[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Bauwerksabdichtungselement und eine Bauwerksabdichtung
zur Abdichtung gegen Feuchtigkeit und/oder Wasser für profilierte Baukörper, insbesondere
Fensteranschlüsse. Die Erfindung betrifft ferner einen Fensteranschluss mit der Bauwerksabdichtung
sowie ein Verfahren zur Abdichtung einer Anschlussaussparung eines Fensteranschlusses.
[0002] Abdichtungssysteme zur Abdichtung gegen Feuchtigkeit und/oder Wasser für Bauwerke
sind aus dem Stand der Technik hinreichend bekannt.
[0003] Die
DE 20 2011 104 063 U1 offenbart beispielsweise ein Fugendichtband zur Abdichtung einer Bauwerksfuge zwischen
einem ersten Bauteil und einem zweiten Bauteil, wie beispielsweise einem Rahmenprofil
und einem Wandabschnitt, wobei das Dichtband zwei gegenüber liegende Breitseiten zur
abdichtenden Anlage an den beiden Bauteilen aufweist, sowie zwei diese verbindende
Schmalseiten, von denen eine rauminnenseitig und die anderen raumaußenseitig anordenbar
sind, wobei zumindest der Bereich einer der Schmalseiten mit einem Beschichtungsmaterial
versehen ist, und wobei ein Fugendichtband vorzugsweise verzögert rückstellfähig ausgebildet
ist.
[0004] Die
DE 19 638 929 A1 offenbart eine Profilleiste aus einem thermoplastischen Kunststoff mit einer von
zwei in Längserstreckung verlaufenden vorstehenden Randstegen begrenzten Aufnahmetasche
zur Aufnahme eines vorkomprimierten Dichtbandes zum Abdichten von Fugen oder Öffnungen,
wobei die Aufnahmetasche mittels eines aufklappbar jeweils über ein Filmscharnier
an einem oder beiden Randstegen befestigten ein- oder zweiteiligen Deckels verschließbar
ist.
[0005] Die
EP 2816186 A1 betrifft ein Dämmelement zur Anordnung zwischen einem Fensterrahmen und einem Mauerwerk
aus einem in eine Laibung einsetzbaren Dämmprofil mit einer der Laibungsweite entsprechenden
Dämmprofillänge, wobei das Dämmprofil eine zumindest im Wesentlichen der Mauerwerksdicke
entsprechende Dämmprofilbreite aufweist, welches Dämmprofil ein Auflager für eine
innere und für eine äußere Fensterbank bildet und dass dem Dämmprofil außen- und laibungsseitig
in zugeordnete Gewerkelöcher vorragende Gewerkelochprofile zugeordnet sind, die stirnseitig
und dämmprofilaußenseitig mit dem Dämmprofil abschließen und von diesem nach oben
aufragen, wobei die Gewerkelochprofiloberfläche zumindest im Wesentlichen parallel
zur Dämmprofilunterfläche ist.
[0006] Die
EP 1 860 272 A2 offenbart eine Schiebetür mit einem feststehenden Teil, einem beweglichen Teil und
einer ersten Dichtung, wobei die erste Dichtung zum Abdichten des oberen Endes des
beweglichen Teils zum feststehenden Teil ausgebildet ist und ein Dichtungsgehäuse,
eine bewegbar in dem Dichtungsgehäuse angebrachte Dichtungsleiste, einen Auslöser
zum Auslösen einer Bewegung der Dichtungsleiste und ein Anschlagelement für den Auslöser
umfasst.
[0007] Die
DE 10 2006 002 054 A1 offenbart eine Abdichtungsanordnung an einem an einer Gebäudewand anbringbaren oder
angebrachten Einbauteil, insbesondere einem Tür- oder Fensterrahmenteil, mit einer
Profilleiste, die eine gebäudewandseitige Anschlusseinrichtung aufweist, und mit einer
Montage- und Abdichtungseinrichtung zum abdichtenden Festlegen der Profilleiste an
dem Einbauteil, wobei die Montage- und Abdichtungseinrichtung in der Fuge zwischen
der Profilleiste und dem Einbauteil angeordnet und an der Profilleiste und dem Einbauteil
abdichtend angebracht ist.
[0008] Die
DE 20 2007 017 025 U1 offenbart eine Aufsteckleiste für ein Fensterrahmenprofil, wobei die Aufsteckleiste
eine oder mehrere, bevorzugt zwei Einstecköffnungen aufweist für eine Kombination
mit einem Halterungselement wie etwa einer Folienklemmleiste und/oder einer Fugenleiste,
wie etwa einer Anputzleiste.
[0009] Die
DE 1 866 445 U offenbart eine Dichtungs- und Schutzeinrichtung für Fenster und Türen, wobei eine
den Spalt zwischen Fenster- bzw. Türrahmen verschließende Abdeckung in Form einer
oder mehrerer Schienen, eines Streifens oder einer Folie aus Metall, Kunststoff, Gummi
oder Pappe, mit ihren Rändern einen Rahmen übergreift oder eingelassen ist.
[0010] Die
EP 0 530 653 B1 betrifft eine Dichtleiste zum Ankleben an ein Rahmenteil zur Anordnung zwischen einem
Fensterrahmen und angrenzendem Mauerwerk, vorzugsweise im Bereich einer Isolationsschicht
und des darüber angebrachten Verputzes, welche Leiste eine Befestigungsfläche aufweist,
wobei ein Schaumstoffstreifen im komprimierten Zustand in einem im wesentlichen U-förmigen
Kanal der Abdeckleiste angeordnet ist, wobei der Kanal durch einen formstabilen Deckstreifen
verschlossen ist, der randseitig in einer lösbaren Formschluß-Eingriffsverbindung
zum Stirnkantenbereich der Kanalwände gehalten ist.
[0011] Die
EP 2 138 665 A2 betrifft ein vorkomprimiertes Dichtband für das Abdichten einer Fuge, beispielsweise
zwischen einem Rahmenprofil eines Fensters oder einer Tür und einer Gebäudewand, sowie
ein Verfahren zum Abdichten einer Fuge mit dem Dichtband.
[0012] Trotz der zahlreichen Möglichkeiten der Abdichtung besteht ein Bedarf für verbesserte
Abdichtungen, insbesondere an Problemstellen, d.h. Stellen an welchen eine herkömmliche
Abdichtung nicht möglich, deutlich erschwert oder nicht hinreichend zuverlässig ist.
Eine solche Problemstelle ist das Gewerkeloch. Dieses liegt meist an der Schnittstelle
zwischen Fensterrahmen, Fensterbank, Leibung und ggf. Rollladenführungsschiene im
Eckbereich vor und ist nur schwer sicher abzudichten. Auch Anschlussaussparungen zwischen
Wandbildner und Fenster sind oftmals nur schlecht zugänglich. Erfolgt keine zuverlässige
und sichere Abdichtung, besteht die Gefahr, dass Wasser eindringt. Hierdurch kann
das Dämmsystem und die Wandkonstruktion beeinträchtigt und auch geschädigt werden.
Bisher werden Problemstellen oftmals einfach mit spitzbarem Füllstoff oder Fugendichtband
verschlossen. Ein solches System ist aber auf Dauer nicht zuverlässig und allenfalls
als Provisorium geeignet, insbesondere bei Schlagregen dringt Feuchtigkeit und/oder
Wasser oftmals im Laufe der Zeit ein.
[0013] Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, die vorstehend genannten Nachteile des Stands
der Technik zu überwinden und ein verbessertes Bauwerksabdichtungselement und eine
verbesserte Bauwerksabdichtung zur Abdichtung von Bauwerksaussparungen bereitzustellen,
insbesondere auch zur sicheren Abdichtung bei Schlagregen. Ferner ist es eine Aufgabe,
ein besonders kostengünstiges Bauwerksabdichtungselement bereitzustellen, welches
sich einfach verbauen lässt. Des Weiteren ist es eine Aufgabe, Bauwerksabdichtungselemente
bereitzustellen, welche im Falle eine Gebäudesanierung nachträglich eingefügt werden
können.
[0014] Die Aufgabe wird gelöst durch ein Bauwerksabdichtungselement zur Abdichtung gegen
Feuchtigkeit und/oder Wasser für profilierte Baukörper, insbesondere Fensteranschlüsse,
umfassend eine erste Pressbacke und eine zweite Pressbacke sowie mindestens ein Abstandsregulierungsmittel,
wobei die erste Pressbacke einen ersten Pressschenkel aufweist, wobei die zweite Pressbacke
einen zweiten Pressschenkel aufweist, wobei das Bauwerksabdichtungselement einen ersten
Zustand umfasst, in welchem der erste Pressschenkel mit einem ersten mittleren Abstand
von dem zweiten Pressschenkel beabstandet ist, wobei das Bauwerksabdichtungselement,
insbesondere gleitend, in einen zweiten Zustand überführbar, insbesondere verschiebbar,
ist, in welchem der erste Pressschenkel mit einem zweiten mittleren Abstand von dem
zweiten Pressschenkel beabstandet ist, wobei der zweite mittlere Abstand kleiner als
der erste mittlere Abstand ist, wobei das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel
ausgelegt und eingerichtet ist, das Bauwerksabdichtungselement aus dem ersten in den
zweiten Zustand überzuführen, vorzugsweise wobei das das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel
im ersten und/oder zweiten Zustand, insbesondere zumindest im zweiten Zustand und
optional im ersten Zustand, die erste und zweite Pressbacke verbindet. Vorzugsweise
umfasst die erste Pressbacke dabei auch einen Fixierungsschenkel.
[0015] Es hat sich gezeigt, dass mittels zweier Pressbacken, deren Abstand über das Abstandsregulierungsmittel
einstellbar ist, eine verbesserte Abdichtung von Anschlussaussparungen erzielt werden
kann. Wenn die Pressbacken sich aufeinander zu bewegen und zuvor ein Abdichtformkörper
dazwischen eingeführt wurde, kann die Richtung der Verformung des Abdichtformkörpers
gezielt kontrolliert werden. Auch kann ein höherer Anpressdruck und/oder eine höhere
Verformungskraft des Abdichtformkörpers, insbesondere in eine Profilierung hinein,
erzielt werden. Insgesamt wird die Abdichtung deutlich verbessert. Herkömmliche Abdichtformköper
werden oftmals eingespritzt, wobei der Anpressdruck, die Richtung des Einspritzens
und die Menge des Abdichtformköpers nur schlecht oder gar nicht kontrolliert werden
kann. Meist wird eine sehr viel höhere Menge an Abdichtformköper benötigt und gleichwohl
kein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt. Dieses Problem wird mittels des erfindungsgemäßen
Bauwerksabdichtungselements behoben, wobei auch die Menge an Abdichtformköper reduziert
werden kann, was kostensparend ist.
