[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Diagnose von Subsystemen in
Schienenfahrzeugen sowie eine Vorrichtung, die die Durchführung des erfindungsgemäßen
Diagnoseverfahrens ermöglicht. Des Weiteren umfasst die Erfindung die Verwendung einer
übergeordneten Steuereinheit und mindestens eines ihr untergeordneten Subsystem-Steuergeräts
zur Durchführung einer Diagnose sowie ein computergestütztes Verfahren zur Ausführung
des Verfahrens.
[0002] Die technische Komplexität von Schienenfahrzeugen steigt stetig an. Ehemals relativ
einfache, (mechanische) Subsysteme wie z.B. Türen und Klimaanlagen wurden abgelöst
durch Subsysteme, die eine Vielzahl von unterschiedlichen Aktuatoren, Sensoren, elektrischen
und signaltechnischen Verbindungen enthalten. Dies führt zu verschiedenen Vorteilen
im Betrieb des Schienenfahrzeugs, jedoch steigt durch die höhere Anzahl von Bauteilen
die Wahrscheinlichkeit, dass eines davon ausfällt.
[0003] Heutige Schienenfahrzeuge verfügen über ein Diagnosesystem, das fehlerhafte Komponenten
im Rahmen ihrer betrieblichen Nutzung erkennt und meldet. Erweiterte Tests des Gesamtsystems
Schienenfahrzeug finden darüber hinaus im Wartungsdepot statt. In diesem Zusammenhang
beschreibt die Offenlegungsschrift
WO 2016/102160 A1 ein Verfahren zur Diagnose von Schienenfahrzeugen, das auf dem Anschluss einer stationären
Steuereinheit und einer Simulationseinheit basiert, die auf der Landseite bereitgestellt
werden. Die Diagnose der Systeme erfolgt nach Erstellen einer Datenverbindung zwischen
Steuereinheit, Simulationseinheit und Schienenfahrzeug durch anschließendes Durchlaufen
eines Diagnoseprogramms. Nachteilig an dieser Lösung sind die Tatsachen, dass die
beschriebene Simulationseinheit und die Steuereinheit zur Durchführung entweder bereits
vor Ort, z.B. im Depot, vorhanden sein müssen oder aber an Bord des Schienenfahrzeugs
mitgeführt werden müssen, um dann bei Diagnosebedarf aufgestellt und angeschlossen
zu werden. Je nach Komplexität der Steuer- und Simulationseinheit sowie der notwendigen
elektrischen bzw. signaltechnischen Verbindungen ist zur Initiierung des notwendigen
Diagnosevorgangs geschultes oder zumindest eingewiesenes Personal erforderlich.
[0004] Für zukünftige Schienenfahrzeuge besteht die Anforderung, technische Probleme vor
ihrem tatsächlichen Auftreten erkennen zu können, um z.B. durch vorausschauenden Austausch
von Komponenten einen störungsfreien Betriebsablauf zu gewährleisten.
[0005] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren zur erweiterten Diagnose
von Subsystemen bereitzustellen, das einen geringen personellen und zeitlichen Aufwand
zur Durchführung der erweiterten Diagnose erfordert sowie nur bereits auf dem Schienenfahrzeug
vorhandene Diagnosegeräte verwendet.
[0006] Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind Gegenstand der Unteransprüche.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, ein Verfahren zur Diagnose von Subsystemen
in Schienenfahrzeugen mit Hilfe bereits für den Normalbetrieb des Schienenfahrzeugs
vorgesehener Steuereinheiten und Steuergeräte durchzuführen.
[0008] Subsysteme an Bord von Schienenfahrzeugen enthalten eigene Subsystem-Steuergeräte,
die über eine für ihre Kernaufgabe ausgelegte Rechenleistung verfügen. Die Subsystem-Steuergeräte
verfügen über signaltechnische Ein- und Ausgänge zur Kommunikation mit der übergeordneten
Steuereinheit und zur Kommunikation mit den subsystem-eigenen Komponenten.
[0009] Subsysteme können über eine integrierte Selbstdiagnose verfügen. Allerdings erfordert
dies eine lieferantenseitige Konfiguration des Subsystem-Steuergerätes, was insofern
nachteilig ist, als dass dieses Subsystem-Steuergerät dann nur für diesen speziellen
Anwendungsfall verwendet werden kann. Sofern eine subsystem-übergreifende Diagnose
gewünscht ist, muss dies also schon vor Auslieferung der später zusammenwirkenden
Subsystem-Steuergeräte bekannt sein.
