Gebiet
[0001] Die Erfindung betrifft ein elektrisches Kontaktelement und ein Stecksystem mit mindestens
einem solchen Kontaktelement.
Hintergrund
[0002] Elektrische Verbraucher werden in der Regel mittels Steckern, die mit entsprechenden
Buchsen lösbar verbunden werden können, an eine Spannungs- bzw. Stromversorgung angeschlossen.
Die Stecker und Buchsen weisen elektrische Kontakte auf, die bei korrekt in eine Buchse
gesteckten Steckern eine sichere elektrische Verbindung mit geringem elektrischem
Übergangswiderstand zwischen Stecker und Buchse gewährleisten.
[0003] Der elektrische Übergangswiderstand hängt bspw. von den für die elektrischen Kontakte
verwendeten Materialien und der gemeinsamen Kontaktfläche ab. Das für die Kontakte
verwendete Material muss einerseits eine gute elektrische Leitfähigkeit aufweisen
und andererseits eine Oberflächenhärte haben, die möglichst viele Steckzyklen ohne
starken Verschleiß der Oberfläche gewährleistet. Die Belastung der gemeinsamen Kontaktflächen
hängt dabei sehr stark von dem Design der Kontakte von Stecker und Buchse ab, insbesondere
davon, wie hoch eine Reibbelastung zwischen den Kontakten im Moment des Verbindens
ist.
[0004] Die Belastbarkeit der Kontaktflächen kann durch Beschichtung mit verschleißfesten
Materialien vergrößert werden, jedoch häufig zu Lasten der elektrischen Leitfähigkeit.
[0005] Bei elektrischen Verbrauchern, die eine große Anschlussleistung bei verhältnismäßig
niedriger Spannung haben, fließen sehr hohe Ströme die, trotz aller Bemühungen, geringe
elektrische Übergangswiderstände zwischen Stecker und Buchse sicherzustellen, zu einer
starken Temperaturerhöhung an der gemeinsamen Kontaktfläche führen. Die Temperatur
an der Kontaktfläche darf einen Wert nicht überschreiten, der abhängig vom Material
der Kontakte, vom Material des Stecker- und/oder Buchsengehäuses, von der Temperaturbelastbarkeit
in der Umgebung befindlicher anderer Komponenten und dergleichen bestimmt wird, bspw.
um die Form und damit die Funktionsfähigkeit von Stecker und Buchse zu erhalten oder
das Entstehen von Schwelbränden oder sogar offenem Feuer zu verhindern.
[0006] Ein Beispiel für elektrische Verbraucher mit hoher Anschlussleistung sind Elektrofahrzeuge,
deren Batterien möglichst schnell geladen werden müssen. Für das Laden der Batterien
von Elektrofahrzeugen existieren mehrere Standards, in denen die Form von Stecker
und Buchse sowie die Ladespannung und die Ladeströme festgelegt sind. Die gebräuchlichsten
Standards sind derzeit die Supercharger des US-Amerikanischen Herstellers Tesla ®,
die bei einer Gleichspannung von 480 V eine Ladeleistung von bis zu 145 kW erreichen,
der CHAdeMO-Standard, der bei Gleichspannungen zwischen 300 und 500 V eine Ladeleistung
von bis zu 150 kW erreicht, und das Combined Charging System (CCS), das Ladeleistungen
von bis zu 100 kW mit Gleichspannungen bis zu 850 V oder Dreiphasen-Wechselspannungen
bis zu 500 V erreicht. Bei den höchsten Ladeleistungen können Ströme von bis zu 350
A fließen. Höhere Ladeleistungen mit höheren Strömen werden in Zukunft benötigt werden,
um die Ladezeiten zu verringern.
[0007] Bereits bei der heutigen höchsten Ladeleistung fällt an einem Übergangswiderstand
von nur 10 mOhm eine Verlustleistung von 1,2 kW an, die als Wärme vom Stecker abgeleitet
werden muss. Bei einer Ladung mit sehr hoher Leistung erreichen die Stecker innerhalb
kurzer Zeit eine Temperatur von mehr als 90°C. Die Temperatur von Stecker und/oder
Buchse wird daher überwacht, und bei Überschreiten eines zulässigen Höchstwertes wird
der Ladevorgang abgebrochen oder die Ladeleistung verringert, was in jedem Fall eine
unerwünschte Verlängerung der Ladezeit bedeutet.
