvorrichtung eine eventuell bereits bestehende
Beschichtung vom Trockenzylinder 1 abzutragen oder die fertige Beschichtung nochmals
nachzubearbeiten, kann der Beschichtungsanlage 13 ferner eine Einrichtung zur Oberflächenbearbeitung
6 zugeordnet sein. Diese ist ebenfalls im Bereich der oben genannten Einbauposition
der Beschichtungsanlage 13 vorgesehen. Erstere kann als Schleifmaschine und/oder zum
Strahlen, wie Kugelstrahlen des Trockenzylinders 1 ausgeführt sein. Auch die Einrichtung
6 kann über entsprechende Mittel, wie die Traverse 14 oder über eine eigene (nicht
gezeigte) Traverse lösbar an der Trockenvorrichtung gelagert sein.
[0051] Dadurch, dass die Beschichtungsanlage 13 an die genannte Stelle in die Trockenvorrichtung
eingebaut wird, muss weder die Trockenhaube 11 noch der Kreppschaber 12 als auch die
Presswalze 10 für die Beschichtung ausgebaut werden. In anderen Worten wird der in
der Regel freie Platz, der sich außerhalb des Umschlingungsbereiches ergibt für den
Einbau der Beschichtungsanlage 13 vorgesehen. Diese kann daher auch im Betrieb der
Trockenvorrichtung an der Stelle verbleiben, da sie die Behandlung der Faserstoffbahn
F durch die Trockenvorrichtung nicht beeinflusst.
[0052] Sobald die Beschichtung bzw. nachträgliche Oberflächenbehandlung des Trockenzylinders
1 beendet wurde, kann das System aus Trockenvorrichtung und Beschichtungsanlage 13
wieder aufgelöst werden. Dazu wird die Beschichtungsanlage 13 aus der Trockenvorrichtung
wieder entfernt, sodass sich wieder die in Fig. 2a gezeigte Anordnung ergibt.
[0053] In Fig. 3 ist die Beschichtungsanlage 13 in stark schematischer Draufsicht im Detail
gezeigt. Die Längsachse des Trockenzylinders 1 verläuft hier in der Zeichenebene.
[0054] Der um seine Längsachse rotierende Trockenzylinder 1 wird geeignet angetrieben. Die
Beschichtungsanlage 13 umfasst eine auf der Traverse 14 gelagerte, relativ zum Trockenzylinder
1 parallel zu dessen Längsachse hin- und her verschiebliche Ausbringungseinrichtung
7 (siehe den Doppelpfleil). Letztere umfasst eine wahlweise zu- und abschaltbare Werkstoffzufuhr
8 zur Zuführung eines Spritzzusatzwerkstoffs (gepunktet angedeutet), einen Strahl
9, der von einer nicht dargestellten Strahlquelle emittiert wird, in welchen der Spritzzusatzstoff
eingetragen wird sowie eine nicht gezeigte Schutzgaszufuhr zum Zuführen von Schutzgas
an den Trockenzylinder 1. Die Ausbringungseinrichtung 7 kann als Spritzbrenner aufgefasst
werden. Der Spritzzusatzstoff liegt im vorliegenden Fall in Form von Pulver vor. Mittels
der Beschichtungsanlage 13 kann die gesamte Oberfläche des Trockenzylinders 1 sukzessive,
beispielsweise in einer kontinuierlichen Spirallinie beschichtet werden. Es ist jedoch
auch möglich, die Beschichtung in anderer Weise aufzubringen, z. B. in radialen Ringen
oder axialen Streifen. Selbstverständlich wäre es denkbar, dass mehrere derartige
Ausbringungseinrichtungen 7 entlang der Traverse 14 bzw. der Längsachse des Trockenzylinders
1 beabstandet zueinander angeordnet sein könnten. Hierdurch könnte der Beschichtungsprozess
erheblich schneller durchgeführt werden.
[0055] Die Ausbringung von Schutzgas ist vorliegend durch den Kegel des Strahls 9 angedeutet.
Das Schutzgas kann zur Mitnahme und/oder Beschleunigung des Werkstoffs wie Spritzzusatzwerkstoffs,
das zum Aufschmelzen in den Strahlengang der Strahlquelle eingebracht wird, dienen.