[0010] Das Zusammenwirken der verschiedenen Subsysteme eines Schienenfahrzeugs wird über
mindestens eine übergeordnete Steuereinheit gesteuert. Die Rechenleistung der übergeordneten
Steuereinheit sowie der Subsystem-Steuergeräte ist so ausgelegt, dass deren Funktion,
welche auch ein komplexes Zusammenspiel der Subsysteme sein kann, im Normalbetrieb
gewährleistet wird, ohne dass signifikante Reserven für andere Aufgaben vorgehalten
werden.
[0011] In längeren Phasen des Fahrzeugstillstands werden die für den Normalbetrieb vorgesehenen
Funktionen nicht benötigt. Daher können bei Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
die Subsystem-Steuergeräte in diesen Phasen in einen Testsignal-Umsetzungsmodus versetzt
werden, in dem die für den Normalbetrieb vorgesehenen Funktionen deaktiviert werden.
[0012] Somit kann die Rechenleistung der Subsystem-Steuergeräte allein für die Umsetzung
der von der übergeordneten Steuereinheit vorgegebenen Testsignale verwendet werden.
"Umsetzung" bedeutet in diesem Zusammenhang die Ausgabe der von der übergeordneten
Steuereinheit vorgegebenen Testsignale an die zu testenden Subsystem-Komponenten.
Dies kann sowohl ohne als auch mit Konvertierungsmechanismen gemäß den Vorgaben durch
die übergeordnete Steuereinheit erfolgen. So kann die Charakteristik des Testsignals
durch eine Regel vorgegeben werden (z.B. Sinus-Signal, Rechteck-Signal), welche das
Subsystem-Steuergerät anwendet, um den Verlauf des Testsignals auszugeben. Alternativ
kann das Testsignal über die Vorgabe von diskreten Einzelwerten erfolgen.
[0013] Die aus den Testsignalen resultierenden Rückmeldungen der zu testenden Subsystem-Komponenten
werden zunächst von den Subsystem-Steuergeräten empfangen und in Testsignalantworten
für die übergeordnete Steuereinheit umgesetzt. Die Umsetzung kann ihrerseits mit und
ohne Konvertierungsmechanismen erfolgen. Die übergeordnete Steuereinheit empfängt
die Testsignalantworten der Subsystem-Steuergeräte und wertet diese aus.
[0014] Die Vorgabe der Testsignale durch die übergeordnete Steuereinheit ermöglicht eine
hohe Flexibilität bzgl. der Art der erzeugten Testsignale. So kann z.B. durch Softwareupdates
das Testsignal verändert werden. Sofern die übergeordnete Steuereinheit nicht nur
über eine lokale Schnittstelle zur Datenübertragung verfügt, sondern auch oder alternativ
über die Möglichkeit der Ferndatenübertragung, so kann ein Softwareupdate auch situationsbezogen
erfolgen. Dies kann z.B. dann erforderlich sein, wenn die standardmäßig vorgesehen
Testsignalverläufe zwar auf einen Fehler im Gesamtsystem hindeuten, dieser jedoch
noch nicht genau lokalisiert werden kann. In diesem Fall kann zur weiteren Diagnose
ein speziell angepasster Testverlauf per Softwareupdate installiert werden, um gezielt
nach den Fehlerursachen suchen zu können. Das Vorgeben der Testsignale durch die übergeordnete
Steuereinheit bietet weiterhin den Vorteil, dass eine werksseitige Konfiguration der
Subsystem-Steuergeräte zur Durchführung des Verfahrens nicht notwendig ist.
[0015] In einer weiteren Ausführungsform werden die von der übergeordneten Steuereinheit
vorgegebenen Testsignale vorteilhafterweise so gewählt, dass sie sich zumindest teilweise
hinsichtlich Frequenz und/oder Signalstärke und/oder Signaldauer von den im Betrieb
des Schienenfahrzeuges auftretenden Frequenzen und/oder Signalverläufen und/oder Signaldauern
unterscheiden. Die Wahl der derart erzeugten Testsignale sowie das in Bezug setzen
der Testsignalantworten ermöglicht eine präzise Aussage über den Zustand der geprüften
Komponenten. Unter Zustand wird hierbei sowohl die reine Funktionsfähigkeit als auch
der Funktionsgrad verstanden. Der Funktionsgrad, welcher sich zeitlich relativ langsam
verändern kann (z.B. durch Komponentenverschleiß), gibt den aktuellen Zustand einer
Komponente an, was Rückschlüsse auf möglicherweise einzuplanende Wartungsaktivitäten
erlaubt.
