(19)
(11) EP 3 505 304 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
03.07.2019  Patentblatt  2019/27

(21) Anmeldenummer: 17405036.9

(22) Anmeldetag:  27.12.2017
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC): 
B25B 33/00(2006.01)
B25B 13/48(2006.01)
E03B 7/07(2006.01)
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AL AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HR HU IE IS IT LI LT LU LV MC MK MT NL NO PL PT RO RS SE SI SK SM TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
BA ME
Benannte Validierungsstaaten:
MA MD TN

(71) Anmelder: Hinni AG
4105 Biel-Benken (CH)

(72) Erfinder:
  • Jermann, Dieter
    CH-4242 Laufen (CH)

(74) Vertreter: Ullrich, Gerhard 
AXON Patent GmbH Austrasse 67 P.O. Box 607
4147 Aesch
4147 Aesch (CH)

   


(54) VORRICHTUNGSSET ZUM EINBAU EINER SENSOREINHEIT IN EINE UNTER DRUCK STEHENDE FLÜSSIGKEITSLEITUNG BZW. ZUM AUSBAU DER SENSOREINHEIT UND VERFAHREN DAZU


(57) Das Vorrichtungsset umfasst zwei ineinander fügbare Greifwerkzeuge (5,6) und optional ein Transfergerät (7), welche zum Ein- und/oder Ausbau eines im Strömungsquerschnitt einer unter Druck stehenden, unterirdisch verlaufenden Flüssigkeitsleitung (1) eingebrachten Sensors (41) bestimmt sind. Der Sensor (41) ist Bestandteil einer Sensoreinheit (4) mit einer Andockglocke (44) und durch ein im Rohrmantel (10) der Flüssigkeitsleitung (1) vorhandenes Durchgangsloch (11) hindurchgeführt, über dem ein Rohrport (2) angeordnet ist. Der Rohrport (2) lässt sich mittels eines Absperrelements (26) nach aussen abdichten. Die Flüssigkeitsleitung (1) führt z.B. Wasser eines öffentlichen Versorgungsnetzes. Der Sensor (41) ist z.B. als Hydrofon mit der Funktion zur Leckerkennung ausgebildet, und der Rohrport (2) kann typischerweise die Gestalt einer Anbohrschelle haben. Der Rohrport (2) ist zumeist durch ein enges, und daher für einen Monteur nicht begehbares Schachtrohr (36) eines Schachtbaus (3) zugänglich. Das zusätzliche Transfergerät (7) dient zum Entfernen, eines eventuell vor dem Einbau des Sensors (41) den Rohrport (2) verschliessenden Blinddeckels (25) bzw. zum Aufsetzen Blinddeckels (25) nach dem Ausbau des Sensors (41). Ferner werden Verfahrensschritte zum Einbau bzw. Ausbau der Sensoreinheit (4) mit Benutzung des Vorrichtungssets vorgeschlagen.




Beschreibung

Anwendungsgebiet der Erfindung



[0001] Die Erfindung betrifft zunächst ein Vorrichtungsset, bestimmt zum Ein- und/oder Ausbau eines im Strömungsquerschnitt einer unter Druck stehenden, unterirdisch verlaufenden Flüssigkeitsleitung eingebrachten Sensors, mit Durchführung des Sensors durch ein im Rohrmantel der Flüssigkeitsleitung vorhandenes Durchgangsloch, über dem ein Rohrport angeordnet ist, der sich mittels eines Absperrelements nach aussen abdichten lässt. Die Flüssigkeitsleitung führt z.B. Wasser eines öffentlichen Versorgungsnetzes. Der Sensor ist z.B. als Hydrofon mit der Funktion zur Leckerkennung ausgebildet, und der Rohrport kann typischerweise die Gestalt einer Anbohrschelle haben. Der Rohrport ist zumeist durch ein Schachtrohr eines Schachtbaus zugänglich, der sich mit einem Schachtdeckel verschliessen lässt. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Einbau bzw. Ausbau der Sensoreinheit mit Benutzung des Vorrichtungssets.

Stand der Technik



[0002] Die in der EP 1 052 492 A1 offenbarte Leckdetektoranordnung dient zur Erkennung von Lecks in einem Rohrleitungssystem für Fluide. Die Anordnung umfasst einen Vibrationssensor mit einer Membran. Der Sensor ist so in einen Hydranten eingebaut, dass die Membran des Sensors in direktem und permanentem Kontakt zum im Rohrleitungssystem transportierten Fluid steht. Somit werden im Fluid bei für ein Leck charakteristisch auftretende Schallwellen detektiert.

[0003] Die Anordnung gemäss der CH 691 932 A5 ist zur Lecküberwachung in einem Leitungssystem für Flüssigkeiten oder Gase bestimmt und besitzt einen Hohlzylinder, in welchem sich eine Messeinrichtung befindet. Die Messeinrichtung umfasst einen über ein Kabel mit dem Datenlogger verbundenen Schallsensor, eine Energieversorgung und eine Kontaktfläche. Die Kontaktfläche hat Verbindung zur Spindel eines Hydranten und dient der Übertragung von im Leitungsnetz durch ein Leck ausgelösten Körperschallwellen auf die Messeinrichtung. Die Schallwellen werden durch die Flüssigkeit im Leitungsrohr und dessen Wandung zum Hydranten geleitet, wo sie über die Spindel und die Kontaktfläche auf den Sensor gelangen.

[0004] Im Prospekt "Kontrollsystem Lorno", Ausgabe PRODOC.D5/2006V01, der Hinni AG, CH-4105 Biel-Benken / Schweiz, wird eine Messvorrichtung mit einem Hydrofon offeriert, welches am Hauptventil eines Hydranten - dem Rohrleitungsnetz zugewandt - sitzt. Vom Hydrofon erstreckt sich eine Signalleitung durch die Ventilstange zu einer unterhalb des Spindellagers angebrachten Elektronikeinheit. Das Hydrofon nimmt im Wasser auftretende Schallwellen direkt auf, die nach aussen zur Signalisation eines Lecks übertragen werden. Bei den vorgenannten Lösungen mit einem einer Flüssigkeitsleitung zugeordneten Sensor, vorranging zur Leckerkennung, bedarf es eines Hydranten als Installationsbasis.

[0005] Relativ unkompliziert gestaltet sich der Einbau eines Sensors in eine Flüssigkeitsleitung, z.B. eine unterirdische Wasserleitung, in welcher der Druck abgestellt ist. Dies verursacht jedoch Aufwand und Nachteile, wie eine Unterbrechung der Versorgung über das Leitungsnetz und Freigraben der Leitung, um den Zugang zum an der Leitung gewählten Installationspunkt zu ermöglichen. Auch ist der Einbau eines Sensors in eine unter Druck stehende Flüssigkeitsleitung Praxis, wo direkter Zugang für den Monteur an den gewählten Installationspunkt besteht. Im Fachgebiet wird dies als begehbar bezeichnet, nämlich über ein sogenanntes Mannloch - als ausgebauter Schacht ausreichender Grösse zum Einstieg für den Monteur - oder über eine erst geschaffene Freigrabung. Derart raumbietende und den Zugang zur Flüssigkeitsleitung ermöglichende Schächte befinden sich selten am gewünschten Installationspunkt, und andererseits sind 'Freigrabungen sehr aufwendig.

[0006] Eher anzutreffen sind an unterirdische Flüssigkeitsleitungen heranführende Schachtbauten mit einem von der Erdoberfläche sich in die Tiefe - zu einem auf dem Rohrmantel angeordneten Rohrport - erstreckenden Schachtrohr, wobei der Rohrport ein Absperrelement zum abgedichteten Verschluss eines im Rohrmantel und vom Rohrport überdeckten Durchgangslochs besitzt. Der übliche Innendurchmesser solcher Schachtrohre reicht jedoch keinesfalls für den Einstieg und die Bewegungsfreiheit eines mit Werkzeugen arbeitenden Monteurs aus.

Aufgabe der Erfindung



[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein funktional zuverlässiges Instrumentarium zu schaffen, welches den wirtschaftlichen Ein- und/oder Ausbau eines im Strömungsquerschnitt einer unter Druck stehenden, unterirdisch verlaufenden Flüssigkeitsleitung durch ein Rohrport hindurch installierten Sensors ermöglicht. Hierbei ist der Rohrport, der ein Absperrelement besitzt, ein im Rohrmantel vorhandenes Durchgangsloch nach aussen abdichtend, auf dem Rohrmantel angeordnet und soll über ein relativ enges Schachtrohr, das von der Erdoberfläche in die Tiefe führt, mit Werkzeugen erreichbar sein.

[0008] Eine weitere Aufgabe besteht darin, eine für die Praxis effiziente Abfolge von Verfahrensschritten zum Einbau bzw. Ausbau des Sensors mit Benutzung des zu schaffenden Instrumentarium vorzuschlagen.

Übersicht über die Erfindung



[0009] Das Vorrichtungsset ist bestimmt zum Ein- und/oder Ausbau eines im Strömungsquerschnitt einer unter Druck stehenden, unterirdisch verlaufenden Flüssigkeitsleitung eingebrachten Sensors, mit Durchführung des Sensors durch ein im Rohrmantel der Flüssigkeitsleitung vorhandenes Durchgangsloch, über dem ein Rohrport angeordnet ist, der sich mittels eines Absperrelements nach aussen abdichten lässt. Das Vorrichtungsset umfasst:
  1. a) ein erstes Greifwerkzeug mit einem unten angeordneten Adapterstück;
  2. b) eine Andockglocke, die zur lösbaren Verbindung mit dem Adapterstück vorgesehen ist und, wie der Sensor, ein sich vom Sensor erstreckendes Stangenteil, ein auf dem Stangenteil fixierbarer Spanner und ein sich vom Stangenteil fortsetzendes Kabel, jeweils Bestandteile einer Sensoreinheit bilden; und
  3. c) ein zweites Greifwerkzeug, das zum Einsetzen in das erste Greifwerkzeug, zur Aufnahme von Stangenteil und Kabel sowie mit seiner unten angeordneten Klaue zum Erfassen des Spanners bestimmt ist.


[0010] Nachstehend sind besonders vorteilhafte Details zum erfindungsgemässen Vorrichtungssets genannt: Das Vorrichtungsset umfasst ferner ein Transfergerät, das alternativ zur Andockglocke zur lösbaren Verbindung mit dem Adapterstück bestimmt ist und dem Aufnehmen eines auf dem Rohrport lösbar arretierten Blinddeckels dient.

[0011] Zur variablen Längeneinstellung besitzt das erste Greifwerkzeug:
  1. a) ein Aussenrohr, an deren unterem Ende ein Adapterstück angeordnet ist;
  2. b) ein aus dem Aussenrohr teleskopisch ausziehbares Innenrohr; und
  3. c) ein Arretiergebilde zur Fixierung der gewählten Längeneinstellung.


