[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Formen und Härten von Stahlwerkstoffen.
[0002] Gehärtete Stahlbauteile haben insbesondere im Karosseriebau von Kraftfahrzeugen den
Vorteil, dass durch ihre herausragenden mechanischen Eigenschaften eine Möglichkeit
besteht, eine besonders stabile Fahrgastzelle zu erstellen, ohne dass Bauteile verwendet
werden müssen, die bei normalen Festigkeiten viel massiver und dadurch schwerer ausgebildet
werden.
[0003] Zur Erzeugung derartiger gehärteter Stahlbauteile werden Stahlsorten, die durch eine
Abschreckhärtung härtbar sind, verwendet. Derartige Stahlsorten sind zum Beispiel
borlegierte Manganborstähle, wobei der am weitesten eingesetzte, hier der 22MnB5 ist.
Aber auch andere borlegierte Mangankohlenstoffstähle werden hierfür verwendet.
[0004] Um die aus diesen Stahlsorten gehärtete Bauteile zu erzeugen, muss das Stahlmaterial
auf die Austenitisierungstemperatur (>Ac
3) erhitzt werden und abgewartet werden, bis der Stahlwerkstoff austenitisiert ist.
Je nach gewünschtem Härtegrad können hier Teil- oder Vollaustenitisierungen erzielt
werden.
[0005] Wird ein solches Stahlmaterial nach der Austenitisierung mit einer über der kritischen
Härtegeschwindigkeit liegenden Geschwindigkeit abgekühlt, wandelt die austenitische
Struktur in eine martensitische, sehr harte Struktur um. Auf diese Weise sind Zugfestigkeiten
R
m bis über 1500 MPa erzielbar.
[0006] Zur Erzeugung der Stahlbauteile sind derzeit zwei Verfahrenswege üblich.
[0007] Beim sogenannten Formhärten wird eine Stahlblechplatine aus einem Stahlband abgetrennt
bsp. ausgeschnitten oder gestanzt und anschließend in einem üblichen, beispielsweise
fünfstufigen Tiefziehprozess zum fertigen Bauteil tiefgezogen. Dieses fertige Bauteil
wird hierbei etwas kleiner dimensioniert, um eine nachfolgende Wärmedehnung beim Austenitisieren
zu kompensieren.
[0008] Das so erzeugte Bauteil wird anschließend austenitisiert und dann in ein Formhärtewerkzeug
eingelegt, in dem es gepresst, aber nicht oder nur sehr gering umgeformt wird und
durch die Pressung die Wärme aus dem Bauteil in das Presswerkzeug fließt, und zwar
mit der über der kritischen Härtegeschwindigkeit liegenden Geschwindigkeit.
[0009] Der weitere Verfahrensweg ist das sogenannte Presshärten, bei dem eine Platine aus
einem Stahlblechband abgetrennt bsp. ausgeschnitten oder gestanzt wird, anschließend
die Platine austenitisiert wird und die heiße Platine bei einer Temperatur unter 782°C
in einem vorzugsweise einstufigen Schritt umgeformt und gleichzeitig mit einer über
der kritischen Härtegeschwindigkeit liegenden Geschwindigkeit abgekühlt wird.
[0010] In beiden Fällen können mit metallischen Korrosionsschutzschichten z.B. mit Zink
oder einer Legierung auf Basis von Zink versehene Platinen verwendet werden. Das Formhärten
wird auch als indirekter Prozess bezeichnet und das Presshärten als direkter Prozess.
Der Vorteil des indirekten Prozesses ist, dass aufwändigere Werkstücksgeometrien realisierbar
sind.
[0011] Der Vorteil des direkten Prozesses ist, dass ein höherer Materialnutzungsgrad erreicht
werden kann. Jedoch ist die erreichbare Bauteilkomplexität vor allem beim einstufigen
Umformprozess geringer.
[0012] Zudem ist es bekannt, Stahlblechbauteile dadurch zu formen, dass ein Hohlraum gebildet
wird und dieser Hohlraum mit einem unter Druck stehenden Medium zu einer gewünschten
Form bzw. in eine Form eingeblasen bzw. aufgeblasen wird, um eine endgültige Form
zu erzielen. Dieses Verfahren wird auch als Innenhochdruckumformung bezeichnet.