Der mittels Schutzgas beschleunigte, ab-, an- oder aufgeschmolzene Spritzzusatzwerkstoff
wird auf den zu beschichtenden Trockenzylinder 1, hier beispielsweise den nackten
(also von einer bestehenden Beschichtung befreiten), mittels der Einrichtung 6 bearbeiteten
Walzenkern 2 (siehe Fig. 4) geschleudert. Wird die Oberfläche des Walzenkerns 2 mit
aufgeschmolzen, so gelangt der aufgeschmolzene Spritzzusatzwerkstoff mit in die Schmelze
des Walzenkerns 2. Die Ausbringungseinrichtung 7 kann derart ausgeführt sein, dass
Schutzgas, Strahl 9 sowie Spritzzusatzwerkstoff zusammen, z.B. konzentrisch, aus ein
und demselben Spritzbrenner austreten. In dem Fall könnte der Strahl in den Spritzbrenner
eingekoppelt werden, sodass zumindest die Längsachse des Strahls und die Hauptausbringungsrichtung
des Spritzzusatzwerkstoffs zusammenfallen.
[0056] Gemäß der Darstellung in Fig. 2b wird der Spritzzusatzwerkstoff in Hauptausbringungsrichtung
aus der Ausbringungseinrichtung 7 herausgeschleudert. Sowohl die Hauptausbringungsrichtung
des Spritzzusatzwerkstoffs als auch die Ausbringungsrichtung des Strahls 9 verlaufen
in der dargestellten Ansicht entgegen der Schwerkraftrichtung, wobei letztere hier
entlang einer Senkrechten durch die Längsachse des Trockenzylinders 1 verläuft. Anders
ausgedrückt, wird der Spritzzusatzwerkstoff von unten her - unterhalb der Längsachse/Drehachse
des Trockenzylinders 1, entgegen der Schwerkraft auf den Trockenzylinder 1 aufgebracht.
Es wäre auch denkbar, dass Strahl 9 sowie Spritzzusatzwerkstoff aus unterschiedlichen
Richtungen kommen, sodass die Ausbreitungsrichtung des Strahls 9 winklig zur Hauptausbringungsrichtung
des Spritzzusatzwerkstoffs ist. So kann beispielsweise der Spritzzusatzwerkstoff tangential
an die Mantelfläche des Trockenzylinders 1 herangeführt werden, während der Strahl
9 immer noch entgegen der Schwerkraft und damit winklig zur Hauptausbringungsrichtung
des Spritzzusatzwerkstoffs verläuft.
[0057] In der Fig. 4 ist in einer stark schematisierten Schnittansicht eine Ausführungsform
der vorliegenden Erfindung in einem teilweisen Querschnitt senkrecht zur Längsachse
durch den Trockenzylinder 1 aus den Fig. 1a oder 1b dargestellt. Zur Vereinfachung
der Darstellung ist die Walzenkrümmung außer Acht gelassen worden. Ebenfalls ist zu
bemerken, dass die Dicke in Radialrichtung der einzelnen Lagen der Walze 1 gesehen
nicht maßstabsgetreu dargestellt ist. Es soll lediglich die Abfolge der Schichten
symbolisiert werden. Der jeweils dargestellte Trockenzylinder 1 weist gewöhnlich einen
radial innen liegenden Walzenkern 2 auf, der wenigstens teilweise aus einem Metall
wie Stahl, hergestellt sein kann.
[0058] Vorliegend ist unmittelbar auf dem Walzenkern 2 in Radialrichtung auf dessen Umfang
die erfindungsgemäße Beschichtung 5 aufgebracht. Sie umfasst eine Funktionsschicht
4. Diese kann direkt auf dem Walzenkern 2 aufgebracht oder wie gestrichelt dargestellt,
auf zumindest einer Haftschicht 3 angeordnet sein. Die Haftschicht 3 dient der Haftvermittlung
zwischen dem Walzenkern 2 und der in Radialrichtung nach außen nächstfolgenden Schicht,
hier der Funktionsschicht 4. Die Haftschicht 3 wird vorteilhafterweise dann gewählt,
wenn die Beschichtung 5 eine verbesserte Haftung zwischen Funktionsschicht 4 und Walzenkern
2 aufweisen soll. Obwohl dies nicht dargestellt ist, können einerseits der Walzenkern
2 und die Haftschicht 3 und/oder die Haftschicht 3 und die Funktionsschicht 4 zusammen
einen Legierungsbereich ausbilden
[0059] In Radialrichtung des Trockenzylinders 1 gesehen, ist auf der wenigstens einen Haftschicht
3 die Funktionsschicht 4 aufgebracht. Die gesamte, jeweils gemäß der dargestellten
Ausführungsform hergestellte Beschichtung 5 kann mittels der Beschichtungsanlage 6
hergestellt sein.
