[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Identifikation zumindest
eines Sicherheitselements mindestens eines Sicherheitsmerkmals eines Sicherheitserzeugnisses.
[0002] Sicherheitserzeugnisse wie beispielsweise Wert- und/oder Sicherheitsdokumente werden
in der Regel mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, die aus verschiedenen Sicherheitselementen
bestehen können. Diese Sicherheitsmerkmale erschweren oder verhindern eine Fälschung
dieser Erzeugnisse. Weiterhin können die Sicherheitsmerkmale oder darin verwendete
Sicherheitselemente zur Verifikation bzw. Authentifizierung des Sicherheitserzeugnisses
genutzt werden. Wert- und/oder Sicherheitsdokumente können beispielsweise Banknoten,
Schecks, Kreditkarten, Aktien, Pässe, Ausweisdokumente, Führerscheine, Eintrittskarten,
Wertmarken oder dergleichen sein.
[0003] Vorzugsweise werden Sicherheitserzeugnisse mit verschiedenen Sicherheitsmerkmalen
versehen, die jeweils unterschiedlichen Sicherheitsstufen zugeordnet sein können.
Hierbei kann es von Vorteil sein, wenn mehrere Sicherheitselemente in oder zu einem
Sicherheitsmerkmal derart zusammengestellt werden, dass sie für eine Verifikation
bzw. Authentifizierung unterschiedliche Sicherheitsniveaus aufweisen derart, dass
dasselbe Sicherheitselement gleichzeitig mehreren Sicherheitsstufen zugeordnet sein
kann.
[0004] Weiter ist bekannt, Substanzen mit elektrolumineszierenden Eigenschaften als Sicherheitselemente
in Wert- und/oder Sicherheitsdokumenten einzusetzen. Dies ist beispielsweise in der
EP 1 151 057 B1 sowie in der
DE 10 2013 114 496 A1 beschrieben. Hierbei können unter Substanzen mit elektrolumineszierenden Eigenschaften
in der Regel solche pulverförmigen Materialien verstanden werden, die bei Anregung
mit einem elektrischen Wechselfeld vorzugsweise im sichtbaren Bereich des optischen
Spektrums Strahlung emittieren. Im Falle der Verwendung von elektrolumineszierenden
Substanzen, insbesondere zum Fälschungsschutz von Sicherheitserzeugnissen, werden
hierbei vorzugsweise pulverförmige, zinksulfidische Elektroluminophore verwendet.
Diese können mit Hilfe von üblicher Drucktechnologie, beispielsweise Tiefdruck-, Offsetdruck-
oder Siebdruckverfahren, auf bzw. in der Matrix der jeweiligen Sicherheitserzeugnisse
angeordnet werden. Die Sicherheitserzeugnisse können hierbei sowohl aus Papier, Kunststoff,
aber auch aus anderen geeigneten Materialien bestehen. Anschließend können die derart
bereitgestellten Elektroluminophore vorzugsweise kontaktlos mit einem elektrischen
Wechselfeld angeregt werden. Dies ist in der
EP 0 964 791 B1 beschrieben.
[0005] Derartige elektrolumineszierende Sicherheitselemente können ein sogenanntes Level-3-Merkmal
bilden. Dies bedeutet, dass sie ein sehr hohes Sicherheitsniveau aufweisen. Der Echtheitsnachweis
entsprechender Sicherheitsdokumente ist hierbei mit einem vergleichsweise hohen Aufwand
und hohen Anforderungen an die verwendete Detektionstechnik verbunden. Dies gilt sowohl
für die stationäre Prüfung als auch insbesondere für die in zahlreichen Anwendungsfällen
angestrebte nichtstationäre Hochgeschwindigkeitsdetektion der Elektrolumineszenzsignale.
[0006] Bei der Verwendung elektrolumineszierender Sicherheitselemente hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, die verwendeten Elektrolumineszenz-Pigmente mit sogenannten Feldverdrängungselementen
zu kombinieren und diese Kombination beispielsweise in Form einer Pigmentmischung
auf bzw. in dem Sicherheitserzeugnis anzuordnen. Dies ist beispielsweise in der
EP 1 631 461 B1 und in der
EP 1 748 903 B1 beschrieben.
[0007] Die Feldverdrängungselemente können z.B. als transparente oder semitransparente dielektrische
bzw. elektrisch leitende Pigmente ausgebildet sein oder solche Pigmente umfassen.
Die dielektrischen Pigmente weisen eine vergleichsweise hohe Dielektrizitätszahl auf,
beispielsweise eine Dielektrizitätszahl größer als 100, um das elektrische Feld effektiv
verdrängen zu können. Derartige dielektrische Pigmente sind in einem Ausgangszustand
nicht oder nur in einem sehr geringe Maße elektrisch leitfähig (σ ≤ 10
-7 S/m). Alternativ können die Feldverdrängungselemente auch als leitfähige Pigmente
mit vergleichsweise geringer elektrischer Leitfähigkeit ausgebildet sein oder derartige
Pigmente umfassen. Elektrisch leitfähige Feldverdrängungselemente weisen hierbei eine
elektrische Leitfähigkeit im Bereich von 10
-3-10
-2 S/m auf.
[0008] Die Feldverdrängungselemente können eine Verstärkung oder Konzentration der an der
Oberfläche der elektrolumineszierenden Elemente wirksamen lokalen elektrischen Wechselfelder
und damit eine Erhöhung der Intensität der aufgrund der feldinduzierten Anregung emittierten
Elektrolumineszenzstrahlung hervorrufen. Dabei können die elektrisch leitenden Partikeln
deutlich höhere Verstärkung des lokalen Feldes im Vergleich zu dielektrischen Partikeln
bewirken.
[0009] Aus der
EP 1 748 903 B1 ist weiter bekannt, als Feldverdrängungselemente auch optisch variable Effektpigmente,
insbesondere sogenannte Mehrschicht-Effektpigmente, einzusetzen, die neben der erläuterten
Verstärkung des lokalen elektrischen Feldes zusätzlich verifizierbare optische Effekte,
insbesondere Interferenzeffekte, erzeugen können. Diese Effektpigmente können vorzugsweise
zumindest teilweise Metalloxidschichten wie beispielsweise solche aus Titanoxid enthalten.
[0010] Werden, wie in der Druckschrift beschrieben, zur Erhöhung der wirksamen lokalen Stärke
des anregenden elektrischen Feldes optisch variable Effektpigmente mit den pulverförmigen
zinksulfidischen Elektroluminophoren kombiniert, so kann das resultierende Sicherheitsmerkmal
neben seiner Level-3-Charakteristik auch eine entsprechende Level-1-Charakteristik
aufweisen. Insbesondere kann nämlich auch der optische Effekt, der in einem bei unterschiedlichen
Beleuchtungs- und/oder Betrachtungswinkeln für den Betrachter wahrnehmbaren Farb-
bzw. Glanzwechsel bestehen kann, als zusätzliches Kriterium für die Echtheitsverifikation
ausgewertet werden.
[0011] Nachteilig ist jedoch, dass bei der Anwendung der beschriebenen Sicherheitsmerkmale
in Wert- und/oder Sicherheitsdokumenten trotz des Vorhandenseins von Feldverdrängungselementen
vergleichsweise extrem hohe Anregungsspannungen erforderlich sind, um ein ausreichend
starkes lokales elektrisches Wechselfeld zu erzeugen, welches ausreicht, um eine effiziente
Anregung der Elektrolumineszenz und somit auch eine zuverlässige Detektion des entsprechenden
Elektrolumineszenzsignals zu gewährleisten. Dies ist u.a. auf die im Vergleich zur
konventionellen technischen Anwendung von Elektroluminophoren in Elektrolumineszenzfolien
mit klassischem Kondensatorausbau äußerst spezielle und unkonventionelle Anordnung
der Elekrolumineszenzelemente in den Wert- und/oder Sicherheitsdokumenten sowie auf
die insbesondere im Falle der Hochgeschwindigkeitsdetektion der Elektrolumineszenzsignale
bevorzugt kontaktlose Anregung mit einem elektrischen Wechselfeld und die gleichfalls
bevorzugt kontaktlose Detektion dieser Signale zurückzuführen. Es sind deshalb also
Hochspannungswechselfelder erforderlich, um unter den beschriebenen Umständen die
pulverförmigen zinksulfidischen Pigmente zur Elektrolumineszenz anzuregen und eine
genügend hohe Signalstärke zu gewährleisten.