[0013] Aus der
DE 10 2009 040 935 B4 ist ein Verfahren zum Herstellen von Bauteilen bekannt, wobei wenigstens zwei Einzelteile
zu einem Halbzeug verlötet oder verschweißt werden und anschließend das Halbzeug warmumgeformt
wird, wobei ein Hohlraum des Halbzeugs geschlossen ist oder geschlossen wird und dass
das auf die Austenitisierungstemperatur erwärmte Halbzeug mittels eines in den Hohlraum
eingelassenen, unter Druck stehenden Mediums gegen die Innenwände eines Formwerkzeugs
expandiert wird. Die erforderliche Abschreckung zum Zwecke der Erhärtung soll mittels
eines Abkühlmediums erfolgen, wobei das zum Abschrecken verwendete Abkühlmedium durch
den Hohlraum des Halbzeugs hindurchführbar ist.
[0014] Aus der
EP 1 015 645 B1 ist ein Verfahren zum Herstellen abgeschrägter dünnwandiger hohler Metallgehäuse
durch Blasformen bekannt, wobei auch hier vorzugsweise über die Austenitisierungstemperatur
erhitzt wird und die Hohlstruktur gegen die inneren Wände des Werkzeugs durch das
Einführen eines erhitzten, unter Druck gesetzten Mediums in das Innere des Hohlraums
des hohlen Gehäuses expandiert wird, wobei in einem nachfolgenden Schritt das geformte
hohle Gehäuse rasch in einem Vorgang abgekühlt wird, um eine Härtung herbeizuführen.
Hierbei wird das dominierende erwärmte Medien in dem hohlen Gehäuse durch ein unter
Druck gesetztes kühlendes Medium ersetzt.
[0015] Aus der
DE 10 2004 054 795 B4 ist ein Verfahren zur Herstellung von Fahrzeugbauteilen, sowie Karosseriebauteilen,
bekannt, wobei ein Materialverbund aus zwei miteinander verbundenen Blechen mindestens
einem Umformvorgang unterworfen wird, wobei der Materialverbund warmumgeformt und
zumindest ein härtbares vorlegiertes Blech bei geschlossenen Formwerkzeughälften einer
in-situ-Presshärtung unterzogen wird.
[0016] Aus der
DE 10 2006 020 623 B4 ist ein Verfahren zum Herstellen von Bauteilen aus sogenannten Talered Blanks bekannt,
bei dem bei dem Verfahren das Halbzeug in einem Umformwerkzeug eingelegt wird und
das Halbzeug aus zumindest zwei, zumindest teilweise übereinander liegenden Blechen
besteht und wobei eine härtbare Stahllegierung für ein Blech des Halbzeugs verwendet
wird und das Halbzeug in einer Erwärmungsstation auf eine Temperatur über der Austenitisierungstemperatur
der Legierung erwärmt wird, wobei die Bleche vor dem Einlegen in die Presse oder in
der Presse durch ein Schmieden miteinander fest verbunden werden.
[0017] Aus der
DE 10 2007 018 395 B4 ist ein Innenhochdruckumformverfahren bekannt, bei dem eine Hohlstruktur aus härtbaren
Stahlblechen durch ein Gas unter Druck, welches in den Innenraum zwischen den Blechen
strömt, expandiert wird, wobei das Werkstück sich in einem gekühlten Umformwerkzeug
befindet und das Werkstück in einem Zug durch den Druck des Gases umgeformt und durch
die Temperatur dieses Gases von innen und die Temperatur des Umformwerkzeuges von
außen in demselben Werkzeug umgeformt und gehärtet wird, wobei der Gasdruck im Werkstück
durch Relativbewegung eines Pressenoberteils und Fließrichtung des Umformwerkzeugs
erzeugt wird und durch einen Druckübersetzer verstärkt wird.