[0008] Hiervon ausgehend hat die vorliegende Erfindung die Aufgabe, ein elektrisches Kontaktelement
zu schaffen, das einen geringen elektrischen Übergangswiderstand und eine gegenüber
einem massiven Kontaktelement verbesserte Wärmeableitung aufweist, sowie ein Stecksystem
mit mindestens einem solchen Kontaktelement.
Zusammenfassung der Erfindung
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung nach einem ersten Aspekt ein elektrisches
Kontaktelement mit einem aus einem elektrisch leitfähigen ersten Material bestehenden
Körper vor, der an einem ersten Ende eine erste elektrische Kontaktfläche zur Herstellung
eines elektrischen Kontakts mit einem zweiten elektrischen Kontaktelement aufweist.
Der Körper weist einen geschlossenen Hohlraum auf, der sich von der ersten Kontaktfläche
ausgehend zumindest über einen Teil der Länge des Körpers erstreckt, und der zumindest
teilweise mit einem zweiten Material gefüllt ist, welches bei einer Temperatur unterhalb
des Schmelzpunktes des ersten Materials flüssig und/oder gasförmig vorliegt.
[0010] Die erste Kontaktfläche kann eine Oberfläche aufweisen die, wenn sie mit einem entsprechenden
zweiten Kontaktelement des Stecksystems zu einer elektrischen Verbindung zusammenbracht
ist, plan an einer elektrischen Kontaktfläche des zweiten Kontaktelements anliegt.
[0011] Bei einem oder mehreren der hierin beschriebenen Ausführungsbeispiele wird die erste
elektrische Kontaktfläche mit dem zweiten Kontaktelement des Stecksystems reibungsfrei
mittels einer im Wesentlichen normal zu der elektrischen Kontaktfläche wirkenden Kraft
zusammengebracht.
[0012] Bei einem oder mehreren der hierin beschriebenen Ausführungsbeispiele ist die erste
elektrische Kontaktfläche kreisförmig. Das entsprechende zweite Kontaktelement das
Stecksystems kann ebenfalls eine kreisförmige elektrische Kontaktfläche aufweisen,
die vorzugsweise die gleichen Abmessungen hat.
[0013] Bei einem oder mehreren der hierin beschriebenen Ausführungsbeispiele weist der Körper
des elektrischen Kontaktelements im Bereich der ersten elektrischen Kontaktfläche
einen Querschnitt auf, der größer ist als in einem von ersten elektrischen Kontaktfläche
entfernter liegenden Bereich.
[0014] Bei einem oder mehreren der hierin beschriebenen Ausführungsbeispiele weist der Hohlraum
im Bereich der ersten elektrischen Kontaktfläche einen größeren Querschnitt auf als
in einem von der ersten elektrischen Kontaktfläche entfernter liegenden Bereich.
[0015] Bei einem oder mehreren der hierin beschriebenen Ausführungsbeispiele weist der Hohlraum
eine Struktur auf, welche Ströme flüssigen oder gasförmigen Fluids leitet und/oder
voneinander getrennt führt. Eine solche Struktur kann eine Strukturierung der Oberfläche
im Innern des Hohlraums umfassen, bspw. Rillen, Rippen oder rohrförmige Elemente,
die einen konvektiven Stoffkreislauf begünstigen. Sie kann aber auch andere fluidleitende
Maßnahmen umfassen, bspw. eine docht- oder gitterartige Struktur, welche im Innern
des Hohlraums angeordnet ist und die Ströme flüssigen oder gasförmigen Fluids voneinander
getrennt führt, bspw. wie bei einem Wärmerohr.