[0012] Zudem ist anzumerken, dass Sicherheitsmerkmale, insbesondere auch solche, die auf
Lumineszenzerscheinungen beruhen, während der Zeitdauer ihrer Benutzung zahlreichen
Alterungsprozessen ausgesetzt sind. Diese können beispielsweise durch intensive Sonnenbestrahlung,
Verschmutzungen, mechanischen Abrieb, Kontakt zu Wasser oder organischen Lösungsmitteln
sowie durch zahlreiche weitere Einflussfaktoren hervorgerufen werden. Deshalb ist
auch bei der Echtheitsprüfung im Umlauf befindlicher Sicherheits- und Wertdokumenten
mit einem elektrolumineszierenden Sicherheitsmerkmal ist davon auszugehen, dass die
bei konstanten Anregungsbedingungen resultierenden Signalstärken der Elektrolumineszenz
über den Lebenszyklus der Sicherheits- und Wertdokumente zunehmend geringer werden.
[0013] Andererseits ist es jedoch nicht unbegrenzt möglich, die Stärke der Lumineszenzsignale
und damit die Sicherheit der Detektion durch eine weitere Erhöhung der Anregungsspannung
zu erreichen. Insbesondere wird die Höhe der Anregungsspannung durch die Durchschlagsfestigkeit
(gegenüber Spannungsdurchschlag, Lichtbogen, Funkenschlag) des Umgebungsmediums limitiert.
Im Falle von Luft als Umgebungsmedium bedeutet dies, dass das durch die Anregungsspannung
erzeugte elektrische Feld Werte von 3,3 V/µm nicht überschreiten darf. Zu hohe Spannung
verringern somit in nachteiliger Weise eine Betriebssicherheit aufgrund von möglichen
Durchschlägen.
[0014] Die
DE 10 2008 034 022 A1 welche den Oberbegriff der Ansprüche 1 und 8 beinhaltet, offenbart ein Verfahren
zur Herstellung eines Sicherheits- und/oder Wertprodukts, insbesondere eines Sicherheits-
und/oder Wertdokuments, mit den folgenden Verfahrensschritten: ein Substrat wird mit
einer eine Lumineszenzsubstanz enthaltenden Markierungsschicht beschichtet, aus einem
durch die Lumineszenzemission der Lumineszenzsubstanz gebildeten Muster wird eine
Zeichenfolge gebildet, und die Zeichenfolge wird auf dem Sicherheits- und/oder Wertprodukt
als Identzeichenfolge lesbar appliziert und/oder hierin lesbar integriert.
[0015] Die
WO 2015/024619 A1 offenbart ein Druckbild auf einem Substrat, insbesondere auf ein Druckbild, welches
plättchenförmige Effektpigmente enthält und auffällige Matt-Glanz-Effekte zeigt.
[0016] Die
WO 2015/091237 A1 offenbart einen pulverförmigen, zinksulfidischen Leuchtstoff, der als Elektroluminophor
durch ein elektrisches Feld anregbar ist und darüber hinaus spezielle Lumineszenzeigenschaften
aufweist.
[0017] Die
DE 197 08 543 A1 offenbart Sicherheitsdokumente mit grafisch, bevorzugt im Tiefdruck, gestalteten
Sicherheitsmerkmalen, die Punkt-, Strich- und/oder Flächen-förmig zum Leuchten gebracht
werden können, wobei Wellenlängen im nicht sichtbaren UV-Bereich bis in den vom menschlichen
Auge sichtbaren Bereich von typisch 360 bis 780 nm aber auch im infraroten Bereich
angestrebt und realisiert werden.
[0018] Es stellt sich daher das technische Problem, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Identifikation zumindest eines Sicherheitselements mindestens eines Sicherheitsmerkmals
eines Sicherheitserzeugnisses zu schaffen, welche mit ausreichender Betriebssicherheit
eine zuverlässigere Identifikation des Sicherheitselements über den gesamten Lebenszyklus
des Sicherheitserzeugnis zu ermöglichen, insbesondere eine Identifikation mit niedrigen
Anregungsspannungen oder bei Verwendung einer Substanz mit elektrolumineszierenden
Eigenschaften in geringer Konzentration.
[0019] Die Lösung des technischen Problems ergibt sich durch die Gegenstände mit den Merkmalen
der Ansprüche 1 und 8. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
[0020] Es ist eine Grundidee der Erfindung, eine Kombination von einer Substanz mit elektrolumineszierenden
Eigenschaften und einer weiteren Substanz mit durch energiereiche Bestrahlung veränderbarer
elektrischer Leitfähigkeit zu verwenden, wobei durch diese energiereiche Bestrahlung,
nämlich durch UV-Bestrahlung, eine Leitfähigkeit der weiteren Substanz vor der Beaufschlagung
mit einem elektrischen Wechselfeld derart verändert wird, dass bei der dann nachfolgenden
Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld ein ausreichend starkes lokales Anregungsfeld
erzeugt wird, wodurch wiederum eine Elektrolumineszenzstrahlung mit zur Identifikation
ausreichender Intensität erzeugt wird. Die Grundidee eignet sich insbesondere für
ein Sicherheitsmerkmal, welches zumindest teilweise aus einer Mischung von pulverförmigen
Elektroluminophoren und optisch variablen Effektpigmenten besteht.
[0021] Vorgeschlagen wird ein Verfahren zur Identifikation zumindest eines Sicherheitselements
mindestens eines Sicherheitsmerkmals eines Sicherheitserzeugnisses.
[0022] Ein Sicherheitselement bezeichnet hierbei eine Substanz. Das Sicherheitsmerkmal umfasst
Substanzen.
[0023] Das Sicherheitserzeugnis kann insbesondere ein Wert- oder Sicherheitsdokument sein.
Als Sicherheitsdokument kann jedes Dokument bezeichnet werden, das eine physikalische
Entität ist, die gegen ein unautorisiertes Herstellen und/oder Verfälschen durch Sicherheitsmerkmale
geschützt ist. Sicherheitsmerkmale sind hierbei solche Merkmale, die ein Verfälschen
und/oder Duplizieren gegenüber einem einfachen Kopieren zumindest erschweren. Sicherheitselemente
können hierbei somit physikalische Entitäten bezeichnen, die ein Sicherheitsmerkmal
ausbilden.
[0024] Ein Sicherheitsdokument kann mehrere Sicherheitsmerkmale und/oder mehrere Sicherheitselemente
umfassen.
[0025] Wertdokumente sind Dokumente, die einen Wert repräsentieren. Wertdokumente können
hierbei auch Sicherheitsdokumente sein. Beispiele für Sicherheitsdokumente, welche
auch Wertdokumente umfassen, umfassen beispielsweise Reisepässe, Personalausweise,
Führerscheine, Identitätskarten, Zutrittskontrollausweise, Krankenkassenkarten, Banknoten,
Postwertzeichen, Bankkarten, Kreditkarten, Smartcards, Tickets und Etiketten.
[0026] Das Sicherheitsmerkmal kann insbesondere ein maschinenlesbares Sicherheitsmerkmal
sein. Weiter kann das Sicherheitsmerkmal bzw. Sicherheitselemente des Sicherheitsmerkmals
zumindest teilweise oder vollständig auf einer Oberfläche des Sicherheitserzeugnisses
oder in dem Sicherheitserzeugnis angeordnet sein.
