[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Anlage und ein Verfahren zur Herstellung
eines Spinnvlieses aus endlosen Filamenten, die beispielsweise aus thermoplastischem
Kunststoff bestehen. Endlosfilamente unterscheiden sich aufgrund ihrer quasi endlosen
Länge von Stapelfasern, die wesentlich geringere Längen von beispielsweise 10 bis
60 mm aufweisen.
[0002] Aus der Praxis ist es hinlänglich bekannt, eine Vliesbahn, die typischerweise durch
Ablage der Filamente auf einem Ablageband erzeugt wird, zu verfestigen. Für Vliese
mit Flächengewichten von 10 bis 80 g/m
2 wird die Ablage in der Regel mittels eines Thermokalanders verfestigt. Dadurch entstehen
Vliese mit guter Festigkeit und geringer Dicke. Schwerere bzw. voluminösere Filamentablagen
sind schwieriger zu verfestigen, da der Energieeintrag in die Mitte des Produktes
in der zur Verfügung stehenden Zeit begrenzt ist und insbesondere für das Erwärmen
bis in die Nähe des Schmelzpunktes des Kunststoffes nicht mehr ausreicht. Wenn schwerere
bzw. voluminösere Vliese hergestellt werden sollen, sind andere Verfestigungsverfahren
zweckmäßig und zwar insbesondere mechanisches Vernadeln und hydraulisches Vernadeln
oder Thermoverfestigen (vorzugsweise mittels Heißluft). Im Zusammenhang mit diesen
Verfestigungsverfahren ist es immer erforderlich, die Vliesbahn vom Ablageband bzw.
Siebband abzulösen und möglichst ohne Beeinträchtigung der Vliesbahn bzw. ohne Beeinträchtigung
der Gleichmäßigkeit der Vliesbahn der Verfestigung/Endverfestigung zuzuführen.
[0003] Die
EP 1408148B2 zeigt eine Spinnvliesanlage, bei der die endlosen Filamente von einem Spinnturm auf
ein erstes Ablageband abgelegt werden. Unmittelbar hinter der Ablage der Endlosfilamente
sind unter dem ersten Ablageband Saugkästen angeordnet, die die Endlosfilamente auf
dem ersten Ablageband halten. Eine erste Verfestigung erfolgt mittels beheizter Kalanderwalzen.
Mittels einer besaugten Walze werden die Endlosfilamente auf ein zweites Ablageband
übergeben, auf dem die Verfestigung mittels Wasserstrahlen erfolgt. Bei sehr hohen
Transportgeschwindigkeiten des Spinnvlieses von über 250 m/min können die Kalanderwalzen
nicht genügend Energie in die Endlosfilamente zur Vorverfestigung übertragen, da die
Verweilzeit im Kontaktbereich der Walzen zu gering ist. Ein weiterer Nachteil ist
die Übergabe der Filamente von dem ersten auf das zweite Ablageband mittels Saugwalze,
da bei den hohen Geschwindigkeiten unerwünschte Verzüge auftreten können.
[0004] Aus der
EP 1967628 B1 ist es bekannt, die Filamentablage unmittelbar hinter ihrem Ablagebereich mit einem
beheizten Kalander zu kompaktieren. Dem schließt sich eine erste Befeuchtungseinrichtung
zur Vorbefeuchtung der Vliesbahn an, mit dem ein Nebel oder Strahlen aus Wasser auf
die Endlosfilamente gesprüht wird. Der Kalander hat die Aufgabe, die abgelegten Endlosfilamente
vorzuverfestigen ohne Bonding-Punkte zwischen den einzelnen Filamenten entstehen zu
lassen, was sich damit deutlich von der Verfestigung in der nachfolgenden Wasserstrahlverfestigung
unterscheidet. Die anschließende Befeuchtungsanlage erzeugt eine schonende Einbringung
von Flüssigkeit in die auf- bzw. nebeneinanderliegenden Endlosfilamente, so dass störende
Luftbewegungen vermieden werden können. Gleichzeitig werden die Reibwerte zwischen
den Filamenten erhöht, wobei das Wasser als Haftmittel wirkt und dabei die Verschiebung
der Endlosfilamente untereinander reduziert wird.