[0012] Das zweite Greifwerkzeug besitzt zu seiner variablen Längeneinstellung:
  1. a) ein Aussenrohr, an deren unterem Ende eine Klaue ausgebildet ist;
  2. b) ein aus dem Aussenrohr teleskopisch ausziehbares Innenrohr; und
  3. c) ein Arretiergebilde zur Fixierung der gewählten Längeneinstellung.


[0013] Das Adapterstück am ersten Greifwerkzeug weist auf:
  1. a) erste und zweite Aussparungen zur formschlüssigen Verbindung mit dem Transfergerät;
  2. b) dritte Aussparungen zur formschlüssigen Verbindung mit der Andockglocke; und
  3. c) eine Schaltanordnung zur Öffnung eines an der Andockglocke vorhandenen Abströmventils.


[0014] Die Andockglocke besitzt:
  1. a) ein Mittelteil, das oben mit einem Kragen endet und an das sich unten ein Flanschteil anschliesst;
  2. b) einen Axialdurchgang zum abgedichteten Durchtritt des Stangenteils und zur Aufnahme des Sensors;
  3. c) ein Paar sich vom Aussenmantel des Kragens radial erhebende Nocken zum Formschluss mit den dritten Aussparungen am Adapterstück des ersten Greifwerkzeugs;
  4. d) einen Freischnitt am Aussenmantel des Kragens zur Positionierung des Abströmventils und Aufsetzen der Schaltanordnung auf das Abströmventil;
  5. e) einen Hinterschnitt am Kragen zum Formschluss mit Ansatzkonturen am Spanner der Sensoreinheit; und
  6. f) aus dem Flanschteil nach unten herausragende Arretierelemente zum Formschluss mit zweiten Kupplungsorganen am Rohrport.


[0015] Das Transfergerät weist auf:
  1. a) ein oberes Kragenteil und ein sich daran anschliessendes unteres Bauchteil;
  2. b) Führungselemente am Kragenteil, bestimmt zum Formschluss mit den ersten Aussparungen am Adapterstück, und Riegel, bestimmt zum Formschluss mit den zweiten Aussparungen am Adapterstück;
  3. c) einen Hohlraum, der zumindest aus dem Bauchteil axial nach aussen mündet;
  4. d) innerlich des Bauchteils angeordnete und dem Hohlraum zugewandte Aussparungen, dazu bestimmt, am Blinddeckel vorhandene Nocken formschlüssig aufzunehmen; und
  5. e) einen innerlich des Bauchteils radial angeordneten und dem Hohlraum zugewandten Haltering, dazu bestimmt, den Blinddeckel radial umgreifend und lösbar zu haltern.


[0016] Am Übergang vom Kragenteil zum Bauchteil ist eine radial umlaufende Schulter vorgesehen, welche bei übergestülptem Adapterstück einen Anschlag bildet. Bei übergestülptem Adapterstück durchragt jeweils ein Riegel eine der zweiten Aussparungen am Adapterstück und eine am Kragenteil vorhandene Querbohrung. Jeder Riegel besitzt einen von aussen betätigbaren Drücker, mit dem sich ein Sicherungsorgan deaktivieren lässt, um den Riegel aus der Steckposition zu lösen.

[0017] Der Rohrport besitzt:
  1. a) ein Gehäuse und einen daran ansetzenden Stutzen mit einem sich durch beide erstreckenden Durchgang;
  2. b) ein im Gehäuse gelagertes Absperrelement, welches mittels eines Stellorgans zwischen einer den Durchgang verschliessenden bzw. offenen Position einstellbar ist;
  3. c) erste und zweite Kupplungsorgane am Stutzen; und
  4. d) eine Bride zur den Rohrmantel der Flüssigkeitsleitung umschlingenden Befestigung des Rohrports mit zueinander fluchtender Positionierung von Durchgangsloch im Rohrmantel und Durchgang im Rohrport.
Die ersten Kupplungsorgane haben aufragende Hakenform und sind zur Befestigung des Blinddeckels bestimmt. Hingegen sind die zweiten Kupplungsorgane als Hinterschnitt ausgebildet und dienen der formschlüssigen Verriegelung mit den Arretierelementen der Andockglocke.

[0018] Das Verfahren zum Einbau der Sensoreinheit in die unter Druck stehende Flüssigkeitsleitung mit Benutzung des vorgenannten Vorrichtungssets basiert auf folgender Startsituation:
  • Ein Rohrport ist über dem im Rohrmantel vorgesehenen Durchgangsloch auf der Flüssigkeitsleitung angeordnet; und
  • das Absperrelement des Rohrports steht in Schliessposition, so dass keine Flüssigkeit durch das Durchgangsloch und den Rohrport nach aussen austreten kann.


[0019] Das Verfahren zum Einbau der Sensoreinheit beruht auf nachstehender prinzipieller Schrittfolge:
  1. 1. Korrelierend zur lokalen Position des Rohrports Längeneinstellung des ersten Greifwerkzeugs und des zweiten Greifwerkzeugs sowie Höheneinstellung des am Stangenteil zu fixierenden Spanners;
  2. 2. Einsetzen des zweiten Greifwerkzeugs von oben in das Innenrohr des ersten Greifwerkzeugs;
  3. 3. Einsetzen der Sensoreinheit mit Kabel, Stangenteil, darauf fixiertem Spanner, Sensor und Andockglocke in die Kombination aus beiden Greifwerkzeugen;
  4. 4. Positionierung des Sensors in der Andockglocke und Verriegeln der Andockglocke mit dem Adapterstück am Aussenrohr des ersten Greifwerkzeugs, so dass die Nocken der Andockglocke mit den dritten Aussparungen am Adapterstück in Eingriff sind;
  5. 5. Einfahren der Kombination aus beiden Greifwerkzeugen und Sensoreinheit mit der Andockglocke voran auf den Stutzen des Rohrports;
  6. 6. Aufsetzen des Flanschteils der Andockglocke auf den Stutzen des Rohrports, so dass die Arretierelemente der Andockglocke an die zweiten Kupplungsorgane des Rohrports herangeführt sind;
  7. 7. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug und Sensoreinheit bis die Arretierelemente der Andockglocke in den zweiten Kupplungsorganen des Rohrports verriegelt sind;
  8. 8. Öffnen des Absperrelements des Rohrports, so dass sich die Andockglocke über das Abströmventil entlüftet und mit dem Steigen von Flüssigmedium in der Andockglocke sich das Abströmventil schliesst;
  9. 9. Abwärtsschieben von Stangenteil und Sensor gegen den Flüssigkeitsdruck mittels des am Spanner ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs bis der Sensor das Durchgangsloch im Rohrmantel durchfahren hat und im Strömungsquerschnitt der Flüssigkeitsleitung steht;
  10. 10. Anteilige Drehung des am Spanner ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs bis die Ansatzkonturen des Spanners im Hinterschnitt am Kragen der Andockglocke verriegelt sind;
  11. 11. Lösen des zweiten Greifwerkzeugs vom Spanner und des Adapterstücks des ersten Greifwerkzeugs von der Andockglocke;
  12. 12. Entfernen der Kombination aus beiden Greifwerkzeugen von der Andockglocke mit gleichzeitigem sukzessivem Ausfädeln des oberen Endes des Stangenteils und des sich davon fortsetzenden Kabels unten aus der Kombination aus beiden Greifwerkzeugen; und
  13. 13. Anschluss des Kabels an einer Elektronikbaugruppe.


[0020] Falls vor dem Einbau der Sensoreinheit der Rohrport mit einem lösbar verriegelten Blinddeckel versehen ist, sind folgende Schritte vorgelagert:

01. Bereitstellen des ersten Greifwerkzeugs mit dem daran angeordneten Adapterstück und Verriegeln des Transfergeräts mit dem Adapterstück am Aussenrohr des ersten Greifwerkzeugs, so dass die Führungselemente des Transfergeräts mit den ersten Aussparungen am Adapterstück in Eingriff sind und die in den zweiten Aussparungen und den am Transfergerät vorhandenen Querbohrungen steckenden Riegel die Verbindung zwischen erstem Greifwerkzeug und Transfergerät sichern;

02. Längeneinstellung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug und damit verbundenem Transfergerät;

03. Einfahren der Kombination aus erstem Greifwerkzeug und Transfergerät mit dem Transfergerät voran auf den auf dem Rohrport verriegelten Blinddeckel;

04. Aufsetzen des Transfergeräts auf den Blinddeckel, so dass die Nocken am Blinddeckel mit den inneren Aussparungen am Transfergerät in Eingriff sind und der Haltering im Transfergerät den Blinddeckel radial klemmend umfasst;

05. Unter der Voraussetzung, dass sich das Absperrelement des Rohrports in Schliessposition befindet, anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug und Transfergerät zwecks Lösen des Blinddeckels vom Stutzen des Rohrports, so dass die ersten Kupplungsorgane am Stutzen von den komplementären Kupplungsorganen am Blinddeckel entriegelt sind; und

06. Entfernen der Kombination aus erstem Greifwerkzeug und Transfergerät mit dem darin gehaltenen Blinddeckel vom Rohrport.



[0021] Beim Einsetzen der Sensoreinheit mit Kabel, Stangenteil, darauf fixiertem Spanner, Sensor und Andockglocke in die Kombination aus beiden Greifwerkzeugen wird ein oberes Ende des Kabels oder ein daran installierter Stecker am oberen Austritt aus dem Innenrohr des zweiten Greifwerkzeugs in der Länge.nachgebend lösbar befestigt.