[0016] Das zweite Material kann ebenfalls elektrisch leitfähig sein und so zum Stromtransport
beitragen. Die elektrische Leitfähigkeit liegt vorzugsweise in derselben Größenordnung
wie die des ersten Materials. Das zweite Material kann eine größere thermische Leitfähigkeit
als das erste Material aufweisen. Dies ist jedoch nicht zwingend nötig und kann durch
gezielte Maßnahmen zum verbesserten Wärmetransport, bspw. Konvektion im flüssigen
Zustand oder Wärmetransport in einem Wärmerohr, mehr als ausgeglichen werden. Das
zweite Material kann außerdem eine größere Wärmekapazität als das erste Material aufweisen.
Zweite Materialien mit unterschiedlichen Kombinationen der vorstehend genannten Eigenschaften
können für das erfindungsgemäße Kontaktelement verwendet werden.
[0017] Bei einem oder mehreren der hierin beschriebenen Ausführungsbeispiele ist das zweite
Material Natrium (Na), dessen Tripelpunkt bei einer Temperatur von 370,98 K liegt,
und das bei einer Temperatur von 1156 K siedet. Der Schmelzpunkt von Natrium liegt
bei 370,96 K (Quelle: NIST). Natrium weist eine hohe elektrische Leitfähigkeit von
23.10
6 S/m für elektrischen Strom auf, ähnlich der des für elektrische Kontakte häufig verwendeten
Messings (19·10
6 S/m - 33·10
6 S/m), die nur wenig unter der von Kupfer (64·10
6 S/m) liegt (Quelle: CRC Handbook of Chemistry and Physics). Da Schmelz- und Tripelpunkt
des Natriums deutlich unter den Schmelzpunkten von Kupfer, Aluminium, Messing, und
anderen für elektrische Kontakte verwendeten Metallen und Legierungen liegt, und vor
allem in einem Temperaturbereich liegt, der die Herstellung eines Stecker- oder Buchsengehäuses
mit handelsüblichen, isolierenden Materialien, insbesondere Kunststoffen, zulässt,
ist Natrium als zweites Material für das erfindungsgemäße elektrische Kontaktelement
gut geeignet.
[0018] Bei einem vollständig mit Natrium gefüllten Hohlraum des elektrischen Kontaktelements
liegt dieses bei üblichen Außentemperaturen in fester Form vor. Sobald sich das elektrische
Kontaktelement aufgrund der an dem zwangsläufig vorhandenen Übergangswiderstand entstehenden,
mit dem Strom quadratisch zunehmenden Verluste bis auf die Schmelztemperatur des Natriums
erwärmt wird das Natrium flüssig. Aufgrund der bei dem Phasenübergang von fest nach
flüssig von dem Natrium aufgenommenen latenten Wärme steigt die Temperatur solange
nicht weiter an, bis das gesamte Natrium flüssig vorliegt.
[0019] Die wärmste Stelle des Kontaktelements liegt an der elektrischen Kontaktfläche. Die
Wärmeleitfähigkeit des ersten Materials des Kontaktelements führt dazu, dass weiter
von der elektrischen Kontaktfläche entfernt liegende Bereiche sich ebenfalls erwärmen.
Dennoch wird ein Temperaturunterschied zwischen der elektrischen Kontaktfläche und
weiter davon entfernt liegenden Bereichen verbleiben. Sobald ein Teil des Natriums
verflüssigt ist und ein für eine Zirkulation des flüssigen Natriums ausreichender
Kanal vorliegt, kann nun ein Stoffstrom entstehen, der gleichzeitig einen verbesserten
Wärmetransport in Richtung kälterer Bereiche des Kontaktelements ermöglicht. Hierdurch
wird Wärme von der heißesten Stelle des elektrischen Kontaktelements abgeführt und
kann in Bereiche geleitet werden, welche leichter durch weitere Kühlmaßnahmen gekühlt
werden können, z.B. durch Kühlrippen oder -bleche, ggf. unterstützt durch Lüfter oder
Gebläse, oder dergleichen. Auch ein thermischer Anschluss an eine Kühlvorrichtung
kann vorgesehen sein. Als weitere Wärmesenke kann auch ein mit einem der Kontakte
verbundener Leiter dienen, der ebenfalls zur besseren Wärmeabgabe strukturiert und/oder
an eine Kühlvorrichtung angeschlossen sein kann. Flüssiges Natrium, das Energie an
kühlere Bereiche des Kontaktelements abgegeben hat strömt zurück und kann erneut Wärme
aufnehmen.