[0018] Aus der
DE 10 2007 043 154 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Härten von Profilen bekannt. Dieses Verfahren
ist insbesondere für offene Profile ausgebildet, wobei das Bauteil zumindest Teilbereichsweise
auf einer Temperatur oberhalb der Austenitisierungstemperatur des Grundwerkstoffs
aufgeheizt wird und das Bauteil nach dem Aufheizen mit einer Geschwindigkeit abgekühlt
wird, die über der kritischen Härtegeschwindigkeit liegt, wobei die für die Erwärmung
notwendige Energie zumindest teilweise durch Induktion eingebracht wird, wobei in
den Bauteil zur Einstellung eines Temperatur- und/oder Härtegradienten über den Querschnitt
des Bauteils freie Kanten angeordnet werden, wobei Größe, Art und Ausdehnung der Kanten
auf einen gewünschten Härtegrad und/oder Härtegradienten abgestimmt angeordnet werden.
Diese Kanten haben den Effekt, dass es an Kanten bei induktiver Erwärmung zu einer
Erhöhung der Stromflussdichte kommt, sodass in diesen Bereichen die Erwärmung gezielt
sehr schnell durchgeführt werden kann, zumindest schneller als in ebenen Bereichen.
[0019] Aus der
DE 698 035 88 T2 ist ein Verfahren zum Herstellen von abgeschrägten hohlen Gehäusen aus Stahlmaterial
durch Blasformen bekannt, wobei ein vorgewärmter hohler Gehäuseblock vorzugsweise
über der Austenitisierungstemperatur in ein Blasformwerkzeug eingeführt wird und geformt
wird, indem er gegen die inneren Wände des Werkzeugs durch das Eindrücken eines erhitzten
unter Druck gesetzten Mediums in das Innere des Hohlraums des hohlen Gehäuses expandiert
wird, wobei das hohle Gehäuse in einem nachfolgenden Schritt rasch in einem Vorgang
abgekühlt wird, der für das Abschrecken des Stahlmaterials geeignet ist, indem das
vorhandene erwärmte Medium in dem hohlen Gehäuse durch ein unter Druck gesetztes kühlendes
Medium ersetzt wird und indem ein kühlendes Medium durch das Formwerkzeug geführt
wird, umso ein Kühlen zu bewirken.
[0020] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Umformen und Härten von verzinkten
Stahlrohren zu schaffen, mit dem zuverlässig und rissfrei gehärtete Stahlrohre hergestellt
werden können.
[0021] Die Aufgabe wird mit einem Verfahren mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0022] Bislang galten verzinkte Rohre als nicht mit Innenhochdruckumformverfahren mikrorissfrei
umformbar und härtbar. Werden derartige verzinkte Rohre bzw. Rohrbauteile innen hochdruckumgeformt,
ergeben sich immer Mikrorisse in sehr großem Ausmaß, so dass im Gegensatz zu anderen
Formgebungsverfahren das Presshärteverfahren bzw. Formhärteverfahren für Rohrbauteile
nicht anwendbar war.
[0023] Die Erfinder haben erkannt, dass die mikrorissfreie Umformung von Rohrbauteilen dann
gelingt, wenn man eine spezielle Temperatur und Verfahrensführung durchführt.
[0024] Erfindungsgemäß werden derartige Rohrbauteile vorgefertigt und analog des bekannten
Innenhochdruckumformverfahrens vorgebogen, vorgequetscht oder in sonstiger Weise vorgeformt.
[0025] Anschließend werden diese Rohre austenitisiert, was bedeutet, dass die auf eine Temperatur
oberhalb AC
3 gebracht werden und dort solange gehalten werden, bis ein gewünschter Austenitisierungsgrad
erreicht wird.
[0026] Erfindungsgemäß wird anschließend das Rohr auf Temperaturen zwischen 400-650°C passiv
abkühlen gelassen oder zwangsweise aktiv abgekühlt.
[0027] Diese Abkühlung kann dadurch erfolgen, dass das Bauteil in das Innenhochdruckumformwerkzeug
überführt wird und dabei an Luft passiv abkühlt oder gegebenenfalls das Werkzeug nach
dem Austenitisierungsofen beispielsweise durch Anblasen oder Ansprühen mit geeigneten
Kühlmedien aktiv abgekühlt und dann in das Innenhochdruckumformwerkzeug überführt
wird.