[0022] Das Verfahren zum Ausbau einer Sensoreinheit aus einer unter Druck stehenden Flüssigkeitsleitung mit Benutzung des vorgenannten Vorrichtungssets basiert auf folgender Startsituation:
  • Ein Rohrport ist über dem im Rohrmantel vorgesehenen Durchgangsloch auf der Flüssigkeitsleitung angeordnet;
  • Das Absperrelement des Rohrports steht in Offenposition;
  • Das Flanschteil der Andockglocke der Sensoreinheit sitzt auf dem Stutzen des Rohrports, wobei die Arretierelemente der Andockglocke mit den zweiten Kupplungsorganen des Rohrports verriegelt sind;
  • In der Andockglocke herrscht Flüssigkeitsdruck, der Sensor steht im Strömungsquerschnitt der Flüssigkeitsleitung und das Abströmventil ist geschlossen;
  • Das Stangenteil durchragt abgedichtet die Andockglocke, und vom Stangenteil erstreckt sich das Kabel zu einer Elektronikbaugruppe; und
  • Der das Stangenteil fest umfassende Spanner ist mit dem Kragen der Andockglocke verriegelt, wobei die Ansatzkonturen des Spanners mit dem Hinterschnitt am Kragen in Eingriff sind


[0023] Das Verfahren zum Ausbau der Sensoreinheit beruht auf nachstehender prinzipieller Schrittfolge:
  1. 1. Korrelierend zur lokalen Position des Rohrports Längeneinstellung beider Greifwerkzeuge;
  2. 2. Einsetzen des zweiten Greifwerkzeugs von oben in das Innenrohr des ersten Greifwerkzeugs;
  3. 3. Einziehen des von der Elektronikbaugruppe gelösten Kabels und des anteiligen Stangenteils in das Innenrohr des zweiten Greifwerkzeugs und in der Länge nachgebend lösbare Befestigung des freien oberen Endes des Kabels oder eines daran installierten Steckers am oberen Austritt aus dem Innenrohr des zweiten Greifwerkzeugs;
  4. 4. Heranführen der Kombination aus beiden Greifwerkzeugen an die Andockglocke, und durch anteilige Drehung des ersten Greifwerkzeugs Verriegeln der Andockglocke mit dem Adapterstück am Aussenrohr des ersten Greifwerkzeugs, so dass die Nocken der Andockglocke mit den dritten Aussparungen am Adapterstück in Eingriff sind;
  5. 5. Anteilige Drehung des am Spanner ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs bis die Ansatzkonturen des Spanners mit dem Hinterschnitt am Kragen der Andockglocke ausser Eingriff sind;
  6. 6. Aufwärtsschieben von Stangenteil und Sensor durch den einwirkenden Flüssigkeitsdruck und/oder mittels des am Spanner ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs bis der Sensor aus dem Strömungsquerschnitt der Flüssigkeitsleitung durch das Durchgangsloch in deren Rohrmantel zurückgefahren ist und oberhalb des offenen Absperrelements des Rohrports in der Andockglocke steht;
  7. 7. Bewegen des Absperrelements des Rohrports in die Schliessposition;
  8. 8. Einwirken der Schaltanordnung im Adapterstück auf das Abströmventil an der Andockglocke zwecks deren Druckentlastung;
  9. 9. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug und Sensoreinheit bis die Arretierelemente der Andockglocke mit den zweiten Kupplungsorganen am Stutzen des Rohrports ausser Eingriff sind; und
  10. 10. Entfernen der Kombination aus beiden Greifwerkzeugen und Sensoreinheit vom Rohrport.


[0024] Falls nach dem Ausbau der Sensoreinheit der Rohrport mit einem Blinddeckel zu versehen ist, schliessen sich folgende Schritte an:

11. Bereitstellen des ersten Greifwerkzeugs mit dem daran angeordneten Adapterstück und Verriegeln des Transfergeräts mit dem Adapterstück am Aussenrohr des ersten Greifwerkzeugs, so dass die Führungselemente des Transfergeräts mit den ersten Aussparungen am Adapterstück in Eingriff sind und die in den zweiten Aussparungen und den am Transfergerät vorhandenen Querbohrungen steckenden Riegel die Verbindung von erstem Greifwerkzeug und Transfergerät sichern;

12. Einsetzen des Blinddeckels in das Transfergerät, so dass die Nocken am Blinddeckel mit den inneren Aussparungen am Transfergerät in Eingriff sind und der Haltering im Transfergerät den Blinddeckel radial klemmend umfasst;

13. Einfahren der auf Länge eingestellten Kombination aus erstem Greifwerkzeug und Transfergerät mit dem Transfergerät und Blinddeckel voran auf den Stutzen des Rohrports;

14. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug und Transfergerät zwecks Arretierung des Blinddeckels auf dem Stutzen des Rohrports, so dass die ersten Kupplungsorgane am Stutzen und die komplementären Kupplungsorganen am Blinddeckel miteinander in Eingriff kommen; und

15. Entfernen der Kombination aus erstem Greifwerkzeug und Transfergerät vom am Stutzen des Rohrports arretierten Blinddeckel.



[0025] Der auf der unterirdisch verlaufenden Flüssigkeitsleitung über dem darin positionierten Durchgangsloch angeordnete Rohrport ist durch ein enges Schachtrohr eines Schachtbaus mit Werkzeugen erreichbar, aber nicht von einem Monteur, wie bei einem vorhandenen Mannloch, begehbar. Der Sensor ist z.B. als Hydrofon zur Leckerkennung ausgebildet.

Kurzbeschreibung der beigefügten Zeichnungen



[0026] Es zeigen:
Figur 1A
- das erste Greifwerkzeug, im zusammengesetzten Zustand, in Perspektivansicht;
Figur 1B
- das Greifwerkzeug gemäss Figur 1A, in Explosivansicht;
Figur 1C
- das Greifwerkzeug gemäss Figur 1A, im Vertikalschnitt;
Figur 1D
- das vergrösserte Detail X1 aus Figur 1A;
Figur 1E
- das vergrösserte Detail X2 aus Figur 1B;
Figur 1F
- das vergrösserte Detail X3 aus Figur 1C;
Figur 1G
- das vergrösserte Detail X4 aus Figur 1C;
Figur 2A
- das zweite Greifwerkzeug, im zusammengesetzten Zustand, in Perspektivansicht;
Figur 2B
- das vergrösserte Detail X5 aus Figur 2A;
Figur 3
- das erste Greifwerkzeug gemäss Figur 1A und das zweite Greifwerkzeug gemäss Figur 2A, im kombinierten Zustand, in Perspektivansicht;
Figur 4
- das Transfergerät, in Perspektivansicht;
Figur 5A
- einen Rohrport in Gestalt einer Anbohrschelle bei offenem Absperrelement, in Perspektivansicht;
Figur 5B
- das vergrösserte Detail X6 aus Figur 5A;
Figur 6A
- eine Sensoreinheit, ohne Spanner und ohne Andockglocke, in Perspektivansicht;
Figur 6B
- eine komplette Sensoreinheit, mit der Anordnung gemäss Figur 6A, dazu Spanner und Andockglocke, in Perspektivansicht;
Figur 6C
- die Anordnung gemäss Figur 6B, mit verriegeltem Spanner und aus der Andockglocke herausragendem Sensor, in Perspektivansicht;
Figur 6D
- das vergrösserte Detail X7 aus Figur 6B;
Figur 6E
- das vergrösserte Detail X8 aus Figur 6B;
Figur 7A
- das erste Greifwerkzeug gemäss Figur 1A, mit am Adapterstück montierten Transfergerät, in Perspektivansicht;
Figur 7B
- die Anordnung gemäss Figur 7A, im Vertikalschnitt;
Figur 7C
- das vergrösserte Detail X9 aus Figur 7A;
Figur 7D
- das vergrösserte Detail X10 aus Figur 7B;
Figur 8A
- die Anordnung gemäss Figur 3, mit darin aufgenommener Sensoreinheit gemäss Figur 6B, unverriegelt, in Perspektivansicht;
Figur 8B
- die Anordnung gemäss Figur 8A, verriegelt, in Perspektivansicht;
Figur 8C
- das vergrösserte Detail X11 aus Figur 8A;
Figur 8D
- das vergrösserte Detail X12 aus Figur 8B;
Figur 8E
- die Anordnung gemäss Figur 8B, verriegelt, im vertikalen Teilschnitt;
Figur 8F
- das vergrösserte Detail X13 aus Figur 8E;
Figur 8G
- das vergrösserte Detail X14 aus Figur 8E;


[0027] Figuren 9A bis 18 - die Schrittfolge beim Einbau einer Sensoreinheit in eine unter Druck stehende Flüssigkeitsleitung, in Prinzipdarstellungen
Figur 9A
- Situation 1: Schachtbau im Teilschnitt, geschlossener Schachtdeckel, Rohrport über Durchgangsloch auf Flüssigkeitsleitung angeordnet, Absperrelement geschlossen, Blinddeckel verriegelt;
Figur 9B
- das vergrösserte Detail X15 aus Figur 9A;
Figur 10
- Situation 2: Schachtdeckel geöffnet, erstes Greifwerkzeug mit angedocktem Transfergerät gemäss Figur 7A in Schachtrohr eingefahren;
Figur 11A
- Situation 3: Blinddeckel von übergestülptem Transfergerät erfasst und nach anteiliger Drehung entriegelt;
Figur 11B
- das vergrösserte Detail X16 aus Figur 11A;
Figur 12A
- Situation 4: Blinddeckel im Transfergerät gehalten und mit erstem Greifwerkzeug vom Rohrport abgehoben;
Figur 12B
- das vergrösserte Detail X17 aus Figur 12A;
Figur 13
- Situation 5: Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug mit darin aufgenommener Sensoreinheit, einschliesslich Andockglocke, gemäss Figur 8E, in Schachtrohr eingefahren;
Figur 14A
- Situation 6: Andockglocke am Stutzen des Rohrports durch anteilige Drehung verriegelt, Absperrelement weiter geschlossen, Sensor oberhalb Absperrelement in Andockglocke positioniert;
Figur 14B
- das vergrösserte Detail X18 aus Figur 14A;
Figur 15A -
Situation 7: Absperrelement geöffnet, Flüssigkeitsdruck in Andockglocke, Abströmventil in Schliessstellung gehoben;
Figur 15B
- das vergrösserte Detail X19 aus Figur 15A;
Figur 16A
- Situation 8: Sensor mit Stangenteil gegen Flüssigkeitsdruck in Strömungsquerschnitt der Flüssigkeitsleitung geschoben, Spanner der Sensoreinheit im Kragen der Andockglocke verriegelt;
Figur 16B
- das vergrösserte Detail X20 aus Figur 16A;
Figur 17
- Situation 9: Adapterstück des ersten Greifwerkzeugs vom Kragen der Andockglocke gelöst, Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug aus Schachtrohr im Rückzug;
Figur 18
- Situation 10: Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug gänzlich aus Schachtrohr entfernt, Kabel der Sensoreinheit in Elektronikbehältnis geführt, Schachtdeckel geschlossen, fertiger Einbau Sensoreinheit;


[0028] Figuren 19A und 19B - Zusatzschritt beim zum Einbau im Prinzip rückläufigen Ausbau einer Sensoreinheit aus einer unter Druck stehenden Flüssigkeitsleitung, in Prinzipdarstellungen
Figur 19A
- Situation 7R: Sensor ist in Andockglocke zurückgezogen und Absperrelement geschlossen, Abströmventil zwecks Druckabbau in Andockglocke betätigt; und
Figur 19B
- das vergrösserte Detail X21 aus Figur 19A.