[0027] Im Sinne dieser Offenbarung umfasst der Begriff Identifikation auch eine Detektion
des Sicherheitselements. Somit kann eine Identifikation bedeuten, dass detektiert
wird, ob das Sicherheitselement in dem Sicherheitsmerkmal bzw. in dem Sicherheitserzeugnis
oder ob das Sicherheitsmerkmal in dem Sicherheitserzeugnis vorhanden ist oder nicht.
Auch kann Identifikation bedeuten, dass detektiert wird, ob das zumindest eine Sicherheitselement
in einem vorbestimmen Maße, beispielsweise in einer vorbestimmten Menge oder Konzentration,
in dem Sicherheitsmerkmal bzw. -erzeugnis enthalten ist oder nicht.
[0028] Das Sicherheitsmerkmal umfasst mindestens eine erste Substanz mit elektrolumineszierenden
Eigenschaften. Diese erste Substanz kann somit ein erstes Sicherheitselement des Sicherheitsmerkmals
sein. Die erste Substanz kann insbesondere eine pulverförmige Substanz oder pulverförmig
bereitstellbare Substanz sein. Vorzugsweise handelt es sich bei der ersten Substanz
um pulverförmige, zinksulfidische Elektrolumineszenzmaterialien, die auch als Elektrolumineszenzpigmente
oder Elektroluminophore bezeichnet werden können. Die erste Substanz emittiert nach
Anregung in einem elektrischen Wechselfeld eine Lumineszenzstrahlung, insbesondere
eine Lumineszenzstrahlung mit Wellenlängen im sichtbaren Bereich des optischen Spektrums.
[0029] Für die erste Substanz geeignete elektrolumineszierende Materialien sind in eingangs
angeführten Druckschriften, insbesondere in der
EP 1 151 057 B1, der
DE 10 2013 114 496 A1 sowie in den Druckschriften
EP 1 631 461 B1 sowie
EP 1 748 903 B1 beschrieben. Hiermit wird daher vollumfänglich auf den Offenbarungsgehalt dieser
Druckschriften bezüglich der elektrolumineszierenden Substanz Bezug genommen. Weiter
umfasst das Sicherheitsmerkmal mindestens eine weitere Substanz. Diese bewirkt in
Kombination mit der ersten Substanz eine Verstärkung des an der Oberfläche der ersten
Substanz bei Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld wirksamen lokalen elektrischen
Feldes und somit eine Erhöhung der Signalstärke der emittierten Elektrolumineszenzstrahlung.
Diese weitere Substanz kann darüber hinaus ein weiteres Sicherheitselement des Sicherheitsmerkmals
sein.
[0030] Das zumindest aus der ersten und weiteren Substanz bestehende Sicherheitsmerkmal
kann auf das Sicherheitserzeugnis vollflächig oder partiell aufgebracht werden. Dies
kann z.B. mit Hilfe einer Druckfarbe, die aus zumindest der ersten und der weiteren
Substanz besteht, in einem gängigen Druckverfahren erfolgen.
[0031] Erfindungsgemäß ist die weitere Substanz eine Substanz mit einer durch energiereiche
Bestrahlung veränderbaren, nämlich erhöhbaren elektrischen Leitfähigkeit. Die energiereiche
Bestrahlung kann hierbei mit Strahlung erfolgen, deren maximale Wellenlänge kleiner
als die minimalste Wellenlänge des sichtbaren Lichts, also insbesondere kleiner als
400 nm, ist. Die energiereiche Bestrahlung ist eine UV-Bestrahlung. Hierbei kann Strahlung
mit Wellenlängen aus einem Wellenlängenbereich von 5 nm bis 380 nm, bevorzugt aus
einem Wellenlängenbereich von 100 nm bis 380 nm, verwendet werden. Im Folgenden wird
die energiereiche Strahlung daher auch als UV-Bestrahlung bezeichnet.
[0032] Ohne UV-Bestrahlung kann die weitere Substanz eine Leitfähigkeit eines undotierten
Halbleiterelements, also eine eher niedrige Leitfähigkeit, aufweisen. Die weitere
Substanz ist weiter vorzugsweise eine dielektrische Substanz, also eine Substanz mit
einer Dielektrizitätszahl größer als 10, vorzugsweise größer als 100.
[0033] Die weitere Substanz kann in Bezug auf die von der ersten Substanz emittierten Elektrolumineszenzstrahlung
vorzugsweise transparent oder semitransparent sein. Dies bedeutet, dass die weitere
Substanz für die Elektrolumineszenzstrahlung durchlässig ist oder diese Strahlung
nicht mehr als ein vorbestimmtes Maß, beispielsweise nicht mehr als 50%, bevorzugt
nicht mehr als 10 %, abschwächt.
[0034] Die weitere Substanz ist eine nicht-elektrolumineszente Substanz. Bevorzugt besteht
die weitere Substanz aus einem als Trägermaterial fungierendem Substrat, welches aus
unterschiedlichen transparenten bzw. semitransparenten Materialien, beispielsweise
aus synthetischem oder natürlichem Glimmer, aus SiO2, Glas oder anderen Materialien
gebildet werden kann sowie aus mindestens einer transparenten bzw. semitransparente
Metalloxid-Schicht, die vorzugsweise aus Titanoxidschicht (TiO2-Schicht) besteht.
Hierbei kann insbesondere die Metalloxid-Schicht eine Schicht sein, deren elektrische
Leitfähigkeit strahlungsinduziert veränderbar ist.
[0035] Einige Metalldioxide, besonders TiO2, zeigen eine starke Erhöhung der elektrischen
Leitfähigkeit nach und während der Bestrahlung mit energiereicher Strahlung, insbesondere
mit UV-Strahlung. Grund hierfür kann eine Kombination von Fotoeffekt und Fotokatalyse
sein. Mit einer Bandenergie von ca. 3,0 - 3,2 eV ist TiO2 ein effektiver Fotoleiter.
Die Energie von 3,0 eV entspricht einer Wellenlänge von ca. 390 nm. Erfindungsgemäß
wird also das aus einer Kombination von mindestens einem elektrolumineszierenden Sicherheitselement
und einem weiteren Sicherheitselement mit veränderbarer elektrischer Leitfähigkeit
bestehende Sicherheitsmerkmal mit einer energiereichen Strahlung, nämlich mit UV-Strahlung
bestrahlt. Hierzu kann das Sicherheitsmerkmal in einem Bestrahlungsbereich einer Einrichtung
zur Erzeugung dieser Bestrahlung angeordnet werden. Die Bestrahlung kann mit einer
festgelegten Intensität für eine vorbestimmte Zeitdauer erfolgen.
[0036] Die UV-Bestrahlung erfolgt bevorzugt bei Wellenlängen, die kleiner als 400 nm sind.
Die Bestrahlung mit UV-Bestrahlungseinrichtungen, die Strahlung im sogenannten UV-A-Bereich,
also beispielsweise im Bereich von 365 nm, emittieren. Hierbei können als Bestrahlungseinrichtungen
sowohl UV-Entladungslampen als auch UV-LEDs eingesetzt werden.
[0037] Weiter wird das Sicherheitsmerkmal mit einem elektrischen Wechselfeld beaufschlagt.
[0038] Das elektrische Wechselfeld kann durch das Anlegen einer Anregungsspannung an ein
Mittel zur Erzeugung des Wechselfelds, z.B. mindestens eine Elektrode, erzeugt werden.
Hierzu kann das Sicherheitsmerkmal in einem Beaufschlagungsbereich einer Einrichtung
zur Erzeugung des elektrischen Wechselfeldes angeordnet werden. Die Beaufschlagung
mit dem elektrischen Wechselfeld dient zur Anregung von Elektrolumineszenzstrahlung.
Weiter wird eine von der ersten Substanz emittierte Elektroluminszenzstrahlung, die
bei und/oder nach Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld emittiert wird,
erfasst. Die Erfassung der Elektrolumineszenzstrahlung kann insbesondere mit einer
Einrichtung zur Strahlungserfassung erfolgen.