[0028] Eine derartige aktive Kühlung erfolgt mit > 5 K/sek bevorzugt > 10 K/sek besonders
bevorzugt > 20 K/sek Abkühlgeschwindigkeit.
[0029] Anschließend wird das Rohr endumgeformt, wobei ein unter Druck stehendes Medium in
das Rohr eingedrückt wird, so dass eine an sich bekannte Innenhochdruckumformung erreicht
wird.
[0030] Erfindungsgemäß wird jedoch diese Umformung mit einem temperierten Medium durchgeführt.
Hierbei hat das Medium beispielsweise eine Temperatur von 400-650°C. Erfindungsgemäße
hat sich nämlich herausgestellt, dass bei der Verwendung eines zu kalten Mediums,
Teile des Rohres bereits einer Härtung unterzogen werden bevor die Endumformung stattgefunden
hat. Dies bedeutet, dass eine vollständige Ausformung verhindert wird. Somit findet
die Umformung mit einem temperiertem Medium statt, wobei das temperierte Medium vorzugsweise
eine Temperatur besitzt, die der Temperatur des umzuformenden Rohres entspricht und
zumindest so hoch ist, dass die Martensit-Starttemperatur (Ms) der verwendeten Stahllegierung
überschritten ist.
[0031] Anschließend erfolgt erfindungsgemäß die Härtung, wobei die erfindungsgemäße Härtung
unterschiedlich durchgeführt werden kann.
[0032] Bei einer ersten erfindungsgemäßen Variante erfolgt die Innenhochdruckumformung in
einem warmen Werkzeug mit dem warmen unter Druck stehenden Umformmedium. Anschließend
wird das so umgeformte Bauteil aus dem Werkzeug entnommen und passiv an Luft abkühlen
gelassen, wenn die Abkühlung an Luft ausreicht, die kritische Abkühlgeschwindigkeit
des Stahlmaterials zu erreichen, so dass eine martensitische Härtung sichergestellt
ist.
[0033] Diese passive Abkühlung ist vor allem Blechdickenabhängig bei dünneren Blechstärken
von in etwa 1 mm kann eine passive Abkühlung an Luft ausreichend sein um die kritische
Abkühlgeschwindigkeit zu erreichen.
[0034] Bei einer Blechdicke von beispielsweise 3 mm kann eine aktive Abkühlung durch geeignete
Kühlmedien erforderlich sein um diese Abkühlgeschwindigkeit zu erreichen.
[0035] Bei einer zweiten erfindungsgemäßen Variante wird wiederum im warmen Werkzeug mit
dem warmen unter Druck stehenden Medium umgeformt und anschließend das Rohr in ein
kaltes Formhärtewerkzeug überführt. In diesem kalten Formhärtewerkzeug entspricht
der Werkzeughohlraum von der Kontur her exakt der Außenkontur des Rohres, so dass
beim Schließen des Werkzeuges das Werkzeug allseitig an dem Rohr vollflächig anliegt
und hierdurch eine Abschreckhärtung erzielt wird. "Kalt" im Sinne der Erfindung bedeutet,
dass die Martensit-Starttemperatur des gewählten Stahlmaterials um mindestens 50 °C
unterschritten wird, also Ms - 50°C.
[0036] Bei einer weiteren erfindungsgemäßen Variante, erfolgt die Umformung im warmen Werkzeug
unter Zuhilfenahme des unter Druck stehenden erwärmten Umformmediums, wobei jedoch
nach erfolgter Umformung ein kaltes Medium durch das Rohr geleitet wird, so dass die
martensitische Härtung durch Überschreiten der kritischen Abschreckgeschwindigkeit
durch die Kühlung mit dem kalten Medium erzielt wird. Hierbei ist es technologisch
möglich, den Innenhochdruckumformvorgang mit einem unter Druck stehenden, warmen gasförmigen
Medium durchzuführen und den Abschreckvorgang mit einem kalten gasförmigen Medium,
jedoch auch mit einem flüssigen, kalten Medium. Auch hier beträgt die Temperatur des
kalten Mediums bevorzugt die Martensit-Starttemperatur des Materials, also Ms - 50°C.