Ausführunqsbeispiel



[0029] Mit Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen erfolgt nachstehend die detaillierte Beschreibung eines Ausführungsbeispiels des geschaffenen erfindungsgemässen Vorrichtungssets. Dieses ist bestimmt zum Ein- und/oder Ausbau eines im Strömungsquerschnitt einer unter Druck stehenden, unterirdisch verlaufenden Flüssigkeitsleitung angeordneten Sensors, mit Durchführung des Sensors durch ein im Rohrmantel der Flüssigkeitsleitung vorhandenes Durchgangsloch, über dem ein Rohrport angeordnet ist, der sich mittels eines Absperrelements nach aussen abdichten lässt. Anschliessend werden die Verfahrensschritte zum Einbau bzw. Ausbau der Sensoreinheit mit Benutzung des Vorrichtungssets in prinzipieller Folge im Detail aufgeführt.

[0030] Für die gesamte weitere Beschreibung gilt folgende Festlegung: Sind in einer Figur zum Zweck zeichnerischer Eindeutigkeit Bezugsziffern enthalten, aber im unmittelbar zugehörigen Beschreibungstext nicht erläutert, so wird auf deren Erwähnung in vorangehenden oder nachfolgenden Figurenbeschreibungen Bezug genommen. Im Interesse der Übersichtlichkeit wird auf die wiederholte Bezeichnung von Bauteilen in weiteren Figuren zumeist verzichtet, sofern zeichnerisch eindeutig erkennbar ist, dass es sich um "wiederkehrende" Bauteile handelt.

Figuren 1A bis 1G



[0031] Das erste Greifwerkzeug 5 weist zu seiner variablen Längeneinstellung ein Aussenrohr 52, an dem ein Adapterstück 54 angeordnet ist, und ein aus dem Aussenrohr 52 teleskopisch ausziehbares Innenrohr 50 auf. Zur Fixierung der gewählten Längeneinstellung dient ein Arretiergebilde, das sich aus einem Raster 51 von Löchern im Innenrohr 50, Kugeln als Rastelemente 52' und einem Klemmring 53, in dem die Rastelemente 52' gelagert sind, besteht. Der Klemmring 53 sitzt in der Art einer Überwurfmutter auf dem oberen Ende des Aussenrohrs 52, und das Innenrohr 50 durchfährt den Klemmring 53 abwärts in das Aussenrohr 52 hinein. Mit dem Feststellen des Klemmrings 53 entsteht eine Blockierung zwischen den Rastelementen 52', die entsprechend gewählter Auszugslänge im Raster 51 ruhen, und den beiden Rohren 50,52. Am oberen Ende des Innenrohrs 50 dient ein Griff 50' beim Handling mit dem ersten Greifwerkzeug 5.

[0032] Das Adapterstück 54 besitzt an seinem unteren Ende paarweise erste und zweite Aussparungen 55,55" zur formschlüssigen Verbindung mit dem Transfergerät 7 (→ siehe Figur 4) sowie ein Paar dritte Aussparungen 55' zur formschlüssigen Verbindung mit der Andockglocke 44 (→ siehe Figur 6B). Die im hohlen, hülsenartigen Adapterstück 54 installierte Schaltanordnung 56 dient zur Öffnung eines an der Andockglocke 44 vorhandenen Abströmventils 48' (→ siehe Figur 6D). Die Schaltanordnung 56 ist am unteren Ende des Adapterstücks 54 an dessen Wandung befestigt und besteht aus einem Lager 59, dem senkrecht darin geführten Stössel 57, der darauf steckenden Feder 58 und mehreren Befestigungselementen 59', hier als Schrauben ausgebildet. Die zweiten Aussparungen 55" haben die Form von zwei zueinander fluchtenden Durchgangslöchern, während die ersten Aussparungen 55 senkrechte, am unteren Ende des Adapterstücks 54 mündende Schlitze sind und die dritten Aussparungen 55' als abwärts erstreckende Hinterschnitte neben den ersten Aussparungen 55 verlaufen.

Figuren 2A und 2B



[0033] Das zweite Greifwerkzeug 6 weist zu seiner variablen Längeneinstellung ein Aussenrohr 62 und ein aus dem Aussenrohr 62 teleskopisch ausziehbares Innenrohr 60 auf. Am unteren Ende des Aussenrohrs 62 ist eine Klaue 64 ausgebildet, die dem Ansetzen am Spanner 42 dient, welcher Bestandteil der Sensoreinheit 4 ist (→ siehe Figur 6B). Zu Fixierung der gewählten Längeneinstellung dient ein zum ersten Greifwerkzeug 5 äquivalentes Arretiergebilde mit dem sichtbaren Klemmring 63. Wiederum am oberen Ende des Innenrohrs 60 dient ein Griff 60' zur Handhabung des zweiten Greifwerkzeugs 6.

Figur 3



[0034] Für bestimmte Verfahrensschritte beim Einbau bzw. Ausbau einer Sensoreinheit 4 wird die Kombination aus erstem Greifwerkzeugs 5 und zweitem Greifwerkzeug 6 benötigt. Zu diesem Zweck lässt sich das zweite Greifwerkzeug 6 von oben in das Innenrohr 50 des ersten Greifwerkzeugs 5 einsetzen (→ siehe Figuren 8A-8F,13-16B,19A+19B).

Figur 4



[0035] Falls beim Einbau bzw. Ausbau einer Sensoreinheit 4 der Rohrport 2 einen lösbar arretierten Blinddeckel 25 aufweist (→ siehe Figuren 5A+5B,9A-12B), umfasst ein komplettes Vorrichtungsset, zusätzlich zu beiden Greifwerkzeugen 5,6, auch ein Transfergerät 7, das zur lösbaren Verbindung mit dem Adapterstück 54 bestimmt ist und dem Aufnehmen des Blinddeckels 25 dient (→ siehe Figuren 7A-7D).

[0036] Das Transfergerät 7 besitzt:

a) ein oberes zylindrisches Kragenteil 71 und ein sich daran anschliessendes unteres glockenförmiges Bauchteil 70;

b) schienenartige, vertikale Führungselemente 75 am Kragenteil 71, bestimmt zum Formschluss mit den ersten Aussparungen 55 am Adapterstück 54, und zwei zueinander diametral in Querbohrungen 73 einsteckbare Riegel 76, bestimmt zum Formschluss mit den zweiten Aussparungen 55" am Adapterstück 54, wobei:

ba) jeder Riegel 76 einen von aussen betätigbaren Drücker 78 besitzt, mit dem sich ein Sicherungsorgan 78' deaktivieren lässt, um den Riegel 76 aus der Steckposition zu lösen; und

bb) bei übergestülptem Adapterstück 54 jeweils ein Riegel 76 eine der zweiten Aussparungen 55" am Adapterstück 54 und eine am Kragenteil 71 vorhandene Querbohrung 73 durchragt;

c) einen Hohlraum 72, der aus dem Bauchteil 70 und dem Kragenteil 71 jeweils axial nach aussen mündet;

d) innerlich des Bauchteils 70 angeordnete und dem Hohlraum 72 zugewandte Aussparungen 75, dazu bestimmt, am Blinddeckel 25 vorhandene Nocken 25' formschlüssig aufzunehmen;

e) einen innerlich des Bauchteils 70 radial angeordneten und dem Hohlraum 72 zugewandten Haltering 77, dazu bestimmt, den Blinddeckel 25 radial umgreifend und lösbar zu haltern; und

f) am Übergang vom Kragenteil 71 zum Bauchteil 70 eine radial umlaufende Schulter 74, welche bei übergestülptem Adapterstück 54 einen Anschlag bildet (→ siehe Figuren 7A-7D,10-12B).


Figüren 5A und 5B



[0037] Der Rohrport 2 hat hier die Gestalt einer Anbohrschelle und besitzt:
  1. a) ein Gehäuse 20 und einen daran ansetzenden Stutzen 23 mit einem sich durch beide erstreckenden Durchgang 22;
  2. b) ein im Gehäuse 20 gelagertes Absperrelement 26, welches momentan offen ist und mittels eines Stellorgans 27 zwischen einer den Durchgang 22 verschliessenden bzw. offenen Position einstellbar ist;
  3. c) erste und zweite Kupplungsorgane 24,29 am Stutzen 23, wobei:

    ca) die ersten Kupplungsorgane 24 aufragende Hakenform haben und zur Befestigung des Blinddeckels 25 bestimmt sind (→ siehe Figuren 9A+9B); und

    cb) die zweiten Kupplungsorgane 29 als Hinterschnitt ausgebildet sind und der formschlüssigen Verriegelung mit den Arretierelementen 49 der Andockglocke 44 dienen (→ siehe Figur 14B); und

  4. d) eine Bride 21 zur den Rohrmantel 10 der Flüssigkeitsleitung 1 umschlingenden Befestigung des Rohrports 2 mit zueinander fluchtender Positionierung von Durchgangsloch 11 im Rohrmantel 10 und Durchgang 22 im Rohrport 2 (→ siehe Figur 14B).

Figuren 6A bis 6E



[0038] Eine komplette Sensoreinheit 4 besteht aus der Andockglocke 44, dem Stangenteil 41' mit dem daran zuunterst angeordneten Sensor 41, dem auf dem Stangenteil 41' in wählbarer Höhe fxierbarem Spanner 42 und dem sich vom Stangenteil 41' fortsetzenden Kabel 40, an dessen freien Ende zumeist ein Stecker 40' montiert ist. Das Stangenteil 41' ist axial, abgedichtet und verschiebbar durch die Andockglocke 44 geführt, so dass der Sensor 41 durch Verschieben des Stangenteil 41' in das Innere der Andockglocke 44 zurückgezogen oder nach unten herausgeschoben werden kann. Der Sensor 41 ist z.B. zwecks Erkennung eines Lecks an der Flüssigkeitsleitung 1 als Hydrofon ausgebildet.

[0039] Der das Stangenteil 41' umgreifende Spanner 42 besteht aus zwei mittels Schrauben 42' zusammenfügbaren halbschalenartigen Backen 43, die jeweils unten eine trittförmige, nach aussen abgewinkelte Ansatzkontur 43' haben.

[0040] Die Andockglocke 44 besitzt:
  1. a) ein im Prinzip zylindrisches Mittelteil 46, das oben mit einem Kragen 45 endet und an das sich unten ein tellerartiges Flanschteil 46' anschliesst;
  2. b) einen Axialdurchgang 48 zum abgedichteten Durchtritt des Stangenteils 41' und zur Aufnahme des Sensors 41;
  3. c) ein Paar sich vom Aussenmantel des Kragens 45 radial erhebende Nocken 45' zum Formschluss mit den dritten Aussparungen 55' am Adapterstück 54 des ersten Greifwerkzeugs 5 (→ siehe Figur 8D);
  4. d) einen Freischnitt 47 am Aussenmantel des Kragens 45 zur Positionierung des Abströmventils 48' und Aufsetzen der Schaltanordnung 56 auf das Abströmventil 48' (→ siehe Figur 19B);
  5. e) einen Hinterschnitt 47' am Kragen 45 zum Formschluss mit Ansatzkonturen 43' am Spanner 42 der Sensoreinheit 4; (→ siehe Figur 16B); und
  6. f) aus dem Flanschteil 46' nach unten herausragende Arretierelemente 49 zum Formschluss mit zweiten Kupplungsorganen 29 am Rohrport 2 (→ siehe Figur 14B).