[0005] Nachteilig an diesem Stand der Technik ist die geringe Arbeitsgeschwindigkeit der
Anlage, da insbesondere die Einbringung von Wärme mittels Kalander in die Endlosfilamente
eine vorbestimmte Energiedichte erfordert. Bei einer höheren Arbeits-/Transportgeschwindigkeit
der Endlosfilamente müssten die Kalander weit über den Schmelzpunkt des thermoplastischen
Kunststoffes erhitzt werden, um in der geringeren Kontaktzeit zwischen den Walzen
die Energie zu übertragen. Jede kleinste Störung oder Unregelmäßigkeit an dieser Stelle
hätte ein unerwünschtes Verkleben der Endlosfilamente zur Folge, wodurch die nachfolgende
Wasserstrahlverfestigung zumindest teilweise nicht den gewünschten Effekt erzielen
würde. Oder anders ausgedrückt, die Wasserstrahlverfestigung müsste deutlich überdimensioniert
werden, um das Vlies, das bei Störungen bereits mittels Bonding-Punkten stellenweise
vorverfestigt wäre, gleichmäßig zu verfestigen und zu strukturieren. Ein weiterer
Nachteil ist die Einbringung von Wasser zur Vorbefeuchtung, das in einem weiteren
aufwändigen Prozessschritt aus dem Vlies entfernt werden muss.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist die Weiterbildung einer Anlage und eines Verfahrens zur
Herstellung eines Spinnvlieses aus Endlosfilamenten bei hohen Geschwindigkeiten.
[0007] Diese Aufgabe wird ausgehend von einer Anlage und einem Verfahren gemäß dem Oberbegriff
der Ansprüche 1 und 13 in Verbindung mit den kennzeichnenden Merkmalen gelöst. Vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen angegeben.
[0008] Nach Anspruch 1 betrifft die Erfindung eine Anlage zur Herstellung eines Spinnvlieses,
umfassend eine Spinnerette mit einem Diffusor zur Herstellung von Endlosfilamenten,
mit einem ersten Ablageband, das ausgebildet ist, die Endlosfilamente zu transportieren
und an ein nachfolgendes zweites Ablageband zu übergeben, wobei an dem zweiten Ablageband
mindestens eine Einrichtung zur Wasserstrahlverfestigung der Endlosfilamente zu einem
Spinnvlies angeordnet ist, wobei das Spinnvlies nachfolgend mittels mindestens einer
weiteren Wasserstrahlverfestigung verfestigt und/oder strukturiert wird.
[0009] Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass das erste Ablageband die Endlosfilamente
trocken und unverfestigt transportiert, wobei eine Walze an dem Ende des ersten Ablagebandes
oder an dem Anfang des zweiten Ablagebandes angeordnet ist, so dass die Endlosfilamente
mit einem kleinen Umschlingungswinkel um die Walze geführt werden.
[0010] Aufgrund der hohen Transportgeschwindigkeit der Endlosfilamente erfolgt im Gegensatz
zum Stand der Technik auf dem ersten Ablageband keinerlei Verfestigung, Kompaktierung
oder Kalandrierung der Endlosfilamente. Die Endlosfilamente werden damit unverfestigt
und trocken mit einer hohen Geschwindigkeit von mindestens 250 m/min auf dem ersten
Ablageband transportiert. Die Anlage fährt die Endlosfilamente auf dem ersten Ablageband
trocken, d.h., dass die Endlosfilamente nicht mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit
besprüht oder behandelt werden, was für die weitere Behandlung störend sein kann oder
die Auflagereibung der Endlosfilamente auf dem ersten Transportband reduzieren kann.
Damit der Zwickel zwischen den beiden Ablagebändern ohne Saugzug durch die Endlosfilamente
überfahren werden kann, ohne dass die Endlosfilamente hier durchhängen, wird mittels
einer Walze eine geringe Reibkraft auf die Endlosfilamente erzeugt, indem diese die
Walze um einen kleinen Winkel umschlingen. Der Winkel kann bis zu 45° betragen und
wird erzeugt, in dem die Walze mit geringer Kraft in eines der Ablagebänder eintaucht.