[0016] Das Bauwerksabdichtungselement kann mit einem Abdichtformkörper gefüllt und in eine
Anschlussaussparung als Bauwerksabdichtung eingebracht werden. Es verbleibt dort als
Bestandteil einer Bauwerksabdichtung, insbesondere der nachstehend ebenfalls beanspruchten
Bauwerksabdichtung. Grundsätzlich ist es denkbar, das Bauwerksabdichtungselement isoliert
zu vertreiben, wobei der Nutzer den Abdichtformkörper und ggf. eine Abdichtlage bei
der Verwendung selbst einbringt, um die Bauwerksabdichtung zu erhalten. Auch ist es
denkbar, das Bauwerksabdichtungselement zusammen mit dem Abdichtformkörper zu vertreiben,
insbesondere in Form der besagten Bauwerksabdichtung oder als Kit zur Erzeugung der
besagten Bauwerksabdichtung.
[0017] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die zweite Pressbacke
einen Gleitschenkel aufweist, wobei der Gleitschenkel ausgelegt und eingerichtet ist,
anliegend oder beabstandet an einer Oberfläche der ersten Pressbacke, insbesondere
des Fixierungsschenkels, entlangzugleiten, insbesondere wenn das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel
das Bauwerksabdichtungselement aus dem ersten in den zweiten Zustand überzuführt.
Es hat sich gezeigt, dass mit dem Gleitschenkel die relative Orientierung der ersten
und zweiten Pressbacke bei der Bewegung von dem ersten Zustand in den zweiten Zustand
besser kontrollierbar ist. Die Abdichtmasse wird kontrollierter abgegeben als dies
ohne Gleitschenkel der Fall ist, wobei die Abdichtung besonders zuverlässig.
[0018] Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass der erste Pressschenkel und der Fixierungsschenkel
Bestandteil desselben einstückigen ersten Bauteils sind, insbesondere die erste Pressbacke
ein einstückiges erstes Bauteil ist. Alternativ oder zusätzlich kann es vorgesehen
sein, dass der zweite Pressschenkel und der Gleitschenkel Bestandteil desselben einstückigen
ersten Bauteils sind, insbesondere die zweite Pressbacke ein einstückiges zweites
Bauteil ist. Besagtes erstes und/oder zweites Bauteil kann ein Winkelbauteil sein,
insbesondere ein Winkelbauteil mit zwei Schenkeln. Ein Winkelbauteil im Sinne der
Erfindung umfasst zwei Schenkel, die unter einem Kontaktwinkel miteinander verbunden
sind. Das erste Bauteil kann ein erstes Winkelbauteil mit dem ersten Pressschenkel
und dem Fixierungsschenkel als Schenkel des besagten ersten Winkelbauteils sein, wobei
der erste Pressschenkel vorzugsweise unter einem ersten Kontaktwinkel auf den Fixierungsschenkel
trifft, insbesondere unter einem ersten Kontaktwinkel von 60° bis 120°, besonderes
bevorzugt 80° bis 100°. Das zweite Bauteil kann ein zweites Winkelbauteil mit dem
zweiten Pressschenkel und dem Gleitschenkel als Schenkel des besagten zweiten Winkelbauteils
sein, wobei der zweite Pressschenkel vorzugsweise unter einem zweiten Kontaktwinkel
auf den Gleitschenkel trifft, insbesondere unter einem zweiten Kontaktwinkel von 60°
bis 120°, besonderes bevorzugt 80° bis 100°. Vorzugsweise hat das erste und/oder zweite
Winkelbauteil einen L-förmigen Querschnitt. Besondere bevorzugt ist es, wenn die erste
und zweite Pressbacke im ersten und/oder zweiten Zustand als ineinandergreifende Winkelbauteile
vorliegen.
[0019] Als zweckmäßige Materialien für die erste und/oder zweite Pressbacke haben sich Kunststoffe,
insbesondere PVC, PUR, Polycarbonat und/oder Polyethylen, erwiesen. Auch Metalle oder
Verbundwerkstoffe wie faserverstärkte Kunststoffe, Holz und/oder MDF (mitteldichte
Holzfaserplatte) sind geeignet. Vorzugsweise besteht die erste und/oder zweite Pressbacke
teilweise, überwiegend oder vollständig aus den vorstehend genannten Materialien.
Vorzugsweise werden für besagte Pressbacken Materialien gewählt, die formstabil sind,
insbesondere formstabil bei der Einwirkung von Wasser. Metalle haben sich als besonders
geeignet erwiesen, um der mechanischen Belastung standzuhalten. Kunststoffe und die
genannten Verbundwerkstoffe halten der mechanischen Belastung oftmals weniger gut
stand, bilden jedoch nicht in gleichem Maße wie Metalle Wärmebrücken aus. Überraschenderweise
wird auch mit den besagten Kunststoffen und Verbundwerkstoffen eine sehr gute Abdichtung
erzielt.
[0020] Ein Schenkel, beispielsweise ein erster oder zweiter Pressschenkel, ein Fixierungsschenkel
oder ein Gleitschenkel, im Sinne der vorliegenden Erfindung kann isoliert vorliegen.
Beispielsweise kann es sich um eine Platte oder eine Stange, insbesondere in Form
des ersten und zweiten Pressschenkels, handeln, wobei auf besagten Fixierungsschenkel
und/oder Gleitschenkel verzichtet wird. Vorzugsweise ist es jedoch vorgesehen, dass
ein Schenkel über einen gemeinsamen Ausgangspunkt mit einem weiteren Schenkel, insbesondere
einstückig, verbunden ist. In einer Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass der erste
Pressschenkel mit dem Fixierungsschenkel, insbesondere einstückig, unter dem ersten
Kontaktwinkel verbunden ist und/oder der zweite Presschenkel mit dem Gleitschenkel,
insbesondere einstückig, unter dem zweiten Kontaktwinkel verbunden ist. Vorzugsweise
beträgt der erste und/oder zweite Kontaktwinkel 60° bis 120°, insbesondere 80 bis
100°, insbesondere bevorzugt 85 bis 95°.
[0021] Vorzugsweise ist der erste Pressschenkel, insbesondere mittels des Abstandsregulierungsmittels,
in einen dritten Zustand überführbar, insbesondere verschiebbar, in welchem der erste
Pressschenkel mit einem dritten mittleren Abstand von dem zweiten Pressschenkel beabstandet
ist, wobei der dritte mittlere Abstand kleiner als der erste mittlere Abstand und
größer als der zweite mittlere Abstand ist und/oder wobei der dritte Abstand zwischen
dem ersten und dem zweiten mittleren Abstand liegt. Es kann insbesondere vorgesehen
sein, dass eine Vielzahl von, insbesondere kontinuierlichen Zwischenabständen, zwischen
dem ersten und zweiten Zustand eingestellt werden können. Besagter dritter Zustand
ist vorzugsweise ein solcher Zwischenabstand. Auch beim Vorliegen des besagten dritten
Abstands ist das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel ausgelegt und eingerichtet,
die das Bauwerksabdichtungselement aus dem ersten in den zweiten Zustand zu überführen,
nur eben über den dritten Abstand hinweg, so dass zwischenzeitlich ein dritter Zustand
vorliegen kann.
[0022] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass der Fixierungsschenkel
ein größeres Gewicht, eine größere maximale Längserstreckung, eine größere Oberfläche
und/oder ein größeres Volumen als der Gleitschenkel aufweist, insbesondere jeweils
mindestens doppelt, vorzugsweise mindestens dreimal so groß. Es hat sich gezeigt,
dass in diesem Fall der Fixierungsschenkel besser eine Gleitbahn bereitstellen kann,
auf welcher der Gleitschenkel gleitet.
[0023] Vorzugsweise ist der Fixierungsschenkel ausgelegt und eingerichtet, an einem Wandbildner
fixiert zu werden. Dies kann beispielsweise mittels von Schrauben, Nägeln und/oder
durch eine Verklebung erfolgen. Vorzugsweise umfasst der Fixierungsschenkel eine Klebeschicht
und/oder Durchlässe für Schrauben und/oder Nägel.
[0024] Wenn das Bauwerksabdichtungselement im Sinne der vorliegenden Offenbarung gleitend
in den zweiten Zustand überführbar ist, bedeutet dies, dass mindestens zwei Bestandteile
des Bauwerksabdichtungselements aneinander gleitend bewegt werden, d.h. in gleitendem
Kontakt stehen. In der vorliegenden Erfindung ist es besonders bevorzugt, wenn der
Fixierungsschenkel und der Gleitschenkel ausgelegt und eingerichtet sind, aneinander
lang zu gleiten, während der Abstand durch eine Schraubbewegung des Abstandsregulierungsmittel
kontrolliert wird, insbesondere wobei das Abstandsregulierungsmittel eine Schraube
ist.