[0039] Es hat sich gezeigt, dass durch die Bestrahlung des Sicherheitsmerkmals mit energiereicher
Strahlung, nämlich UV-Strahlung, eine deutliche Erhöhung der Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung
bei gleichbleibender Anregungsspannung bewirkt oder aber die gleiche Intensität der
Elektrolumineszenzstrahlung bei signifikanter Reduktion dieser Anregungsspannung erreicht
werden kann. Dieser Zusammenhang zeigt sich bei UV-Bestrahlung einer Kombination einer
ersten Substanz aus elektrolumineszierenden Pigmenten mit einer weiteren Substanz
aus Feldverdrängungselementen, die als optische Effektpigmente ausgebildet sind oder
solche Effektpigmente umfassen.
[0040] Insbesondere bei der Verwendung einer weiteren Substanz mit einer Metalloxid-Schicht
kann angenommen werden, dass die UV-Bestrahlung zur Erhöhung der Leitfähigkeit der
Metalloxid-Schicht führt und somit eine Verstärkung des lokalen elektrischen Anregungsfeldes
im Bereich von elektrolumineszierenden Pigmenten bewirkt. Hierdurch erhöht sich die
Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung, insbesondere wenn als erste Substanz pulverförmige
zinksulfidische Elektroluminophore verwendet werden.
[0041] Die strahlungsbedingte Erhöhung der Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung ist
hierbei insbesondere von der Bestrahlungsdosis, also von der Strahlungsenergie sowie
der Zeitdauer der UV-Bestrahlung abhängig.
[0042] Insbesondere kann die elektrische Leitfähigkeit der weiteren Substanz und somit die
Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung proportional zur Bestrahlungsdosis bzw.
zur Bestrahlungsenergie ansteigen. Z.B. kann die Elektrolumineszenzintensität im Vergleich
zu einer Anregung ohne vorhergehende UV-Bestrahlung um ca. 30 % ansteigen, wenn die
Bestrahlungsenergie 4 mJ beträgt bzw.um ca. 85 % ansteigen, wenn die Bestrahlungsenergie
18 mJ beträgt.
[0043] Der genannte Effekt kann in vorteilhafter Weise zur einfacheren und sichereren Identifizierung
der ersten Substanz und/oder der weiteren Substanz ausgenutzt werden. Insbesondere
führt er zu einem stärkeren Messsignal, was eine sicherere Identifikation der Elektrolumineszenz
und/oder eine Reduktion der Anregungsspannung ermöglicht. Auf diese Weise kann der
Echtheitsnachweis auch für solche Wert- und Sicherheitsdokumente mit elektrolumineszierenden
Sicherheitsmerkmalen abgesichert werden, die im Verlaufe ihres Lebenszykluses verschiedenartigen,
die Signalstärke der Elektrolumineszenz beeinträchtigenden Alterungsprozessen ausgesetzten
waren. Eine weitere Option besteht gegebenenfalls auch darin, die Konzentration der
ersten Substanz in dem Sicherheitsmerkmal zu reduzieren.
[0044] Zur Erzielung einer guten Maschinenlesbarkeit mit ausreichend hoher Elektrolumineszenzintensität
war es bisher wesentlich, dass im Sicherheitsmerkmal sowohl die elektrolumineszierende
Substanz als auch die Feldverdrängungselemente vorhanden sind, insbesondere in einem
festgelegten Mischungsverhältnis. Weiter waren vergleichsweise extrem hohe Wechselspannungen
notwendig, um die erforderliche lokale Feldstärke und somit die gewünschte Elektrolumineszenzintensität
zu erreichen. Durch die erfindungsgemäße UV-Bestrahlung wird nunmehr ermöglicht, die
gleiche oder eine ähnliche hohe Elektrolumineszenzintensität mit einer im Vergleich
um 15-25% geringeren Anregungsspannung zu erreichen. Wird die gleiche Anregungsspannung
verwendet, so ergibt sich eine signifikante Erhöhung der Elektrolumineszenzintensität,
beispielsweise um über 100 %.
[0045] Die elektrische Leitfähigkeit der weiteren Substanz kann sich nach Beendigung der
UV-Bestrahlung wieder verringern. Die Verringerung der elektrischen Leitfähigkeit
auf das Ausgangsniveau vor der UV-Bestrahlung kann in einer vorbestimmten Zeitdauer,
beispielsweise einer Zeitdauer bis 10-15 Minuten, erfolgen. Der Effekt der Erhöhung
der elektrischen Leitfähigkeit durch UV-Bestrahlung ist somit ein reversibler Effekt.
Nach der Reduktion der elektrischen Leitfähigkeit kann eine erneute Erhöhung durch
eine erneute Bestrahlung erreicht werden.
[0046] Weiter wird in Abhängigkeit mindestens einer Eigenschaft der Elektrolumineszenzstrahlung
die erste Substanz und/oder die weitere Substanz identifiziert, insbesondere detektiert.
Die Eigenschaft kann insbesondere eine Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung
sein. Die Eigenschaft kann dann mittels einer Auswerteeinrichtung bestimmt werden.
[0047] Die Auswerteeinrichtung führt auch die Identifizierung durch.
[0048] Beispielsweise kann die erste Substanz identifiziert werden, falls mindestens ein
eigenschaftsabhängiges Kriterium erfüllt ist, z.B. falls die Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung
höher als ein erster vorbestimmter Schwellwert ist. Andernfalls kann die erste Substanz
nicht identifiziert werden.
[0049] Beispielsweise kann die weitere Substanz oder ein Bestandteil der weiteren Substanz,
insbesondere TiO2, identifiziert werden, falls mindestens ein weiteres eigenschaftsabhängiges
Kriterium erfüllt ist, z.B. falls die Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung höher
als ein weiterer vorbestimmter Schwellwert ist. Andernfalls kann die weitere Substanz
nicht identifiziert werden. Der weitere Schwellwert kann vom ersten Schwellwert verschieden,
insbesondere höher als dieser, sein.
[0050] Alternativ oder kumulativ kann die erste oder die weitere Substanz in Abhängigkeit
einer Eigenschaftsänderung, insbesondere einer Intensitätsänderung der Elektrolumineszenzstrahlung
identifiziert werden. In diesem Fall kann die Änderung der Eigenschaft ein von der
Intensität und Dauer der UV-Bestrahlung abhängiger Anstieg oder Abfall der Intensität
der Elektrolumineszenz sein.
[0051] Z.B. kann das Sicherheitsmerkmal zeitlich vor der UV-Bestrahlung mit einem elektrischen
Wechselfeld beaufschlagt werden. Dann kann die Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung
ohne vorhergehende UV-Bestrahlung bestimmt werden. Hiernach kann das Sicherheitsmerkmal
bestrahlt werden. Zeitlich nach der Beendigung dieser UV- Bestrahlung kann das Sicherheitsmerkmal
erneut mit dem elektrischen Wechselfeld, vorzugsweise mit gleicher Feldstärke beaufschlagt
werden. Dann kann die Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung mit vorhergehender
UV-Bestrahlung bestimmt werden.
[0052] Die weitere Substanz kann identifiziert werden, wenn die Intensität mit vorhergehender
UV-Bestrahlung größer, insbesondere mehr als ein vorbestimmtes Maß größer, als die
Intensität ohne vorhergehende UV-Bestrahlung ist. Andernfalls kann die weitere Substanz
nicht identifiziert werden.
[0053] Somit ist es möglich, eine bestimmte zusätzlich zu den elektrolumineszierenden Pigmenten
in das erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmal eingebrachte Substanz (Substanztyp oder
-art) mit veränderbarer Leitfähigkeit in Abhängigkeit von der Intensität der detektierten
Elektrolumineszenz, oder deren Änderung zu identifizieren. Beispielsweise können weiteren
Substanzen, die z.B. aus voneinander verschiedenen Materialien bestehen oder voneinander
verschiedene Materialzusammensetzungen aufweisen, verschiedenen Eigenschaften der
Elektrolumineszenzstrahlung, insbesondere verschiedenen Schwellwerten von Intensitäten,
zugeordnet sein. Somit ist es möglich, dass verschiedene weitere Substanzen zu voneinander
verschiedenen Intensitätsänderungen der Elektrolumineszenzstrahlung führen.