Dadurch, dass die Ablagebänder elastisch nachgeben, werden die Endlosfilamente mit
einem kleinen Umschlingungswinkel um die Walze geführt, so dass eine verstärkte Reibung
zwischen den Endlosfilamenten und der Walze auftritt, die einer begrenzten Zugbelastung
standhält. Damit kann so viel Spannung aufgebaut werden, dass die Endlosfilamente
über den Zwickel zwischen den Ablagebändern geführt werden können, ohne dass diese
durchhängen. Gleichzeitig wird ein Verdichten bzw. Kompaktieren der Endlosfilamente
vermieden, so dass nachfolgend eine Vorverfestigung mittels Wasserstrahlverfestigung
mit geringem Druck möglich ist. Die trockene Fahrweise der Endlosfilamente auf dem
Ablageband verstärkt die Adhäsion zwischen den Endlosfilamenten und dem Ablageband,
was zu einem verkleben neigt. Daher wird die Ablösung der Endlosfilamente vom Ablageband
beim Übergang auf das Ablageband durch die Erzeugung eines Klemmpunktes mittels der
Walze begünstigt. Auch die Ablösung des Spinnvlieses vom Ablageband um die Saugtrommel
wird durch die Erzeugung des Klemmpunktes mittels der Walze erleichtert.
[0011] Vorzugsweise werden die Endlosfilamente auf den Ablagebändern mit einer Geschwindigkeit
von mindestens 250 m/min transportieren. Es können mit hoher Geschwindigkeit sehr
leichte Spinnvliese hergestellt werden.
[0012] In einer bevorzugten Ausführungsform ist die Walze luftdurchlässig ausgebildet und
besaugbar. Damit kann die bei diesen hohen Geschwindigkeiten mitgeführte Schleppluft
abgesaugt werden.
[0013] Die Ablagebänder können mit der gleichen Geschwindigkeit betrieben werden, oder alternativ
kann das zweite Ablageband mit einer geringfügig höheren Geschwindigkeit betrieben
werden. Im ersten Fall, wenn die Walze am Anfang des zweiten Ablagebandes angeordnet
ist, muss die Walze antreibbar sein und mit einer geringfügig höheren Umfangsgeschwindigkeit
betrieben werden, als die Transportgeschwindigkeit des zweiten Ablagebandes. Entscheidend
ist, einen geringen Zug oder eine Umschlingungsreibung auf die Endlosfilamente aufzubringen,
damit diese ohne nennenswerten Durchhang den Zwickel zwischen den Ablagebändern überwinden
können.
[0014] Dadurch, dass zwischen der Umfangsgeschwindigkeit der Walze und der Transportgeschwindigkeit
der Ablagebänder eine Geschwindigkeitsdifferenz von bis zu 5 % einstellbar ist, können
die Endlosfilamente mit einem positiven oder negativen Verzug behandelt werden.
[0015] Durch eine verschiebbare Anordnung der Walze horizontal bzw. parallel zu einem der
Ablagebänder kann der Umschlingungswinkel der Endlosfilamente um die Walze eingestellt
werden.
[0016] Vorzugsweise ist die Anlage ausgebildet, zwischen den Ablagebändern eine weitere
Komponente aufzunehmen, so dass beispielsweise ein kardiertes Vlies eingeführt werden
kann, um zusammen auf dem zweiten Ablageband mit den Endlosfilamenten verbunden zu
werden.
[0017] Das Verfahren zur Herstellung eines Spinnvlieses sieht vor, Endlosfilamenten in einer
Spinnerette mit einem Diffusor herzustellen und auf einem ersten Ablageband abzulegen,
wobei das erste Ablageband die Endlosfilamente zu einem zweiten Ablageband transportiert
und an dieses übergibt, wobei die Endlosfilamente auf dem zweiten Ablageband zu einem
Spinnvlies mittels Wasserstrahlverfestigung zu verfestigen und nachfolgend mittels
mindestens einer weiteren Wasserstrahlverfestigung zu verfestigen und/oder zu strukturieren.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass die Endlosfilamente
auf dem ersten Ablageband trocken und unverfestigt transportiert werden, wobei die
Endlosfilamente zumindest teilweise eine Walze umschlingen, die an dem Ende des ersten
Ablagebandes oder an dem Anfang des zweiten Ablagebandes angeordnet ist, um den Durchhang
der Endlosfilamente im Zwickel zwischen dem ersten und dem zweiten Ablageband zu reduzieren.