[0016] In einer weiteren Ausführungsform werden die von der übergeordneten Steuereinheit
vorgegebenen Testsignale vorteilhafterweise in Abhängigkeit von Umweltbedingungen,
nämlich äußeren Einflussfaktoren, wie z.B. der Außentemperatur oder der Luftfeuchtigkeit
o.ä., gewählt so dass die präzise Aussage über den aktuellen Zustand der geprüften
Komponente auch diesbezüglich ermöglicht wird. In einer weiteren Ausführungsform werden
die von der übergeordneten Steuereinheit empfangenen Testsignalantworten zu den Umweltbedingungen
in Bezug gesetzt. Dies ermöglicht ebenfalls eine Berücksichtigung der äußeren Einflussfaktoren
für die präzise Aussage über den aktuellen Zustand der geprüften Komponente.
[0017] In einer weiteren Ausführungsform werden die Testsignalantworten mindestens eines
der Subsysteme vorteilhafterweise in Bezug gesetzt zu Testsignalantworten mindestens
eines weiteren der Subsysteme. Somit können vorgesehene oder unvorgesehene Wechselwirkungen
zwischen verschiedenen Subsystemen reproduzierbar erzeugt und ausgewertet werden.
Hierbei erfolgt also nicht nur die Diagnose eines einzelnen der Subsysteme, sondern
es wird das Zusammenspiel der verschiedenen Subsysteme und deren Komponenten geprüft.
[0018] In einer weiteren Ausführungsform werden vorteilhafterweise Testsignalantworten mindestens
eines der Subsysteme in Bezug gesetzt zu der erwarteten Funktion des Subsystems oder
dessen Komponenten. Wird eines der Subsysteme mit einem Testsignal beaufschlagt, liefert
dieses im Regelfall eine erwartete Testsignalantwort. In dem Fall, in dem die Testsignalantwort
von der erwarteten Testsignalantwort abweicht, kann dieses auf einen bereits vorliegenden
oder sich noch entwickelnden Fehler hindeuten. Eine genaue Lokalisierung und Bestimmung
des Fehlers kann erfolgen, indem das Testsignal in der Folge variiert und die Testsignalantwort
erneut in Bezug zu dem ursprünglichen Testsignal gesetzt wird.
[0019] In einer weiteren Ausführungsform werden vorteilhafterweise aus Testsignalantworten
eines der Subsysteme Informationen über den Alterungs- und Verschleißzustand dessen
Komponenten abgeleitet. Beispielhaft kann der Zustand eines Magnetventils darüber
ermittelt werden, bei welcher Spannung ein Schaltzeitpunkt erreicht wird. In diesem
Beispiel wäre die Spannung ein von einer übergeordneten Steuereinheit vorgegebenes
Testsignal, während das Schalten des Ventils eine Testsignalantwort liefert. Sofern
ein Schalten des Ventils nicht bei einer sonst üblichen Spannung erfolgt, kann dies
ein Hinweis für einen möglichen Verschleiß des Magnetventils sein. Dieses bedingt
jedoch nicht, dass das Magnetventil im Normalbetrieb nicht mehr korrekt funktionieren
würde.
[0020] Die erfindungsgemäße Verwendung der an sich bekannten Komponenten "übergeordnete
Steuereinheit" und "Subsystem-Steuergerät" ermöglicht, dass eine performante Diagnose
mit Überschreitung von Subsystem-Grenzen möglich ist. Die Vorgabe von Testsignalen
über die übergeordnete Steuereinheit ermöglicht die Durchführung komplexer Diagnosen
der Subsysteme, und zwar ohne die Installation zusätzlicher Hardware-Komponenten bzw.
ohne Modifikation des bereits für den Betrieb ausgerüsteten Schienenfahrzeugs.
[0021] Erfindungsgemäß weist ein computergestütztes Verfahren zur Diagnose der Subsysteme
zumindest teilweise die vorangehend genannten Verfahrensschritte auf.
[0022] Das Verfahren mit zumindest einem Teil der vorangehend genannten Verfahrensschritte
wird auf einer dazu konfigurierten erfindungsgemäßen Vorrichtung ausgeführt.
[0023] Wenn die Subsysteme der Vorrichtung vorteilhafterweise miteinander in Verbindung
stehen, kann auch ein direktes Zusammenwirken der Subsysteme diagnostiziert werden.
[0024] Es werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen:
- Fig. 1
- Ein Zugnetzwerk mit übergeordnetem Steuersystem und mehreren Subsystemen (Stand der
Technik)
- Fig. 2
- Einen Ausschnitt eines Zugnetzwerks mit übergeordneter Steuereinheit und mehrerer
angeschlossener Subsysteme mit deren Steuergeräten
- Fig. 3
- Einen Ausschnitt eines Zugnetzwerks mit übergeordneter Steuereinheit und mehrerer
angeschlossener Subsysteme, wobei Wechselwirkungen zwischen den Subsystemen (1a, 1b,
1c) dargestellt sind.