[0025] In einer weiteren Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die erste Pressbacke, insbesondere
der erste Presschenkel, mindestens eine erste Pressbackenaussparung aufweist und/oder
mindestens eine Pressbackenhülse an der ersten Pressbacke, insbesondere an dem ersten
Pressschenkel, befestigt ist und/oder die zweite Pressbacke, insbesondere der zweite
Presschenkel, mindestens eine zweite Pressbackenaussparung für das mindestens eine
Abstandsregulierungsmittel aufweist. Besonders bevorzugt ist es, wenn an dem ersten
Pressschenkel der ersten Pressbacke mindestens eine Pressbackenhülse befestigt ist
und der zweite Pressschenkel der zweiten Pressbacke mindestens eine zweite Pressbackenaussparung
für das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel aufweist. Hierbei kann die Pressbackenhülse
mit der Pressbacke einstückig verschmolzen oder auf dieser aufgeklebt oder auf andere
Art und Weise, beispielsweise durch eine Steckverbindung, fixiert sein. Vorzugsweise
umfasst das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel dabei mindestens ein Außengewinde,
welches durch die zweite Pressbackenaussparung hindurchführbar oder hindurchgeführt
ist, insbesondere wobei die erste Pressbackenaussparung und/oder die Pressbackenhülse
ebenfalls mindestens ein Innengewinde, insbesondere erstes Innengewinde, zur Aufnahme
des Außengewindes des Abstandsregulierungsmittels aufweist. Es ist denkbar, dass keine
erste Pressbackenaussparung vorgesehen ist und nur die Pressbackenhülse mit dem Außengewinde
des Abstandsregulierungsmittels wechselwirkt. Alternativ ist auch denkbar, dass eine
erste Pressbackenaussparung statt oder zusätzlich zu einer Pressbackenhülse vorgesehen
ist. Eine Pressbackenhülse hat den Vorteil, dass ein längeres erstes Innengewinde
zur Aufnahme des Außengewindes des Abstandsregulierungsmittels bereitgestellt werden
kann, als wenn nur eine erste Pressbackenaussparung vorliegt. Die zweite Pressbackenaussparung
kann ein zweites Innengewinde aufweisen, was die Richtungskontrolle des Abstandsregulierungsmittels
verbessert. Auch ist jedoch eine zweite Pressbackenaussparung ohne ein solches zweites
Innengewinde denkbar. Mit dem ersten und/oder zweiten Innengewinde, insbesondere dem
ersten Innengewinde der ersten Pressbackenhülse, kann über das Abstandsregulierungsmittel
eine Zugkraft erzeugt werden, welche eine Überführung von dem ersten in den zweiten
Zustand ermöglicht. In einer Ausgestaltung kann es vorgesehen sein, dass die Pressbackenhülse
eine Kunststoffhülse mit dem ersten Innengewinde ist, welche an der Pressbacke befestigt
ist. Eine Pressbackenhülse im Sinne der vorliegenden Erfindung ist vorzugsweise eine
Aufnahme für das Abstandsregulierungsmittel, welches vorzugsweise auf der ersten Pressbacke
fixiert und mit dieser fest verbunden ist.
[0026] Vorzugsweise liegen 1 bis 10, insbesondere 2 bis 5, insbesondere bevorzugt 2 bis
3, Arretierungsmittel vor. In einer Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass die Anzahl
der Arretierungsmittel mit der Anzahl der erste Pressbackenaussparung und/oder der
zweiten Pressbackenaussparung und/oder der Pressbackenhülse übereinstimmt. Als besonders
geeignete Arretierungsmittel haben sich Schrauben, insbesondere zylindrische Schrauben,
erwiesen. Diese sind kostengünstig, robust und stufenlos verstellbar. Alternative
Arretierungsmittel, beispielsweise eine verstellbare Klammer, sind erfindungsgemäß
möglich.
[0027] Die Erfindung betrifft ferner ein Kit mit dem vorstehend beschriebenen Bauwerksabdichtungselement
und mindestens einem Abdichtformkörper, wobei der Abdichtformkörper zwischen dem ersten
und zweiten Pressschenkel anordnenbar ist, vorzugsweise wobei besagtes Kit eine Abdichtlage
umfasst, wobei die erste Pressbacke bereichsweise mit der Abdichtlage beschichtbar
ist. Vorzugsweise ist das Kit dazu ausgelegt und eingerichtet, die nachstehend beschriebene
Bauwerksabdichtung zu erhalten.
[0028] Die Erfindung betrifft ferner eine Bauwerksabdichtung umfassend das vorstehend beschriebene
Bauwerksabdichtungselement und mindestens einen Abdichtformkörper, welcher zwischen
dem ersten und zweiten Pressschenkel angeordnet ist, vorzugsweise wobei besagte Bauwerksabdichtung
eine Abdichtlage umfasst, wobei die erste Pressbacke, insbesondere der Fixierungsschenkel,
bereichsweise mit der Abdichtlage beschichtet ist.
[0029] Es hat sich gezeigt, dass sich der mindestens eine Abdichtformkörper mit dem Bauwerksabdichtungselement
gezielt verformen lässt und so eine Abdichtung einer Anschlussaussparung in einem
Bauwerk erfolgen kann. Das Bauwerksabdichtungselement und der mindestens eine Abdichtformkörper
dichten diese Anschlussaussparung, insbesondere das Gewerkeloch, ab, vorzugsweise
zusammen mit der Abdichtlage.
[0030] Ein Abdichtformkörper im Sinne der vorliegenden Erfindung ist ein verformbarer Körper,
der Abdichtmasse umfasst. Vorzugsweise ist der Abdichtformkörper elastisch, d.h. er
kann sich bei einer Verformung zumindest teilweise wieder zurückverformen. Als geeignet
haben sich Abdichtmassen wie Gummi, Silikonkautschuk, Fensterkitt, Polymere auf Butylbasis,
Acrylate, und/oder ein bitumenhaltiges Dichtmittel erwiesen. Vorzugsweise ist der
Fensterkitt eine Schlämmkreide-Leinöl-Mischung. Es hat sich gezeigt, dass besagte
Materialien einen hohen Anpressdruck ermöglichen. Auch schaumbasierte Abdichtformkörper
sind erfindungsgemäß denkbar, allerdings weniger bevorzugt.
[0031] Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass der Abdichtformkörper einen Formkörperspalt
aufweist, wobei die Abdichtlage zumindest anteilig in besagtem Formkörperspalt vorliegt.
Dies hat den Vorteil, dass die Abdichtlage beidseitig durch den Abdichtformkörper
umschlossen ist, was die Abdichtung verbessert. Auch erleichtert und stabilisiert
es eine Krümmung oder Faltung der Abdichtlage, so dass diese Bereiche mit unterschiedlichen
Neigungen besser bedecken kann. Der Formkörperspalt kann sich durch den gesamten Abdichtformkörper
erstrecken oder nur in einem Teilbereich des Abdichtformkörpers vorliegen.
[0032] Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass der Abdichtformkörper in eine erste Abdichtformkörpersektion
und eine zweite Abdichtformkörpersektion unterteilt ist, wobei eine Schwächungszone
und/oder der Formkörperspalt zwischen der ersten und zweiten Abdichtformkörpersektion
vorliegen. In einer Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass der Abdichtformkörper zwei
durch den Formkörperspalt getrennte Bestandteile aufweist, welche der ersten und zweiten
Abdichtformkörpersektion entsprechen. Alternativ kann es auch vorgesehen sein, dass
der Abdichtformkörper einstückig ist und die erste und zweite Abdichtformkörpersektion
nur Bereiche des einstückigen Abdichtformkörper sind. Die Schwächungszone kann in
den vorstehend beschriebenen Formkörperspalt übergehen. Auch kann nur eine Schwächungszone
oder nur ein Formkörperspalt vorliegen. Vorzugsweise liegt die Abdichtlage zumindest
anteilig in der Schwächungszone und/oder dem Formkörperspalt, insbesondere in dem
Formkörperspalt, vor. Eine Schwächungszone im Sinne der vorliegenden Erfindung ist
ein Bereich, in welchem der Zusammenhalt des Abdichtformkörpers geschwächt ist, beispielsweise
indem der Abdichtformkörper durchtrennt und wieder zusammengefügt wird, wobei die
intermolekularen Kräfte in der Trennungszone schwächer sind. Auch eine Perforation
als Schwächungszone ist denkbar.
[0033] In einer zweckmäßigen Ausgestaltung des Abdichtformkörpers ist es vorgesehen, dass
dieser aktivierbar ist, insbesondere indem eine erste Abziehfolie entfernt wird. Hierbei
handelt es sich um eine chemische und/oder physikalische Form der Aktivierung. Der
Formkörper umfasst in dieser Ausgestaltung vorzugsweise einen desaktivierten und einen
aktivierten Zustand, wobei er, vorzugsweise durch Wasser und/oder Sauerstoffzufuhr,
von dem desaktivierten in den aktivierten Zustand überführbar ist. Vorzugsweise ist
der Formkörper im desaktivierten Zustand mit einer ersten Abziehfolie beschichtet,
die zur Überführung in den desaktivierten Zustand entfernbar ist.
[0034] Die Abdichtlage im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst vorzugsweise eine Schutzlage,
insbesondere eine Schutzlage, welche feuchtigkeits- und/oder wasserdicht ist. Die
Schutzlage kann aus Bitumen und/oder Gummi bestehen oder dieses umfassen. Besonders
bevorzugt ist jedoch eine Schutzlage umfassend Kunststoffvlies, insbesondere ein Polyerstervlies.
Die Schutzlage kann ferner eine oder mehrere Membranbahnen umfassen oder aus diesen
bestehen. In einer Ausgestaltung kann die Schutzlage mit Klebstoff beschichtet sein,
insbesondere wobei die Abdichtlage eine Klebstoffschicht des besagten Klebstoffs umfasst.
Auch kann es in einer Ausgestaltung der Bauwerksabdichtung vorgesehen sein, dass die
Abdichtlage mindestens eine zweite Abziehfolie zusätzlich zu der Schutzlage umfasst,
wobei die Klebstoffschicht durch Entfernen der mindestens einen zweiten Abziehfolie
freigelegt werden kann. Falls im Sinne der vorliegenden Offenbarung von ersten, zweiten
Elementen, beispielsweise von einer ersten und zweiten Abziehfolie gesprochen wird,
sind dies Benennungen. Das Vorliegen einer zweiten Abziehfolie erfordert nicht zwingend,
dass eine erste Abziehfolie verwirklicht ist. Es sind also Ausführungsformen denkbar,
die eine zweite, jedoch keine erste Abziehfolie aufweisen. Entsprechendes gilt für
andere Elemente im Sinne der vorliegenden Offenbarung, die analog bezeichnet wurden.
[0035] Auch ist es in einigen Ausgestaltungen zweckmäßig, wenn die Bauwerksabdichtung ausgelegt
und eingerichtet ist, die erste und/oder zweite Pressbacke entlang einer ersten Richtung
zu verschieben, wenn das Bauwerksabdichtungselement in den zweiten Zustand überführt
wird, wobei die Bauwerksabdichtung ausgelegt und eingerichtet ist, den Abdichtformkörper
zumindest teilweise entlang einer zweiten Richtung zu verschieben, insbesondere zu
verformen, wenn das Bauwerksabdichtungselement in den zweiten Zustand überführt wird,
wobei die erste Richtung orthogonal zur zweiten Richtung orientiert ist. Zumindest
Teile des Abdichtformkörpers werden also beim Zusammenführen der ersten und/oder zweiten
Pressbacke seitlich hinausgedrückt, insbesondere in eine Profilierung hinein. Dies
hat den Vorteil, dass besagte Teile mit den seitlichen Wandungen der Anschlussaussparung
verbunden werden, insbesondere auch mit einer Profilierung der besagten Wandungen.
