[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Leistungsrelais für ein Fahrzeug, insbesondere
ein Nutzfahrzeug.
[0002] Gattungsgemäße Leistungsrelais werden in der Fahrzeugtechnik, insbesondere bei Nutzfahrzeugen
verwendet. Die Leistungsrelais werden hier zum einen dazu eingesetzt, um die Fahrzeugbatterie
vom Bordnetz elektrisch zu trennen. Andererseits werden solche Relais eingesetzt,
um elektrische Motoren von Stellvorrichtungen (z.B. Hydraulikpumpe oder Hubbühne)
zu schalten. Ein solches Leistungsrelais muss bei Niedrigspannung von typischerweise
12 bis 24 Volt in der Lage sein, Ströme bis zu einer Stromstärke von etwa 300 Ampere
zu schalten und muss entsprechend massiv gebaut sein. Übliche, für diesen Zweck verwendete
Relais bestehen in der Regel aus einem topfförmigen Körper aus Metall (z.B. Eisen
oder Stahl), in dem eine Magnetspule, ein Magnetjoch und ein mit einer Kontaktbrücke
(Doppelkontakt) verbundener Magnetanker aufgenommen sind.
[0003] Zum Anschluss des Leistungsrelais an einen zu schaltenden Laststromkreis in dem Fahrzeug
umfasst das Leistungsrelais üblicherweise massive Anschlussbolzen (Gewindebolzen)
aus Metall, die typischerweise einen Durchmesser von 0,5 bis 1cm haben. Auf diesen
Anschlussbolzen werden bestimmungsgemäß Kabelschuhe der Anschlussleitungen des zu
schaltenden Laststromkreises mittels Schraubenmuttern (Kontaktmuttern) kontaktierend
festgelegt.
[0005] Nachteiligerweise sind die herkömmlichen Leistungsrelais vergleichsweise schwer und
aufwändig in der Herstellung. Ein weiteres Problem der herkömmlicherweise verwendeten
Leistungsrelais besteht darin, dass derzeit vielfältige unterschiedliche Bauvarianten
eingesetzt werden, die sich durch verschiedene Abstände der Anschlussbolzen und verschiedene
Montagemöglichkeiten für das Relaisgehäuse (z.B. seitlich am Gehäusetopf, über die
Anschlussseite oder über den zu dieser entgegengesetzten Boden des Relaisgehäuses)
unterscheiden.
[0006] Um den Markt umfassend bedienen zu können, insbesondere um bestehende Nutzfahrzeuge
mit unterschiedlicher Bordnetzkonfiguration warten und ggf. mit neuen Leistungsrelais
nachrüsten zu können, müssen daher eine Vielzahl unterschiedlicher Bauformen des Leistungsrelais
vorgehalten werden, was zu einem erheblichen Herstellungs- und Lageraufwand führt.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein besonders rationell fertigbares und
leicht bauendes Leistungsrelais für ein Fahrzeug, insbesondere ein Nutzfahrzeug, anzugeben.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1. Das
erfindungsgemäße Leistungsrelais umfasst ein Gehäuse, das aus einem Anschlusssockel
und einem darauf aufgesetzten Gehäusetopf gebildet ist. In den Anschlusssockel sind
zwei Anschlussbolzen eingebracht, über die das Leistungsrelais mit Anschlussleitungen
eines anzuschließenden externen Laststromkreises kontaktierbar ist. Das Leistungsrelais
umfasst weiterhin eine in dem Gehäuse angeordnete Spulenbaugruppe mit einer Magnetspule
und einem korrespondierenden Magnetanker. Der Magnetanker ist hierbei über ein Kraftübertragungsglied
mit einer Kontaktbrücke gekoppelt und unter Wirkung eines mittels der Magnetspule
erzeugten Magnetfeldes derart in dem Gehäuse verschiebbar, dass die Kontaktbrücke
reversibel zwischen einer Schließstellung und einer Öffnungsstellung bewegbar ist.
Die Schließstellung ist hierbei dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktbrücke die
Anschlussbolzen elektrisch leitend überbrückt, wodurch das Leistungsrelais angeschaltet
ist. Die Öffnungsstellung ist dagegen dadurch gekennzeichnet, dass die Kontaktbrücke
von den Anschlussbolzen dekontaktiert ist, so dass zwischen den Anschlussbolzen keine
leitende Verbindung besteht und das Leistungsrelais somit abgeschaltet ist.
[0009] Erfindungsgemäß ist der Gehäusetopf als Kunststoff-Spritzgießteil ausgebildet. Dies
ermöglicht, im Vergleich zu herkömmlichen, mit einem Gehäusetopf aus Metall versehenen
Leistungsrelais eine wesentliche Reduzierung des Herstellungs- und Materialaufwands
sowie außerdem eine entscheidende Gewichtseinsparung. Auch bei dem Anschlusssockel
handelt es sich vorzugsweise um ein Kunststoff-Spritzgießbauteil.
[0010] Bei dem erfindungsgemäßen Leistungsrelais kann es sich hierbei wahlweise um ein bistabiles
Relais, das sowohl die Schließstellung als auch die Öffnungsstellung in unbestromtem
Zustand der Magnetspule dauerhaft aufrechterhält, oder um ein monostabiles Relais
handeln. In letzterem Fall kann das Leistungsrelais als Schließer oder Öffner ausgebildet
sein, wobei das Relais selbsttätig bei unbestromter Magnetspule in der erstgenannten
Bauform die Öffnungsstellung, und in der letztgenannten Bauform die Schließstellung
einnimmt. Vorzugweise sind sowohl bistabile als auch monostabile Bauformen des Leistungsrelais
nach dem erfindungsgemäßen Bauprinzip realisiert.
[0011] In bevorzugter Ausgestaltung umfasst die Spulenbaugruppe weiterhin ein Magnetjoch.
Um trotz geringem Gewicht und trotz kompakter Bauweise eine hohe Stabilität des Gehäuses
zu erreichen, umfasst das Magnetjoch zweckmäßigerweise eine torsionsstabile Struktur,
die über die gesamte axiale Höhe des Gehäusetopfs drehfest in diesem aufgenommen ist.
Als axiale Höhe ist hierbei die Ausdehnung des Gehäusetopfs entlang der senkrecht
auf den Boden des Gehäusetopfs stehenden Gehäusetopfachse bezeichnet. Die torsionsstabile
Struktur des Magnetjochs ist in zweckmäßiger Ausgestaltung durch einen einstückigen,
U-förmig gewinkelten Bügel gebildet, dessen Schenkel die Magnetspule parallel zu ihrer
Spulenachse umgreifen. Um die torsionsstabile Struktur des Magnetjochs, insbesondere
den Bügel, drehfest aufnehmen zu können, hat der Gehäusetopf vorzugsweise zumindest
in seinem Innenraum einen zumindest näherungsweise rechteckigen Querschnitt, wobei
sich das Magnetjoch, insbesondere der Bügel, nach Art eines Querträgers parallel zu
zwei der vier Seitenwände erstreckt und beidseitig an den zwei verbleibenden Seitenwänden
abgestützt ist.
[0012] Durch die drehfeste Aufnahme des Magnetjochs leitet der Gehäusetopf ein auf ihn wirkendes
Drehmoment, das beispielsweise durch das Anziehen der Kontaktmuttern verursacht ist,
in das torsionsstabil ausgeführte Magnetjoch ein. Bei einer Torsion des Gehäusetopfs
muss daher das Magnetjoch, insbesondere der Bügel, stets mit tordiert werden, wodurch
wiederum der Gehäusetopf entlastet wird. Hierdurch wird einer Materialermüdung oder
sogar einem Bruch des Gehäusetopfs entgegengewirkt.
[0013] Um die Torsionsstabilität des Gehäuses weiter zu verbessern, ist vorzugsweise auch
der Anschlusssockel verdrehsicher mit dem Magnetjoch gekoppelt, beispielsweise indem
das Magnetjoch mit ausgeformten Vorsprüngen formschlüssig in entsprechende Vertiefungen
des Anschlusssockels eingreift. Auf diese Weise werden gegebenenfalls auf den Anschlusssockel
ausgeübte Drehmomente nicht lediglich mittelbar über den Gehäusetopf auf das Magnetjoch
übertragen. Vielmehr wird zumindest ein Teil dieser Drehmomente direkt von dem Anschlusssockel
in das Magnetjoch eingeleitet, wodurch wiederum der Gehäusetopf, und insbesondere
die Verbindung zwischen dem Gehäusetopf und dem Anschlusssockel entlastet werden.
[0014] Grundsätzlich kann es sich bei dem Leistungsrelais im Rahmen der Erfindung um ein
rein elektromechanisches Bauteil handeln, bei dem die Magnetspule ausschließlich aufgrund
externer Steuersignale aktiviert (bestromt) und deaktiviert (stromlos geschaltet)
wird. Vorzugsweise umfasst das Leistungsrelais zusätzlich aber eine in dem Gehäuse
aufgenommene Steuerelektronik zur Ansteuerung der Magnetspule. Die Steuerelektronik
setzt hierbei externe Steuersignale (die in diesem Fall beispielsweise auch als Pulssignale,
insbesondere in digitaler Form, abgegeben werden können) in einen entsprechenden Steuerstrom
für die Magnetspule um. Optional umfasst die Steuerelektronik darüber hinaus weitere
Funktionen, beispielsweise Strom- oder Spannungsmessung zwischen den Anschlussbolzen
und/oder Schutzfunktionen, die eine Zwangsabschaltung des Leistungsrelais bei Über-
und/oder Unterspannung, Überlast oder - bei mehrpoligen Ausführungen des Leistungsrelais
- einem Fehlerstrom oder einer unsymmetrischen Stromverteilung bewirken.