[0037] Die Rohre haben hierzu generell einen Zu- und einen Ablauf.
[0038] Unter Rohren im Sinne der Erfindung werden nicht nur zylindrische Rohre verstanden,
sondern jede Form von langgestreckten Hohlkörpern aus Stahlblech, insbesondere Strukturbauteile,
Längsträger, Verstärkungen, Schweller und dergleichen Strukturbauteile, insbesondere
von Kraftfahrzeugen.
[0039] Erfindungsgemäß wird ein Werkstoff verwendet, der wie die Werkstoffe des Standes
der Technik härtbar ist und insbesondere ein härtbarer Bor-Mangan-Stahl wie z.B. ein
Stahlwerkstoff des Typs 22MnB5 oder 20MnB8 oder vergleichbar.
[0040] Derartige Stahlbleche können mit einer Zinkschicht, einer Zinklegierungsschicht und
insbesondere einer Zinkeisenschicht versehen sein.
[0041] Insbesondere wird eine so genannte Galvannealed-Beschichtung bevorzugt, d.h., eine
durch Tempern vorreagierte Zinkbeschichtung auf einem Stahlblech, die aus Zink-Eisen-Phasen
besteht und auch gegen das Einblasen von einem Druckmedium beständig ist.
[0042] Die Erfindung wird anhand einer Zeichnung beispielhaft erläutert. Die einzige Figur
zeigt den Verfahrensablauf mit den beiden Verfahrensvarianten.
[0043] Ein austenitisiertes Rohr 1 1 wird hierbei in eine Form 2 eingelegt, wobei das Rohr
1 beispielsweise aus zwei Blechen 3 zusammengesetzt ist, wobei die Bleche im Bereich
einer Gaszuführung und -abführung zu einem durch die Bleche gebildeten Hohlraum 4
je einen entsprechenden Zugang 5 besitzt. Nachdem temperiertes Gas, beispielsweise
auf 400-650°C temperiertes Gas in den Hohlraum 4 eingefüllt ist, expandiert das Rohr
1 in die Form 2, so dass der vollständig vorgeformte Rohling erzeugt wird. Bei der
Erfindung ist von Vorteil, dass es gelingt, rohrartige Bauteile aus einem härtbaren
Stahl mit Zinkbeschichtung zuverlässig mikrorissfrei zu erzeugen.
1. Verfahren zum Innenhochdruckumformen und Härten von verzinkten Rohren aus Stahlblech,
wobei ein vorerzeugtes Rohr verwendet wird, wobei das Rohr zumindest eine Zuführöffnung
(5) besitzt und einen Hohlraum (4), wobei das Rohr auf eine Temperatur oberhalb der
Austenitisierungstemperatur (AC3) der jeweiligen Stahllegierung erhitzt wird, und nach Erreichen eines gewünschten
Austenitisierungsgrades in ein Innenhochdruckumformwerkzeug eingelegt wird und mit
einem unter Druck stehenden Medium beaufschlagt wird, welches durch die zumindest
eine Zuführöffnung (5) in den Hohlraum (4) eingedrückt wird bis das Rohr eine vorgegebene
Form (2) des Werkzeuges ausfüllt, dadurch gekennzeichnet, dass das Umformwerkzeug auf eine Temperatur zwischen 400-650°C insbesondere 450-550°C
erwärmt ist und das Druckmedium ebenfalls erwärmt ist und eine Temperatur von 400-650°C
besitzt, wobei das Rohr nach dem Austenitisieren auf eine Temperatur von 400-600°C
jedoch eine Temperatur oberhalb der Martensit-Starttemperatur (Ms) der gewählten Stahllegierung
passiv abkühlen gelassen wird oder aktiv abgekühlt wird, und die Abkühlung des Rohres
zum Zwecke der Härtung erst nach der Ausformung im Formwerkzeug erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zwecke der Härtung des ausgeformten Rohres das Rohr aus dem warmen Werkzeug entnommen
und an Luft passiv abkühlen gelassen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zwecke der Härtung das ausgeformte Rohr aus dem warmen Werkzeug entnommen und
in ein kaltes Formwerkzeug überführt wird, wobei der Formenhohlraum des Formwerkzeuges
der äußeren Kontur des ausgeformten Rohres im Wesentlichen entspricht.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Rohr nach dem Ausformen im warmen Werkzeug verbleibt und mit einem kalten Kühlmedium
gespült wird.
5. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Temperatur des kalten Formwerkzeuges vor dem Einlegen des heißen Werkstückes
mindestens 50° C unter der Martensitsstarttemperatur des eingelegten Stahlmaterials
liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Bauteil nach dem Austenitisierungsofen durch Anblasen oder Ansprühen mit geeigneten
Kühlmedien aktiv abgekühlt wird und dann in das Innenhochdruckumformwerkzeug überführt
wird, wobei eine derartige aktive Kühlung mit mehr als 5 K/s, bevorzugt mit mehr als
10 K/s und besonders bevorzugt mehr als 20 Kelvin pro Sekunde Abkühlgeschwindigkeit
durchgeführt wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abkühlung und Härtung bei einen umgeformten Bauteil dadurch erfolgt, dass das
Bauteil aus dem Werkzeug entnommen und passiv an Luft abkühlen gelassen wird, wenn
die passive Abkühlung an Luft ausreicht um die kritische Abkühlgeschwindigkeit zu
erreichen, insbesondere bei Blechstärken von 1mm und weniger und bei Blechdicken von
1,5mm und mehr eine aktive Abkühlung durch geeignete Kühlmedien erfolgt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für das Werkstück ein härtbarer Bor-Mangan-Stahl verwendet wird, insbesondere ein
Stahlwerkstoff des Typs 22MnB5 oder 20MnB8.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Stahlwerkstoff mit einer metallischen Beschichtung, insbesondere einer Zinkschicht,
einer Zinklegierungsschicht, einer Aluminiumschicht, einer Aluminiumlegierungsschicht
und insbesondere einer Zinkeisenschicht ausgebildet ist.
1. A method for high internal pressure forming and hardening galvanized pipes made of
sheet metal, wherein a prefabricated pipe is used, said pipe having at least one feed
opening (5) and a cavity (4), wherein the pipe is heated to a temperature above the
austenitizing temperature (AC3) of the respective steel alloy and, after a desired degree of austenitizing has been
reached, is placed in an internal high pressure forming tool and acted upon by a pressurized
medium which is pressed into the cavity (4) through the at least one feed opening
(5) until the pipe fills a predetermined mold (2) of the tool, characterized in that the forming tool is heated to a temperature between 400-650°C, especially 450-550°C,
and the pressure medium is also heated and has a temperature of 400-650°C, with the
pipe after austenitizing being allowed to passively cool down or being actively cooled
to a temperature of 400-600°C but to a temperature above the martensite starting temperature
(Ms) of the selected steel alloy, and the cooling of the pipe for the purpose of hardening
does not take place until after the forming process in the forming tool.
2. The method according to claim 1, characterized in that for the purpose of hardening the formed pipe, the pipe is taken out of the hot tool
and is allowed to passively cool in air.
3. The method according to claim 1, characterized in that for the purpose of hardening, the formed pipe is taken out of the hot tool and transferred
to a cold forming tool, the forming cavity of the forming tool essentially corresponding
to the outer contour of the formed pipe.
4. The method according to claim 1, characterized in that the pipe remains in the hot tool after the forming process and is flushed with a
cold cooling medium.
5. The method according to claim 3, characterized in that the temperature of the cold forming tool prior to the insertion of the hot workpiece
is at least 50°C below the martensite starting temperature of the inserted steel material.