[0036] Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass die Abdichtlage eine erste Seitenoberfläche
und eine gegenüberliegende zweite Seitenoberfläche aufweist, wobei die erste Pressbacke
eine erste Gesamtoberfläche aufweist, wobei die erste Seitenoberfläche um ein Vielfaches
größer als die erste Gesamtoberfläche ist und/oder wobei die erste Seitenoberfläche
ein Abdichtvlies und/oder Bitumen umfasst, vorzugsweise mit einem Abdichtvlies umfassend
Polyester beschichtet ist, und/oder wobei die zweite Seitenoberfläche eine Haftschicht
umfasst, insbesondere mit einer Klebeschicht beschichtet ist, vorzugsweise wobei die
zweite Seitenoberfläche an dem Fixierungsschenkel anliegt. Eine Gesamtoberfläche eines
Körpers ist die gesamte Außenoberfläche eines Körpers.
[0037] In einer weiteren Ausgestaltung der Abdichtlage ist es vorgesehen, dass diese aktivierbar
ist, insbesondere indem eine erste Abziehfolie entfernt wird. Die Abdichtlage umfasst
vorzugsweise eine Klebeschicht, welche durch Abziehen der Abziehfolie freigelegt werden
kann.
[0038] In einigen Ausgestaltungen kann es vorgesehen sein, dass die Abdichtlage einen ersten
Bereich aufweist, welcher im Wesentlichen orthogonal zu einem zweiten Bereich orientiert
ist, insbesondere wobei der erste Bereich im Wesentlichen parallel zu einem Oberflächenbereich
des Fixierungsschenkel und/oder Gleitschenkel orientiert ist und/oder der zweite Bereich
zumindest teilweise in den Abdichtformkörper eingebettet ist. Vorzugsweise ist der
Fixierungsschenkel und/oder Gleitschenkel plattenförmig und weist eine mittele Ausrichtung
auf, welche im Wesentlichen parallel zum ersten Bereich orientiert ist. Eine im Wesentlichen
orthogonale Orientierung der Bereiche liegt vor, wenn der erste Bereich um 70° bis
110°, vorzugsweise 80° bis 100°, insbesondere bevorzugt 95° bis 95°, gegenüber dem
zweiten Bereich gedreht ist. Eine im Wesentlichen orthogonale Orientierung des ersten
Bereichs zu dem Fixierungsschenkel und/oder Gleitschenkel liegt vor, wenn die Abweichung
der Orientierung nicht mehr als 15°, insbesondere nicht mehr als 10°, vorzugsweise
nicht mehr als 5°, beträgt.
[0039] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner einen Fensteranschluss, insbesondere Fensteranschluss,
mit einer Anschlussaussparung und der vorstehend beschriebenen Bauwerksabdichtung,
wobei die Bauwerksabdichtung die Anschlussaussparung ganz oder teilweise ausfüllt
und/oder verschließt.
[0040] Vorzugsweise umfasst der Fensteranschluss einen Wandbildner und einen Fensterrahmen,
insbesondere wobei die Anschlussaussparung ein Gewerkeloch aufweist oder darstellt,
wobei das Gewerkeloch zwischen Wandbildner und einer Ecke des Fensterrahmens ausgebildet
ist. Alternativ oder zusätzlich kann die Anschlussaussparung eine Seitenfuge teilweise
oder vollständig umfassen oder eine solche darstellen, wobei die Seitenfuge zwischen
Wandbildner und Fensterrahmen ausgebildet ist. Es hat sich gezeigt, dass derartige
Anschlussaussparungen sich mit der erfindungsgemäßen Bauwerksabdichtung gut abdichten
lassen. Als besonderes überraschend hat sich die Eignung der erfindungsgemäßen Bauwerksabdichtung
für Gewerkelöcher erwiesen. Gewerkelöcher lassen sich mit den üblichen Abdichtungsmaßnahmen
meist nicht wirksam abdichten. Dies mag zum Teil daran liegen, dass die Gewerkelöcher
regelmäßig schlecht zugänglich in Eckbereichen ausgebildet sind (sogenannte Problemstellen).
[0041] Ein Gewerkeloch im Sinne der vorliegenden Erfindung ist der Bereich zwischen Wandbildner
und Fensterrahmen, insbesondere eine Anschlussaussparung im Eckbereich zwischen Fenster
und Wandbildner, vorzugsweise ein Wandbildner in Form einer Gebäudewand. Vorzugsweise
liegt es dort vor, wo Fensterrahmen, Wandbildner, Leibung und Fensterbank aufeinandertreffen,
wenn diese gattungsgemäß verbaut werden. Das Gewerkeloch ist im Sinne einer besonders
bevorzugten Definition eine offene Schnittstelle mit der Anschlussaussparung im Eckbereich
zwischen einem Fenster und einer äußerer Fensterbank, gegebenenfalls auch einer Sonnenschutzführungsschiene
und der äußeren Laibung bzw. Wandbildner, insbesondere Fassade. Eine Seitenfuge liegt
beabstandet von dem Gewerkeloch zwischen Wandbildner und Fensterrahmen vor oder schließt
sich an dieses an. Vorzugsweise verschließt die Bauwerksabdichtung gleichzeitig das
Gewerkeloch und einen Teil der Seitenfuge oder nur das Gewerkeloch. Eine Anschlussaussparung
im Sinne der vorliegenden Erfindung kann eine Gewerkeloch und/oder die Seitenfuge
umfassen oder sein, insbesondere ein Gewerkeloch sein.
[0042] Ein Wandbildner im Sinne der vorliegenden Erfindung umfasst vorzugsweise eine Fassade
und/oder Gebäudewand, insbesondere ein verputzte Fassade, oder stellt ein solche dar.
[0043] In einer Ausgestaltung ist es vorgesehen, dass der Fensterrahmen mindestens einen,
vorzugsweise im Wesentlichen vertikalen, Rahmenseitenrand aufweist und mindestens
einen, vorzugsweise im Wesentlichen horizontalen, unteren Rahmenrand, wobei die Bauwerksabdichtung
überwiegend zwischen Wandbildner und Seitenrand oder zwischen Wandbildner und unteren
Rahmenrand, insbesondere unter einer Fensterbank und/oder in einem Sohlbankprofil
des Fensteranschlusses, angeordnet ist. Die Richtungsangaben "horizontal", "vertikal"
und "unten" bezieht sich auf die Orientierung des Fensters beim gattungsgemäßen verbauen,
wobei eine vertikale Orientierung auf den Erdmittelpunkt gerichtet ist und eine horizontale
Orientierung orthogonal zu der vertikalen Orientierung ist.
[0044] Vorzugsweise umfasst der Fensterrahmen mindestens eine Profilierung, insbesondere
in Form einer Fensteranschlussfuge und/oder Fensterrahmenrille, welche mit dem mindestens
einen Abdichtformkörper der Bauwerksabdichtung ganz oder teilweise gefüllt ist. Die
Abdichtung hat sich als besonders zweckmäßig für derartige Fensterrahmen erwiesen.
Das Bauwerksabdichtungselement kann den Abdichtformkörper effektiv und mit Druck in
besagte Profilierung pressen, so dass die Abdichtung erheblich besser ist, als wenn
die Abdichtungsmasse ohne das Bauwerksabdichtungselement nur eingesprüht wird.
[0045] Eine "Profilierung" im Sinne der vorliegenden Erfindung bezeichnet die Formgebung
einer Oberfläche mittels einer Struktur, wodurch die Oberfläche im Querschnitt der
Struktur entsprechend ausgestaltete Erhebungen bzw. Vertiefungen aufweist. Besonders
bevorzugte Profilierungen sind Rillen, insbesondere Fensterrahmenrillen. Ganz besonders
bevorzugt sind Profilierungen mit einer Hinterschneidung. "Profilierte Baukörper"
sind Baukörper, die eine Profilierung aufwiesen.
[0046] Die Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Abdichtung einer Anschlussaussparung
eines Fensteranschlusses, insbesondere Gewerkelochs, mittels des vorstehend beschriebenen
Bauwerksabdichtungselements und/oder der vorstehend beschriebenen Bauwerksabdichtung,
wobei der Fensteranschluss einen Wandbildner und einen Fensterrahmen aufweist, umfassend
die folgenden Schritte, insbesondere in dieser Reihenfolge,
- a) Bereitstellung der Bauwerksabdichtung mit dem Bauerwerkabdichtungselement oder
Bereitstellung des Bauerwerkabdichtungselements;
- b) Vollständiges oder teilweises Einführen der besagten Bauwerksabdichtung oder des
besagten Bauerwerkabdichtungselements in die Anschlussaussparung, wobei die Bauwerksabdichtung
oder das Bauerwerkabdichtungselement im ersten Zustand vorliegt; und
- c) Überführen der Bauwerksabdichtung in den zweiten Zustand, insbesondere von dem
ersten Zustand in den zweiten Zustand, mittels des mindestens einen Abstandsregulierungsmittels,
insbesondere wobei der Abdichtformkörper in eine Profilierung des Fensteranschlusses
hinein gepresst und/oder verformt wird.
[0047] Vorzugsweise ist es vorgesehen, dass die Bauwerksabdichtung den Abdichtformkörper
zwischen dem ersten und zweiten Pressschenkel umfasst. Wenn aber nur das Bauerwerkabdichtungselement
bereitgestellt wird, ist es vorzugsweise ein Schritt i) des Verfahrens, den Abdichtformkörper
zwischen den ersten und zweiten Pressschenkel einzubringen, insbesondere so dass die
vorstehend beschriebene Bauwerksabdichtung erhalten wird. Dies wird vorzugsweise vor
Schritt b) getan. Auch ist es denkbar, das Bauerwerkabdichtungselement in die in die
Anschlussaussparung im ersten Zustand einzuführen und dann den Abdichtformkörper später
in einem Schritt v) nach dem Schritt b) zwischen den ersten und zweiten Pressschenkel
einzubringen. Letztere Variante erleichtert das Einführen des Bauerwerkabdichtungselements.