[0020] Bei entsprechender Auslegung kann ein besonders effektiver Wärmetransport von der
elektrischen Kontaktstelle zu kälteren Bereichen durch ein einen Verdampfungs-Kondensations-Kreislauf
erreicht werden. Dieser Kreislauf wird in Wärmerohren (engl.: heat pipes) zum besonders
effektiven Wärmetransport von Wärmequellen hin zu kälteren Bereichen genutzt. Dabei
wird ein in dem Wärmeleiter vorhandener Hohlraum nur teilweise mit einem geeigneten
Fluid gefüllt. Bei Erwärmung verdampft ein Teil des Fluids und strömt zu kühleren
Bereichen, wo der Fluiddampf kondensiert. Dabei gibt das Fluid Wärme ab. Das nun wieder
flüssig vorliegende Fluid strömt zurück zur Wärmequelle, und der Kreislauf beginnt
von neuem. Zur Verbesserung der Führung der flüssigen und gasförmigen Stoffströme
können weitere konstruktive Maßnahmen vorgesehen sein. Diese können bspw. eine docht-
oder röhrenartige Struktur umfassen, die den Transport des flüssigen Fluids aufgrund
des Kapillareffekts begünstigt, und zugleich eine Trennung des flüssigen Stroms vom
Gasstrom bewirken kann.
[0021] Sowohl eine Zirkulation eines flüssigen Wärmeträgers als auch ein Verdampfungs-Kondensations-Kreislauf
ermöglichen einen effektiven Transport von Wärme, die an einer lokal eng begrenzten,
schlecht für zusätzliche Kühlmaßnahmen zugänglichen Stelle entsteht, hin zu einer
Stelle, an der weitere Kühlmaßnahmen leichter zu implementieren sind. Die elektrischen
Kontakte eines Steckers sind solche lokal eng begrenzten Stellen, an denen z.B. bei
großen elektrischen Strömen hohe Temperaturen vorliegen können. Eine deutliche Vergrößerung
der Kontakte des Steckers nur zu dem Zweck, eine bessere Wärmeableitung zu erreichen,
kann ebenfalls den gewünschten Effekt erreichen. Dies ist aber bei z.B. durch einen
Standard vorgegebenen Dimensionen des Steckers und seiner Komponenten nicht möglich.
[0022] Vorstehend wurde das erfindungsgemäße elektrische Kontaktelement am Beispiel einer
Füllung mit Natrium beschrieben. Es ist natürlich ebenfalls möglich, andere Stoffe
als Natrium als zweite Materialien zu verwenden. Hierbei können insbesondere auch
Flüssigkeiten oder Lösungen verwendet werden, deren Schmelz- und Tripelpunkte in geeigneten
Temperaturbereichen liegen. Es kommt dabei nicht notwendigerweise auf deren elektrische
Leitfähigkeit an, wenngleich eine gute elektrische Leitfähigkeit keinen Nachteil darstellt.
Der Stoffstrom des zweiten Materials verbessert in jedem Fall den Wärmetransport von
einer Wärmequelle an eine Wärmesenke über einen alleine durch Wärmeleitung in einem
massiven Kontaktteil erzielbaren Wärmestrom hinaus.
[0023] Nach einem zweiten Aspekt der Erfindung weist ein Stecker und/oder eine Buchse eines
elektrischen Stecksystems mindestens eines der vorstehend beschriebenen elektrischen
Kontaktelemente auf.
[0024] Bei einem oder mehreren Ausführungsbeispielen des zweiten Aspekts ist das mindestens
eine elektrische Kontaktelement in gegen eine in Längsrichtung des elektrischen Kontaktelements
wirkende Kraft verschieblich gelagert. Die in Längsrichtung des elektrischen Kontaktelements
wirkende Kraft kann bspw. durch eine in dem das elektrische Kontaktteil aufnehmenden
Gehäuse gelagerte Feder oder ein flexibles Gehäuseteil erzeugt werden.