Figuren 7A bis 7D



[0041] Hier ist das Transfergerät 7 mit dem Adapterstück 54 des ersten Greifwerkzeugs 5 gesichert und lösbar verbunden. Im verbundenen Zustand sind die Führungselemente 75 in die ersten Aussparungen 55 eingefahren, das untere Ende des Adapterstücks 54 ist über das Kragenteil 71 gestülpt und sitzt auf der Ringschulter 74 auf. Zur Sicherung der Verbindung stecken die beiden Riegel 76 jeweils in einer der zweiten Aussparungen 55" am Adapterstück 54 und durchragen die zugeordnete Querbohrung 73 im Kragenteil 71. Das aus dem Bolzenteil der Riegel 76 radial hervorstehende Sicherungsorgan 78' verhindert das unbeabsichtige Lösen der Riegel 76 aus ihren Steckverbindungen. Mit Betätigung der Drücker 78 lassen sich die Sicherungsorgane 78' zurückziehen, so dass ein Herausziehen der Riegel 76 aus ihren Steckverbindungen möglich wird. Die Schaltanordnung 56 hat bei dieser Gerätekombination aus ersten Greifwerkzeugs 5 und Transfergerät 7 keine Funktion.

Figuren 8A bis 8G



[0042] Die Sensoreinheit 4 ist in die Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug 5,6 eingesetzt. Hierbei hängt der Stecker 40' am oberen Ende vom Innenrohr 60 des zweiten Greifwerkzeugs 6, und das anschliessende Kabel 40 mit dem folgenden Stangenteil 41' ruht im Innenrohr 60. Im zunächst unverriegelten Zustand zwischen Adapterstück 54 und Andockglocke 44 ragt der untere Abschnitt des Stangenteils 41' mit der dran hängenden Andockglocke 44 unten aus dem Adapterstück 54 heraus, und der auf dem Stangenteil 41' fixierte Spanner 42 befindet sich somit unterhalb der Klaue 64 des Aussenrohrs 62 des zweiten Greifwerkzeugs 6. Am Beginn des Einhängens der Andockglocke 44 in das Adapterstück 54 werden dessen erste Aussparungen 55 und die Nocken 45' der Andockglocke 44 fluchtend zueinander ausgerichtet, fahren dann bis auf halbe Höhe ineinander, und nach einer anteiligen Drehung des ersten Greifwerkzeugs 5 rasten die Nocken 45' in die dritten Aussparungen 55' in der Art eines Bajonettverschlusses ineinander. Damit sind Andockglocke 44 und Adapterstück 54 nun verriegelt miteinander verbunden, und die Klaue 64 kann jetzt auf den Spanner 42 zugreifen. Die zweiten Aussparungen 55" am Adapterstück 54 bleiben unbelegt, und die Schaltanordnung 56 zur Betätigung des Abströmventils 48' kommt erst beim Ausbau einer Sensoreinheit aus einer Flüssigkeitsleitung 1 in Aktion (→ siehe Figur 19B).

Figuren 9A bis 18



[0043] Diese Figurenreihung illustriert mit den dargestellten Situationen. 1 bis 10 die Verfahrensschritte beim Einbau einer Sensoreinheit 4 in eine unter Druck stehende Flüssigkeitsleitung 1 mit Benutzung des Sets aus erstem und zweitem Greifwerkzeug 5,6 und Transfergerät 7. Hierbei betrifft die Figurenfolge 9A bis 12B mit den Situation en 1 bis 4 den nicht immer auftretenden Regelfall, dass vor dem Einbau der Sensoreinheit 4 der Rohrport 2 mit einem lösbar verriegelten Blinddeckel 25 versehen ist.

Figuren 9A und 9B - Situation 1



[0044] Der Einbau einer Sensoreinheit 4 in eine unter Druck stehende Flüssigkeitsleitung 1 basiert, mit Berücksichtigung einer Eventualbedingung, bei der vor dem Einbau der Rohrport 2 mit einem Blinddeckel 25 versehen ist, auf folgender Startsituation:
  • Unter der Erdoberfläche verläuft eine Flüssigkeitsleitung 1, die mit ihrem Rohrmantel 10 den Strömungsquerschnitt 12 umschliesst. Ein Rohrport 2 - hier in Gestalt einer Anbohrschelle - ist über dem im Rohrmantel 10 vorgesehenen Durchgangsloch 11 auf der Flüssigkeitsleitung 1 angeordnet;
  • Zum Rohrport 2 führt das sich in die Tiefe erstreckende Schachtrohr 36 eines Schachtbaus 3. Oben setzt an das Schachtrohr 36 ein Rohrstutzen 31 an, der momentan mit einem geschlossenen Deckel 32 versehen ist und eine zugehörige Elektronikbaugruppe 33 besitzt;
  • Das Schachtrohr 36 hat eine wesentlich kleinere lichte Weite als ein sogenanntes Mannloch, sondern ist typisch derart schmal, dass kein Einstieg für einen Monteur möglich wäre; und
  • Der äussere Nocken 25' aufweisende Blinddeckel 25 sitzt verriegelt auf dem Stutzen 23 des Rohrport 2, dessen nicht sichtbares Absperrelement 26 in Schliessposition steht. Der aufgesetzte Blinddeckel 25 und das geschlossene Absperrelement 26 verhindern den Austritt von Flüssigkeit aus der unter Druck stehenden Leitung 1 durch deren Durchgangsloch 11 und den Rohrport 2 nach aussen.

Figur 10 - Situation 2



[0045] Bei geöffnetem Schachtdeckel 32 wird die auf Länge eingestellte Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und angedocktem Transfergerät 7, mit dem Transfergerät 7 voran, im Schachtrohr 36 auf den auf dem Rohrport 2 verriegelten Blinddeckel 25 zugefahren. Zuvor hat man das Adapterstück 54 am ersten Greifwerkzeug 5 mit dem Transfergerät 7 verbunden, wobei die Führungselemente 75 des Transfergeräts 7 mit den ersten Aussparungen 55 am Adapterstück 54 in Eingriff gebracht sind und die Riegel 76 durch die zweiten Aussparungen 55" und die am Transfergerät 7 vorhandenen Querbohrungen 73 eingesteckt sind. Damit ist die Verbindung zwischen erstem Greifwerkzeug 5 und Transfergerät 7 gesichert. Dann hat man die gemäss den örtlichen Bedingungen benötigte Auszugslänge des Innenrohrs 50 kalkuliert, diese mittels des Klemmrings 53 fixiert und somit die Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und damit verbundenem Transfergerät 7 auf Länge eingestellt.

Figuren 11A und 11B - Situation 3



[0046] Das Transfergerät 7 wird auf den Blinddeckel 25 aufgesetzt, so dass die Nocken 25' am Blinddeckel 25 mit den inneren Aussparungen 75' am Transfergerät 7 in Eingriff sind und der Haltering 77 im Transfergerät 7 den Blinddeckel 25 radial klemmend umfasst.

[0047] Unter der Voraussetzung, dass sich das Absperrelement 26 des Rohrports 2 in Schliessposition befindet, erfolgt eine anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und Transfergerät 7 zwecks Lösen des Blinddeckels 25 vom Stutzen 23 des Rohrports 2, so dass die ersten Kupplungsorgane 24 am Stutzen 23 von den komplementären Kupplungsorganen am Blinddeckel 25 entriegelt sind und sich dieser abheben lässt (→ siehe Figur 12B).

Figuren 12A und 12B - Situation 4



[0048] Die Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und Transfergerät 7 mit dem darin klemmend gehaltenen Blinddeckel 25, welche vom Stutzen 23 des Rohrports 2 gelöst ist, wird vom Rohrport 2 abgehoben und aus dem Schachtrohr 36 herausgezogen.

Figur 13 - Situation 5



[0049] Die Anordnung im Zustand gemäss Figur 8B, als Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug 5,6 mit darin aufgenommener Sensoreinheit 4 und Andockglocke 44 voran, wird in das Schachtrohr 36 eingeführt und hin zum Stutzen 23 des Rohrports 2 bewegt.

[0050] Zuvor und zur Herstellung des Zusammenbaus im Zustand gemäss Figur 8B, wird in angegebener Folge ausgeführt:
  1. 1. Korrelierend zur lokalen Position des Rohrports 2 Längeneinstellung beider Greifwerkzeuge 5,6 sowie Höheneinstellung des am Stangenteil 41' zu fixierenden Spanners 42;
  2. 2. Einsetzen des zweiten Greifwerkzeugs 6 von oben in das Innenrohr 50 des ersten Greifwerkzeugs 5;
  3. 3. Einsetzen der Sensoreinheit 4 mit Kabel 40, Stangenteil 41', darauf fixiertem Spanner 42, Sensor 41 und Andockglocke 44 in die Kombination aus beiden Greifwerkzeugen 5,6; und das obere Ende des Kabels 40 oder den eventuell daran installierten Stecker 40' am oberen Austritt aus dem Innenrohr 60 des zweiten Greifwerkzeugs 6 in der Länge nachgebend lösbar befestigen; und
  4. 4. Positionierung des Sensors 41 in der Andockglocke 44 und durch anteilige Relativdrehung zwischen erstem Greifwerkzeug 5 und Andockglocke 44, Verriegeln der Andockglocke 44 mit dem Adapterstück 54 am Aussenrohr 52 des ersten Greifwerkzeugs 5, so dass die Nocken 45' der Andockglocke 44 mit den dritten Aussparungen 55' am Adapterstück 54 in Eingriff sind.

Figuren 14A und 14B - Situation 6



[0051] Die Andockglocke 44 ist am Stutzen 23 des Rohrports 2 verriegelt, das Absperrelement 26 weiter geschlossen, und der Sensor 41 ist oberhalb des Absperrelements 26 in der Andockglocke 44 positioniert.

[0052] Zuvor wird in angegebener Folge ausgeführt:
  1. 1. Aufsetzen des Flanschteils 46' der Andockglocke 44 auf den Stutzen 23 des Rohrports 2, so dass die Arretierelemente 49 der Andockglocke 44 an die zweiten Kupplungsorgane 29 des Rohrports 2 herangeführt sind; und
  2. 2. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und Sensoreinheit 4 bis die Arretierelemente 49 der Andockglocke 44 in den zweiten Kupplungsorganen 29 des Rohrports 2 verriegelt sind.