[0054] Diese Veränderung kann also substanztypspezifisch, insbesondere material- oder materialzusammensetzungsspezifisch,
sein. Somit kann es möglich sein, in Abhängigkeit der Intensitätsänderung der Elektrolumineszenzstrahlung
auch eine Art der weiteren Substanz oder zumindest mehrere mögliche Arten von weiteren
Substanzen zu bestimmen.
[0055] Selbstverständlich kann in Abhängigkeit der mindestens einen Eigenschaft der Elektrolumineszenzstrahlung
auch das Sicherheitsmerkmal identifiziert, insbesondere detektiert, werden.
[0056] Das beschriebene Verfahren kann hierbei zur Verifikation oder Echtheitsprüfung des
Sicherheitsmerkmals dienen. Insbesondere kann das Sicherheitsmerkmal verifiziert werden,
falls die erste und/oder die weitere Substanz identifiziert wurde. Alternativ oder
kumulativ kann das Sicherheitsmerkmal verifiziert werden, wenn mindestens ein Kriterium,
welches von der Eigenschaft der Elektrolumineszenzstrahlung abhängig, erfüllt ist.
Beispielsweise kann das Sicherheitsmerkmal verifiziert werden, falls die Intensität
höher als ein vorbestimmter Schwellwert ist.
[0057] Wird die erste und/oder die weitere Substanz nicht identifiziert und/oder ist das
mindestens eine eigenschaftsabhängige Kriterium nicht erfüllt, so kann das Sicherheitsmerkmal
nicht verifiziert werden.
[0058] Zusammenfassend kann durch die Veränderung der elektrischen Leitfähigkeit der weiteren
Substanz, insbesondere durch deren Erhöhung, die Stärke des elektrischen Anregungsfeldes
im Bereich der Substanz mit elektrolumineszierenden Eigenschaften erhöht werden, wodurch
wiederum die Intensität der emittierten Elektrolumineszenzstrahlung erhöht wird. Mit
anderen Worten bedeutet dies, dass durch die vorhergehende UV-Bestrahlung die Elektrolumineszenzstrahlung
verstärkt wird (Verstärkungseffekt). Dieser Verstärkungseffekt kann auch nach Beendigung
der UV-Bestrahlung für einen vorbestimmten Zeitraum erhalten bleiben.
[0059] Durch die Verwendung der beschriebenen Kombination der zwei Substanzen ergibt sich
in vorteilhafter Weise die Erzeugung von Elektrolumineszenzstrahlung mit vergleichsweise
geringen Anregungsspannungen. Hierdurch wird eine energiesparende, aber auch zuverlässige
Identifikation ermöglicht und eine ausreichende Betriebssicherheit aufgrund der Reduktion
einer Durchschlagsgefahr gewährleistet. Auch kann die Elektrolumineszenzstrahlung
zur Identifikation in zuverlässiger Weise über den gesamten Lebenszyklus des Sicherheitsmerkmals
erzeugt werden.
[0060] In einer bevorzugten Ausführungsform wird das Sicherheitsmerkmal zeitlich vor der
Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld mit UV-Strahlung bestrahlt. Dies bedeutet,
dass die UV-Bestrahlung vor der Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld beginnt.
Bevorzugt wird das Sicherheitsmerkmal erst nach Beendigung der UV-Bestrahlung mit
dem elektrischen Wechselfeld beaufschlagt. Insbesondere kann der Beginn der Beaufschlagung
mit dem elektrischen Wechselfeld mit einer Zeitdauer kleiner als 1 Sekunde nach der
Beendigung der UV-Bestrahlung erfolgen.
[0061] Es ist aber auch möglich, dass die Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld
beginnt, während das Sicherheitsmerkmal mit der UV-Bestrahlung bestrahlt wird.
[0062] Bevorzugt wird die aufgrund der Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld erzeugte
Elektrolumineszenzstrahlung erst nach Beendigung der UV-Bestrahlung erfasst, da die
UV-Bestrahlung zusätzlich eine unerwünschte photolumineszente Strahlung der ersten
Substanz erzeugen kann.
[0063] Hierdurch ergibt sich in vorteilhafter Weise, dass die Elektroluminszenz möglichst
unverfälscht, insbesondere nicht durch Photoluminszenzeffekte verfälscht, gemessen
werden kann.
[0064] In einer weiteren Ausführungsform ist eine Zeitdauer zwischen der Beendigung der
UV-Bestrahlung und dem Beginn der Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld
länger als 0 Sekunden. Alternativ oder kumulativ ist die Zeitdauer kürzer als 600
Sekunden.
[0065] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die weitere Substanz mindestens ein Effektpigment.
Selbstverständlich kann die weitere Substanz eine Vielzahl von Effektpigmenten umfassen.
[0066] Solche Effektpigmente sind in der eingangs erläuterten
EP 1 748 903 B1 beschrieben.
[0067] Der von der weiteren Substanz bereitgestellte Effekt kann ebenfalls oder zusätzlich
zur Verifikation des Sicherheitsmerkmals und somit des Sicherheitserzeugnisses genutzt
werden. Dies erhöht in vorteilhafter Weise die Zuverlässigkeit der Verifikation.
[0068] In einer bevorzugten Ausführungsform weist die weitere Substanz zumindest anteilig
eine Metalloxid-Schicht auf. Vorzugsweise besteht diese Schicht zumindest teilweise
aus Titandioxid. Allerdings sind auch andere Metalloxide verwendbar.
[0069] Hierdurch ergibt sich in vorteilhafter Weise die erläuterte strahlungsbedingte Veränderung
der Leitfähigkeit.
[0070] In einer weiter bevorzugten Ausführungsform besteht das Metalloxid zumindest teilweise
aus TiO
2. Aus TiO
2 oder anderen Metalloxiden bestehende Schichten weisen unter Bestrahlung mit energiereicher
Strahlung, insbesondere mit UV-Strahlung eine Erhöhung der elektrischen Leitfähigkeit
auf und führen somit zu einer signifikanten Verstärkung der Elektrolumineszenzstrahlung.
[0071] Insbesondere kann somit auch identifiziert werden, ob eine weitere Substanz aus einem
gewünschten Material, insbesondere einem Metalloxid, weiter insbesondere aus TiO
2, besteht.
[0072] In einer weiteren Ausführungsform wird zusätzlich zur Identifikation der ersten Substanz
und/oder der weiteren Substanz in Abhängigkeit mindestens einer Eigenschaft der Elektrolumineszenzstrahlung
mindestens ein von dem Effektpigment erzeugter Effekt erfasst. Weiter wird das Effektpigment
in Abhängigkeit des erzeugten Effekts identifiziert. Mit anderen Worten kann das Effektpigment,
insbesondere zusätzlich zur Abhängigkeit von der Eigenschaft der Elektrolumineszenzstrahlung,
in Abhängigkeit eines von dem Effektpigment erzeugten Effekts identifiziert werden.
[0073] Der Effekt kann insbesondere einer der vorhergehend erläuterten optischen Effekte
sein.
[0074] Zur Erfassung des Effekts kann das Sicherheitsmerkmal unter verschiedenen Beleuchtungswinkeln
beleuchtet werden, insbesondere mit Strahlung einer vorbestimmten Wellenlänge, einer
Strahlung aus einem vorbestimmten Wellenlängenbereich oder mit Strahlungen aus verschiedenen
Wellenlängenbereichen. Alternativ oder kumulativ kann die vom Sicherheitsmerkmal unter
der Beleuchtung reflektierten oder emittierten Strahlung unter verschiedenen Erfassungswinkeln
erfasst bzw. unter verschiedenen Betrachtungswinkeln betrachtet werden.
[0075] Weiter kann detektiert werden, ob unter der erläuterten Beleuchtung und/oder der
erläuterten Betrachtung bzw. Erfassung ein vorbestimmter, gewünschter Effekt auftritt.