[0025] Bei einem oder mehreren Ausführungsbeispielen des zweiten Aspekts weist der Stecker
mindestens einen ersten Bereich auf, der mit einem entsprechenden zweiten Bereich
der Buchse lösbar formschlüssig verbindbar ist. Im verbundenen Zustand von Stecker
und Buchse werden deren elektrische Kontaktelemente durch die in Längsrichtung wirkende
Kraft aneinandergedrückt.
[0026] Bei einem oder mehreren Ausführungsbeispielen des zweiten Aspekts greift das Gehäuse
des Steckers über dasjenige der Buchse, oder das Gehäuse der Buchse greift über dasjenige
des Steckers.
[0027] Bei einem oder mehreren Ausführungsbeispielen des zweiten Aspekts sind die Gehäuse
von Stecker und Buchse so konstruiert, dass ein Eindringen von Fluiden und/oder Festkörpern
verhindert wird. Dies kann bspw. durch am Stecker- und/oder Buchsengehäuse vorgesehene
Dichtmittel und/oder besondere Passgenauigkeit der Gehäuse erreicht werden.
[0028] Mit dem vorstehend beschriebenen elektrischen Kontaktelement lässt sich eine gegenüber
einem massiven Kontaktelement verbesserte Kühlung der Kontaktfläche durch die verbesserte
Ableitung der Wärme bei vorgegebenen Abmessungen erreichen, insbesondere auch bei
kleinen Kontaktflächen. Dies kann beispielsweise bei Schnelladesystemen für Elektrofahrzeuge,
über deren Kontakte hohe Ströme fließen, von Vorteil sein. Grundsätzlich ist das erfindungsgemäße
Kontaktelement aber für alle elektrischen Steck- oder Kontaktsysteme geeignet, an
deren Kontaktflächen hohe Temperaturen auftreten können. Die von der Kontaktfläche
zu andern Bereichen des Systems geleitete Wärme kann dann in diesen Bereichen aus
dem System abgeführt werden.
[0029] Wenn die Abmessungen der Kontakte nicht vorgegeben sind, können sie bei gleicher
Strombelastbarkeit und maximaler Betriebstemperatur kleiner ausgeführt werden, und
dadurch Rohstoffe eingespart werden.
Beschreibung der Zeichnung und des Ausführungsbeispiels
[0030] Nachfolgend wird die Erfindung anhand einer Ausführungsform unter Bezugnahme auf
die begleitende Zeichnung exemplarisch näher erläutert. Die Zeichnung ist rein schematisch
und nicht maßstäblich.
[0031] Die einzige Figur zeigt ein exemplarisches Beispiel von Stecker 100 und Buchse 200
eines Stecksystems zum Anschluss eines elektrischen Verbrauchers an eine Stromversorgung.
Stecker 100 und Buchse 200 weisen je ein Gehäuse 101 bzw. 201 auf, in welchen aus
elektrisch leitfähigem ersten Material bestehende Kontaktelemente 102, 202 verschieblich
gelagert sind. In der Figur sind Stecker 100 und Buchse 200 im verbundenen Zustand
dargestellt, in dem die Kontaktelemente 102, 202 von Stecker 100 und Buchse 200 an
einer Kontaktfläche 204 plan aneinander anliegen und leitfähig verbunden sind. Die
Kontaktelemente 102, 202 werden jeweils von einer Feder 108 bzw. 208 in Richtung der
Kontaktfläche 204 gedrückt. Die Federn 108, 208 stützen sich dabei am Gehäuse 101
bzw. 201 ab. Anstelle der Feder kann auch ein flexibles Gehäuseteil (nicht in der
Figur gezeigt) die Kraft erzeugen. Kontaktelement 202 der Buchse weist einen Hohlraum
206 auf, der sich von der Kontaktfläche 204 ausgehend zumindest über einen Teil der
Länge L des Kontaktelements 202 erstreckt. Hohlraum 206 ist mit einem zweiten Material
gefüllt (nicht in der Figur dargestellt), das bei einer Temperatur unterhalb des Schmelzpunktes
des ersten Materials flüssig und/oder gasförmig vorliegt. Hohlraum 206 kann auch nur
teilweise mit dem zweiten Material gefüllt sein (nicht in der Figur dargestellt).