[0019] Um die anhaftenden Endlosfilamente vom Ablageband zu lösen, wird durch die Erzeugung
eines Klemmpunktes der Übergang vom ersten zum zweiten Ablageband erleichtert. Daher
wird die Ablösung der Endlosfilamente vom Ablageband beim Übergang auf das Ablageband
durch die Erzeugung eines Klemmpunktes mittels der Walze begünstigt. Auch die Ablösung
des Spinnvlieses vom Ablageband um die Saugtrommel wird durch die Erzeugung des Klemmpunktes
mittels der Walze erleichtert.
[0020] Vorzugsweise beträgt die Transportgeschwindigkeit der Endlosfilamente mindestens
250 m/min, vorzugsweise mindestens 400 m/min. Insbesondere für leichte Spinnvliese
mit einem Flächengewicht von maximal 60 g/m
2 ist die Anlage geeignet. Je leichter das Spinnvlies, umso höher kann die Transportgeschwindigkeit
sein, beispielsweise bei einem Flächengewicht von 15 g/m
2 von 250 m/min bis zu 1000 m/min.
[0021] Weitere, die Erfindung verbessernde Maßnahmen werden nachstehend gemeinsam mit der
Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand der Figuren
näher dargestellt. Es zeigen:
- Figur 1
- ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Figur 2
- ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung;
- Figur 3
- ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung.
[0022] Figur 1 zeigt in einer ersten erfindungsgemäßen Ausführungsform eine Anlage 1 zur
Erzeugung eines Spinnvlieses, bei dem eine Spinnerette mit Diffusor 2 Endlosfilamente
3 produziert und auf einem ersten Ablageband 4 ablegt. Das Ablageband 4 ist als endloses
umlaufendes Band ausgebildet, dass um mindestens zwei, in diesem Ausführungsbeispiel
um vier Umlenkrollen 4a, 4b, 4c, 4d, geführt und von mindestens einer Umlenkrolle
angetrieben wird. Im Bereich der Auftreffstelle der Endlosfilamente 3 auf das Ablageband
4 ist unterhalb des Ablagebandes 4 ein erster Saukasten 5 angeordnet, der der Spinnerette
zugeordnet ist. In Transportrichtung der Endlosfilamente 3 befindet sich unterhalb
des Ablagebandes 4 ein weiterer Saukasten 6, mit dem die Endlosfilamente 3 auf dem
Ablageband 4 mittels Saugzug gehalten werden. Hierzu weist das Ablageband 4 eine Vielzahl
von Perforierungen auf, durch die Luft in ausreichender Menge durchsaugt werden kann.
Die Anlage 1 fährt die Endlosfilamente 3 auf dem ersten Ablageband 4 trocken, d.h.,
dass die Endlosfilamente 3 nicht mit Wasser oder einer anderen Flüssigkeit besprüht
oder behandelt werden. Im Gegensatz zum Stand der Technik erfolgt auf dem ersten Ablageband
4 auch keinerlei Verfestigung, Kompaktierung oder Kalandrierung der Endlosfilamente
3. Die Endlosfilamente 3 werden damit unverfestigt und trocken mit einer hohen Geschwindigkeit
von mindestens 250 m/min, vorzugsweise mindestens 400 m/min, auf dem ersten Ablageband
4 transportiert. Dem ersten Ablageband 4 folgt in Transportrichtung ein zweites Ablageband
7, auf dem die anschließende Verfestigung der Endlosfilamente 3 zu einem Spinnvlies
11 erfolgt. Das zweite Ablageband 7 ist ebenfalls als endloses umlaufendes Band ausgebildet,
dass um mindestens zwei, in diesem Ausführungsbeispiel um vier Umlenkrollen 7a, 7b,
7c, 7d geführt und von mindestens einer Umlenkrolle angetrieben wird. Das Ablageband
7 ist ebenfalls als perforiertes luft- bzw. wasserdurchlässiges Band ausgebildet.
An der Übergabestelle zwischen dem ersten und dem zweiten Ablageband 4, 7 ist der
Abstand zwischen den Ablagebändern 4, 7 so minimiert, dass eine besaugtes Übergabe
nicht erforderlich ist. Aufgrund der hohen Transportgeschwindigkeit der Endlosfilamente
3 ist der Durchhang der Endlosfilamente 3 im Zwickel zwischen den Umlenkrollen 4b
und 7a sehr gering.