[0025] Fig. 1 zeigt ein Zugnetzwerk 3, an das eine übergeordnete Steuereinheit 4 sowie eine Mehrzahl
von Subsystem-Steuergeräten 1a, 1b,..., 1f angeschlossen sind. Das Zugnetzwerk umfasst
in diesem Beispiel zwei Wagen bzw. Zugteile W1 und W2, die miteinander gekoppelt sind,
d.h. die Zugteile W1 und W2 können über das Zugnetzwerk 3 miteinander kommunizieren.
Im Normalbetrieb steuert die übergeordnete Steuereinheit 4 die Subsystem-Steuergeräte
1a, 1b,..., 1f über das Zugnetzwerk derart, dass diese mit ihren Subsystem-Komponenten
(Mechanik/Elektromechanik) 2a, 2b,..., 2f kommunizieren, wie es zur Gewährleistung
ihrer Funktionen im Normalbetrieb erforderlich ist. Die Kommunikation zwischen der
übergeordneten Steuereinheit 4, den Subsystem-Steuergeräten 1a, 1b,..., 1f und den
Subsystem-Komponenten 2a, 2b,..., 2f ist anhand von durchgezogenen Pfeilen dargestellt.
[0026] Fig. 2 zeigt das Zugnetzwerk 3, in dem das erfindungsgemäße Verfahren zur Diagnose von Subsystemen
angewendet wird. Die Subsystem-Steuergeräte 1a, 1b, 1c sind in den Testsignal-Umsetzungsmodus
versetzt. Die von der übergeordneten Steuereinheit 4 vorgegebenen Testsignale werden
von den Subsystem-Steuergeräten 1a, 1b, 1c umgesetzt. Rückmeldungen der Subsystem-Komponenten
2a, 2b, 2c werden über die Subsystem-Steuergeräte 1a, 1b, 1c ebenfalls umgesetzt und
als Testsignalantwort über das Zugnetzwerk 3 an die übergeordnete Steuereinheit 4
weitergeleitet, wo eine Auswertung stattfindet.
[0027] Die Kommunikation zwischen der übergeordneten Steuereinheit 4, den Subsystem-Steuergeräten
1a, 1b, 1c und der Rückmeldungen der Subsystem-Komponenten 2a, 2b, 2c ist anhand von
gestrichelten Pfeilen dargestellt.
[0028] Fig. 3 zeigt einen relevanten Ausschnitt eines beispielhaften Zugnetzwerks 3, in dem das
erfindungsgemäße Verfahren zur Diagnose von Subsystemen verwendet wird. Die Subsystem-Steuergeräte
1a, 1b, 1c sind in einen Testsignal-Umsetzungsmodus versetzt, in dem sie die von der
übergeordneten Steuereinheit 4 vorgegebenen und über das Zugnetzwerk 3 übertragenen
Testsignale umsetzen. Im Unterschied zum Beispiel in Figur 2 werden hier Komponenten
2a, 2b, 2c von mehreren der Subsysteme getestet, die untereinander Wechselwirkungen
aufweisen. Die übergeordnete Steuereinheit 4 gibt die Testsignale vor, welche über
das Zugnetzwerk 3 und die beiden Subsystem-Steuergeräte 1a, 1b an die beiden Magnetventilen
MV1, MV2 ausgegeben werden. Diese Magnetventile MV1, MV2 dienen zur Steuerung des
gezeigten pneumatischen Systems. Die Schaltvorgänge der Magnetventile MV1 und MV2
lassen sich durch einen Drucksensor DS beobachten, der einem weiteren Subsystem-Steuergerät
1c zugeordnet ist. Die Rückmeldung des Drucksensors DS wird nun vom Subsystem-Steuergerät
1c über das Zugnetzwerk 3 als die Testsignalantwort an die übergeordnete Steuereinheit
4 umgesetzt, wo die an die Magnetventile MV1 und MV2 vorgegebenen Testsignale in Bezug
gesetzt werden zu der Testsignalantwort des Drucksensors DS.