Bezugszeichenliste
[0060]
- 1
- Trockenzylinder
- 2
- Walzenkern
- 3
- Haftschicht
- 4
- Funktionsschicht
- 5
- Beschichtung
- 6
- Einrichtung zur Oberflächenbehandlung
- 7
- Ausbringungseinrichtung
- 8
- Werkstoffzufuhr
- 9
- Strahl
- 10
- Presswalze
- 11
- Trockenhaube
- 12
- Kreppschaber
- 13
- Beschichtungsanlage
- 14
- Traverse
- F
- Faserstoffbahn
1. Verfahren zur Beschichtung eines Trockenzylinders (1) einer Trockenvorrichtung zum
Trocknen und/oder Glätten einer Faserstoffbahn (F), wobei die Beschichtung innerhalb
der Trockenvorrichtung erfolgt, umfassend das Zuführen eines Spritzzusatzwerkstoffes
in Richtung auf die Mantelfläche des zu beschichtenden Trockenzylinders (1) gekennzeichnet durch das Aufschmelzen zumindest des zugeführten Spritzzusatzwerkstoffs mittels eines Strahls
(9) einer Strahlquelle, wie einer Laser- oder Elektronenstrahlquelle, zum Herstellen
einer Schicht, wobei das Aufschmelzen derart erfolgt, dass der Strahl (9) - in einer
Verlängerung in dessen Ausbreitungsrichtung gesehen - auf eine Stelle der Mantelfläche
auftrifft, die im Betriebszustand der Trockenvorrichtung außerhalb eines Umschlingungsbereichs
der Mantelfläche des Trockenzylinders (1) mit der Faserstoffbahn (F) oder einer die
Faserstoffbahn (F) tragenden Bespannung liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbreitungsrichtung des Strahls (9) im Wesentlichen entgegen der Schwerkraftrichtung
verläuft.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung sukzessive und schichtweise aufgetragen wird, sodass diese mehrere,
in Radialrichtung des Trockenzylinders (1) gesehen übereinander angeordneten Schichten
umfasst.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Schicht oder bei Vorsehen mehrerer Schichten zumindest eine der Schichten eine
Haftschicht (3) oder Funktionsschicht (4) ist und bevorzugt die Beschichtung zumindest
eine Haftschicht (3) und in Radialrichtung gesehen zumindest eine hierauf aufgebrachte
Funktionsschicht (4) umfasst oder die Funktionsschicht (4) frei von einer darunterliegenden
Haftschicht (3) auf die Mantelfläche des Trockenzylinders (1) aufgebracht wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zumindest eine Schicht mittels Lasercladding hergestellt wird, bei dem die mit
der Schicht zu beschichtende Mantelfläche des Trockenzylinders (1) teilweise aufgeschmolzen
wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vor und/oder nach der Beschichtung die Mantelfläche des Trockenzylinders (1) oberflächenbearbeitet,
z.B. spanend bearbeitet, wie geschliffen oder gestrahlt wird und bevorzugt vor der
aufzubringenden Beschichtung der Trockenzylinder (1) derart oberflächenbearbeitet
wird, dass eine eventuell bereits bestehende Beschichtung von der Mantelfläche des
Trockenzylinders (1) abgetragen wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung und/oder eine Oberflächenbearbeitung, bevorzugt nach Anspruch 5,
im Nicht-Betriebszustand der Trockenvorrichtung durchgeführt wird/werden.
8. System aus einer Beschichtungsanlage (13) zur Beschichtung der Mantelfläche eines
Trockenzylinders (1) und einer Trockenvorrichtung zum Trocknen und/oder Glätten einer
Faserstoffbahn wobei die Trockenvorrichtung zumindest einen Trockenzylinder (1) umfasst,
wobei die Beschichtungsanlage eine Werkstoffzufuhr (8) für einen Spritzzusatzwerkstoff,
eine Ausbringungseinrichtung (7) für den Spritzzusatzwerkstoff, um diesen an die Mantelfläche
des Trockenzylinders (1) heranzuführen dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsanlage eine Strahlquelle umfasst, welche einen Strahl (9) emittiert,
um zumindest den zugeführten Spritzzusatzwerkstoff aufzuschmelzen, und die Beschichtungsanlage
(13) derart eingerichtet ist, dass der Strahl (9) zum Aufschmelzen zumindest des Spritzzusatzwerkstoffs
- in einer Verlängerung in dessen Ausbreitungsrichtung gesehen - auf eine Stelle der
Mantelfläche auftrifft, die im bestimmungsgemäßen Betrieb der Trockenvorrichtung außerhalb
eines Umschlingungsbereichs der Mantelfläche des Trockenzylinders (1) mit der Faserstoffbahn
(F) oder einer die Faserstoffbahn (F) tragenden Bespannung liegt.