In geeignete Ausgestaltungen umfasst das Verfahren daher die folgenden Schritte a),
i), b), c) oder a), b), v, c) insbesondere in dieser Reihenfolge, wobei weitere Schritte
nicht ausgeschlossen sind.
[0048] In weiteren Ausgestaltungen des Verfahrens umfasst die Bauwerksabdichtung oder das
Bauerwerkabdichtungselement in Schritt a) bereits die Abdichtlage, vorzugsweise wobei
die Abdichtlage zumindest anteilig in einem Formkörperspalt des Abdichtformkörpers
vorliegt. Alternativ oder zusätzlich kann es ein Schritt ii) des Verfahrens sein,
die Abdichtlage nachträglich in die Bauwerksabdichtung oder das Bauerwerkabdichtungselement
einzubringen, vorzugsweise so dass die Abdichtlage zumindest anteilig in einem Formkörperspalt
eines Abdichtformkörpers vorliegt und/oder zumindest anteilig mit dem Fixierungsschenkel
verbunden, insbesondere verklebt, ist. Dies kann zwischen Schritt a) und b) geschehen.
Auch kann das Verbindung oder Verkleben mit dem Fixierungsschenkel zu einem noch späteren
Zeitpunkt erfolgen. Hierbei kann es vorgesehen sein, dass die Abdichtlage in einem
Schritt iii) in die Anschlussaussparung eingeführt wird und dann die Bauwerksabdichtung
in Schritt b) eingeführt wird, insbesondere wobei die Abdichtlage mit dem Abdichtformkörper
in Kontakt tritt und dabei vorzugsweise zumindest anteilig in einen Formkörperspalt
des Abdichtformkörpers eingebracht wird. Vorzugsweise ist es in den vorstehend genannten
Ausgestaltungen des Verfahrens vorgesehen, dass die Abdichtlage so vorliegt, dass
sie einen ersten Bereich aufweist, welcher im Wesentlichen orthogonal zu einem zweiten
Bereich orientiert ist. In einigen geeigneten Ausgestaltungen umfasst das Verfahren
die folgenden Schritte a), ii), b), c) oder a), iii), b), c) oder iii), a), b, c),
insbesondere in dieser Reihenfolge, wobei weitere Schritte nicht ausgeschlossen sind.
[0049] Weitere bevorzugte Schritte des Verfahrens ergeben sich wie folgt, insbesondere in
dieser Reihenfolge oder in dieser Reihenfolge, mit der Ausnahme von Schritt iii),
der vor Schritt a) erfolgen kann:
- a) Bereitstellung der vorstehend beschriebenen Bauwerksabdichtung oder des vorstehend
beschriebenen Bauerwerkabdichtungselements;
- i) vorzugsweise Einbringen des Abdichtformkörpers zwischen den ersten und zweiten
Pressschenkel des Bauerwerkabdichtungselements, insbesondere falls er nicht schon
in Schritt a) als Bestandteil der Bauwerksabdichtung bereitgestellt wurde;
- ii) vorzugsweise, insbesondere alternativ zu Schritt iii), Einbringen der Abdichtlage
in das Bauerwerkabdichtungselement oder die Bauwerksabdichtung, insbesondere so dass
die Abdichtlage zumindest anteilig in einem Formkörperspalt des Abdichtformkörpers
vorliegt;
- iii) vorzugsweise, insbesondere alternativ zu Schritt ii), Einbringen der Abdichtlage
in die Anschlussaussparung;
- b) Vollständiges oder teilweises Einführen der besagten Bauwerksabdichtung oder des
besagten Bauerwerkabdichtungselements in die Anschlussaussparung, wobei die Bauwerksabdichtung
oder das Bauwerksabdichtungselement im ersten Zustand vorliegt, insbesondere wobei
die Abdichtlage mit eingebracht wird, sofern dies nicht schon in Schritt iii) geschehen
ist;
iv) vorzugsweise Befestigen des Bauwerksabdichtungselements an dem Wandbildner oder
dem Fensterrahmen, insbesondere an dem Wandbildner mittels des Fixierungsschenkels
und einem Fixierungsmittel;
v) ggf. Einbringen des Abdichtformkörpers zwischen den ersten und zweiten Pressschenkel,
falls er nicht schon in Schritt a) als Bestandteil der Bauwerksabdichtung bereitgestellt
wurde oder nicht schon in Schritt i) eingebracht wurde;
vi) vorzugsweise Überführen der Bauwerksabdichtung von dem ersten Zustand in einen
dritten Zustand mittels des mindestens einen Abstandsregulierungsmittels, insbesondere
den vorstehend bereits beschriebenen dritten Zustand mit dem dritten Abstand, der
zwischen dem ersten und dem zweiten Abstand liegt;
vii) vorzugsweise Aktivierung des Abdichtformkörpers und/oder der Abdichtlage, insbesondere
durch Entfernung einer Abziehfolie;
viii) ggf. Überführen der Bauwerksabdichtung von dem dritten Zustand in den zweiten
Zustand, sofern Schritt vi) durchgeführt wurde;
- c) Überführen der Bauwerksabdichtung in den zweiten Zustand, insbesondere von dem
ersten oder dritten Zustand in den zweiten Zustand, mittels des mindestens einen Abstandsregulierungsmittels,
insbesondere wobei der Abdichtformkörper in eine Profilierung des Fensteranschlusses
hinein gepresst und/oder verformt wird;
ix) vorzugsweise Überführen der Bauwerksabdichtung von dem zweiten Zustand in den
ersten Zustand und/oder einen dritten Zustand, Einbringen eines weiteren Abdichtformkörpers,
Rücküberführen der Bauwerksabdichtung in den zweiten Zustand mittels des mindestens
einen Abstandsregulierungsmittels, insbesondere wobei der weiter Abdichtformkörper
in eine Profilierung des Fensteranschlusses hinein gepresst und/oder verformt wird;
x) vorzugsweise Befestigen der vorstehend beschriebenen Abdichtlage an dem Fixierungsschenkel,
insbesondere Aufkleben der vorstehend beschriebenen Abdichtlage auf den Fixierungsschenkel,
vorzugsweise wobei die Abdichtlage durch Entfernung einer Abziehfolie aktiviert wird,
falls dies nicht schon in Schritt vii) erfolgt ist; und
xi) vorzugsweise Befestigen, insbesondere aufkleben, der Abdichtlage an dem Wandbildner
und/oder dem Fensterrahmen.
[0050] Als zweckmäßig hat sich eine Ausführungsform des Verfahrens umfassend die folgenden
Schritte erwiesen:
- a) Bereitstellung der Bauwerksabdichtung mit dem Bauerwerkabdichtungselement und der
Abdichtlage, wobei die Abdichtlage vorzugsweise so vorliegt, dass sie einen ersten
Bereich aufweist, welcher im Wesentlichen orthogonal zu einem zweiten Bereich orientiert
ist, und so vorliegt, dass die Abdichtlage zumindest anteilig in einem Formkörperspalt
des Abdichtformkörpers angeordnet ist;
- b) Vollständiges oder teilweises Einführen der besagten Bauwerksabdichtung oder des
besagten Bauerwerkabdichtungselements in die Anschlussaussparung, wobei die Bauwerksabdichtung
oder das Bauwerksabdichtungselement im ersten Zustand vorliegt;
- c) Überführen der Bauwerksabdichtung in den zweiten Zustand, insbesondere von dem
ersten Zustand in den zweiten Zustand, mittels des mindestens einen Abstandsregulierungsmittels.
[0051] Hierbei wird die Bauwerksabdichtung einschließlich des korrekt eingebrachten Abdichtformkörpers
und der Abdichtlage geliefert. Eine Zusammensetzen des Bauerwerkabdichtungselements
mit der Abdichtlage und/oder dem Abdichtformkörper ist nicht erforderlich und die
Schritte i) und ii) müssen nicht durchgeführt werden. Die erleichtert das Abdichten
erheblich und es sind weniger Schritte nötig.
[0052] Als besonders geeignet hat sich auch eine Ausführungsform des Verfahrens umfassend
die folgenden Schritten, insbesondere in dieser Reihenfolge, erwiesen:
iii) Einbringen der Abdichtlage in die Anschlussaussparung;
- a) Bereitstellung der Bauwerksabdichtung mit dem Bauerwerkabdichtungselement oder
des Bauerwerkabdichtungselements;
- b) Vollständiges oder teilweises Einführen der besagten Bauwerksabdichtung oder des
besagten Bauerwerkabdichtungselements in die Anschlussaussparung, wobei die Bauwerksabdichtung
oder das Bauwerksabdichtungselement im ersten Zustand vorliegt;
vi) Überführen der Bauwerksabdichtung von dem ersten Zustand in einen dritten Zustand
mittels des mindestens einen Abstandsregulierungsmittels, insbesondere wobei den vorstehend
beschriebene dritte Zustand mit einem dritten Abstand, welcher zwischen dem ersten
und zweiten Abstand des ersten bzw. zweiten Zustands liegt;
vii) vorzugsweise Aktivierung der Abdichtlage, insbesondere durch Entfernung einer
Abziehfolie;
c) Überführen der Bauwerksabdichtung von dem dritten Zustand in den zweiten Zustand
mittels des mindestens einen Abstandsregulierungsmittels.
[0053] Ein Vorteil dieser Verfahrensvariante ist, dass die Abdichtlage in Schritt iii) gesondert
eingebracht wird und dies in Verbindung mit dem Zwischenschritt eines dritten Zustands
die Gefahr einer Verkantung der Abdichtlage vermindert.
[0054] Es hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn der Schritt i) und/oder der Schritt ii)
nach dem Schritt a) und vor dem Schritt b) erfolgt und/oder der Schritt iii) vor dem
Schritt b), insbesondere vor Schritt a) oder zwischen Schritt a) und b). Es hat sich
ferner als zweckmäßig erwiesen, wenn der Schritt iv), der Schritt v), der Schritt
vi), der Schritt vii) und/oder der Schritt viii) nach dem Schritt b) und vor dem Schritt
c) erfolgen. Auch hat sich als zweckmäßig erwiesen, wenn der Schritt ix), der Schritt
x) und/oder der Schritt xi) nach dem Schritt c) erfolgen. Auch ist es bevorzugt, wenn
zumindest die Schritte a), b) und c) in der Reihenfolge a), b), c) vorliegen, auch
wenn die übrigen Schritte eine abweichende Reihenfolge haben können.