Tritt der vorbestimmte Effekt auf, so kann das Effektpigment und gegebenenfalls eine
Art des Effektpigments identifiziert werden. Weiter kann, falls das Effektpigment
oder eine Art des Effektpigments identifiziert wird, das Sicherheitsmerkmal verifiziert
werden. Kann das Effektpigment oder eine vorbestimmte Art des Effektpigments nicht
identifiziert werden, so kann das Sicherheitsmerkmal nicht verifiziert werden.
[0076] Weiter ist es möglich, die weitere Substanz in Abhängigkeit der Eigenschaft der Elektrolumineszenzstrahlung
sowie in Abhängigkeit des erzeugen Effektes zu identifizieren. So kann die weitere
Substanz beispielsweise nur dann identifiziert werden, wenn die Eigenschaft und/oder
die Erhöhung der Elektrolumineszenzstrahlung und/oder wenn der erzeugte Effekt der
weiteren Substanz zuzuordnen ist.
[0077] Hierdurch ergibt sich eine zuverlässigere Identifikation einer weiteren Substanz
und somit eine zuverlässigere Verifikation des Sicherheitsmerkmals.
[0078] Weiter vorgeschlagen wird eine Vorrichtung zur Identifikation zumindest eines Bestandteils,
insbesondere einer Substanz, mindestens eines Sicherheitsmerkmals eines Sicherheitserzeugnisses.
Die Vorrichtung dient zur Durchführung eines Verfahrens gemäß einer der in dieser
Offenbarung beschriebenen Ausführungsformen. Somit ist die Vorrichtung derart ausgebildet,
dass das entsprechende Verfahren mittels der Vorrichtung durchführbar ist.
[0079] Die Vorrichtung umfasst mindestens eine Einrichtung zur Erzeugung von energiereicher
Strahlung, nämlich UV-Strahlung, mindestens eine Einrichtung zur Erzeugung eines elektrischen
Wechselfeldes, mindestens eine Einrichtung zur Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung
sowie mindestens eine Auswerteeinrichtung. Die Einrichtung zur Erzeugung von energiereicher
Strahlung ist insbesondere eine Einrichtung zur Erzeugung von UV-Bestrahlung. Diese
kann insbesondere als UV-Entladungslampe, als UV-LED oder als Hochleistungs-UV-LED
ausgebildet sein.
[0080] Weiter ist das mindestens eine Sicherheitsmerkmal bestrahlbar, nämlich durch die
Einrichtung zur Erzeugung von UV-Strahlung. Weiter ist das Sicherheitsmerkmal mit
einem elektrischen Wechselfeld beaufschlagbar, insbesondere durch eine Einrichtung
zur Erzeugung eines elektrischen Wechselfeldes. Die Einrichtung zur Erzeugung eines
elektrischen Wechselfeldes kann als Elektrode ausgebildet sein oder mindestens eine
Elektrode umfassen. Weiter ist eine von der ersten Substanz emittierte Elektrolumineszenzstrahlung
erfassbar, insbesondere durch die Einrichtung zur Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung.
Die Einrichtung zur Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung kann beispielsweise
ein Photodetektor, ein Spektrometer oder aber eine Bilderfassungseinrichtung sein.
Diese oder die Vorrichtung kann neben den geeigneten Sensoren auch geeignete Filterelemente
aufweisen.
[0081] Weiter ist, nämlich durch die Auswerteeinrichtung, in Abhängigkeit mindestens einer
Eigenschaft der Elektrolumineszenzstrahlung die erste und/oder die weitere Substanz
des Sicherheitsmerkmals identifizierbar. Hierzu kann die Auswerteeinrichtung die Eigenschaft
der Elektrolumineszenzstrahlung erfassen. Dies wurde vorhergehend erläutert.
[0082] In einer weiteren Ausführungsform ist ein Bestrahlungsbereich der mindestens einen
Einrichtung zur Erzeugung von UV-Strahlung von einem Beaufschlagungsbereich der mindestens
einen Einrichtung zur Erzeugung des elektrischen Wechselfeldes verschieden. Dies kann
bedeuten, dass zwischen dem UV-Bestrahlungsbereich und dem Beaufschlagungsbereich
ein räumlicher Abstand besteht. Weiter ist das Sicherheitsmerkmal von dem UV-Bestrahlungsbereich
in den Beaufschlagungsbereich transportierbar, beispielsweise mittels einer Transporteinrichtung.
Hierbei kann die Vorrichtung die Transporteinrichtung umfassen.
[0083] Es ist möglich, dass Sicherheitserzeugnisse entlang einer Transportrichtung durch
die Vorrichtung transportiert werden. In diesem Fall kann der UV- Bestrahlungsbereich
in Transportrichtung vor dem Beaufschlagungsbereich angeordnet sein. Auch ist es möglich,
in diesem Fall eine Reihenschaltung mehrerer Einrichtungen zur Erzeugung von UV-Strahlung
entlang der Transportrichtung anzuordnen.
[0084] Es ist weiter möglich, dass Sicherheitserzeugnisse mit einer vorbestimmten Geschwindigkeit,
beispielsweise mit bis zu 10 m/s, durch die Vorrichtung transportiert werden, wobei
sowohl die UV-Bestrahlung, die Beaufschlagung mit dem Anregungsfeld als auch die Erfassung
der Elektrolumineszenzstrahlung während der Bewegung erfolgen. In diesem Fall können
die Parameter der UV-Bestrahlung, insbesondere eine Zeitdauer, eine Bestrahlungsenergie
und/oder eine Bestrahlungsrichtung der Bestrahlung derart eingestellt werden, dass
während des Transports durch den UV-Bestrahlungsbereich die Bestrahlungsdosis ausreicht,
um eine gewünschte Elektroluminszenzintensität oder eine gewünschte Elektrolumineszenzintensitätsänderung
bei nachfolgender Beaufschlagung mit dem elektrischen Wechselfeld zu erreichen.
[0085] In einer weiteren Ausführungsform umfasst die Vorrichtung mindestens eine Einrichtung
zur Erzeugung, Erfassung und Auswertung eines von einem Effektpigment erzeugten Effekts.
Hierbei kann die Einrichtung mehrere Teileinrichtungen umfassen, die jeweils zur Erzeugung,
zur Erfassung und/oder zur Auswertung dienen können. Beispielsweise kann die Einrichtung
eine Einrichtung zur Erzeugung von Strahlung aus einem vorbestimmten Wellenlängenbereich
umfassen. Die Einrichtung zur Erzeugung dieser Strahlung kann von der vorhergehend
erläuterten Einrichtung zur Erzeugung von Strahlung verschieden sein. Weiter kann
die Einrichtung eine Teileinrichtung zur Erfassung der von dem mindestens einen Effektpigment
reflektierten Strahlung umfassen. Diese kann beispielsweise als Bilderfassungseinrichtung
ausgebildet sein. Diese Bilderfassungseinrichtung kann hierbei von der Einrichtung
zur Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung verschieden oder gleich dieser Einrichtung
sein.
[0086] Die Einrichtung kann weiter eine Einrichtung zur Auswertung bzw. Bestimmung mindestens
einer Eigenschaft der von dem mindestens einen Effektpigment reflektierten oder emittierten
Strahlung umfassen. Diese Auswerteeinrichtung kann hierbei von der vorhergehend erläuterten
Auswerteeinrichtung zur Auswertung der Eigenschaft der Elektrolumineszenzstrahlung
verschieden oder gleich dieser Einrichtung sein.
[0087] Die Erfindung wird anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die Figuren
zeigen:
- Fig. 1
- ein schematisches Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 2
- ein schematisches Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in einer weiteren
Ausführungsform,
- Fig. 3
- ein Flussdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung eines Sicherheitsmerkmals,
- Fig 5
- eine schematische Darstellung der Elektrolumineszenzintensität in Abhängigkeit der
Bestrahlungsdosis, für zwei erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmale mit unterschiedlichen
Mischungsverhältnissen der ersten und der weiteren Substanz
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung der Zunahme der Elektrolumineszenzintensität in Abhängigkeit
der UV-Bestrahlungsdosis und
- Fig. 7
- eine schematische Darstellung der Reduktion der Elektrolumineszenzintensität nach
Beendigung der UV- Bestrahlung.