[0029] Ein derartiges "in Bezug setzen" kann wie folgt anschaulich erklärt werden: Beim
Beaufschlagen der beiden Magnetventile MV1, MV2 mit einem Testsignal (z.B. einer elektrischen
Spannung) erwartet die übergeordnete Steuereinheit 4 eine zu den Testsignalen korrespondierende
Testsignalantwort. Der Drucksensor DS liefert die reale Rückmeldung des Systems bzw.
seiner Komponenten 2a, 2b, 2c in Form von Signalantworten, die die übergeordnete Steuereinheit
4 von dem Subsystem-Steuergerät 1c empfängt. Sofern die reale Testsignalantwort nicht
der erwarteten Testsignalantwort entspricht, kann dies ein Hinweis auf ein technisches
Problem sein. Eine weitere Diagnose, die nicht auf ein Subsystem beschränkt ist, wird
nun dadurch ermöglicht, dass die übergeordnete Steuereinheit 4 verschiedene Testsignale
vorgibt, und diese mit den entsprechenden Testsignalantworten in Bezug setzt.
[0030] In diesem Beispiel kann die Funktion der Magnetventile MV1, MV2 nicht direkt über
Testsignale bzw. Testsignalantworten ermittelt werden, weil z.B. die Magnetventile
MV1, MV2 nicht über die Möglichkeit verfügen, direkt über ihren Status Auskunft zu
geben. Der Zustand der Magnetventile MV1 und MV2 wird also indirekt über eine Wechselwirkung
mit dem weiteren Subsystem ausgewertet, in dem die Signalantworten des weiteren Subsystems
ausgewertet werden.
[0031] Die beschriebenen Beispiele dienen lediglich der Veranschaulichung. Die Anzahl von
miteinander verbundenen Systemen sowie die Komplexität des Gesamtsystems werden in
der Praxis größer ausfallen.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0032]
- 1a - 1f
- Subsystem-Steuergeräte der Subsysteme a - f
- 2a - 2f
- (elektro-)mechanische Komponenten der Subsysteme a - f
- 3
- Zugnetzwerk
- 4
- Übergeordnete Steuereinheit
- MV1
- Magnetventil 1
- MV2
- Magnetventil 2
- DS
- Drucksensor
- W1
- Wagen 1
- W2
- Wagen 2
1. Verfahren zur Diagnose von mindestens einem Subsystem eines Schienenfahrzeugs, umfassend
die Schritte
- Versetzen mindestens eines Subsystem-Steuergerätes (1a, 1b, 1c) in einen Testsignalumsetzungsmodus;
- Vorgeben von Testsignalen durch eine dem mindestens einem Subsystem-Steuergerät
(1a, 1b, 1c) übergeordnete Steuereinheit (4);
- Empfangen von Testsignalantworten des mindestens einem Subsystem-Steuergerätes (1a,
1b, 1c) durch die übergeordnete Steuereinheit (4);
- Auswerten der empfangenen Testsignalantworten des mindestens einem Subsystem-Steuergerätes
(1a, 1b, 1c) durch die übergeordnete Steuereinheit (4).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die von der übergeordneten Steuereinheit (4) vorgegebenen Testsignale so gewählt
werden, dass sie sich zumindest teilweise hinsichtlich Frequenz und/oder Signalstärke
und/oder Signaldauer von im Betrieb des Schienenfahrzeugs auftretenden Frequenzen
und/oder Signalstärken unterscheiden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die von der übergeordneten Steuereinheit (4) vorgegeben Testsignale in Abhängigkeit
von Umweltbedingungen gewählt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die von der übergeordneten Steuereinheit (4) empfangenen Testsignalantworten in Bezug
gesetzt werden zu Umweltbedingungen.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Testsignalantworten mindestens eines der Subsysteme in Bezug gesetzt werden zu
Testsignalantworten zumindest eines weiteren der Subsysteme.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Testsignalantworten mindestens eines der Subsysteme in Bezug gesetzt werden zu
der erwarteten Funktion des mindestens einem der Subsysteme oder dessen Komponenten
(2a, 2b, 2c).
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass aus den Testsignalantworten von mindestens einem der Subsysteme Informationen über
den Alterungs- und/oder Verschleißzustand dessen Komponenten (2a, 2b, 2c) abgeleitet
werden.
8. Verwendung
- einer übergeordneten Steuereinheit (4) zur Vorgabe von Testsignalen und
- mindestens eines Subsystem-Steuergeräts (1a, 1b, 1c), das in einen Signalumsetzungsmodus
versetzt ist,
zur Diagnose von Subsystemen in einem Schienenfahrzeug.
9. Computergestütztes Verfahren zur Diagnose von Subsystemen eines Schienenfahrzeugs,
aufweisend die Schritte gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7.
10. Vorrichtung zur Diagnose von Subsystemen eines Schienenfahrzeugs, die so konfiguriert
ist, dass sie das Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 7 ausführt.
11. Vorrichtung gemäß Anspruch 10, wobei die Subsysteme signaltechnisch miteinander in
Verbindung stehen.