Figuren 15A und 15B - Situation 7



[0053] Man öffnet das Absperrelement 26 des Rohrports 2, so dass sich die Andockglocke 44 über das Abströmventil 48' entlüftet, wobei mit dem Steigen von Flüssigmedium in der Andockglocke 44 sich das Abströmventil 48' aufgrund seiner Schwimmerfunktion in die Schliessstellung hebt.

Figuren 16A und 16B - Situation 8



[0054] Der Sensor 41 steht im Strömungsquerschnitt 12 der Flüssigkeitsleitung 1, und der Spanner 42 der Sensoreinheit 4 ist im Kragen 45 der Andockglocke 44 verriegelt.

[0055] Zuvor wird in angegebener Folge ausgeführt:
  1. 1. Abwärtsschieben von Stangenteil 41' und Sensor 41 gegen den Flüssigkeitsdruck mittels der am Spanner 42 ansetzenden Klaue 64 des zweiten Greifwerkzeugs 6 bis der Sensor 41 das Durchgangsloch 11 im Rohrmantel 10 durchfahren hat und im Strömungsquerschnitt 12 der Flüssigkeitsleitung 1 steht; und
  2. 2. Anteilige Drehung des am Spanner 42 ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs 6 bis die Ansatzkonturen 43' des Spanners 42 im Hinterschnitt 47' am Kragen 45 der Andockglocke 44 verriegelt sind.

Figur 17 - Situation 9



[0056] Das Adapterstück 54 des ersten Greifwerkzeugs 5 ist vom Kragen 45 der Andockglocke 44 gelöst und die Kombination beider Greifwerkzeuge 5,6 ist auf dem Rückzug aus dem Schachtrohr 36.

[0057] Zuvor wird in angegebener Folge ausgeführt:
  1. 1. Lösen des zweiten Greifwerkzeugs 6 vom Spanner 42 durch anteilige Drehung des zweiten Greifwerkzeug 6, so dass dessen Klaue 64 ausser Eingriff mit den Schrauben 42' kommt; und Lösen des Adapterstücks 54 des ersten Greifwerkzeugs 5 von der Andockglocke 44 durch anteilige Drehung des ersten Greifwerkzeugs 5, so dass deren dritte Aussparungen 55 ausser Eingriff mit den Nocken 45' der Andockglocke 44 kommen; und
  2. 2. Herausziehen der Kombination aus beiden Greifwerkzeugen 5,6 aus dem Schachtrohr 36, so dass sich das obere Ende des Stangenteils 41' und dann das sich davon fortsetzende Kabel 40 sukzessive unten aus der Kombination beider Greifwerkzeuge 5,6 ausfädeln.

Figur 18 - Situation 10



[0058] Mit beendetem Einbau der Sensoreinheit 4 ist die Kombination beider Greifwerkzeuge 5,6 gänzlich aus dem Schachtrohr 36 entfernt, das Kabel 40 der Sensoreinheit 4 ist an der Elektronikbaugruppe 33 angeschlossen und der Schachtdeckel 32 ist geschlossen.

Figuren 19A und 19B



[0059] Dieses Figurenpaar illustriert mit der dargestellten Situation 7R einen zusätzlichen Verfahrensschritt beim Ausbau einer Sensoreinheit 4 aus einer unter Druck stehenden Flüssigkeitsleitung 1, wobei der Ausbau ansonsten im Prinzip rückläufig zum Einbau mit Benutzung der beiden Greifwerkzeuge 5,6 geschieht. Falls nach dem Ausbau der Sensoreinheit 4 der Rohrport 2 mit einem Blinddeckel 25 zu verschliessen ist, kommt auch das Transfergerät 7 wieder zum Einsatz.

[0060] Der Ausbau einer Sensoreinheit 4 aus einer unter Druck stehenden Flüssigkeitsleitung 1 basiert, auch mit Berücksichtigung einer Eventualbedingung, bei der nach dem Ausbau der Rohrport 2 mit einem Blinddeckel 25 zu versehen ist, auf folgender Startsituation (→ siehe Figur 18):
  • Ein Rohrport 2 ist über dem im Rohrmantel 10 vorgesehenen Durchgangsloch 11 auf der Flüssigkeitsleitung 1 fixiert;
  • Das Absperrelement 26 des Rohrports 2 steht in Offenposition;
  • Das Flanschteil 46' der Andockglocke 44 der Sensoreinheit 4 sitzt auf dem Stutzen 23 des Rohrports 2, wobei die Arretierelemente 49 der Andockglocke 44 mit den zweiten Kupplungsorganen 29 des Rohrports 2 verriegelt sind;
  • In der Andockglocke 44 herrscht Flüssigkeitsdruck, der Sensor 41 steht im Strömungsquerschnitt 12 der Flüssigkeitsleitung 1 und das Abströmventil 48' ist geschlossen;
  • Das Stangenteil 41' durchragt abgedichtet die Andockglocke 44, und vom Stangenteil 41' erstreckt sich das Kabel 40 zu einer Elektronikbaugruppe 33;
  • Der das Stangenteil 41' fest umfassende Spanner 42 ist mit dem Kragen 45 der Andockglocke 44 verriegelt, wobei die Ansatzkonturen 43' des Spanners 42 mit dem Hinterschnitt 47' am Kragen 45 in Eingriff sind; und
  • Das Kabel 40 der Sensoreinheit 4 ist an der Elektronikbaugruppe 33 angeschlossen und der Schachtdeckel 32 ist geschlossen.


[0061] Der Ausbau wird in nachstehend angegebener Folge ausgeführt:
  1. 1. Korrelierend zur lokalen Position des Rohrports 2 Längeneinstellung beider Greifwerkzeuge 5,6;
  2. 2. Einsetzen des zweiten Greifwerkzeugs 6 von oben in das Innenrohr 50 des ersten Greifwerkzeugs 5 (→ siehe Figur 3);
  3. 3. Trennen des Kabels 40 oder eines daran installierten Steckers 40' von der dem Schachtbau 3 zugeordneten Elektronikbaugruppe 33. Anschliessend Einziehen des gelösten Kabels 40 mit dem eventuellen Stecker 40' und des anteiligen Stangenteils 41' in das Innenrohr 60 des zweiten Greifwerkzeugs 6 sowie in der Länge nachgebend lösbare Befestigung des freien oberen Endes des Kabels 40 bzw. des Steckers 40' am oberen Austritt aus dem Innenrohr 60 des zweiten Greifwerkzeugs 6 (→ siehe Figur 8A);
  4. 4. Heranführen der Kombination beider Greifwerkzeuge 5,6 an die Andockglocke 44, und durch anteilige Drehung des ersten Greifwerkzeugs 5 Verriegeln der Andockglocke 44 mit dem Adapterstück 54 am Aussenrohr 52 des ersten Greifwerkzeugs 5, so dass die Nocken 45' der Andockglocke 44 mit den dritten Aussparungen 55' am Adapterstück 54 in Eingriff sind (→ siehe Figur 8B);
  5. 5. Anteilige Drehung des am Spanner 42 ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs 6 bis die Ansatzkonturen 43' des Spanners 42 mit dem Hinterschnitt 47' am Kragen 45 der Andockglocke 44 ausser Eingriff sind (→ siehe Figur 16B, aber rückläufig);
  6. 6. Aufwärtsschieben von Stangenteil 41' und Sensor 41 durch den einwirkenden Flüssigkeitsdruck und/oder mittels des am Spanner 42 ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs 6, bis der Sensor 41 aus dem Strömungsquerschnitt 12 der Flüssigkeitsleitung 1 durch das Durchgangsloch 11 in deren Rohrmantel 10 zurückgefahren ist und oberhalb des offenen Absperrelements 26 des Rohrports 2 in der Andockglocke 44 steht (→ siehe Figur 15B, aber rückläufig);
  7. 7. Bewegen des Absperrelements 26 des Rohrports 2 in die Schliessposition (→ siehe Figur 14B);
  8. 8. Einwirken der Schaltanordnung 56 im Adapterstück 54 auf das Abströmventil 48' an der Andockglocke 44 zwecks deren Druckentlastung. Das Niederdrücken des Abströmventils 48' in seine Offenstellung geschieht durch den aufsetzenden Stössel 57 der Schaltanordnung 56 nach zuerst anteiligem Drehen des ersten Greifwerkzeugs 5 - heraus aus der Verriegelungsposition, wo die Nocken 45' der Andockglocke 44 nicht mehr mit den dritten Aussparungen 55' des Adapterstücks 54 in Eingriff sind - und anschliessendem Absenken des ersten Greifwerkzeugs 5 bis die Nocken 45' in den ersten Aussparungen 55 am Adapterstück 54 aufwärts gefahren sind bzw. oben in den ersten Aussparungen 55 anschlagen (→ siehe Figur 19B);
  9. 9. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und Sensoreinheit 4 bis die Arretierelemente 49 der Andockglocke 44 mit den zweiten Kupplungsorganen 29 am Stutzen 23 des Rohrports 2 ausser Eingriff sind (→ siehe Figur 13, aber rückläufig); und
  10. 10. Entfernen des Zusammenbaus im Zustand gemäss Figur 8B, als Kombination aus beiden Greifwerkzeugen 5,6 und darin aufgenommener Sensoreinheit 4, einschliesslich Andockglocke 44, vom Stutzen 23 des Rohrports 2 und vollständiges Herausziehen der Anordnung aus dem Schachtrohr 36 (→ siehe Figur 13, aber noch weiter rückläufig).