[0023] Eine Walze 8 ist im Bereich der Umlenkrolle 7a oberhalb des Ablagebandes 7 angeordnet
und übt einen begrenzten Druck auf die Endlosfilamente 3 aus. Im Gegensatz zu einem
Kalander wird die Walze 8 zum Ablageband 7 auf Spalt gefahren. Dadurch, dass das Ablageband
7 elastisch nachgibt, werden die Endlosfilamente 3 mit einem kleinen Umschlingungswinkel
um die Walze 8 geführt, so dass eine verstärkte Reibung zwischen den Endlosfilamenten
3 und der Walze 8 auftritt, die einer begrenzten Zugbelastung standhält. Damit kann
so viel Spannung aufgebaut werden, um die Endlosfilamente 3 über den Zwickel zwischen
den Ablagebändern 4 und 7 zu führen, ohne dass diese durchhängen und sich gleichzeitig
vom Endlosband 4 lösen, da die trockene Fahrweise zum Verkleben von Endlosfilamenten
3 und Endlosband 4 führen können. Gleichzeitig wird ein Verdichten bzw. Kompaktieren
der Endlosfilamente vermieden, so dass nachfolgend eine Vorverfestigung mittels Wasserstrahlverfestigung
mit geringem Druck möglich ist. Hierzu ist es vorteilhaft, wenn das Ablageband 7 mit
einer geringfügig höheren Geschwindigkeit betrieben wird, als das Ablageband 4. Vorzugsweise
kann die Geschwindigkeitsdifferenz bis zu 0,5% betragen. Die Walze 8 kann luftdurchlässig
sein oder einen glatten geschlossenen Mantel aufweisen. Alternativ kann die Walze
8 auch eine strukturierte Oberfläche aufweisen, um die Reibung mit den Endlosfilamenten
3 zu erhöhen Die Walze 8 kann mitlaufend oder angetrieben sein. Der Druck durch die
Walze 8 auf die Endlosfilamente 3 und das Ablageband 7 reduziert in Verbindung mit
der hohen Transportgeschwindigkeit den geringen Durchhang im Zwickel zwischen dem
ersten und dem zweiten Ablageband 4, 7. Die Walze 8 kann so angeordnet sein, dass
sie einen Druck mit der Umlenkrolle 7a oder mit dem Ablageband 7 auf die Endlosfilamente
3 ausübt und diese dabei leicht (mit definiertem Spalt) klemmt. Ist die Walze 8 angetrieben,
so kann ein Verzug von beispielsweise 2-5 % der aufeinanderliegenden Endlosfilamente
3 mit dem Ablageband 7 bzw. der Umlenkrolle 7a eingestellt werden. Bei der hohen Transportgeschwindigkeit
der Endlosfilamente 3 kann es vorteilhaft sein, die Walze 8 als luftdurchlässige Walze
auszubilden und zu besaugen, da hiermit unerwünschte mitgeschleppte Luftströmungen
abgeleitet werden können. Werden beide Ablagebänder 4, 7 mit einer identischen Geschwindigkeit
betrieben, kann die Walze 8 mit einer leicht höheren Geschwindigkeit betrieben werden,
als das Ablageband 7. Die Umfangsgeschwindigkeit kann bis zu 0,5% größer sein, als
die Transportgeschwindigkeit des Ablagebandes 7. Damit werden die Endlosfilamente
3 auf dem Ablageband 7 angeschoben, so dass sich der Durchhang der Endlosfilamente
3 im Zwickel zwischen den Ablagebändern 4, 7 reduziert.
[0024] Nach der Übergabe der Endlosfilamente 3 auf das zweite Ablageband 7 erfolgt mittels
eines Düsenbalkens 9 eine erste Verfestigung der Endlosfilamente zu einem Vlies 11.