[0088] Nachfolgend bezeichnen gleiche Bezugszeichen Elemente mit gleichen oder ähnlichen
technischen Merkmalen.
[0089] In Fig. 1 ist ein schematisches Blockschaltbild einer Vorrichtung 1 zur Identifikation
zumindest eines Bestandteils eines Sicherheitsmerkmals 2 eines Sicherheitsdokuments
3 dargestellt. Das Sicherheitsdokument 3 bildet hierbei ein Sicherheitserzeugnis.
Das Sicherheitsdokument 3 liegt auf einer Auflagefläche 4 auf.
[0090] Die Vorrichtung 1 umfasst eine Einrichtung 5 zur Erzeugung von UV-Strahlung, eine
Einrichtung 6 zur Erzeugung eines elektrischen Wechselfeldes, eine Einrichtung 7 zur
Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung sowie eine Steuer- und Auswerteeinrichtung
8. Die Steuer- und Auswerteeinrichtung 8 kann hierbei als Mikrocontroller ausgebildet
sein oder einen solchen umfassen. Die Einrichtung 5 zur Erzeugung von UV-Strahlung
kann als UV-LED ausgebildet sein. Die Einrichtung 6 zur Erzeugung eines elektrischen
Wechselfeldes kann als Elektrode ausgebildet sein oder mindestens eine Elektrode umfassen.
Die Einrichtung 7 zur Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung kann beispielsweise
als Bilderfassungseinrichtung, und in diesem Falle insbesondere als CCD-Kamera, ausgebildet
sein.
[0091] Die Einrichtung 6 zur Erzeugung des elektrischen Wechselfeldes und die Einrichtung
7 zur Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung können hierbei bevorzugt derart angeordnet
sein, dass das Sicherheitsdokument 3, insbesondere das Sicherheitsmerkmal 2 des Sicherheitsdokuments
3, zwischen diesen Einrichtungen 6, 7 angeordnet ist.
[0092] Somit können die Einrichtungen 5, 6, 7 auf verschiedenen Seiten des Sicherheitsdokuments
3 angeordnet sein, wobei mindestens zwei der Einrichtungen 5, 6, 7 auf einer Seite
des Sicherheitsdokuments 3 angeordnet sein können. Dies ist jedoch nicht zwingend.
Auch können alle Einrichtungen 5, 6, 7 auf der gleichen Seite des Sicherheitsdokuments
3 angeordnet sein. Wichtig ist, dass die vom Sicherheitsmerkmal 2 unter Beaufschlagung
mit dem elektrischen Wechselfeld, welches von der Einrichtung 6 erzeugt wird, erzeugte
Elektrolumineszenzstrahlung von der Einrichtung 7 erfasst werden kann. Auch ist es
wichtig, dass die UV-Bestrahlung von der Seite des Sicherheitsdokuments 3 erfolgt,
auf der das Sicherheitsmerkmal 2 angeordnet ist.
[0093] Das Sicherheitsmerkmal 2 umfasst eine erste nicht dargestellte Substanz mit elektrolumineszierenden
Eigenschaften und mindestens eine weitere Substanz, wobei die elektrische Leitfähigkeit
der weiteren Substanz durch UV-Bestrahlung veränderbar ist. Die erste Substanz ist
insbesondere ein pulverförmiges zinksulfidisches Elektroluminophor. Die weitere Substanz
umfasst insbesondere optische Effektpigmente, insbesondere mit Titandioxid beschichtete
Glimmerpigmente.
[0094] Vorzugsweise, jedoch nicht zwingend, sind die Einrichtung 5 zur Erzeugung von UV-Strahlung,
die Einrichtung 6 zur Erzeugung eines elektrischen Wechselfelds und die Einrichtung
7 zur Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung derart angeordnet und/oder ausgebildet,
dass ein Sicherheitsmerkmal 2 möglichst gleichzeitig mit UV-Strahlung bestrahlt sowie
mit einem elektrischen Wechselfeld beaufschlagt sowie die Elektrolumineszenzstrahlung
erfasst werden kann.
[0095] In einem Verfahren zur Identifikation der ersten und/oder der weiteren Substanz kann
das Sicherheitsmerkmal 2 durch die Einrichtung 5 zur Erzeugung von UV-Strahlung mit
UV-Strahlung bestrahlt werden. Zeitlich nach dem Beginn der Bestrahlung mit UV-Strahlung
kann das Sicherheitsmerkmal 2 durch die Einrichtung 6 zur Erzeugung eines elektrischen
Wechselfeldes mit einem Wechselfeld, welches auch als Anregungsfeld bezeichnet werden
kann, beaufschlagt werden. Die Erfassung der aufgrund des Anregungsfelds erzeugten
Elektrolumineszenzstrahlung kann nach der Beendigung der UV-Bestrahlung erfolgen.
Insbesondere kann auch die Beaufschlagung mit einem elektrischen Wechselfeld nach
der Beendigung der UV-Bestrahlung erfolgen. Wird das Sicherheitsmerkmal 2 mit dem
elektrischen Wechselfeld angeregt, so emittiert die erste Substanz Elektrolumineszenzstrahlung,
die durch die Einrichtung 7 zur Erfassung dieser Elektrolumineszenzstrahlung erfasst
wird. Die Steuer- und Auswerteeinrichtung 8 kann eine Eigenschaft, insbesondere eine
Intensität, dieser Elektrolumineszenzstrahlung bestimmen.
[0096] In Abhängigkeit der Eigenschaft kann identifiziert werden, ob das Sicherheitsmerkmal
die erste Substanz umfasst. Beispielsweise kann dies identifiziert werden, wenn die
Intensität größer als ein erster vorbestimmter (geringer) Schwellwert ist.
[0097] Weiter kann in Abhängigkeit der Eigenschaft identifiziert werden, ob das Sicherheitsmerkmal
2 die weitere Substanz umfasst. Beispielsweise kann die weitere Substanz identifiziert
werden, wenn die Intensität höher als ein weiterer vorbestimmter Schwellwert ist,
wobei der weitere vorbestimmte Schwellwert höher als der erste vorbestimmte Schwellwert
ist. Der weitere vorbestimmte Schwellwert kann hierbei abhängig von einer Stärke des
elektrischen Wechselfeldes sein. Für eine bestimmte Stärke des elektrischen Wechselfeldes
wird die Intensität der Elektrolumineszenzstrahlung in dem Fall, in dem das Sicherheitsmerkmal
2 die weitere Substanz umfasst, höher sein als in dem Fall, in dem das Sicherheitsmerkmal
2 die weitere Substanz nicht umfasst.
[0098] In Abhängigkeit der mindestens einen Eigenschaft, insbesondere der Intensität, kann
auch eine Art der weiteren Substanz, insbesondere ein Material oder eine Materialzusammensetzung,
bestimmt werden. Für verschiedene Arten von weiteren Substanzen kann sich, insbesondere
unter und/oder nach UV-Bestrahlung, die elektrische Leitfähigkeit und damit die Intensität
der Elektrolumineszenzstrahlung in verschiedener Weise ändern.
[0099] Das beschriebene Verfahren kann zur Verifizierung des Sicherheitsmerkmals 2 und somit
des Sicherheitsdokuments 3 dienen. Beispielsweise kann das Sicherheitsmerkmal 2 verifiziert
werden, wenn sowohl die erste Substanz als auch die weitere Substanz identifiziert
wurde. Zusätzlich kann das Sicherheitsmerkmal 2 nur dann identifiziert werden, wenn
eine vorbestimmte Art der weiteren Substanz identifiziert wurde.