[0062] Falls nach dem Ausbau der Sensoreinheit 4 der Rohrport 2 mit einem Blinddeckel 25 zu versehen ist, schliessen sich mit Benutzung des Transfergeräts 7 folgende Schritte an:

11. Bereitstellen des ersten Greifwerkzeugs 5 mit dem daran angeordneten Adapterstück 54 und Verriegeln des Transfergeräts 7 mit dem Adapterstück 54 am Aussenrohr 52 des ersten Greifwerkzeugs 5, so dass die Führungselemente 75 des Transfergeräts 7 mit den ersten Aussparungen 55 am Adapterstück 54 in Eingriff sind und die in den zweiten Aussparungen 55" und den am Transfergerät 7 vorhandenen Querbohrungen 73 steckenden Riegel 76 die Verbindung von erstem Greifwerkzeug 5 und Transfergerät 7 sichern (→ siehe Figur 7A);

12. Einsetzen des Blinddeckels 25 in das Transfergerät 7, so dass die Nocken 25' am Blinddeckel 25 mit den inneren Aussparungen 75' am Transfergerät 7 in Eingriff sind und der Haltering 77 im Transfergerät 7 den Blinddeckel 25 radial klemmend umfasst (→ siehe Zustand gemäss Figur 12A);

13. Einfahren der auf Länge eingestellten Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und Transfergerät 7, mit dem Transfergerät 7 und Blinddeckel 25 voran, in das Schachtrohr 36 hin zum Stutzen 23 des Rohrports 2 (→ siehe Figur 12A, aber gegenläufige Bewegung);

14. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und Transfergerät 7 zwecks Arretierung des Blinddeckels 25 auf dem Stutzen 23 des Rohrports 2, so dass die ersten Kupplungsorgane 24 am Stutzen 23 und die komplementären Kupplungsorganen am Blinddeckel 25 miteinander in Eingriff kommen (→ siehe Figur 11A, aber gegenläufige Bewegung); und

15. Entfernen der Kombination aus erstem Greifwerkzeug 5 und Transfergerät 7 vom am Stutzen 23 des Rohrports 2 arretierten Blinddeckel 25 und vollständiges Herausziehen der Kombination aus dem Schachtrohr 36 (→ siehe Zustand gemäss Figur 10).




Ansprüche

1. Vorrichtungsset, bestimmt zum Ein- und/oder Ausbau eines im Strömungsquerschnitt (12) einer unter Druck stehenden, unterirdisch verlaufenden Flüssigkeitsleitung (1) eingebrachten Sensors (41), mit Durchführung des Sensors (41) durch ein im Rohrmantel (10) der Flüssigkeitsleitung (1) vorhandenes Durchgangsloch (11), über dem ein Rohrport (2) angeordnet ist, der sich mittels eines Absperrelements (26) nach aussen abdichten lässt, wobei das Vorrichtungsset umfasst:

a) ein erstes Greifwerkzeug (5) mit einem unten angeordneten Adapterstück (54);

b) eine Andockglocke (44), die zur lösbaren Verbindung mit dem Adapterstück (54) vorgesehen ist und, wie der Sensor (41), ein sich vom Sensor (41) erstreckendes Stangenteil (41'), ein auf dem Stangenteil (41') fixierbarer Spanner (42) und ein sich vom Stangenteil (41') fortsetzendes Kabel (40) jeweils Bestandteile einer Sensoreinheit (4) bilden; und

c) ein zweites Greifwerkzeug (6), das zum Einsetzen in das erste Greifwerkzeug (5), zur Aufnahme von Stangenteil (41') und Kabel (40) sowie mit seiner unten angeordneten Klaue (64) zum Erfassen des Spanners (42) bestimmt ist.


 
2. Vorrichtungsset nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Vorrichtungsset ferner ein Transfergerät (7) umfasst, das alternativ zur Andockglocke (44) zur lösbaren Verbindung mit dem Adapterstück (54) bestimmt ist und dem Aufnehmen eines auf dem Rohrport (2) lösbar arretierten Blinddeckels (25) dient.
 
3. Vorrichtungsset nach zumindest einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass

a) das erste Greifwerkzeug (5) zu seiner variablen Längeneinstellung aufweist:

aa) ein Aussenrohr (52) mit dem daran angeordneten Adapterstück (54);

ab) ein aus dem Aussenrohr (52) teleskopisch ausziehbares Innenrohr (50); und

ac) ein Arretiergebilde (51,52',53) zur Fixierung der gewählten Längeneinstellung; und

b) das zweite Greifwerkzeug (6) zu seiner variablen Längeneinstellung aufweist:

ba) ein Aussenrohr (62) mit einer daran ausgebildeten Klaue (64);

bb) ein aus dem Aussenrohr (62) teleskopisch ausziehbares Innenrohr (60); und

bc) ein Arretiergebilde (63) zur Fixierung der gewählten Längeneinstellung.


 
4. Vorrichtungsset nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Adapterstück (54) am ersten Greifwerkzeug (5) aufweist:

a) erste und zweite Aussparungen (55,55") zur formschlüssigen Verbindung mit dem Transfergerät (7);

b) dritte Aussparungen (55') zur formschlüssigen Verbindung mit der Andockglocke (44); und

c) eine Schaltanordnung (56) zur Öffnung eines an der Andockglocke (44) vorhandenen Abströmventils (48').


 
5. Vorrichtungsset nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Andockglocke (44) aufweist:

a) ein Mittelteil (46), das oben mit einem Kragen (45) endet und an das sich unten ein Flanschteil (46') anschliesst;

b) einen Axialdurchgang (48) zum abgedichteten Durchtritt des Stangenteils (41') und zur Aufnahme des Sensors (41);

c) ein Paar sich vom Aussenmantel des Kragens (45) radial erhebende Nocken (45') zum Formschluss mit den dritten Aussparungen (55') am Adapterstück (54) des ersten Greifwerkzeugs (5);

d) einen Freischnitt (47) am Aussenmantel des Kragens (45) zur Positionierung des Abströmventils (48') und Aufsetzen der Schaltanordnung (56) auf das Abströmventil (48');

e) einen Hinterschnitt (47') am Kragen (45) zum Formschluss mit Ansatzkonturen (43') am Spanner (42) der Sensoreinheit (4); und

f) aus dem Flanschteil (46') nach unten herausragende Arretierelemente (49) zum Formschluss mit zweiten Kupplungsorganen (29) am Rohrport (2).


 
6. Vorrichtungsset nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Transfergerät (7) aufweist:

a) ein oberes Kragenteil (71) und ein sich daran anschliessendes unteres Bauchteil (70);

b) Führungselemente (75) am Kragenteil (71), bestimmt zum Formschluss mit den ersten Aussparungen (55) am Adapterstück (54), und Riegel (76), bestimmt zum Formschluss mit den zweiten Aussparungen (55") am Adapterstück (54);

c) einen Hohlraum (72), der zumindest aus dem Bauchteil (70) axial nach aussen mündet;

d) innerlich des Bauchteils (70) angeordnete und dem Hohlraum (72) zugewandte Aussparungen (75'), dazu bestimmt, am Blinddeckel (25) vorhandene Nocken (25') formschlüssig aufzunehmen; und

e) einen innerlich des Bauchteils (70) radial angeordneten und dem Hohlraum (72) zugewandten Haltering (77), dazu bestimmt, den Blinddeckel (25) radial umgreifend und lösbar zu haltern.


 
7. Vorrichtungsset nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass

a) am Übergang vom Kragenteil (71) zum Bauchteil (70) eine radial umlaufende Schulter (74) vorgesehen ist, welche bei übergestülptem Adapterstück (54) einen Anschlag bildet;

b) bei übergestülptem Adapterstück (54) jeweils ein Riegel (76) eine der zweiten Aussparungen (55") am Adapterstück (54) und eine am Kragenteil (71) vorhandene Querbohrung (73) durchragt; und

c) jeder Riegel (76) einen von aussen betätigbaren Drücker (78) besitzt, mit dem sich ein Sicherungsorgan (78') deaktivieren lässt, um den Riegel (76) aus der Steckposition zu lösen.


 
8. Vorrichtungsset nach zumindest einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Rohrport (2) aufweist:

a) ein Gehäuse (20) und einen daran ansetzenden Stutzen (23) mit einem sich durch beide erstreckenden Durchgang (22);

b) ein im Gehäuse (20) gelagertes Absperrelement (26), welches mittels eines Stellorgans (27) zwischen einer den Durchgang (22) verschliessenden bzw. offenen Position einstellbar ist;

c) erste und zweite Kupplungsorgane (24,29) am Stutzen (23), wobei:

ca) die ersten Kupplungsorgane (24) aufragende Hakenform haben und zur Befestigung des Blinddeckels (25) bestimmt sind; und

cb) die zweiten Kupplungsorgane (29) als Hinterschnitt ausgebildet sind und der formschlüssigen Verriegelung mit den Arretierelementen (49) der Andockglocke (44) dienen; und

d) eine Bride (21) zur den Rohrmantel (10) der Flüssigkeitsleitung (1) umschlingenden Befestigung des Rohrports (2) mit zueinander fluchtender Positionierung von Durchgangsloch (11) im Rohrmantel (10) und Durchgang (22) im Rohrport (2).


 
9. Verfahren zum Einbau einer Sensoreinheit (4) in eine unter Druck stehende Flüssigkeitsleitung (1) mit Benutzung des Vorrichtungssets gemäss den Ansprüchen 1 bis 8, gekennzeichnet, durch die Startsituation:

- Ein Rohrport (2) ist über dem im Rohrmantel (10) vorgesehenen Durchgangsloch (11) auf der Flüssigkeitsleitung (1) angeordnet; und

- das Absperrelement (26) des Rohrports (2) steht in Schliessposition, so dass keine Flüssigkeit durch das Durchgangsloch (11) und den Rohrport (2) nach aussen austreten kann;

und die Schrittfolge:

1. Korrelierend zur lokalen Position des Rohrports (2) Längeneinstellung des ersten Greifwerkzeugs (5) und des zweiten Greifwerkzeugs (6) sowie Höheneinstellung des am Stangenteil (41') zu fixierenden Spanners (42);

2. Einsetzen des zweiten Greifwerkzeugs (6) von oben in das Innenrohr (50) des ersten Greifwerkzeugs (5);

3. Einsetzen der Sensoreinheit (4) mit Kabel (40), Stangenteil (41'), darauf fixiertem Spanner (42), Sensor (41) und Andockglocke (44) in die Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug (5,6);

4. Positionierung des Sensors (41) in der Andockglocke (44) und Verriegeln der Andockglocke (44) mit dem Adapterstück (54) am Aussenrohr (52) des ersten Greifwerkzeugs (5), so dass die Nocken (45') der Andockglocke (44) mit den dritten Aussparungen (55') am Adapterstück (54) in Eingriff sind;

5. Einfahren der Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug (5,6) und Sensoreinheit (4) mit der Andockglocke (44) voran auf den Stutzen (23) des Rohrports (2);

6. Aufsetzen des Flanschteils (46') der Andockglocke (44) auf den Stutzen (23) des Rohrports (2), so dass die Arretierelemente (49) der Andockglocke (44) an die zweiten Kupplungsorgane (29) des Rohrports (2) herangeführt sind;

7. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und Sensoreinheit (4) bis die Arretierelemente (49) der Andockglocke (44) in den zweiten Kupplungsorganen (29) des Rohrports (2) verriegelt sind;

8. Öffnen des Absperrelements (26) des Rohrports (2), so dass sich die Andockglocke (44) über das Abströmventil (48') entlüftet und mit dem Steigen von Flüssigmedium in der Andockglocke (44) sich das Abströmventil (48') schliesst;