9. System nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsanlage (13) derart eingerichtet ist, dass in ihrer für den Betrieb
der Beschichtungsanlage (13) vorgesehenen Einbauposition die Hauptausbringungsrichtung
des Spritzzusatzwerkstoffs im Wesentlichen entgegen der Schwerkraft verläuft.
10. System nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlquelle derart eingerichtet ist, dass die Ausbreitungsrichtung des von der
Strahlquelle emittierten Strahls (9) parallel oder winklig zur Hauptausbringungsrichtung
des Spritzzusatzwerkstoffs verläuft und bevorzugt mit dieser zusammenfällt.
11. System nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlquelle eine Laserstrahlquelle, der Strahl (9) ein Laserstrahl ist und die
Laserstrahlquelle für Lasercladding eingerichtet ist.
12. System nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der der Werkstoffzufuhr (8) zugeführte Spritzzusatzwerkstoff in Form eines Bandes
oder Drahtes, einer Schnur oder eines Pulvers vorliegt.
13. System nach einem der Ansprüche 8 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsanlage (13) Mittel umfasst, um zerstörungsfrei lösbar mit der zu
beschichtenden Trockenvorrichtung verbindbar zu sein.
14. Verfahren zum Umrüsten oder Herstellen einer Trockenvorrichtung, welche zumindest
einen Trockenzylinder (1) zur Trocknung und/oder Glättung einer Faserstoffbahn (F)
umfasst, mit dem folgenden Schritt:
die Trockenvorrichtung wird an einer Einbauposition, die im Betriebszustand der Trockenvorrichtung
außerhalb eines Umschlingungsbereichs der Mantelfläche des Trockenzylinders (1) mit
der Faserstoffbahn (F) oder einer die Faserstoffbahn (F) tragenden Bespannung liegt,
mit einer Beschichtungsanlage (13) zur Beschichtung der Mantelfläche des Trockenzylinders
(1) versehen, sodass ein System gemäß einem der Ansprüche 8 bis 13 entsteht.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtungsanlage (13) nach Aufbringen der Beschichtung auf die Mantelfläche
des Trockenzylinders (1) oder nach der nachträglichen Oberflächenbehandlung der Beschichtung
von der Trockenvorrichtung entfernt wird.
1. Method for coating a drying cylinder (1) of a drying device
for drying and / or smoothing a fibrous web (F), the coating taking place inside the
drying device , comprising the feeding of an additional spray material in the direction
of the outer surface of the drying cylinder (1) to be coated ,
Melting at least the supplied spray additive material by means of a beam (9) a beam
source , such as a laser - or electron beam source for producing a layer, wherein
the melting is carried out such that the beam (9) - in an extension of its propagation
direction - to a site the lateral surface is incident, in the operating state of the
drying apparatus outside a wrap portion of the circumferential surface of the drying
cylinder (1) with the fibrous web (F) or is the fibrous web (F) carrying the covering.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the
direction of propagation of the beam (9) runs essentially counter to the direction
of gravity.
3. Method according to one of the preceding claims, characterized in
that the coating is applied successively and in layers, so that
it comprises a plurality of layers arranged one above the other as seen in the radial
direction of the drying cylinder (1).
4. Method according to one of the preceding claims, characterized in
that the layer or, if several layers are provided, at least one of the
layers is an adhesive layer (3) or functional layer (4) and preferably the coating
is at least one adhesive layer (3) and, viewed in the radial direction,
at least one thereon applied functional layer (4) or the
functional layer (4) is applied free of an underlying adhesive layer (3) to the outer
surface of the drying cylinder (1).
5. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that the at least one layer is produced by means of laser cladding , in which the jacket
surface of the drying cylinder (1) to be coated with the layer is partially melted.