[0015] Sowohl bei rein elektromechanischen Bauformen als auch bei elektronischen Bauformen
umfasst das Leistungsrelais eine Anzahl von Signalanschlüssen, von denen jeder jeweils
an eine externe Signalleitung anschließbar ist. Die Signalanschlüsse sind zweckmäßigerweise,
ebenso wie die Anschlussbolzen für den Laststrom, in dem Anschlusssockel fixiert.
[0016] Die Signalanschlüsse dienen hierbei zur Zuführung mindestens eines elektrischen Steuersignals
an das Leistungsrelais und/oder zur Abgabe mindestens eines elektrischen Zustandssignals
durch das Leistungsrelais. Optional ist zudem mindestens einer der Signalanschlüsse
zur Zuführung einer elektrischen Versorgungsspannung oder eines elektrischen Bezugspotentials,
insbesondere Masse, vorgesehen. In einer rein elektromechanischen Bauform des Leistungsrelais
sind die Signalanschlüsse hierbei unmittelbar mit der Magnetspule kontaktiert. Bei
elektronischen Bauformen des Leistungsrelais sind regelmäßig zumindest einige der
Signalanschlüsse dagegen mit der Steuerelektronik verbunden. Diese Steuerelektronik
stellt hierbei Zusatzfunktionen (z.B. Messfunktionen, Schutzfunktionen, Buskommunikation,
etc.) zur Verfügung. Die über die Signalanschlüsse zugeführten Signale dienen in dem
letzteren Fall in der Regel nur mittelbar zur Ansteuerung der Magnetspule.
[0017] Gattungsgemäße Leistungsrelais werden regelmäßig in rauen Einsatzumgebungen eingesetzt,
in denen diese Relais Wasser, Öl, sowie Staub und anderweitigen Verschmutzungen ausgesetzt
sind. Das Gehäuse solcher Leistungsrelais muss daher in der Regel staub- und flüssigkeitsdicht
(insbesondere nach Schutzart IP6K7 oder IP6K9K) sein. Um hinsichtlich der Verbindung
des Gehäusetopfs mit dem Anschlusssockel die erforderliche Dichtheit zu garantieren,
ist der Anschlusssockel vorzugsweise mittels einer aushärtenden Vergussmasse, beispielsweise
einem Epoxidharz fluiddicht mit dem Gehäusetopf verbunden. Um hierbei eine einfache
und haltbare Vergießung dieser Verbindungsstelle zu ermöglichen, weist der Gehäusetopf
in einer vorteilhaften Ausführungsform öffnungsseitig einen umlaufenden Absatz auf,
auf dem der Anschlusssockel mit einem umlaufenden Radialsteg aufliegt. Der Gehäusetopf
greift hierbei außenseitig mit einem Kragen um den Radialsteg des Anschlusssockels
herum, wobei der Kragen den Radialsteg axial überragt. Der Kragen des Gehäusetopfs
umrandet somit den an den Anschlusssockel angeformten Radialsteg nach Art einer Balustrade.
Somit wird durch den Kragen und den Anschlusssockel eine wannenartige Aufnahme (nachfolgend
kurz als "Wanne" bezeichnet) für die Vergussmasse gebildet. In dem Montagezustand
des Leistungsrelais ist diese Wanne mit der Vergussmasse ganz oder zumindest teilweise
ausgefüllt.
[0018] Jede der vorstehend beschriebenen Signalanschlüsse ist jeweils über einen zugeordneten
Anschlussleiter (der vorzugsweise durch ein gebogenes Blechstanzteil gebildet ist)
mit der Magnetspule oder der ggf. dieser vorgeschalteten Steuerelektronik verbunden.
Jeder der Anschlussleiter ist hierbei vorzugsweise im Bereich der Wanne durch den
Anschlusssockel hindurchgeführt. Somit wird beim Vergießen des Gehäuses auch jeder
der Anschlussleiter in die Vergussmasse eingebettet, wodurch auch die Durchführung
der Anschlussleiter durch den Anschlusssockel abgedichtet wird, ohne dass es hierfür
gesonderter Maßnahmen bedürfte.
[0019] Um die Verbindung zwischen dem Gehäusetopf und dem Anschlusssockel weiter zu stabilisieren,
ist der Kragen des Gehäusetopfs im Bereich der Wanne mit mindestens einer Radialkontur
versehen. Die oder jede Radialkontur des Kragens kann hierbei durch eine radialen
Ausnehmung (die die Materialstärke des Kragens verringert) oder einen radialen Vorsprung
(der die Materialstärke des Kragens vergrößert) gebildet sein. Korrespondierend mit
der oder jeder Radialkontur ist am Anschlusssockel im Bereich der Wanne mindestens
eine Gegenkontur ausgebildet. Die Radialkontur und die korrespondierende Gegenkontur
bilden hierbei mit der Vergussmasse eine Formschlussverbindung, durch die der Anschlusssockel
und der Gehäusetopf in Umfangsrichtung, d.h. tangential zur Achse der Magnetspule
und des Gehäusetopfs, aneinander arretiert sind. Infolge dieser Arretierung wird eine
Verdrehung des Anschlusssockels relativ zu dem Gehäusetopf auch durch die Vergussmasse
wirksam blockiert. Vorzugsweise weisen die Radialkontur und die korrespondierende
Gegenkontur weiterhin Hinterschneidungen auf, aufgrund welcher der Gehäusetopf und
der Anschlusssockel durch Formschlussbildung der Vergussmasse mit der Radialkontur
und der Gegenkontur auch in radialer Richtung aneinander arretiert sind. Auf diese
Weise wird eine radiale Aufwölbung des Gehäusetopfs, aufgrund der sich der Kragen
des Gehäusetopfs zumindest lokal von dem Radialsteg des Anschlusssockels ablösen würde,
durch die Vergussmasse unterbunden. In einer bevorzugten Ausgestaltungsvariante ist
die Radialkontur als Rastnase ausgebildet, die den Radialsteg übergreift und somit
an dem Gehäusetopf verrastet.
[0020] Erkanntermaßen entsteht beim Schalten eines gattungsgemäßen Relais, insbesondere
im Kurzschlussfall, regelmäßig ein hoher Gasdruck im Innenraum des Gehäuses, der unter
ungünstigen Umständen zur Explosion oder zumindest zum unkontrollierten Aufplatzen
des Relaisgehäuses führen könnte. Die Ursache für den hohen Gasdruck kann hierbei
in der erwärmungsbedingten Ausdehnung der Luft im Gehäuseinnenraum und/oder in der
Verdampfung von Restfeuchte der im Gehäuseinnenraum aufgenommenen Luft bestehen. Die
Ursache für die Lufterwärmung kann wiederum ein Schaltlichtbogen oder die Aufheizung
der stromführenden Teile aufgrund des Stromflusses (insbesondere eines Kurzschlussstroms)
sein. Die Explosion oder das unkontrollierte Aufplatzen des Gehäuses kann zu Gefahrensituationen,
insbesondere einem Kurzschluss stromführender Teile mit Masse und einer damit einhergehenden
Brandgefahr oder einer Personengefährdung, führen und muss daher ausgeschlossen werden.
Um diese Sicherheitsanforderung bei einem möglichst kompakten und leicht bauenden
Leistungsrelais sicherzustellen, ist in einer vorteilhaften Ausführungsform des Leistungsrelais
im Gehäuse - und hierbei vorzugsweise im Gehäusetopf - eine Überdrucksicherung vorgesehen,
die im Falle eines kritischen Überdrucks in dem Gehäuse eine Gasausstoßöffnung freigibt,
und somit einen kontrollierten Druckausgleich mit der Umgebung sicherstellt. Die Überdrucksicherung
kann durch ein separat gefertigtes und in den Gehäusetopf (oder ggf. in den Anschlusssockel)
eingesetztes Ventil gebildet sein, insbesondere durch ein federbelastetes Kugelventil
oder eine im Überdruckfall reißende Membran (die optional von Haus aus semipermeabel,
d.h. gasdurchlässig, aber nicht flüssigkeitsdurchlässig sein kann).
[0021] Vorzugsweise ist die Überdrucksicherung aber in das Gehäuse (und hier insbesondere
in den Gehäusetopf) einstückig integriert, insbesondere an das Gehäuse angespritzt.
In dieser Ausführung ist die Überdrucksicherung insbesondere durch eine Sollbruchstelle
gebildet, die im Überdruckfall aufplatzt und somit zur Entlastung der übrigen Gehäusebereiche
die Gasausstoßöffnung freigibt. Die Sollbruchstelle hat vorzugsweise eine gebogene,
beispielsweise U-förmige, V-förmige, oder trapezförmige, Form und umgibt somit von
drei Seiten einen laschenartigen Abschnitt (nachfolgend kurz "Lasche") des Gehäuses,
der den Verschluss der Überdrucksicherung bildet. Die vierte Seite dieser Lasche ist
zweckmäßigerweise entlang einer zwischen den Enden der Sollbruchstelle verlaufenden
Verbindungslinie als Filmgelenk ausgebildet. Durch die von der Sollbruchstelle umrahmte
Lasche wird hierbei eine Gasausstoßöffnung mit definierter Form und Größe gebildet.
Das die Sollbruchstelle verbindende Filmgelenk ermöglicht dabei, dass die Lasche beim
Aufplatzen der Sollbruchstelle definiert aus der Gehäusewand ausgebogen wird, verhindert
aber, dass die Lasche hierbei unkontrolliert abreißt, wodurch einer möglichen Personengefährdung
oder einer Beschädigung benachbarter Teile entgegengewirkt wird. In einer besonders
vorteilhaften Ausgestaltungsvariante hat die Sollbruchstelle insbesondere eine Schlüssellochform,
ist also U-förmig mit einem kreisförmig aufbereiteten Grund ausgebildet.
[0022] Da das Gehäuse des Leistungsrelais nach dem Aufplatzen der Sollbruchstelle nicht
mehr dicht ist, ist in diesem Fall regelmäßig ein Austausch des Leistungsrelais erforderlich.