[0055] Schritt ix) hat sich als besonders bevorzugt zum Nachbeladen der Bauwerksabdichtung
erwiesen. Es können zusätzliche Abdichtformkörper eingebracht werden, so dass genug
Abdichtformkörpermasse zum besonders sicheren Verschluss der Anschlussaussparung vorhanden
ist.
[0056] Die Erfindung betrifft auch die Verwendung des vorstehend beschriebenen Bauwerksabdichtungselements
und/oder der vorstehend beschriebenen Bauwerksabdichtung für die Abdichtung von profilierten
Baukörpern wie profilierte Tür- oder Fensteranschlüssen, insbesondere Gewerkelöchern
der Fensteranschlüsse, in einem Bauwerk, insbesondere bei der Sanierung eines Altbaus
oder dem Erbauen eines Neubaus. Obgleich das erfindungsgemäße Bauwerksabdichtungselement
bzw. die erfindungsgemäße Bauwerksabdichtung für Neubauten geeignet ist, hat sie sich
zudem als besonders geeignet für Altbauten erwiesen. Bei besagten Altbauten ist eine
nachträgliche Sanierung oftmals erschwert, beispielsweise, wenn die Fassade nicht
entfernt werden soll oder das Fenster nicht ausgebaut werden soll. Insbesondere die
Abdichtung von Gewerkelöchern hat sich als besonders schwierig erwiesen und herkömmliche
Abdichtungsmittel für Aussparungen sind regelmäßig für Gewerkelöcher nicht geeignet.
Überraschenderweise sind das erfindungsgemäße Bauwerksabdichtungselement und die erfindungsgemäße
Bauwerksabdichtung jedoch besonders geeignet für die Abdichtung besagter Gewerkelöcher.
[0057] Die vorliegende Erfindung bietet eine verbessertes Bauwerksabdichtungselements zur
Verwendung mit Formkörpern und eine verbesserte Bauwerksabdichtung. Es hat sich überraschenderweise
gezeigt, dass durch die Pressbacken und sonstigen genannten Bestandteile eine bessere
und dauerhaftere Abdichtung erhalten werden kann. Dies lässt sich auch einfacher montieren
als herkömmliche Systeme, da eine Kraftumlenkung mit dem Abstandsregulierungsmittel
vereinfacht wird. Auch hat es sich als besonders zweckmäßig erwiesen, dass das Bauwerksabdichtungselement
mehrmals mit Abdichtformkörpern beladen werden kann. Mit der vorliegenden Erfindung
wird insbesondere in dem problematischen Bereich des Gewerkelochs eine sichere und
dauerhafte Abdichtung ermöglicht.
[0058] Weiter vorteilhafte Ausgestaltungen werden anhand der Figuren erläutert. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung eines Fensteranschlusses ohne die erfindungsgemäße Bauwerksabdichtung;
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Bauwerksabdichtungselements;
- Figur 3
- eine schematische Querschnittsdarstellung der Ausführungsform der Figur 2 im ersten
Zustand;
- Figur 4
- eine schematische Querschnittsdarstellung der Ausführungsform der Figur 2 im zweiten
Zustand;
- Figur 5
- eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen Bauwerksabdichtung;
- Figur 6
- eine weitere perspektivische Darstellung einer Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Bauwerksabdichtung;
- Figur 7
- eine perspektivische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Fensteranschlusses;
- Figur 8
- eine schematische Querschnittsdarstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen
Fensteranschlusses (ohne Wandbildner);
- Figur 9
- eine perspektivische Darstellung einer weiteren Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Bauwerksabdichtungselements;
- Figur 10
- eine schematische Querschnittsdarstellung der Ausführungsform der Figur 9 im ersten
Zustand; und
- Figur 11
- eine schematische Querschnittsdarstellung der Ausführungsform der Figur 9 im zweiten
Zustand.
[0059] Figur 1 zeigt ein Fenster 101 ohne die erfindungsgemäße Bauwerksabdichtung, wobei
das Fenster 101 einen Fensterrahmen 102 umfasst. Das Fenster 101 liegt in einer Öffnung
des Wandbildners 104 vor. Beide zusammen bilden den noch nicht abgedichteten Fensteranschluss
100 aus. Das Fenster 101 umfasst auch eine Fensterscheibe 106. Der Fensterrahmen 102
umfasst Fensterrahmenhohlräume 107. Der Fensteranschluss 100 umfasst eine Anschlussaussparung,
wobei die Anschlussaussparung ein Gewerkeloch 103 umfasst, welches zwischen Wandbildner
104 und einer unteren Ecke des Fensterrahmens 10 ausgebildet ist. Auch zu sehen ist,
dass die Anschlussaussparung jenseits des Gewerkelochs 103 in eine Seitenfuge übergeht,
welche seitlich zwischen Wandbildner 104 und Fensterrahmen 102 ausgebildet ist.
[0060] Figur 2 zeigt ein Bauwerksabdichtungselement 1 zur Abdichtung gegen Feuchtigkeit
und/oder Wasser für Fensteranschlüsse, umfassend eine erste Pressbacke 2 und eine
zweite Pressbacke 3 sowie zwei Abstandsregulierungsmittel 4, wobei die erste Pressbacke
2 einen ersten Pressschenkel 5 aufweist und ferner einen Fixierungsschenkel 7 umfasst,
wobei die zweite Pressbacke 3 einen zweiten Pressschenkel 6 aufweist und ferner einen
Gleitschenkel 8 umfasst, wobei das Bauwerksabdichtungselement 1 von einem ersten in
einen zweiten Zustand überführbar ist. Die beiden Abstandsregulierungsmittel 4 verbinden
die erste und zweite Pressbacke 2, 3. Der Gleitschenkel 8 ist ausgelegt und eingerichtet,
anliegend oder beabstandet an einer Oberfläche 9 des Fixierungsschenkels 7 entlangzugleiten,
wenn mit den beiden Abstandsregulierungsmitteln 4 das Bauwerksabdichtungselement 1
aus dem ersten in den zweiten Zustand überzuführt wird. Der ersten Pressschenkel 5
und der Fixierungsschenkel 7 sind Teil desselben einstückiges ersten Bauteils, wobei
die erste Pressbacke 2 besagtes einstückige erste Bauteil darstellt und die zweite
Pressbacke 3 ein einstückiges zweites Bauteil ist, welches den zweiten Pressschenkel
6 und den Gleitschenkel 8 umfasst. Besagtes erstes und zweites Bauteil sind jeweils
Winkelbauteile. Hierbei weist die erste Pressbacke 2 mindestens eine Pressbackenhülse
20 auf und die zweite Pressbacke 3 weist mindestens eine zweite Pressbackenaussparung
11 für das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel 4 auf, wobei das mindestens
eine Abstandsregulierungsmittel 4 mindestens ein Außengewinde 12 umfasst, welches
durch die zweite Pressbackenaussparung 11 hindurchführbar oder hindurchgeführt ist,
wobei die Pressbackenhülse 20 mindestens ein Innengewinde zur Aufnahme des Außengewindes
des Abstandsregulierungsmittel 4 aufweist. In der hier gezeigten Ausführungsform sind
auch Durchlässe 18 für Fixierungsmittel vorgesehen, welche den Fixierungsschenkel
7 fixieren können. Stattdessen oder zusätzlich ist auch eine Verklebung des Fixierungsschenkels
7 möglich.
[0061] Figur 3 zeigt nochmals das Bauwerksabdichtungselement der Figur 2 in einer Seitenansicht,
wobei dieses die erste Pressbacke 2 und die zweite Pressbacke 3 sowie das mindestens
eine Abstandsregulierungsmittel 4 umfasst. Die Abdichtlage 14 ist schematisch angedeutet
und wird in den Figuren 5 und 6 näher beschrieben. An der ersten Pressbacke 2 ist
mindestens eine Pressbackenhülse 20 befestigt, welche mindestens ein Innengewinde
zur Aufnahme des Außengewindes 12 des Abstandsregulierungsmittels 4 aufweist. Das
Bauwerksabdichtungselement liegt im ersten Zustand vor, in welchem der erste Pressschenkel
5 mit einem ersten mittleren Abstand A1 von dem zweiten Pressschenkel 6 beabstandet
ist. In der Ausgestaltung der Figur 3 verbindet das Abstandsregulierungsmittel 4 in
dem gezeigten ersten Zustand die erste und zweite Pressbacke 2,3 nicht. Gleichwohl
ist es erfindungsgemäß bevorzugt, wenn auch eine Verbindung im ersten Zustand vorliegt.
Vorliegend wurde eine weniger bevorzugte, jedoch ebenfalls zweckmäßige, Ausführungsform
wiedergegeben, um das Abstandsregulierungsmittel besser darstellen zu können
[0062] Figur 4 zeigt die Seitenansicht der Figur 3, wobei das Bauwerksabdichtungselement
nunmehr im zweiten Zustand vorliegt. Das Bauwerksabdichtungselement der Figur 3 ist
gleitend in den zweiten Zustand der Figur 4 überführbar, wobei das Abstandsregulierungsmittel
4 bei der Gleitbewegung geschraubt wird. In dem zweiten Zustand ist der erste Pressschenkel
5 mit einem zweiten mittleren Abstand A2 von dem zweiten Pressschenkel 6 beabstandet,
wobei der zweite mittlere Abstand A2 kleiner als der erste mittlere Abstand A1 der
Figur 3 ist. Das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel 4 ist ausgelegt und eingerichtet,
das Bauwerksabdichtungselement aus dem ersten in den zweiten Zustand überzuführen,
wobei das das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel 4 die erste und zweite Pressbacke
2, 3 verbindet. Hierbei wird das Außengewinde 12 des Abstandsregulierungsmittels 4
in das Innengewinde der Pressbackenhülse 20 geschraubt.