9. Abwärtsschieben von Stangenteil (41') und Sensor (41) gegen den Flüssigkeitsdruck mittels des am Spanner (42) ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs (6) bis der Sensor (41) das Durchgangsloch (11) im Rohrmantel (10) durchfahren hat und im Strömungsquerschnitt (12) der Flüssigkeitsleitung (1) steht;

10. Anteilige Drehung des am Spanner (42) ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs (6) bis die Ansatzkonturen (43') des Spanners (42) im Hinterschnitt (47') am Kragen (45) der Andockglocke (44) verriegelt sind;

11. Lösen des zweiten Greifwerkzeugs (6) vom Spanner (42) und des Adapterstücks (54) des ersten Greifwerkzeugs (5) von der Andockglocke (44);

12. Entfernen der Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug (5,6) von der Andockglocke (44) mit gleichzeitigem sukzessivem Ausfädeln des oberen Endes des Stangenteils (41') und des sich davon fortsetzenden Kabels (40) unten aus der Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug (5,6); und

13. Anschluss des Kabels (40) an einer Elektronikbaugruppe (33).


 
10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass, falls vor dem Einbau der Sensoreinheit (4) der Rohrport (2) mit einem lösbar verriegelten Blinddeckel (25) versehen ist, folgende Schritte vorgelagert sind:

01. Bereitstellen des ersten Greifwerkzeugs (5) mit dem daran angeordneten Adapterstück (54) und Verriegeln des Transfergeräts (7) mit dem Adapterstück (54) am Aussenrohr (52) des ersten Greifwerkzeugs (5), so dass die Führungselemente (75) des Transfergeräts (7) mit den ersten Aussparungen (55) am Adapterstück (54) in Eingriff sind und die in den zweiten Aussparungen (55") und den am Transfergerät (7) vorhandenen Querbohrungen (73) steckenden Riegel (76) die Verbindung zwischen erstem Greifwerkzeug (5) und Transfergerät (7) sichern;

02. Längeneinstellung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und damit verbundenem Transfergerät (7);

03. Einfahren der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und Transfergerät (7), mit dem Transfergerät (7) voran, auf den auf dem Rohrport (2) verriegelten Blinddeckel (25);

04. Aufsetzen des Transfergeräts (7) auf den Blinddeckel (25), so dass die Nocken (25') am Blinddeckel (25) mit den inneren Aussparungen (75') am Transfergerät (7) in Eingriff sind und der Haltering (77) im Transfergerät (7) den Blinddeckel (25) radial klemmend umfasst;

05. Unter der Voraussetzung, dass sich das Absperrelement (26) des Rohrports (2) in Schliessposition befindet, anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und Transfergerät (7) zwecks Lösen des Blinddeckels (25) vom Stutzen (23) des Rohrports (2), so dass die ersten Kupplungsorgane (24) am Stutzen (23) von den komplementären Kupplungsorganen am Blinddeckel (25) entriegelt sind; und

06. Entfernen der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und Transfergerät (7) mit dem darin gehaltenen Blinddeckel (25) vom Rohrport (2).


 
11. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass beim Einsetzen der Sensoreinheit (4) mit Kabel (40), Stangenteil (41'), darauf fixiertem Spanner (42), Sensor (41) und Andockglocke (44) in die Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug (5,6), ein oberes Ende des Kabels (40) oder ein daran installierter Stecker (40') am oberen Austritt aus dem Innenrohr (60) des zweiten Greifwerkzeugs (6) in der Länge nachgebend lösbar befestigt wird.
 
12. Verfahren zum Ausbau einer Sensoreinheit (4) aus einer unter Druck stehenden Flüssigkeitsleitung (1) mit Benutzung des Vorrichtungssets gemäss den Ansprüchen 1 bis 8, gekennzeichnet, durch die Startsituation:

- Ein Rohrport (2) ist über dem im Rohrmantel (10) vorgesehenen Durchgangsloch (11) auf der Flüssigkeitsleitung (1) angeordnet;

- Das Absperrelement (26) des Rohrports (2) steht in Offenposition;

- Das Flanschteil (46') der Andockglocke (44) der Sensoreinheit (4) sitzt auf dem Stutzen (23) des Rohrports (2), wobei die Arretierelemente (49) der Andockglocke (44) mit den zweiten Kupplungsorganen (29) des Rohrports (2) verriegelt sind;

- In der Andockglocke (44) herrscht Flüssigkeitsdruck, der Sensor (41) steht im Strömungsquerschnitt (12) der Flüssigkeitsleitung (1) und das Abströmventil (48') ist geschlossen;

- Das Stangenteil (41') durchragt abgedichtet die Andockglocke (44), und vom Stangenteil (41') erstreckt sich das Kabel (40) zu einer Elektronikbaugruppe (33); und

- Der das Stangenteil (41') fest umfassende Spanner (42) ist mit dem Kragen (45) der Andockglocke (44) verriegelt, wobei die Ansatzkonturen (43') des Spanners (42) mit dem Hinterschnitt (47') am Kragen (45) in Eingriff sind;

und die Schrittfolge:

1. Korrelierend zur lokalen Position des Rohrports (2) Längeneinstellung des ersten Greifwerkzeugs (5) und des zweiten Greifwerkzeugs (6);

2. Einsetzen des zweiten Greifwerkzeugs (6) von oben in das Innenrohr (50) des ersten Greifwerkzeugs (5);

3. Einziehen des von der Elektronikbaugruppe (33) gelösten Kabels (40) und des anteiligen Stangenteils (41') in das Innenrohr (60) des zweiten Greifwerkzeugs (6) und in der Länge nachgebend lösbare Befestigung des freien oberen Endes des Kabels (40) oder eines daran installierten Steckers (40') am oberen Austritt aus dem Innenrohr (60) des zweiten Greifwerkzeugs (6);

4. Heranführen der Kombination aus erstem und zweitem Greifwerkzeug (5,6) an die Andockglocke (44), und durch anteilige Drehung des ersten Greifwerkzeugs (5) Verriegeln der Andockglocke (44) mit dem Adapterstück (54) am Aussenrohr (52) des ersten Greifwerkzeugs (5), so dass die Nocken (45') der Andockglocke (44) mit den dritten Aussparungen (55') am Adapterstück (54) in Eingriff sind;

5. Anteilige Drehung des am Spanner (42) ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs (6) bis die Ansatzkonturen (43') des Spanners (42) mit dem Hinterschnitt (47') am Kragen (45) der Andockglocke (44) ausser Eingriff sind;

6. Aufwärtsschieben von Stangenteil (41') und Sensor (41) durch den einwirkenden Flüssigkeitsdruck und/oder mittels des am Spanner (42) ansetzenden zweiten Greifwerkzeugs (6) bis der Sensor (41) aus dem Strömungsquerschnitt (12) der Flüssigkeitsleitung (1) durch das Durchgangsloch (11) in deren Rohrmantel (10) zurückgefahren ist und oberhalb des offenen Absperrelements (26) des Rohrports (2) in der Andockglocke (44) steht;

7. Bewegen des Absperrelements (26) des Rohrports (2) in die Schliessposition;

8. Einwirken der Schaltanordnung (56) im Adapterstück (54) auf das Abströmventil (48') an der Andockglocke (44) zwecks deren Druckentlastung;

9. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und Sensoreinheit (4) bis die Arretierelemente (49) der Andockglocke (44) mit den zweiten Kupplungsorganen (29) am Stutzen (23) des Rohrports (2) ausser Eingriff sind; und

10. Entfernen der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5), zweitem Greifwerkzeug (6) und Sensoreinheit (4) vom Rohrport (2).


 
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass, falls nach dem Ausbau der Sensoreinheit (4) der Rohrport (2) mit einem Blinddeckel (25) zu versehen ist, schliessen sich folgende Schritte an:

11. Bereitstellen des ersten Greifwerkzeugs (5) mit dem daran angeordneten Adapterstück (54) und Verriegeln des Transfergeräts (7) mit dem Adapterstück (54) am Aussenrohr (52) des ersten Greifwerkzeugs (5), so dass die Führungselemente (75) des Transfergeräts (7) mit den ersten Aussparungen (55) am Adapterstück (54) in Eingriff sind und die in den zweiten Aussparungen (55") und den am Transfergerät (7) vorhandenen Querbohrungen (73) steckenden Riegel (76) die Verbindung von erstem Greifwerkzeug (5) und Transfergerät (7) sichern;

12. Einsetzen des Blinddeckels (25) in das Transfergerät (7), so dass die Nocken (25') am Blinddeckel (25) mit den inneren Aussparungen (75') am Transfergerät (7) in Eingriff sind und der Haltering (77) im Transfergerät (7) den Blinddeckel (25) radial klemmend umfasst;

13. Einfahren der auf Länge eingestellten Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und Transfergerät (7), mit dem Transfergerät (7) und Blinddeckel (25) voran, auf den Stutzen (23) des Rohrports (2);

14. Anteilige Drehung der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und Transfergerät (7) zwecks Arretierung des Blinddeckels (25) auf dem Stutzen (23) des Rohrports (2), so dass die ersten Kupplungsorgane (24) am Stutzen (23) und die komplementären Kupplungsorgane am Blinddeckel (25) miteinander in Eingriff kommen; und

15. Entfernen der Kombination aus erstem Greifwerkzeug (5) und Transfergerät (7) vom am Stutzen (23) des Rohrports (2) arretierten Blinddeckel (25).


 
14. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass

a) der auf der unterirdisch verlaufenden Flüssigkeitsleitung (1) über dem darin positionierten Durchgangsloch (11) angeordnete Rohrport (2) durch ein enges Schachtrohr (36) eines Schachtbaus (3) mit Werkzeugen erreichbar ist, aber nicht von einem Monteur begehbar ist, wie bei einem vorhandenen Mannloch; und

b) der Sensor (41) z.B. als Hydrofon zur Leckerkennung ausgebildet ist.


 
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass

a) am Ende der Schritte für den Einbau des Sensors (41) der Sensoreinheit (4) in die Flüssigkeitsleitung (1) von der Sensoreinheit (4) das Kabel (40) oder ein daran installierter Stecker (40') an einer dem Schachtbau (3) zugeordneten Elektronikbaugruppe (33) angeschlossen wird; und

b) am Beginn der Schritte für den Ausbau des Sensors (41) der Sensoreinheit (4) aus der Flüssigkeitsleitung (1) von der Sensoreinheit (4) das Kabel (40) oder ein daran installierter Stecker (40') von der dem Schachtbau (3) zugeordneten Elektronikbaugruppe (33) getrennt wird.


 




Zeichnung















































































Recherchenbericht









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Angeführte Verweise

IN DER BESCHREIBUNG AUFGEFÜHRTE DOKUMENTE



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