Um auszuschließen, dass das Leistungsrelais dennoch weiter betrieben wird, ist das
Leistungsrelais in einer zweckmäßigen Weiterbildung mit einer Sicherheitsfunktion
versehen, die nach dem Versagen der Sollbruchstelle ein Warnsignal erzeugt und/oder
das Leistungsrelais zwangsweise in einen sicheren Zustand schaltet. Die Sicherheitsfunktion
umfasst in einer Ausführungsform des Leistungsrelais eine Zwangsabschaltung, durch
die das Leistungsrelais - durch Dekontaktierung der Kontaktbrücke von den Anschlussbolzen
- permanent abschaltet und somit unumkehrlich außer Betrieb genommen wird. Für bestimmte
Ausführungsformen kann die Sicherungsfunktion des Leistungsrelais - in Anpassung an
den jeweiligen Einsatzzweck - aber auch die Einschaltung des Leistungsrelais umfassen.
So muss beispielsweise ein als Batterieschalter in einem Nutzfahrzeug eingesetztes
Leistungsrelais auch im Fehlerfall eingeschaltet bleiben, da ansonsten die elektrische
Versorgung des Bordnetzes - gegebenenfalls während der Fahrt - zusammenbrechen würde.
[0023] Grundsätzlich kann hierbei im Rahmen der Erfindung vorgesehen sein, dass die Zwangsabschaltung
den Überdruckfall unabhängig von dem Zustand der Sollbruchstelle detektiert, beispielsweise
durch einen separaten Überdrucksensor, der in einem kritischen Überdruckfall ausgelöst
wird. Vorzugsweise wird die Zwangsabschaltung aber unmittelbar durch das Aufplatzen
der Sollbruchstelle ausgelöst. Hierzu ist in zweckmäßiger Ausführung eine elektrische
Sicherungsleitung derart mechanisch mit der Sollbruchstelle gekoppelt, dass die Sicherungsleitung
im Versagensfall der Sollbruchstelle durchtrennt wird. Die Sicherungsleitung steht
hierbei - unmittelbar oder mittelbar - mit der Magnetspule in Wirkverbindung, so dass
ihre Durchtrennung die Zwangsabschaltung des Leistungsrelais bewirkt. Die Sicherungsleitung
kann hierbei beispielsweise Teil der Stromversorgung der Magnetspule oder Teil eines
mit der ggf. vorhandenen Steuerelektronik verschalteten Signalstromkreises sein. Grundsätzlich
ist im Rahmen der Erfindung ferner auch denkbar, dass die Sicherungsleitung im Versagensfall
der Sollbruchstelle elektrisch durchgeschaltet wird, wobei in diesem Fall die Durchschaltung
(also das Zustandekommen einer leitfähigen Verbindung über die Sicherungsleitung),
die Zwangsabschaltung auslöst, oder dass der Zustand der Sollbruchstelle durch einen
sonstigen Sensor kontrolliert wird.
[0024] Um die Montage des Leistungsrelais zu vereinfachen, ist die Spulenbaugruppe vorzugsweise
als selbststabile (in sich stabile) und zusammenhängende Baueinheit ausgebildet. Die
Spulenbaugruppe ist also derart gestaltet, dass sie auch ohne die umgebenden Teile
des Gehäuses zusammenhält. Dies ermöglicht es, die Spulenbaugruppe außerhalb des Gehäuses
zusammenzubauen, was insbesondere einer automatisierten Fertigung entgegenkommt, und
als Ganzes in das Gehäuse einzusetzen.
[0025] Kernelement der selbststabilen Spulenbaugruppe ist in zweckmäßiger Ausgestaltung
des Leistungsrelais ein durch ein Kunststoff-Spritzgießteil ausgebildeter, einstückiger
Trägerkörper, auf den die Magnetspule unmittelbar aufgewickelt ist. Des Weiteren trägt
der Trägerkörper vorzugsweise auch den Magnetanker, der hierzu unmittelbar in dem
Trägerkörper gleitgelagert ist.
[0026] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung umfasst der Trägerkörper mindestens eine Tasche,
die zur Aufnahme eines Polschuhs des Magnetjochs sowie - falls vorhanden - mindestens
eines Permanentmagneten dient. Permanentmagnete sind hierbei bei bistabilen Bauformen
des Leistungsrelais vorgesehen.
[0027] Innenseitig hat die oder jede Tasche vorzugsweise eine Wand mit einer definierten
Wandstärke zwischen 0,2 mm und 0,5 mm, insbesondere bei ca. 0,3 mm, durch die der
entsprechende Polschuh des Magnetjochs von dem im Inneren des Trägerkörpers geführten
Magnetanker beabstandet ist. Durch diese einstückig mit dem Trägerkörper ausgebildete
Wand wird ein effektiver magnetischer Fluss innerhalb des aus dem Magnetjoch und dem
Magnetanker gebildeten Magnetkreises erzielt, wobei gleichzeitig die magnetischen
Verhältnisse innerhalb dieses Magnetkreises mit hoher Präzision und hoher zeitlicher
Konstanz eingestellt werden können.
[0028] Vorzugsweise sind an dem Trägerkörper weiterhin eine Halterung oder zumindest Bauraum
für mindestens eine Freilaufdiode und/oder eine Halterung für eine Thermosicherung
und/oder eine Halterung für einen Schaltstellungskontakt zur Erkennung der Schaltstellung
des Leistungsrelais eingeformt. Als Thermosicherung wird hierbei ein elektrisches
oder elektronisches Bauteil verstanden, das durch Aufschmelzen oder mechanische Bewegung
unter Einfluss externer Wärmeerzeugung (anders als eine Schmelzsicherung also nicht
unter Wirkung des durch das Bauteil fließenden Stroms) öffnet und somit den über die
Thermosicherung geführten Stromkreis unterbricht. Infolge der vorstehend beschriebenen
Halterungen, die vorzugsweise in Kombination an dem Trägerkörper vorgesehen sind,
ist dieser Trägerkörper als Multifunktionsteil ausgebildet, das unverändert bei einer
Vielzahl von unterschiedlichen Bauformen des Leistungsrelais eingesetzt werden kann,
insbesondere bei Bauformen mit und ohne Freilaufdioden, Bauformen mit und ohne Thermosicherung
sowie Bauformen mit und ohne Schaltstellungskontakt. Die Halterungen sind somit an
dem Trägerkörper insbesondere auch bei Bauformen des Leistungsrelais ausgebildet,
bei denen das jeweilige Funktionsbauteil, also die Freilaufdiode, die Thermosicherung
bzw. der Signalkontakt nicht vorgesehen sind. Somit wird ein besonders hoher Vorfertigungsgrad
für unterschiedliche Bauformen des Leistungsrelais erzielt.
[0029] Im Sinne einer weiteren Montagevereinfachung ist die Spulenbaugruppe vorzugsweise
an dem Anschlusssockel befestigt, wobei für diese Befestigung vorzugsweise eine Schnappverbindung
zum Einsatz kommt. Hierdurch wird ermöglicht, alle elektrisch sowie durch mechanische
Bewegung zusammenwirkenden Teile des Leistungsrelais außerhalb des Gehäuses zu montieren.
[0030] Zur mechanischen Kopplung des Magnetankers mit der Kontaktbrücke ist in zweckmäßiger
Ausführung des Leistungsrelais eine Koppelstange vorgesehen, die sich entlang einer
Spulenachse der Magnetspule erstreckt. Zweckmäßigerweise ist die Koppelstange in einem
zentralen Teil des Magnetjochs gleitgelagert. An der ankerfernen Seite ist an der
Koppelstange die Kontaktbrücke befestigt. Um eine präzise Führung der Kontaktbrücke
sicherzustellen, ist die Koppelstange hierbei in einer vorteilhaften Ausführungsform
der Erfindung auf ihrer ankerfernen Seite (somit im Bereich der Kontaktbrücke) in
dem Anschlusssockel gleitgelagert. Die Koppelstange taucht hierbei insbesondere mit
einem - in dem Anschlusssockel gleitgelagerten - Lagerabschnitt durch die Kontaktbrücke
hindurch.
[0031] Bei elektronischen Bauvarianten des Leistungsrelais ist die in (diesem Fall vorhandene)
Steuerelektronik vorzugsweise außerhalb des Magnetjochs, und hierbei insbesondere
parallel zu einer der Seitenflächen des Gehäusetopfs angeordnet. Durch das Magnetjoch
wird die Steuerelektronik hierbei von der durch die Bestromung der Magnetspule entstehenden
Wärme abgeschirmt. Die Steuerelektronik ist somit im kalten Bereich des Leistungsrelais
angeordnet, wodurch die Steuerelektronik geschont wird.
[0032] Neben einpoligen Ausführungsformen mit lediglich zwei Anschlussbolzen und einer einzigen
zugehörigen Spulenbaugruppe sind vorzugsweise auch mehrpolige Ausführungsformen des
Leistungsrelais vorgesehen. Diese mehrpoligen Ausführungen des Leistungsrelais dienen
insbesondere dazu, mehrphasige Laststromkreise simultan zu schalten oder einphasige
Laststromkreise durch mehrere Schalteinheiten parallel zu schalten. Letzteres hat
hierbei insbesondere den Vorteil, dass die auf das Relais beim Schalten wirkende Belastung
auf mehrere Pole verteilt werden kann. Mehrpolige Ausführungsformen des Leistungsrelais
werden hierbei vorteilhaft dadurch realisiert, dass mehrere Spulenbaugruppen gemeinsam
an ein und demselben Anschlusssockel befestigt werden, wobei dieser Anschlusssockel
für jede Spulenbaugruppe jeweils zwei Anschlussbolzen trägt.