[0032] Die Kontaktelemente 102, 202 weisen im Bereich der Kontaktfläche 204 einen größeren
Querschnitt auf als in einem von der Kontaktfläche 204 entfernt liegenden Bereich.
Der Hohlraum 206 folgt der Kontur des Kontaktelements 202 und weist ebenfalls im Bereich
der Kontaktfläche 204 einen größeren Querschnitt auf als in einem von der Kontaktfläche
204 entfernt liegenden Bereich. Die Kontaktelemente 102, 202 können im Bereich der
Kontaktfläche 204, aber auch als ganzes rotationssymmetrisch sein.
[0033] Das Gehäuse 101 von Stecker 100 weist zweit Öffnungen 110 auf, in welche entsprechende
Rastnasen 210 am Gehäuse 201 von Buchse 200 eingreifen und so eine lösbare Rastverbindung
herstellen.
[0034] Kontaktelement 102 von Stecker 100 ist mit einer Anschlussleitung 112 verbunden,
die zu einem nicht in der Figur gezeigten elektrischen Verbraucher führt. Kontaktelement
202 weist an einem der Kontaktfläche 204 gegenüberliegenden Ende ein Element 214 auf,
welches zum Anschluss an eine Stromquelle dient. Im Bereich des der Kontaktfläche
204 gegenüberliegenden Endes können auch ein oder mehrere nicht in der Figur dargestellte
Elemente und/oder Vorrichtungen zur Wärmeabgabe an eine Umgebung und/oder eine Kühlvorrichtung
angeordnet sein.
[0035] Die in der Beschreibung genannte zusätzliche Struktur, welche Ströme flüssigen oder
gasförmigen Fluids leitet und/oder voneinander getrennt führt, ist in der Figur aus
Gründen der Übersichtlichkeit ebenfalls nicht in der Figur gezeigt.
[0036] In der Figur weist die Buchse 200 das erfindungsgemäße Kontaktelement 202 auf, während
der Stecker 100 ein massives Kontaktelement 102 aufweist. Bei diesem Beispiel wird
davon ausgegangen, dass eine ausreichende Abfuhr von Wärme in einem die Buchse 200
aufweisenden Gerät einfacher erfolgen kann, als über die Anschlussleitung 112.
[0037] Es ist natürlich auch möglich, die Buchse 200 mit einem massiven Kontaktelement auszuführen,
und den Stecker 100 mit einem erfindungsgemäßen Kontaktelement auszuführen, oder erfindungsgemäße
Kontaktelemente sowohl im Stecker 100 als auch in der Buchse 200 vorzusehen. Die Auswahl
bleibt dem Fachmann freigestellt und wird von diesem unter Berücksichtigung von unterschiedlichen
Systemmerkmalen zu treffen sein.
Bezugszeichenliste
[0038]
- 100
- Stecker
- 101
- Steckergehäuse
- 102
- massives Kontaktelement
- 108
- Feder
- 110
- Öffnung
- 112
- Anschlussleitung
- 200
- Buchse
- 201
- Buchsengehäuse
- 202
- Kontaktelement mit Hohlraum
- 204
- Kontaktfläche
- 206
- Hohlraum
- 208
- Feder
- 210
- Rastnase
- 214
- Anschlusselement
- L
- Länge
1. Elektrisches Kontaktelement (202) eines Stecksystems (100, 200) zum Anschluss eines
elektrischen Verbrauchers an eine Stromversorgung mit einem aus einem elektrisch leitfähigen
ersten Material bestehenden Körper, der an einem ersten Ende eine erste elektrische
Kontaktfläche (204) zur Herstellung eines elektrischen Kontakts mit einem zweiten
elektrischen Kontaktelement (102) aufweist, wobei der Körper einen geschlossenen Hohlraum
(206) aufweist, der sich von der ersten Kontaktfläche (204) ausgehend zumindest über
einen Teil der Länge (L) des Körpers erstreckt, und wobei der Hohlraum (206) zumindest
teilweise mit einem zweiten Material gefüllt ist, das bei einer Temperatur unterhalb
des Schmelzpunktes des ersten Materials flüssig und/oder gasförmig vorliegt.