Der Düsenbalken kann mit einem geringen Druck von beispielsweise 10 - 40 bar betrieben
werden, um nur eine Vorverfestigung zu erzielen. Hierzu ist unterhalb des Ablagebandes
7 ein Saugkasten 10 angeordnet, mit dem das Wasser des Düsenbalkens 9 durch das Ablageband
7 abgesaugt wird. Die durch den ersten Düsenbalken 9 erfolgte Verfestigung kann vorteilhafterweise
sehr leicht sein, damit auf den nachfolgenden Saugtrommel gleichzeitig noch eine Strukturierung
stattfinden kann. Erfolgt keine anschließende Strukturierung, kann der Düsenbalken
9 auch mit einem höheren Druck von beispielsweise 40 - 400 bar betrieben werden. Von
dem Ablageband 7 wird das Vlies 11 um eine erste Saugtrommel 12 gefördert, die oberhalb
des Ablagebandes 7 angeordnet ist. Mindestens ein weiterer Düsenbalken 13 beaufschlagt
das Vlies 11 mit einem hohen Druck von 40-400 bar, um dem Vlies 11 eine ausreichende
Festigkeit und ggfs. eine Strukturierung zu geben. Die Strukturierung erfolgt in der
Regel über eine Musterung der Saugtrommel 12, über die eine Schale mit einem prägenden
Muster aufgezogen werden kann. Nach einem Umlauf von ca. 180° um die erste Saugtrommel
12 erfolgt ein weiterer Umlauf um eine zweite Saugtrommel 14, auf der mindestens ein
weiterer Düsenbalken 15 das Vlies ebenfalls mit einem hohen Druck von 40-400 bar verfestigt
und gegebenenfalls abschließend noch einmal strukturiert. Eine Weiterbehandlung des
Vlieses 11 in einer nachfolgenden Anlage zum Präparieren, Trocknen und/oder Aufwickeln
ist in dieser Ansicht nicht mehr dargestellt, gehört aber zum gesamten Anlagenkonzept.
[0025] Das Ausführungsbeispiel der Figur 2 unterscheidet sich von dem vorherigen Ausführungsbeispiel
nur in drei Punkten: die Walze 8 kann horizontal verfahrbar mittels Gleitleisten angeordnet
sein. Da das Ablageband 7 nach der Umlenkrolle 7a aufgrund seiner Dehnung vertikal
nachgiebig ist, kann durch ein horizontales Verfahren der Walze 8 von der Umlenkrolle
7a in Richtung Saugkasten 10 der Spalt zwischen Ablageband 7 und Walze 8 variiert
werden, was den Umschlingungswinkel der Endlosfilamente 3 um die Walze 8 ändert und
damit die verbundene Reibkraft. In diesem Ausführungsbeispiel ist ein weiterer Düsenbalken
16 unterhalb der Saugtrommel 12 und unterhalb des Ablagebandes 7 angeordnet, um eine
erste Kompaktierung durch das Ablageband 7 zu erzielen und ggfs. eine Ablösung des
vorverfestigten Vlieses 11 vom Ablageband 7 zu unterstützen. Eine weitere Verbesserung
der Anlage 1 kann dadurch erreicht werden, indem zumindest eine Umlenkrolle, in diesem
Beispiel die Umlenkrolle 7a, verschiebbar angeordnet ist, um die Spannung vom Ablageband
7 zu reduzieren und damit den Austausch der Ablagebänder zu vereinfachen. Diese drei
Varianten lassen sich mit jedem Ausführungsbeispiel kombinieren.
[0026] In den Ausführungsbeispielen der Figuren 1 und 2 können beide Ablagebänder 4, 7 mit
einer identischen Geschwindigkeit betrieben werden. Hierzu muss die Walze 8 mit einer
leicht höheren Umfangsgeschwindigkeit betrieben werden, als das Ablageband 7. Die
Umfangsgeschwindigkeit kann bis zu 0,5% größer sein, als die Transportgeschwindigkeit
des Ablagebandes 7. Damit werden die Endlosfilamente 3 auf dem Ablageband 7 angeschoben,
so dass sich der Durchhang der Endlosfilamente 3 im Zwickel zwischen den Ablagebändern
4, 7 reduziert. Alternativ kann auch ein Strecken der Endlosfilamente 3 erfolgen,
wenn die Walze 8 mit einer größeren Geschwindigkeit von 2-5 % betrieben wird.
[0027] Wird das Ablageband 7 mit einer höheren Geschwindigkeit betrieben als das Ablageband
4, beispielsweise mit bis zu 0,5%, kann die Walze 8 als nicht angetriebene mitlaufende
Walze 8 ausgebildet sein. Alternativ kann sie auch angetrieben sein, um mit einem
positiven oder negativen Verzug von 2-3% auf die Endlosfilamente 3 zu wirken.