[0033] Um mit ein- und derselben Bauform des Leistungsrelais unterschiedliche Montagepositionen
realisieren zu können, trägt der Gehäusetopf vorzugsweise sowohl an einer Seitenfläche
als auch an seinem Boden jeweils eine Montagefläche, die mit Schrauböffnungen zur
Aufnahme von Befestigungsschrauben versehen ist. An jeder dieser Montageflächen kann
das Leistungsrelais entweder direkt oder - zur Anpassung an verschiedene Lochabstände
der Einbauumgebung - über Adapterplatten durch Verschraubung montiert werden. Die
in den Montageflächen des Gehäusetopfs jeweils vorgesehenen Schrauböffnungen sind
vorzugsweise durch Gewindehülsen aus Metall realisiert, die in Öffnungen des Kunststoffmaterials
des Gehäusetopfs eingepresst oder mit dem Material des Gehäusetopfs umspritzt sind.
[0034] In einer vorteilhaften Weiterentwicklung einer elektronischen Bauvariante des Leistungsrelais
ist die in diesem Fall vorgesehene Steuerelektronik mit einer Kontaktreinigungsfunktion
versehen. Die Steuerelektronik ist hierbei dazu eingerichtet, in einem Kontaktreinigungsmodus
die Magnetspule mehrfach in kurzen zeitlichen Abständen anzusteuern. Durch die mehrfache
Ansteuerung wird somit ein künstliches Kontaktprellen erzeugt, bei dem die Kontaktbrücke
mehrfach gegen die Anschlussbolzen schlägt. Auf diese Weise werden gegebenenfalls
an den Kontaktstellen anhaftende Verunreinigungen abgerieben, wodurch geringe Kontaktwiderstände
erzielt bzw. aufrechterhalten werden. In einer besonders vorteilhaften Ausgestaltungsform
dieser Kontaktreinigungsfunktion veranlasst die Steuerelektronik die Kontaktreinigung
nur dann, wenn über den Anschlussbolzen keine elektrische Spannung anliegt, so dass
das künstliche Kontaktprellen lastfrei erfolgt. Auf diese Weise werden Schaltlichtbögen
bei der Kontaktreinigungsfunktion ausgeschlossen.
[0035] Bei elektronischen Bauformen des Leistungsrelais ist die Steuerelektronik vorzugsweise
mit den Anschlussbolzen verbunden. Die Steuerelektronik ist hierbei dazu eingerichtet,
die zwischen den Anschlussbolzen abfallende elektrische Spannung abzugreifen und messtechnisch
zu detektieren. Über die Anschlussbolzen wird des Weiteren vorzugsweise eine Versorgungsspannung
für die Steuerelektronik abgegriffen.
[0036] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- Fig. 1
- in perspektivischer Ansicht von schräg oben ein Leistungsrelais für einen Lastkraftwagen,
- Fig. 2
- in perspektivischer Ansicht von schräg unten das Leistungsrelais,
- Fig. 3
- in einer Explosionsdarstellung vier Teilbaugruppen des Leistungsrelais, nämlich einen
Anschlusssockel, einen Gehäusetopf, eine Spulenbaugruppe sowie eine eine Steuerelektronik
tragende Platine,
- Fig. 4
- in perspektivischer Ansicht von schräg oben die Spulenbaugruppe des Leistungsrelais,
- Fig. 5
- in perspektivischer Ansicht von schräg unten die Spulenbaugruppe gemäß Fig. 4,
- Fig. 6
- in perspektivischer Ansicht von schräg oben isoliert einen Magnetkreis des Leistungsrelais
mit einem Magnetjoch und einem Magnetanker sowie mit einer Koppelstange, über die
der Magnetanker auf eine (hier nicht dargestellte) Kontaktbrücke wirkt,
- Fig. 7
- in perspektivischer Ansicht von schräg oben einen Trägerkörper der Spulenbaugruppe,
- Fig. 8
- in perspektivischer Ansicht von schräg unten den Trägerkörper gemäß Fig. 7,
- Fig. 9
- in einem Querschnitt IX-IX gemäß Fig. 7 den dortigen Trägerkörper,
- Fig. 10
- in perspektivischer Ansicht von oben das Leistungsrelais in einem unvergossenen Vormontagezustand,
- Fig. 11
- in einem vergrößert dargestellten Ausschnitt XI aus Fig. 10 ein Detail des Gehäuses
des Leistungsrelais,
- Fig. 12
- in einem Längsschnitt XII-XII gemäß Fig. 1 und 2 das dortige Leistungsrelais,
- Fig. 13
- in einem Längsschnitt XIII-XIII gemäß Fig. 1 und 2 das dortige Leistungsrelais,
- Fig. 14
- in einem Querschnitt XIV-XIV gemäß Fig. 1 und 2 das dortige Leistungsrelais, und
- Fig. 15
- in perspektivischer Ansicht von schräg oben den Gehäusetopf des Leistungsrelais.
[0037] Einander entsprechende Teile sind allen Figuren stets mit gleichen Bezugszeichen
versehen.
[0038] Das in den Fig. 1 und 2 als Ganzes dargestellte Leistungsrelais 1 umfasst ein Gehäuse
2, das aus zwei Teilen, nämlich einem Anschlusssockel 3 und einem Gehäusetopf 4 gebildet
ist. Sowohl der Anschlusssockel 3 als auch der Gehäusetopf 4 sind hierbei als Spritzgieß-Bauteile
aus Kunststoff gebildet.
[0039] Der Anschlusssockel 3 begrenzt das Gehäuse 2 zu einer Anschlussseite hin, an der
das Leistungsrelais 1 mit einem externen Laststromkreis sowie mit externen Steuerleitungen
kontaktierbar ist. Diese Anschlussseite ist nachfolgend - unabhängig von der tatsächlichen
Orientierung des Leistungsrelais 1 im umgebenen Raum - auch als Oberseite 5 bezeichnet.
Der Gehäusetopf 4 umschließt mit vier Seitenwänden 6 und einem Gehäuseboden 7 die
übrigen Seiten eines etwa quaderförmigen Gehäuseinnenraums 8 (Fig. 12 bis 14). Der
Gehäuseboden 7 schließt hierbei das Gehäuse 2 zu einer von der Oberseite 5 abgewandten
Unterseite 9 ab (wobei auch der Begriff "Unterseite" unabhängig von der tatsächlichen
Orientierung des Leistungsrelais 1 im umgebenen Raum verwendet wird).
[0040] Zum Anschluss zweier Anschlussleitungen des anzuschließenden Laststromkreises sind
im Anschlusssockel 3 zwei massive Anschlussbolzen 10 fixiert, die jeweils mit einem
Gewindeschaft 11 aus dem Gehäuse 2 nach außen hervorragen. Bei dem Anschlussbolzen
10 handelt es sich um massive Drehteile aus Metall, die im Bereich des Gewindeschafts
11 beispielsweise einen Durchmesser von 0,8 cm aufweisen. Zum Anschluss der jeweiligen
Anschlussleitung des Laststromkreises wird ein endseitiger Kabelschuh dieser Anschlussleitung
auf den zugeordneten Gewindeschaft 11 aufgesetzt und mittels einer Schraubenmutter
(Kontaktmutter) schraubkontaktiert. Alternativ hierzu können die Anschlussbolzen 10
aber auch durch Hülsen mit jeweils einer Gewindebohrung gebildet sein. Anstelle von
Kontaktmuttern sind in diesem Fall Kontaktschrauben zur Kontaktierung der Anschlussleitungen
vorgesehen, die in die Gewindebohrungen eingeschraubt werden. Wie insbesondere aus
Fig. 13 hervorgeht, sind die Anschlussbolzen 10 in dem Anschlusssockel 3 durch Umspritzung
mit dem Kunststoffmaterial des Anschlusssockels 11 fixiert.
[0041] Um einen elektrischen Überschlag oder sonstigen Kurzschluss zwischen den Anschlussbolzen
10 und den daran gegebenenfalls befestigten Anschlussleitungen des Laststromkreises
auszuschließen, ist außenseitig an dem Anschlusssockel 3 eine Trennwand 12 angeformt,
die in den zwischen den Anschlussbolzen 10 gebildeten Zwischenraum hineinragt.
[0042] Zur Ansteuerung des Leistungsrelais 1, also zur Auslösung von Schaltprozessen, durch
die das Leistungsrelais 1 - durch Herstellung einer gehäuseinternen elektrisch leitfähigen
Verbindung zwischen den Anschlussbolzen 10 - eingeschaltet oder - durch Trennung dieser
elektrisch leitenden Verbindung - ausgeschaltet wird, sind an dem Anschlusssockel
3 des Weiteren mehrere (hier beispielhaft drei) Signalanschlüsse 13 ausgebildet, über
die drei korrespondierende externe Steuerleitungen jeweils mit einem endseitigen Kabelschuh
mit dem Leistungsrelais 1 schraubkontaktiert werden können. Jeder Signalanschluss
13 ist über einen Anschlussleiter 14 in Form eines gebogenen Blechstanzteils mit dem
Gehäuseinnenraum 8 elektrisch verbunden. Die Anschlussleiter 14 sind hierbei zwischen
dem Anschlusssockel 3 und dem Gehäusetopf 4 eingelegt oder ebenfalls durch Umspritzung
in dem Anschlusssockel 3 gehalten. Zur Oberseite 5 hin sind die Signalanschlüsse 13
durch einen separaten, aufrastbaren Kunststoffdeckel 15 gegen Berührung geschützt.
[0043] Fig. 3 zeigt das Leistungsrelais 1 in teildemontiertem Zustand. Aus dieser Darstellung
wird ersichtlich, dass das Leistungsrelais 1 aus vier, jeweils in sich zusammenhängenden
Baugruppen gebildet ist. Neben den bereits beschriebenen Gehäuseteilen, nämlich dem
Anschlusssockel 3 mit den daran befestigten Anschlussbolzen 10 und Signalanschlüssen
13 sowie neben dem Gehäusetopf 4 umfasst das Leistungsrelais 1 demnach eine Spulenbaugruppe
20 sowie einen nachfolgend als Platine 21 bezeichneten Leitungsträger.