2. Elektrisches Kontaktelement (202) nach Anspruch 1, wobei die erste Kontaktfläche (204)
eine Oberfläche aufweist die, wenn sie mit einem entsprechenden zweiten Kontaktelement
(102) des Stecksystems zu einer elektrischen Verbindung zusammenbracht ist, plan an
einer elektrischen Kontaktfläche des zweiten Kontaktelements (102) anliegt.
3. Elektrisches Kontaktelement (202) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die erste elektrische
Kontaktfläche (204) kreisförmig ist.
4. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Körper des elektrischen Kontaktelements (202) im Bereich der ersten elektrischen
Kontaktfläche (204) einen Querschnitt aufweist, der größer ist als in einem von ersten
elektrischen Kontaktfläche (204) entfernter liegenden Bereich.
5. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Hohlraum (206) im Bereich der ersten elektrischen Kontaktfläche (204) einen
größeren Querschnitt aufweist als in einem von der ersten elektrischen Kontaktfläche
(204) entfernter liegenden Bereich.
6. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Hohlraum (206) eine Struktur aufweist, welche Ströme flüssigen oder gasförmigen
Fluids leitet und/oder voneinander getrennt führt.
7. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das zweite Material elektrisch leitfähig ist, eine größere thermische Leitfähigkeit
und/oder eine größere Wärmekapazität als das erste Material aufweist.
8. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei in einem von ersten elektrischen Kontaktfläche (204) entfernt liegenden Bereich
ein oder mehrere Elemente und/oder Vorrichtungen zur Wärmeabgabe an eine Umgebung
und/oder eine Kühlvorrichtung vorgesehen sind.
9. Stecker (100) oder Buchse (200) eines elektrischen Stecksystems mit mindestens einem
elektrischen Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8.
10. Stecker (100) oder Buchse (200) nach Anspruch 9, wobei das mindestens eine elektrische
Kontaktelement (202) in gegen eine in Längsrichtung des elektrischen Kontaktelements
(202) wirkende Kraft verschieblich gelagert ist.
11. Stecker (100) oder Buchse (200) nach Anspruch 10, wobei die in Längsrichtung des elektrischen
Kontaktelements (202) wirkende Kraft durch eine in dem das elektrische Kontaktelement
(202) aufnehmenden Gehäuse gelagerte Feder (108, 208) oder ein flexibles Gehäuseteil
erzeugt wird.
12. Stecker (100) bzw. Buchse (200) nach Anspruch 11, wobei der Stecker (100) mindestens
einen ersten Bereich (110) aufweist, der mit einem entsprechenden zweiten Bereich
(210) der Buchse (200) lösbar formschlüssig verbindbar ist, wobei im verbundenen Zustand
von Stecker (100) und Buchse (200) deren elektrische Kontaktelemente (102, 202) durch
die in Längsrichtung wirkende Kraft aneinandergedrückt werden.
13. Stecker (100) bzw. Buchse (200) nach Anspruch 11 oder 12, wobei das Gehäuse (101)
des Steckers (100) dasjenige der Buchse (200) übergreift oder das Gehäuse (201) der
Buchse (200) dasjenige des Steckers (100) übergreift.
14. Stecker (100) bzw. Buchse (200) nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 13,
wobei die Gehäuse (101, 201) von Stecker (100) und Buchse (200) im verbundenen Zustand
ein Eindringen von Festkörpern und/oder Fluiden verhindern.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 137(2) EPÜ.
1. Elektrisches Kontaktelement (202) eines Stecksystems (100, 200) zum lösbaren Anschluss
eines elektrischen Verbrauchers an eine Stromversorgung mit einem aus einem elektrisch
leitfähigen ersten Material bestehenden Körper, der an einem ersten Ende eine erste
elektrische Kontaktfläche (204) zur Herstellung eines elektrischen Kontakts mit einem
zweiten elektrischen Kontaktelement (102) aufweist, wobei der Körper einen geschlossenen
Hohlraum (206) aufweist, der sich von der ersten Kontaktfläche (204) ausgehend zumindest
über einen Teil der Länge (L) des Körpers erstreckt, und wobei der Hohlraum (206)
zumindest teilweise mit einem zweiten Material gefüllt ist, das bei einer Temperatur
unterhalb des Schmelzpunktes des ersten Materials flüssig und/oder gasförmig vorliegt,
und welches elektrisch leitfähig ist.