6. Method according to any one of the preceding claims, characterized in that before and / or after the coating, the surface of the drying cylinder (1) is surface
treated, for example machined, such as ground or blasted and preferably before the
coating to be applied to the drying cylinder (1) in such a way The surface is processed
so that any existing coating is removed from the outer surface of the drying cylinder
(1) .
7. Method according to one of the preceding claims, characterized in that the coating and / or a surface treatment, preferably according to claim 5, is / are
carried out in the non - operating state of the drying device.
8. System of a coating installation (13) for coating the circumferential surface
of a drying cylinder (1) and a drying device for drying and / or smoothing a fibrous
web (F), the drying apparatus comprises at least one drying cylinder (1), wherein
the coating system, a material supply (8) for a spray material, an applicator (7)
for the spray material, to those of the zoom out shell surface of the drying cylinder
(1), characterized in that the coating system comprises a beam source which emits a beam (9), to at least the
supplied melt spray material, and the coating installation (13) in such a manner is
arranged such that the beam (9) for melting at least the spraying filler material
- in an extension in of the propagation direction - impinges on a point of the peripheral
surface, which in the intended operation of the drying apparatus outside a wrap portion
of the circumferential surface of the drying cylinder (1) with the fibrous web (F)
or a covering carrying the fibrous web (F).
9. System according to claim 8, characterized in that the
coating installation (13) is set up in such a way that in its installation position
provided for the operation of the coating installation (13) the main direction of
application of the additional spray material runs essentially against gravity.
10. System according to Claim 8 or 9, characterized in that the beam source is set up in such a way that the direction of propagation of the
beam (9) emitted by the beam source runs parallel or at an angle to the main direction
of application of the additional spray material and preferably coincides with it.
11. System according to any one of claims 8 to 10, characterized in that the
beam source is a laser beam source the beam (9) is a laser beam and the laser beam
source is set up for laser cladding.
12. System according to any one of claims 8 to 11, characterized in that the spray additive supplied to the material supply (8) is in the form of a tape or
wire, a cord or a powder.
13. System according to one of Claims 8 to 12, characterized in that the
coating installation (13) comprises means in order to be able to be connected to the
drying device to be coated in a non-destructive and detachable
manner.
14. A method for retrofitting or manufacturing a dry apparatus which comprises at least
a drying cylinder (1) for drying and / or smoothing a fibrous web (F),
comprising the step of:
the drying apparatus is provided with a coating installation (13) for coating the
outer surface of the drying cylinder (1), installed in a position, which in the operating
state of the drying apparatus is outside of a wrap portion of the outer surface of
the drying cylinder (1) with the fibrous web (F) or a covering carrying the fibrous
web (F) so that a system according to one of claims 8 to 13 is created.
15. The method according to claim 14, characterized in that the
coating installation (13) after the coating has been applied to the outer surface
of the drying cylinder (1) or after the subsequent surface treatment of the coating
is removed from the drying device
1. Procédé de revêtement d'un cylindre de séchage (1) d'un dispositif de séchage pour
sécher et / ou lisser une nappe fibreuse (F), le revêtement ayant lieu à l'intérieur
du dispositif de séchage, comprenant l'introduction d'un matériau de pulvérisation
supplémentaire en direction de la surface extérieure du cylindre de séchage (1) à
revêtir, fusion d'au moins le matériau d'additif de pulvérisation fourni au moyen
d'un faisceau (9) une source de faisceau , telle qu'un laser - ou une source de faisceau
d'électrons pour produire une couche , dans laquelle la fusion est effectuée de telle
sorte que le faisceau (9) - dans une extension dans la direction de propagation de
la scie - vers un site la surface latérale est incidente, dans l' état de fonctionnement
de l'appareil de séchage à l'extérieur d'une partie enveloppante de la surface circonférentielle
du cylindre de séchage (1) avec la nappe fibreuse (F) ou est la nappe fibreuse (F)
portant le revêtement.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la
direction de propagation du faisceau (9) va essentiellement à l'encontre de la direction
de la gravité.
3. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que le revêtement est appliqué successivement et par couches, de sorte qu'il comprend
une pluralité de couches disposées les unes au-dessus des autres vues dans la direction
radiale du cylindre de séchage (1)
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce
que la couche ou, si plusieurs couches sont prévues, au moins une des couches est une
couche adhésive (3) ou une couche fonctionnelle (4) et de préférence le revêtement
est au moins une couche adhésive (3) et, vu dans le sens radial,
au moins une sur celle-ci appliquer la couche fonctionnelle (4) ou la fonction couche
(4) est appliquée libre d'une couche adhésive sous - jacente (3) à la surface extérieure
du cylindre de séchage (1).