[0044] Die in Fig. 4 vergrößert dargestellte Spulenbaugruppe 20 umfasst eine Kontaktbrücke
22, die über eine Koppelstange 23 mit einem Magnetanker 24 eines in Fig. 6 gesondert
dargestellten Magnetkreises mechanisch gekoppelt ist. Wie insbesondere dieser Darstellung
zu entnehmen ist, umfasst der Magnetkreis zusätzlich zu dem Magnetanker 24 ein Magnetjoch
25, wobei dieses Magnetjoch 25 durch einen zentralen, die Koppelstange 23 konzentrisch
umgebenden hohlzylindrischen Kern 26, einen U-förmig gebogenen Bügel 27 sowie zwei
von den Schenkelenden des Bügels aufeinander zulaufende Polschuhe 28 gebildet ist.
Die Polschuhe 28 schließen hierbei den Magnetanker 24 zwischen sich ein. Der Magnetanker
24 und die Bestandteile des Magnetjochs 15 sind aus ferromagnetischem Material gebildet.
[0045] In dem dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich bei dem Leistungsrelais
1 um ein bistabiles Relais. In diesem Fall sind den Polschuhen 28 und den Schenkelenden
des Bügels 27 jeweils zwei plättchenförmige Permanentmagnete 29 zwischengeordnet.
Je nach Auslegung des Leistungsrelais 1 können hierbei allerdings ein oder zwei der
einem Polschuh 28 zugeordneten Permanentmagnete 29 auch durch ferromagnetische Plättchen
gleicher Größe ersetzt sein. Bei einer (nicht näher dargestellten) monostabilen Variante
des Leistungsrelais 1 sind die Permanentmagnete 29 gänzlich durch ferromagnetisches
Material ersetzt.
[0046] Als namensgebenden Bestandteil umfasst die Spulenbaugruppe 20 eine Magnetspule 30
(Fig. 4), die in dem von dem Magnetjoch 25 umrahmten Volumen einliegt. Die Magnetspule
30 umgibt hierbei den Kern 26 des Magnetjochs 25 konzentrisch und wird ihrerseits
von dem Bügel 27 und den Polschuhen 28 umrahmt.
[0047] Wie insbesondere aus Fig. 5 hervorgeht, umfasst die Spulenbaugruppe 20 weiterhin
eine Anzahl von elektrischen Funktionselementen, nämlich
- einen Schaltstellungskontakt 31 mit zwei Festkontakten 32 und einem mit der Koppelstange
23 gekoppelten Bewegkontakt 33,
- zwei Freidioden 34, die zum Schutz gegen induktive Spannungsstöße beim Schalten dienen
sowie
- eine Thermosicherung 35, die eine Zwangsabschaltung des Leistungsrelais 1 bei Überhitzung
bewirkt.
[0048] Ferner umfasst die Spulenbaugruppe 20 zwei Hilfsleiter 36, die jeweils aus einem
gebogenen Blechstanzteil gebildet sind, ein Dämpfungselement 37 sowie zwei die Koppelstange
23 umgebende Druckfedern, nämlich eine Rückstellfeder 38 und eine Kontaktdruckfeder
39 (Fig. 12 und 13).
[0049] Die vorstehend aufgezählten Bestandteile der Spulenbaugruppe 20 werden hierbei mechanisch
zusammengehalten von einem Trägerkörper 40, der in den Fig. 7 bis 9 isoliert dargestellt
ist. Bei dem Trägerkörper 40 handelt es sich um ein einstückiges, multifunktionales
Spritzgieß-Bauteil aus Kunststoff.
[0050] Der Trägerkörper 40 trägt zum einen die Magnetspule 30, die hierzu unmittelbar auf
eine zentrale Säule 41 des Trägerkörpers 40 aufgewickelt ist. Zum anderen haltert
der Trägerkörper 40 das Magnetjoch 25 und den Magnetanker 24. Der Magnetanker 24 und
der Kern 26 des Magnetjochs 25 sind hierzu im Inneren der hohlen Säule 41 des Trägerkörpers
40 aufgenommen (vgl. Fig. 12 bis 14). Der Magnetanker 24 ist hierbei unmittelbar an
dem Trägerkörper 40 gleitgelagert. Der Bügel 27 des Magnetjochs 25 ist auf eine obere
Plattform 42 des Trägerkörpers 40 aufgelegt, so dass seine Schenkel seitlich außerhalb
der Magnetspule 30 nach unten abragen. Die Polschuhe 28 und die Permanentmagnete 29
des Magnetjochs 25 liegen in zwei gegenüberliegend in eine untere Plattform 43 des
Trägerkörpers 40 eingebrachten Taschen 44 ein. Wie insbesondere aus Fig. 9 hervorgeht,
wird jede der beiden Taschen 44 innenseitig - somit zum hohlen Innenraum der Säule
41 hin - begrenzt durch eine dünne Wand 45 des Trägerkörpers 40, die eine definierte,
überall konstante Wandstärke von 0,3 mm aufweist. Durch die Wände 45 wird hierbei
eine definierte Spaltbreite zwischen dem Magnetjoch 25 und dem Magnetanker 24 eingestellt.
[0051] Weiterhin weist der Trägerkörper 40, wie insbesondere aus Fig. 8 ersichtlich ist,
- Halterungen 46 für die Festkontakte 32 des Schaltstellungskontakts 31,
- Bauraum 47 für die Freilaufdioden 34 (die Freilaufdioden 34 sind in dem dargestellten
Ausführungsbeispiel nur indirekt über Spulenanschlussleiter an dem Trägerkörper 40
gehaltert),
- Halterungen 48 für die Thermosicherung 35,
- Halterungen 49 für die Hilfsleiter 36 sowie
- Halterungen 50 für das Dämpfungselement 37
auf. Bestimmungsgemäß werden hierbei identische Trägerkörper 40 für unterschiedliche
Bauformen des Leistungsrelais 1 eingesetzt. Der Trägerkörper 40 weist die jeweils
angeformten Halterungen 46 bis 50 somit auch dann auf, wenn bei einer bestimmten Bauform
des Leistungsrelais 1 nicht alle der vorstehend beschriebenen Funktionsbauteile (also
der Schaltstellungskontakt 31, die Freidioden 34, die Thermosicherung 35, die Hilfsleiter
36 oder das Dämpfungselement 37) vorhanden sind.
[0052] Die in Fig. 3 dargestellte Platine 21 ist aus zwei Abschnitten 60 und 61 gebildet,
die über ein Filmgelenk 62 gelenkig miteinander verbunden sind und daher aus einem
planen Ursprungszustand in die in Fig. 3 dargestellte L-förmige Anordnung biegbar
sind. Bei der dargestellten elektronischen Bauform des Leistungsrelais 1 trägt der
Abschnitt 60 eine Steuerelektronik 63. Der Abschnitt 61 beinhaltet hauptsächlich Kontaktstellen
zur elektrischen Kontaktierung der Festkontakte 32 des Schaltstellungskontakts 31,
der Spulenanschlüsse mit den Freilaufdioden 34, der Thermosicherung 35, der Hilfsleiter
36 sowie der Magnetspule 30.
[0053] Bei rein elektromechanischen Bauformen des Leistungsrelais 1 ist die Platine 21 optional
ebenfalls vorhanden. Sie trägt in diesem Fall allerdings keine Steuerelektronik 63,
sondern lediglich Leiterbahnen zur Kontaktierung der Magnetspule 30 und der ggf. vorhandenen
elektrischen Funktionselemente mit den Signalanschlüssen 13. Alternativ hierzu ist
die Platine 21 bei rein elektromechanischen Bauformen des Leistungsrelais 1 durch
Drahtleiter ersetzt.
[0054] Im Zuge der Montage des Leistungsrelais 1 wird zunächst der Trägerkörper 40 mit der
Magnetspule 30, dem Magnetjoch 25, dem mit der Koppelstange 23 verbundenen Magnetanker
24 und den Druckfedern 38, 39, der Kontaktbrücke 22 sowie den gegebenenfalls vorhandenen
elektrischen Funktionsbauteilen (also dem Schaltstellungskontakt 31, den Freilaufdioden
34, der Thermosicherung 35 und/oder den Hilfsleitern 36) sowie mit dem Dämpfungselement
37 bestückt. Die Spulenbaugruppe 20 ist damit als selbststabile (selbsttragende) Baueinheit
fertiggestellt.
[0055] In dieser Form wird die Spulenbaugruppe 20 von unten auf den zuvor in einem Spritzgießprozess
fertiggestellten Anschlusssockel 3 aufgeklipst. Hierzu ist der Anschlusssockel 3 an
seiner Unterseite mit angespritzten Schnapphaken 64 (Fig. 3) versehen, die beidseitig
unter die obere Plattform 42 des Trägerkörpers 40 greifen. In dem an dem Anschlusssockel
3 befestigten Zustand der Spulenbaugruppe 20 greift der Bügel 27 des Magnetjochs 25
weiterhin mit zwei ausgeformten Vorsprüngen 65 (Fig. 3 und 4) formschlüssig in komplementär
geformte Vertiefungen an der Unterseite des Anschlusssockels 3 ein. Somit ist der
Bügel 27 des Magnetjochs 25 in aufgeklipsten Zustand drehfest bezüglich einer Drehung
um die Achse der Magnetspule oder die jeweilige Achse der Anschlussbolzen 10 mit dem
Anschlusssockel 3 verbunden.
[0056] Nach, vor oder gleichzeitig mit dem Aufklipsen der Spulenbaugruppe 20 wird die Platine
21 montiert. Hierzu werden einerseits Anschlussstellen im Bereich des Abschnitts 60
mit den Anschlussleitern 14 der Signalanschlüsse 13 verlötet. Andererseits werden
Anschlussstellen im Bereich des Abschnitts 61 mit Anschlüssen der Magnetspule 30 sowie
der vorhandenen elektrischen Funktionselemente (also gegebenenfalls der Festkontakte
32 des Schaltstellungskontakts 31, der Freilaufdioden 34, der Thermosicherung 35 und/oder
der Hilfsleiter 36) verlötet. In ihrer Montagestellung erstreckt sich die Platine
21 mit ihrem Abschnitt 60 parallel zu einem Schenkel des Bügels 27, wobei der Abschnitt
60 außerhalb des Bügels 27 angeordnet ist. Mit ihrem Abschnitt 61 erstreckt sich die
Platine 21 senkrecht zur Spulenachse, wobei sie das Magnetjoch 25 und den Magnetanker
24 untergreift.