[0028] In dem Ausführungsbeispiel der Figur 3 ist die Walze 8 im Endbereich des Ablagebandes
4 angeordnet, und zwar möglichst so, dass die Walze mit der Umlenkrolle 4b zusammenwirkt.
An dieser Stelle bildet die Walze 8 mit dem Ablageband 4 einen Spalt, wodurch aufgrund
eines kleinen Umschlingungswinkels eine Reibkraft auf die Endlosfilamente 3 wirkt,
so dass in Verbindung mit der Umschlingung der Endlosfilamente 3 um die Saugtrommeln
12, 14 eine leichte Zugspannung auf die Endlosfilamente 3 wirkt, so dass diese nicht
in den Zwickel zwischen den Ablagebändern 4 und 7 durchhängen. Vorteilhafterweise
kann auch hier die Walze 8 als luftdurchlässige und besaugte Walze ausgebildet sein,
um die Schleppluft aus der Anlage zu entfernen. Weiterhin wurde hier das Ablageband
7 modifiziert und eine weitere Umlenkrolle 7e eingefügt, um im Bereich des Zwickels
Platz für eine weitere Anwendung zu schaffen, beispielsweise für einen Wickel 17 für
ein kardiertes Vlies, um dies mit den Endlosfilamenten auf dem zweiten Ablageband
7 zu kombinieren. Um Platz für die Inbetriebnahme oder einen Wechsel des Ablagebandes
7 zu schaffen, ist auch hier die Umlenkrolle 7a zumindest horizontal verschiebbar
angeordnet. Die Geschwindigkeit der Ablagebänder 4 und 7 kann in diesem Ausführungsbeispiel
identisch sein oder die Geschwindigkeit des Ablagebandes 7 kann geringfügig über der
Geschwindigkeit des Ablagebandes 4 liegen. Der Zug auf die Endlosfilamente 3 wird
entweder durch die Umschlingung und damit Reibung mit der Walze 8 erzeugt, oder durch
die höhere Geschwindigkeit des Ablagebandes 7. Damit kann die Walze nicht angetrieben
und mitlaufend ausgeführt werden. Alternativkann die Walze 8 angetrieben werden, um
mit dem Ablageband 4 einen positiven oder negativen Verzug von 2-5% einzustellen,
so dass entweder die Walze 8 schneller oder langsamer angetrieben wird.
[0029] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf das vorstehend angegebene
bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche
von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen
Gebrauch macht. Sämtliche aus den Ansprüchen, der Beschreibung oder den Zeichnungen
hervorgehenden Merkmale und/oder Vorteile, einschließlich konstruktiver Einzelheiten
oder räumlicher Anordnungen, können sowohl für sich als auch in den verschiedensten
Kombinationen erfindungswesentlich sein.
Bezugszeichen
[0030]
- 1
- Anlage
- 2
- Spinnerette mit Diffusor
- 3
- Endlosfilamente
- 4
- Ablageband
- 4a - 4d
- Umlenkrollen
- 5
- Saugkasten
- 6
- Saugkasten
- 7
- Ablageband
- 7a - 7e
- Umlenkrollen
- 8
- Walze
- 9
- Düsenbalken
- 10
- Saugkasten
- 11
- Spinnvlies
- 12
- Saugtrommel
- 13
- Düsenbalken
- 14
- Saugtrommel
- 15
- Düsenbalken
- 16
- Düsenbalken
- 17
- Wickel
1. Anlage (1) zur Herstellung eines Spinnvlieses, umfassend eine Spinnerette mit einem
Diffusor (2) zur Herstellung von Endlosfilamenten (3), mit einem ersten Ablageband
(4), das ausgebildet ist, die Endlosfilamente (3) zu transportieren und an ein nachfolgendes
zweites Ablageband (7) zu übergeben, wobei an dem zweiten Ablageband (7) mindestens
eine Einrichtung zur Wasserstrahlverfestigung der Endlosfilamente (3) zu einem Spinnvlies
(11) angeordnet ist, wobei das Spinnvlies (11) nachfolgend mittels mindestens einer
weiteren Wasserstrahlverfestigung verfestigt und/oder strukturiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass das erste Ablageband (4) die Endlosfilamente (3) trocken und unverfestigt transportiert,
wobei eine Walze (8) an dem Anfang des zweiten Ablagebandes (7) oder an dem Ende des
ersten Ablagebandes (4) angeordnet ist, so dass die Endlosfilamente mit einem kleinen
Umschlingungswinkel um die Walze (8) geführt werden.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablagebänder (4, 7) die Endlosfilamente mit einer Geschwindigkeit von mindestens
250 m/min, vorzugsweise mindestens 400 m/min, transportieren.
3. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze (8) luftdurchlässig ausgebildet ist und besaugbar ausgebildet ist.
4. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablagebänder (4, 7) mit der gleichen Geschwindigkeit betrieben werden.
5. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ablageband (7) mit einer höheren Geschwindigkeit betrieben wird, als das
erste Ablageband (4).
6. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze (8) antreibbar ist.
7. Anlage nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Umfangsgeschwindigkeit der Walze (8) und der Transportgeschwindigkeit
des Ablagebandes (4) oder (7) eine Geschwindigkeitsdifferenz von bis zu 5 % einstellbar
ist.
8. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Ablagebandes (7) mindestens eine Saugtrommel (12) mit mindestens einer
Wasserstrahlverfestigung angeordnet ist, die das Spinnvlies (11) vom Ablageband (7)
aufnimmt und weitertransportiert.
9. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich der Saugtrommel (12) unterhalb des Ablagebandes (7) ein Düsenbalken (16)
angeordnet ist, der ausgebildet ist, das Spinnvlies (11) vom Ablageband (7) zu lösen.
10. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze (8) ausgebildet ist, horizontal bzw. parallel zum Ablageband (4) oder (7)
zu verfahren.
11. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablagebänder (4, 7) als endlos umlaufende Ablagebänder ausgebildet sind, die
mittels jeweils mindestens zwei Umlenkrollen geführt werden, wobei mindestens eine
Umlenkrolle verschiebbar ausgebildet ist.
12. Anlage nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich zwischen den Ablagebändern (4, 7) ausgebildet ist, eine weitere Anlagenkomponente
aufzunehmen.
13. Verfahren zur Herstellung eines Spinnvlieses aus Endlosfilamenten, die in einer Spinnerette
mit einem Diffusor hergestellt und auf einem ersten Ablageband (4) abgelegt werden,
wobei das erste Ablageband (4) die Endlosfilamente zu einem zweiten Ablageband (7)
transportiert und an dieses übergibt, wobei die Endlosfilamente auf dem zweiten Ablageband
(7) zu einem Spinnvlies (11) mittels Wasserstrahlverfestigung verfestigt werden und
nachfolgend mittels mindestens einer weiteren Wasserstrahlverfestigung verfestigt
und/oder strukturiert wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Endlosfilamente auf dem ersten Ablageband (4) trocken und unverfestigt transportiert
werden, wobei die Endlosfilamente zumindest teilweise eine Walze (8) umschlingen,
die an dem Ende des ersten Ablagebandes (4) oder an dem Anfang des zweiten Ablagebandes
(7) angeordnet ist, um den Durchhang der Endlosfilamente (3) im Zwickel zwischen dem
ersten und dem zweiten Ablageband (4, 7) zu reduzieren.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Endlosfilamente mit einer Geschwindigkeit von mindestens 250 m/min, vorzugsweise
mindestens 400 m/min, transportiert werden.
15. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze (8) luftdurchlässig ausgebildet ist und besaugt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Ablagebänder (4, 7) mit der gleichen Geschwindigkeit betrieben werden.
17. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass das zweite Ablageband (7) mit einer höheren Geschwindigkeit betrieben wird als das
erste Ablageband (4).
18. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze angetrieben wird.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Umfangsgeschwindigkeit der Walze (8) und der Transportgeschwindigkeit
des Ablagebandes (4) oder (7) eine Geschwindigkeitsdifferenz von bis zu 5 % einstellbar
ist.
20. Verfahren nach Anspruch 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die Walze (8) horizontal bzw. parallel zum Ablageband (4) oder (7) verfahrbar ist.