[0063] Figur 5 zeigt die Bauwerksabdichtung 23 mit dem vorstehend beschriebenen Bauwerksabdichtungselement
1. Besagtes Bauwerksabdichtungselement 1 umfasst die erste und zweite Pressbacke 2,
3 sowie das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel 4, wobei die erste Pressbacke
2 den ersten Pressschenkel 5 aufweist und ferner den Fixierungsschenkel 7 umfasst,
wobei die zweite Pressbacke 3 den zweiten Pressschenkel 6 und ferner den Gleitschenkel
8 aufweist. Die Bauwerksabdichtung umfasst neben dem Bauwerksabdichtungselement 1
mindestens einen Abdichtformkörper 13, welcher zwischen dem ersten und zweiten Pressschenkel
5, 6 des Bauwerksabdichtungselements 1 angeordnet ist und eine Abdichtlage 14, wobei
die erste Pressbacke 2, insbesondere der Fixierungsschenkel 7, des Bauwerksabdichtungselements
1 bereichsweise mit der Abdichtlage beschichtet ist. Der Abdichtformkörper 13 weist
einen Formkörperspalt 19 zwischen einer ersten Abdichtformkörpersektion 21 und einer
zweiten Abdichtformkörpersektion 22 auf. Die Abdichtlage 14 weist eine ersten Seitenoberfläche
15 und eine gegenüberliegende zweite Seitenoberfläche 16 auf, wobei die erste Pressbacke
2 eine erste Gesamtoberfläche aufweist, wobei die erste Seitenoberfläche 15 um ein
Vielfaches größer als die erste Gesamtoberfläche ist und ein Abdichtvlies und/oder
Bitumen umfasst. Von der zweiten Seitenoberfläche 16 ist in der Figur 5 nur eine Kante
sichtbar, da die Abdichtlage 14 gewendet werden müsste, um die zweite Seitenoberfläche
16 vollständiger zu zeigen.
[0064] Figur 6 zeigt die Bauwerksabdichtung 23 mit dem vorstehend beschriebenen Bauwerksabdichtungselement
1. Besagtes Bauwerksabdichtungselement 1 umfasst die erste Pressbacke 2 mit dem Fixierungsschenkel
7 und die zweite Pressbacke 3 sowie das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel
4. Die Bauwerksabdichtung umfasst neben dem Bauwerksabdichtungselement 1 mindestens
einen Abdichtformkörper 13, welcher zwischen dem ersten und zweiten Pressschenkel
des Bauwerksabdichtungselements 1 angeordnet ist, und die Abdichtlage 14. Der Abdichtformkörper
13 weist einen Formkörperspalt 19 zwischen einer ersten Abdichtformkörpersektion 21
und einer zweiten Abdichtformkörpersektion 22 auf. Der Formkörperspalt 19 geht in
die Schwächungszone 23 über, wobei ein Abschnitt der Abdichtlage 14 im Formkörperspalt
19 vorliegt. Die Abdichtlage 14 weist eine erste Seitenoberfläche 15 und eine gegenüberliegende
zweite Seitenoberfläche auf. Letztere ist nicht zu sehen und liegt auf der anderen
Seite der Abdichtlage vor, d.h. stellt mit Bezug auf die Blickrichtung des Betrachters
die Rückseite der Abdichtlage dar. Von den Abstandsregulierungsmitteln 4 sind im Gegensatz
zur Figur 5 nur die Schraubenköpfe zu sehen. Das Bauwerksabdichtungselement 1 wurde
noch nicht in den zweiten Zustand versetzt.
[0065] Figur 7 zeigt wie die Bauwerksabdichtung 23 der Figur 6 einen Fensteranschluss 100
abdichtet. Der Fensteranschluss 100 umfasst den Wandbildner 104, einen Fensterrahmen
102 mit Fensterrahmenhohlräumen 107 und mindestens einer Fensterrahmenrille 105. Der
Fixierungsschenkel 7 des Bauwerksabdichtungselements 1 ist über ein Fixierungsmittel
17 mit dem Wandbildner 104 verbunden. Wenn die Abstandsregulierungsmittel 4 in Form
von Schrauben verstellt werden, beispielsweise mittels eines Schraubendrehers, greifen
die Abstandsregulierungsmittel 4 in die Pressbackenhülsen (vgl. Figur 2) und die ersten
und zweiten Pressschenkel der ersten und zweiten Pressbacke 2, 3 gleiten aneinander
lang. Das Bauwerksabdichtungselements 1 wird also von dem ersten Zustand in den zweiten
Zustand überführt (Figur 7 zeigt einen Zustand zwischen dem ersten und dem zweiten
Zustand). Hierbei wird der Abdichtformkörper 13 in das Gewerkeloch und innerhalb des
Gewerkelochs in die Fensterrahmenrille 105 gedrückt. Die Bauwerksabdichtung 23 umfasst
ferner die Abdichtlage 14, welche an dem Wandbildner 104 und dem Fensterrahmen 102
befestigt werden kann, um die Abdichtung zu verbessern.
[0066] Figur 8 zeigt die Bauwerksabdichtung 23 mit dem Bauwerksabdichtungselement 1 im zweiten
Zustand als Teil des Fensteranschlusses 100 in einer Querschnittsansicht. Der Fensterrahmen
102 ist gegenüber dem Wandbildner (nicht gezeigt) abgedichtet, wobei der deformierte
Abdichtformkörper 13 die Fensterrahmenrille 105 ausfüllt. Der erste Pressschenkel
5 und der zweite Pressschenkel 6 der ersten bzw. zweiten Pressbacke 2,3 wurden mittels
des Abstandsregulierungsmittels 4 angenähert, wobei der Abdichtformkörper 13 orthogonal
zur Bewegungsrichtung der Pressbacken teilweise in die Fensterrahmenrille 105 hinein
gedrückt wurde. Hierdurch wird das Gewerkeloch 103 abgedichtet. Auch zu sehen ist
eine vereinfachte Darstellung der Position der Abdichtlage 14.
[0067] Figur 9 zeigt eine zur Figur 2 alternative Ausführungsform des Bauwerksabdichtungselements
1 zur Abdichtung gegen Feuchtigkeit und/oder Wasser für Fensteranschlüsse, umfassend
eine erste Pressbacke 2 und eine zweite Pressbacke 3 sowie zwei Abstandsregulierungsmittel
4, wobei die erste Pressbacke 2 einen ersten Pressschenkel 5 aufweist und ferner einen
Fixierungsschenkel 7 umfasst, wobei die zweite Pressbacke 3 einen zweiten Pressschenkel
6 aufweist und ferner einen Gleitschenkel 8 umfasst, wobei das Bauwerksabdichtungselement
1 von einem ersten in einen zweiten Zustand überführbar ist. Die beiden Abstandsregulierungsmittel
4 verbinden die erste und zweite Pressbacke 2, 3. Der Gleitschenkel 8 ist ausgelegt
und eingerichtet, anliegend oder beabstandet an einer Oberfläche 9 des Fixierungsschenkels
7 entlangzugleiten, wenn das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel 4 das Bauwerksabdichtungselement
1 aus dem ersten in den zweiten Zustand überzuführt. Der ersten Pressschenkel 5 und
der Fixierungsschenkel 7 sind Teil desselben einstückiges ersten Bauteils, wobei die
erste Pressbacke 2 besagtes einstückige erste Bauteil darstellt und die zweite Pressbacke
3 ein einstückiges zweites Bauteil ist, welches den zweiten Pressschenkel 6 und den
Gleitschenkel 8 umfasst. Besagte erstes und zweites Bauteil sind jeweils ineinandergreifende
Winkelbauteile. Hierbei ist es vorgesehen, dass die erste Pressbacke 2 mindestens
eine erste Pressbackenaussparung 10 aufweist und die zweite Pressbacke 3 weist mindestens
eine zweite Pressbackenaussparung 11 für das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel
4 auf, wobei das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel 4 mindestens ein Außengewinde
12 umfasst, welches durch die zweite Pressbackenaussparung 11 hindurchführbar oder
hindurchgeführt ist, wobei die erste Pressbackenaussparung 10 mindestens ein Innengewinde
zur Aufnahme des Außengewindes des Abstandsregulierungsmittel 4 aufweist. In der hier
gezeigten Ausführungsform ist eine Verklebung zur Fixierung des Fixierungsschenkels
7 mit einem Wandbildner vorgesehen.
[0068] Figur 10 zeigt nochmals das Bauwerksabdichtungselement der Figur 2 in einer Seitenansicht,
wobei dieses die erste Pressbacke 2 und die zweite Pressbacke 3 sowie das mindestens
eine Abstandsregulierungsmittel 4 umfasst. Die Abdichtlage 14 ist schematisch angedeutet
und wird in den Figuren 5 und 6 näher beschrieben. Die erste Pressbacke 2 umfasst
mindestens eine erste Pressbackenaussparung, welche mindestens ein Innengewinde zur
Aufnahme des Außengewindes 12 des Abstandsregulierungsmittels 4 aufweist. Das Bauwerksabdichtungselement
liegt im ersten Zustand vor, in welchem der erste Pressschenkel 5 mit einem ersten
mittleren Abstand A1 von dem zweiten Pressschenkel 6 beabstandet ist. Zu sehen ist
auch die Klebeschicht 24, mit welcher eine Verklebung mit einem Wandbildner ermöglicht
wird.
[0069] Figur 11 zeigt die Seitenansicht der Figur 10, wobei das Bauwerksabdichtungselement
nunmehr im zweiten Zustand vorliegt. Das Bauwerksabdichtungselement der Figur 10 ist
gleitend in den zweiten Zustand der Figur 11 überführbar, wobei das Abstandsregulierungsmittel
4 mit dem Außengewinde 12 bei der Gleitbewegung geschraubt wird. In dem zweiten Zustand
ist der erste Pressschenkel 5 mit einem zweiten mittleren Abstand A2 von dem zweiten
Pressschenkel 6 beabstandet, wobei der zweite mittlere Abstand A2 kleiner als der
erste mittlere Abstand A1 der Figur 3 ist. Zu sehen ist auch die Klebeschicht 24,
mit welcher eine Verklebung mit einem Wandbildner ermöglicht wird. Auch gezeigt sind
wieder die erste und zweite Pressbacke 2, 3.
[0070] Die in der vorstehenden Beschreibung und in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der
Erfindung können sowohl einzeln aus auch in jeder beliebigen Kombination für die Verwirklichung
der Erfindung in ihren verschiedenen Ausführungsformen wesentlich sein.