[0057] Ferner werden die Hilfsleiter 36 mit (Spannungsabgriffs-)Anschlüssen 66 (Fig. 3 und
13) verlötet. Die Anschlüsse 66 sind hierbei paarweise den Anschlussbolzen 10 zugeordnet.
Einer der Anschlüsse 66 ist somit mit einem der Anschlussbolzen 10 kontaktiert, während
der andere Anschluss 66 mit dem anderen Anschlussbolzen 10 kontaktiert ist. Die Anschlüsse
66 sind hierzu vorab mit dem jeweils zugeordneten Anschlussbolzen 10 verschweißt und
werden zusammen mit diesem mit dem Kunststoffmaterial des Anschlusssockels 3 umspritzt.
[0058] Nach der Montage der Spulenbaugruppe 20 und der Platine 21 an dem Anschlusssockel
3 wird der Gehäusetopf 4 über die Spulenbaugruppe 20 und die Platine 21 gestülpt und
mit dem Anschlusssockel 3 verrastet und verschraubt, wodurch das Gehäuse 2 geschlossen
wird. Der Bügel 27 des Magnetjochs 25 liegt dabei derart in dem Gehäusetopf 4 ein,
dass sich seine Schenkel nach Art von Querträgern zwischen zwei gegenüberliegenden
Seitenwänden 6 des Gehäusetopfs 4 sowie parallel zu den verbleibenden Seitenwänden
6 über die gesamte Breite des Gehäuseinnenraums 8 erstrecken. Der Bügel 27 ist somit
über die gesamte - in Richtung der Spulenachse und der Achse des Gehäusetopfs 4 gemessenen
- Höhe des Gehäusetopfs 4 drehfest in diesem aufgenommen. Der Bügel 27 versteift somit
aufgrund seiner torsionsstabilen Struktur den Gehäusetopf 4 gegenüber axialen Drehmomenten,
wie sie insbesondere beim Anziehen der Kontaktmuttern auf den Anschlussbolzen 10 ausgeübt
werden.
[0059] In geschlossenem Zustand des Gehäuses 2 liegt der Anschlusssockel 3 mit einem umlaufenden
Radialsteg 70 (Fig. 3, 12 und 13) auf einem umlaufenden Absatz 71 (Fig. 3, 12 und
13) in der Wand des Gehäusetopfs 4 auf. Der Gehäusetopf 4 greift hierbei mit einem
umlaufenden, seine Öffnung begrenzenden Kragen 72 (Fig. 3, 12 und 13) außenseitig
um den Radialsteg 70 des Anschlusssockels 3 herum und über diesen hinaus. Der Kragen
72 umgibt somit die Oberseite des Radialstegs 70 wie eine Balustrade und bildet zusammen
mit dem Anschlusssockel 3 eine - aus den Fig. 12 und 13 ersichtliche - wannenförmige
Struktur aus, die nachfolgend als Wanne 73 bezeichnet ist. Zur flüssigkeits- und gasdichten
Abdichtung der Verbindung zwischen dem Anschlusssockel 3 und dem Gehäusetopf 4 wird
diese Wanne 73 mit einer zunächst flüssigen und im Verlauf einer Aushärtphase aushärtenden
Vergussmasse 74 ausgefüllt. Als Vergussmasse 74 wird hierbei insbesondere ein Zwei-Komponenten-System
aus einem Epoxidharz und einem zugemischten Härter herangezogen.
[0060] Mit der Vergussmasse 74 werden weiterhin auch die Durchführungen der Anschlussleiter
14 abgedichtet. Die Anschlussleiter 14 sind hierzu im Bereich der Wanne 73 durch den
Anschlusssockel 3 hindurch geführt. Die Durchführungen der Anschlussbolzen 10 durch
den Anschlusssockel 3 werden separat von der Wanne 73 durch Vergussmasse abgedichtet.
[0061] Um die Verbindung zwischen dem Anschlusssockel 3 und dem Gehäusetopf 4 zusätzlich
zu sichern, sind entlang der Innenseite des Kragens 72 - und hier insbesondere in
den geraden Abschnitten des Kragens 72 eine Anzahl von Radialvorsprüngen 80 (Fig.
3, 10 und 11) vorgesehen, die ausgehend von der inneren Wand des Kragens 72 nach innen
abragen. Die Radialvorsprünge 80 wirken einerseits als Rastnasen, die den Radialsteg
70 des Anschlusssockels 3 umgreifen und somit in seiner Montagelage verrasten. Des
Weiteren ist jeder Radialvorsprung 80 beidseitig mit jeweils einer Hinterschneidung
81 versehen, so dass jeder Radialvorsprung (80) in Blick von oben eine schwalbenschwanzförmige
Kontur aufweist. Aufgrund der Hinterschneidungen 81 verkrallen sich die Radialvorsprünge
80 mit der Vergussmasse 74, wodurch sowohl eine Verdrehung des Gehäusetopfs 4 relativ
zu dem Anschlusssockel 3 als auch eine radiale Aufwölbung der Seitenwände 6 des Gehäusetopfs
4 verhindert wird.
[0062] Um zu verhindern, dass unter Wirkung von auf die Seitenwände 6 des Gehäusetopfs 4
wirkenden Kräften die Vergussmasse 47 mit dem Gehäusetopf 4 mitgerissen wird und sich
hierbei von der Außenseite des Anschlusssockels 3 löst, sind auf der Oberseite des
Anschlusssockels 3 eine Anzahl von Gegenkonturen in Form von Vorsprüngen 82 ausgebildet.
Die jeweils innenliegenden Kanten dieser Vorsprünge bildet hierbei wiederum eine Hinterschneidung
83, die sich mit der Vergussmasse 74 verkrallt.
[0063] In (nicht dargestellten) alternativen Bauformen ist das Leistungsrelais 1 mehrpolig,
insbesondere zweipolig oder dreipolig ausgebildet. Hierbei werden eine der Polzahl
entsprechende Anzahl von Spulenbaugruppen 20 mit einem gemeinsamen Anschlusssockel
3 verbunden, wobei in dem Anschlusssockel 3 in diesem Fall für jede Spulenbaugruppe
20 jeweils 2 Anschlussbolzen 10 fixiert sind. Je nach Bauform kann hierbei für jede
Spulenbaugruppe 20 eine separate Platine 21 vorgesehen sein oder eine gemeinsame Platine
für alle Spulenbaugruppen 20. Bei mehrpoligen Bauformen des Leistungsrelais 1 ist
vorzugsweise ein - zweckmäßigerweise durch Querwände unterteilter - Gehäusetopf 4
zur gemeinsamen Aufnahme aller Spulenbaugruppen 20 vorgesehen.
[0064] Die Fig. 12 bis 14 zeigen das Leistungsrelais 1 in fertig montiertem Zustand. Aus
diesen Darstellungen ist ersichtlich, dass die Anschlussbolzen 10 jeweils auch Festkontakte
der zum Schalten des Laststromkreises vorgesehen Hauptschalteinrichtung des Leistungsrelais
1 bilden. Die aus der Unterseite des Anschlusssockels 3 in den Gehäuseinnenraum 8
hineinragenden Enden der Anschlussbolzen 10 sind hierzu jeweils mit einem Kontaktelement
90 versehen. Den korrespondierenden Bewegkontakt der Hauptschalteinrichtung bildet
die Kontaktbrücke 22, die hierzu in Gegenüberstellung zu jedem der Kontaktelemente
90 jeweils ein Gegenkontaktelement 91 umfasst. Die Gegenkontaktelemente 91 sind innerhalb
der Kontaktbrücke 22 elektrisch kurzgeschlossen.
[0065] Die Fig. 12 und 13 zeigen das Leistungsrelais 1 in einer Öffnungsstellung, in der
die Gegenkontaktelemente 91 von den Kontaktelementen 90 abgehoben (dekontaktiert)
sind, so dass zwischen den Anschlussbolzen 10 keine elektrisch leitende Verbindung
besteht. Zum Einschalten des Leistungsrelais 1 wird die Magnetspule 30 bestromt. Hierdurch
wird in dem Magnetjoch 25 ein Magnetfluss erzeugt, durch den der Magnetanker 24 gegen
den Kern 26 des Magnetjochs 25 angezogen wird. Mit dem Magnetanker 24 wird hierbei
unter Vermittlung durch die Koppelstange 23 die Kontaktbrücke 22 nach oben ausgelenkt,
so dass die Gegenkontaktelemente 91 gegen die korrespondierenden Kontaktelemente 90
stoßen. In der auf diese Weise hergestellten Schließstellung des Leistungsrelais 1
ist über die Kontaktbrücke 22 eine leitende Verbindung zwischen den Anschlussbolzen
10 gebildet.
[0066] Zum Abschalten des Leistungsrelais 1 wird die Magnetspule 30 mit umgekehrter Polung
bestromt. Unter Wirkung des hierbei im Magnetjoch 25 erzeugten Magnetflusses wird
die durch die Permanentmagneten 29 erzeugte Haltekraft kompensiert, so dass der Magnetanker
24 durch die Rückstellfeder 38 von dem Kern 26 abgezogen und somit in die Öffnungsstellung
gemäß Fig. 12 und 13 gedrückt wird. Der Magnetanker 24 nimmt hierbei über die Koppelstange
23 wiederum die Kontaktbrücke 22 mit, wodurch die Gegenkontaktelemente 91 - unter
Trennung der elektrischen Verbindung zwischen den Anschlussbolzen 10 - von den korrespondierenden
Kontaktelementen 90 dekontaktiert werden. Das am unteren Ende des Trägerkörpers 40
angebrachte Dämpfungselement 37 fängt diese Bewegung ab und verhindert somit ein Rückfedern
der aus dem Magnetanker 24, der Koppelstange 23 und der Kontaktbrücke 22 gebildeten
Einheit in Richtung auf die Schließstellung. Zusätzlich wird durch das Dämpfungselement
37 das Spiel der Komponenten der Spulenbaugruppe 20 reduziert.