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce que la au moins une couche est réalisée au moyen d'une gaine laser, dans laquelle la
surface d'enveloppe du cylindre de séchage (1) à revêtir de la couche est partiellement
fondue.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'avant et / ou après l'enduction, la surface du cylindre de séchage (1) est usinée,
par exemple usinée, telle que broyée ou sablée et de préférence avant l'enduction
à appliquer sur le cylindre de séchage (1) de telle manière La surface est traitée
de sorte que tout revêtement existant soit retiré de la surface externe du cylindre
de séchage (1).
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le revêtement et / ou un traitement de surface, de préférence selon la revendication
5, est / sont effectué à l'état de repos du dispositif de séchage
8. Système d'une installation de revêtement (13) pour revêtir la surface circonférentielle
d'un cylindre de séchage (1) et d'un dispositif de séchage pour sécher et / ou Glätten
einer une bande fibreuse , l' appareil de séchage comprend au moins un cylindre de
séchage (1), dans lequel le système de revêtement, une alimentation en matière (8)
pour un matériau de pulvérisation, un applicateur (7) pour le matériau de pulvérisation,
à ceux de la surface de la coque zoom arrière du cylindre de séchage (1), caractérisé en ce que le système de revêtement comprend une source de faisceau qui émet un faisceau (9),
vers au moins le matériau de pulvérisation de fusion fourni, et le Centrale d' enrobage
(13) de telle manière est agencé de telle sorte que le faisceau (9) pour faire fondre
au moins le matériau de remplissage de pulvérisation - vu dans l'extension de la direction
de propagation de la scie la- empiète sur un point de la surface périphérique qui,
dans l'intention en fonctionnement de l'appareil de séchage à l'extérieur d'une partie
enveloppante de la surface circonférentielle du cylindre de séchage (1) avec la nappe
fibreuse (F) ou un revêtement portant la nappe fibreuse (F).
9. Système selon la revendication 8, caractérisé en ce que l'installation de revêtement (13) est mis en place de telle sorte que dans sa position
de montage prévue pour le fonctionnement du
installation de revêtement (13), la direction principale d'application du produit
de pulvérisation supplémentaire se déroule essentiellement contre la gravité.
10. Système selon la revendication 8 ou 9, caractérisé en ce que la source de faisceau est disposée de telle sorte que la direction de propagation
du faisceau (9) émis par la source de faisceau soit parallèle ou inclinée à la direction
principale d' application du produit de pulvérisation supplémentaire et coïncide de
préférence avec elle.
11. Système selon l'une des revendications 8 à 10, caractérisé en ce que la source de faisceau est une source de faisceau laser, le faisceau (9) est un faisceau
laser et la source de faisceau laser est configurée pour une gaine laser.
12. Système selon l'une des revendications 8 à 11, caractérisé en ce que l'additif de pulvérisation fourni à l'alimentation en matière (8) se présente sous
la forme d'un ruban ou d'un fil, d'un cordon ou d'une poudre.
13. Système selon l'une des revendications 8 à 12, caractérisé en ce que l'installation de revêtement (13) comprend des moyens pouvant être libérés de manière
non destructive et reliés au dispositif de séchage à revêtir.
14. Procédé de mise à niveau ou de fabrication d'un appareil à sec , au moins un cylindre
de séchage (1) pour le séchage et / ou le lissage a comprend une bande fibreuse (F),
comprenant l'étape de: l'appareil de séchage est dans une position installée, qui,
dans l'état de fonctionnement de l' appareil de séchage, à l'extérieur d'une partie
d'enroulement du La surface extérieure du cylindre de séchage (1) avec la bande fibreuse
(F) ou un revêtement portant la bande fibreuse (F) est pourvue d'un installation de
revêtement (13) pour revêtir la surface extérieure du cylindre de séchage (1), de
sorte qu'un système selon l' une des revendications 8 à 13 est créé.
15. Procédé selon la revendication 14, caractérisé en ce que l'installation de revêtement (13) est retiré après l'application du revêtement sur
la surface extérieure du cylindre de séchage (1) ou après le traitement de surface
ultérieur du revêtement à partir du dispositif de séchage.