[0100] Fig. 2 zeigt ein schematisches Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
1 in einer weiteren Ausführungsform. Im Unterschied zu der in Fig. 1 dargestellten
Ausführungsform sind hierbei die Einrichtung 5 zur Erzeugung von UV-Strahlung, die
Einrichtung 6 zur Erzeugung eines elektrischen Wechselfeldes und die Einrichtung 7
zur Erfassung der Elektrolumineszenzstrahlung derart angeordnet, dass sich der Bestrahlungsbereich
der Einrichtung 5 nicht mit dem Beaufschlagungsbereich der Einrichtung 6 überschneidet.
Somit wird das Sicherheitsdokument 3 mit dem Sicherheitsmerkmal 2 nach der UV-Bestrahlung
durch die Einrichtung 5 in den Beaufschlagungsbereich der Einrichtung 6 transportiert,
beispielsweise mittels einer nicht dargestellten Transporteinrichtung. Beispielsweise
kann hierfür die Auflagefläche 4 die Oberfläche eines Förderbandes sein.
[0101] In Fig. 3 ist ein schematisches Flussdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens
zur Identifikation dargestellt. Ein Sicherheitsmerkmal 2 (siehe z.B. Fig. 1), welches
eine erste Substanz mit elektrolumineszierenden Eigenschaften und mindestens eine
weitere Substanz umfasst, wobei die weitere Substanz eine durch UV-Bestrahlung veränderbare
elektrische Leitfähigkeit besitzt, wird in einem ersten Schritt S1 mit einem elektrischen
Wechselfeld beaufschlagt und die Intensität der emittierten Elektrolumineszenzstrahlung
erfasst (Signal1).
[0102] In einem zweiten Schritt S2 wird das Sicherheitsmerkmal 2 für eine vorbestimmte Zeitdauer
mit UV-Bestrahlung einer vorbestimmten Strahlungsenergie, also mit einer vorbestimmten
UV-Dosis, bestrahlt. In einem dritten Schritt S3 wird das Sicherheitsmerkmal 2 erneut
mit dem gleichen elektrischen Wechselfeld wie im ersten Schritt S1 beaufschlagt und
erneut die Intensität der emittierten Elektrolumineszenzstrahlung erfasst (Signal
2).
[0103] In einem vierten Schritt S4 wird das Verhältnis zwischen der im dritten Schritt S3
und im ersten Schritt S1 erfassten Intensitäten (Signal2/Signal1) bestimmt und mit
einem vorbestimmten Verhältnis verglichen. Ist das Verhältnis größer als ein vorbestimmter
Schwellwert, wird die weitere Substanz identifiziert, wobei der Schwellwert größer
als Eins ist. Dies wurde vorhergehend erläutert. Weiter kann im vierten Schritt auch
die erste Substanz identifiziert werden, wenn die im dritten Schritt bestimmte Intensität
größer als ein vorbestimmter Schwellwert ist.
[0104] Fig. 4 zeigt einen schematischen Querschnitt durch ein Sicherheitsmerkmal 2 eines
Sicherheitsdokuments 3. Das Sicherheitsmerkmal 2 ist auf einer Papierschicht 9 des
Sicherheitsdokuments 3 angeordnet. Weiter dargestellt ist eine Einrichtung 6 zur Erzeugung
eines elektrischen Feldes. Weiter dargestellt ist eine Glasplatte 10 unter der zwei
Elektroden 11 angeordnet sind, wobei in einem Zwischenraum zwischen den Elektroden
11 unter der Glasplatte 10 Epoxidharz 12 angeordnet ist. Zwischen der Papierschicht
9 und der Glasplatte 10 ist Luft 13 angeordnet.
[0105] Das Sicherheitsmerkmal 2 umfasst als erste Substanz elektrolumineszierende Pigmente
14 und als weitere Substanz optische Effektpigmente 15. Die elektrolumineszierenden
Pigmente 14 sind Pigmente 14 eines pulverförmigen, zinksulfidischen Elektroluminophors.
Die optischen Effektpigmente 15 sind Glimmer-basierte Pigmente, die mit einer TiO2-Schicht
beschichtet sind.
[0106] Durch die Elektrode 11 kann ein Anregungsfeld erzeugt werden, welches wiederum zur
Emission von Elektrolumineszenzstrahlung führt. Diese Elektrolumineszenzstrahlung
kann dann, wie vorhergehend erläutert, erfasst werden.
[0107] Figur 5 zeigt eine schematische Darstellung der Elektrolumineszenzintensität in Abhängigkeit
der UV-Bestrahlungsdosis für zwei erfindungsgemäße Sicherheitsmerkmale mit unterschiedlichen
Mischungsverhältnissen der ersten und der weiteren Substanz
[0108] Hierbei sind durch Kreise die erfassten Elektroluminszenzintensitäten nach UV-Bestrahlung
eines Sicherheitsmerkmals, welches die erste Substanz und die weitere Substanz in
einem ersten Mischungsverhältnis umfasst, dargestellt. Auf der Abszisse ist die Bestrahlungsdosis
dargestellt, während die Höhe der erfassten Elektrolumineszenzintensitäten auf der
Ordinate aufgetragen ist.
[0109] Durch die Rechtecke sind die erfassten Elektroluminszenzintensitäten nach UV-Bestrahlung
eines Sicherheitsmerkmals, welches die erste Substanz und die weitere Substanz in
einem weiteren Mischungsverhältnis umfasst, dargestellt. Das weitere Mischungsverhältnis
ist vom ersten Mischungsverhältnis verschieden.
[0110] Es ist ersichtlich, dass die erfasste Elektrolumineszenzintensität bei gleicher Bestrahlungsdosis
sehr stark von der konkreten Zusammensetzung des Sicherheitsmerkmals, d.h. unter anderem
vom Mischungsverhältnis der kombinierten elektrolumineszierenden Pigmente und der
in ihrer Leitfähigkeit variablen Feldverdrängungselemente abhängig ist. Weiter ist
ersichtlich, dass die Elektrolumineszenzintensität mit steigender Bestrahlungsdosis
in beiden Fällen zunimmt, wobei die Zunahme näherungsweise eine logarithmischen Steigerung
aufweist und sich somit bei Bestrahlungsdosen über einem vorbestimmten Grenzwert eine
Sättigung einstellt.
[0111] Fig. 6 zeigt eine schematische Darstellung der Zunahme der Elektrolumineszenzintensität
in Abhängigkeit der Bestrahlungsdosis nach UV-Bestrahlung eines Sicherheitsmerkmals,
welches sowohl die erste als auch die weitere Substanz umfasst. Es ist ersichtlich,
dass die Elektrolumineszenzintensität mit steigender Bestrahlungsdosis zunimmt, wobei
die Zunahme näherungsweise einen logarithmischen Verlauf aufweist und sich somit die
erläuterte Sättigung der erfassten Intensität einstellt.
[0112] Fig. 7 zeigt eine schematische Darstellung der Reduktion der Elektrolumineszenzintensität
nach Beendigung der UV-Bestrahlung. Hierbei ist dargestellt, dass die Elektrolumineszenzintensität
nach einer UV-Bestrahlung mit einer Energie von 45 mJ nach mehr als 800 Sekunden wieder
das Ausgangsniveau vor der Bestrahlung erreicht hat, welches durch eine durchgezogene
Linie dargestellt ist.
Bezugszeichenliste
[0113]
- 1
- Vorrichtung
- 2
- Sicherheitsmerkmal
- 3
- Sicherheitsdokument
- 4
- Auflagefläche
- 5
- Einrichtung zur Erzeugung von UV-Strahlung
- 6
- Einrichtung zur Erzeugung eines elektrischen Wechselfeldes
- 7
- Einrichtung zur Erfassung von Elektrolumineszenzstrahlung
- 8
- Steuer- und Auswerteeinrichtung
- 9
- Papierschicht
- 10
- Glasplatte
- 11
- Elektrode
- 12
- Epoxidharz
- 13
- Luft
- 14
- elektrolumineszierendes Pigment
- 15
- Effektpigment
- S1
- erster Schritt
- S2
- zweiter Schritt
- S3
- dritter Schritt
- S4
- vierter Schritt