[0067] In der dargestellten, bistabilen Bauform des Leistungsrelais 1 ist jede der beiden
Schaltstellungen des Leistungsrelais 1 auch in unbestromtem Zustand der Magnetspule
30 stabil. Die Magnetspule 30 muss hierbei nur vorübergehend bestromt werden.
[0068] In einer (nicht explizit dargestellten) Bauvariante des Leistungsrelais 1 ragt die
Koppelstange 23 mit einem Lagerabschnitt nach oben, also über die ankerferne Seite
der Kontaktbrücke 22 hinaus. Der Lagerabschnitt taucht hier in eine fluchtend angeordnete
Lageröffnung 92 des Anschlusssockels 3 hinein, so dass die Koppelstange 23 auch in
dem Anschlusssockel 3 gleitgelagert ist. Hierdurch wird eine besonders stabile und
präzise Positionierung der Kontaktbrücke 22 gewährleistet.
[0069] Wie insbesondere aus Fig. 12 hervorgeht, ist der Abschnitt 60 der Platine 21 im zusammengebauten
Zustand des Leistungsrelais 1 zwischen einem Schenkel des Bügels 27 und der benachbarten
Seitenwand 6 des Gehäusetopfs 4 angeordnet. Die auf dem Abschnitt 60 angeordnete Steuerelektronik
63 wird somit durch den Bügel 27 thermisch gegenüber der bei der Bestromung der Magnetspule
30 entstehenden Wärme abgeschirmt. Mithin befindet sich die Steuerelektronik 36 in
einem kalten Bereich des Gehäuses 2, wodurch einer vorzeitigen Alterung der Steuerelektronik
63 vorgebeugt wird.
[0070] Die Ansteuerung der Magnetspule 30 erfolgt entweder direkt über die Signalanschlüsse
14 oder über die Steuerelektronik 63, die im dargestellten Ausführungsbeispiel ihrerseits
über die Anschlüsse 66 und die Hilfsleiter 36 mit Spannung versorgt wird. Die Steuerelektronik
63 steuert die Magnetspule 30 in Abhängigkeit von externen oder internen Steuerbefehlen
an, die der Steuerelektronik 63 über die Signalanschlüsse 13 zugeführt werden. Über
die Anschlüsse 66 ermittelt die Steuerelektronik 63 ferner im eingeschalteten Zustand
des Leistungsrelais 1 die über den Anschlussbolzen 10 abfallende Spannung als Maß
für die durch das Leistungsrelais 1 fließende Laststromstärke oder zur Erkennung der
Relaisstellung. Die Steuerelektronik 63 realisiert hierbei optional eine Überlastabschaltung
sowie eine Kurzschlussabschaltung, indem sie das Leistungsrelais 1 automatisch in
die Öffnungsstellung verfährt, wenn die erfasste Laststromstärke vorgegebene Schwellwerte
übersteigt. Bei mehrpoligen Bauformen des Leistungsrelais 1 wertet die Steuerelektronik
63 optional die über den Anschlussbolzen 10 der einzelnen Pole jeweils abfallenden
Spannungen auch vergleichend aus, um das Leistungsrelais 1 - je nach Bauform - bei
Erkennung eines Fehlerstroms oder einer unsymmetrischen Stromverteilung abzuschalten.
[0071] Schließlich verfügt die Steuerelektronik 63 optional über eine Kontaktreinigungsfunktion.
In einem entsprechenden Kontaktreinigungsmodus steuert die Steuerelektronik 63 die
Magnetspule 30 in regelmäßigen Zeitabständen mehrfach in kurzen zeitlichen Abständen
nacheinander an, so dass ein künstliches Kontaktprellen erzeugt wird. Hierbei schlägt
die Kontaktbrücke 22 mehrfach gegen die Anschlussbolzen 10 an, wodurch an den Kontaktelementen
90 und den Gegenkontaktelementen 91 gegebenenfalls anhaftende Verunreinigungen abgerieben
werden. Die Steuerelektronik 63 prüft hierbei zunächst die über den Anschlussbolzen
10 anliegende elektrische Spannung und schaltet nur dann in den Kontaktreinigungsmodus,
wenn diese Spannung einen verschwindenden Betrag hat, und das Leistungsrelais 1 somit
lastfrei geschaltet werden kann.
[0072] Insbesondere bei Abschaltung des Leistungsrelais 1 im Überlast- oder Kurzschlussfall
kommt es aufgrund der Aufheizung der stromführenden Teile sowie aufgrund eines entstehenden
Schaltlichtbogens regelmäßig zu einem hohen Überdruck in dem Gehäuseinnenraum 8. Unter
ungünstigen Umständen kann dieser Überdruck einen Wert annehmen, der die Stabilität
des Gehäuses 2, insbesondere des Gehäusetopfs 4 oder der Verbindung zwischen dem Anschlusssockel
3 und dem Gehäusetopf 4 gefährdet. Um ein Explodieren oder unkontrolliertes Aufplatzen
des Gehäuses 2 unter diesen Umständen zu verhindern, ist der Gehäusetopf 4 daher mit
einer Überdrucksicherung 100 versehen,
[0073] Wie aus Fig. 15 erkennbar ist, ist diese Überdrucksicherung 100 durch eine gebogene
Nut gebildet, die die Materialstärke des Gehäusebodens 7 lokal reduziert und hierdurch
als Sollbruchstelle 101 wirkt. Durch die Sollbruchstelle 101 ist eine etwa schlüssellochförmige
Lasche 102 aus dem Gehäuseboden 7 von drei Seiten abgegrenzt. Zwischen den Enden der
Sollbruchstelle 100, somit an dem schmalen Ende der schlüssellochförmigen Lasche 102
erstreckt sich eine weitere Nut, die im Vergleich zu der Sollbruchstelle 101 eine
geringere Nuttiefe aufweist und daher als Filmgelenk 103 wirkt. Die Sollbruchstelle
101 ist derart dimensioniert, dass sie aufplatzt, wenn der Druck im Gehäuseinnenraum
8 einen kritischen Grenzwert von z.B. etwa 2 bis 3 bar überschreitet. In diesem Fall
wird die Lasche 102 um das Filmgelenk 103 nach außen aufgebogen und gibt somit eine
Gasaustoßöffnung frei, über die ein Druckausgleich mit der Umgebung stattfindet.
[0074] In bevorzugter Ausführung des Leistungsrelais 1 ist an der Innenwand des Gehäusebodens
7 quer über die Sollbruchstelle 101 und die Lasche 102 eine (nicht explizit dargestellte)
elektrische Signalleitung in Form einer aufgedampften oder aufgeklebten Leiterbahn
gelegt, deren elektrischer Durchgangswiderstand durch die Steuerelektronik 36 abgefragt
wird. Die Signalleitung wird hierbei beim Aufplatzen der Sollbruchstelle 100 automatisch
durchtrennt, was von der Steuerelektronik 63 aufgrund des schlagartigen erhöhten Durchgangswiderstands
erkannt wird. In diesem Fall versetzt die Steuerelektronik 63 das Leistungsrelais
1 in einen sicheren Zustand. In einer für viele Anwendungsfälle zweckmäßigen Bauvariante
löst die Steuerelektronik 63 eine permanente Zwangsabschaltung des Leistungsrelais
1 aus, um einen Austausch des Leistungsrelais 1 zu erzwingen.
[0075] Wie aus Fig. 2 hervorgeht, sind für das Leistungsrelais 1 zwei alternative Montagemöglichkeiten
vorgegeben. So trägt der Gehäusetopf 4 außenseitig sowohl an einer Seitenwand 6 als
auch an dem Gehäuseboden 7 jeweils eine Montagefläche 110. An jeder Montagefläche
110 sind jeweils vier Schrauböffnungen 111 eingebracht, an denen das Leistungsrelais
1 bestimmungsgemäß entweder direkt oder über eine zwischengeschaltete Adapterplatte
mittels korrespondierender Befestigungsschrauben montiert werden kann. Die Schrauböffnungen
101 sind vorzugsweise durch Gewindehülsen aus Metall gebildet, die in zugehörige Vertiefungen
(Sacklöcher) im Kunststoffmaterial des Gehäusetopfs 4 eingepresst oder eingeschraubt
oder mit dem Kunststoffmaterial umspritzt sind.
[0076] Die Erfindung wird an den vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen besonders
deutlich, ist gleichwohl auf diese Ausführungsbeispiele aber nicht beschränkt. Vielmehr
können zahlreiche weitere Ausführungsformen der Erfindung aus den Ansprüchen und der
vorstehenden Beschreibung abgeleitet werden.