6. The method according to claim 1, characterized in that the component is actively cooled downstream of the austenitizing furnace by blowing
or spraying with suitable cooling media and then transferred to the internal high
pressure forming tool, such active cooling being carried out at a cooling rate of
more than 5 K/s, preferably more than 10 K/s and particularly preferred more than
20 K/s.
7. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the cooling and hardening of a formed component is carried out by removing the component
from the tool and allowing it to passively cool in air if the passive cooling in air
is sufficient to reach the critical cooling speed, in particular in the case of sheet
thicknesses of 1 mm and less, and an active cooling by suitable cooling media is carried
out in the case of sheet thicknesses of 1.5 mm and more.
8. The method according to any of the preceding claims, characterized in that a hardenable boron-manganese steel is used for the workpiece, in particular a steel
material of the type 22MnB5 or 20MnB8.
9. The method according to any of the preceding claims, characterized in that the steel material is formed with a metallic coating, in particular a zinc layer,
a zinc alloy layer, an aluminum layer, an aluminum alloy layer and in particular a
zinc iron layer.
1. Procédé de mise en forme sous haute pression interne et de durcissement de tubes galvanisés
en tôle d'acier, sachant qu'un tube préfabriqué est utilisé, sachant que le tube présente
au moins une ouverture d'amenée (5) et un espace creux (4), sachant que le tube est
chauffé à une température supérieure à la température d'austénitisation (AC3) de l'alliage d'acier respectif, et après atteinte d'un degré d'austénitisation souhaité,
est inséré dans un outil de mise en forme sous haute pression interne et soumis à
un fluide sous pression qui est comprimé dans l'espace creux (4) par l'au moins une
ouverture d'amenée (5) jusqu'à ce que le tube remplisse une forme (2) spécifiée de
l'outil, caractérisé en ce que l'outil de mise en forme est réchauffé à une température comprise entre 400-650 °C,
en particulier 450-550 °C et le fluide de pression est également réchauffé et présente
une température de 400-650 °C, sachant que le tube est laissé refroidir passivement
ou refroidi activement après l'austénitisation à une température de 400-600 °C mais
supérieure à la température de départ de martensite (Ms) de l'alliage d'acier choisi,
et le refroidissement du tube en vue du durcissement n'est effectué qu'après le façonnage
dans l'outil de formage.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, en vue du durcissement du tube façonné, le tube est prélevé de l'outil chaud et
laissé refroidir passivement à l'air.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, en vue du durcissement, le tube façonné est prélevé de l'outil chaud et transféré
dans un outil de formage froid, sachant que l'espace creux de formage de l'outil de
formage correspond sensiblement au contour extérieur du tube façonné.
4. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le tube reste dans l'outil chaud après le façonnage et est rincé avec un fluide de
refroidissement froid.
5. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que la température de l'outil de formage froid avant l'insertion de la pièce à travailler
chaude est d'au moins 50 °C sous la température de départ de martensite du matériau
d'acier inséré.
6. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le composant est refroidi activement par soufflage ou pulvérisation de fluides de
refroidissement appropriés après le four d'austénitisation et ensuite transféré dans
l'outil de formage sous haute pression interne, sachant qu'un tel refroidissement
actif est effectué à une vitesse de refroidissement de plus de 5 K/s, de préférence
de plus de 10 K/s et de manière particulièrement préférentielle de plus de 20 K/s.
7. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le refroidissement et le durcissement pour un composant mis en forme s'effectuent
en ce que le composant est prélevé de l'outil et laissé refroidir passivement à l'air si le
refroidissement passif à l'air suffit pour atteindre la vitesse de refroidissement
critique, en particulier pour des épaisseurs de tôle de 1 mm et moins, et pour les
épaisseurs de tôle de 1,5 mm et plus, un refroidissement actif par des fluides de
refroidissement appropriés est effectué.
8. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'un acier au bore-manganèse durcissable, en particulier un matériau d'acier du type
22MnB5 ou 20MnB8, est utilisé pour la pièce à travailler.
9. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que le matériau d'acier est constitué avec un revêtement métallique, en particulier une
couche de zinc, une couche d'alliage de zinc, une couche d'aluminium, une couche d'alliage
d'aluminium et en particulier une couche en zinc-fer.