2. Elektrisches Kontaktelement (202) nach Anspruch 1, wobei die erste Kontaktfläche (204)
eine Oberfläche aufweist die, wenn sie mit einem entsprechenden zweiten Kontaktelement
(102) des Stecksystems zu einer elektrischen Verbindung zusammenbracht ist, plan an
einer elektrischen Kontaktfläche des zweiten Kontaktelements (102) anliegt.
3. Elektrisches Kontaktelement (202) nach Anspruch 1 oder 2, wobei die erste elektrische
Kontaktfläche (204) kreisförmig ist.
4. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Körper des elektrischen Kontaktelements (202) im Bereich der ersten elektrischen
Kontaktfläche (204) einen Querschnitt aufweist, der größer ist als in einem von ersten
elektrischen Kontaktfläche (204) entfernter liegenden Bereich.
5. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Hohlraum (206) im Bereich der ersten elektrischen Kontaktfläche (204) einen
größeren Querschnitt aufweist als in einem von der ersten elektrischen Kontaktfläche
(204) entfernter liegenden Bereich.
6. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei der Hohlraum (206) eine Struktur aufweist, welche Ströme flüssigen oder gasförmigen
Fluids leitet und/oder voneinander getrennt führt.
7. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei das zweite Material eine größere thermische Leitfähigkeit und/oder eine größere
Wärmekapazität als das erste Material aufweist, und wobei die elektrische Leitfähigkeit
des zweiten Materials in der Größenordnung der elektrischen Leitfähigkeit des ersten
Materials liegt.
8. Elektrisches Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
wobei in einem von ersten elektrischen Kontaktfläche (204) entfernt liegenden Bereich
ein oder mehrere Elemente und/oder Vorrichtungen zur Wärmeabgabe an eine Umgebung
und/oder eine Kühlvorrichtung vorgesehen sind.
9. Stecker (100) oder Buchse (200) eines elektrischen Stecksystems mit mindestens einem
elektrischen Kontaktelement (202) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8.
10. Stecker (100) oder Buchse (200) nach Anspruch 9, wobei das mindestens eine elektrische
Kontaktelement (202) in gegen eine in Längsrichtung des elektrischen Kontaktelements
(202) wirkende Kraft verschieblich gelagert ist.
11. Stecker (100) oder Buchse (200) nach Anspruch 10, wobei die in Längsrichtung des elektrischen
Kontaktelements (202) wirkende Kraft durch eine in dem das elektrische Kontaktelement
(202) aufnehmenden Gehäuse gelagerte Feder (108, 208) oder ein flexibles Gehäuseteil
erzeugt wird.
12. Stecker (100) bzw. Buchse (200) nach Anspruch 11, wobei der Stecker (100) mindestens
einen ersten Bereich (110) aufweist, der mit einem entsprechenden zweiten Bereich
(210) der Buchse (200) lösbar formschlüssig verbindbar ist, wobei im verbundenen Zustand
von Stecker (100) und Buchse (200) deren elektrische Kontaktelemente (102, 202) durch
die in Längsrichtung wirkende Kraft aneinandergedrückt werden.
13. Stecker (100) bzw. Buchse (200) nach Anspruch 11 oder 12, wobei das Gehäuse (101)
des Steckers (100) dasjenige der Buchse (200) übergreift oder das Gehäuse (201) der
Buchse (200) dasjenige des Steckers (100) übergreift.
14. Stecker (100) bzw. Buchse (200) nach einem oder mehreren der Ansprüche 11 bis 13,
wobei die Gehäuse (101, 201) von Stecker (100) und Buchse (200) im verbundenen Zustand
ein Eindringen von Festkörpern und/oder Fluiden verhindern.