Bezugszeichenliste
[0077]
- 1
- Leistungsrelais
- 2
- Gehäuse
- 3
- Anschlusssockel
- 4
- Gehäusetopf
- 5
- Oberseite
- 6
- Seitenwand
- 7
- Gehäuseboden
- 8
- Gehäuseinnenraum
- 9
- Unterseite
- 10
- Anschlussbolzen
- 11
- Gewindeschaft
- 12
- Trennwand
- 13
- Signalanschluss
- 14
- Anschlussleiter
- 15
- Deckel
- 20
- Spulenbaugruppe
- 21
- Platine
- 22
- Kontaktbrücke
- 23
- Koppelstange
- 24
- Magnetanker
- 25
- Magnetjoch
- 26
- Kern
- 27
- Bügel
- 28
- Polschuhe
- 29
- Permanentmagnet
- 30
- Magnetspule
- 31
- Schaltstellungskontakt
- 32
- Festkontakt
- 33
- Bewegkontakt
- 34
- Freilaufdiode
- 35
- Thermosicherung
- 36
- Hilfsleiter
- 37
- Dämpfungselement
- 38
- Rückstellfeder
- 39
- Kontaktdruckfeder
- 40
- Trägerkörper
- 41
- Säule
- 42
- (obere) Plattform
- 43
- (untere) Plattform
- 44
- Tasche
- 45
- Wand
- 46
- Halterung
- 47
- Halterung
- 48
- Halterung
- 49
- Halterung
- 50
- Halterung
- 60
- Abschnitt
- 61
- Abschnitt
- 62
- Filmgelenk
- 63
- Steuerelektronik
- 64
- Schnapphaken
- 65
- Vorsprung
- 66
- (Spannungsabgriffs-)Anschluss
- 70
- Radialsteg
- 71
- Absatz
- 72
- Kragen
- 73
- Wanne
- 74
- Vergussmasse
- 80
- Radialvorsprung
- 81
- Hinterschneidung
- 82
- Vorsprung
- 83
- Hinterschneidung
- 90
- Kontaktelement
- 91
- Gegenkontaktelement
- 92
- Lageröffnung
- 100
- Überdrucksicherung
- 101
- Sollbruchstelle
- 102
- Lasche
- 103
- Filmgelenk
- 110
- Montagefläche
- 111
- Schrauböffnung
1. Leistungsrelais (1) für ein Fahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug,
- mit einem Gehäuse (2), das aus einem Anschlusssockel (3) und einem darauf aufgesetzten
Gehäusetopf (4) gebildet ist,
- mit zwei in den Anschlusssockel (3) eingebrachten Anschlussbolzen (10) zur Kontaktierung
mit einem Laststromkreis,
- mit einer in dem Gehäuse (2) angeordneten Spulenbaugruppe (20), die eine Magnetspule
(30) und einen Magnetanker (24) umfasst, wobei der Magnetanker (24) über ein Kraftübertragungsglied
(23) mit einer Kontaktbrücke (22) gekoppelt und unter Wirkung eines mittels der Magnetspule
(30) erzeugten Magnetfeldes derart in dem Gehäuse (2) verschiebbar ist, dass die Kontaktbrücke
(22) reversibel zwischen einer Schließstellung, in der die Kontaktbrücke (22) die
Anschlussbolzen (10) elektrisch leitend überbrückt, und einer Öffnungsstellung, in
der die Kontaktbrücke (22) von den Anschlussbolzen (10) dekontaktiert ist, bewegbar
ist,
wobei der Gehäusetopf (4) als Kunststoff-Spritzgießbauteil ausgebildet ist, wobei
das Gehäuse (2) eine Überdrucksicherung (100) aufweist, die im Falle eines kritischen
Überdrucks in dem Gehäuse (2) eine Gasausstoßöffnung freigibt.
2. Leistungsrelais (1) nach Anspruch 1,
wobei die Überdrucksicherung (100) durch ein separat gefertigtes und in den Gehäusetopf
(4) oder den Anschlusssockel (3) eingesetztes Ventil, insbesondere ein federbelastetes
Kugelventil oder eine Membran gebildet ist.
3. Leistungsrelais (1) nach Anspruch 1,
wobei die Überdrucksicherung (100) durch eine in das Gehäuse (2) eingeformte Sollbruchstelle
(101) gebildet ist.
4. Leistungsrelais (1) nach Anspruch 3,
wobei die Sollbruchstelle (101) einen laschenartigen Abschnitt (102) des Gehäuses
(2) von drei Seiten umgibt, und wobei die vierte Seite des laschenartigen Abschnitts
(104) entlang einer zwischen den Enden der Sollbruchstelle (101) verlaufenden Verbindungslinie
als Filmgelenk (103) ausgebildet ist.
5. Leistungsrelais (1) nach Anspruch 1 oder 2,
wobei eine elektrische Sicherungsleitung derart mechanisch mit der Sollbruchstelle
(101) gekoppelt ist, dass die Sicherungsleitung im Versagensfall der Sollbruchstelle
(101) durchtrennt oder elektrisch durchgeschaltet wird, wobei die Sicherungsleitung
derart mit der Magnetspule (30) in Wirkverbindung steht, dass die im Versagensfall
der Sollbruchstelle (101) erfolgende Durchtrennung oder Durchschaltung der Sicherungsleitung
eine permanente elektrische Zwangsabschaltung des Leistungsrelais (1) bewirkt.
6. Leistungsrelais (1) für ein Fahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug,
- mit einem Gehäuse (2), das aus einem Anschlusssockel (3) und einem darauf aufgesetzten
Gehäusetopf (4) gebildet ist,
- mit zwei in den Anschlusssockel (3) eingebrachten Anschlussbolzen (10) zur Kontaktierung
mit einem Laststromkreis,
- mit einer in dem Gehäuse (2) angeordneten Spulenbaugruppe (20), die eine Magnetspule
(30) und einen Magnetanker (24) umfasst, wobei der Magnetanker (24) über ein Kraftübertragungsglied
(23) mit einer Kontaktbrücke (22) gekoppelt und unter Wirkung eines mittels der Magnetspule
(30) erzeugten Magnetfeldes derart in dem Gehäuse (2) verschiebbar ist, dass die Kontaktbrücke
(22) reversibel zwischen einer Schließstellung, in der die Kontaktbrücke (22) die
Anschlussbolzen (10) elektrisch leitend überbrückt, und einer Öffnungsstellung, in
der die Kontaktbrücke (22) von den Anschlussbolzen (10) dekontaktiert ist, bewegbar
ist,
wobei der Gehäusetopf (4) als Kunststoff-Spritzgießbauteil ausgebildet ist, wobei
die Spulenbaugruppe (20) als selbststabile und zusammenhängende Baueinheit ausgebildet
ist, und wobei die Spulenbaugruppe (20) einen Trägerkörper (40) aufweist, der als
einstückiges Kunststoff-Spritzgießteil ausgebildet ist, und auf den die Magnetspule
(30) unmittelbar aufgewickelt ist.
7. Leistungsrelais (1) nach Anspruch 6,
wobei an dem Trägerkörper (40) eine Halterung (48) für eine Thermosicherung (35) zum
Schutz des Leistungsrelais (1) vor Überhitzung eingeformt ist.
8. Leistungsrelais (1) nach Anspruch 6 oder 7,
wobei an dem Trägerkörper (40) mindestens eine Halterung für einen Festkontakt (32)
eines Schaltstellungskontakts (31) zur Signalisierung der Stellung der Kontaktbrücke
(22) eingeformt ist.
9. Leistungsrelais (1) für ein Fahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug,
- mit einem Gehäuse (2), das aus einem Anschlusssockel (3) und einem darauf aufgesetzten
Gehäusetopf (4) gebildet ist,
- mit zwei in den Anschlusssockel (3) eingebrachten Anschlussbolzen (10) zur Kontaktierung
mit einem Laststromkreis,
- mit einer in dem Gehäuse (2) angeordneten Spulenbaugruppe (20), die eine Magnetspule
(30) und einen Magnetanker (24) umfasst, wobei der Magnetanker (24) über ein Kraftübertragungsglied
(23) mit einer Kontaktbrücke (22) gekoppelt und unter Wirkung eines mittels der Magnetspule
(30) erzeugten Magnetfeldes derart in dem Gehäuse (2) verschiebbar ist, dass die Kontaktbrücke
(22) reversibel zwischen einer Schließstellung, in der die Kontaktbrücke (22) die
Anschlussbolzen (10) elektrisch leitend überbrückt, und einer Öffnungsstellung, in
der die Kontaktbrücke (22) von den Anschlussbolzen (10) dekontaktiert ist, bewegbar
ist,
wobei der Gehäusetopf (4) als Kunststoff-Spritzgießbauteil ausgebildet ist, mit einer
Steuerelektronik (63), die dazu eingerichtet ist, in einem Kontaktreinigungsmodus
die Magnetspule (30) mehrfach in kurzen zeitlichen Abständen anzusteuern, so dass
die Kontaktbrücke (22) mehrfach gegen die Anschlussbolzen (10) schlägt.
10. Leistungsrelais (1) für ein Fahrzeug, insbesondere Nutzfahrzeug,
- mit einem Gehäuse (2), das aus einem Anschlusssockel (3) und einem darauf aufgesetzten
Gehäusetopf (4) gebildet ist,
- mit zwei in den Anschlusssockel (3) eingebrachten Anschlussbolzen (10) zur Kontaktierung
mit einem Laststromkreis,
- mit einer in dem Gehäuse (2) angeordneten Spulenbaugruppe (20), die eine Magnetspule
(30) und einen Magnetanker (24) umfasst, wobei der Magnetanker (24) über ein Kraftübertragungsglied
(23) mit einer Kontaktbrücke (22) gekoppelt und unter Wirkung eines mittels der Magnetspule
(30) erzeugten Magnetfeldes derart in dem Gehäuse (2) verschiebbar ist, dass die Kontaktbrücke
(22) reversibel zwischen einer Schließstellung, in der die Kontaktbrücke (22) die
Anschlussbolzen (10) elektrisch leitend überbrückt, und einer Öffnungsstellung, in
der die Kontaktbrücke (22) von den Anschlussbolzen (10) dekontaktiert ist, bewegbar
ist,
wobei der Gehäusetopf (4) als Kunststoff-Spritzgießbauteil ausgebildet ist, mit einer
Steuerelektronik (63), die mit den Anschlussbolzen (10) kontaktiert ist, und wobei
die Steuerelektronik (63) dazu eingerichtet ist, die zwischen den Anschlussbolzen
(10) abfallende elektrische Spannung zu ermitteln.