Bezugszeichen
[0071]
- 1
- Bauwerksabdichtung
- 2
- erste Pressbacke
- 3
- zweite Pressbacke
- 4
- Abstandsregulierungsmittel
- 5
- erster Pressschenkel
- 6
- zweiter Pressschenkel
- 7
- Fixierungsschenkel
- 8
- Gleitschenkel
- 9
- Oberfläche der ersten Pressbacke
- 10
- erste Pressbackenaussparung
- 11
- zweite Pressbackenaussparung
- 12
- Außengewinde
- 13
- Abdichtformkörper
- 14
- Abdichtlage
- 15
- erste Seitenoberfläche
- 16
- zweite Seitenoberfläche
- 17
- Fixierungsmittel
- 18
- Durchlass für Fixierungsmittel
- 19
- Formkörperspalt in Abdichtformkörper
- 20
- Pressbackenhülse
- 21
- erste Abdichtformkörpersektion
- 22
- zweite Abdichtformkörpersektion
- 23
- Schwächungszone
- 24
- Klebeschicht
- 100
- Fensteranschluss
- 101
- Fenster
- 102
- Fensterrahmen
- 103
- Gewerkeloch
- 104
- Wandbildner
- 105
- Fensterrahmenrille
- 106
- Fensterscheibe
- 107
- Fensterrahmenhohlraum
1. Bauwerksabdichtungselement (1) zur Abdichtung gegen Feuchtigkeit und/oder Wasser für
profilierte Baukörper, insbesondere Fensteranschlüsse,
umfassend eine erste Pressbacke (2) und eine zweite Pressbacke (3) sowie mindestens
ein Abstandsregulierungsmittel (4),
wobei die erste Pressbacke (2) einen ersten Pressschenkel (5) aufweist und ferner
vorzugsweise einen Fixierungsschenkel (7) umfasst, wobei die zweite Pressbacke (3)
einen zweiten Pressschenkel (6) aufweist,
wobei das Bauwerksabdichtungselement (1) einen ersten Zustand umfasst, in welchem
der erste Pressschenkel (5) mit einem ersten mittleren Abstand (A1) von dem zweiten
Pressschenkel (6) beabstandet ist,
wobei das Bauwerksabdichtungselement (1), insbesondere gleitend, in einen zweiten
Zustand überführbar, insbesondere verschiebbar, ist, in welchem der erste Pressschenkel
(5) mit einem zweiten mittleren Abstand (A2) von dem zweiten Pressschenkel (7) beabstandet
ist, wobei der zweite mittlere Abstand (A2) kleiner als der erste mittlere Abstand
(A1) ist,
wobei das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel (4) ausgelegt und eingerichtet
ist, das Bauwerksabdichtungselement aus dem ersten in den zweiten Zustand zu überführen,
vorzugsweise wobei das das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel (4) die erste
und zweite Pressbacke im ersten und/oder zweiten Zustand verbindet.
2. Bauwerksabdichtungselement (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
die zweite Pressbacke (3) einen Gleitschenkel (8) aufweist, wobei der Gleitschenkel
(8) ausgelegt und eingerichtet ist, anliegend oder beabstandet an einer Oberfläche
(9) der ersten Pressbacke (2), insbesondere des Fixierungsschenkels (7), entlangzugleiten,
wenn das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel (4) das Bauwerksabdichtungselement
(1) aus dem ersten in den zweiten Zustand überzuführt.
3. Bauwerksabdichtungselement (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass
der erste Pressschenkel (5) und der Fixierungsschenkel (7) Teil desselben einstückigen
ersten Bauteils, insbesondere in Form der ersten Pressbacke, sind und/oder die zweite
Pressbacke (3) ein einstückiges zweites Bauteil ist, insbesondere wobei das erste
und/oder zweite Bauteil jeweils ein einstückiges Winkelbauteil, vorzugsweise ein Kunststoff-
oder Metallwinkel, ist.
4. Bauwerksabdichtungselement (1) nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste Pressbacke (2) mindestens eine erste Pressbackenaussparung (10) für das
mindestens eine Abstandsregulierungsmittel (4) aufweist und/oder an der ersten Pressbacke
(2) mindestens eine Pressbackenhülse (20) für das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel
(4) befestigt ist und/oder die zweite Pressbacke (3) mindestens eine zweite Pressbackenaussparung
(11) für das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel (4) aufweist, insbesondere
wobei das mindestens eine Abstandsregulierungsmittel (4) mindestens ein Außengewinde
(12) umfasst, welches durch die zweite Pressbackenaussparung (11) hindurchführbar
oder hindurchgeführt ist, vorzugsweise wobei die mindestens eine erste und/oder zweite
Pressbackenaussparung (10) und/oder die mindestens eine Pressbackenhülse (20) mindestens
ein Innengewinde zur Aufnahme des Außengewindes des Abstandsregulierungsmittel (4)
aufweist.
5. Bauwerksabdichtung mit einem Bauwerksabdichtungselement (1) nach einem der vorangehenden
Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
besagte Bauwerksabdichtung mindestens einen Abdichtformkörper (13) umfasst, welcher
zwischen dem ersten und zweiten Pressschenkel (5, 6) angeordnet ist, vorzugsweise
wobei besagte Bauwerksabdichtung ferner eine Abdichtlage (14) umfasst, insbesondere
wobei die erste Pressbacke (2) bereichsweise mit der Abdichtlage beschichtet ist.
6. Bauwerksabdichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass
der Abdichtformkörper (13) einen Formkörperspalt (19) aufweist, wobei die Abdichtlage
zumindest anteilig in besagtem Formkörperspalt (19) vorliegt und/oder wobei der Abdichtformkörper
(13) in eine erste Abdichtformkörpersektion (21) und eine zweite Abdichtformkörpersektion
(22) unterteilt ist, wobei eine Schwächungszone (23) und/oder der Formkörperspalt
(19) zwischen der ersten und zweiten Abdichtformkörpersektion (21, 22) vorliegt.
7. Bauwerksabdichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass
die erste und/oder zweite Pressbacke entlang einer ersten Richtung verschoben wird
oder verschiebbar ist, wenn das Bauwerksabdichtungselement (1) aus dem ersten in den
zweiten Zustand überführt wird,
wobei der Abdichtformkörper (13) zumindest bereichsweise entlang einer zweiten Richtung
verschoben, insbesondere verformt, wird oder verschiebbar, insbesondere verformbar,
ist, wenn das Bauwerksabdichtungselement (1) aus dem ersten in den zweiten Zustand
überführt wird,
wobei die erste Richtung orthogonal zur zweiten Richtung orientiert ist.
8. Bauwerksabdichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdichtlage (14) eine erste Seitenoberfläche (15) und eine gegenüberliegende zweite
Seitenoberfläche (16) aufweist, wobei die erste Pressbacke (2) eine erste Gesamtoberfläche
aufweist,
wobei die erste Seitenoberfläche (15) um ein Vielfaches größer als die erste Gesamtoberfläche
ist und/oder
wobei die erste Seitenoberfläche (15) ein Abdichtvlies und/oder Bitumen umfasst, vorzugsweise
mit einem Abdichtvlies umfassend Polyester beschichtet ist, und/oder wobei die zweite
Seitenoberfläche (16) eine Haftschicht umfasst, insbesondere mit einem Klebstoff beschichtet
ist, vorzugsweise wobei die zweite Seitenoberfläche (16) an dem Fixierungsschenkel
(7) anliegt.
9. Bauwerksabdichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
die Abdichtlage (14) einen ersten Bereich aufweist, welcher im Wesentlichen orthogonal
zu einem zweiten Bereich orientiert ist, insbesondere wobei der erste Bereich im Wesentlichen
parallel zu dem Fixierungsschenkel (7) und/oder Gleitschenkel (8) orientiert ist und/oder
der zweite Bereich zumindest teilweise in den Abdichtformkörper (13) eingebettet ist.
10. Fensteranschluss (100) mit einer Anschlussaussparung und einer Bauwerksabdichtung
nach einem der Ansprüche 5 bis 9, wobei die Bauwerksabdichtung die Anschlussaussparung
ganz oder teilweise ausfüllt und/oder verschließt.
11. Fensteranschluss (100) nach Anspruch 10, wobei dieser einen Wandbildner (104) und
einen Fensterrahmen (102) umfasst, zwischen welchen vorzugsweise die Anschlussaussparung
ausgebildet ist,
insbesondere wobei die Anschlussaussparung ein Gewerkeloch (103) umfasst oder darstellt,
wobei das Gewerkeloch (103) zwischen Wandbildner (104) und einer unteren Ecke des
Fensterrahmens (102) ausgebildet ist und/oder eine Seitenfuge teilweise oder vollständig
umfasst oder eine solche darstellt, wobei die Seitenfuge zwischen Wandbildner (104)
und Fensterrahmen (102) ausgebildet ist.
12. Fensteranschluss (100) nach Anspruch 11, wobei der Fensterrahmen mindestens eine Profilierung,
insbesondere mit einer Fensterrahmenrille (105), umfasst, welche mit dem mindestens
einen Abdichtformkörper (13) der Bauwerksabdichtung gefüllt ist.
13. Verfahren zur Abdichtung einer Anschlussaussparung eines Fensteranschlusses (100)
mittels des Bauwerksabdichtungselements (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 und/oder
der Bauwerksabdichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9, insbesondere unter Erzeugung
eines Fensteranschlusses (100) nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei der Fensteranschluss
(100) einen Wandbildner (104) und einen Fensterrahmen (102) aufweist,
umfassend die folgenden Schritte, insbesondere in dieser Reihenfolge,
a) Bereitstellung der Bauwerksabdichtung mit dem Bauerwerkabdichtungselement oder
des Bauerwerkabdichtungselements;
b) Vollständiges oder teilweises Einführen der besagten Bauwerksabdichtung oder des
besagten Bauerwerkabdichtungselements in die Anschlussaussparung, wobei die Bauwerksabdichtung
oder das Bauerwerkabdichtungselement im ersten Zustand vorliegt;
c) Überführen der Bauwerksabdichtung in den zweiten Zustand mittels des mindestens
einen Abstandsregulierungsmittels, insbesondere wobei der Abdichtformkörper in eine
Profilierung des Fensteranschlusses hinein gepresst und/oder verformt wird.
14. Verwendung des Bauwerksabdichtungselements (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4 und/oder
der Bauwerksabdichtung nach einem der Ansprüche 5 bis 9 für die Abdichtung von profilierten
Baukörpern in einem Bauwerk, vorzugsweise bei der Sanierung eines Altbaus oder dem
Erbauen eines Neubaus.
15. Verwendung des Bauwerksabdichtungselements (1) nach Anspruch 14 für die Abdichtung
des Gewerkelochs eines Fensteranschlusses.